Liebt Gott alle Menschen?

Nur für Gläubige, die die fünf Punkte des Arminianismus ablehnen

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Erdenpilger
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Liebt Gott alle Menschen?

Beitragvon Erdenpilger » 07.07.2012 16:25

Hallo zusammen!

Ich lese schon länger im Forum mit, schreibe aber hier meinen ersten Beitrag. Mir ist bewusst, dass das Thema sehr prekär ist, daher stelle ich es auch unter "reformatorisch" ein. Bitte glaubt mir, dass dieser Beitrag mein voller Ernst ist, und ich nicht beabsichtige eine Revolte anzuzetteln. :-)

Mein Hauptanliegen ist nicht zwangsläufig eine Beantwortung der Frage, ob Gott alle Menschen liebt (wobei sich das evtl. soweit entwickeln könnte), sondern zu erfahren, ob es Geschwister gibt, die diese Frage mit gutem Gewissen vor Gott verneinen können.

Ich bin durch Gebet und Bibelstudium zu der Ansicht gekommen, das diese Behauptung eine Lüge ist, da ich nirgendwo in der Bibel eine Stelle finde, die besagt, dass Gott alle Menschen liebt. Wohl aber gibt es viele Stellen, die vom Zorn Gottes über Sündern, von Hass zu Sündern, von Verwerfung, von Ekel und ähnlichem sprechen.
Meiner Ansicht nach sind Sprüche wie:
"Gott liebt dich und hat einen Plan für dein Leben"
"Gott kann nicht hassen, denn er ist Liebe"
"Gott gab seinen Sohn für alle, daher muss er auch alle lieben"
"..."
eine endzeitliche Verführung der Christenheit.

Ich werde bei Bedarf gerne alle Bibelstellen zitieren, die im Zusammenhang mit diesem Thema stehen.

Gibt es Geschwister, die genauso denken?

Mit freundlichem Gruß
Benjamin

lutz
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Beitragvon lutz » 07.07.2012 19:44

Hallo Benjamin,

erst einmal herzlich Willkommen hier …

Ich denke, dass es wohl weniger interessant ist, ob es Geschwister gibt die genau so denken wie du oder ….
Interessant wird sein, was Gottes Wort dazu zu sagen hat …

Weiter denke ich, dass du deine Bibelstellen hier listen solltest und zwar möglichst alle, die dir dazu einfallen oder einige, die für dich ganz klar in der Aussage sind.
Da ich irgendwie den Eindruck gewinne, dass du bereits zu einer Überzeugung gelangt bist: lege doch deine Schlussfolgerungen anhand der Schriftstellen dar, dann lass einfach Andere hinterfragen … Dann wird man sehen, ob deine Überzeugung „hieb- und stichfest“ ist.

Von dir hätte ich jetzt gern noch Folgendes gewusst (weil du geschrieben hattest, bereits Leser gewesen sein, vor deiner Anmeldung):

Kennst du folgende Auseinandersetzung (hat auch mit deinem Thema zu tun)?
Wenn ja, welche neuen (also neu im Sinne von: hier nicht diskutiert bzw. nicht ausreichend betrachtet) Gedanken hättest du?

viewtopic.php?t=1205&start=15&postdays= ... highlight=
(ref. gesinnt, Thema: Wie stimmt Gottes Zorn mit seiner Souveränität überein?)

Liebe Grüße Lutz

PS: Es gibt immer wieder Themen, die in unseren (menschlichen) Augen heikel erscheinen. Du musst dich nicht dafür entschuldigen Themen anzusprechen, die ein Gläubiger nun mal hat, wenn er die Bibel liest bzw. wenn er Anschauungen von Menschen überprüft ….

Erdenpilger
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Beitragvon Erdenpilger » 07.07.2012 21:01

Hallo Lutz,

du hast natürlich in soweit Recht, dass es wichtiger ist, was Gottes Wort sagt, als das, was Menschen denken. Aber wie du richtig erkannt hast, bin ich zu der Überzeugung gekommen dass Gott nicht alle Menschen liebt, sondern nur seine Auserwählten. Ob diese Überzeugung auch wahr ist, ist noch eine andere Sache. Aber da mir eben der Gedanke, "Gott hasst die Ungläubigen", schon irgendwie merkwürdig vorkam, wollte ich gerne wissen, ob es noch mehr Geschwister gibt, die an diesen Punkt gelangt sind.

Ich schreibe euch aber gerne auch meine Argumentation auf, bzw. meine Gedankengänge. Ich habe sie innerhalb des letzten halben Jahres als Dokument verfasst. Aus einer Gedankensammlung ist da ein größeres Ding draus geworden. Ich kopiere gleich mal einen Teil hier rein.

Erdenpilger
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Beitragvon Erdenpilger » 07.07.2012 21:33

Zu Anfang ist festzustellen: Gott ist nicht Hass! Eine derartige Behauptung ist biblisch unhaltbar, aber es ist wichtig, das im Vergleich zu seiner Liebe festzustellen. Allerdings stellen wir sehr wohl fest, dass ein Hass Gottes in der Heiligen Schrift existiert. Wie lässt sich das in Einklang mit seiner Liebe bringen?

Gott ist vom Bösen getrennt. Da er die Liebe selbst ist, kann keine Sünde in seiner Gegenwart existieren. Genausowenig kann Finsternis bei Ihm sein, der das Licht ist. Wenn Gott in seinem Wort also seinen Hass zu Menschen offenbart – wie wir gleich sehen werden – dann ist das keine Sünde. Dann widerspricht er sich nicht selbst und seiner Liebe. Sein Hass ist keine böse Leidenschaft, wie sie bei den Menschen vorkommt, sondern ein göttlicher Charakterzug, der durch die ganze Bibel hindurch gelehrt wird. Er ist gerecht. Er wirkt sich auf alles aus, was seiner Liebe entgegengesetzt ist und ihm folgt unabdingbar Gericht.

Da Gott nicht Hass ist, ist sein Hass nicht selbstexistent. Wenn Gott hasst, ist allein das Vorhandensein von Sünde der Grund dafür! Gott kann dem Sünder und der Sünde nur mit heiligem Zorn, mit Hass und Abscheu begegnen. Er ist das Objekt des Hasses, nicht die Sünde. Gott wird auch nicht die Sünde richten, sondern den Sünder. Der natürliche, sündige Mensch kann sich diesem Hass nicht entziehen, er ist unfähig dazu. Genauso wie Gottes Kinder sich seiner Liebe nicht entziehen können. Beides ist unabhängig vom Menschen, es ist ein souveränder Akt Gottes.

