Der Jakobusbrief

Lehrfragen in Theorie und Praxis - also alles von Bibelverständnis über Heilslehre und Gemeindelehre bis Zukunftslehre

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Dirk
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Der Jakobusbrief

Beitragvon Dirk » 21.09.2009 16:14

Liebe Geschwister,
ich muß mal was loswerden. Ich habe mich schon einmal mit Fragen zum Jakobusbrief hier im Forum geäußert, aber die Antworten habe ich nicht als hilfreich empfunden. Obwohl ich mich für sehr bibeltreu halte, gehe ich mit Luther mit, der den Jakobusbrief als eine "strohene Epistel" bezeichnete. Beispielsweise Jak. 2,24. Diese Stelle würde, falls wirklich apostolisch, das "sola fide" der Reformation glatt vom Tisch putzen. Wer bibeltreu ist und den Jakobusbrief als kanonisch betrachtet, darf konsequenter Weise nicht reformatorisch eingestellt sein. Alles andere wäre Heuchelei, denn klarer gehts nimmer. Ich bin aber überzeugt, daß Luther vollkommen Recht hatte und das "allein" in Röm. 3,28 absolut berechtigt ist. Denn das die Rechtfertigung alleine aus Glauben ist, lehrt Paulus in völliger Klarheit und Paulus schließt die Werke katergorisch aus (Röm. 3,24 - da steht im Grundtext sogar 'geschenkweise', statt 'ohne Verdienst'). Jak. 2,24 steht im krassen Widerspruch zu Röm. 3,21-28 und es wäre hilfreich, wenn man endlich statt sinnloser Erklärungen, mit denen man krampfhaft den Jakobusbrief retten will, ehrlich prüfen würde, ob es sich tatsächlich so verhält. Ich halte fest: 1.) Jakobus steht gegen Paulus.
Jak. 2,21: Der Schreiber des Jakobusbriefes möchte uns suggerieren, daß Abraham erst durch die (Schein)opferung des Isaaks gerecht wurde. Was sagt aber die Schrift? Abraham wurde VORHER schon durch seinen Glauben gerecht (1.Mo. 15,6). Der Schreiber des Jakobusbriefes irrt auch hier. Ich halte fest: 2.) Der Jakobusbref steht auch gegen Mose.
Jak. 1,13 behauptet, daß Gott niemanden versuche. Der Herr Jesus hat uns aber das "Vaterunser" gelehrt, in dem auch die bekannten Worte "und führe uns nicht in Versuchung" vorkommen. Ich halte fest 3.) Jakobus steht auch gegen eine Aussage Jesu. Auch 5. Mose 8,2 sagt klipp und klar, daß Gott selber versucht und zwar um des Menschen Herz zu prüfen. Also liegt Jakobus auch hier wieder komplett daneben.
Ich halte fest: Der Jakobusbrief lehrt gegen Mose, gegen Paulus und gegen Jesu und es wäre wirklich mal an der Zeit, eine bibeltreue (!) Diskussion zu führen, in wie weit der Jakobusbrief tatsächlich zum Kanon gehört.
Ich bin all die Antworten satt, in denen man den Text verdreht und krampfhaft erklären will, daß man das im Zusammenhang anders zu sehen habe etc. Ich erwarte keine Lösungen, aber ich erwarte Ehrlichkeit, die Schrift zu prüfen, ob es sich so verhält oder nicht.
Der Kanon ist das Ergebnis eines katholischen Konzils. Vielleicht sollten wir Evangelischen mal neu darüber nachdenken.
Zuletzt geändert von Dirk am 21.09.2009 17:38, insgesamt 1-mal geändert.
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Joschie
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Beitragvon Joschie » 21.09.2009 16:27

Hallo Ihr
Wieleicht zum Einstieg dei Einleitung aus der JohnMac Arthur Studienbibel
Titel
Der Jakobusbrief ist, wie alle allgemeinen Briefe außer der Hebräerbrief, nach seinem Autor benannt (V. 1).
Autor und Abfassungszeit
Von den 4 Männern, die im NT Jakobus genannt werden, kommen nur zwei als Autoren in Betracht. Niemand
hat ernstlich in Erwägung gezogen, dass Jakobus der Jüngere, der Sohn des Alphäus (Mt 10,3; Apg 1,13), oder
Jakobus, der Vater des Judas Thaddäus (Lk 6,16; Apg 1,13) die Autoren sein könnten. Manche meinten, Jakobus,
der Sohn des Zebedäus und Bruder des Johannes (Mt 4,21), sei der Autor, doch er starb zu früh den Märtyrertod,
als dass er diesen Brief geschrieben haben könnte (Apg 12,2). Damit verbleibt nur noch Jakobus, der älteste
Halbbruder Jesu (Mk 6,3) und Bruder des Judas (Mt 13,55), welcher ebenfalls einen nach ihn benannten inspirierten
Brief schrieb (Jud 1). Jakobus hatte Jesus als Messias zunächst abgelehnt (Joh 7,5), war aber später zum
Glauben gekommen (1Kor 15,7). Er wurde zur wichtigsten Führungsperson der Jerusalemer Gemeinde (vgl. Apg
12,17; 15,13; 21,18; Gal 2,12) und zusammen mit Petrus und Johannes zu den »Säulen« dieser Gemeinde gezählt
(Gal 2,9). Weil er so der Gerechtigkeit geweiht war, wurde er auch Jakobus der Gerechte genannt. Dem jüdischen
Geschichtsschreiber Josephus zufolge wurde er ca. 62 n.Chr. als Märtyrer hingerichtet. Ein Vergleich des Wortschatzes
von Jakobus in seinem Brief, der in Apg 15 aufgezeichnet ist, mit dem Wortschatz des Jakobusbriefes
bestätigt ihn ebenfalls als Autor.
Jakobusbrief Apg 15
1,1 »Gruß« 15,23
1,16.19; 2,5 »geliebte« 15,25
1,21; 5,20 »eure Seelen« 15,24.26
1,27 »besuchen« 15,14
2,10 »hält« 15,24
5,19.20 »bekehrt« 15,19
Jakobus schrieb mit der Autorität eines persönlichen Augenzeugen des auferstandenen Christus (1Kor 15,7),
eines anerkannten Gefährten der Apostel (Gal 1,19) und eines Führers der Jerusalemer Gemeinde.
Jakobus schrieb diesen Brief höchstwahrscheinlich an verstreute Gläubige (1,1), die infolge der Unruhe vertrieben
worden waren, die in Apg 12 beschrieben ist (ca. 44 n.Chr.). Das Konzil von Jerusalem, das in Apg 15
geschildert wird (ca. 49 n.Chr.), wird in diesem Brief nicht erwähnt, was zu erwarten gewesen wäre, wenn das
Konzil zur Abfassungszeit bereits stattgefunden hätte. Deshalb kann der Jakobusbrief zuverlässig auf etwa 44-49
n.Chr. datiert werden. Somit ist er das am frühesten geschriebene Buch des NT.
Hintergrund und Umfeld
Die Empfänger dieses Briefes waren jüdische Gläubige, die vertrieben worden waren (1,1). Ursache dafür war
womöglich der Märtyrertod von Stephanus (Apg 7, 31-34 n.Chr.), wahrscheinlicher jedoch die Verfolgung unter
Herodes Agrippa I. (Apg 12, ca. 44 n.Chr.). Der Autor spricht seine Leser 15-mal als »Brüder« an (1,2.16.19;
2,1.5.14; 3,1.10.12; 4,11; 5,7.9.10.12.19). Im 1. Jhdt. war das unter Juden ein übliches Epithon. Daher überrascht
es nicht, dass der Jakobusbrief jüdischen Inhalts ist. Beispielsweise heißt das gr. Wort für »Versammlung« (2,2)
wörtl. »Synagoge«. Außerdem enthält der Jakobusbrief über 40 Anspielungen auf das AT (und mehr als 20 auf die
Bergpredigt, Mt 5-7).
Historische und lehrmäßige Themen
Mit seiner Vorliebe für direkte, stichhaltige Aussagen über eine kluge Lebensweise erinnert der Jakobusbrief
an das Buch der Sprüche. Er legt Nachdruck auf die Praxis und betont nicht theoretische Erkenntnis, sondern
gottesfürchtiges Verhalten. Jakobus schrieb mit dem leidenschaftlichen Wunsch für seine Leser, dass sie kompromisslos
dem Wort Gottes gehorchen. Er benutzte mindestens 30 Veranschaulichungen aus der Natur (z.B.
»Meereswoge« [1,6]; »Reptilien« [3,7] und »gab der Himmel Regen« [5,18]), ganz wie jemand, der einen Großteil
seiner Zeit im Freien verbringt. Er ergänzt Paulus’ Nachdruck auf Rechtfertigung aus Glauben mit seinem eigenen
Nachdruck auf geistliche Fruchtbarkeit, die Glauben als echt erweist.
1847
Herausforderungen für den Ausleger
Mindestens zwei wichtige Texte stellen den Ausleger vor eine Herausforderung: 1.) 2,14-26: In welcher Beziehung
stehen Glaube und Werke? Widerspricht Jakobus’ Nachdruck auf Werke dem Nachdruck auf Glauben bei
Paulus? 2.) 5,13-18: Bezieht sich die Verheißung der Heilung auf den geistlichen oder natürlichen Bereich? Diese
schwierigen Textstellen werden in den Anmerkungen behandelt.
Gliederung
Um sich einen Überblick über die Anordnung des Inhalts zu verschaffen, lässt sich der Jakobusbrief auf vielerlei
Weise gliedern. Eine Möglichkeit besteht darin, den Inhalt um eine Reihe von Prüfungen anzuordnen, anhand
derer die Echtheit des Glaubens eines Menschen gemessen wird.
Gliederung
Einleitung (1,1)
I. Prüfungskriterium: Ausharren im Leid (1,2-12)
II. Prüfungskriterium: Herausforderung in Versuchung (1,13-18)
III. Prüfungskriterium: Reaktion auf das Wort Gottes (1,19-27)
IV. Prüfungskriterium: unparteiische Liebe (2,1-13)
V. Prüfungskriterium: gerechte Werke (2,14-26)
VI. Prüfungskriterium: heilige Sprache (3,1-12)
VII. Prüfungskriterium: demütige Weisheit (3,13-18)
VIII. Prüfungskriterium: weltliche Laxheit (4,1-12)
IX. Prüfungskriterium: Abhängigkeit (4,13-17)
X. Prüfungskriterium: geduldiges Ertragen (5,1-11)
XI. Prüfungskriterium: Fruchtbarkeit (5,12)
XII. Prüfungskriterium: Gebetsleben (5,13-18)
XIII. Prüfungskriterium: wahrer Glaube (5,19.20)
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

