Was ist ganzheitliche Mission?

Basiert auf "Biblische Lehre" - aber damit die Praxis nicht zu kurz kommt, ein Extra-Forum

Moderator: eddi

Benutzeravatar
Joschie
Moderator
Beiträge: 5665
Registriert: 28.02.2007 20:18
Wohnort: Hamburg

Was ist ganzheitliche Mission?

Beitragvon Joschie » 04.09.2009 17:13

Hallo Ihr
Diese Frage kam mir beim lesen dieses Artikel
Humanitäre Hilfe und Mission
15 Aug 2009 von christozentrisch

Vor kurzem hat ein Fernseh-Beitrag des ZDF (Frontal 21 vom 4. August 2009) die Aufmerksamkeit von vielen erregt. Dabei wurde die Frage gestellt, ob evangelikale Mission die Arbeit humanitärer Organisationen in nicht-christlichen Ländern nicht erschweren würde? In anderen Worten: Ist das, was diese Gruppierungen machen, nicht eher Unfug, so dass sie lieber Platz für wichtigere Aufgaben machen sollten?

Zunächst müssen wir definieren, was unter Mission vestanden wird. Wenn eine katholische Organisation wie die Caritas evangelikale Werke kritisiert, weil sie neben ihrem (pseudo)humanitären Einsatz Menschen aus anderen Religionen „bekehren“ wollen, versteht sie Mission eher als einen guten Dienst an die Menschen. Darunter verbirgt sich selbstverständlich ein bestimmtes theologisches Verständnis: Mission, genauer gesagt Diakonischer Dienst, ist vor allem ein Liebeserweis an die Menschen. In dem Leitbild der Caritas stehen folgende Sätze:

Gott ist ein Gott der Liebe; er befähigt zu Liebe und ruft zum Helfen…Jesus von Nazaret hat in einmaliger Weise die Botschaft vom mitsorgenden und mitleidenden Gott verkündet. Er hat diese Botschaft vorgelebt und zur unbedingten Nachfolge aufgerufen.

Für die Caritas ist leider die einzige Motivation diese; in deren Leitbild steht kein Platz für eine Gute Nachricht, die von Gottes Gerechtigkeit und Vergebung der Sünde spricht.

Für viele evangelikalen Werke hat leider Mission eine genauso schmalspurige Bedeutung: es geht oft darum, einen kleinen Trip ins Ausland zu machen und dabei ein Paar Traktate zu verteilen. Wie die Menschen mit ihren leiblichen Problemen umgehen ist nicht ihre Verantwortung. Die Kritik an bestimmten Missionswerken, die in dem ZDF-Beitrag formuliert wurde, dass sie mit unseriösen Argumenten werben, ist leider gerechtfertigt. Zum Glück sind nicht alle christlichen Organisationen so gesinnt.

In den Augen Jesu hat Mission eine besondere Dimension. Es ist vor allem der Auftrag, den die Apostel angefangen haben und die Kirche als Leib fortsetzen soll. Es geht primär um die Evangelisation der Welt, und Evangelisation ist Aufgaben von gesandten und ausgebildeten Predigern. Dass einzelne Christen diesen Auftrag alleine erfüllen wollen, liegt darin, dass die Kirche Jesu diesen wichtigen Auftrag vernachlässigt hat.

Bei dem Missionsauftrag geht es auch um Prioritäten:

1. In erster Linie müssen die verlorenen Menschen die Gute Nachricht erfahren;

…denn was hilft es ihnen, wenn ihr irdisches Leben erleichtert wird, sie aber müssen irgendwann Gottes Gericht fürchten. Die Bibel ist ganz klar: der Mensch ist liebenswürdig, aber er bleibt ein Sünder.

Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben. Wer aber dem Sohn nicht gehorsam ist, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt über ihm.
Johannes 3, 36

2. In zweiter Linie beinhaltet auch der Auftrag der Kirche einen Liebesdienst an die Menschen. Dieser Dienst kann wohl neben der Arbeit von anderen nicht-christlichen philanthropischen Organisationen getätigt werden.

Jakobus betont in seinem Brief:

Wenn ein Bruder oder eine Schwester Mangel hätte an Kleidung und an der täglichen Nahrung und jemand unter euch spräche zu ihnen: Geht hin in Frieden, wärmt euch und sättigt euch!, ihr gäbet ihnen aber nicht, was der Leib nötig hat – was könnte ihnen das helfen? So ist auch der Glaube, wenn er nicht Werke hat, tot in sich selber.
Jakobus 2, 15-17

Wir sehen zum Beispiel, dass Paulus immer an die Bedürfnissen der Armen gedacht hat und eine Spendenaktion für die Armen in Jerusalem organisiert hat: In Römer 15, 25-26 sagt er:

Jetzt aber fahre ich hin nach Jerusalem, um den Heiligen zu dienen. Denn die in Mazedonien und Achaja haben willig eine gemeinsame Gabe zusammengelegt für die Armen unter den Heiligen in Jerusalem.

In diesem Zusammenhang ist neben der Evangelisation eine diakonische Tätigkeit auch gerechtfertigt. Auch Sie ist Aufgabe der Kirche, insbesondere der örtlichen Kirche (wenn sie bereits existiert), wie wir es in Apostelgeschichte 6, 2-3 sehen:

Da riefen die Zwölf die Menge der Jünger zusammen und sprachen: Es ist nicht recht, dass wir für die Mahlzeiten sorgen und darüber das Wort Gottes vernachlässigen. Darum, ihr lieben Brüder, seht euch um nach sieben Männern in eurer Mitte, die einen guten Ruf haben und voll Heiligen Geistes und Weisheit sind, die wir bestellen wollen zu diesem Dienst.

Ob Mission in der heutigen Gesellschaft so verstanden wird ist fraglich. Aber die Kirche Jesu soll sich nicht an Umfragen orientieren und sich nicht an Trends anpassen.
Quelle: http://christozentrisch.wordpress.com/2 ... /#comments
Gruß Joschie
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste