Wenn Gott nicht heilt ?!

Lehrfragen in Theorie und Praxis - also alles von Bibelverständnis über Heilslehre und Gemeindelehre bis Zukunftslehre

Moderatoren: Der Pilgrim, Peter01, Anton

Benutzeravatar
Joschie
Moderator
Beiträge: 5601
Registriert: 28.02.2007 20:18
Wohnort: Hamburg

Wenn Gott nicht heilt ?!

Beitragvon Joschie » 03.02.2010 17:55

Hallo Ihr!
Ich habe sehr lange überlegt, ob ich dieses Thema hier im Forum rein setze, aber da es einmal meine Frau und mich sehr bewegt und es in Gesprächen die ich führe, immer wieder auftaucht, habe ich mich dafür entschlossen. Ich glaube das Gott heute noch heilt, aber wie gehe ich damit um ohne das es banal wird, wenn er nicht heilt. Dieses ist für mich ein theologisches aber auch ein großes seelsorgerisches Problem. Wir würden uns über einen regen geschwisterlichen Austausch freuen besonders, wenn unterschiedliche Standpunkte dargelegt werden!
Gruß Joschie!
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

maxb
Beiträge: 302
Registriert: 13.03.2008 16:53

Beitragvon maxb » 03.02.2010 21:10

Darüber habe ich auch schon ab und zu nachgedacht, wenn ich auch nicht direkt betroffen bin...genau deshalb will ich mich auch nicht um Kopf und Kragen reden, sondern ein paar Bibelverse reinstellen, die mir dazu einfallen:

vlt. findest du hier auch noch etwas hilfreiches.

Hiob 1,13-22
13 Und es geschah eines Tages, als seine Söhne und seine Töchter im Haus ihres erstgeborenen Bruders aßen und Wein tranken, 14 da kam ein Bote zu Hiob und sagte: Die Rinder waren gerade beim Pflügen, und die Eselinnen weideten neben ihnen, 15 da fielen Sabäer ein und nahmen sie weg und die Knechte erschlugen sie mit der Schärfe des Schwertes. Ich aber bin entkommen, nur ich allein, um es dir zu berichten. 16 Noch redete der, da kam ein anderer und sagte: Feuer Gottes fiel vom Himmel, brannte unter den Schafen und den Knechten und verzehrte sie. Ich aber bin entkommen, nur ich allein, um es dir zu berichten. 17 Noch redete der, da kam ein anderer und sagte: Die Chaldäer hatten drei Abteilungen aufgestellt und sind über die Kamele hergefallen und haben sie weggenommen, und die Knechte haben sie mit der Schärfe des Schwertes erschlagen. Ich aber bin entkommen, nur ich allein, um es dir zu berichten. 18 Während der noch redete, da kam ein anderer und sagte: Deine Söhne und deine Töchter aßen und tranken Wein im Haus ihres erstgeborenen Bruders. 19 Und siehe, ein starker Wind kam von jenseits der Wüste her und stieß an die vier Ecken des Hauses. Da fiel es auf die jungen Leute, und sie starben. Ich aber bin entkommen, nur ich allein, um es dir zu berichten. - 20 Da stand Hiob auf und zerriss sein Obergewand und schor sein Haupt; und er fiel auf die Erde und betete an. 21 Und er sagte: Nackt bin ich aus meiner Mutter Leib gekommen, und nackt kehre ich dahin zurück. Der HERR hat gegeben, und der HERR hat genommen, der Name des HERRN sei gepriesen! 22 Bei alldem sündigte Hiob nicht und legte Gott nichts Anstößiges zur Last.


Hiob 2,9-10 Da sagte seine Frau zu ihm: Hältst du noch fest an deiner Vollkommenheit? Fluche Gott und stirb! 10 Er aber sagte zu ihr: Wie eine der Törinnen redet, so redest auch du. Das Gute nehmen wir von Gott an, da sollten wir das Böse nicht auch annehmen? Bei alldem sündigte Hiob nicht mit seinen Lippen.

Die Antwort die Hiob am Ende von Gott bekommt ist nicht das, was man gemeinhin erwarten würde. Sie geht von Kapitel 38-41.

weitere Verse:

Mk 14,36 Und er sprach: Abba, Vater, alles ist dir möglich. Nimm diesen Kelch von mir weg! Doch nicht, was ich will, sondern was du willst!


