Fragen zu Bekenntnisse und Offenbarung u.s.w.

Lehrfragen in Theorie und Praxis - also alles von Bibelverständnis über Heilslehre und Gemeindelehre bis Zukunftslehre

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Jörg
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Beitragvon Jörg » 10.05.2010 04:47

Hallo Lutz,

redet unser Herr nicht auch durch "Umstände" zu uns? Dieses Reden Gottes steht aber niemals im Widerspruch zur Heiligen Schrift, sonst hätten wir es falsch verstanden!

Lieben Gruß, Jörg
Es muß alles erst einmal an Gott vorüber, bevor es mich treffen kann. (Helmut Thielicke)

lutz
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Beitragvon lutz » 10.05.2010 17:13

Hallo Peter,

es gibt eine Menge interessanter Fragen, ohne Zweifel – aber wir haben eine ganz konkrete:
Ist es zulässig von Gottes Wort so zu denken:
Gott kann es auch lassen durch sein Wort zu wirken.
D. h. es ist die Frage nach dem „geistwirkungslosen“ Wort Gottes. Gibt es das überhaupt?

Die Schöpfung:
Spricht Gott und es wird nichts?
Hier können wir doch erst einmal Folgendes festhalten:
Nichts wurde ohne Wort (offensichtlich, wie du auch sagst).
Wieso ist das offensichtlich?
Weil wir nichts anderes lesen im Wort Gottes.
Wir lesen dort auch nichts von einem Bruch zwischen „Sprechen“ und „Werden“.
Also damit meine ich:
Wir lesen dort nichts von: „Sprechen“, dann kommt noch einmal extra „Gott“ dazu und dann „wird“.
Wir lesen dort nichts von: „Sprechen“, dann kommt nicht noch einmal extra „Gott“ dazu und dann wird auch nichts.
Wir lesen dort auch nichts von: „Sprechen“ und „Gott“ ist nicht dabei.
Jesaja 55, 10 ff. sagt uns weiterhin, dass das Wort Gottes ausrichtet, was Gott gefällt und durchführt, wozu es gesandt ist. Also auch kein planloses und wirkungsloses Wort.

Insofern macht es keinen Unterschied bzgl. des Ergebnisses („es wird“) ob gesagt wird: „durch Gott wird“ – oder „durch das gesprochene Wort wird“. Das Ganze ist nur möglich, wenn Gott von Seinem Wort nicht getrennt
wird.
Dieses „Nichtunterscheiden“ was die Wirkung angeht – bedeutet nicht, dass gesprochenes Wort Gottes und Gott dasselbe sind.
Soweit reicht es doch erst einmal zur Schöpfung.
Oder bestehen da noch Unklarheiten?

Die Fragen nach dem Wirken in Beziehung zu „nur“ durch Wort werden sich Schritt für Schritt beantworten. Du kannst ja indessen die Augen offen halten und nach gegenteiligen Aussagen zum Thema forschen.
Für die Schöpfung hier gilt: „Nichts ohne Wort“ – also „nur durch das Wort“. Das Ganze umfasst das Werden der Schöpfung, das Tragen aller Dinge, Bestand haben …
Wichtig hier: Das biblische Wort ist nur so viel geoffenbartes Wort Gottes, wie der Mensch notwendig haben soll – nicht mehr und nicht weniger. Es ist im Umfang nicht mit Gott selbst gleichzusetzen.

Lutz

lutz
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Beitragvon lutz » 10.05.2010 17:27

Hallo Jörg,

schau mal in den Vortrag von H. W. Deppe dazu - ab Seite 5 (D: Richtiges) und besonders den roten Teil auf Seite 7.

http://www.betanien.de/verlag/material/ ... andeln.pdf

Lutz

Gast

Beitragvon Gast » 11.05.2010 08:07

Moooment lutz,

1) wir stellen fest dass alles durch das Wort geworden ist, aber wir stellen auch fest, dass der Geist Gottes wirkte bevor Gott sprach "Es werde", nämlich in 1.Mose 1:2.
(Gen 1:2 [Elberfelder])
Und die Erde war wüst und leer, und Finsternis war über der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte über den Wassern.

