Sündenerkenntnis

Lehrfragen in Theorie und Praxis - also alles von Bibelverständnis über Heilslehre und Gemeindelehre bis Zukunftslehre

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Susanne
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Sündenerkenntnis

Beitragvon Susanne » 23.09.2009 22:03

Ist es für einen Christen im Alltag wichtig Sündenerkenntnis zu haben? Was, wenn er keine hat? Bedeutet das, er lebt nicht genug im Bewusstsein der Gerechtigkeit Gottes? Sollte man sich gedanklich mit seinen Sünden beschäftigen und sie bewusst aufspüren um darüber Buße zu tun?
Danke für alle Antworten :)

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Enrico
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Beitragvon Enrico » 24.09.2009 00:31

Ich möchte dir mal mit einer Frage und einem biblischen Beispiel antworten.

Zuerst das biblische Beispiel:

Ich sage euch aber, daß die Menschen müssen Rechenschaft geben am Jüngsten Gericht von einem jeglichen unnützen Wort, das sie geredet haben
(Matthäus 12 vers 36)

Dies liebe Susanne sind die Worte von Jesus selbst.

Nun die Frage:

Weisst du wieviele unnützen Worte du schon in deinem Leben geredet hast ?
Wieviele unnütze Worte redest du an einem Tag ?
Vielleicht im Selbstgespräch...
Vielleicht zu anderen Menschen...auf Arbeit...in der Freizeit...in der Gemeinde....wieviele unnütze Worte redest du ?
Weisst du dass ???

Mache dir doch darüber mal bitte Gedanken, wieviele unnütze Worte du so am Tag redest im Angesicht des Wortes welches Jesus da sagt dass wir einmal Rechenschaft ablegen müssen am Tag des jüngsten Gerichtes für ein jegliches unnütze gesprochende Wort.

Also ehrlich gesagt....wenn ich diese Frage an mich selber stelle....dann grauts mir regelrecht...


Den meissten Menschen ist es gar nicht bewusst, gerade die Ungläubigen und Atheisten.
Sie gehen in die Kneipe und trinken dann erstmal bis sie gar nicht mehr wissen was sie so reden.
Am Stammtisch geht dann die Post ab.
Es wird gegröllt-, geschimpft (zumeisst über andere)...gelästert...und gefeiert oder Kartenspielen...
wieviele unnütze Worte geschehen an einem einzigen Stammtischabend in einer Kneipe ???
Oder im Fussballclub ???

und Jesus sagt:

Ich sage euch aber, daß die Menschen müssen Rechenschaft geben am Jüngsten Gericht von einem jeglichen unnützen Wort, das sie geredet haben
(Matthäus 12 vers 36)


Als ich diese Bibelstelle gelesen hatte und der HERR mir aufschloss was sie da eigentlich aussagt...ist mir ganz mulmig geworden.


Wieviele unnütze Worte habe ich nicht schon alles geredet....wieviele unnütze Worte rede ich heute noch am Tag....
Wieoft und wieviel habe ich schon geschworen etwas zu tun ohne es einhalten zu können ...

und Jesus sagt:

Ich sage euch aber, daß die Menschen müssen Rechenschaft geben am Jüngsten Gericht von einem jeglichen unnützen Wort, das sie geredet haben
(Matthäus 12 vers 36)


Was können wir also tun ?
Wie wollen wir uns rechtfertigen am Tage des jüngsten Gerichts ?
Wenn ich dran denke was ich schon alles unnütz geredet habe und immer wieder noch weiter geredet habe...wird mir Angst und Bange...


Aber Jesus zeigt den (Aus)Weg !