Widmen wir uns nun den Bibelstellen, die beweisen, dass Gott nicht alle Menschen liebt, sondern den gefallenen, sündigen und ungehorsamen Menschen hasst und verabscheut.

3. Mo. 20:23
"Und ihr sollt nicht wandeln in den Satzungen der Nationen, die ich vor euch vertreibe; denn alle jene Dinge* haben Sie getan, und sie sind mir zum Ekel geworden."
* Siehe Kontext:
Götzendiener, Wahrsager, Fluchende, Ehebrecher, Unzüchtige, Inzest begehende, Schwule, Sex mit Tieren, Sex während der Periode, von Geistern Besessene
3. Mo. 26:30
"Und ich werde eure Höhen* vertilgen und eure Sonnensäulen ausrotten, und werde eure Leichnahme auf die Leichnahme eurer Götzen werfen, und meine Seele wird euch** verabscheuen."
* Höhenaltäre, -tempel oder -haine
** Alle, die ungehorsam waren
5. Mo. 32:19
"Und Jehovah sah es und verwarf sie, vor Unwillen über seine Söhne und seine Töchter."

Ps. 5:5
"Nicht werden die Toren* bestehen vor deinen Augen; du hassest alle, die Frevel tun**."
* anmaßende Narren, Prahler, Übermütige
** od. "alle Ausüber des Bösen"
nach ELB1871 "du hassest alle, die Uebels tun"
Ps. 5:6
"Du wirst vertilgen die Lügenredner; den Mann des Blutes und des Truges verabscheut Jehovah."

Ps. 11:5
"Jehovah prüft den Gerechten; und den Gesetzlosen und den, der Gewalttat liebt, hasst seine Seele."

Ps. 53:5
"Da überfiel sie ein Schrecken, ohne dass ein Schrecken da war; denn Gott hat zerstreut die Gebeine dessen, der dich belagerte. Du hast sie beschämt gemacht, denn Gott hat sie verworfen."

Ps. 73:20
"Wie einen Traum nach dem Erwachen wirst du Herr, beim Aufwachen ihr Bild* verachten."
* Siehe Kontext:
das Bild der Übermütigen, der Gesetzlosen, Hochmütigen, Gewalttäter, Übelredner, Sorglose, die ferne von Gott sind, alle, die von Gott abweichen
Ps. 78:59
"Gott hörte es* und ergrimmte, und er verachtete** Israel sehr."
* Das treulose Volk (v.8)
** Oder: "verwarf"
Ps. 106:40
"Da entbrannte der Zorn Jehovahs wider sein Volk, und er verabscheute sein Erbteil;"

Spr. 6:16-19
"Sechs sind es, die Jehovah hasst, und sieben sind seiner Seele ein Greuel; Hohe Augen, eine Lügenzunge, und Hände, die unschuldiges Blut vergießen; ein Herz, welches heillose Anschläge schmiedet, Füße, die eilends zum Bösen hinlaufen; wer Lügen ausspricht als falscher Zeuge, und wer Zwietracht ausstreut zwischen Brüdern."

Spr. 22:14
"Der Mund fremder Weiber ist eine tiefe Grube; wem Jehovah zürnt*, der fällt hinein."
Oder: "verabscheut", "verhasst ist"
Klg. 2:6
"Und er hat sein Gehege zerwühlt wie einen Garten, hat den Ort seiner Festversammlung zerstört; Jehovah machte in Zion Fest und Sabbath vergessen; und in seines Zornes Grimm verschmähte er König und Priester."

Hes. 22:20
"Wie man Silber und Erz und Eisen und Blei und Zinn in einen Schmelzofen zusammentut, um Feuer darüber anzublasen zum Schmelzen, also werde ich euch in meinem Zorn und in meinem Grimm zusammentun und euch hineinlegen und schmelzen. Und ich werde euch sammeln und das Feuer meines Grimmes über euch anblasen, daß ihr in Jerusalem geschmolzen werdet. Wie Silber im Ofen geschmolzen wird, also werdet ihr in Jerusalem geschmolzen werden. Und ihr werdet wissen, daß ich, Herr, meinen Grimm über euch ausgegossen habe."

Hos. 9:15
"Alle ihre Bosheit ist zu Gilgal, denn daselbst habe ich sie gehasst. Wegen der Bosheit ihrer Handlungen werde ich sie aus meinem Hause vertreiben; ich werde sie nicht mehr lieben; alle ihre Fürsten sind Abtrünnige."

Amos 3:6b und Hiob 2:10
"Oder geschieht ein Unglück in der Stadt, und Jehovah hätte es nicht bewirkt?"
"Und er sprach zu ihr: Du redest, wie eine der Törinnen redet. Wir sollten das Gute von Gott annehmen, und das Böse sollten wir nicht auch annehmen? Bei diesem allem sündigte Hiob nicht mit seinen Lippen."


Welcher ernsthafte Christ könnte angesichts dieser Bibelstellen behaupten, Gott tue nichts Böses?

Sach. 11:8
"Und ich vertilgte drei Hirten in einem Monat. Und meine Seele wurde ungeduldig* über sie, und auch ihre Seele wurde meiner überdrüssig."
Oder: "verärgert", "unwillig"
Mal. 1:3
"Esau aber habe ich gehasst, und ich habe seine Berge zur Wüste gemacht und sein Erbteil für die Schakale der Steppe."

Lukas 13:4-5
"Oder jene achtzehn, auf welche der Turm in Siloam fiel und sie tötete: meinet ihr, daß sie vor allen Menschen, die in Jerusalem wohnen, Schuldner waren? Nein, sage ich euch, sondern wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle gleicherweise umkommen."

Bei diesem Ereignis damals richtete Gott nur 18 Menschen. Alle anderen trug er in seiner Langmut noch weiter. Aber Schlussendlich wird jeder Mensch, wenn er nicht Buße tut, dasselbe Schicksal erleiden. Er wird sterben und Gott wird ihn aufbewahren für das ewige Feuer. Würde er das denen antun, die er liebt?

Röm. 3:5
"Wenn aber unsere Ungerechtigkeit Gottes Gerechtigkeit erweist, was wollen wir sagen? Ist Gott etwa ungerecht, der Zorn auferlegt?"

Ähnliches finden wir auch in Römer 9:18.
"So denn, wen er will begnadigt er, und wen er will, verhärtet er."

Gott erlegt Zorn auf. Er verhärtet. Und er ist in seinem Handeln absolut souverän.