Röm 8,18 18 Denn ich denke, dass die Leiden der jetzigen Zeit nicht ins Gewicht fallen gegenüber der zukünftigen Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll.

Röm 8,28 Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken, denen, die nach seinem Vorsatz berufen sind. 29 Denn die er vorher erkannt hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Bilde seines Sohnes gleichförmig zu sein, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern. 30 Die er aber vorherbestimmt hat, diese hat er auch berufen; und die er berufen hat, diese hat er auch gerechtfertigt; die er aber gerechtfertigt hat, diese hat er auch verherrlicht. 31 Was sollen wir nun hierzu sagen? Wenn Gott für uns ist, wer ist gegen uns? 32 Er, der doch seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle hingegeben hat - wie wird er uns mit ihm nicht auch alles schenken? 33 Wer wird gegen Gottes Auserwählte Anklage erheben? Gott ist es, der rechtfertigt. 34 Wer ist, der verdamme? Christus Jesus ist es, der gestorben, ja noch mehr, der auferweckt, der auch zur Rechten Gottes ist, der sich auch für uns verwendet. 35 Wer wird uns scheiden von der Liebe Christi? Bedrängnis oder Angst oder Verfolgung oder Hungersnot oder Blöße oder Gefahr oder Schwert? 36 Wie geschrieben steht: "Deinetwegen werden wir getötet den ganzen Tag; wie Schlachtschafe sind wir gerechnet worden." 37 Aber in diesem allen sind wir mehr als Überwinder durch den, der uns geliebt hat. 38 Denn ich bin überzeugt, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, noch Mächte, 39 weder Höhe noch Tiefe, noch irgendein anderes Geschöpf uns wird scheiden können von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.

Jörg
Moderator
Beiträge: 2203
Registriert: 04.04.2008 07:47
Wohnort: Essen im Ruhrpott

Beitragvon Jörg » 04.02.2010 05:42

Hi Joschie,

diese Predigt hat mir geholfen:

http://www.arche-stiftung.de/media/pdf/tv081109.pdf


Lieben Gruß

Jörg
Es muß alles erst einmal an Gott vorüber, bevor es mich treffen kann. (Helmut Thielicke)

Benutzeravatar
Joschie
Moderator
Beiträge: 5601
Registriert: 28.02.2007 20:18
Wohnort: Hamburg

Beitragvon Joschie » 04.02.2010 11:30

@maxb Im brüderlichen Austausch kann man sich nicht um Kopf und Kragen reden :idea: :!: $:P
Es ist ja heute so ziemlich konsenz das Gott heute noch heilt aber wie schriftgemäß ist das :?:
Gruß Joschie
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

Benutzeravatar
Joschie
Moderator
Beiträge: 5601
Registriert: 28.02.2007 20:18
Wohnort: Hamburg

Beitragvon Joschie » 04.02.2010 18:11

Ich möchte meine Fragen genauer stellen weil mir das Thema sehr wichtig ist :!: :idea:
• Heilt Christus heute genauso wie auf den Seiten der Evangelien
berichtet?
• Welche Beziehung besteht zwischen Satan und Krankheit?
• Kann Satan göttliche Heilung imitieren?
• Fehlt es uns an Glauben, wenn wir bei Krankheit Hilfe bei
einem Arzt suchen?
• In welcher Beziehung stehen Sünde und Krankheit zu göttlicher
Heilung?
• Ist medizinische Pflege der letzte Ausweg oder die vorderste
Schutzmaßnahme für Christen?
• Ist etwas schief gelaufen, wenn Gläubige chronisch krank
werden?
• Welche Rolle spielt der Glauben bei der göttlichen Heilung?
• Warum heilt Gott manche Menschen und manche nicht?
• Können Nichtchristen göttliche Heilung erwarten?
• Ist eine Betonung von übernatürlicher Heilung in Missionsgebieten
angebrachter, wo die medizinische Versorgung unzureichend
ist?
• Auf welche Weise heilt Gott heute?
• Ist Heilung immer der Wille Gottes?
• Wird er mich heilen? Oder einen Freund? Oder einen Familienangehörigen?
Gruß Joschie
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

maxb
Beiträge: 302
Registriert: 13.03.2008 16:53

Beitragvon maxb » 04.02.2010 18:53

maxb Im brüderlichen Austausch kann man sich nicht um Kopf und Kragen reden


:) Klingt gut.
Das ist jetzt allerdings ein ziemlich großer Haufen guter Fragen und ich hab jetzt nicht mehr so viel Zeit, aber in ca. einer Woche werd ich mich mal nochmal ransetzen...mal sehen, was wir so zusammentragen können.

