Manna für den Morgen/Impulse für den Tag

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Manna für den Morgen/Impulse für den Tag

Beitragvon Joschie » 02.10.2008 10:40

1.Kor.1,2

C.H.Spurgeon ,,Den Geheiligten in Christo Jesu." 1 Kor. 1, 2. ,,Geheiligt in Gott, dem Vater." Judas 1. ,,Durch die Heiligung des Geistes." 1 Petri 1, 2.

Achtet auf die völlige Einigkeit der drei göttlichen Personen in allen ihren Gnadentaten. Wie gar unverständig und unweise handeln doch diejenigen unter den Gläubigen, welche unter den Personen der Heiligen Dreieinigkeit einen Unterschied machen; die da meinen, der Herr Jesus sei die Verwirklichung alles dessen, was lieblich und huldvoll ist, während der Vater ihnen als der streng Gerechte erscheint, dem aber alle Güte und Freundlichkeit fehle. Ebenso törlich handeln jene, welche den Ratschluß des Vaters zur Rettung der Menschheit und das Versöhnopfer Christi erheben, und darob das Werk des Heiligen Geistes unterschätzen. In den Reichsgottes-Taten der Gnade handelt keine der drei Personen ohne die Mitwirkung der andern. Sie sind in ihrem Wirken ebenso einstimmig und eins, wie in ihrem Wesen. In ihrer Liebe gegen die Auserwählten sind sie eins, und in all den Handlungen, die dieser großen Gnadenquelle entströmen, stehen sie ganz ebenso ungeteilt da. Beachtet dies ganz besonders in Beziehung auf die Heiligung. Während wir wahrheitsgemäß von der Heiligung als von einem Werk des Heiligen Geistes sprechen, müssen wir uns doch hüten, daß wir die Sache nicht so betrachten, als hätten der Vater und der Sohn keinen Teil daran. Es ist ganz richtig, daß man die Heiligung als ein Werk des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes anzusehen hat. Gott der Herr spricht: ,,Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei," und so sind wir ,,sein Werk, geschaffen in Christo Jesu zu guten Werken, zu welchen Gott uns zuvor bereitet hat, daß wir darinnen wandeln sollen." Siehe den hohen Wert, den Gott auf rechtschaffene Heiligung legt, dieweil die drei Personen der Dreieinigkeit dargestellt werden als gemeinschaftlich zusammenwirkend zur Darstellung einer Gemeinde, die da sei ,,ohne Flecken oder Runzeln oder des etwas." Und so mußt auch du, gläubiger Christ, einen hohen Wert auf die Heiligung legen, auf die Reinheit des Lebens und auf einen gottseligen Wandel. Achte das Blut Christi hoch als den Grundstein deiner Hoffnung, aber sprich nie geringschätzig von dem Werk des Heiligen Geistes, welches dich tüchtig macht zum Erbteil der Heiligen im Licht. Heute wollen wir so leben, daß unser Wandel das Werk des dreieinigen Gottes in uns bezeuge.
Zuletzt geändert von Joschie am 02.10.2008 15:51, insgesamt 2-mal geändert.
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

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1.Kor.1.9

Beitragvon Joschie » 02.10.2008 11:37

1.Kor 1.9

S.Keller 1. Kor. 1, 9: «Denn Gott ist treu, durch welchen ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesu Christi, unseres Herrn.»

Wie oft hieß es in meinem und deinem Leben: du warst nicht treu. Wieviel Unterlassung und Versäumnis! Wie wenig entsprach unser Werden und Wachsen der auf uns gewandten Mühe und der gewinnenden Barmherzigkeit Gottes. Denken wir nur den heute durchlebten Tag daraufhin noch einmal durch. Hätten wir da nicht anders reden oder dort nicht liebreicher oder tapferer oder demütiger sein sollen? Je heißer wir uns sehnen, von der eigenen Unvollkommenheit und Untreue loszukommen, desto stärkeren Widerhall müßte es in unserer Seele wachrufen: Dein Gott ist treu! Dieser Ton ist nicht hart, nein, seine Treue wird hier gedacht im Zuge der Barmherzigkeit, daß er uns beruft zur Gemeinschaft Jesu Christi! Wie viel Vergebung, wie viel Freundlichkeit, wie viel Trost und Kraft liegt in dieser Gemeinschaft, und wie mutet uns die Vorstellung an, daß Gott gerade in solchem Liebeswerk nicht ablassen will noch kann, weil er treu ist. Wer das wirklich glaubt, der spürt doch, wie die erregten Wellen der Vorwürfe, Anklagen Stimmungen und Verstimmungen sich legen müssen; denn die Wirkung solcher Gottestreue auf uns heißt Friede.

Herr, unser Gott! Wir bedürfen als letzten Ton, als Schlußakkord, am Ende jedes Tages deines Friedens. Bestätige uns den Bund der Vergebung. Laß die Gemeinschaft mit Jesus lebendig hervortreten und gib uns deinen Frieden. Amen.
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1.Kor.1,17

Beitragvon Joschie » 03.10.2008 07:49

1.Kor.1,17

W.Nee Nicht in Weisheit der Rede, damit das Kreuz Christi nicht entwertet werde. 1. Korinther 1,17

Als ich noch jünger war, bestrebte ich mich, wenn ich die göttliche Wahrheit darlegte, dies in der denkbar vollkommensten Weise zu tun und nichts stehen zu lassen, was von den Hörern hätte irgendwie falsch verstanden werden können. Ich gab mir viel Mühe, bei meiner Verkündigung alle derartigen Gefahren auszuschalten, aber ich muß gestehen, geistlichen Wert hatte sie sehr wenig. Gott, das erkannte ich bald, benutzt für die Übermittlung seiner Botschaft das Schwache. Er verlangt von uns nicht narrensichere Erläuterungen, sondern er gebraucht, um in den Menschen Erkenntnisse und Einsichten aufleuchten zu lassen, kleine Bruchstücke, mal einen Satz, mal ein einzelnes Wort. Er erwartet weder vollkommenes Verständnis noch fehlerfreie Lehre; ja, unser Vollkommenheitsstreben in diesen Dingen kann sogar ein Hindernis für ihn sein, wenn es seinem Hauptziel im Wege steht, nämlich toten Seelen Leben zu bringen und hungrigen Herzen himmlisches Manna zu geben. »Die Worte, die ich zu euch geredet habe, sind Geist und sind Leben.«
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1.Kor.1.21