Röm. 9:13
"wie geschrieben steht: "Den Jakob habe ich geliebt, aber den Esau habe ich gehasst"."

Offb. 14:9-10
"Und ein anderer, dritter Engel folgte ihnen und sprach mit lauter Stimme: Wenn jemand das Tier und sein Bild anbetet und ein Malzeichen annimmt an seine Stirn oder an seine Hand, so wird auch er trinken von dem Weine des Grimmes Gottes, der unvermischt in dem Kelche seines Zornes bereitet ist; und er wird mit Feuer und Schwefel gequält werden vor den heiligen Engeln und vor dem Lamme."

Wer könnte ernsthaft glauben, dass Gott diejenigen liebt, die er hier öffentlich quälen wird?

Bedarf es noch vieler Erklärungen? Spätestens mit Psalm 5:5 wird jedem die Möglichkeit der Selbsttäuschung genommen. Jeder, der Böses tut, der in Gottes Augen nicht heilig ist wie er, wird von ihm gehasst und muss von ihm gehasst werden.

Im Alten Testament sehen wir an vielen Stellen Gottes heiligen Hass zu den Verworfenen, zu Sündern, zu Abgefallenen. Im Neuen Testament finden wir einige Bestätigungen und schießlich muss mit (Mal 3:6) allen denen, die den Gott des Alten Testaments von dem des Neuen trennen wollen, gesagt werden: "Denn ich, Jehovah, verändere mich nicht"

Es existieren viele weitere Stellen, welche von der Souveränität Gottes in der Erwählung seiner Kinder und seiner Liebe zu ihnen zeugen; Stellen, die den heiligen Hass Gottes zu Ungehorsamen zeigen; Stellen die Zeigen, dass Gott mit Absicht Menschen Decken über ihre Augen legt, sie verstockt, verwirft, Ekel vor ihnen empfindet und ihre Weisheit zu schanden macht. Und im Zusammenhang sehen wir immer das heilige Evangelium – gerichtet an alle Menschen: den Verlorenen zum Erweis seiner Gerechtigkeit in der Verdammung, den Geretteten aber zu Gottes Kraft, Gottes Weisheit und eine lebendiger Hoffnung auf eine Ewigkeit bei ihm.

Begehe nicht den Fehler zu denken, Gottes Hass sei ungerecht*. Der Richter muss dem Schuldigen die gerechte Strafe zusprechen und wir alle sind schuldig. Daher haben wir auch alle des Richters Zorn verdient. Das ist erfüllte Gerechtigkeit. Wenn es nun aber dem Richter gefällt, seinen Sohn für einige zu verurteilen, welche er schon von Grundlegung der Welt an festgelegt hat**, so wird der Gerechtigkeit Genüge getan im Strafen des Sohnes. Den Erwählten bleibt die Gnade übrig. Welch einen Herrn haben wir doch!
* Röm 9:14ff
** Offb 13:8;17:8
Warum hat Gott nicht alle erwählt*? Weil es ihm so gefallen hat**.
* Apg 13:48; Mt 22:14
** Eph 1:5,6; lies auch Römer Kap. 9 und 11

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tollelege
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Beitragvon tollelege » 11.07.2012 08:12

Hallo Erdenpilger,

Vor einiger Zeit habe ich mich ein wenig mit diesem Thema auseinandergesetzt. Ich bin zu der Überzeugung gelangt, dass Gott nicht alle Menschen liebt. In Anbetracht der Bibelverse die du zitiert hast, kann man glaube ich kaum noch behaupten, dass Gott alle Menschen liebt. Wir müssen der Schrift gehorsam sein und alles so annehmen wie es geschrieben steht.

Bestimmt hast du schon von der "allgemeine Gnade/nicht-allgemeine Gnade Kontroverse" gehört. Die aus dem Lager allgemeine Gnade vertreten die Meinung, dass Gott allen Menschen, seien sie erwählt oder verworfen, gnädig und wohlgesinnt ist, dass er ihnen den Sonnenschein, den Regen, Reichtum, Gesundheit usw. aus GNADE gibt, auch wenn diese Gnade sie nicht zum rettenden Glauben führt. Die aus dem Lager der nicht-allgemeinen Gnade behaupten dagegen, dass wenn Gott den Verworfenen Gutes tut es nicht aus Gnade geschieht, sondern zu ihrem Gericht, als Verstockung ja als Falle. Nach dem Motto "Ihr Tisch soll ihnen zur Schlinge werden und zum Fallstrick und zum Anstoß und zur Vergeltung". In dem sie den Reichtum, Gesundheit usw. haben sollen sie keine Notwendigkeit sehen zu Gott zu kommen.

Auch sagen die aus dem allgemeine Gnade Lager, dass Gott sich die Errettung aller Menschen wünscht und das Evangelium jedem Menschen frei anbietet. Dagegen sagen die aus dem gegnerischen Lager, dass Gott sich nur die Errettung der Erwählten wünscht und das Evangelium nur den Erwählten angeboten werden soll. Versteht es nicht falsch... Wir sollen es überall verkündigen, denn wir wissen nicht wer die Erwählten sind, aber wenn wir es anbieten dann nur denen die Glauben.

Persönlich stehe ich auf der Seite der nicht allgemeinen Gnade. Trotzdem gibt es einige Bibelstellen in der Bibel die mir Schwierigkeiten bereiten. Eine davon z.B. ist Matthäus 5, 43-48. Wenn man dieses Passage so liest, dann könnte man denken, dass Gott auch die bösen liebt.

Vielleicht kannst du mir deine Meinung zu dieser Passage sagen.

Ich hoffe ich habe alles richtig wiedergegeben was die Beiden Lager in Bezug auf die allgemeine Gande angeht. Es ist schon ein kleines Weilchen her wo ich mich damit beschäftigt habe.

Liebe Grüße.

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Joseph28
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Beitragvon Joseph28 » 12.07.2012 05:17

Liebe Brüder…

Der erste Vers, den die meisten von uns jemals auswendig gelernt haben, ist Johannes 3,16 -
Johannes 3,16 (Schlachter 2000) hat geschrieben: Denn so [sehr] hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat.
Dieser Vers in eindeutig, dass Gott „die Welt so sehr geliebt hat“. Diese Worte sind Wahrheit! So die Sünden der Welt verursachten den Tod Jesi Christi am Kreuz. Deshalb schließen wir, dass Jesus nicht nur für die Sünden der Auserwählten starb, sondern auch für die nicht-Auserwählten. Zum Beispiel, bitte sieht 1.Johannes 2, 2.