Liebe Grüße,
m.

Jörg
Moderator
Beiträge: 2203
Registriert: 04.04.2008 07:47
Wohnort: Essen im Ruhrpott

Beitragvon Jörg » 05.02.2010 05:03

Einen guten Freitag Morgen, lieber Joschie, ich greife mal zwei Deiner Fragen auf:

• Fehlt es uns an Glauben, wenn wir bei Krankheit Hilfe bei
einem Arzt suchen?

Ich denke, es ist sehr gut, vor jedem Arztbesuch ein Gebet zu sprechen, dass Gott dem Arzt oder der Ärztin Weisheit schenken möge, um mir zu helfen. Denn Ärzte sind eben nicht „Halbgötter in Weiß", sondern auch sie können 1000 Fehler machen, vor denen Gott bewahren kann. Es ist auch eine gute Angewohnheit, Gott für die Medikamente zu danken, denn auch sie sind eine gute Gabe Gottes, die er benutzen kann, um mich zu heilen. Bei manchen Christen habe ich den Eindruck, dass sie mehr an ihren Glauben glauben, als an einen souveränen Gott. Der Glaube ist bei ihnen so etwas wie ein Prinzip oder eine Gesetzmäßigkeit, die genauso wirkt wie die Erdanziehungskraft. Das erinnert mich eher an die Sekte der „Christlichen Wissenschaft“, bei denen auch erstaunliche Heilungen geschehen, obwohl diese Sekte überhaupt nicht christlich ist!

• Warum heilt Gott manche Menschen und manche nicht?

Es ist meine Überzeugung, dass kein Mensch diese Frage beantworten kann!!! Es genügt, dass Gott die Antwort weiß. Er weiß den Sinn!!! Und wir dürfen wissen, dass uns alles zum Besten dienen muß. Jede Antwort auf diese Frage, scheint mir eine Antwort der sogenannten Freunde Hiobs zu sein. Wir müssen einfach akzeptieren, dass es Geheimnisse gibt, auf die es keine Antworten gibt. Hab mal etwas lustiges von Luther gelesen: Auf die Frage, was Gott vor der Erschaffung der Welt getan habe, antwortete Luther, er habe Ruten geschnitzt für Leute, die solche unnützen Fragen stellen. Aber keine Angst, Joschie, ich fahre jetzt nicht mit dem Zug nach Hamburg und habe eine Rute im Gepäck. Ich finde es sehr gut, dass Du diese Fragen offen stellst. Auch mich bewegen im Moment sehr viele Fragen rund um das Thema "Heilung".

Lieben Gruß

Jörg
Zuletzt geändert von Jörg am 06.02.2010 05:20, insgesamt 1-mal geändert.
Es muß alles erst einmal an Gott vorüber, bevor es mich treffen kann. (Helmut Thielicke)

rean
Beiträge: 51
Registriert: 14.04.2008 11:34

Beitragvon rean » 05.02.2010 12:15

Ich finde diesen Text ganz hilfreich, vielleicht beantwortet er die einige deiner Fragen. Ist aber leider auf englisch:

http://www.trinityfoundation.org/journal.php?id=247

rean

Benutzeravatar
Joschie
Moderator
Beiträge: 5601
Registriert: 28.02.2007 20:18
Wohnort: Hamburg

Beitragvon Joschie » 05.02.2010 14:05

Hallo rean
Ich und englisch :oops: :oops: :oops:
Gruß Joschie
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

Jörg
Moderator
Beiträge: 2203
Registriert: 04.04.2008 07:47
Wohnort: Essen im Ruhrpott

Beitragvon Jörg » 06.02.2010 07:51

Moin,

• Welche Beziehung besteht zwischen Satan und Krankheit?