Dirk
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Beitragvon Dirk » 21.09.2009 16:34

Hallo Joschie,
schön, daß Du da bist. Viele liebe Grüße erst einmal von mir an Dich und auch an alle hier.
Das ist natürlich ein Thema, daß sicherlich schon x-Mal mit tausenden von Worten diskutiert wurde. Man kann immer viele Worte machen. Ich bin aber ein Freund kurzer, präziser und treffender Antworten, die eng an der Argumentatin und eng am Bibeltext geführt werden. Bin gespannt, ob etwas in der Richtung kommt. $:)
Es gibt Leute, die sich mangels eigenen Gewichtes überall beschweren müssen.

lutz
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Beitragvon lutz » 21.09.2009 16:45

Hallo Dirk,

vielleicht gehst du zuerst einmal auf deine Verständnisprobleme ein bzgl. Max Beitrag (18. 5. 2009; 14: 59 Uhr, Thema: Jak.2, 21).

Max hat sich sehr viel Mühe gemacht, dir etwas nahe zu bringen.
Was davon ist unverständlich oder unschlüssig geblieben?

Lutz

Dirk
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Beitragvon Dirk » 21.09.2009 17:04

Ja, den Beitrag will ich gerne noch einmal durchlesen.
Du bist also der Meinung es seien MEINE VERSTÄNDNISPROBLEME, nicht wahr? Also liegt das Problem BEI MIR, stimmts? Schade.
Es gibt Leute, die sich mangels eigenen Gewichtes überall beschweren müssen.

Dirk
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Beitragvon Dirk » 21.09.2009 17:10

lutz hat geschrieben:Hallo Dirk,

vielleicht gehst du zuerst einmal auf deine Verständnisprobleme ein bzgl. Max Beitrag (18. 5. 2009; 14: 59 Uhr, Thema: Jak.2, 21).

Max hat sich sehr viel Mühe gemacht, dir etwas nahe zu bringen.
Was davon ist unverständlich oder unschlüssig geblieben?