(Gen 1:3 [Elberfelder])
Und Gott sprach: Es werde Licht! und es ward Licht.

2) Was sagt uns Eph 2:15?
(Eph 2:15 [Elberfelder])
nachdem er in seinem Fleische die Feindschaft, das Gesetz der Gebote in Satzungen, hinweggetan hatte, auf daß er die zwei, Frieden stiftend, in sich selbst zu einem neuen Menschen schüfe,
War dieser Schöpfungsakt mit dem Sprechen oder ohne das Sprechen Gottes?


Gruß
Peter

lutz
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Beitragvon lutz » 11.05.2010 08:22

Es geht um ein gesprochenes Wort Gottes und was du meinst - vorher, darauf beziehe ich mich nicht.
Es geht ums Reden und was dieses Reden bewirkt oder nicht.

Gruß Lutz

Gast

Beitragvon Gast » 12.05.2010 07:34

lutz hat geschrieben:Es geht um ein gesprochenes Wort Gottes und was du meinst - vorher, darauf beziehe ich mich nicht.
Es geht ums Reden und was dieses Reden bewirkt oder nicht.

Gruß Lutz

Dann darf man solche Verse wie Joh 1:1-3 gar nicht in Betracht ziehen, weil der Sohn Gottes nicht Gottes gesprochenes Wort ist. Die Verse dürfen nicht buchstäblich verstanden werden. Der Sohn Gottes als das Wort ist ein Bild, das uns sehr vieles sagen will. Sohn Gottes ist das Wort Gottes an uns. Dieses Wort offenbart Gott erklärt Ihn und bringt Ihn zum Ausdruck. Dies sind Aufgaben eines Wortes. Dies tat Jesus Christus, er offenbarte uns Gott und an Ihm sahen wir wer und wie Gott ist.

Du versuchst aber dieses Wort mit einem machtvollen Sprechen Gottes "Es werde..." in der Schöpfung gleichzusetzen. Du verstehst Joh 1:1-3 in diesem Fall rein textuell ohne an den Kontext zu denken.
Damit wären wir an meinen Einstiegsbeitrag zum Thems R.Senk zurück gekommen.
Es geht ums Reden und was dieses Reden bewirkt oder nicht.
Nein es geht nicht ums Reden allein, sondern um die Gleichsetzung des Geistwirkens und des Wortwirkens (Falls es eine Frage war).

Die Bibel ist ja kein direktes Reden Gottes, sondern das festgehaltene, aufgeschriebene Wort Gottes. Ob es je geredet wurde ist so eine Frage. Es sind übrigens nicht nur Worte Gottes, sondern auch die Worte des Teufels in der Bibel festgehalten worden (Ist der Teufel in der Bibel auch als der im Wort wirkende Geist zu finden?). Ich stelle damit die Biibel als das Wort Gottes nicht in Frage.

Macht weitere Diskussion noch Sinn?

Gruß Peter

lutz
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Beitragvon lutz » 12.05.2010 17:48

Hallo Peter,

ich möchte beim Kern bleiben und nicht auf andere Detailfragen eingehen. Wir verzetteln uns sonst hoffnungslos.

Die Frage war:
Gibt es das: „Gott kann durch Sein Wort wirken oder es auch lassen.“?
(Es geht also um die Wirkung und das Wort.)

Wir haben den Anfang mit dem Thema „Schöpfung“ gemacht und dabei nichts gefunden, dass uns Anlass sein sollte so zu denken.
Es wurde nichts ohne Wort! Das ist Fakt!
Hier haben wir auch gesehen, dass sich Gott und Gottes Sprechen nicht trennen lassen. Wo Gottes Sprechen ist, da ist auch Gott. Wo Gottes Sprechen ist, da ist auch Wirkung. Es gibt hier keinen Anlass eine vernünftige Unterscheidung von Wort- und Geistwirken zu machen.
Wurde alles aufgrund des gesprochenen Wortes Gottes oder aufgrund Gottes selbst? Diese Frage ist doch unsinnig, weil das gesprochene Wort Gottes genau den Willen Gottes und seine Umsetzung zum Ausdruck und zur Ausführung bringt.