“Unter den Anhängern der Heilungstheologie ist die mit Abstand beliebteste Erklärung für Krankheiten der Teufel. Krankheiten, so heißt es, sind immer die Folge der Sünde und vom Teufel geschickt. Wenn aber Kranksein vom Teufel kommt, muß es gegen den Willen Gottes sein. Woraus dann folgt, dass es immer Gottes Wille ist, zu heilen. Mag sein, dass der Teufel Krankheiten verursachen kann. Aber: Die Bibel lehrt uns, dass Gott die Macht über alles hat, auch über den Teufel. Der Satan kann nur innerhalb der ihm von Gott gesetzten Grenzen wirken. Wie bei Hiob: Der Teufel konnte ihn nicht ohne Gottes Erlaubnis anrühren, und auch dann nur innerhalb bestimmter Grenzen (Hiob 1,12; 2,6). Und wir sind nicht “unbiblisch”, wenn wir sagen, dass Gott oft das Böse und den Bösen für sein Erlösungshandeln einspannt. “Wenn Menschen wider dich wüten, bringt es dir Ehre.” (Psalm 76,11)…….Die Person des Satans und das Prinzip des Bösen werden in der Bibel oft als unter Gottes Weltregiment stehend gesehen; zuweilen werden sie eher als seine Diener denn als seine Feinde beschrieben. König Saul erfuhr diese Wahrheit am eigenen Leib: “Der Geist des Herrn aber wich von Saul, und ein böser Geist vom Herrn ängstigte ihn (1. Samuel 16,14)…….Wie Augustinus sagte: Gott befand es besser, aus dem Bösen Gutes hervorzubringen, als das Böse nicht existieren zu lassen.”

….. J.I. Packer schreibt: Wo das Leben derart als Kampf mit den Mächten der Finsternis gesehen wird, dass an schlechter Gesundheit, schlimmen Gedanken und falschem Verhalten stets Satan und seine Dämonen schuld sind, ohne Berücksichtigung der physischen, psychologischen und rationalen Faktoren in der Situation, entsteht ein äußerst ungesundes dämonisches Gegenstück des Super-Super-Naturalismus. Es besteht kein Zweifel, dass dies manchmal geschieht und dass es ein großes Hindernis für die ethische und geistliche Reifung ist.”

(Zitate aus “Wird Gott mich heilen?” von Ronald Dunn, Seite 149f, Seite 152, Seite 158; Johannis-Verlag)

Schönen Tag

Jörg
Es muß alles erst einmal an Gott vorüber, bevor es mich treffen kann. (Helmut Thielicke)

Lydia
Beiträge: 50
Registriert: 14.05.2009 14:46

Beitragvon Lydia » 06.02.2010 21:36

Hallo Joschie,
meine Sicht der Dinge als chronisch Kranke ist:

• Heilt Christus heute genauso wie auf den Seiten der Evangelien
berichtet?


Meines Erachtens: der Herr kann natürlich heilen, wann und wen er will, aber die Zeit der Zeichen, Kräfte und Wunder ist auf die Zeit Jesu und die der Apostel beschränkt.

• Welche Beziehung besteht zwischen Satan und Krankheit?


Ich glaube nicht, dass ein wiedergeborenes Gotteskind in irgendeiner Weise von Satan angetastet werden kann, als nur, was Gott zuläßt. In Amos heißt es doch irgendwo, dass es kein Unglück gäbe, das der Herr nicht selber gemacht hat. Insofern bin ich sehr geborgen, auch als kranker Christ.


• Kann Satan göttliche Heilung imitieren?


Meiner Meinung klar ja. Mt 24,24 , Offb. 13,13 und schau in die charismatischen Gemeinden. Wer von den angeblich Geheilten ist nach 3 Monaten immer noch gesund ?

• Fehlt es uns an Glauben, wenn wir bei Krankheit Hilfe bei
einem Arzt suchen?


Nein. Warum? Gott hat Ärzte eingesetzt. Man darf aber vorher schon auch beten.

• In welcher Beziehung stehen Sünde und Krankheit zu göttlicher
Heilung?


Ja, das kann schon sein. 1. als Konsequenz, wenn ich als Kettenraucher Lungenkrebs bekomme oder als Fettleibiger Herzprobleme. 2. wenn ich permanent in Sünde lebe, kann Gott mE auch einmal Krankheit benutzen, um mich zur Buße zu führen.


