Wenn Gott nicht heilt ?!

Lehrfragen in Theorie und Praxis - also alles von Bibelverständnis über Heilslehre und Gemeindelehre bis Zukunftslehre

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Jörg
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Beitragvon Jörg » 09.02.2010 05:18

Joschie hat geschrieben:Jörg schreibt
Nur zu einem Punkt (Halbwahrheit? - ist überhaupt 50 Prozent wahr?), lieber Joschie:
Für uns sind es Halbwahrheiten :!: :idea: Für andere die Wahrheit,darin liegt ja das Problem ??!
Liebe Grüße Joschie
Lieber Joschie, ich wollte nur sagen, dass man den Aussagen schon zuviel Ehre gibt, wenn man sagt, sie sind zur Hälfte wahr. Manche sind zu 100 % Lüge, manche 80 Prozent Lüge usw.

Gruß

Jörg
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albra-hdh
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Beitragvon albra-hdh » 09.02.2010 19:25

Warum hat Paulus dem Timotheus empfohlen Wein zu trinken. Er hätte sich doch mit Gottes Hilfe heilen können, oder nicht? Er war doch ein gottesfürchtiger Mensch!

Paulus zu Timotheus: 1. Timotheus 5,23
Trinke nicht mehr nur Wasser, sondern nimm ein wenig Wein dazu um des Magens willen und weil du oft krank bist.

Meine Auffassung von der Bibel her: Gott hat nur bis zu einer bestimmten Zeit öffentliche Heilung zugelassen, damit die Menschen sehen, erfahren und auch weiter erzählen können, wie wunderbar Er ist. Ab diesem Zeitpunkt an, oder auch schon etwas vorher war die Zeit der öffentlichen Heilung vorbei.

Gott kann selbstverständlich auch heute noch heilen, aber er tut es nur nicht mehr öffentlich. Viele Berichte lassen darauf hinweisen, dass es so Gottes Wille ist. Er tut es nun mehr im Verborgenen.

Wir haben die Hl. Schrift und die sollte mehr als genügen, dass wir dem Herrn vertrauen, unabhängig davon, ob wir krank oder Handicaps haben. Gott will uns innerlich heilen und nicht äüßerlich. Durch das Beten und Lesen in der Schrift werden wir innerlich grundlegend geheilt, weil die Sünde keine Macht mehr hat über unser Leben, damit meine ich, dass der Tod uns nichts mehr anhaben kann und auch der Teufel nicht. Er kann uns zwar noch ab und an außer Balance bringen, aber uns ins Verderben ziehen, das kann er nicht mehr, wenn wir fest auf den Herrn harren*

*Voraussetzung: Echte, geistliche Wiedergeburt in Christus, und kein Mitläufer sein. Ein toller Spruch trifft den Nagel auf den Kopf: "Mittendrin statt nur dabei"

Fazit: Ich meine, dass Gott auch heute noch heilen kann, aber nur zu seiner vorgesetzten Zeit und wann immer er will (dient zu seiner Verherrlichung) und das auch unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Gruß
Alex
Zuletzt geändert von albra-hdh am 10.02.2010 20:33, insgesamt 1-mal geändert.
Ich weiß, mein Gott, dass du das Herz prüfst, und Aufrichtigkeit ist dir angenehm. 1. Chronik 29,17

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Joschie
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Beitragvon Joschie » 10.02.2010 19:42

Hallo Ihr
Woran kan man messen ob Heilungen echt sind und welche sind die biblischen Vorbild oder Maßstäbe dafür ??! ??!
Gruß Joschie
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

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Beitragvon Joschie » 11.02.2010 20:03

Hallo Ihr
Was meint ihr zu fogenden Thesen ??!
Wenn Gott durch die Propheten, durch
Jesus Christus oder durch die Apostel eine übernatürliche Heilung gewirkt
hat, war diese Heilung u.a. von folgenden Merkmalen charakterisiert:
1. Sie geschah sofort.
2. Sie geschah öffentlich.
3. Sie geschah in alltäglichen, ungeplanten Situationen.
4. Sie bezog sich auf eine Krankheit, die medizinisch nicht weiter behandelbar war.
5. Sie war vollständig und nicht mehr umkehrbar.
6. Sie war unbestreitbar, selbst für die größten Zweifler.
Gruß Joschie
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

