Reich Gottes oder Reich der Himmel im MtEv

Lehrfragen in Theorie und Praxis - also alles von Bibelverständnis über Heilslehre und Gemeindelehre bis Zukunftslehre

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eugen
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Reich Gottes oder Reich der Himmel im MtEv

Beitragvon eugen » 08.12.2009 19:12

Kürzlich las ich in "Basisinformation zur Bibel" von MacArthur über das Matthäus Evangelium:

"Matthäus achtet sogar auf die jüdische Scheu vor dem Aussprechen des
Namens Gottes und verwendet den Ausdruck »Reich der Himmel«, wo die
anderen Evangelisten vom »Reich Gottes« sprechen."


Zunächst habe ich es ihm einfach geglaubt. Doch dann bemerkte ich, dass der Ausdruck "Reich Gottes" doch ein paar mal im MtEv verwendet wird (6,33; 12,28; 19,24; 21,31; 21,43).

Wisst ihr warum JMA diese Behauptung macht, der Ausdruck "Reich Gottes" werde im MtEv nicht verwendet?

Danke.

PS: Übrigens kann das Buch beim clv.de kostenlos runtergeladen werden (wer es nachlesen möchte).

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Joschie
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Beitragvon Joschie » 08.12.2009 21:32

Zum besseren Verständnis
Hintergrund und Umfeld
Das jüdische Kolorit des Matthäusevangeliums ist unverkennbar und wird
schon im einleitenden Stammbaum deutlich, den Matthäus auf Abraham
zurückführt. Im Gegensatz dazu geht Lukas, der Christus als den Erlöser der
Menschheit darstellt, ganz zum Anfang bis zu Adam zurück. Matthäus verfolgt
eine klare Absicht: Er will zeigen, dass Christus der König und Messias
Israels ist. Dieses Evangelium zitiert über 60 Mal prophetische
Abschnitte
aus dem Alten Testament, um hervorzuheben, dass Christus die Erfüllung all
dieser Verheißungen ist.
Dass der Leserkreis des Matthäus vorwiegend jüdisch war, ist außerdem aus
etlichen Tatsachen ersichtlich:
1. Im Gegensatz zu den anderen Evangelisten zitiert er gewöhnlich jüdische
Bräuche, ohne sie zu erklären (vgl. Mk 7,3; Joh 19,40).
2. Er bezeichnet Christus immer wieder als »Sohn Davids« (1,1; 9,27; 12,23;
15,22; 20,30; 21,9.15; 22,42.45).
3. Matthäus achtet sogar auf die jüdische Scheu vor dem Aussprechen des
Namens Gottes und verwendet den Ausdruck »Reich der Himmel«, wo die
anderen Evangelisten vom »Reich Gottes« sprechen.

4. Alle wichtigen Themen gründen im Alten Testament und werden ins Licht
der Messiaserwartung
Israels gestellt.
Seine Absicht ist klar: Er will zeigen, dass Jesus der lange erwartete Messias
des jüdischen Volkes ist. Sein häufiges Zitieren aus dem Alten Testament
will die Identität des verheißenen Messias mit dem Christus der Geschichte
aufzeigen.
Diesen Zweck verliert Matthäus nie aus den Augen und er führt
sogar viele beiläufige Details aus den alttestamentlichen Prophezeiungen an,
um Jesu messianischen Anspruch zu beweisen (z.B. 2,17.18; 4,13-15; 13,35;
21,4.5; 27,9.10).
Schlüssellehren im Matthäusevangelium
Jesus ist der Messias – auch Christus genannt; verheißen im Alten Testament
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

Jörg
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Beitragvon Jörg » 09.12.2009 07:38

Hallo Eugen,

ich denke, MacArthurs Aussage hört sich schon widersprüchlich an. Seltsam ist nur, daß er in seiner Studienbibel zu Matth 6, 33, wo der Ausdruck "Reich Gottes" steht, nicht auf diesen Widerspruch eingeht und schreibt: "6,33 Reich Gottes. Dasselbe wie das Reich der Himmel. S. Anm. zu 3,2. Der Begriff bezeichnet die Sphäre des Heils. Jesus drängte seine Zuhörer, nach dem Heil zu trachten – denn darin sollten sie die volle Fürsorge Gottes finden. Vgl. Röm 8,32; Phil 4,19; 1Pt 5,7." Schade, daß man nicht einfach mal bei ihm nachfragen kann.