Beitragvon Joschie » 04.10.2008 08:05

1.Kor.1.21

W.MacDonald »Denn weilja in der Weisheit Gottes die Welt durch die Weisheit Gott nicht erkannte, so gefiel es Gott wohl, durch die Torheit der Predigt die Glaubenden zu erretten.« 1. Korinther 1,21

Einige in der Gemeinde von Korinth versuchten das Evangelium intellektuell attraktiv zu machen. Ihre Beschäftigung mit der Weisheit dieser Welt machte sie sensibel für diejenigen Aspekte der christlichen Botschaft, die für die Philosophen einen Anstoß bildeten.

Sie dachten nicht daran, den Glauben aufzugeben, nein, sie wollten ihn nur neu definieren, um den Gelehrten den Zugang dazu zu erleichtern.

Paulus aber ging hart gegen diesen Versuch vor, die Weisheit der Welt mit der Weisheit Gottes zu »verheiraten«. Er wußte nur zu gut, daß der Erwerb intellektuellen Ansehens in einem Verlust geistlicher Kraft resultieren würde.

Wir wollen ehrlich sein. Die christliche Botschaft besitzt nun einmal ein Element, das den Juden ein Ärgernis und den Griechen Torheit ist. Und nicht nur das - die meisten Christen sind nicht gerade das, was die Welt als weise, mächtig oder edel bezeichnen würde. Früher oder später sind wir mit der Tatsache konfrontiert, daß wir - statt zur Intelligenz zu zählen - töricht, schwach, unedel und verachtet sind, ja wir sind geradezu »Nobodies« , in den Augen der Welt.

Aber das Wunderbare ist nun, daß Gott diese scheinbar törichte Botschaft verwendet, um diejenigen zu erretten, die glauben. Und Gott gebraucht »Nichtse« , um seine Absichten zu verwirklichen. Indem er solche unmöglichen Werkzeuge nimmt, verurteilt Er allen Dünkel und alle Anmaßung dieser Welt, nimmt uns jede Möglichkeit der Selbstbeweihräucherung, und sorgt so dafür, daß für alles ausschließlich Ihm die Ehre zukommt.

Damit wollen wir nicht sagen, daß es kein Platz für Gelehrsamkeit gibt. lm Gegenteil. Aber wenn Gelehrsamkeit nicht mit tiefer Geistlichkeit verbunden ist, wird sie zu einer gefährlichen und tödlichen Sache. Wenn Gelehrsamkeit über das Wort Gottes zu Gericht sitzt und beispielsweise behauptet, einige Verfasser hätten verläßlichere Quellen benutzt als andere, dann stellt das ein Abirren von der Wahrheit Gottes dar. Und wenn wir solche Gelehrten hofieren, dann setzen wir uns allen ihren Irrlehren aus.

Paulus kam zu den Korinthern nicht nach Vortrefflichkeit der Rede oder Weisheit. Er hielt dafür, nichts unter ihnen zu wissen, als nur Jesus Christus, und ihn als gekreuzigt. Er wußte, daß wahre Kraft in der einfachen, geraden Vorstellung des Evangeliums liegt, und nicht in der Beschäftigung mit kniffligen Problemen oder nutzlosen Theorien, oder in der Verehrung von Intellektualismus.
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1.Kor.1.27

Beitragvon Joschie » 05.10.2008 07:44

1.Kor.1.27


W.MacDonald »Und das Schwache der Welt hat Gott auserwählt, auf daß er das Starke zu Schanden mache.« 1. Korinther 1,27

Wenn ein Zimmermann Müll und Abfallholz nimmt und daraus ein herrliches Möbelstück machen kann, so bringt ihm das mehr Ehre ein, als wenn er nur die besten Materialien verwendet. Wenn Gott in ähnlicher Weise das Törichte, Unedle und Schwache verwendet, um daraus ein herrliches Meisterwerk zu formen, so trägt das noch mehr zum Ruhm Seiner Kunstfertigkeit und Macht bei. Die Menschen können den Erfolg nicht dem Rohmaterial zuschreiben; sie müssen gezwungenermaßen anerkennen, daß es nur der Herr sein kann, dem dafür die Ehre gebührt.

Das Buch der Richter illustriert wiederholt, wie Gott das Schwache der Welt gebraucht, um das Starke zuschanden zu machen. Ehud war beispielsweise ein linkshändiger Benjaminit. Die linke Hand spricht in der Schrift von Schwachheit. Und doch tötete Ehud Eglon, den König von Moab, und erkämpfte für Israel eine achtzigjährige Ruheperiode (Richter 3,12-30).