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Beitragvon Jörg » 14.02.2010 17:06

Joschie hat geschrieben:Hallo Ihr
Was meint ihr zu fogenden Thesen ??!
Wenn Gott durch die Propheten, durch
Jesus Christus oder durch die Apostel eine übernatürliche Heilung gewirkt
hat, war diese Heilung u.a. von folgenden Merkmalen charakterisiert:
1. Sie geschah sofort.
2. Sie geschah öffentlich.
3. Sie geschah in alltäglichen, ungeplanten Situationen.
4. Sie bezog sich auf eine Krankheit, die medizinisch nicht weiter behandelbar war.
5. Sie war vollständig und nicht mehr umkehrbar.
6. Sie war unbestreitbar, selbst für die größten Zweifler.
Gruß Joschie
Zu 1) in Markus 8, 22-26 geschah die Heilung des Blinden offensichtlich nicht sofort, denn als Jesus dem Blinden Speichel auf seine Augen tat und ihm die Hände auflegte, sagte er: "ich sehe die Menschen, als sähe ich Bäume umhergehen." Aber sofort danach heilte Jesus ihn dann vollständig. Letzlich war es also nur eine kleine Verzögerung der Heilung.

Zu 2) beim Hauptmann von Kapernaum (Matthäus 8, 5-13) wird sein Knecht nicht in der Öffentlichkeit geheilt, sondern quasi per Fernheilung in seinem Haus.

Zu 4) wobei es ja in Matthäus 12, 15 heißt, daß Jesus "alle" heilte, also doch wohl auch die medizinisch behandelbaren.

Zu 5) sterben mussten sie trotzdem irgendwann! Vielleicht sogar an der gleichen Krankheit, die Jesus irgendwann einmal bei ihnen geheilt hat.

Punkt 3 + 6 sehe ich auch so.

Lieben Gruß

Jörg
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Beitragvon Joschie » 15.02.2010 11:09