Wer an ihn glaubt, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, denn er glaubt nicht an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes.
(Johannes 3 vers 18)

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen.
(Johannes 5 vers 24)

Ebenso sagt Jesus zu seinen Jüngern nach seiner Auferstehung:

Und nachdem er das gesagt, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfanget heiligen Geist! 23Welchen ihr die Sünden vergebet, denen sind sie vergeben; welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten.
(Johannes 20 vers 22+23)

und weiter steht in der Bibel:

So wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Untugend.
(1. Johannes 1 vers 9)


Wir sehen also dass wenn wir glauben an Jesus dem Christus und Sohn Gottes und hören die Worte Jesus oder auch lesen und glauben DEM der Ihn geschickt hat, so werden wir nicht gerichtet werden, wir haben dann das ewige Leben und Jesus hat seinen Jüngern seinen heiligen Geist gesandt und uns die Vollmacht gegeben in Seinem Namen einander unsere Sünden zu vergeben und hat uns sein Wort gegeben wo auch zu lesen ist dass wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist ER treu und gerecht dass ER sie uns vergibt und uns Reinigt von aller Untugend.


Ja...liebe Susanne ...ich sage dir....seelig wenn dir deine Sünden bewusst sind...denn dann kannst du Gott den Vater im Namen von Jesus um Vergebung für Deine Sünden bitten und Du wirst sie auch erhalten, weil Gott dies in seinem Wort zusagt.


"HERR vergibt mir alle meine unnütze geredeten Worte, die ich geredet habe, vergib mir auch unnütze Gedanken, die ich bewusst oder unbewusst gedacht habe, vergib mir auch alle unnütze Werke die ich getan habe, im Namen von Jesus dem Christus...deinem Sohn...dem Sohn Gottes....Amen"



P.S.:
Menschen denen ihre Sünden nicht bewusst sind....werden Gott nicht darum um Vergebung bitten.

PvE
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Beitragvon PvE » 24.09.2009 08:33

Ist es für einen Christen im Alltag wichtig Sündenerkenntnis zu haben? Was, wenn er keine hat?
"Wenn wir sagen, daß wir Gemeinschaft mit ihm haben, und wandeln in der Finsternis, so lügen wir und tun nicht die Wahrheit."
- 1. Johannes 1,6

"Wenn wir sagen, daß wir keine Sünde haben, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns."
- 1. Johannes 1,8

"Wer da sagt: Ich kenne ihn, und hält seine Gebote nicht, der ist ein Lügner, und in solchem ist keine Wahrheit."
- 1. Johannes 2,4


Wenn also jemand vorgibt, Christ zu sein, sich aber in keiner Weise seiner Sündhaftigkeit bewusst ist und sich entsprechend auch nicht um Vergebung sehnt, kann er auch kein Chrst sein.

Verwechsle das aber nicht damit, dass man sich sozusagen als "heilsnotwendiges Werk" ständig jeder kleinsten Sünde bewusst sein muss. Je besser man Gottes Wort kennt (insb. das AT), desto klarer wird einem die eigene Sündhaftigkeit und entsprechend die Rettungsbedürftigkeit vor Augen geführt.

Als Tipp: Falls Du es noch nicht kennst, würde ich Dir wärmstens das Buch "Pilgerreise" von John Bunyan empfehlen (ca. 13 EUR bei Amazon). Es ist zwar schon über 400 Jahre alt, aber immer noch eines der hilfreichsten Bücher für das Glaubensleben.

Gruß
Oliver

Susanne
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Beitragvon Susanne » 24.09.2009 13:42

Danke herzlichst für die Antworten.

Pilgerreise kenne ich seit meiner Kindheit gut und profitiere immer wieder davon :)

Ich weiß nicht genau, ob ich ganz verstanden wurde. Mir ist schon klar, dass ein Christ immernoch sündigt.
Aber meine Frage geht mehr in die Richtung: Wenn ich z.B.einen langen Arbeitstag hatte und bete nun vor dem Schlafen für meine Familie, Gemeinde, Freunde etc... ist es in dem Augenblick notwendig, konkret darüber nachzudenken: Was habe ich heute gesündigt, um darüber Buße zu tun? Oder ist das mehr ein Schauen auf mich selbst und Fokusieren auf die Sünde, die Christus doch sowieso schon besiegt hat? Ich bin vor Gott ja gerechtfertigt, egal wieviel ich an dem Tag gesündigt habe (ohne dass diese Rechtfertigung mir "Freiheit" zur Sünde gibt natürlich), oder?

