31.10. Reformationstag

Nur für Gläubige, die die fünf Punkte des Arminianismus ablehnen

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C.K.
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31.10. Reformationstag

Beitragvon C.K. » 31.10.2007 13:10

Nicht vergessen: Am 31.10. ist es 490 Jahre her, dass Luther seine 95 Thesen an die Türe der Schlosskirche zu Wittenberg heftete.
Die Thesen kann man hier lesen:
http://www.reformationstag.de/

Müssen wir fast 500 Jahre nach diesem Ereignis immer noch von der Reformation reden?

Ich denke ja - denn es gilt in der rkK immer noch dieses hier:


Konzil von Trient: Kanones über die Rechtfertigung

Kan. 9. Wer sagt, der Gottlose werde allein durch den Glauben gerechtfertigt, so daß er <darunter> versteht, es werde nichts anderes erfordert, wodurch er zur Erlangung der Rechtfertigungsgnade mitwirke, und es sei keineswegs notwendig, daß er sich durch seine eigene Willensregung vorbereite und zurüste: der sei mit dem Anathema belegt.

Kan. 12. Wer sagt, der rechtfertigende Glaube sei nichts anderes als das Vertrauen in die göttliche Barmherzigkeit, die um Christi willen die Sünden vergibt; oder es sei allein dieses Vertrauen, durch das wir gerechtfertigt werden: der sei mit dem Anathema belegt.

Kan. 15. Wer sagt, der wiedergeborene und gerechtfertigte Mensch sei aufgrund des Glaubens gehalten, zu glauben, er gehöre sicher zur Zahl der Voherbestimmten: der sei mit dem Anathema belegt.

Kan. 17. Wer sagt, die Gnade der Rechtfertigung werde nur den zum Leben Vorherbestimmten zuteil, alle übrigen aber, die gerufen werden, würden zwar gerufen, aber nicht die Gnade empfangen, da sie ja durch die göttliche Macht zum Bösen vorherbestimmt seien: der sei mit dem Anathema belegt.

Kan. 18. Wer sagt, die Gebote Gottes seien auch für einen gerechtfertigten und unter der Gnade stehenden Menschen unmöglich zu beobachten: der sei mit dem Anathema belegt.

Kan. 24. Wer sagt, die empfangene Gerechtigkeit werde durch gute Werke vor Gott nicht bewahrt und auch nicht vermehrt, sondern diese Werke seien lediglich die Früchte und Zeichen der erlangten Rechtfertigung, nicht auch die Ursache ihrer Vermehrung: der sei mit dem Anathema belegt.

Kan. 30. Wer sagt, jedem reuigen Sünder werde nach Empfang der Rechtfertigungsgnade so die Schuld vergeben und die Strafwürdigkeit für die ewige Strafe getilgt, daß keine Strafwürdigkeit für eine zeitliche Strafe übrig bleibt, die entweder in dieser Zeit oder künftig im Reinigungsort zu bezahlen ist, bevor der Zutritt zum Himmelreich offenstehen kann: der sei mit dem Anathema belegt.

Kan. 32. Wer sagt, die guten Werke des gerechtfertigten Menschen seien so Gaben Gottes, daß sie nicht auch die guten Verdienste des Gerechtfertigten selbst sind; oder der Gerechtfertigte erlange mit den guten Werken, die von ihm durch Gottes Gnade und das Verdienst Jesu Christi (dessen lebendiges Glied er ist) getan werden, in Wahrheit nicht die Vermehrung der Gnade, das ewige Leben und (sofern er nur in der Gnade gestorben ist) den Eintritt in dieses ewige Leben, wie auch die Vermehrung der Herrlichkeit: der sei mit dem Anathema belegt.

