Stimme des Herzen 1.Johannes 3,19-21

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Joschie
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Stimme des Herzen 1.Johannes 3,19-21

Beitragvon Joschie » 03.01.2010 20:46

Hallo Ihr.
1.Johannes 3,19-21
19 Und daran erkennen wir, daß wir aus der Wahrheit sind, und damit werden wir unsere Herzen vor Ihm stillen,20 daß, wenn unser Herz uns verurteilt, Gott größer ist als unser Herz und alles weiß. 21 Geliebte, wenn unser Herz uns nicht verurteilt, dann haben wir Freimütigkeit zu Gott;
Mich hat der Text verwirrt ,soll ich auf die Stimme meines Herzens hören oder nicht?Warum ja oder nein? Was ist genau die Stimme meines Herzens?Ich hoffe ihr könnt mir weiter helfen :idea:
Gruß und Segen von Joschie
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

Gast

Beitragvon Gast » 05.01.2010 13:23

Das kann man verstehen nur wenn man berücksichtigt, dass das Herz des Menschen sein Gewissen einschliesst. So ist in diesem Vers das Herz - das Gewissen, welches verurteilt oder auch nicht verurteilt.
Wenn das Gewissen rein ist, so haben wir Freimütigkeit, mit einem schlechten Gewissen kann man nicht Freimut haben. Aber selbst wenn unser Gewissen uns verurteilt, so können wir immer noch zu dem kommen, der grösser ist und unsere Sünden vergeben kann und uns von aller Ungerechtigkeit reinigen kann (1.Joh 1:9).
Gruß Peter

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Joschie
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Beitragvon Joschie » 15.02.2010 10:40

Hallo Ihr
Ich setze folgenden Text mal rein
2. Der Geist Gottes wirkt über unser Gewissen
Das Gewissen ist eine göttliche Instanz in uns, die bei einem gläubigen Menschen vom heiligen Geist geleitet wird. Der Geist Gottes sagt uns auch in ganz konkreten Einzelfällen was gut und richtig, was Gott wohlgefällig ist und was nicht. Es belohnt unsere guten Gedanken und Taten mit Ruhe und Frieden und straft unser Gewissen mit Unruhe und Pein, wenn wir das Falsche tun.

Wir müssen nur dafür Sorge tragen, dass wir ein sehr sensibles Gewissen haben. Man kann sein Gewissen abstumpfen, es vorzeitig zum Schweigen bringen. Es gibt verschiedene Methoden die wir entwickeln, um dem Gewissen zu entfliehen. Man kann es einfach überhören. Man kann sich ausreden: Das machen doch alle, andere tun es noch viel mehr und Ähnliches. Oft geben wir erst dem Gewissen nach, wenn die Nöte über schlechtes Tun uns plagen. Gut, dann können wir Busse tun und Vergebung erlangen. Busse ist eine gute Sache, aber, so hat jemand mal ganz richtig bemerkt: sie kommt immer zu spät. Denn logischerweise kommt sie ja immer nach vollbrachter Tat. Besser statt der späteren Reue ist die vorherige Einsicht!

Besser ist es, das Gewissen immer sofort zur Richtschnur meines Handelns zu machen. Ich selbst habe in meinen Leben festgestellt wie das ist. Man möchte das Gewissen nicht immer hören, es ist lästig. Aber ich habe auch bemerkt, mein Handeln wurde besser, wenn ich sofort, auf das leise Mahnen des Geistes im Gewissen höre. Das muss man noch sagen, der Geist Gottes ist ein vornehmer Geist. Er mahnt eindringlich, aber leise, man kann ihn schnell verdrängen. Darum ist es wichtig, zu lernen, auf das feine Mahnen des Geistes zu hören. Denn er darf uns nicht zu sehr bedrängen, weil wir unsere Entscheidung auf einen freien Willensentschluss gründen müssen, ermahnt, aber nicht bedrängt. Sonst wäre unsere Entscheidung nicht moralisch wertvoll. Denn erst der freie Wille macht uns zu moralisch wertvollen Geschöpfen.
Was ist eure Meinung dazu ??! Bin auf eure Beiträge gespannt :idea:
Gruß Joschie
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

Jose
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Re: Stimme des Herzen 1.Johannes 3,19-21

Beitragvon Jose » 08.06.2010 00:33

Joschie hat geschrieben:Mich hat der Text verwirrt ,soll ich auf die Stimme meines Herzens hören oder nicht? Warum ja oder nein? Was ist genau die Stimme meines Herzens?
In der Bibel ist viel vom Herzen die Rede, als das Innere des Menschen. In Jeremia lesen wir: „Trügerisch ist das Herz, mehr als alles, und unheilbar ist es. Wer kennt sich mit ihm aus?“ Jer 17,9. Diese Bibelstelle habe ich schon oft in meinem Leben bestätigt gefunden, daher bemühe ich mich, auf die Stimme meines Herzens nicht zu sehr zu hören, sondern mich vorrangig nach den Anweisungen und Verheißungen Gottes in der Bibel zu richten. Auch mein Gewissen taugt nur so viel, wie es durch Gott und im Umgang mit Ihm geschärft wird.

Zu den Worten aus 1. Johannes 3,19-21. Diese werden eingeleitet durch sehr ernste Aussagen wie „Wer die Sünde tut, ist aus dem Teufel, denn der Teufel sündigt von Anfang an. Hierzu ist der Sohn Gottes geoffenbart worden, damit er die Werke des Teufels vernichte.“ Vers 8, und „Hieran sind offenbar die Kinder Gottes und die Kinder des Teufels: Jeder, der nicht Gerechtigkeit tut, ist nicht aus Gott, und wer nicht seinen Bruder liebt.“ Vers 10. Schließlich, bevor der Vers 19 beginnt: „Kinder, laßt uns nicht lieben mit Worten noch mit der Zunge, sondern in Tat und Wahrheit!“ Vers 18.

Eigentlich dürfte es danach kaum jemanden geben dessen Herz ihn nicht anklagt.

Paulus schrieb: „Darum übe ich mich auch, allezeit ein Gewissen ohne Anstoß zu haben vor Gott und den Menschen.“ Apg 24,16. Aber er sagt auch: „Denn ich bin mir selbst nichts bewußt, aber dadurch bin ich nicht gerechtfertigt. Der mich aber beurteilt, ist der Herr.“ 1. Kor 4,4

Ich denke, das ist die richtige Haltung und eine andere hat Johannes sicherlich auch nicht gemeint.


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