Schamgar zog mit einem Rinderstachel in die Schlacht, und doch erschlug er mit dieser seltsamen Waffe 600 Philister und errettete Israel (3,31). Debora gehörte zum sogenannten »schwächeren Geschlecht«, und doch errang sie durch Gottes Kraft einen gewaltigen Sieg über die Kanaaniter (4,1; 5,31). Baraks 10 000 Fußsoldaten waren, menschlich gesprochen, eine armselige Streitmacht gegenüber Siseras 900 eisernen Streitwagen, und doch überrannte Barak die feindliche Armee (4,10. 13). Jael, eine andere Angehörige des »schwachen Geschlechts«, tötete Sisera mit einer so unmöglichen Waffe wie einem Zeltpflock. Nach der Septuaginta* hielt sie den Zeltpflock sogar in der linken Hand (5,21). Gideon marschierte gegen die Midianiter mit einem Heer, das der Herr von 32 000 auf 300 reduziert hatte (7,1-7). Seine Armee wird im Traum eines Midianiters als ein Laib Gerstenbrot dargestellt. Da Gerste die Nahrung der Armen war, ist das ein Bild der Armut und Schwachheit (7,13). Die unkonventionellen Waffen der Streitmacht Gideons waren irdene Krüge, Fackeln und Posaunen (7,10). Und als ob das noch nicht genug gewesen wäre, um - menschlich gesprochen - die Niederlage sicherzustellen, mußten die Krüge auch noch zerbrochen werden (7,19). Abimelech fiel durch die Hand einer Frau, die ein Stück eines Mühlsteins auf ihn fallen ließ (9,53). Der Name Tola bedeutet Wurm, ein nicht gerade ruhmvoller Titel für einen militärischen Befreier (10,1). Als wir Simsons Mutter zum erstenmal begegnen, ist sie eine namenlose, unfruchtbare Frau (13,2). Schließlich tötete Simson 1000 Philister mit keiner tödlicheren Waffe als einem Eselskinnbacken (15,15).

* Anmerkung: Septuaginta: griech. Übersetzung des Alten Testaments vor Chr.
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1.Kor.1.28

Beitragvon Joschie » 06.10.2008 07:27

1.Kor.1.28

C.H.Spurgeon ,,Das Unedle vor der Welt hat Gott erwählt." 1 Kor. 1, 28.

Wandelt bei Mondlicht durch die Straßen einer großen Stadt, wenn ihr's euch getraut, so könnt ihr Sünder sehen. Wachet, wenn die Nacht finster ist, und der Wind heult, und die Grille zirpt, und der Wurm nagt in der Tür, so werdet ihr Sünder sehen. Gehet in jenes Gefängnis und besucht seine Zellen und Arbeitssäle, und achtet auf die Menschen mit finstern, überhängenden Augenbrauen, Menschen, denen ihr nicht gern nachts oder an einsamen Orten begegnen möchtet; - dann habt ihr Sünder vor euch. Gehet hin in die Besserungs- und Zwangsarbeitsanstalten, und betrachtet die jugendlichen verderbten Verbrecher, in deren Gemüt das wuchernde Böse einen fruchtbaren Boden gefunden hat, so seht ihr Sünder. Fahret hin übers Meer zu den Inseln, wo ein Mensch einen Knochen abnagt, der noch nach Menschenfleisch riecht, so habt ihr einen Sünder vor euch. Gehet hin, wo ihr nur wollt, so braucht ihr nicht lange zu suchen, um Sünder zu finden, denn sie sind eine gemeine Rasse; ihr könnt sie an jeder Ecke und auf allen Straßen aller Städte treffen, in Flecken, Dörfern und Weilern. Und für solche Leute ist der Herr Jesus gestorben. Wenn ihr mir den allerruchlosesten aller Menschen auf dem Erdboden auslest, wenn er nur von einem Weibe geboren ist, so will ich die Hoffnung über ihn nicht aufgeben, weil Christus Jesus gekommen ist, Sünder zu suchen und selig zu machen. Die erwählende Liebe hat sich etliche der Allerverdorbensten auserlesen, um sie zu den Allerbesten zu machen. Kiesel aus dem Bache verwandelt die Gnade in Edelsteine für ihre Königskrone. Wertlose Schlacken verändert sie ins reinste Gold. Die versöhnende Liebe hat sich manchen der allerverdorbensten Menschen zum Lohn für die Leiden des Heilandes ersehen. Die seligmachende Gnade beruft viele der Gottlosesten aus den Gottlosen, daß sie mit am Gnadentische sitzen sollen, und darum darf keiner verzweifeln. Lieber Leser, bei der Liebe, die aus Jesu tränenvollen Augen blickt, bei der Liebe, die aus seinen blutenden Wunden strömt, bei dieser treuen Liebe, bei dieser starken Liebe, bei dieser reinen, uneigennützigen, dauernden Liebe; bei dem Herzen und bei dem Mitleid des Heilandes beschwöre ich dich, wende dich nun nicht ab, wie wenn es dich nichts anginge; sondern glaube an Ihn, so wirst du selig. Vertraue deine Seele Ihm an, so wird Er dich zur Rechten seines Vaters bringen, zur ewigen seligen Herrlichkeit.
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1.Kor.1.30

Beitragvon Joschie » 07.10.2008 07:57

1.Kor.1.30


C.O.Rosenius "Christus ist uns von Gott zur Weisheit, zur Gerechtigkeit, zur Heiligung und zur Erlösung gemacht". 1. Kor. 1, 30.

Unter den vielen Vorschriften über das Essen des Passahlammes in der Zeit des Alten Bundes war auch diese, daß es ganz aufgegessen werden sollte und nichts davon bis zum nächsten Morgen übriggelassen werden durfte. Wenn etwas übrigblieb, sollte dies verbrannt werden. Bedenke eine solche Verordnung! Das Lamm sollte ganz gegessen werden. Verstehst du, was dir der Herr damit sagen will? Du darfst nicht nur das von Christus nehmen, was dir gefällt, du sollst Ihn ganz und gar annehmen, so wie Er uns von Gott gemacht ist zur Weisheit und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung. Hier gilt es nicht, in bezug auf den Weg der Seligkeit selbst auszuwählen, zu denken und zu beschließen, sondern es ist von Gott schon vorgeschrieben. Du hast nur zu hören und zu gehorchen. Wer nicht Ostern halten will, darf frei sein; wer es aber will, der soll es so tun, wie es vorgeschrieben ist. Das Lamm darf nicht zerstückt werden, es soll ganz gegessen werden.