PvE
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Beitragvon PvE » 24.09.2009 15:10

ist es in dem Augenblick notwendig, konkret darüber nachzudenken: Was habe ich heute gesündigt, um darüber Buße zu tun?

Was meinst Du mit "notwendig"? Wofür notwendig?

Jörg
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Beitragvon Jörg » 24.09.2009 18:33

Susanne hat geschrieben:
Aber meine Frage geht mehr in die Richtung: Wenn ich z.B.einen langen Arbeitstag hatte und bete nun vor dem Schlafen für meine Familie, Gemeinde, Freunde etc... ist es in dem Augenblick notwendig, konkret darüber nachzudenken: Was habe ich heute gesündigt, um darüber Buße zu tun? Oder ist das mehr ein Schauen auf mich selbst und Fokusieren auf die Sünde, die Christus doch sowieso schon besiegt hat? Ich bin vor Gott ja gerechtfertigt, egal wieviel ich an dem Tag gesündigt habe (ohne dass diese Rechtfertigung mir "Freiheit" zur Sünde gibt natürlich), oder?
Hallo Susanne, interessante Frage. Meine Überzeugung ist, daß man zwei Extreme vermeiden sollte. Da wäre zum einen der oberflächliche Christ, der nichts mit Aufforderungen wie "Selbstprüfung" anfangen kann. Zum anderen der fast schon krankhafte Christ, der meint, er müßte noch die letzte Sünde in seinem Leben herausfinden, bevor er sich von Gott angenommen weiß. Letzteren gelten besonders die Worte von Jochen Klepper:

Sieh nicht, wie arm du Sünder bist, der du dich selbst beraubtest. Sieh auf den Helfer Jesus Christ! Und wenn du ihm nur glaubtest, daß nichts als sein Erbarmen frommt (nützt) und daß er dich zu retten kommt, darfst du der Schuld vergessen, sei sie auch unermessen.

Ich denke, daß ein ehrliches "Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern" durchaus ausreichend sein kann - sofern es nicht einfach dahergeplappert ist.

Gruß

Jörg
Es muß alles erst einmal an Gott vorüber, bevor es mich treffen kann. (Helmut Thielicke)

Susanne
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Beitragvon Susanne » 24.09.2009 21:45

@ PvE: Entschuldige die ungeschickte Formulierung. Ich meine einfach erstrebenswert oder Gott wohlgefällig...

@ Jörg: Sehr hilfreicher Beitrag! Danke.

PvE
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Beitragvon PvE » 25.09.2009 14:16

Ich meine einfach erstrebenswert oder Gott wohlgefällig...

Vielleicht kann man das mit einem Bild erklären: Ist es für ein Kind erstrebenswert, seinen Eltern zu sagen, dass es sie lieb hat? Wenn es sie lieb hat, wird es ihnen das sagen, wenn nicht dann nicht.

Sprich: Wenn Du abends im Bett liegst und über den Tag nachdenkst, wird Dir sicherlich das eine oder andere einfallen, was gegen das Gesetz (= den gesamten in der Schrift niedergelegten Willen Gottes) war. Wenn Du Dir dann der Gnade bewusst wirst, dass all dieses Fehlverhalten im Opfer Christi hinweggetan ist, wirst Du vermutlich dankbar sein.

Ich halte jedodoch nichts davon, jeden Abend ein Sprüchlein aufzusagen, nur damit das auch noch erledigt ist, oder noch schlimmer: Damit man im himmlischen Punktekonto Punkte gutgeschrieben bekommt. Das ist unserer Erlösung nicht würdig.

Vielelicht kannst Du damit was anfangen.

Susanne
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Beitragvon Susanne » 25.09.2009 18:23

Ja kann ich $:) :idea:
Danke sehr!


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