Nun, bitte hört.

Der Tod Jesu Christi stellte daher eine Tür, durch die der Sünder ewiges Leben empfängt. Während das Blut Christi Sünden entfernt, ist es das ewige Leben Jesu Christi, das den geistigen Tod wäscht weg. (Wasser ist das Symbol des ewigen Lebens, durch das man von geistlichem Tode in das ewige Leben getauft wird.) Nur Gottes ewiges Leben kann den geistlichen Tod besiegen.

So besiegte die Auferstehung Christi (ewiges Leben) den Tod. Es war nicht sein Tod, der den Tod besiegte, sondern seine Auferstehung. Sein Tod stellte lediglich die Tür, durch die man kann gerettet werden (Johannes 10, 1-10). Das heißt, wenn man sich nicht durch diese Tür passieren, bleibt man daher in geistlichem Tode. Nur durch Glauben kann man ewiges Leben empfangen. Dieser Glauben läuft auf Gottes Gerechtigkeit hinaus.....

Zum Schluß, liebte Gott alle Sünder, für die Christus am Kreuz starb. Gott deshalb hatte alle Menschen im Sinne, als Christus am Kreuz starb.
1 Timotheus 2,3-4 (Schlachter 2000) hat geschrieben:denn dies ist gut und angenehm vor Gott, unserem Retter, welcher will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.
Aber nicht alle empfangen das kostenlose Geschenk des ewigen Lebens durch Glauben: das heißt, werden nicht alle durch die Tür hindurchgehen.

Liebe Grüße,
Joseph

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Joschie
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Beitragvon Joschie » 12.07.2012 08:22

Hallo Ihr!
Ich möchte auf einem Beitrag Evangelikales Klischee: Gott liebt den Sünder von apologet hinweisen. In seinem Beitrag verweist er auf das Buch von D.A Carson “The Difficult Doctrine of the Love of God” hier findet ihr einige Informationen zu diesem Buch.
Gruß Joschie
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tollelege
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Beitragvon tollelege » 12.07.2012 17:07

Hallo Joseph28,

Du schreibst:
Der erste Vers, den die meisten von uns jemals auswendig gelernt haben, ist Johannes 3,16 -

Johannes 3,16 (Schlachter 2000) hat Folgendes geschrieben:
Denn so [sehr] hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat.

Dieser Vers in eindeutig, dass Gott „die Welt so sehr geliebt hat“. Diese Worte sind Wahrheit! So die Sünden der Welt verursachten den Tod Jesi Christi am Kreuz. Deshalb schließen wir, dass Jesus nicht nur für die Sünden der Auserwählten starb, sondern auch für die nicht-Auserwählten. Zum Beispiel, bitte sieht 1.Johannes 2, 2.
Du hast hier zwei Bibelverse angeführt mit denen du belegen möchtest, dass Gott jeden Menschen liebt und dass Jesus für jeden Menschen starb. Ich bin der Überzeugung, dass diese Verse das nicht behaupten. Sehen wir uns diese Verse an...

Johannes 3, 16

Wenn die Bibel von der "Welt" spricht, dann meint sie nicht immer unbedingt jeden Menschen damit. Man muss aus dem Zusammenhang erkennen was genau mit "Welt" in diesem Vers gemeint ist. Zu wem spricht Jesus hier? Es ist Nikodemus, ein Pharisäer. Die Pharisäer glaubten, dass das Heil nur für die Juden bestimmt ist. Jesus wusste es besser und möchte Nikodemus hier zurechtweisen indem er sagt, dass Gott die Welt, im Sinn von (einige) Menschen aus der ganzen Welt, aus allen Nationen, geliebt hat und nicht nur aus Israel. Das passt Wunderbar mit Offenbarung 5, 9 zusammen wo geschrieben steht:
...denn du bist geschlachtet worden und hast uns für Gott erkauft mit deinem Blut AUS ALLEN STÄMMEN UND SPRACHEN UND VÖLKERN UND NATIONEN
Die Bibel spricht in Joh 3,16 davon, dass Gott die Erwählten, die in der ganzen Welt verteilt sind, liebt und für diese seinen Sohn hingab. Das wird aus dem Zusammenhang deutlich.

Sehen wir uns zum besseren Verständnis auch Johannes 3,17 an...
Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richte, sondern damit die Welt durch ihn gerettet werde.
Wenn man behauptet, dass mit "Welt" jeder Mensch gemeint ist, dann behauptet man indirekt, dass Gott entweder jeden Menschen retten wird oder dass Gott in seinem Plan jeden Menschen zu retten bitter enttäuscht wurde. Beides ist denke ich eine Irrlehre.

Darum glaube ich, dass man Johannes 3,16 nicht als Argument dafür heranziehen darf, dass Gott jeden Menschen liebt und Jesus für jeden Menschen starb.

Nun zu...

1.Johannes 2, 2

Auch hier muss man den Zusammenhang beachten. Mann muss sich einige Fragen stellen Wenn man den Text richtig verstehen will. Z.B. An wen ist dieser Text geschrieben? Vermutlich sind es Juden. Warum behaupte ich das?

1. Nach Galater 2, 9 wirkte Johannes besonders unter der Beschneidung(Juden).

2. Johannes macht den Unterschied zwischen "uns" und der "Welt" was in Betracht von 1. darauf schließen lässt dass das "uns" Juden sind und die "Welt" Menschen aus den Nationen.

Also was Johannes hier sagen möchte ist so ziemlich die selbe Botschaft die schon in Johannes 3, 16 vermittelt wird: Jesus starb nicht nur um die Juden zu erlösen, sondern Gläubige aus der ganzen Welt.

Wenn man nicht glaubt, dass Juden die Adressaten sind, dann könnte man sagen: Jesus starb nicht nur für die Adressaten des 1.Johannes-Briefes nämlich diese "uns" sondern für die Gläubigen, die Erwählten aus der ganzen Welt.

Auch hier muss man festhalten, dass "die ganze Welt" in der Bibel nicht immer jeder Mensch bedeutet.

Einige Beispiele hierzu:
Zuerst danke ich meinem Gott durch Jesus Christus um euer aller willen, weil euer Glaube in der GANZEN WELT verkündigt wird. - Römer 1, 8
Wir wissen, daß wir aus Gott sind, und daß DIE GANZE WELT sich im Bösen befindet.
Man sieht, Im ersten Vers spricht er nicht einmal von Menschen und im zweiten macht Johannes einen Unterschied zwischen denen die aus Gott sind und der Welt, die sich im Bösen befindet. Folglich kann nicht jeder Mensch hier "die ganze Welt" sein.