Lutz
So lieber Lutz, um es kurz zu machen. Maxh schrieb: "Der Zusammenhang ist aber trotzdem extrem wichtig..."
Und das ist aus meiner Sicht nicht zutreffend. Jakobus (oder wer auch immer) lehrt klipp und klar, daß es zum Heil auch Werke bedarf. Der Zusammenhang mag hie und da zu Deutung wichtig sein, aber v.a. mit dem Hinweis auf 1.Mo 22 zeigt der Schreiber des Jakobusbriefes, daß er es genau so meint, wie er es auch geschrieben hat. Sorry, aber die Antwort von Maxh halte ich für unzutreffend.
Die Mühe von Maxh in allen Ehren, aber trotz der vielen Worte ist ihm nicht ein Argument gelungen. Es wäre, lieber Lutz, da Du Dich genötigt siehst hier Antwort zu geben, hilfreich, wenn Du einfach direkt bezug auf meine Argumente nähmest und diese (idealerweise) biblisch widerlegen würdest.
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maxb
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Beitragvon maxb » 22.09.2009 10:47

Hallo Dirk,
vlt. könntest du uns ja mal den Text auslegen, am besten so ab Jak 2,1. Der Brief wurde ja ohne Zwischenüberschriften geschrieben, deshalb fänd ich es mal interessant zu sehen, wie du den Gedankenverlauf durch das ganze Kapitel und dann auch noch im Kontext vom ganzen Brief siehst. Wenn dein Verständnis der einzelnen Verse stimmt, sollten diese ja auch in den ganzen Gedankenverlauf passen.

Dirk
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Beitragvon Dirk » 22.09.2009 15:46

maxb hat geschrieben:Hallo Dirk,
vlt. könntest du uns ja mal den Text auslegen, am besten so ab Jak 2,1. Der Brief wurde ja ohne Zwischenüberschriften geschrieben, deshalb fänd ich es mal interessant zu sehen, wie du den Gedankenverlauf durch das ganze Kapitel und dann auch noch im Kontext vom ganzen Brief siehst. Wenn dein Verständnis der einzelnen Verse stimmt, sollten diese ja auch in den ganzen Gedankenverlauf passen.
Der Jakobusbrief mahnt in 2,1-12 i.W. zur tätigen Nächstenliebe.
Ab Vers 14 verschärft er den Gedanken, nämlich daß ein Glaube ohne Werke nicht retten kann und steigert sich in V 17 zu dem Ergebnis, daß Glaube ohne Werke tot ist, was er in V 20 wiederholt. Soweit so gut. Aber was heißt das jetzt? In Vers 21 kommt der Rückgriff auf Abraham, daß dieser durch die Scheinopferung Isaaks gerecht wurde - die Aussage ist in eine rhetorische Frage verpackt, die der Jakobusbriefschreiber mit "ja" beantwortet haben will. Es geht hier natürlich um die Rechtfertigung vor Gott, genau die, von der Paulus auch im Römerbrief schreibt (die griech. Grundworte sind nämlich dieselben). Die Verse 22 und 23 zeigen uns, daß der Glaube noch einer "Vervollkommnng" durch Werke bedarf und daher alleine offensichtlich nicht ausreicht, was im folgenden Vers 24 auf den Punkt gebracht wird: Der Mensch wird durch Werke (+Glauben) und nicht durch den Glauben allein gerechtfertigt.
Dieser Gedanke schließt hier ab.
Viele trösten sich mit der Auslegung, daß Jakobus hier sagen will, daß echter Glaube Werke hat. Und wenn man nicht sonderlich darüber nachdenkt, mag diese Erklärung auch reichen. Das Problem ist aber, daß hier nicht steht "Der Glaube hat Werke zur FOLGE", sondern es geht hier um das "Zusammenwirken" (Vers 22) - von Glaube und Werken, also ein echter SYNERGISMUS, eben das, was alle Reformierten und Reformatorischen strikt ablehnen.
Nochmal: Wenn Der Jakobusbrief lehren würde, daß echter Glaube Werke zur Folge hat, dann würde ja trotzdem der Glaube alleine retten. Aber eben das sagt er hier nicht. Er bezieht die Werke als Heilsnotwendig aktiv mit ein und das ist nicht nur ein bissl daneben, es ist komplett falsch - zumindest nach evangelischem Verständnis v.a. der Paulusbriefe.
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Enrico
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Beitragvon Enrico » 22.09.2009 17:36

War die Opferung des Sohnes von Abraham denn, rein menschlich gesehen, ein gutes Werk ?
Menschlich gesehen sicher nicht, aber aus Gottes Sicht in jedem Fall.
Denn was tut denn ein an Gott gläubiger Mensch ? Er Glaubt was Gott ihm sagt.

Beispielsweise Gott sagt dass wir uns taufen lassen sollen wenn wir zum Glauben gekommen sind und du tust dies dann...dann hast du Gott gehorcht...für dich ist dies vielleicht gar kein gutes Werk...nichtmal ein gutes.
Aber Du hast gehandelt weil Gott es angeordnet hast, damit hast du Gott geglaubt.