Zum besseren Verständnis stelle ich mal Heilungen rein die in der Bibel vorkommen.Wieleicht helfen sie ja heutige Heilungen richtig einzuschätzen :!:
Altes Testament
Unmittelbare Heilungen durch Gott
1. 1. Mose 21,1 – Sara
2. 1. Mose 29,31 – Lea
3. 1. Mose 30,22 – Rahel
4. 2. Mose 4,6-7 – Mose
5. 1. Samuel 1,19-20 – Hanna
6. 1. Samuel 6,3 – Philister
7. 2. Könige 13,21 – unbekannter Mann
8. 2. Chronik 30,20 – Israel
9. Hiob 42 – Hiob
Altes Testament
Gottgewirkte Heilungen durch Mitwirken von Menschen
1. 1. Mose 20,17 – Abimelech, seine Frau und
seine Mägde
2. 4. Mose 12,1-15 – Mirjam
3. 4. Mose 16,41-50 – Israel
4. 4. Mose 21,4-9 – Israel
5. 4. Mose 25,1-9 – Israel
6. 2. Samuel 24,1-17 – Israel
7. 1. Könige 13,4-6 – Jerobeam
8. 1. Könige 17,17-24 – der Sohn der Witwe
9. 2. Könige 4,18-37 – der Sohn der Schunemiterin
10. 2. Könige 5,1-14 – Naaman
11. 2. Könige 20,1-11 – Hiskia (vgl. 2Chr 32,24-26; Jes 38,1-22)
Gottes Heilungsdienst durch Jesus
Matthäus Markus Lukas Johannes
1. Volksmengen 4,23-24 1,39 — —
2. Aussätziger 8,2-3 1,40-42 5,12-13 —
3. Diener 8,5-13 — 7,2-10 —
4. Frau 8,14-15 1,30-31 4,38-39 —
5. Volksmengen 8,16-17 1,32-34 4,40-41 —
6. Besessener 8,28-34 5,1-20 8,26-39 —
7. Gelähmter 9,1-8 2,1-12 5,17-26 —
8. Jairus’ Tochter 9,18-19. 5,21-23. 8,40-42. —
23-26 35-43 49-56
9. Frau 9,20-22 5,24-34 8,43-48 —
10. Blinder 9,27-31 — — —
11. Besessener 9,32-34 — — —
12. Volksmengen 9,35 — — —
13. Volksmengen 11,2-5 — 7,18-22 —
14. Mensch 12,9-14 3,1-6 6,6-11 —
15. Volksmengen 12,15-21 3,7-12 — —
16. Besessener 12,22-23 — — —
17. Wenige Menschen 13,54-58 6,1-6 — —
18. Volksmengen 14,13-14 — 9,10-11 6,1-3
19. Volksmengen 14,34-36 6,53-56 — —
20. Tochter der
Kanaanäerin 15,21-28 7,24-30 — —
21. Volksmengen 15,29-31 — — —
22. Besessener Junge 17,14-21 9,14-29 9,37-43 —
23. Volksmengen 19,2 — — —
24. Blinde Männer 20,29-34 10,46-52 18,35-43 —
25. Blinde und Lahme 21,14 — — —
26. Besessener — 1,21-28 4,31-37 —
27. Tauber — 7,32-37 — —
28. Blinder — 8,22-26 — —
29. Volksmengen — — 5,15 —
30. Volksmengen — — 6,17-19 —
31. Sohn einer Witwe — — 7,11-17 —
32. Frau — — 8,2 —
33. Besessener — — 11,14 —
34. Frau — — 13,10-13 —
35. Wassersüchtiger — — 14,1-4 —
36. Zehn Aussätzige — — 17,11-21 —
37. Abgeschlagenes Ohr — — 22,50-51 —
38. Sohn des Beamten — — — 4,46-54
39. Gelähmter — — — 5,1-9
40. Blindgeborener — — — 9,1-7
41. Lazarus — — — 11,1-45
42. Viele weitere — — — 20,30-31;
21,25
Gottes Heilungsdienst durch Menschen
Matthäus Markus Lukas Johannes
1. Jünger 10,1-15 3,15; 9,1-6 —
6,7-13
2. Unbekannter — 9,38-40 9,49-50 —
3. Die Siebzig — — 10,1-20 —
Die Apostelgeschichte
1. Apg 9,17-18 – Paulus wird von Gott geheilt
(vgl. Apg 22,12-13)
2. Apg 14,19-20 – Paulus wird von Gott geheilt
3. Apg 28,1-6 – Paulus wird von Gott bewahrt
Heilungen durch Gott mittels Menschen
1. Apg 2,43 – die Apostel vollbrachten Zeichen
und Wunder
2. Apg 3,1-10 – Petrus heilt den gelähmten Bettler
3. Apg 5,12-16 – die Apostel heilten
4. Apg 6,8 – Stephanus wirkt Zeichen und Wunder
5. Apg 8,6-7 – Philippus tat Zeichen (vgl. Apg 8,13 )
6. Apg 9,32-35 – Petrus heilte Äneas
7. Apg 9,36-43 – Petrus weckte Dorkas von den Toten auf
8. Apg 14,3 – Paulus und Barnabas wirkten Zeichen
und Wunder (vgl. 15,12)
9. Apg 14,8-18 – Paulus heilte einen Gelähmten
10. Apg 19,11-12 – Paulus heilte in Ephesus
11. Apg 20,7-12 – Paulus weckte Eutychus auf
12. Apg 28,7-8 – Paulus heilte den Vater des Publius
13. Apg 28,9 – Paulus heilte viele auf Melite
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Beitragvon Jörg » 15.02.2010 14:42

Das sind ja doch viele Bibelstellen! Allerdings, wenn man sie im Verhältnis zur gesamten Heiligen Schrift betrachtet, auch wieder nicht so viel. Ein Vertreter der "Gott-will-daß-du-immer-gesund-bist-Theologie" sagte einmal, daß er alle Stellen, die mit Heilung zu tun haben, in seiner Bibel farblich markiert hat und seine Bibel am Ende zum Großteil farbig war. Hieran sieht man, daß diese Art von Heilungspredigern sehr zur Übertreibung neigen. Und - ich sage diese ohne Hohn und Spott - der besagte Prediger starb inzwischen an einer schweren Erkrankung.