Ein wenig weiter schreibst du:
Zum Schluß, liebte Gott alle Sünder, für die Christus am Kreuz starb. Gott deshalb hatte alle Menschen im Sinne, als Christus am Kreuz starb.

1 Timotheus 2,3-4 (Schlachter 2000) hat Folgendes geschrieben:
denn dies ist gut und angenehm vor Gott, unserem Retter, welcher will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.

Aber nicht alle empfangen das kostenlose Geschenk des ewigen Lebens durch Glauben: das heißt, werden nicht alle durch die Tür hindurchgehen.
Ich stimmt dir zu, dass Gott alle Sünder liebte, für die Jesus am Kreuz starb. Doch starb er nicht für alle Menschen, also liebte er nicht alle Menschen! :wink:

Kommen wir zu 1. Timotheus 2, 3-4...

Auch hier behaupte ich, dass mit "allen Menschen" nicht jeder Mensch gemeint ist. Würde das der Fall sein, dass hier jeder Mensch gemeint ist, dann müssten wir konsequenterweise auch sagen dass im Vers 1, wo steht, dass wir für "alle Menschen" beten sollen auch jeder Mensch gemeint ist. Aber sei mal ehrlich...betest du für jeden einzelnen Menschen kurz bevor du ins Bett gehst? Oder hast du eine Liste von jedem einzelnen Menschen mit dem Ziel sie ein mal im Leben durchzubeten? Das ist natürlich Blödsinn. Darum glaube ich nicht dass "alle Menschen" in Vers 1 sowie in Vers 4 jeder Mensch bedeutet. Was bedeutet es dann? Ich glaube Vers 2 gibt die Antwort. Wir sollen für alle Arten der Menschen beten und Gott will, dass alle Arten der Menschen gerettet werden wie z.B "Könige und alle, die in hoher Stellung sind".

So nun habe ich viel geschrieben.

Eins würde ich gern von dir wissen...

Wenn du behauptest, dass Gott jeden Menschen liebt, wie legst du dann Verse wie Psalm 5, 6; Psalm 11, 5 und Römer 9, 13 aus?

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Joschie
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Beitragvon Joschie » 12.07.2012 17:29

Hallo Ihr!
Ich bitte euch, die besonderen Regeln für diesen Bereich zu beachten!
Gruß Joschie
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Joseph28
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Beitragvon Joseph28 » 13.07.2012 01:15

Liebe(r) tollelege…

Wenn Jesus nicht von den Toten auferstanden ist, dann wäre unser Glaube vergeblich.
1.Korinther 15, 12-18 (Schlachter 2000) hat geschrieben:Wenn aber Christus verkündigt wird, dass er aus den Toten auferstanden ist, wieso sagen denn etliche unter euch, es gebe keine Auferstehung der Toten? Wenn es wirklich keine Auferstehung der Toten gibt, so ist auch Christus nicht auferstanden! Wenn aber Christus nicht auferstanden ist, so ist unsere Verkündigung vergeblich, und vergeblich auch euer Glaube! Wir werden aber auch als falsche Zeugen Gottes erfunden, weil wir von Gott bezeugt haben, dass er Christus auferweckt hat, während er ihn doch nicht auferweckt hat, wenn wirklich Tote nicht auferweckt werden! Denn wenn Tote nicht auferweckt werden, so ist auch Christus nicht auferweckt worden. Ist aber Christus nicht auferweckt worden, so ist euer Glaube nichtig, so seid ihr noch in euren Sünden; dann sind auch die in Christus Entschlafenen verloren.
Während das Blut Christi unverzichtbar für unser Heil war, ohne seine Auferstehung von den Toten, wäre unser Glaube vergeblich. Seine Auferstehung war ebenso wichtig wie sein Tod. Er wurde zum ewigen Leben auferweckt, und damit wird der Tod niemals Macht über ihn haben (Römer 6, 9).

Mit anderen Worten, wurde das Blut Christi für die Sünden der ganzen Welt vergossen, aber nur diejenigen, die das ewige Leben empfangen, werden gerettet werden. Das Blut wurde vergossen für alle Sünder, aber nicht alle Sünder empfangen das kostenlose Geschenk des ewigen Lebens durch den Glauben. Die heiligen Schriften sind sehr klar in dieser Hinsicht.
Johannes 12, 47 (Schlachter 2000) hat geschrieben:Und wenn jemand meine Worte hört und nicht glaubt, so richte ich ihn nicht; denn ich bin nicht gekommen, um die Welt zu richten, sondern damit ich die Welt rette.
Hebräer 2, 9 (Schlachter 2000) hat geschrieben:wir sehen aber Jesus, der ein wenig niedriger gewesen ist als die Engel wegen des Todesleidens, mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt; er sollte ja durch Gottes Gnade für alle den Tod schmecken.
1.Timotheus 2, 6 (Schlachter 2000) hat geschrieben:der sich selbst als Lösegeld für alle gegeben hat. [Das ist] das Zeugnis zur rechten Zeit,
1.Timotheus 4, 10 (Schlachter 2000) hat geschrieben:denn dafür arbeiten wir auch und werden geschmäht, weil wir unsere Hoffnung auf den lebendigen Gott gesetzt haben, der ein Retter aller Menschen ist, besonders der Gläubigen.
2 Petrus 3, 9 (Schlachter 2000) hat geschrieben:Der Herr zögert nicht die Verheißung hinaus, wie etliche es für ein Hinauszögern halten, sondern er ist langmütig gegen uns, weil er nicht will, dass jemand verlorengehe, sondern dass jedermann Raum zur Buße habe.
Es ist unbestreitbar, dass Christus für die Sünden der ganzen Welt gestorben ist. Gott liebt also alle Sünder. Wir müssen deshalb predigen das Evangelium sogar zu dem schlimmsten Sünder, für wen Christus gestorben ist! Der Sünder wird von Gott durch den Glauben an Jesus Christus gerechtfertigt gemacht. Das kostenlose Geschenk des ewigen Lebens ist die Folge.

Wir können also sagen, dass die Auserwählten jene Sünder seien, die das kostenlose Geschenk des ewigen Lebens durch den Glauben empfangen. Die Nicht-Auserwählten sind jene, die Jesus Christus als ihren Erlöser ablehnen. In beiden Fällen sind die Auserwählten und Nicht-Auserwählten Sünder, für die Christus am Kreuz starb.

Macht das Sinn?