Einige zerstücken das Lamm so, daß sie Christus nur zur Weisheit, zum Propheten nehmen. Sie genießen nur Seine gewaltigen Lehren. Sie selbst brauchen Ihn nicht zu einem eigentlichen Nutzen; sie sind weder in Sündennot, so daß sie nötig hätten, Seine Versöhnung zur Gerechtigkeit anzunehmen, noch haben sie Ihn etwa nötig zum Hohenpriester; auch darf Er nicht ihr König werden und über sie herrschen oder ihnen zur Heiligung und zur Erlösung werden. Das sind diejenigen, die über das Christentum philosophieren und alles in klaren, wohlgeordneten Begriffen und Einsichten im Kopf haben, nie aber anfangen, dieselben auf sich selbst, auf ihr eigenes Herz und Leben anzuwenden. Ach, wehe! Wie erschrecklich spotten sie dem Heiligen. Gerade zu solchen nur studierenden Verstandeschristen wird der Herr einst sagen: ,,Wäret ihr blind, so hättet ihr keine Sünde; nun ihr aber sprecht: Wir sind sehend, bleibt eure Sünde."

Andere nehmen Christus nur zum Vorbild der Heiligung und meinen, daß Er dadurch unsere Gerechtigkeit werden solle. Sie wollen Christus nur zum König haben und machen von Seiner Nachfolge, von dem, was sie selbst tun und sein sollen, - von der Demut, dem Gebet, der Entsagung u. dergl., - viel Aufhebens. Sie erwecken dadurch den Anschein, als wären sie die ernstesten Christen. Unter allem aber verbirgt sich eine tiefe, unendliche Einbildung von dem Wert ihrer ernsten Gottesfurcht, so daß sie darum auch nie recht elende und verlorene Sünder werden, die allein in dem Versöhnungsblut Christi ihr Leben und ihren Trost erhalten. Wenn sie auch dem Verstand nach die Lehre des Glaubens bekennen, so ist ihr Herz doch vertieft in dem, was sie selbst tun sollen, weshalb dies auch ,,ihr Lied im Mund", ihr erstes und letztes ist, - nicht das Lied, das von den Seligen auf dem Berg Zion gesungen wird: ,,Das Lamm, das erwürgt ist und das uns Gott erkauft hat mit Seinem Blut", sondern das Lamm, das unser Beispiel ist und das uns geheiligt hat mit Seinem Geist usw. Hier zeigt sich, daß des Herzens eigentlicher Schatz und Trost in dem besteht, was bei ihnen gewirkt worden ist, und nicht in dem, was das Lamm mit Seinem Blutuns erworben hat. Und was soll man davon sagen? Das muß man sagen: Dieser euer Ernst und diese eure Gottesfurcht sind zwar gute und rühmenswerte Dinge, schade nur, daß sie nicht ein wenig tiefer gehen, nämlich dahin, daß ihr mit allem zuschanden werdet und als ganz entblößte, verlorene Sünder lernt, wie jämmerlich alles dieses vor den Augen Gottes ist, vor denen nur eines gilt, - ,,das Lamm, das erwürgt ist und das uns Gott erkauft hat mit seinem Blut".

Drittens gibt es einige, die Christus wohl zur Versöhnung, aber nicht zur Heiligung haben wollen, nämlich jene fleischlichen Mitwanderer in der kleinen Schar der Christen, denen es gut gefällt, die Botschaft zu hören, daß keine Sünden uns verdammen und keine guten Werke uns selig machen, die aber nichts von der Tötung des Fleisches und der Nachfolge Christi hören wollen, sondern murren und klagen, daß man durch diese Lehre ihr Gewissen mit Gesetzen beschwert usw. ,,Sie nehmen", wie Luther sagt, ,,allein den Schaum vom Evangelium" und können viel von der Gnade und dem Glauben reden. Wenn sie aber im Alltagsleben sind, wohnt nicht der Geist der Furcht des Herrn in ihnen, sondern dann leben sie ganz frei in ihren Sünden und Ungerechtigkeiten. Sie sind Reben an Christus, die keine Frucht bringen und nicht gereinigt, gebeugt und beschnitten werden, sondern frei wachsen dürfen in der Form, die sie am liebsten annehmen wollen. Christus ist ihnen keine Richtschnur. Was soll man zu ihnen sagen? Ja: ,,Euer Eifer um das Evangelium und um die Freiheit des Gewissens ist vortrefflich; aber - warum liebt ihr die Züchtigung nicht? Kommt nicht auch das Wort der Ermahnung von Christus und den Aposteln? ,,Alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Strafe, zur Besserung, zur Züchtigung in der Gerechtigkeit; daß ein Mensch Gottes sei vollkommen, zu allem guten Werk geschickt."

Hört! Das Lamm darf nicht zerstückt werden, es soll ganz gegessen werden. Alle jene fehlen darin, die mehr denken als hören, und die nicht aufs Wort achtgeben wollen. Beachte darum: Das Lamm soll ganz gegessen werden!