William MacDonald drückt es in seinem Kommentar - so finde ich - besser aus: "Der Ausdruck "Reich der Himmel" findet sich nur im Matthäusevangelium, "Reich Gottes" dagegen wird in allen vier Evangelien benutzt. Praktisch gesehen besteht zwischen beiden kein Unterschied, denn über beide werden die gleichen Aussagen gemacht. In Matth 19, 23 sagt Jesus z. B., daß es für einen Reichen schwer sei, in das Reich der Himmel zu gelangen. Markus (10,23) und Lukas (18,24) schreiben, daß Jesus dasselbe über das "Reich Gottes" sagte (s.a. Matth 19,24, wo der Ausdruck "Reich Gottes im gleichen Zusammenhang verwendet wird)
(aus William MacDonald "Kommentar zum Neuen Testament, S. 30; CLV-Verlag)

Herzliche Grüße

Jörg

P.S.: Weil ja oben drauf hingewiesen wurde, hier noch aus MacArthurs Studienbibel die Anmerkung zu Matth. 3, 2: "das Reich der Himmel". Dieser Begriff ist einzigartig für das Matthäusevangelium. Matthäus verwendet das Wort Himmel als Umschreibung für den Namen Gottes aus Rücksicht auf die Skrupel der jüdischen Leser (vgl. 23,22). Überall sonst in der Bibel wird dieses Reich »das Reich Gottes« genannt. Beide Begriffe bezeichnen den Bereich der Herrschaft Gottes über die Seinen. Derzeit stellt sich dieses Reich dar in der himmlischen, geistlichen Herrschaft über die Herzen der Gläubigen (Lk 17,21); und eines Tages wird es als buchstäbliches irdisches Reich aufgerichtet werden (Offb 20,4-6). ist nahe herbeigekommen. Das Reich ist in einem gewissen Sinn bereits Wirklichkeit, doch in seinem vollsten Sinn wartet es noch auf seine künftige Erfüllung.
Es muß alles erst einmal an Gott vorüber, bevor es mich treffen kann. (Helmut Thielicke)

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Joschie
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Beitragvon Joschie » 10.12.2009 20:39

Wieleicht liegt es an der Übersetzung :?:
basileia



Übersetzung(en) in der Elberfelder Bibel:

Reich (150), Königreich (8), Königtum (2), Königreiche (1)


Reich (150 Vorkommen in 145 Bibelstellen)
Mt 3,2 und spricht: Tut Buße, denn das Reich der Himmel ist nahe gekommen.
Mt 4,8 Wiederum nimmt der Teufel ihn mit auf einen sehr hohen Berg und zeigt ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit
Mt 4,17 Von da an begann Jesus zu predigen und zu sagen: Tut Buße, denn das Reich der Himmel ist nahe gekommen.
Mt 4,23 Und Jesus zog in ganz Galiläa umher, lehrte in ihren Synagogen und predigte das Evangelium des Reiches und heilte jede Krankheit und jedes Gebrechen unter dem Volke.
Mt 5,3 Glückselig die Armen im Geiste, denn ihrer ist das Reich der Himmel.
+ 140 weitere Stellen

Königreich (8 Vorkommen in 5 Bibelstellen)
Mt 24,7 Denn es wird sich Nation wider Nation erheben und Königreich wider Königreich, und es werden Hungersnöte und Seuchen sein und Erdbeben an verschiedenen Orten.
Mk 13,8 Denn es wird sich Nation wider Nation erheben und Königreich wider Königreich; und es werden Erdbeben sein an verschiedenen Orten, und es werden Hungersnöte und Unruhen sein. Dies sind die Anfänge der Wehen.
Lk 21,10 Dann sprach er zu ihnen: Es wird sich Nation wider Nation erheben und Königreich wider Königreich;
Off 17,12 Und die zehn Hörner, die du sahst, sind zehn Könige, welche noch kein Königreich empfangen haben, aber Gewalt wie Könige empfangen eine Stunde mit dem Tiere.
Off 17,17 Denn Gott hat in ihre Herzen gegeben, seinen Sinn zu tun und in einem Sinne zu handeln und ihr Königreich dem Tiere zu geben, bis die Worte Gottes vollbracht sein werden.

Königtum (2 Vorkommen in 2 Bibelstellen)
Off 1,9 Ich, Johannes, euer Bruder und Mitgenosse in der Drangsal und dem Königtum und dem Ausharren in Jesu, war auf der Insel, genannt Patmos, um des Wortes Gottes und des Zeugnisses Jesu willen.
Off 17,18 Und das Weib, das du sahst, ist die große Stadt, welche das Königtum hat über die Könige der Erde.