Unser Zugang zum ewigen Leben ist nur möglich durch das Blut Christi, das alle Sünden entfernt. So, während das Blut Christi Sünden entfernt, wäscht sein ewiges Leben geistlichen Tod weg. Ewiges Leben ist lebendiges Wasser. Denke nochmals daran: es war nicht der Tod Christi, der den Tod besiegte, sondern seine Auferstehung. (Das Blut und Wasser deshalb arbeiteten zusammen.) Gott in seiner Weisheit besiegte den Tod durch den sterblichen Leib Christi, der sterben musste, um Sünder zu rechtfertigen, so dass sie das kostenlose Geschenk des ewigen Lebens empfangen können. Das heißt, werden nicht nur ihre Sünden entfernt, sondern auch ihr geistlicher Tod. Der Gläubige ist daher „wiedergeboren“.

Zusammenfassend werden all die Nicht-Auserwählten in ihrem geistlichen Tod bleiben. Während sie beim Jüngsten Gericht werden auferstanden werden, werden sie „den zweiten Tod“ unbedingt erleiden müssen (Offenbarung 2, 11, Offenbarung 20, 6, Offenbarung 20, 14, und Offenbarung 21, 8), weil sie geistlich tot sind. Das heißt, sie haben kein ewiges Leben, ungeachtet dessen, dass Christus für ihre Sünden gestorben war.

Liebe Grüße,
Joseph

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Beitragvon Joschie » 13.07.2012 20:12

Die verschiedenen Ansichten über Erwählung und die Gnade Gottes stehen sich diametral gegenüber und dieses nicht erst seit heute. Dieses läst sich gut an Hand der Kirchengeschichte nachprüfen: Augustinus und Pelagius, Luther und Erasmus von Rotterdam, Whitefield und Wesley. In der Biografie von Benedikt Peters George Whitefiel Der Erwecker Englands und Amerikas stehen im Anhang
1. Die Predigt »Freie Gnade«, gehalten von John Wesley in Bristol im
April 1739 Seite.426-438
2. Ein Brief an Reverend Mr. Wesley als Antwort auf seine Predigt »Freie Gnade« Seite.439-456
An Hand dieser beiden Beiträge kann man sehr gut die unterschiedlichen Positionen dieser beiden Brüder nachlesen und wie ich auch finde nach zu vollziehen.
Gruß Joschie
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Beitragvon Joseph28 » 14.07.2012 08:24

Brüder...

Der Glaube ist das Mittel des Heils. Wenn man glaubt die Verheißungen des Wortes Gottes über Jesus Christus, wird man durch den Glaube gerechtfertigt. Sowohl im Alten Testament als auch im Neuen Testament, war Gottes Rechtfertigung durch den Glaube. Hebräer Kapitel 11 ist eine Chronologie von einigen, aber nicht alle, von den Heiligen des Alten Testaments, die durch den Glaube gerechtfertigt wurden.

Nun ist die Blutopfer notwendig für die Sühne der Sünden, aber ohne den Glaube, wird man immer noch nicht vor Gott gerechtfertigt. Es gibt viele Beispiele von Israeliten im Alten Testament, für die das Blut geopfert wurde, aber aus Mangel an Glaube, wurden sie nicht vor Gott gerechtfertigt. Die aus Ägypten flohene Generation der Israeliten ist das beste Beispiel. Sie opferten das Blut des Lammes für die Sühne (Pass-Over/Vorübergehen) der Sünden, aber gingen sie nicht in die ewige Ruhe Gottes (Hebräer 3, 10-11 mit Hebräer 4, 7-8), weil sie keinen Glaube hatten (Hebräer 3, 19).

Oder um es anders auszudrücken, werden Sünden durch das Vergießen von Blut vergeben, muß jedoch die Vergebung der Sünden durch den Glaube begleitet werden. Der Glaube ist das einzige Mittel zur Aneignung der Gerechtigkeit Gottes. Es ist die Gerechtigkeit Gottes durch den Glaube, der uns vor Gott rechtfertigt. Mit anderen Worten, ohne Rechtfertigung durch den Glaube, kann niemand die Gerechtigkeit Gottes empfangen.

Im Neuen Bund ist diese Gerechtigkeit durch den Glaube begleitet von dem kostenlose Geschenk des ewigen Lebens Jesu Christi, das der Heilige Geist auf uns durch sein Innewohnen erweist. Im Alten Testament wurde das ewige Leben noch nicht an die Gläubigen gegeben, obwohl sie durch den Glaube gerechtfertigt wurden. Bitte klicke hier für weitere Informationen.

So sind wir mit der Frage der doppelten Strafverfolgung für die Nicht-Auserwählten übergelassen. Wenn Christus für die Sünden der Gläubigen und Ungläubigen starb, warum werden Ungläubigen immer noch zur ewigen Verdammnis verurteilt? Sie werden verurteilt, weil sie keine Gerechtigkeit haben. Weil sie keine Gerechtigkeit haben, haben sie nicht das kostenlose Geschenk des ewigen Lebens. Wie die Beispiele aus dem Alten Testament, kann das Blut für die Vergebung der Sünden vergossen werden, aber ohne den Glaube, kann man nicht mit Gott versöhnt werden. Vergebung kann ohne Versöhnung auftreten, aber Versöhnung kann nicht ohne Vergebung auftreten.

Hier ist das Endergebnis: das Blut kann Sünden „für alle“ sühnen: — jedoch Gerechtigkeit durch den Glaube hier ist das Mittel, durch das man mit Gott versöhnt ist. Man damit empfängt das ewige Leben Jesu Christi durch den Heiligen Geist. Der Ungläubige hat weder Gerechtigkeit noch ewiges Leben. So stirbt der Ungläubige in seinem geistlichem Tode.

Damit braucht man nicht nur die Vergebung der Sünden, das „auf alle“ geschenkt wird, aber muß man auch Gerechtigkeit und ewiges Leben empfangen, um die Ewigkeit in der Gegenwart von dem Vater durch den Sohn Jesus Christus zu verbringen. Ohne Gerechtigkeit und ewiges Leben, bleiben die Ungläubigen in einem ständigen Zustand von geistlichem Tode, ungeachtet dessen, dass ihre Sünden vergeben wurden. Dieser geistliche Tod ist die Grundlage für ihre Anklage auf dem Jüngsten Gericht. Das heißt, werden sie nicht für ihre Sünden angeklagt werden, sondern für ihre toten Werken, da die Bücher der toten Werken (der Selbstgerechtigkeit) werden geöffnet werden. Diese toten Werken –egal wie fromm und wohltätig— werden die Anklage gegen ihren geistlichen Tod sein, da tote Werken aus geistlichem Tode nur stammen. Dieser geistliche Tod wurde nie entfernt durch Gottes Gerechtigkeit und das ewiges Leben Jesu Christi, und damit müssen sie in den Feuersee geworfen werden.