Gruß Lutz

PS: Hast du schon einmal darüber nachgedacht, dass deine Aussage bezogen auf den Sohn Gottes auch so lauten kann:
„Gott kann durch Seinen Sohn wirken oder es auch lassen.“?

Gast

Beitragvon Gast » 12.05.2010 18:31

Hallo Lutz,

was du da beweisen versuchst ist eine Tautologie. Natürlich wenn Gott etwas ausspricht, so geschieht es sicher und bedingungslos. Du kannst aber nicht das geschriebene Wort der Bibel dem gegenwärtigen Sprechen Gottes gleichsetzen. Dazu habe ich im letzten Beitrag etwas geschrieben.

Meine Frage war, ob Gott nur durch das Wort wirkt oder auch ohne Wort wirken kann. Ob das Geistwirken und Wortwirken immer kongruent oder gar identisch bleiben. Dies ist nämlich die Aussage von R.Senk in dem betroffenen Aufsatz. Und diese Aussage stösst mich an, weil das Wirken Gottes geschieht nicht nur duch das Wort, dazu habe ich genug Beispiele. Aber das interessiert dich wohl gar nicht.

Wenn ich sage „Gott kann durch Sein Wort wirken oder es auch lassen.“ so meine ich das geschriebene Wort der Bibel, wenn ein Mensch es liest oder spricht. Das Wort der Bibel wird nicht automatisch zum Gottes Reden wenn es durch Sprechen eines Menschen in Laute umgewandelt wird.
Was du darunter verstehen versuchst ist Gottes gegenwärtiges Reden oder gar der Sohn Gottes. (Schon wieder eine rein textuelle Betrachtung. Mich erschreckt etwas solcher Umgang mit den Texten.) Das geschriebene Wort Gottes ist nicht gleich dem Sohn Gottes. Darum darfst du meine Frage in der Form nicht umformulieren. Wort ist in der Bibel nicht gleich Wort.

Ich stelle fest, dass wir doch aneinander vorbei geredet haben.
Schade für die verlorene Zeit.

Danke lutz.
Gnade sei mit dir.

lutz
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Beitragvon lutz » 12.05.2010 19:25

pit hat geschrieben: Wenn ich sage „Gott kann durch Sein Wort wirken oder es auch lassen.“ so meine ich das geschriebene Wort der Bibel, wenn ein Mensch es liest oder spricht. Das Wort der Bibel wird nicht automatisch zum Gottes Reden wenn es durch Sprechen eines Menschen in Laute umgewandelt wird.
Das Wort der Bibel wird nicht zum Reden Gottes - ES IST DAS REDEN GOTTES.

Hast du schon einmal darüber nachgedacht, dass deine Vorstellung von der Wirksamkeit zu einseitig ist?
Welche Belege hast du denn für ein "Nichtwirken"?

Lutz

Gast

Beitragvon Gast » 12.05.2010 21:55

lutz hat geschrieben:Das Wort der Bibel wird nicht zum Reden Gottes - ES IST DAS REDEN GOTTES.
Die Bibel ist sein Wort. Aber nicht ausschlißlich sein Reden.
Alles dieses will ich dir geben, wenn du niederfallen und mich anbeten willst
Wem gehört diese Rede? Sie ist im Wort Gottes enthalten, aber ist es Gottes Rede?
lutz hat geschrieben:Hast du schon einmal darüber nachgedacht, dass deine Vorstellung von der Wirksamkeit zu einseitig ist?
Richtet nicht dass ihr nicht gerichtet werdet.
lutz hat geschrieben:Welche Belege hast du denn für ein "Nichtwirken"?
2.Kor 3 15 Aber bis auf den heutigen Tag, wenn Moses gelesen wird, liegt die Decke auf ihrem Herzen. 16 Wenn es aber zum Herrn umkehren wird, so wird die Decke weggenommen.