Was ist denn Glaube ???
Reicht es aus zu sagen...ich glaube Gott, aber nun will ich meine Ruhe haben ?
Keineswegs....wer an Gott glaubt, will auch tun was Gott sagt.

Mal ein weltliches Beispiel:

Im Fernsehen kommt die Werbung von Ariel, einem Waschpulver .
Nun renne ich nächsten Tag gleich los um es mir zu kaufen.
Offensichtlich habe ich der Werbung geglaubt...oder ? :lol:

Wenn Du Dirk...ein straffer ungläubiger Atheist wärest...und nun kommt ein Christ daher und möchte dass du ihm von deinem vielen Geld ein Bibelvideoportal finanzierst und noch etliches mehr...der Christ sagt dir dass er mit den Internetprojekten Menschen für Jesus gewinnen möchte, damit noch Menschen gerettet werden und nicht in die Hölle müssen.

Würdest du als, Atheist, diesen Christen helfen und unterstützen mit deinem Geld ? :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:
Ich denke du würdest ihn wenn überhaupt nur auslachen.

So aber tust du es...nicht weil es jemand verlangt von dir,niemand zwingt Dich dazu, es hält dir auch keiner eine Pistole vor die Brust....nein Du tust es aus eigener Überzeugung, weil du einen Sinn darin siehst.
Du handelst aus Liebe...
Weil es dir selbst am Herzen liegt....Weil du an Gott durch seinen Sohn gläubig bist....für Dich ist es selbstverständlich lieber Dirk....aus Gottes Sicht allerdings ist dein Glaube an IHN durch gute Werke begleitet und ausgewiesen.
Jeder Mensch der sich durch Videos bekehrt, welche Du mitfinanziert hast...hast du ohne es vielleicht zu wollen...Anteil daran.
Jeder MEnsch der in einer Schwierigen Situation einen Segen durch Content empfängt welches Du mitfinanziert hast....hast Du ihm deine Hand gereicht...du hast Anteil...daran wenn dieser Mensch sich am Segen Gottes erfreut-, getröstet-oder auferbaut wird.

lutz
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Beitragvon lutz » 23.09.2009 17:15

Dirk hat geschrieben:
„Es geht hier natürlich um die Rechtfertigung vor Gott, genau die, von der Paulus auch im Römerbrief schreibt (die griech. Grundworte sind nämlich dieselben).“
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Ist das dein einziges Argument?
Es gibt sicher eine Reihe von Leuten, die gerade andersherum schlussfolgern.
Jakobus lehre die Rechtfertigung durch Werke vor Gott und Paulus liegt falsch.
Max erklärt sehr gut den Begriff der „Rechtfertigung“ im Jakobusbrief – dies ist völlig ausreichend.
Zusätzlich verweise ich noch auf den Vortrag von Joachim Schmitsdorf, gehalten auf der Betanienkonferenz (mindestens: ab S. 13 des Manuskripts; 1. 2. 4. „Vierter Kardinalfehler: Man schreibt Wörtern falsche Bedeutungen zu“).
---------------------------------------------------------
Dirk hat geschrieben:
„ … dass ein Glaube ohne Werke nicht retten kann und steigert sich in V 17 zu dem Ergebnis, dass Glaube ohne Werke tot ist, was er in V 20 wiederholt. Soweit so gut. Aber was heißt das jetzt?“
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Dazu möchte ich noch einige Gedankenanstöße formulieren:
In 2, 14 wendet sich Jakobus an die Brüder mit einer Belehrung über Leute, die lediglich behaupten Glauben zu besitzen. Es gibt aber nichts anderes als eine Behauptung in ihrem bisherigen Leben zu sehen.
(Die eigentliche Absicht des Jakobusbriefes in 1, 2 – 4: Erkennen, dass die Glaubensprüfung standhaftes Ausharren bewirkt; dieses muss zu voller Betätigung führen; Zweck des Ganzen: die Brüder sollen vollkommen und tadellos sein und keinerlei Mangel zeigen.)