Kan. 33. Wer sagt, durch diese katholische Lehre über die Rechtfertigung, die vom heiligen Konzil in diesem vorliegenden Dekret formuliert wurde, werde in irgendeiner Hinsicht der Ehre Gottes oder den Verdiensten unseres Herrn Jesus Christus Abbruch getan, und es werde nicht vielmehr die Wahrheit unseres Glaubens und schließlich die Ehre Gottes und Christi Jesu ins Licht gesetzt: der sei mit dem Anathema belegt.

Quelle:
http://www.uibk.ac.at/theol/leseraum/texte/250-43.html

Dazu kann man nur sagen (UELB):
Röm 3,21 Jetzt aber ist, ohne Gesetz, Gottes Gerechtigkeit geoffenbart worden, bezeugt durch das Gesetz und die Propheten:
Röm 3,22 Gottes Gerechtigkeit aber durch Glauben an Jesum Christum gegen alle und auf alle, die da glauben. Denn es ist kein Unterschied,
Röm 3,23 denn alle haben gesündigt und erreichen nicht die Herrlichkeit Gottes,
Röm 3,24 und werden umsonst gerechtfertigt durch seine Gnade, durch die Erlösung, die in Christo Jesu ist;
Röm 3,28 Denn wir urteilen, daß ein Mensch durch Glauben gerechtfertigt wird, ohne Gesetzeswerke.
SOLI DEO GLORIA!

joasch
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Beitragvon joasch » 31.10.2007 21:14

Hallo C.K.,

noch zur Ergänzung für alle Nichtgriechen unter den BIFO-Lesern: "der sei mit dem Anathema belegt" heißt auf gut deutsch "der sei verflucht" (derselbe Ausdruck wie in Galater 1,8-9). Die Beschlüsse von Trient wurden auf dem 2. Vatikanischen Konzil ausdrücklich bestätigt.

So denkt also die RKK über Christen, die dem biblischen Evangelium glauben. Das kehrt sie heutzutage gern unter den Teppich.

Einen schönen Rest vom Reformationstag noch
Joachim
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Joschie
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Beitragvon Joschie » 31.10.2007 21:31

Hallo Ihr
Ich wünsche euch allen ein gesegneten Reformationstag :sh:
Gruß und Segen vo $:P :wink: n Joschie
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Raphael
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Beitragvon Raphael » 26.10.2008 23:04

Wo kann ich nachlesen, das die Aussagen des Konzils zu Trient auf dem 2. Vatikanischen Konzil bestätigt wurden?
Fürwahr, Gott ist mein Heil: ich bin voller Zuversicht und fürchte mich nicht! Denn Gott, der HERR, ist meine Stärke und mein Lobgesang, und er ist mir ein Retter geworden! - Jes 12, 2 (Menge)

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Beitragvon Joschie » 31.10.2008 10:35

Hallo Ihr
Ich wünsche euch allen ein gesegneten Reformationstag :!:
Gruß und Segen vo $:P n Joschie
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

maxb
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Beitragvon maxb » 31.10.2008 11:27

@Raphael:
klick mal hier:

Dann bei Lumen Gentium auf Deutsch klicken und dort dann den 51. Punkt durchlesen.

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Beitragvon Joschie » 01.11.2008 12:55

Eun Beitrag zum Reformationstag auf engl. http://www.youtube.com/watch?v=WU0f_qJL ... ationstag/
Gruß Joschie
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Beitragvon H.W.Deppe » 11.11.2008 20:22

Raphael hat geschrieben:Wo kann ich nachlesen, das die Aussagen des Konzils zu Trient auf dem 2. Vatikanischen Konzil bestätigt wurden?
Im Konzilstext:
Dogmatische Konstitution über die Kirche - "Lumen Gentium", 51:
51. Diesen ehrwürdigen Glauben unserer Vorfahren an die lebendige Gemeinschaft mit den Brüdern, die in der himmlischen Herrlichkeit sind oder noch nach dem Tode gereinigt werden, übernimmt diese Heilige Synode mit großer Ehrfurcht und legt die Beschlüsse des II. Konzils von Nicæa (166), der Konzilien von Florenz (167) und von Trient (168) wiederum vor.
Dekret übr die Ausbildung der Priester - "Optatam totius", Schlusswort:
Die Väter dieser Heiligen Synode führen das Werk des Konzils von Trient fort ...
Dogmatische Konstitution über die göttliche Offenbarung -- "Dei Verbum", 1:
Darum will die Synode in Nachfolge des Trienter und des Ersten Vatikanischen Konzils die echte Lehre über die göttliche Offenbarung und deren Weitergabe vorlegen,
Man bedenke auch, dass die Dogmen des Tridentinums nachträglich als unfehlbar erklärt wurden und damit unwiderrufbar sind.