• Ist medizinische Pflege der letzte Ausweg oder die vorderste
Schutzmaßnahme für Christen?


Das verstehe ich nicht. Ich finde, man sollte so normal wie möglich sein und auf irgendwelchen Bibelstellen aus dem Zusammenhang gerissen keine extreme Lehre aufbauen. Wenn ich krank bin und Pflege brauche, muss ich sie haben, ist ja logisch.


• Ist etwas schief gelaufen, wenn Gläubige chronisch krank
werden?


Tja. Nicht zwingend. Auch Gläubige leben in einer gefallenen Welt und "profitieren" vom Elend der Sündennatur. Ich von mir aus kann sagen, dass meine Krankheit eine gewisse Züchtigung bewirkt, ein besonderes Aufmerken auf Gottes Wort, ich kann mir nicht leisten lau zu sein, aber ob etwas schief gelaufen ist - keine Ahnung, andere haben andere Schwierigkeiten.

Welche Rolle spielt der Glauben bei der göttlichen Heilung?


Meiner, wirklich nur meiner Meinung nach, kein großer. Ich bete um Entfernung des Pfahl im Fleisch und entweder tut Gott dies, oder nicht. Mein Glaube ist winzig klein oder so groß, wie Gott das Maß mir zugeteilt hat, quasi ist es Sein Glaube. Ich habe einen so großen Gott, dass mich die Kleinheit meines Glaubens in keiner Weise tangiert. (Was auch schon mal anders war)

Warum heilt Gott manche Menschen und manche nicht?


Frag Ihn. Er ist der Souverän.


Können Nichtchristen göttliche Heilung erwarten?


Gott kann. Auch hier wieder. Ob man gläubig ist oder nicht, aber erwarten ist vielleicht zuviel gesagt.


• Ist eine Betonung von übernatürlicher Heilung in Missionsgebieten
angebrachter, wo die medizinische Versorgung unzureichend
ist?


Weiß ich auch nicht. Aber in erster Linie will Gott die Seele vom Tod zum Leben bringen, auf dass die Menschen ewig leben. Dass Gott im Dschungel viel öfter Heilungen schenkt, als hier im Überfluss, nähme kein Wunder.

• Auf welche Weise heilt Gott heute?


Für mich ist immer die geistliche Heilung ausschlaggebend. Ich habe eine kräftezehrende Erkrankung und ich würde mir wünschen, ich wäre fit, wie die anderen, aber nicht um jeden Preis.
Wenn ich von mir ausgehe, heilt Gott mein Gemüt durch die Worte der Heiligen Schrift, durch das Zerbrochensein und die Erkenntnis, ich bin ja nichts, er ist alles. Das gibt mir Geborgenheit.


• Ist Heilung immer der Wille Gottes?


Nein eindeutig.

• Wird er mich heilen? Oder einen Freund? Oder einen Familienangehörigen?


Frag ihn. Mich hat er 20 Jahre nicht geheilt. Aber was wichtiger ist, ich liebe ihn in dem Zerbruch mehr, als wenn ich körperlich intakt wäre.

War jetzt sehr aus dem Bauch heraus geantwortet.
Liebe Grüße
Lydia

Jörg
Moderator
Beiträge: 2203
Registriert: 04.04.2008 07:47
Wohnort: Essen im Ruhrpott

Beitragvon Jörg » 07.02.2010 06:11

“Eine Theologie der Heilung aufgrund des Sühnetodes Christi stimmt weder mit der Erfahrung noch mit der Schrift überein; es gibt kein hinreichendes biblisches Fundament für sie. Das Evangelium der Krankenheilung ist ein falsches Evangelium, das denen, die es hören, falsche Hoffnung macht. Leslie Weatherhead kommentiert: “Es ist kein Wunder, dass Heilungsmissionen viele Menschen in tiefe Depressionen und hoffnungslose Verzweiflung führen. Die meisten von denen, die kommen, werden nicht geheilt, und oft geht es ihnen anschließend schlimmer als zuvor.”

Die Heilungstheologie entspricht einfach nicht den Tatsachen. Ich wollte, sie wäre wahr. Aber nach wie vor werden Christen jeden geistlichen Kalibers krank, bleiben krank und sterben. Und die Anhänger dieser Lehre mögen soviel erklären, wie sie wollen, eine Frage bleibt immer ohne Antwort: Warum werden die einen geheilt und die anderen nicht?