Jakobus fragt also: Vermag denn der Glaube, den diejenigen bekennen, zu retten? Man kann nichts sehen, auch in Anfechtungen nichts von Betätigung oder …
Gänzlich von Unglauben redet Jakobus nicht, er gesteht ihnen den Begriff Glaube zu im Sinne von 2, 19. Dann beschreibt Jakobus diese Art von Glauben als „tot“.
Er lässt uns auch nicht im Unklaren darüber, was er mit lebendig meint:
„Aus freiem Liebeswillen hat er uns durch das Wort der Wahrheit ins Dasein gerufen …“ (Jak. 1, 18)
Es geht also nicht darum, dass er denen mit einem toten Glauben eine Unvollständigkeit bescheinigen möchte, so als ob sie noch etwas Hinzufügen müssen, damit es nun endlich der Glaube von Jak. 2, 1 wird.
Es ist auch nicht so, als ob die Werke den toten Glauben lebendig machten.
Jakobus betrachtet die Beziehung von Glaube (Jak. 2, 1) und Werke in einer solchen Einheit, dass er sagt: „Denn ebenso, wie der Leib ohne Geist tot ist, ebenso ist auch der Glaube ohne Werke tot.“ (Jak. 2, 26) und widrige Umstände, die besonders geeignet sind, dem Glauben entsprechende Werke zu zeigen, schätzt er so ein, dass er aufruft: „Erachtet es für lauter Freude, meine Brüder, wenn …“ (Jak. 1, 2).
Das Beispiel mit Abraham ist von Max sehr ausführlich und präzise dargestellt.

Damit zeigt Jakobus eindrücklich, dass der lebendige Glaube – gerade in der Anfechtung - kein müßiger, fauler ist. Er zeigt außerdem, dass dieser Glaube sich nicht erschöpft in einer rein innerlichen Haltung oder einem bloßen verbalen Zustimmen. Das steht in keinster Weise im Widerspruch zu einem evangelischen Verständnis.

Lutz

Ralf_Wtal
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Querdenker

Beitragvon Ralf_Wtal » 23.09.2009 21:16

Hallo Dirk,

ich kann mich nur darüber wundern, was für Antworten Du hier bekommst, die dein hermeneutisches Problem nicht, aber auch garnicht lösen.

Dein Gedankengang der Beziehung zwischen Gauben und Werken ist nachvollziehbar und keineswegs übervernünftig. Die Aussage des Jakobusbriefes ist ganz eindeutig:

Der Glaube ist ohne die Werke tot.

Ich habe die Artikel unterstrichen, denn das Problem ist doch: Von welchem Glauben und von welchen Werken ist hier die Rede.

Bereits die Lehrbriefe bekämpfen Häresien. Die Gnosis (die sogenannte Erkenntnis) und den Doketismus. Doketismus bezeichnet die Lehre, Jesus Christus habe nur scheinbar einen physischen Körper gehabt und am Kreuz auch keine Leiden empfunden. Wie konnte Jesus Christus dann die Werke tun, die Grundlage für die Gerechtigkeit und unsere Rechtfertigung bilden.

Glaube und Werke gehören unmittelbar zusammen und werden durch Jakobus abstrahiert. Deshalb wird auch das menschliche Handeln (Jak. 2,15+16) gleichnishaft herangezogen.

In Jak. 2,1 steht: Habet den Glauben unseres Herrn Jesus Christus (Genitiv). Es ist vom Glauben Jesu und seinen Heilswerken die Rede.

Dazu Gal. 3,24+25

Das Gesetz (von der Werkgerechtigkeit redet auch Paulus nicht) ist Zuchtmeister auf Christus hin, damit ...
Da aber der Glaube gekommen ist ... ihr alle seid Söhne Gottes durch den Glauben Jesu Christi (wieder der Genitiv)

Merkwürdige Formulierung: Der Glaube ist gekommen. Ja, Christus ist gekommen und er hat den Glauben gebracht. Wieder wird der Glaube abstrahiert, ja Christus wird mit dem Glauben gleichgesetzt.

So auch Röm. 1,17: Auf der Grundlage des Glaubens (Christi) kommen wir zu Glauben. Etymologisch hat Glaube im griechischen Text eine andere Bedeutung als in unserer Sprache. Es ist Treue gegenüber Gott, seinem Wort und seinem Gesetz. Der Gerechte (ausschl. Christus, der für die Ungerechten gestorben ist) wird aus Glauben leben. Das Gesetz sagt, das der leben wird, der das Gesetz tut. Niemand wird so vermessen sein und behaupten, er könne das Gesetz halten und niemand wird so vermessen sein und behaupten Christus habe das Gesetz nicht gehalten, denn er ist der TELOS des Gesetzes (Röm. 10,4), jedem Glaubenden zur Gerechtigkeit.