Jes 6 9 Und er sprach: Geh hin und sprich zu diesem Volke: Hörend höret, und verstehet nicht; und sehend sehet, und erkennet nicht! 10 Mache das Herz dieses Volkes fett, und mache seine Ohren schwer, und verklebe seine Augen: damit es mit seinen Augen nicht sehe und mit seinen Ohren nicht höre und sein Herz nicht verstehe, und es nicht umkehre und geheilt werde

Joh 12 37 Wiewohl er aber so viele Zeichen vor ihnen getan hatte, glaubten sie nicht an ihn, 38 auf daß das Wort des Propheten Jesajas erfüllt würde, welches er sprach: "Herr, wer hat unserer Verkündigung geglaubt, und wem ist der Arm des Herrn geoffenbart worden?" 39 Darum konnten sie nicht glauben, weil Jesajas wiederum gesagt hat: 40 "Er hat ihre Augen verblendet und ihr Herz verstockt, auf daß sie nicht sehen mit den Augen und verstehen mit dem Herzen und sich bekehren, und ich sie heile." 41 Dies sprach Jesaja, weil er seine Herrlichkeit sah und von ihm redete.

Mit anderen Worten wirkt das Wort Gottes auf Menschen nicht, solange das Herz zugedeckt ist oder ween das Herz des Menschen verstockt wurde wie es mit den Juden der Fall ist.

Gruß
Peter

lutz
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Beitragvon lutz » 12.05.2010 23:11

pit hat geschrieben:Die Bibel ist sein Wort. Aber nicht ausschlißlich sein Reden.

Ich habe mehrmals darauf hingewiesen, dass die Bibel nicht alles Reden Gottes umfasst. Die Bibel ist soviel Reden Gottes, wie der Mensch haben soll nicht mehr und nicht weniger.

2.Kor 3 15 Aber bis auf den heutigen Tag, wenn Moses gelesen wird, liegt die Decke auf ihrem Herzen. 16 Wenn es aber zum Herrn umkehren wird, so wird die Decke weggenommen.
Wenn es zum Herrn umkehren wird, wird was passieren?
Was muss außerdem noch dazu kommen? Nichts!
Solange sie nicht umkehren, bleibt was?
Was muss außerdem noch dazu kommen? Nichts!
Jes 6 9 Und er sprach: Geh hin und sprich zu diesem Volke: Hörend höret, und verstehet nicht; und sehend sehet, und erkennet nicht! 10 Mache das Herz dieses Volkes fett, und mache seine Ohren schwer, und verklebe seine Augen: damit es mit seinen Augen nicht sehe und mit seinen Ohren nicht höre und sein Herz nicht verstehe, und es nicht umkehre und geheilt werde
Was das mit Unwirksamkeit zu tun hat, verstehe ich gar nicht.
Hier ist aber eine Menge Wirksamkeit - nur anders, als du dir vorstellst.
Joh 12 37 Wiewohl er aber so viele Zeichen vor ihnen getan hatte, glaubten sie nicht an ihn, 38 auf daß das Wort des Propheten Jesajas erfüllt würde, welches er sprach: "Herr, wer hat unserer Verkündigung geglaubt, und wem ist der Arm des Herrn geoffenbart worden?" 39 Darum konnten sie nicht glauben, weil Jesajas wiederum gesagt hat: 40 "Er hat ihre Augen verblendet und ihr Herz verstockt, auf daß sie nicht sehen mit den Augen und verstehen mit dem Herzen und sich bekehren, und ich sie heile." 41 Dies sprach Jesaja, weil er seine Herrlichkeit sah und von ihm redete.
Begreife deine Argumentation nicht - auch hier ist eine Menge Wirksamkeit!
Mit anderen Worten wirkt das Wort Gottes auf Menschen nicht, solange das Herz zugedeckt ist oder ween das Herz des Menschen verstockt wurde wie es mit den Juden der Fall ist.
Solange du davon ausgehst, dass Wirksamkeit immer Glauben meint - wirst du einseitig bleiben.
Du hast doch nun selbst Stellen herangezogen, die dir deutlich machen müssten, dass diese Wirksamkeit nicht allein im "Glauben wirken" besteht.