Liebe Grüße,
Joseph

Erdenpilger
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Beitragvon Erdenpilger » 16.07.2012 11:03

Hallo zusammen!

Ich kenne ja mittlerweile die zwei leider so verschiedenen Ansichten zum Thema Erlösungswerk Christi und möchte darauf auch nicht weiter eingehen.

Über die Frage von tollelege (Wie passt Mt 5, 43-48 - Wir sollen den nächsten lieben, aber Gott hasst ihn?!) habe ich mir auch Gedanken gemacht. Denn es sieht wirklich merkwürdig aus.

Ich konnte allerdings die Frage für mich persönlich zufriedenstellend beantworten.

zu Vers 45
" er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute"
Ich denke nicht, das das ein Argument für eine Universalliebe ist. Vielmehr heißt es in Röm 9, dass er die Gefäße des Zorns ertragen hat; er richtet sie also noch nicht sofort, sondern lässt sie noch eine Weile auf der Erde leben. Vielleicht kann man sagen, dass die Erde eine Art "Wartezimmer vor dem Gericht" ist: Der Sünder verdient die Hölle, und nicht die Erde - profitiert also in gewisser Weise noch, bis das Gericht kommt. Der Geheiligte Gläubige hat die Hölle auch verdient, aber da seine Schuld schon bezahlt ist, verdient er rechtmäßig den Himmel. Er wartet also noch auf die Erlösung von dem Todesleib. Der Rechtsspruch ist auf beiden Seiten noch nicht vollständig ausgeführt.

ps: mir ist nachträglich noch Ps 145:9 eingefallen: "Jehovah ist gut gegen alle ..." Ich glaube nicht, dass man hier nur die Erwählten sehen kann. Gottes Güte gilt allen Menschen, aber nicht Gottes Liebe.
pps: Warum der Böse noch nicht stirbt: Pred. 8:11 "Weil das Urteil über böse Taten nicht schnell vollzogen wird, darum ist das Herz der Menschenkinder in ihnen voll, Böses zu tun;"


Aber die wichtigere Aussage in den Versen ist, dass wir unsere Feinde lieben sollen, obwohl wir an anderen Stellen sehen, dass Gott Böse hasst. Ich habe für mich selber zwei Betonungen gesetzt, die das Problem aus der Welt schaffen. Ich bin nicht 100% sicher, ob man das so sehen kann, aber vielleicht kann ja jemand dazu noch mehr Auskunft geben.

Mt 5:45 sagt uns, dass wir unsere Feinde lieben sollen, nicht Gottes Feinde. Das ist vielleicht ein bisschen spitzfindig, aber dann kriegen wir die Verse zusammen, die sagen, dass wir Gottes Feinde hassen sollen: Psalm 139:21, 22
Hasse ich nicht, Jehovah, die dich hassen, und verabscheue ich nicht, die wider dich aufstehen? Mit vollkommenem Hass hasse ich sie; sie sind Feinde für mich.
Ich würde sagen: Wenn ich als Christ für meinen Glauben angegriffen werde, gilt das Gebot der Liebe. Wenn ich jemanden Gott lästern höre, ohne Bezug auf meine Person, ist es einfach abscheulich!

Mt 5:45 sagt auch, dass wir unsere Feinde lieben sollen.
Das bedeutet sicher nicht, dass wir ihm sagen sollen, was er hören will, oder ihm jedes Jahr ein tolles Geburtstagsgeschenk zu machen, sondern ihn auf seinen Seelenzustand aufmerksam zu machen und ihm das Evangelium zu predigen. Denn es heißt in 3. Mo. 19:17
"Du sollst deinen Bruder nicht hassen in deinem Herzen. Du sollst deinen Nächsten ernstlich zurechtweisen, damit du nicht seinetwegen Schuld tragest."
Jemand hat mal gesagt: "Derjenige, der dir die meiste Wahrheit sagt, ist derjenige, der dich am meisten liebt". Die Liebe ist also keine Gefühlsduselei, sondern ein Auftrag.

Könnte man das so sehen?

liebe Grüße
Benjamin

Erdenpilger
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Beitragvon Erdenpilger » 29.07.2012 12:35

Hallo nochmal,

ich wundere mich ehrlich gesagt, das mein Thema so wenig Leute interessiert. Ich hatte mit massiver Gegenwehr gerechnet, aber ok.

Ein Bruder, zu dem ich viel Vertrauen habe, sagte mir, er glaube zwar, dass die Bibelstellen auch heute gelten, die von Gottes Hass zu Gottlosen sprechen, er glaube aber auch, dass Gott alle Menschen liebe. Er zitierte dabei die bekannten Verse Joh 3:16; 1. Tim 2:4-6, u.a. Für ihn hasst und liebt Gott Sünder gleichzeitig, und für ihn schließt sich das auch nicht gegeneinander aus.

Ich kann das nicht glauben. Es gibt sicher Dinge, die wir nie verstehen werden, aber entweder Gott liebt den Sünder, oder er hasst ihn. Beides zusammenzubringen sieht mir nach einem größeren Gedankengebäude aus, als das calvinistische, das mir der liebe Bruder vorwirft...

Selbiger Bruder bringt übrigens auch die Auserwählung mit der freien Entscheidung des Menschen zusammen und hält beide für wahr. Auch das kann ich nicht verstehen.

Kann man diesen Mittelweg gehen?
Muss man sich nicht für eine Seite entscheiden?
Wenn Gott wirklich alle Ungläubigen hasst, müssten ihnen das dann nicht mal dringend sagen?

schöne Grüße
Benjamin

lutz
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Beitragvon lutz » 01.08.2012 19:17

Erdenpilger hat geschrieben:
aber entweder Gott liebt den Sünder, oder er hasst ihn. Beides zusammenzubringen sieht mir nach einem größeren Gedankengebäude aus, als das calvinistische, das mir der liebe Bruder vorwirft...
Also ich kann mich mit deinem „entweder – oder“ auch nicht anfreunden.