In seinem klassischen Buch über Glauben und Gesundheit merkt C.R. Brown an: “Nie gibt es einen “Zeugnisgottesdienst”, in dem diejenigen nach vorne gerufen werden, die umsonst versucht haben, durch den Glauben geheilt zu werden. Würde man sie sprechen lassen, es kämen hundert dieser Leidenden auf einen Geheilten.”

(Zeilen entnommen aus: Ronald Dunn “Wird Gott mich heilen?”, Seite 165f, Johannis-Verlag)


Besonders allen Kranken wünsche ich viel Kraft zum Tragen. Die Gnade sei mit euch allen!

Jörg
Es muß alles erst einmal an Gott vorüber, bevor es mich treffen kann. (Helmut Thielicke)

Benutzeravatar
Joschie
Moderator
Beiträge: 5601
Registriert: 28.02.2007 20:18
Wohnort: Hamburg

Beitragvon Joschie » 07.02.2010 09:17

Jörg schreibt:
Eine Theologie der Heilung aufgrund des Sühnetodes Christi stimmt weder mit der Erfahrung noch mit der Schrift überein; es gibt kein hinreichendes biblisches Fundament für sie. Das Evangelium der Krankenheilung ist ein falsches Evangelium, das denen, die es hören, falsche Hoffnung macht
Halbwahrheiten die heute oft gelehrt werden :!:
1. Weil Gott will, dass Christen seine Segnungen genießen, zeigt
Krankheit an, dass Sie sich außerhalb seines Willens befinden.
2. Sünde ist die Wurzel von Krankheit; deshalb müssen Sie Krankheit
genauso Widerstand bieten wie der Sünde.
3. Da Christus für Ihre Krankheit und Ihre Sünde starb, können
Sie von beiden befreit werden.
4. Wenn Sie genug Glauben hätten, würden Sie geheilt werden.
5. Wozu du dich bekennst, das besitzt du. Wenn Sie also von Krankheit
reden, werden Sie krank sein; reden Sie von Gesundheit,
werden Sie geheilt.
6. Jedes Unglück kommt von Satan; deshalb sollte Krankheit – genau
wie Satan – abgelehnt werden.
7. Wenn Sie nur das Geheimnis von Gottes heilender Macht kennen
würden, dann könnten Sie geheilt werden.
Gottes Verheißung der Heilung
16
8. Da Christus und die Apostel in ihrer Zeit heilten, können Christen
auch heute heilen.
9. Da Krankheit von Satan kommt, kann aus Krankheit nichts Gutes
hervorgehen.
10. Da Gott möchte, dass es Ihnen gut geht, sollten Sie, was Heilung
betrifft, niemals beten: »Dein Wille geschehe.«
11. Da Sünde die Ursache für Krankheit ist, liegt offenbar Sünde in
Ihrem Leben vor, wenn Sie krank sind.
12. Gott hat Sie geheilt, doch der Teufel verhindert, dass auch die
Symptome verschwinden.
Bin auf eure Meinungen gespannt :idea:
Euch allen einen gesegneten Sonntag $:P
Gruß Joschie
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

Jörg
Moderator
Beiträge: 2203
Registriert: 04.04.2008 07:47
Wohnort: Essen im Ruhrpott

Beitragvon Jörg » 08.02.2010 05:57

Nur zu einem Punkt (Halbwahrheit? - ist überhaupt 50 Prozent wahr?), lieber Joschie:

Weil Gott will, dass Christen seine Segnungen genießen, zeigt
Krankheit an, dass Sie sich außerhalb seines Willens befinden.