Gruß Lutz

Gast

Beitragvon Gast » 13.05.2010 20:32

Hallo lutz,

ich bin evt einseitig, das kann ich nicht ausschließen. Wenn der Herr es mir gibt so bekomme ich auch mehr Einsicht.

Du hast ja nach einem Beispiel für das Nichtwirken gefragt. Hier das volle Bild.

Vergleich zwei Momente, das zugedeckte Herz der Juden, wo sie Mose lesen und nichts wirkt (2.Kor 3:14), und den Saulus auf dem Weg nach Damaskus (Apg 9:3), wo trotz aller Decken und Hindernisse, sogar oofener Feindschaft sein Herz doch erleuchtet wurde, und zwar war es nicht primär durch das Wort, sondern zuerst durch das Licht und dann durch das Wort.

In einem Fall läßt Gott es sein durch sein Wort machtvoll und souverän zu wirken, obwohl er es durchaus tun könnte, im andern wie mit Saulus aus Tarsus jedoch bricht Er alle Hindernisse und räumt alle Decken hinweg, um zu erleuchten.

LG
Peter

lutz
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Beitragvon lutz » 22.05.2010 18:11

Hallo Peter,
Du hast ja nach einem Beispiel für das Nichtwirken gefragt. Hier das volle Bild.


Das ist kein volles Bild.
Hier wäre ein volles Bild (eine Recherche durch die ganze Schrift):
http://www.cbuch.de/product_info.php/in ... istes.html

Die PDF, auf die wir uns gerade beziehen, stellt ein verständliches Fazit dar und ist für unseren Austausch völlig ausreichend.
http://www.betanien.de/Material/wortundgeist.pdf

Wir waren erst bei Punkt A: Die Schöpfung.
Im Folgenden ist dann auch noch nicht das NT dran, sondern Punkt B: Menschliche Mittlerpersonen und die Wirkmacht des Wortes Gottes im AT.
Du bist zu schnell.

Die Beispiele, die du jetzt anführst können doch gut in zwei Bereiche eingeordnet werden.
Einmal wirkt das Wort Gottes nicht das, was du als Ergebnis sehen möchtest. Daraus zu schlussfolgern, dass das Wort Gottes dann generell wirkungslos wäre, ist vermessen. (erinnere dich, wir sind noch nicht über das Thema: „Schöpfung“ hinausgekommen.)

Das andere Mal nimmst du eine Beschreibung in der vom Wort die Rede ist und zusätzlich Phänomene auftauchen. Die Schrift hat eine Reihe solcher Beschreibungen zu bieten.
Daraus nun aber die Schlussfolgerung zu ziehen, das Wort reiche allein nicht aus – wäre ebenfalls vermessen, da wir noch am Anfang sind.

Ich kann verstehen, dass solche Gedanken, die du äußerst, aufkommen können – ich kann aber nicht verstehen, wenn du weiterhin deine Behauptungen einstellst – trotzdem du selber davon sprichst:
ich bin evt einseitig, das kann ich nicht ausschließen. Wenn der Herr es mir gibt so bekomme ich auch mehr Einsicht.
LG Lutz

Gast

Beitragvon Gast » 25.05.2010 10:01

lutz hat geschrieben:Die Beispiele, die du jetzt anführst können doch gut in zwei Bereiche eingeordnet werden.
Einmal wirkt das Wort Gottes nicht das, was du als Ergebnis sehen möchtest. Daraus zu schlussfolgern, dass das Wort Gottes dann generell wirkungslos wäre, ist vermessen. (erinnere dich, wir sind noch nicht über das Thema: „Schöpfung“ hinausgekommen.)
Lieber lutz,

der Grund warum ich in die Diskussion überhaupt eingestiegen bin, ist dass ich folgende Aussage von R.Senk nicht eingesehen habe:

"Dies bedeutet auch, dass das Wirken Gottes immer wortstrukturiert ist. Auch nicht-soteriologische Wirkungen (z.B. im Bereich der Schöpfung etc.) geschehen mit dem Wort"

Das Wort "immer" ist meiner Meinung nach nicht treffend. Es gibt jede Menge Momenten, wo die Wirkung Gottes ohne Wort stattfindet.
Dadurch dass Senk in seine Versliste Joh 1:1-3 mit einbezieht wird seine Ausführung zu einem tautologischen Gerede. Da Gott sich selbst als Wort präsentiert, so ist alles durch das Wort und mit dem Wort und nichts ohne Wort. Letztlich ist Gott selbst das Wort, zwar nicht das biblische aber doch das Wort als solches.
Dies ist eine Position, wo ich kein Diskussionsstoff sehe.

Weiterhin bin ich nicht einverstanden mit der Aussage, dass "... Gottes Wortwirken und Gottes Geistwirken nicht unterschieden werden und ein und dasselbe meinen.". Aber leider reagierst du nicht auf meine Einwände, sondern versuchst weiterhin mich durch den Vortrag zu transportieren.

Lieber lutz, ich behaupte nicht, dass das Wort Gottes generell wirkungslos sei. Ich habe es auch nie behauptet. Du musst es mir nicht beweisen. Es gibt einige Verse und Beispiele, wo sich zeigen läßt, dass das Wort Gottes generell sehr wohl wirkungsvoll ist.

Gruß

P.S.
Kannst du von dir behaupten objektiv (nicht einseitig) zu sein ???

lutz
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Beitragvon lutz » 25.05.2010 17:30

Hallo Peter,

dann zurück zu deinen Einwänden bzgl. Punkt A:

Dich stört, dass kein Unterschied gemacht wird, zwischen Wortwirken und Geistwirken.
Dann ist es ja gerade wichtig durch die ganze Schrift zu recherchieren, ob dieses subjektive „Gestörtsein“ einen objektiven Grund hat.
Wenn die Schrift einen solchen Unterschied im Wirken nicht macht, wenn es sogar Parallelismen, Synonymsetzungen gibt, dann kann subjektiv zwar immer noch ein „Gestörtsein“ vorliegen, aber es wäre dann ohne Grund in der Schrift.
Insofern brauchen wir immer diese Objektivität, die die Schrift so bezeugt, wie sie selbst verstanden sein will – unabhängig von subjektiven Befindlichkeiten, subjektiven Interpretationen ….

1. Mose:
Einwand deinerseits:
aber wir stellen auch fest, dass der Geist Gottes wirkte bevor Gott sprach "Es werde", nämlich in 1.Mose 1:2.
Was wirkte denn der Geist Gottes ohne Wort hier? Welche Information haben wir denn?
Es ist doch unsinnig darüber zu spekulieren, was jetzt genau gebrütet, geschwebt wurde … - wenn Gottes Wort uns darüber nicht in Kenntnis setzt.
Dann ist es viel schlüssiger darüber nachzudenken, was in der Gesamtschau zur Kenntnis genommen werden soll.
Der Autor möchte beweisen dass das Wortwirken und das Geistwirken nicht unterschieden werden kann. Dies kann man jedoch leicht widerlegen indem man 1.Mo 1:3 mit dem Vers davor zusammen betrachtet, denn da sieht man sehr wohl, dass das Geistwirken zuerst kam, danach sprach Gott sein Machtwort und es wurde etwas. Zuerst brütete [hebr] der Geist, danach sprach Gott. Bevor Gottes Wort herauskam und die Wirkung entfaltete wirkte der Geist Gottes.
Schon an diesem kleinen Beispiel im Anfang der Bibel sieht man den Unterschied im Wirken des Geistes und des Wortes.
Selbst in der Schöpfung sehen wir Gott getrennt als den Geist Gottes und als den sprechenden Gott am Werk!!!
Du lenkst das Auge des Betrachters auf eine Trennung! Der Grundton des Ganzen ist aber ein „und“ – ich könnte auch sagen eine Verbindung. Das ganze Gegenteil von einer Trennung!
Unabhängig davon: Wann wurde etwas? Nachdem Gott sprach.
Wir sehen Gott nicht getrennt als Geist Gottes und sprechenden Gott, sondern wir sehen eine Verbindung. Wir sehen einen Unterschied: Die gesprochenen Worte sind nicht dasselbe wie die Person.
Wir sehen: „der Geist Gottes“ - „Gott sprach“ - „Wirkung“.
Die Frage: Durch wen oder was trat die Wirkung ein? – muss auf alle Fälle beantwortet werden mit „durch Gott sprach“. Damit ist auch klar, dass die Antwort auch „durch Gott“ lauten muss, denn die Person ist vom Reden nicht getrennt.
Die Antwort kann nicht lauten: Die Wirkung trat ohne ein Wort Gottes ein!