O, daß der Herr uns lehre die zwei Sachen, Die nötig sind zu wahrer Reinigung: Nur Christus für uns, uns gerecht zu machen, Nur Christus in uns, uns're Heiligung.
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1.Kor.1.31

Beitragvon Joschie » 08.10.2008 09:35

1.Kor.1.31


W.Nee Es steht geschrieben: »Wer sich rühmt, der rühme sich des Herrn.« 1. Korinther 1,31

Paulus sagt irgendwo, er sei »unter dem Gesetz Christi«. Für dich und mich heißt das nicht, das »Gesetz« zu befolgen suchen, denn wir alle wissen nur allzu gut, wie so etwas endet. Es bedeutet vielmehr: Wir erfahren seine in uns wirkende Kraft, die uns befähigt, es zu befolgen. Solche Abhängigkeit von ihm kann nur tiefe Demut hervorrufen. Jegliche Gnade, die Gott in mir wirkt, macht mich ja demütig. Stolz auf einen Erfolg kann ich nur sein, wenn ich einigermaßen sicher sein kann, daß er die Folge meiner eigenen Bemühungen ist, denn auf etwas, was nicht von mir selber vollbracht worden ist, kann ich kaum stolz sein! Wer das Werk vollbringt, der erntet den Ruhm. Aller Ruhm gebührt Gott, daher besteht er darauf, auch alle Arbeit zu tun. Mein Teil ist es, mich über das, was er in mir tut, zu freuen und ihm den Lobpreis zu geben
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1.Kor.2.2

Beitragvon Joschie » 09.10.2008 08:05

1.Kor.2.2


C.O.Rosenius Ich hielt mich nicht dafür, daß ich etwas wüßte unter euch, als nur Jesus Christus, den Gekreuzigten. 1. Kor. 2, 2.

Du fragst: Hat die Heilige Schrift ein auszeichnendes Merkmal für das Reich Christi hervorgehoben, wodurch ,,die rechte Gnade Gottes", die einzig rechte Geistlichkeit sich von allen falschen Wegen unterscheidet?" Ja, wäre es möglich, daß Gott, der alle kommenden unterschiedlichen Meinungen über die rechte Auffassung des Christentums, seine Merkmale und sein Geheimnis sah, nicht ein solches Kennzeichen gegeben haben sollte? Gott sei Dank, es gibt ein solches, deutlich und handgreiflich hervorgehoben. Diejenigen, die schon zur Wahrheit gekommen sind und geöffnete Augen haben, finden es überall in der Schrift. Sie sehen nämlich, daß alles von einer einzigen Sache abhängt. Es ist der auszeichnende Zug, das Geheimnis und die Hauptsache alles wahren Christentums, daß Christus allein für das Herz alles in allem geworden ist und daß man in Wahrheit mit dem Apostel Paulus sprechen kann: ,,Alles, was mir Gewinn war, das habe ich um Christi willen für Schaden und für Dreck geachtet gegen die überschwengliche Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn. - Ich starb, aber Christus lebt in mir; denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich in dem Glauben des Sohnes Gottes usw. Ich hielt mich nicht dafür, daß ich etwas wüßte unter euch, als nur Jesus Christus, den Gekreuzigten". Sie betrachten es als unumstößlich entschieden: ,,Wer den Sohn Gottes hat, der hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht." Das finden die Gläubigen überall in der Schrift. Was hier gesagt werden soll, ist darum für sie nichts Neues.

Es wird aber doch manches Herz erfreuen, nicht nur zu schauen, was das Geheimnis und der auszeichnende Zug des Christentums ist, sondern auch, daß der Geist des Herrn davon als von einem Schibboleth gesprochen, es als ein solches hervorgehoben hat, all denen zur ernstlichen Selbstprüfung und Berichtigung, die es sonst nicht sehen wollen. Wir lesen Offb. 14. von dem neuen Lied, das von der versiegelten Schar auf dem Berge Zion vor dem Lamme, das in der Mitte stand, gesungen wurde, und wir lesen ausdrücklich die Worte: ,,Niemand konnte das Lied lernen, nur die hundertundvierundvierzigtausend, die erkauft sind von der Erde." Hier sieht ein jeder, daß der Geist des Herrn gerade dieses Lied zum Kennzeichen des Volkes Zion setzen wollte.

Worin aber bestand denn dieses Lied, und was war das, was niemand lernen konnte, außer den Versiegelten? Johannes sagt: ,,Sie sangen vor dem Lamm: Du bist erwürgt und hast uns Gott erkauft mit Deinem Blut." Sie sangen von dem Verdienst des Lammes und unserer Erlösung in Seinem Blut! Dürfte nun jemand sagen, er könnte nicht davon singen? Und wer wüßte nicht, daß dieses das Größte und Preiswürdigste im Himmel und auf Erden ist? Aber bedenke, was die Heilige Schrift meint, wenn sie sagt, daß sie nur dieses sangen, sowie, daß niemand das Lied lernen konnte, außer den Versiegelten. Es handelt sich nicht darum, dies zu wissen, zu erkennen, zu bekennen und mit dem Mund zu singen. Die Schrift lehrt nicht Heuchelei. Wer sich darum nicht vorsätzlich selbst betrügen will, muß auf die Meinung der Schrift achten.

Laßt uns bedenken, was das enthält, daß sie in diesem auszeichnenden Liede nur von dem Verdienste des Lammes und nicht von allerlei Wohltaten Gottes sangen. Gewiß ist, daß die versiegelte Schar auf dem Berge Zion vor anderem alle gewaltigen Werke Gottes, sowohl die der Schöpfung als auch die der Vorsehung, kennen und erkennen wird, vor allem auch die teuren Gaben des Geistes und Sein preiswürdiges Werk im Herzen der Menschen. Was kann es bedeuten, daß sie in diesem Schibboleth zur Ehre des Lammes und Seines Versöhnungswerkes singen: ,,Du bist erwürgt und hast uns Gott erkauft mit Deinem Blut?" Ja, was bedeutet es anderes als nur dasselbe, was Paulus meinte, als er sagte, nichts anderes wissen zu wollen als Jesus Christus, den Gekreuzigten. Dieses allein ist des Herzens Trost, Freude, Schatz und Ruhm, und das Versöhnungsopfer des Lammes ist der einzige Gegenstand des Glaubens, des Herzens, seines Hungers und Durstes, seiner Hoffnung und Befriedigung. Dieses ist gerade das, was die Schrift als das Bemerkenswerte des wahren Glaubens und der rechten Geistlichkeit hervorhebt. Wir sollen nämlich nicht in irgend etwas, was bei uns gefunden wird, unseren Trost haben, nicht einmal in dem Werk des Geistes, auch nicht in unserem Glauben, viel weniger in einigen Glaubensfrüchten, wie z. B. in der Liebe und der Gottesfurcht, sondern nur im Opfer des Leibes Christi, wie Jesus selbst sagt: ,,Mein Fleisch ist die rechte Speise, und Mein Blut ist der rechte Trank" - So ist es das Kennzeichen aller wahren Christen, daß das Lamm, das erwürgt ist, ihr einziger Trost ist, dem in ihren Herzen nichts zur Seite steht. All ihr eigenes Tun und alle Erfahrungen des Werkes des Geistes, wenn auch an und für sich noch so gut und herrlich, können sie doch nie befriedigen, sondern nur das Lamm, das erwürgt ist und uns Gott erkauft hat mit Seinem teuren Blut.