Königreiche (1 Vorkommen in 1 Bibelstelle)
Heb 11,33 welche durch Glauben Königreiche bezwangen, Gerechtigkeit wirkten, Verheißungen erlangten, der Löwen Rachen verstopften,
Gruß Joschie
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

eugen
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Beitragvon eugen » 11.12.2009 15:34

Joschie hat geschrieben:Wieleicht liegt es an der Übersetzung :?:
Nein, daran liegt es nicht. Basileia beschreibt allgemein die Herrschaft. Die Zusätze: "ton ouranon" - "der Himmel" oder "tou teou" [Matth 6,33] - " 'des' Gottes" vervollständigen den Begriff der "Herrschaft".
Merkwürdig erscheint mir nur die Aussage MacArthurs, Matthäus verwende den Begriff "basileia tou teou" nicht. Mir scheint es, dass hinter seiner Aussage irgendein "tieferer Sinn" dahinter steckt. Ich meine, so ein guter Bibelkenner wie JMA, hat das griech. Wörtchen im MtEv sicherlich nicht übersehen.

maxb
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Beitragvon maxb » 11.12.2009 22:26

Macarthur sagt nicht, dass der Begriff nicht verwendet wird, sondern dass er dort nicht verwendet wird, wo die anderen Evangelien ihn verwenden. Kann es sein, dass dort, wo es Parallelstellen in anderen Evangelien gibt, Matthäus immer Reich der Himmel verwendet? Ist jetzt nur mal so eine Vermutung, die jemand mal überprüfen kann, wenn er Zeit hat.

Gast

Beitragvon Gast » 12.12.2009 22:36

Hallo,

vielleicht bringt der Kommentar von Witness Lee etwas dem Verständnis bei?

http://online.recoveryversion.org/FootN ... FNtsID=131

lutz
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Beitragvon lutz » 13.12.2009 01:00

Und wenn der Name W. Lee fällt, möchte ich darauf hinweisen (der besseren Beurteilung wegen), dass es neben Einzelbeiträgen auch ein extra Thema dazu gibt:

http://www.betanien.de/forum/viewtopic.php?t=546

Lutz

Bibel lover
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Beitragvon Bibel lover » 13.12.2009 22:57

http://www.contendingforthefaith.org/li ... ights.html
Sollte man auch beachten :wink: :wink:
Aber zu W.L. möchte ich mich nicht äußern, denn ich kenne weder ihn richtig, noch ist mir seine Lehre genauer bekannt. :wink: :wink:

Aber das ist ja nicht das Thema, war nur ein Einschub.
Ich kann mich mit JMA seiner Aussage anfreunden, finde Sie schlüssig.

LG Johannes
Mein Blog: Gedanken über Gott und die Welt
http://blogofjohannes.wordpress.com

eugen
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Beitragvon eugen » 13.12.2009 23:14

Bibel lover hat geschrieben: Ich kann mich mit JMA seiner Aussage anfreunden, finde Sie schlüssig.
Na dann klär mich doch bitte auf.

Bibel lover
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Beitragvon Bibel lover » 14.12.2009 13:09

3. Matthäus achtet sogar auf die jüdische Scheu vor dem Aussprechen des
Namens Gottes und verwendet den Ausdruck »Reich der Himmel«, wo die
anderen Evangelisten vom »Reich Gottes« sprechen.
Das find ich schlüssig.

:wink: :wink: :wink:
LG Johannes
Mein Blog: Gedanken über Gott und die Welt
http://blogofjohannes.wordpress.com

Gast

Beitragvon Gast » 14.12.2009 14:29

Bibel lover hat geschrieben:
3. Matthäus achtet sogar auf die jüdische Scheu vor dem Aussprechen des
Namens Gottes und verwendet den Ausdruck »Reich der Himmel«, wo die
anderen Evangelisten vom »Reich Gottes« sprechen.
Das find ich schlüssig.

:wink: :wink: :wink:
LG Johannes
Das finde ich überhaupt nicht schlüssig.

1. Warum benutzt dann Matthäus nicht durchgehend nur "Reich der Himmel", sondert er verwendet mindestens vier Mal den Ausdruck "Reich Gottes"?

2. Warum ist das Reich der Himmel in Matt. 3:1-2; 11:11-12 nahe herbeigerückt, während das Reich Gottes in 21:43 schon zur Zeit des AT existierte?

3. Im Ausdruck "Reich Gottes" ist doch der Name Gottes gar nicht enthalten, oder irre ich mich?

Diese Erklärung von MacArtur beantwortet doch die Frage nicht, sondern versucht der Antwort auszuweichen.

lutz
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Beitragvon lutz » 31.12.2009 19:53

Warum verwendet Matthäus „Reich der Himmel“?

Ich weiß nicht warum JMA so auslegt, aber es könnte vielleicht damit zusammenhängen:
Eta Linnemann schreibt z. B. in ihrem Buch ("Was ist glaubwürdig – Die Bibel oder die Bibelkritik?“):
___________________________________________________________________________________
„ … Irenäus bemüht sich, in Auseinandersetzung mit einer Irrlehre, die nicht alle vier Evangelien gelten lassen will, zu begründen, dass jedes eine spezifische Eigenart hat und deshalb unverzichtbar ist.
Das Wahrnehmen der Eigenart der Evangelien in der alten Kirche bedeutet nicht, dass nach ihrer theologischen Eigenart gefragt wurde. …“ (S. 148)
___________________________________________________________________________________
Es ging also in der Kirchengeschichte offensichtlich darum, die Besonderheiten jedes einzelnen Evangeliums zu erklären.