Viele Ausleger flüchten in sogenannte Gesetzeswerke und Glaubenswerke, aber immer anthropozentrisch, weil sie anders nicht denken können.

Fassen wir zusammen:

Der Glaube, der mit Christus gekommen ist, hat Heilswerke, die Christus getan hat, da er tatsächlich und nicht nur scheinbar ins Fleisch gekommen ist. Wahrer Glaube sucht seine Grundlage im Glauben (der wahren Treue) Christi. Christus hat meinen Glauben gelebt und zu diesem Glauben die Heilswerke hinzugeleistet. Da ich aber aus mir selber keinen wahren Glauben entwickeln kann und Glaube eine Gabe Gottes ist, werde ich mit den Werken und durch die Werke, die zum Glauben (Christi) gehören, lebendig. Ganz praktisch ist die Auferstehung ein Werk, das lebendig macht, deshalb heißt es auch, daß wir sein Werk sind. (Eph. 2,10).

So auch die weitere Argumentation mit dem Glauben Abrahams. Er hat seinen Sohn Isaak nicht geopfert, wie es in Jak. 2,21 steht. Aber der Glaube Abrahams, der auf der Grundlage des Glaubens Christi ruht, stellt Abraham so, als hätte er das Opfer gebracht, das tatsächlich der Christus gebracht hat. Also ist der Glaube Abrahams durch das Werk (Christi) vollendet.

Wenn schon Martin Luther, der aus dem häretischen Werksverständnis des Katholizismus kam, mit dem Jakobusbrief seine Probleme hatte, dann darf ich sagen, daß ich mich lange damit auseinandergesetzt habe und das ganze Gefasel über die Glaubenswerke einfach unbefriedigend ist.


Liebe Grüße
Ralf
Dum spiro, disco (Solange ich atme, lerne ich)

lutz
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Beitragvon lutz » 24.09.2009 11:07

Ich möchte noch schnell eine Ergänzung zu meinem letzten Beitrag vornehmen.
Es könnte doch zu Missverständnissen kommen.

Ich habe geschrieben:
„Jakobus betrachtet die Beziehung von Glaube (Jak. 2, 1) und Werke in einer solchen Einheit, dass er sagt: „Denn ebenso, wie der Leib ohne Geist tot ist, ebenso ist auch der Glaube ohne Werke tot.“ (Jak. 2, 26) …“

Es ist nicht der Glaube von Jakobus 2, 1, der ohne Werke tot ist.
Der Glaube von Jakobus 2, 1 ist gerade der, der in der Anfechtung mit entsprechenden Werken einhergeht und das zeigt Jakobus am Beispiel Abrahams und das ist genau der Glaube der Brüder.
Die Brüder sind lebendig gemäß Jakobus 1, 18, d. h. aber nicht, dass sie nun keine Korrektur mehr brauchen.
Jakobus korrigiert sie und zwar gottzentriert, sehr schön in Jakobus 2, 4. 5 zu sehen.

Diejenigen mit dem toten Glauben (der ist ohne Werke gerade in der Anfechtung) sind auch nicht lebendig zu nennen. Ihnen wird lediglich der Glaube von Jakobus 2, 19 zugestanden – mehr nicht.

Lutz

Dirk
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Beitragvon Dirk » 24.09.2009 11:53

lutz hat geschrieben: Ist das dein einziges Argument?
Widerlege es oder nimm es an, aber sei doch nicht so polemisch.
lutz hat geschrieben: Man schreibt Wörtern falsche Bedeutungen zu
Ist immer ein Fehler, wenn es passiert. Aber was soll das hier? Ist mir dieser Fehler unterlaufen? Wo? Beweise es.
lutz hat geschrieben: Dazu möchte ich noch einige Gedankenanstöße formulieren:
In 2, 14 wendet sich Jakobus an die Brüder mit einer Belehrung über Leute, die lediglich behaupten Glauben zu besitzen.
Das vermutest Du.
lutz hat geschrieben: Die eigentliche Absicht des Jakobusbriefes ...
Typisches Bibelschulgeschwätz. Sorry, aber woher willst Du denn die Absicht des Schreibers kennen? Warst Du dabei? Hat er Dir seine Absicht dargelegt? Schreibe nicht "Die Absicht ist...", sondern "Ich vermute, daß es die Absicht ist..."
lutz hat geschrieben: Damit zeigt Jakobus eindrücklich, dass der lebendige Glaube – gerade in der Anfechtung - kein müßiger, fauler ist. Er zeigt außerdem, dass dieser Glaube sich nicht erschöpft in einer rein innerlichen Haltung oder einem bloßen verbalen Zustimmen. Das steht in keinster Weise im Widerspruch zu einem evangelischen Verständnis.
Das was Du in diesem zitierten Absatz schreibst, steht in der Tat nicht gegen das evangelische Verständnis und Du hättest in meinem Posting auch lesen können, daß es mir nicht um die Frage geht, daß echter Glaube Werke hat. Der Jakobusbrief lehrt in Vers 22 einen Synergismus und das ist ein Problem. Der Jakobusbrief gibt auch die Rechtfertigung Abrahams falsch wieder. Du versuchst diese Dinge herunterzuspielen, aber ich finde sie höchst problematisch.
Zuletzt geändert von Dirk am 24.09.2009 14:10, insgesamt 1-mal geändert.
Es gibt Leute, die sich mangels eigenen Gewichtes überall beschweren müssen.