Sagt mir anders nichts als Jesum, Der mein Heiland worden ist, Und Sein Blut gab zur Erlösung, Welche nun mein Herz genießt.

Nichts als Jesu Christi Gnade, Nichts als Sein Verdienst allein, Läßt mich arme sünd'ge Made Gut, gerecht und selig sein.
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1.Kor.2.3

Beitragvon Joschie » 10.10.2008 08:02

1.Kor.2.3


W.Nee Ich war bei euch in Schwachheit und in Furcht und in vielem Zittern.., aber in Erweisung des Geistes und der Kraft. 1. Korinther 2,3

Die Schrift zeigt uns zwei Arten christlicher Erfahrungen, beide sind gleichermaßen gültig und notwendig. Einerseits finden wir starke, fast prahlerische Behauptungen wie diese: »Gott . . . führt uns in Christus allezeit im Triumphzug einher«, »das Leben ist für mich Christus« und »ich vermag alles durch den, der mich mächtig macht«.

Auf der anderen Seite müssen dieselben Männer ebenso aufrichtig bekennen: »Wir verzagten auch am Leben«, »Christus Jesus ist in die Welt gekommen, um Sünder zu retten, unter denen ich der erste bin«, und »auch wir sind schwach in ihm«. Dies letztere scheinen Christen von ganz anderer Art zu sein, unvollkommen, schwächlich und von erschreckendem Mangel an Zuversicht. Aber das wirkliche Leben eines Kindes Gottes besteht eben darin, daß diese beiden Erfahrungen nebeneinander existieren. Wir unsererseits möchten uns natürlich am liebsten ganz auf die erste konzentrieren und die andere ausschließen. Aber gerade darin, daß wir beides bei uns erleben, sowohl Stärke als Schwachheit, erleben wir Ihn, der der Gott Israels ist - und der Gott Jakobs!
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1.Kor.2.7

Beitragvon Joschie » 11.10.2008 04:48

1.Kor.2.7


C.Eichhorn Der Weg zur Herrlichkeit Wir reden von der verborgenen Weisheit Gottes, die er verordnet hat zu unserer Herrlichkeit. 1. Kor. 2, 7

Die verborgene Weisheit Gottes ist sein wundervoller Plan mit der Menschheit. Das Ziel, das er dabei im Auge hat, ist Herrlichkeit. Aber es ist eine Herrlichkeit, die sich der natürlichen Erkenntnis völlig entzieht, und für welche die Großen dieser Welt kein Verständnis haben. Sonst hätten sie Jesus, den Herrn der Herrlichkeit, nicht gekreuzigt.

Von der Herrlichkeit des Sohnes Gottes, die in seiner Niedrigkeit verborgen war, sahen sie nichts. Sie ahnten nicht, daß der Weg der tiefsten Erniedrigung und des Gehorsams bis zum Tode am Kreuz zum Ziel und Ende Herrlichkeit hat. In ihren Augen gibt es nur eine Herrlichkeit, die erstrebenswert ist, das ist Selbstherrlichkeit. Sie wollen glänzen mit ihrer Person, sie wollen ins Licht gestellt werden. Sie kennen nur eine Welt- und Machtherrlichkeit, in der sie sich bespiegeln. Zu dieser Herrlichkeit gelangt man durch rücksichtsloses, gewalttätiges Vorgehen. Auf diesem Weg kommt man in die Höhe und zur Geltung. - Das ist aber nur eine Scheinherrlichkeit, die vergeht. Einer stürzt den andern, und der Tod macht allem Glanz ein Ende. Die Herrlichkeit, die Gottes Weisheit für seine Kinder ausersehen hat, und für die er sie zubereitet, ist seine Herrlichkeit. Wenn Gott in dir zu seinem Recht und zur Geltung kommt, wenn er in dir Raum gewinnt und sein Wesen entfalten kann, das ist Herrlichkeit. Dies Ziel wird auf dem entgegengesetzten Weg erreicht: nicht dadurch, daß man sich emporringt und andere übertrumpft und unter sich kriegt. Wer die Herrlichkeit Gottes erlangen will, muß hinunter, immer tiefer hinunter. Der Niedrigkeitsweg des Herrn Jesu war den Großen seiner Zeit unverständlich und anstößig. Sie verachteten und verwarfen ihn darum. Aber einzig auf diesem Weg führt Gott zum herrlichen Ziel. Denn nur, wenn wir nichts sind, kann er alles sein. - Der Weg zur Herrlichkeit ist der Demuts-, Gehorsams- und Verleugnungsweg. Gott kann seinen Kindern die Zerbrechungewege nicht ersparen. Er muß sie entblößen von aller eigenen Herrlichkeit, von aller eigenen Kraft und Weisheit, von allen Ansprüchen und Größengedanken. Nur auf diesem Weg kann er sie schon hier im Verborgenen erfüllen mit seiner Gottesfülle und einst ihr ganzes Sein und Wesen von Herrlichkeit erstrahlen lassen. Glücklich der, welcher Einsicht gewinnt in diese verborgenen Wege Gottes! Er stößt sich und beschwert sich nicht über die Leidens- und Zerbrechungswege. Er weiß, es ist lauter Anbahnung und Mehrung von Herrlichkeit, wenn es recht tief hinab- und hineingeht in äußere und innere Leiden. Die Natur erschaudert vor diesen Wegen. Aber im Geist wollen wir Gott anbeten, wenn er uns auf alle Weise züchtigt und schlägt. Je mehr wir zunichte werden, desto mehr kann er sich beweisen. Und das ist Herrlichkeit.
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

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1.Kor.2.11.

