Prozessakte Evolution

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User1211
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Prozessakte Evolution

Beitragvon User1211 » 04.01.2007 17:25

Hallo allerseits,

in letzter Zeit ist wieder häufiger und auch extremer ein Widerstand gegen den s.g. Kreationismus aufgeflammt. Da werden Lehrer zur Rechenschaft gezogen, weil sie neben der Evolution auf den Schöpfungsbericht der Bibel verweisen. Die bisher als Evolutionstheorie bekannte Lehre wird inzwischen als wissenschaftlich bewiesen dargestellt und die Kreationisten in die Ecke der ewig gestrigen und Fundamentalisten gestellt.

In dieser Situation bringt CV-Dillenburg ein neues Buch mit oben genanntem Titel auf den Markt.

Dieter Aebi, der Autor, geht dabei das Thema einmal aus einem völlig anderen Blickwinkel an. Als selbständiger Rechtsanwalt unterzieht er die Behauptungen und Beweise von Evolutionisten und Kreationisten einer juristischen Prüfung. Im Endefekt entwickelt er in diesem Buch einen Prozess, in dem der Leser der Richter ist.

Nach einer kurzen Einführung in die juristische Prozessführung beginnen die beiden Prozessparteien mit dem Vorbringen ihrer Behauptungen. Diese werden sofort auf ihre Substanz hin untersucht, um festzustellen, ob sie zum Beweisverfahren zugelassen werden können.

Obwohl Aebi noch im Vorwort zugibt, dass er nicht unvoreingenommen an diesen Prozess gehen kann, da er persönlich an den Schöpfungsbericht aus Genesis 1 und 2 glaubt, gelingt ihm sein gemachtes Versprechen dennoch erstaunlich gut. Er behauptet nämlich ebenfalls im Vorwort, dass er auf Grund seiner Rechtsanwaltstätigkeit über die Fähigkeit verfügt seine subjektive Ansicht zur Seite zu stellen und Dinge objektiv zu betrachten.

Anschließend an das Vorbringen der Behauptungen haben die beiden Prozessparteien die Möglichkeit die zum Beweisverfahren zugelassenen Behauptungen mit Beweisen zu untermauern. Diese werden ebenfalls genaustens untersucht und ermöglichen so dem Leser ein Urteil zu sprechen.

Beim Lesen erstaunte es mich zunächst, dass der Prozess bereits nach der ersten Hälfte des Buches zu Ende war. Im daran anschließenden zweiten Teil des Buches geht Aebi ausführlich auf das Buch "Das ist Evolution" ein. In dieser Buchbesprechung geht er auf die Behauptungen eines der angesehensten Evolutionisten ein und untersucht den Text eingehend. Leider verfällt er dabei häufig ins ironische, was jedoch der Grundaussage seiner Anmerkungen keinen Abruch tut. Ich hätte mir an dieser Stelle jedoch weniger Ironie gewünscht, da diese meiner Ansicht nach in einem Sachbuch fehl am Platze ist.

Des Weiteren geht er auf zwei Texte aus der NZZ ein. Der erste beschäftigt sich mit den s.g. Ursternen und der zweite mit dem Homo erectus (der lt. Evolutionstheorie unser Vorfahre ist). Diese Texte werden ebenfalls ausführlich analysiert, wobei erstaunt, dass beide Autoren einen Komplettabdruck verweigert haben.

Im sechsgliedrigen Anhang finden wir vier Grafiken (u.a. zur Mikro- und Makroevolution) sowie zwei weitere Texte. Beim ersten geht der Autor auf die s.g. "theistische Evolution" ein. Beim zweiten Text spürt der der Frage "Gott und das Böse" nach.

Alles in allem finde ich das Buch sehr lesenswert. Auf Grund des neuen Blickwinkels erhält man eine neue Sicht auf Evolution und Schöpfungsbericht. Des Weiteren wird der Leser im genauen Lesen wissenschaftlicher (und somit auch anderer) Texte geschult. Ich bin sehr dankbar, dieses Buch in Händen halten zu können, gibt es doch Argumente und Fragen an die Hand, wenn man mit Evolutionisten, aber auch durch diese Lehre ins Schwanken geratenen Geschwistern ins Gespräch kommt.

Das Buch ist gebunden, hat 271 Seiten und kostet € 12,90 (was eine vernünftiger Preis ist).

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Lieben Gruß
Thorsten

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