Grüße, Werner
"Der Prophet, der einen Traum hat, erzähle den Traum! Wer aber mein Wort hat, rede mein Wort in Wahrheit! Was hat das Stroh mit dem Korn gemeinsam? spricht der HERR." (Jer 23,28)
Lasst uns bei dem bleiben, was geschrieben steht! Sola Scriptura!

Raphael
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Beitragvon Raphael » 11.11.2008 22:42

Hallo Hans Werner,
vielen Dank für die Informationen. Das beweist, dass die kathol. Kirche im Kern noch die selbe gottlose Institution ist, wie sie es im Mittelalter war.
Herzliche Grüße

Raphael
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lutz
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Beitragvon lutz » 31.10.2010 19:45

Weil es 2010 immer noch einen Reformationstag gibt und es so gut dazu passt:

hier:
http://distomos.blogspot.com/2010/10/mm ... risch.html

Lutz

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Beitragvon lutz » 27.06.2011 17:55

Es ist zwar kalendarisch jetzt nicht Reformationstag, aber mir fiel doch in diesem Zusammenhang Folgendes besonders ins Auge:

Konsens oder Differenz?
Eine kritische Bewertung der Unterzeichnung der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre
Durchgesehene Version der 2001 veröffentlichten Ausgabe
März 2006
Bernhard Kaiser
Institut für Reformatorische Theologie gemeinnützige GmbH Reiskirchen
http://www.irt-ggmbh.de/downloads/kondif.pdf
(unter 4. 4. „Die rechtliche Dimension: Kirchengemeinschaft – ja oder nein?)

Seite 42:
Ferner treffen Lehrverurteilungen des 16. Jahrhunderts durchaus noch, wenn auch nicht alle.98
Unter Fußnote 98 steht:
98 Dies wäre im einzelnen zu untersuchen.

Die tridentinischen Verwerfungen sind in ihrer Art sehr apodiktisch. Die verworfenen Gegenstände sind auf römischer Seite keineswegs immer im Denkhorizont der lutherischen erfaßt, so daß hier an der einen oder anderen Stelle eine Klärung der jeweiligen Auffassungen nötig ist.

Tatsächlich aber wird, wie unter 3.3. gezeigt wurde, der reformatorische Glaubensbegriff abgelehnt. Die diesbezüglichen Verdammungsurteile des Konzils von Trient treffen also auch heute noch.

Gleiches gilt von der Rechtfertigung selbst: Faßt man sie als Urteil Gottes auf und verneint man die Lehre von der seinshaften Erneuerung des Menschen, steht man unausweichlich unter dem tridentinischen Anathema, auch wenn man im biblischen Sinne von der Heiligung lehrt.

Verwerfungen zur Lehre Luthers und Calvins von der Vorherbestimmung und der Gabe der Beharrung treffen ebenfalls. - Die frühen reformatorischen Bekenntnisse äußern zwar häufig Kritik an römischen Positionen und lehnen sie ab, aber sie sprechen ein Verwerfungsurteil im eigentlichen Sinn nicht aus.

Erst die Konkordienformel bringt systematisch Verwerfungsurteile gegenüber nichtlutherischen Positionen. Ich kann auch hier nicht erkennen, daß sie im Blick auf die Rechtfertigungslehre heute nicht mehr treffen sollten.
Lutz


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