Mit der Auslegung: Matthäus hätte Veränderungen vorgenommen aus Rücksicht …
habe ich aber auch erhebliche Probleme und möchte anhand von Eta Linnemann kurz erklären warum:
______________________________________________________________________________________
„…Was der Augenzeuge mitteilt, ist ihm als Ganzes vorgegeben. … Er bringt die einzelnen Ereignisse so zur Sprache, wie er sie auf Grund seiner Eigenart aus seiner Perspektive wahrgenommen hat, aber er denkt nicht daran, zu verändern oder zu gestalten.
Der Redaktor hat es dagegen nicht mit Geschichte, nicht mit Gesehenem und Gehörtem, sondern mit Geschriebenem zu tun. … Er ist souverän gegenüber seinem Stoff. Er wählt ihn aus, ordnet ihn an und unterwirft ihn seiner Gestaltung.
Wer sich mit dem Werk eines Redaktors beschäftigt, stellt die literarische, nicht die historische Frage. …
Die literarkritische Hypothese billigt den Verfassern der Evangelien nicht die Identität von Augenzeugen zu, die ihr Wissen mitteilen, das sie aus eigener Beteiligung an den Ereignissen besitzen. Man erklärte sie zu Redaktoren, die lediglich Kenntnisse aus zweiter oder dritter Hand nach eigenem Ermessen verarbeitet haben. …“ (S. 74/75)
____________________________________________________________________________________
Bei den Seligpreisungen ist es besonders deutlich – hat Matthäus verändert, stellt sich die Frage nach der Qualität von „Augenzeugenberichten“. Habe ich es nun mit historischen Fakten zu tun oder mit einer Bearbeitung? Wenn Bearbeitung vorliegt, dann kann auch an anderen Stellen Bearbeitung vorliegen ….
Es wird mir dann immer schwerer sein von historischen Fakten zu reden …
____________________________________________________________________________________
„ … Die Redaktionsgeschichte setzt als Vor-Urteil voraus, dass die Verfasser der Evangelien eine theologische Konzeption besaßen, von der sie sich leiten ließen. Das würde bedeuten, dass die Evangelien ihre Gestalt der Eigenmächtigkeit ihrer Verfasser verdanken. Diese Voraussetzung beruht auf einer Fehleinschätzung der Situation, in der die Evangelien entstanden sind. …“ (S. 98)
________________________________________________________________________________________
Solange mir nicht jemand das Gegenteil beweisen kann, würde ich lieber bei der historischen Faktizität bleiben und damit erklären, dass Augenzeugenberichte deswegen anders ausfallen, weil der Augenzeuge nicht allumfassend wahrnimmt. Er teilt aber mit, was er tatsächlich gesehen und gehört hat.
Warum sollte der Herr Jesus Christus in seiner Unterweisung nicht verschiedenes Vokabular in derselben Sache verwendet haben? Ich kann nicht sehen, dass es widersinnig wäre anzunehmen: Er hat selbst beide Formulierungen benutzt und die Augenzeugenberichte ergänzen sich dementsprechend.
Damit würde ich bei der historischen Faktizität und bei den Augenzeugenberichten bleiben.

Ich wünsche euch allen ein segensreiches 2010 und schließe mit:
"Und wir haben gesehen und bezeugen es, dass der Vater den Sohn als Retter der Welt gesandt hat." (1. Joh. 4, 14)
Lutz

Gast

Beitragvon Gast » 01.01.2010 21:26

lutz hat geschrieben:Solange mir nicht jemand das Gegenteil beweisen kann, würde ich lieber bei der historischen Faktizität bleiben und damit erklären, dass Augenzeugenberichte deswegen anders ausfallen, weil der Augenzeuge nicht allumfassend wahrnimmt. Er teilt aber mit, was er tatsächlich gesehen und gehört hat.
Warum sollte der Herr Jesus Christus in seiner Unterweisung nicht verschiedenes Vokabular in derselben Sache verwendet haben? Ich kann nicht sehen, dass es widersinnig wäre anzunehmen: Er hat selbst beide Formulierungen benutzt und die Augenzeugenberichte ergänzen sich dementsprechend.
Damit würde ich bei der historischen Faktizität und bei den Augenzeugenberichten bleiben.
und was bringt uns diese Feststellung praktisch???

lutz
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Beitragvon lutz » 01.01.2010 22:35

Ich denke, das wird besonders deutlich, wenn man konsequent überlegt, wohin mich die andere Position bringt.

Ich könnte auch gegenfragen:
Was nützt mir die andere Position denn?

(Mit "andere Position" beziehe ich mich natürlich auf meinen Beitrag.)

Lutz


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