Psalm 33, 6
Lasst uns genauer den Psalm 33 betrachten. Ist der Hauch des Mundes der Geist Gottes? Im Grundtext steht das Wort, das an anderen Stellen als Geist übersetzt wird. Ich frage mich aber wofür steht die Verdeutlichung "seines Mundes"? Ist der Geist Gottes der Geist seines Mundes ? Ist es nicht natürlicher unter dem Hauch tatsächlich den Atem, den Wind zu verstehen, etwas, was beim Sprechen aus dem Mund herausgestoßen wird. Wir wissen ja alle, dass Psalmen poetische Stücke sind, die sogar gesungen wurden. Ein gesprochenes Wort ist automatisch ein Hauch? Ist denn ein Hauch automatisch der Geist?

Der Kontext sagt, so sind die Himmel gemacht und all ihr Heer. Es geht im Kontext also um die Schöpfung aus dem Nichts.
1. Mose und Psalm 33, 6 gehören zusammen. Wenn hier einmal bezeugt wird „durch Jahwes Wort“ und einmal „durch den Hauch seines Mundes“, ist mit Sicherheit keine Trennung möglich! Mit Sicherheit ist auch kein voneinander unabhängiges Agieren gemeint.
Warum der Ausdruck „Mund“ gebraucht wird, ist interessant – aber völlig irrelevant für die Frage nach der „Wirkungsmacht“.
Drei Verse weiter verwendet der Psalmist kein Parallelismus mehr. Er schreibt lediglich "Er sprach, Er gebot".
Daraus schliesse ich, dass die Stelle in Ps 33;6 zwar ein guter Hinweis ist, muss aber bestätigt werden, um zum Beweis zu werden.

Schon davor und ein Vers weiter und … ist kein solcher Parallelismus wie in Vers 6.
Festzuhalten ist aber, dass in Vers 6 ein Parallelismus vorliegt, der von einer „Wirkungsmacht“ spricht. Die Frage: durch wen oder durch was wird gewirkt? – muss hier mit „durch Jahwes Wort“ und synonym „durch den Hauch seines Mundes“ beantwortet werden.
Das steht in Vers 6 da, dafür braucht es keinen zusätzlichen Beweis. Was dasteht, steht da!
Meine Frage war, ob Gott nur durch das Wort wirkt oder auch ohne Wort wirken kann. Ob das Geistwirken und Wortwirken immer kongruent oder gar identisch bleiben. Dies ist nämlich die Aussage von R.Senk in dem betroffenen Aufsatz.
Wenn das deine Frage ist, dann ist es notwendig, durch den ganzen Aufsatz zu gehen und zwar so, wie der Lehrer vorgibt. Es ist der Aufsatz von R. Senk und er hat seine Reihenfolge nicht zufällig gewählt.
Das ist der Grund, warum ich mich scharf am Thema halten will und auf keine weitere Abschweifung eingehen möchte. Das bedeutet einige deiner Aussagen zu übergehen, obwohl ich sie nicht ignoriere.

Lutz
PS: Ich habe „dann generell“ geschrieben und mich dabei auf deine ganz speziellen Einzelschlussfolgerungen bezogen.


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