Wie weit muss Rücksicht gehen

Lehrfragen in Theorie und Praxis - also alles von Bibelverständnis über Heilslehre und Gemeindelehre bis Zukunftslehre

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Bibel lover
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Wie weit muss Rücksicht gehen

Beitragvon Bibel lover » 28.03.2010 18:43

Hallo ihr Lieben.

In Römer 14 steht
.
19 Darum wollen wir uns mit allen Kräften um das bemühen16, was zum Frieden beiträgt und wodurch wir uns gegenseitig ´im Glauben` fördern.
20 Zerstöre nicht das Werk Gottes wegen einer Frage, die das Essen betrifft17! Zwar ist ´vor Gott` alles rein; verwerflich ist es jedoch, wenn jemand durch das, was er isst, einen anderen zu Fall bringt.
21 Deshalb ist es am besten18, du isst kein Fleisch und trinkst keinen Wein und vermeidest auch sonst alles, was deinen Bruder oder deine Schwester zu Fall bringen könnte.
Bedeutet dass, das man in allem "Rücksicht" nehmen muss.
Also wenn jemand mit Krawatten Probleme hat, das tragen von Krawatten lässt usw.

Warum ich frage,
mir wurde wegen einer ähnlichen Banalität der Vers vorgehalten und sagte ich solle es unterlassen. (ich habe die Gemeinde bei einem Gottesdienst nicht mit der Sprache von vor 100 Jahren sondern mit einem Hallo begrüßt, was manche gestört hat ) )

Denkt ihr also das der Vers sowas bedeutet??

LG Johannes
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Joschie
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Beitragvon Joschie » 28.03.2010 18:53

Bibel lover schreibt
Warum ich frage,
mir wurde wegen einer ähnlichen Banalität der Vers vorgehalten und sagte ich solle es unterlassen. (ich habe die Gemeinde bei einem Gottesdienst nicht mit der Sprache von vor 100 Jahren sondern mit einem Hallo begrüßt, was manche gestört hat )
Diese hat aber auch garnichs mit den Bibelvers zu tun,ich kann nur mit denn Kopf schütteln :hm:
Liebe Grüße Joschie
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lutz
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Beitragvon lutz » 28.03.2010 20:29

Hallo Johannes,

ich stimme Joschie zu - mit diesem Bibelvers sowas belegen zu wollen, ist schon gekünstelt.

Aber mal davon abgesehen, wenn das Ganze in deinen Augen eine Banalität ist, was hindert dich hier Rücksicht zu nehmen?

Musst du in diesem Punkt (Begrüßungsformel) auf deine dir eigene Art bestehen?

Aber behalte unbedingt deinen wachen Sinn, dass man dir nicht Menschenlehre durch falsche Bibelauslegung begründet!

Lutz

Betti
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Beitragvon Betti » 01.04.2010 15:17

Eine gute Predigt zu Römer 14 ist folgende:

http://www.begowl.de/predigten/20091018_Roem14.mp3

LG
Betti
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Raphael
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Beitragvon Raphael » 09.04.2010 23:00

Hallo Johannes,

ich stimme dir ganz zu, diesen Bibelvers kann man nicht für solche Argumentationen missbrauchen.

Aber ich persönlich halte es auch für sehr fragwürdig einen Gottes :!: dienst mit "Hallo" und ähnlichen Floskeln zu beginnen. Heiliger Ernst im Gottesdienst sollte nicht aufgesetzt oder künstlich sein, sondern von Herzen kommen und auch in der Sprache, eben einer angemessenen, ausdrücken.

Es ist zum Beispiel eine gute Tradition den Gottesdienst mit einem Bibelwort zu beginnen, so wie es eine hilfreiche Tradition ist, die Predigt mit einem Kanzelgruß zu beginnen.
Herzliche Grüße


Raphael
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Beitragvon Joschie » 11.04.2010 12:14

Raphael schreibt
Heiliger Ernst im Gottesdienst sollte nicht aufgesetzt oder künstlich sein, sondern von Herzen kommen und auch in der Sprache, eben einer angemessenen, ausdrücken.
Was verstehst du genau unter Heiligen Ernst :?:
Gruß Joschie $:P
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Raphael
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Beitragvon Raphael » 11.04.2010 15:58

Hallo Joschie,

eine Einstellung in der wir bedenken, dass wir vor Gott stehen und diese Zeit verbringen um ihn zu preisen und sein heiliges Wort zu hören und zu verstehen. In diesem Sinne "heilig". Keine andere Zeit der Woche gleicht dieser, in der wir in besonderer Form vor Gott treten, eben als seine Priester.