Wenn ich natürlich unter „Segnungen“ ausschließlich Dinge verstehe, wie Gesundheit, Wohlstand, Erfolg usw. hört sich der oben genannte Satz gut an. Deshalb zieht diese Lehre ja die Massen an, denn wer will schon gerne leiden und Entbehrung erleben? Dieses materialistische „Evangelium“ ist deshalb für viele so attraktiv, weil es die Gier des menschlichen Herzens anspricht! Leider haben sie aber die Rechnung ohne Paulus gemacht, der Timotheus vor Leuten warnte, „die zerrüttete Sinne haben und der Wahrheit beraubt sind, die meinen, Frömmigkeit sei ein Gewerbe (Elberfelder „ein Mittel zum Gewinn).“ (1. Timotheus 6, 5) Wie aktuell ist doch Gottes Wort!!! Paulus straft dem sogenannten Gesundheits- und Wohlstandsevangelium Lügen, indem er weiter sagt: „Die Frömmigkeit aber ist ein großer Gewinn für den, der sich genügen läßt. Denn wir haben nichts in die Welt gebracht; darum werden wir auch nichts hinausbringen. Wenn wir Nahrung und Kleider haben, so wollen wir uns daran genügen lassen. Denn die reich werden wollen, die fallen in Versuchung und Verstrickung und in viele törichte und schändliche Begierden, welche die Menschen versinken lassen in Verderben und Verdammnis. Denn Geldgier ist eine Wurzel alles Übels; danach hat einige gelüstet, und sie sind vom Glauben abgeirrt und machen sich selbst viel Schmerzen. Aber du, Gottesmensch, fliehe das! (1. Timotheus 6, 6-11a) Diese Verse reichen aus, um das Lehrgebäude des Gesundheits- und Wohlstandsevangelium zum Einsturz zu bringen! Ebenfalls sehr interessant ist die Tatsache, dass Paulus dem Timotheus ein paar Verse vorher den Rat gibt: „Trinke nicht mehr nur Wasser, sondern nimm ein wenig Wein dazu um des Magens willen, und weil du oft krank bist. (1. Timotheus 5, 23) Es gibt Gesundheitsapostel, die behaupten übrigens, hätte Paulus das erkannt, was sie erkannt hätten, hätte er Timotheus diesen Rat nicht gegeben. Aber das nur am Rande.

Nun noch etwas persönliches: ich habe mir oft die Frage gestellt, wie wäre mein Leben verlaufen, wenn Gott mich ausschließlich mit Gesundheit gesegnet hätte und mir meine schweren Depressionen erspart hätte? Wäre ich dann nicht ein viel besseres Zeugnis für den Herrn gewesen anstatt in der Zeit der Depressionen ein sehr, sehr trauriges Bild eines Christen abzugeben? Manche Geschwister vermitteln ja diese Botschaft: „Ein guter Christ hat keine Depressionen“ und läuft immer mit einem fröhlichen Gesicht durch die Welt. Dazu möchte ich nur folgendes sagen: ohne die Depressionen wäre ich heute wahrscheinlich ein oberflächlicher, rechtgläubiger Christ, der genauso wie die Freunde Hiobs Leidenden fromme Patentrezepte erteilt, die die Leidenden in noch tiefere Verzweiflung treibt und ihnen zudem noch den Eindruck vermittelt, dass sie „ein schlechtes Zeugnis für den Herrn sind.“ Ich mag die ausschließliche Aussage „der fröhliche Christ“ nur zum Teil, weil diese Christen Karfreitag vergessen!

Mein Fazit ist: Krankheit kann sehr wohl ein Segen Gottes sein und Heiligung ist wichtiger als Heilung. Hätte Jesus sonst gesagt: „Es ist besser für dich, dass du lahm oder verkrüppelt zum Leben eingehst, als dass du zwei Hände oder zwei Füße hast und wirst in das ewige Feuer geworfen…Es ist besser für dich, dass du einäugig zum Leben eingehst, als dass du zwei Augen hast und wirst in das höllische Feuer geworfen. (Matthäus 18, 8-9) Hieran sieht man, dass Jesus die Rettung der Seele wichtiger ist als die körperliche Unversehrtheit!

Einen guten Wochenstart wünscht

Jörg
Es muß alles erst einmal an Gott vorüber, bevor es mich treffen kann. (Helmut Thielicke)

Benutzeravatar
Joschie
Moderator
Beiträge: 5601
Registriert: 28.02.2007 20:18
Wohnort: Hamburg

Beitragvon Joschie » 08.02.2010 21:00

Jörg schreibt
Nur zu einem Punkt (Halbwahrheit? - ist überhaupt 50 Prozent wahr?), lieber Joschie:


Für uns sind es Halbwahrheiten :!: :idea: Für andere die Wahrheit,darin liegt ja das Problem ??!
Liebe Grüße Joschie
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55


Zurück zu „Biblische Lehrthemen“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste