Jonathan Edwards und die guten Vorsätze

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SolusChristus
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Jonathan Edwards und die guten Vorsätze

Beitragvon SolusChristus » 20.05.2010 17:30

Der Erweckungsprediger Jonathan Edwards (1703-1758) gilt als der wichtigste Theologe Amerikas.
Ich denke, dass es nur nützlich für uns sein kann, wenn wir uns mit seinem Leben auseinander setzen, um durch den Eifer anderer auch die Echtheit unserer Liebe zu prüfen (2.Kor 8,8).

Mit 19 Jahren schrieb der junge Jonathan Edward 70 gute Vorsätze auf Paper nieder. Er bekannte dabei:
"Ich weiß, dass ich nicht in der Lage bin, irgendetwas ohne Gottes Hilfe zu tun, ich flehe ihn demütig an, mich durch seine Gnade in die Lage zu versetzen, diese Vorsätze soweit sie mit seinem Willen übereinstimmen, um Christi Willen, zu halten. Ich denke daran einmal in der Woche diese Vorsätze durchzulesen."

Hier seien nun ein paar von den 70 Vorsätzen aufgeführt (nicht nach der Reihenfolge):

“Ich bin entschlossen, alle das zu tun, was am meisten Gottes verherrlicht..."

“Ich bin entschlossen, bis zu meinem Sterben niemals so zu handeln, als gehörte ich mir selbst, sondern in allem voll und ganz Gott zu gehören.“

“Ich bin entschlossen, den Kampf gegen meine Verderbtheit weder aufzugeben noch darin nachzulassen, wie erfolglos ich auch sein mag."

“Ich bin entschlossen, bis zum äußersten danach zu streben, so zu handeln, wie ich handeln würde, wenn ich schon die Glückseligkeit des Himmels und die Qualen der Hölle gesehen hätte.”

“Ich höre immer wieder von älteren Menschen, dass sie erzählen, wie sie ihr Leben leben würden, wenn sie es noch einmal könnten. Ich bin entschlossen, so zu leben, wie ich es mir wünschen werde, gelebt zu haben, vorausgesetzt ich komme in ein hohes Alter.”

“Ich bin entschlossen, mit der äußersten Genauigkeit und Sorgfalt und einem stark prüfenden Blick beständig auf den Zustand meiner Seele zu achten, damit ich erkenne, ob ich wirklich ein Interesse an Christus habe oder nicht; wenn Ich sterben sollte, will ich sicher sein, im Bezug auf diesen Punkt keine Buße mehr tun zu müssen, weil ich dies vernachlässigt habe.”

“Ich bin entschlossen, dass kein anderes Ziel außerhalb des Glaubens irgendeinen Einfluss auf eine meiner Handlungen haben soll; ebenso soll keine Handlung - ungeachtet der Umstände - von einem anderen Ziel bestimmt sein als allein vom Glauben.”

“Ich bin entschlossen, mich am Ende eines jeden Tages, einer jeden Woche, eines jeden Monats und Jahres zu fragen, in welchem Bereich ich es hätte besser machen können.”

“Ich bin entschlossen, jeden Abend mich zu fragen, wenn ich zu Bett gehe, worin ich nachlässig gewesen bin, welche Sünde ich begangen habe und worin ich mir selbst Entbehrungen auferlegt habe; dies will ich außerdem am Ende einer jeden Woche, eines jeden Monats und eines jeden Jahres tun.”

“Ich bin entschlossen, die Heilige Schrift so zuverlässig, beständig und andauernd zu studieren, dass ich selbst darin wachse, sie zu erkennen.”

“Ich bin entschlossen, nichts absichtlich zu versäumen, es sei denn das Versäumnis dient zur Ehre Gottes; außerdem will ich meine Versäumnisse immer wieder überprüfen.”

“Ich bin entschlossen, nichts zu tun, was ich bereuen würde, wenn es in meiner letzten Stunde wäre, bevor die letze Trompete erklingt.”

“Ich bin entschlossen, wenn ich über irgendeinen geistlichen Lehrsatz (Bibelwort) nachsinne, der ungelöst ist, setze ich unmittelbar alles daran, was mir möglich ist, um ihn zu lösen, wenn ich nicht von Umständigen davon abgehalten werde.”

“Ich bin entschlossen, immer, wenn ich Schmerzen erleide, an die Schmerzen der Märtyrer und an die Leiden in der Hölle zu denken.”

“Ich bin entschlossen, bei vielen Gelegenheiten über mein eigenes Sterben und über die allgemeinen Umstände, die den Tod begleiten, nachzudenken.”

“Ich bin entschlossen, keine Zeit zu verlieren, sondern sie auf die bestmögliche Art und Weise zu nutzen.”

“Angenommen, es gäbe nur einen einzigen Menschen auf der Welt zu einer bestimmten Zeit, der ein richtiger und vollständiger Christ gewesen wäre, der einen richtigen Eindruck hinterlässt, indem durch ihn das Christsein im wahren Licht erscheint, und der herrlich und liebevoll ausschaut, egal aus welcher Perspektive man ihn betrachtet: Ich bin entschlossen, so zu handeln, wie ich es tun würde, wenn ich mit meiner ganzen Kraft danach streben würde, genau dieser eine Mensch zu meinen Lebzeiten zu sein.”

“Ich bin entschlossen, wenn ich je fallen und träge werden sollte, so dass ich es vernachlässige, diese Entschlüsse zu befolgen, will ich umkehren von all dem, was mir bewusst ist, wenn ich wieder zu mir selbst komme.”



Wenn ich lese, was den 19 jährigen Jonathan Edwards beschäftigte, dann demütigt mich das. Gott schenke mir die Gnade annähernd so bewusst für Gott zu leben.

Ich stelle mir folgende Fragen:


Was sollen die Menschen über mein Leben sagen/ denken, jetzt, da ich noch lebe und wenn ich verstorben bin.
Was ist der Sinn und das Ziel meines Lebens?
Lebe ich diesen Sinn und richte ich mich nach meinem Ziel aus?
Verschwende ich meine Zeit und Kraft in Dinge, die diesem Sinn und Ziel entgegenstehen?
Was hält mich ganz konkret davon ab, meinem Lebensinn und Lebensziel zu verfolgen?
Was kann ich ändern/ stärken, um Sinn- und Zielorientierter zu leben?
Welche Schritte nehme ich mir konkret vor ( auch in der nächsten Zeit)?
Welche Forschritte will ich machen?

Alle diese Fragen münden in die eine:

Will ich wirklich Gott, mit diesem einen Leben, das er mir geschenkt hat, ganz die Ehre geben, die ihm gebührt?

O Jesus, du mein Leben;
Ich komme, bring und schenke dir,
Was du mir hast gegeben.
Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn,
Herz, Seel und Mut, nimm alles hin
Und laß dir's wohlgefallen.

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