Deine Argumentation in Schlussfolgerung deiner gelisteten Verse teile ich auch nicht durchgängig.
Bspw.:
ps: mir ist nachträglich noch Ps 145:9 eingefallen: "Jehovah ist gut gegen alle ..." Ich glaube nicht, dass man hier nur die Erwählten sehen kann. Gottes Güte gilt allen Menschen, aber nicht Gottes Liebe.
Gottes Güte als etwas Anderes zu betrachten als Gottes Liebe ist einfach Behauptung.

Bspw.:
Aber wie du richtig erkannt hast, bin ich zu der Überzeugung gekommen dass Gott nicht alle Menschen liebt, sondern nur seine Auserwählten.
Mit „Auserwählten“ scheinst du die „Erwählten zum Heil“ zu meinen. Doch Gott lässt durch einen Menschen bezeugen in 2. Chr. 2, 10: „ … Weil der Herr sein Volk liebt, hat er dich zum König über sie gemacht.“ Was hier „sein Volk“ ist, lässt sich aus dem Kontext leicht ersehen und durch Parallelstellen wissen wir: es können unmöglich alle „Auserwählte zum Heil“ sein.

Bspw.:
Welcher ernsthafte Christ könnte angesichts dieser Bibelstellen behaupten, Gott tue nichts Böses?
Also hier weiß ich gar nicht, was ich wie richtig sagen soll …
Jeder ernsthafte Christ sollte davon überzeugt sein, dass Gott nichts Böses tut!
Deine Schlussfolgerung aus Hiobs Aussagen ist einfach nur abzulehnen bspw. in Anlehnung an den 1. Joh. und seinen Ausführungen über Licht und Finsternis in Bezug auf Gott.
Auch ein souveräner Gott tut nichts Böses!

Eigentlich dachte ich, dass mit den Linkhinweisen genügend andere Sichtweisen vertreten seien, die nun nicht auf ein falsches Verständnis vom Evangelium oder Erwählung zurückzuführen wären …

Beginnen möchte ich mit der Erinnerung aus dem Beitrag von maxb (28. 10. 2010 – 23:52 Uhr) viewtopic.php?t=1205&start=15&postdays= ... highlight=
maxb
Die nächste Stelle, die man sich jetzt anschauen sollte, wäre die Parallelstelle in Lukas 6,35

Hier sehen wir zusätzlich noch den Aspekt der Belohnung, aber abgesehen davon, wird mein Verständnis in Matthäus hier bestätigt, nämlich dass Jesus meint, Gott sei wirklich gütig gegen die Undankbaren und Bösen. Das Wort für gütig hier ist dasselbe wie in Röm 2:4, Eph 4:32 und 1.Petr 2:3. Das Wort gütig wird hier außerdem parallel zu lieben verwendet, man kann an dieser Stelle also auch keinen großen Unterschied zwischen lieben und gütig sein hineinpressen.
Du schreibst:
Mt 5:45 sagt uns, dass wir unsere Feinde lieben sollen, nicht Gottes Feinde. Das ist vielleicht ein bisschen spitzfindig, aber dann kriegen wir die Verse zusammen, die sagen, dass wir Gottes Feinde hassen sollen: Psalm 139:21, 22 …
Matth. 5, 11 sagt auch, dass wir um „seinetwillen“ verfolgt und geschmäht und … werden. Es ist also so, dass man uns ablehnt gerade weil der Verfolger Christi Feind ist … Oder anders: Gottes Feinde verfolgen Gottes Kinder, weil sie Feinde Gottes sind.
Die Feindesliebe wird dadurch nicht aufgehoben und die Feindesliebe umfasst weit mehr als einfach mit den Lippen die Wahrheit reden.
Die letzte Begründung für die Feindesliebe steht dann auch in Vers 48 – die Vollkommenheit des himmlischen Vaters.
Es ist Unsinn anzunehmen, dass wir „vollkommener“ als der himmlische Vater selbst sein sollen bzw. dass wir eine Vollkommenheit abspiegeln sollen, die die Vollkommenheit des Vaters weit übersteigt.

Nun zu dem „entweder – oder“:
Aus Joschies Link: http://www.apologet.de/?p=5332
Gottes Zorn ist keine unversöhnliche, blinde Wut. So emotional dieser auch sein mag, ist dieser eine völlig vernünftige und gewollte Reaktion auf Angriffe gegen Seine Heiligkeit. Zur gleichen Zeit quillt seine Liebe aus seiner Vollkommenheit hervor und wird nicht durch die Liebenswürdigkeit der Geliebten hervorgerufen. So ist nichts wirklich Unmögliches daran, wenn Zorn und Liebe zur selben Zeit auf der gleichen Person oder Personen auf einmal gerichtet ist. Gott in seiner Vollkommenheit muss zornig auf seine rebellischen Ebenbildnisse sein, weil sie ihn beleidigt haben, Gott in seiner Vollkommenheit muss liebevoll zu seinen rebellischen Ebenbildnissen sein, denn so ein Gott ist er…
Was sehen wir am Kreuz? Liebe und Zorn – oder nicht?
Was sagt bspw. Epheser 2, 3: „… und von Natur Kinder des (göttlichen) Zornes waren wie die anderen auch“?
Was sagt bspw. Johannes 3, 36: „ … wer aber dem Sohne ungehorsam bleibt, wird das Leben nicht zu sehen bekommen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihn gerichtet (= bleibt über ihm).“ (Menge)?
Zorn und Liebe auf ein und denselben Menschen gerichtet?

Johannes 3, 36 sollten wir jeden wissen lassen.
Aber du kannst nicht wissen, ob Gott letztlich mit aller Konsequenz jemanden hasst oder liebt (im Sinne des Heils). In seinen verborgenen Plan bis zur Offenbarung kannst auch du nicht blicken.

Es ist nicht richtig allen Anhängern einer „universalen Liebe Gottes“ ein falsches Verständnis von Erwählung und Evangelium anzuhängen. Von zwei bzw. drei Unterscheidungen in der Ausprägung der Liebe Gottes anhand von Bibelstudien habe ich gehört. Hier wird eine Unterscheidung vorgenommen – die Liebe Gottes zu Seinen Kindern ist unvergleichlich und weitaus umfassender als die Liebe Gottes zu allen Seinen Werken bzw. zu Seinem alttestamentlichen Bundesvolk.
Die biblische Aussage, dass Gott Liebe ist, kann nicht einfach zu Gunsten von Gedankengebäuden aufgegeben werden! Mir ist keine andere vergleichbare Aussage bekannt (wie bspw: „Gott ist Zorn“ oder „Gott ist Güte“). Das muss einfach Berücksichtigung finden in all unseren Überlegungen.

Lutz


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