Beitragvon Joschie » 12.10.2008 21:46

1.Kor.2.11.


S.Keller 1. Kor. 2, 11: «Niemand weiß, was im Menschen ist, ohne der Geist des Menschen.»

Unser Geist hat nicht nur die Kenntnis aller inneren Vorgänge in uns, als einer, der sie kontrolliert, sondern er ist sich auch seiner Verantwortlichkeit über dieselben Gott und Menschen gegenüber bewußt. Nur durch seine Schuld können seelische oder sinnliche Eindrücke sich zu solchen Gefahren auswachsen, daß Sünden daraus werden. Wenn er jede von außen anfliegende oder von innen (aus dem Unterbewußtsein) aufsteigende Regung sofort abweist, verliert sie ihre Entwicklungsmöglichkeit. Das kann man an mancher Lust, mancher Verliebtheit, manchem Zweifel, mancher Versuchung sehr deutlich beobachten. Daher muß unser Geist seine Oberleitung vom Geiste Gottes erhalten; anders kann der letztere über unsere Persönlichkeit keine Herrschaft ausüben. Die Vermittlung zwischen dem Heiligen Geist und unserer Persönlichkeit ist unser eigener Geist. Zu einem Geistesmenschen wird man nur dadurch, daß Gottes Geist immer mehr Besitz ergreifen kann von unserem Geist, daß unser Geist dem Geiste Gottes gehorsam ist. Heiligung heißt dann vor allen Dingen, daß man Raum im eigenen Geist schaffe für Gottes Geist.

Lieber Heiland, erbarme dich unser! Hier liegt viel Unterlassung und Versäumnis von unserer Seite vor, Unlust, uns deinem Geist zu überlassen. Vergib solche Schuld und überströme uns mit deiner Liebe, daß wir immer mehr Verlangen bekommen, uns für dich offen zu halten. Amen.
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1.Kor.2.12.

Beitragvon Joschie » 13.10.2008 07:19

1.Kor.2.12.


C.H.Spurgeon ,,Wir haben aber empfangen den Geist aus Gott, daß wir wissen können, was uns von Gott gegeben ist."
1 Kor. 2, 12.



Lieber Freund, hast du empfangen den Geist aus Gott, der durch den Heiligen Geist in deiner Seele geboren ist? Wie notwendig das Wirken des Heiligen Geistes in der Seele ist, ergibt sich ganz deutlich aus der Tatsache, daß alles, was Gott der Vater an uns getan hat, und alles, was Gott der Sohn für uns vollbracht hat, unwirksam an uns vorüber geht, wenn nicht der Heilige Geist es unserm Herzen offenbart und nahe bringt. Welche Wirkung übt die Lehre von der Gnadenwahl auf den Menschen aus, wenn nicht der Geist Gottes bei ihm einkehrt? Die Erwählung bleibt ein toter Buchstabe in meinem Gewissen, solange nicht der Geist Gottes mich beruft aus der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht. Dann aber erkenne ich durch meine Berufung auch meine Erwählung, und so erkenne ich, daß ich von Gott berufen bin, so weiß ich auch gewiß, daß ich nach dem ewigen Vorsatz Gottes auserwählt bin. Gott der Vater hat mit dem Herrn Jesus einen Bund und Testament gemacht; aber was nützt uns dieser Bund, ehe uns der Heilige Geist seiner Segnungen teilhaftig werden läßt und unsre Herzen auftut, daß wir sie empfangen können? Dort hängt der Inhalt aller dieser Segnungen am Fluchholze: Jesus Christus; aber da wir so klein sind, so können wir nicht bis zu diesem kostbaren Gut hinaufreichen; der Geist Gottes aber reicht es uns herab und übergibt es uns, und so wird es wirklich unser Eigentum. Bundesgüter sind an und für sich, wie das Manna in den Wolken, sterblichen Händen unerreichbar, aber der Geist Gottes öffnet die Fenster des Himmels und streut das lebendige Brot herab auf das Lager des geistlichen Israels. Christi vollendetes Werk ist Wein in Fässern, unser Unglaube hindert uns, den Wein herauszulassen und zu trinken, da taucht der Heilige Geist unser Gefäß in diesen köstlichen Wein, und alsdann trinken wir; aber ohne den Geist des Herrn sind wir ebenso tot in Übertretung und Sünden, als ob der Vater uns nie erwählt, als ob der Sohn uns nie erkauft hätte mit seinem Blut. Der Heilige Geist ist unumgänglich notwendig zu unserm Wohlergehen. So wollen wir denn wandeln in der Liebe zu Ihm und Ihn nie betrüben.
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

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1.Kor.2.14.

Beitragvon Joschie » 14.10.2008 07:55

1.Kor.2.14.


W.MacDonald »Der natürliche Mensch aber nimmt nicht an (faßt nicht), was des Geistes Gottes ist, denn es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen, weil es geistlich beurteilt wird.« 1. Korinther 2,14


Der natürliche Mensch ist der, der nicht wiedergeboren ist. Er hat den Geist Gottes nicht. Er will geistliche Wahrheiten nicht annehmen, weil sie ihm unsinnig vorkommen. Aber das ist nicht alles. Er k a n n geistliche Wahrheiten auch nicht verstehen, weil sie nur durch die Erleuchtung des Heiligen Geistes verstanden werden können.