Gruß

Jörg
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Beitragvon Joschie » 15.02.2010 19:19

Ein Vertreter der "Gott-will-daß-du-immer-gesund-bist-Theologie" sagte einmal, daß er alle Stellen, die mit Heilung zu tun haben, in seiner Bibel farblich markiert hat und seine Bibel am Ende zum Großteil farbig war
Das geht schon wenn man die Bibel auf die vier Evangelien und die Apostelgeschichte begenzt :pssst:
Gruß Joschie
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Beitragvon Jörg » 15.02.2010 19:41

Joschie hat geschrieben:
Ein Vertreter der "Gott-will-daß-du-immer-gesund-bist-Theologie" sagte einmal, daß er alle Stellen, die mit Heilung zu tun haben, in seiner Bibel farblich markiert hat und seine Bibel am Ende zum Großteil farbig war
Das geht schon wenn man die Bibel auf die vier Evangelien und die Apostelgeschichte begenzt :pssst:
Gruß Joschie
Da muß ich an eine Predigt von Wolfgang Wegert denken, in der er sagte:
"Bei Irrlehren und Sonderlehren ist es immer so, als ob jemand aus dem Berggestein der Heiligen Schrift, aus dem Felsmonument der ganzen Schrift so ein kleines Bröcklein herauspicken und dann, wie Kieselsteine, diese einzelnen herausgenommenen Bibelstellen nehmen und gegen das ganze Felsmassiv werfen, um das dann zum Einsturz zu bringen. So kann man nicht mit Gottes Wort umgehen!"

Herzlichst

Jörg
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Beitragvon Joschie » 18.02.2010 10:12

Hallo Ihr!
Ich habe über das Thema Krankheit nachgedacht. Was genau versteht man unter Krankheit und gibt es eine biblische Definition dafür? Was sagt die Bibel über die Auslöser von Krankheit ??!
Gruß Joschie!
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Beitragvon Joschie » 19.02.2010 18:00

Hallo Ihr
Ich versuche mal eine Zusammenstellung von Krankheiten, die in der Bibel vorkommen.
1. Ausfluß, Blutfluß Lk. 8,43
2. Aussatz 3. Mose 12-14
3. Blindheit Mk. 8, 22-25
4. Brand 3. Mose 13, 24,28
5. Darmvorfall 2. Chronik 21, 15, 18-19
6. Eiterbeulen 3. Mose 13, 18-24
7. Entzündung 5. Mose 28, 22
8. Epilepsie Matt. 4, 24
9. Fieber Lk. 4, 28
10. Geisteskrankheiten 5. Mose, 28, 28
11. Geschwulst 3. Mose 22, 22
12. Jucken 5. Mose 28, 27
13. Lähmung Matt. 8, 6
14. Pest, Seuche Jeremia 14, 12
15. Ruhr Apo. 28, 8
16. Stummheit Matt. 9, 32, 35
17. Taubheit Luk. 1, 20, 22
18. Unfruchtbarkeit Luk. 23, 29
19. verdorrte Hand Matt. 12, 10
20. Wassersucht Luk. 14, 2
Solltet ihr Fehler entdecken, oder noch Krankheiten wissen, schreibt bitte.
Gruß und Segen Joschie! $:D
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Beitragvon Jörg » 19.02.2010 19:19

21. Sonnenstich, Hitzschlag (2. Könige 4, 18-20)
22. Magenkrankheit (1. Tim. 5, 23)
23. Herzkrankheit (1. Samuel 25, 37+38 könnte auf einen Herzinfarkt hinweisen)
24. Darre - eine Krankheit, die Abmagerung und allgemeinen Kräfteverfall zur Folge hat. Evtl. Tuberkulose (3. Mose 26. 16; 5. Mose 28,22; Jesaja 10,16)
25. Wurmkrankheit (Apg. 12, 23)

Gruß

Jörg
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Beitragvon Joschie » 19.02.2010 20:06