Diese heilige Haltung erfordert vor allem auch Ernst. Keinen aufgesetzten Todernst der nicht mehr fähig ist über ein kleines Missgeschick, einen Versprecher oder einen Scherz in der Predigt, den der Prediger wohl platziert und überlegt hat, zu lachen. Aber eine Haltung, in der wir uns nicht über diese Wahrheiten lustig machen und sie nicht mit dem Alltäglichen vermischen!

Deshalb sollte man sich meiner Meinung nach eine flapsige "Hallo wie gehts"-Begrüßung verkneifen. Aber ich merke auch ein Manko, dass ich in letzter Zeit öfters habe, nämlich dass ich müde bin und gerade in der Predigt sehr damit zu kämpfen habe. Das kann es auch nicht sein und das muss ich ändern!
Soviel dazu. Herzliche Grüße


Raphael
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Beitragvon Bibel lover » 11.04.2010 18:48

Also, wenn man Hallo und herzlich willkommen sagt ist das weder flapsig noch sonst irgendwas, sondern seriös :lol:

LG Johannes
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Raphael
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Beitragvon Raphael » 11.04.2010 19:44

Hallo Johannes,

die Formulierung "Hallo und Herzlich willkommen" mag noch gehen.
Sicher liegt das auch z.T. an der Prägung. In Baptistischen/Freikirchlichen (trifft nat. nicht immer zu) Gemeinden erlebt man eine andere Liturgie, als in konfessionell geprägten Gemeinden oder in der Landeskirche. Als einer von letzteren kann ich mich mit der für meine Begriffe zu lockeren Liturgie ersterer nicht recht anfreunden. Aber hier gilt auf der einen Seite nicht Gesetzlich zu sein, aber auf der anderen Seite eben alles mit heiligem Ernst zu verrichten, im Bedenken, dass man Gottesdienst feiert.
Grüße


Raphael
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Jose
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Re: Wie weit muss Rücksicht gehen

Beitragvon Jose » 26.06.2010 13:07

Bibel lover hat geschrieben:Bedeutet dass, das man in allem "Rücksicht" nehmen muss.
Im 1. Vers von Römer 14,1 steht: "Den Schwachen im Glauben aber nehmt auf, doch nicht zur Entscheidung zweifelhafter Fragen! Röm 14,1. Diese Einleitung bedeutet für mich, dass es nicht allgemein um Rücksichtnahme geht. Im 1. Korintherbrief Kapitel 8 geht Paulus auf die Problematik um das Essen von sogenanntem Götzenopferfleisch ein (Fleisch das vorher Götzen geopfert und dann auf dem Markt verkauft wurde) und schreibt: "Was nun das Essen von Götzenopferfleisch betrifft, so wissen wir, dass es keinen Götzen in der Welt gibt und dass kein Gott ist als nur einer." 1.Kor 8,4. Er betont aber auch: "Die Erkenntnis aber ist nicht in allen, sondern manche essen es, da sie bis jetzt an den Götzen gewöhnt waren, als Götzenopferfleisch, und ihr Gewissen, da es schwach ist, wird befleckt." 1.Kor 8,7. Wenn ich diesen Kontext beachte, dann ist es für mich klar, dass es hier nicht generell um Rücksichtnahme und ein Entgegenkommen ging. Oftmals gilt Rücksichtnahme auch nur dann, wenn schwache Glaubensgeschwister dabei sind. Wenn beispielsweise jemand vorher am Alkoholismus gebunden war, dann könnte es angebracht sein, am Abendmahl nur oder zumindest zusätzlich Traubensaft anzubieten.


Rücksichtnahme
Wie es allgemein zu einer guten Kinderstube gehört, sollte Rücksichtnahme natürlich auch bei Christen kein Fremdwort sein, aber natürlich keine Rücksichtnahme wodurch die Lehre Christi und unser Wandel und Zeugnis vor der Welt untergraben werden. Aus Rücksichtnahme zu einer lieben Person werde ich dennoch nicht zu einer katholischen Messe gehen oder zu einer Konfirmation, denn dadurch würde ich meine eigene Überzeugung preisgeben.

Persönliche Erfahrung(en)
Seit über 20 bin ich nun verheiratet. Als ich noch ledig war hatte ich Not, wenn ich bei verheirateten Geschwistern zu Gast war, die sich immer wieder Küsschen gaben und sich dessen nicht bewusst waren, dass ich darunter litt, noch ledig zu sein. Generell sollten wir darauf achten, durch unser Verhalten nicht als Gehilfen des Teufels zu dienen. Manchmal erschrecke ich auch, wenn ich z.B. manche sehe, die sich so kleiden können, dass dadurch das andere Geschlecht verführt werden bzw. in Versuchung geraten kann. Der Herr möge uns helfen, dass wir in Seinem Sinn aufeinander Rücksicht nehmen.
Bibelzitate sind, wenn nicht anders angegeben, nach der rev. Elberfelder (PC-Ausgabe)


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