Wir müssen mit Nachdruck darauf hinweisen. Es ist nicht so, daß der unbekehrte Mensch die Dinge Gottes einfach nicht verstehen will. Er k a n n sie nicht verstehen. Er hat dafür eine angeborene Unfähigkeit. Das hilft mir, die Aussagen der Wissenschaftler, Philosophen und anderer Akademiker in dieser Welt richtig einzuordnen. Solange sie über irdische Dinge sprechen, respektiere ich sie als Experten. Aber sobald sie in geistliche Bereiche eindringen wollen, spreche ich ihnen die Fähigkeit zu qualifizierten Aussagen ab.

Ich bin nicht über Gebühr überrascht, wenn ein Universitätsprofessor oder ein liberaler Kirchenführer Schlagzeilen macht, indem er die Aussagen der Bibel anzweifelt oder ableugnet. Ich habe gelernt, das zu erwarten und es als unqualifizierte Aussage nicht zu beachten. Mir ist klar, daß die Nichtwiedergeborenen über ihre Fähigkeiten hinausgehen, wenn sie über die Dinge des Geistes Gottes reden.

F.W. Boreham verglich die großen Männer der Wissenschaft und Philosophie mit Passagieren zweiter Klasse auf einem Ozeandampfer, die von dem Sonnendeck erster Klasse ausgeschlossen sind. »Wissenschaftler und Philosophen - als solche - sind sozusagen 'Passagiere zweiter Klasse', und sie müssen auf ihrem eigenen Deck bleiben. Sie sind keine Autoritäten bezüglich des christlichen Glaubens ... Wir haben einen Glauben, der durch die Verachtung der Passagiere zweiter Klasse nicht erschüttert werden kann, der aber auch durch ihre Bestätigung und Sympathie keine wirkliche Unterstützung erhält.« Natürlich gibt es auch manchmal einen Wissenschaftler oder Philosophen, der auch ein Heiliger ist. In solchen Fällen, so Boreham, »entdecke ich immer ein Ticket erster Klasse, das aus seiner Tasche herausschaut; und während ich in seiner erfrischenden Gesellschaft auf dem Sonnendeck spaziere, denke ich an ihn als Wissenschaftler genausoviel, wie ich an Bunyan als Kesselflicker denke. Wir sind Passagiere und Freunde - erster Klasse«. Robert G. Lee sagte: »Menschen können klug und gelehrt und wissenschaftlich sein und alles über Steine und Moleküle und Gase wissen, und doch sind sie oft gleichzeitig völlig inkompetent in der Beurteilung des Christentums oder der Bibel.«
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

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2.Kor.2.16

Beitragvon Joschie » 15.10.2008 08:24

2.Kor.2.16


C.Eichhorn Die Denkweise Jesu Wir haben Christi Sinn. 1. Kor. 2, 16


Wir, die Geistesmenschen, haben Christi Sinn oder Denkweise. Das heißt: wir denken so wie er. In seinen Gliedern denkt der Herr selbst, wie er auch in ihnen fühlt und begehrt. Wer erkennt den Sinn des Herrn? Niemand von Natur. Der Heilige Geist führt uns in die Gedanken des Herrn ein. Sie sind so ganz anders und entgegengesetzt den Gedanken des natürlichen Menschenherzens (Jes. 55, 8). Den Sinn Christi ersehen wir besonders aus den Seligpreisungen. Jesus preist die Armen selig. In der Welt preist man die Reichen glücklich. Beim Heiland sind die Leidtragenden selige Menschen; nach dem Welturteil die, die da lachen und im Vollen sitzen. Jesus preist die Sanftmütigen selig, die sich alles bieten und gefallen lassen. Nach dem Urteil der Welt sind die, welche sich vordrängen und mit roher Gewalt durchsetzen können, beneidenswerte Menschen. Der Heiland läßt sein Wehe über die Satten und über alle die ergehen, die auf ihr Geld und ihre Macht pochen. So wird alles auf den Kopf gestellt. Was in der Weit groß ist, gilt im Reich Gottes nichts. Der Größte im Reich Gottes ist der, welcher aller Diener ist. Im Reich Gottes gelten ganz andere Gesetze und Grundsätze. Das geistliche Urteil ist grundverschieden vom weltlichen. Die Gedanken des Menschen, der von Jesus fern ist, sind verkehrt, sie irren ab. Er rechnet nicht mit dem lebendigen Gott, sondern nur mit natürlichen Ursachen. Er kennt das Grundverderben des Menschenherzens nicht. Darum denkt und rechnet er falsch. Er bleibt bei der Außenseite stehen, blickt nicht auf den Grund. Seine Urteile sind schief. Weithin gilt z. B. der verkehrte Satz: Der Mensch ist nur schlecht infolge der schlechten Verhältnisse und Zustände. Schafft andere Verhältnisse, so kriegt ihr bessere Menschen! Wie klug kommen sich diese verkehrten Leute noch vor! Vor Gott sind diese Gedanken eitel, leer und nichtig. Die Gedanken Gottes sind den Weltklugen nichts als Torheit. In der Neugeburt findet eine Umkehrung der Gedanken und eine Umwertung der Begriffe statt. Was den unerleuchteten Menschen als Hemmnis erscheint, darin erkennt der Gottesmensch eine Förderung. Wer im Sinne Christi denkt, trifft das Rechte. Er hat den göttlichen Maßstab am Wort Gottes. Er kann darum auch allein den rechten Weg angeben, der aus allem Jammer führt: Umkehr zu Gott und seinem Sohn Jesus Christus, in dem allein unser Heil steht.

Herr, bei jedem Wort und Werke mahne mich dein Geist daran:

Hat auch Jesus so geredet? Hat auch Jesus so getan?
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55


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