Was ist mit Depressionen?
Gruß Joschie
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Beitragvon Jörg » 20.02.2010 07:03

Joschie hat geschrieben:Was ist mit Depressionen?
Gruß Joschie
Hallo Joschie,

z. B. Elia. Von ihm heißt es: “Er aber ging hin in die Wüste eine Tagereise weit und kam und setzte sich unter einen Wacholder und wünschte sich zu sterben und sprach: Es ist genug, so nimm nun, HERR, meine Seele; ich bin nicht besser als meine Väter. Und er legte sich hin und schlief unter dem Wacholder. Und siehe, ein Engel rührte ihn an und sprach zu ihm: Steh auf und iß! Und er sah sich um, und siehe, zu seinen Häupten lag ein geröstetes Brot und ein Krug mit Wasser. Und als er gegessen und getrunken hatte, legte er sich wieder schlafen. Und der Engel des HERRN kam zum zweiten Mal wieder und rührte ihn an und sprach: Steh auf und iß! Denn du hast einen weiten Weg vor dir.” (1. Könige 19, 4-7)

Lebensmüdigkeit, übermäßiges Schlafbedürfnis, falsche Essgewohnheiten (zuviel oder zuwenig Essen), Isolation, Einsamkeit, tiefe Traurigkeit, Fluchtgedanken. Wer jemals mit Depression zu tun hatte, kann davon ein Lied singen.


z. B. Jona. Er betet zu Gott: “So nimm nun, HERR, meine Seele von mir; denn ich möchte lieber tot sein als leben.” (Jona 4, 3). Und auch bei ihm ist wieder das gleiche Muster des Depressiven erkennbar: Flucht in die Isolation: “Und Jona ging zur Stadt hinaus und ließ sich östlich der Stadt nieder und machte sich dort eine Hütte; darunter setzte er sich in den Schatten, bis er sähe, was der Stadt widerfahren würde” (Jona 4, 5). Körperliche Erschöpfung, die anfällig macht für Depression: “Als aber die Sonne aufgegangen war, ließ Gott einen heißen Ostwind kommen, und die Sonne stach Jona auf den Kopf, dass er matt wurde. Da wünschte er sich den Tod und sprach: Ich möchte lieber tot sein als leben.” (Jona 4, 8)

Ich kenne es auch aus meinem Leben, dass mich körperliche Schwachheiten - und sei es nur einfach Müdigkeit - anfälliger machen für Depressionen.


z. B. Timotheus. Bei ihm glaube ich auch, dass er mit Depressionen zu kämpfen hatte. Paulus ermutigt ihn an einer Stelle, indem er schreibt: “Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.” (1. Timotheus 1, 7) Vielleicht steht sogar sein Magenleiden im Zusammenhang mit seelischem Stress. Magenschleimhautentzündungen kenne ich auch in Zeiten seelischer Anspannung.


Ergänzend möchte ich noch zwei biblische Gestalten hinzufügen: David (siehe z. B. Psalm 69) und Hiob, der infolge schwerer Verluste und körperlicher Krankheit in tiefe Verzweiflung stürzte. Zuletzt noch der Schreiber von Psalm 88: Null Zuversicht, nichts Positives, keine Hoffnung, nur Dunkel. Klingt sehr depressiv, aber die Bibel ist eben sehr real - im Gegensatz zu manchen Christen, die ständig den Eindruck erwecken, Christen müssten immer fröhlich durchs Leben marschieren! Ronald Dunn stellte einmal in seinem Buch "Wenn Gott schweigt" die Frage, warum in manchen Gemeinden nur fröhliche Lieder gesungen werden und warum nicht mal Psalm 88? Spiegeln unsere Gesänge etwas von der Ausgewogenheit des Liederbuches der Bibel, den Psalmen, wieder oder sind sie einseitig, weil wir das Schwere und den "Winter unserer Seele" verdrängen und aus unserem Leben ausklammern wollen?


Lieben Gruß

Jörg
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Beitragvon Joschie » 20.02.2010 13:16

Da das Thema Depressionen sehr komplex ist hier weitere Beiträge dazu :!:
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