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Re: Querdenker

Beitragvon Enrico » 24.09.2009 13:12

Ralf_Wtal hat geschrieben:....

Fassen wir zusammen:

Der Glaube, der mit Christus gekommen ist, hat Heilswerke,

....
Stimmt,
aber deine Aussage stimmt eben nur zum Teil.

Natürlich verlasse ich mich selbst nicht auf meine "eigenen" Werke.

Sondern Jesus selbst hat ALLE Gebote gehalten und ALLES getan um mich zu erlösen und mir das ewige Leben zu schenken.

Dennoch sagt Jesus aber dass Wer Ihn liebt, der hält auch seine Gebote.
Und sein Gebot ist nunmal dass wir uns einander so lieben sollen wie ER uns geliebt hat.
Liebe äussert sich aber Praktisch.

lutz
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Beitragvon lutz » 24.09.2009 16:41

Hallo Dirk,

ich versuche es mal etwas anders.
Dazu verwende ich zwei ältere Beiträge von dir.
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Verfasst am: 21.11.2008 21:46 Titel: Schaffet, daß ihr selig werdet,...(Phil. 2,12)

Diese Textstelle wird in der Schlachter etwas sanft mit "verwirklicht eure Rettung,..." wiedergegeben, aber wenn ich einen Blick auf den griech. Text lege, dann scheint die Luther-Übersetzung "schaffet" (im Sinne von "arbeitet") und "selig" (im Sinne von "errettet werden"), den Nagel beser auf den Kopf zu treffen.
Aaalso, hier meine Frage: In der Regel habe ich kein Problem mit Stellen, die nach Werkegerechtigkeit aussehen (z.B. Mt. 25 und Jak. 2,13 etc.), da ich überzeugt bin, dass GOTT es ist, der alles in den Auserwählten wirken wird. Doch mit der Philipper-Stelle habe ich ein Problem, da hier die Kausalität im Sinne einer Werkegerechtigkeit "verdreht" zu sein scheint: Das Schaffen bewirkt hier offensichtich die Seligkeit. Hat jemand eine gute Erklärung für diese Stelle?
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Zu diesem Thema hast du dich nicht wieder geäußert. Wie ist die Sache hier ausgegangen?
Gehört der Philipperbrief in die Bibel und ist unfehlbares Wort Gottes?
Lehrt der Philipperbrief eine Kausalität im Sinne der Werkegerechtigkeit?

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Verfasst am: 28.11.2008 09:51 Titel: @tschilli / Nachtrag

Hallo Tschilli,
nur, dass wir uns nicht mißverstehen, ich denke auch nicht, dass wir durch unsere guten Taten gerecht werden (das wäre katholisch), sondern dass bei den Gerechten diese Dinge vorhanden sind. Doch Verse wie Mt. 7,21 , Joh. 15,10 und auch Gal. 5,19-21 sind auch eine Tatsache der Schrift, die man irgendwie mit der "Errettung aus Gnade" in Übereinstimmung bringen muss. Wenn Du meinst ich liege falsch, dann sage mir bitte Deine Sicht. Ich bin stets bereit dazuzulernen.

Liebe Grüße,
Dirk
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Hast du die Verse Mt. 7, 21; Joh. 15, 10 und auch Gal. 5, 19 – 21 mit der „Errettung aus Gnade“ in Übereinstimmung bringen können?
Wenn ja, nach welchen Prinzipien?
Wenn nein, gehören dann das Matthäusevangelium, Johannesevangelium und Galaterbrief nicht mehr in die Bibel?

Lutz


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