NWO / Antichrist

Lehrfragen in Theorie und Praxis - also alles von Bibelverständnis über Heilslehre und Gemeindelehre bis Zukunftslehre

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Ernst-Hermann
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Beitragvon Ernst-Hermann » 05.06.2010 12:00

Hallo Joschie, vielen Dank für Deine freundliche Begrüßung $:D
Joschie hat geschrieben:Darum hatte ich ja das Zitat von R.Rieniecke gebracht
Wer ist denn nun R. Rieniecke? Vorher war noch die Rede von einem Fritz Rienecke. Handelt es sich um die gleiche Person?

Wahrscheinlich ist in allen Fällen ein Theologe mit dem Namen Fritz Rienecker :!: gemeint. Dessen bekanntestes Werk dürfte das von ihm herausgegebene "Lexikon zur Bibel" sein. Dort gibt es hilfreicherweise ein Stichwort "Sauerteig".
Diese Wirkung des S.(auerteigs) wird zum Bild für unauffällige, doch grundliche und durchdringende Einflüsse im bösen ..., aber auch im guten Sinn.
Aber auch zum Thema "Antichristus" gibt es - vielleicht zur Klärung in dieser Diskussion - ein Stichwort.
... der ein persönlicher und direkter Gegenpart des erhöhten Christus ... ist.
Rienecker weist in diesem Zusammenhang auch darauf hin, dass sich bereits "Widerchristen" in der Welt befänden, die vom Geist des Antichristus - der erst noch kommen soll - geprägt seien. Der Antichristus selbst würde sich später in den Tempel Gottes setzen (2. Thess. 2,4).

Einen ebenfalls freundlichen Gruß
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Joschie
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Beitragvon Joschie » 05.06.2010 12:06

Ernst-Hermann hat geschrieben:Wer ist denn nun R. Rieniecke? Vorher war noch die Rede von einem Fritz Rienecke. Handelt es sich um die gleiche Person?
Sorry :oops: :oops: :oops: ich meine natürlich Fritz Rienecker.
Gruß und Segen vo $:P n Joschie
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Gast

Beitragvon Gast » 07.06.2010 11:12

In der Tat dachte ich nicht an Sauerteig als "solches", sondern an seine Bedeutung in der Bibel. Es ändert aber wenig an der Zitataussage.
F.Rienecker hat geschrieben:An einer verderblichen Wirkung es Sauerteiges, hinsichtlich des Mehles ist nicht gedacht. Das Bild vom Sauerteig ist auch in den anderen NT-Stellen nicht im negativen Sinn gebraucht, sondern in all diesen Stellen, ist von der großen Kraft der Durchsäuerung die Rede. Der Sauerteig als solcher ist neutral zufassen. Aber seine ungeheuere Durchsäuerungskraft ist das, was im Blickfeldt, des Gleichnisses und auch der übrigen Bibelstellen, des NT liegt.
Der Herr Rienecker schreibt über das Bild des Sauerteiges, was wohl auf die typologische Bedeutung hinweist, dabei sei dieses Bild nicht negativ gebraucht, was wohl nur seine eigene Idee sein kann. Und im gleichen Atemzug geht er zum "Sauerteig als solches" hinüber. Wenn er dabei an den Sauerteig küchenmäßig denkt ist der Begriff sicherlich neutral. Aber warum geht er plötzlich zum Küchensauerteigteig rüber. Wahrscheinlich ist, dass damit mehr positive Eigenschaften gefunden werden sollten, um beim Leser ein positives Bild zu erzeugen, weil es anders halt nicht geht. Die Bibel gibt keine Anhaltspunkte her, nun greift der Autor zu etwas, was ausserhalb der Bibel liegt.

Zusätzlich beschränkt sich der Autor bewusst auf das NT. Warum? Weil im AT das Sauerteig als solches negativ belegt ist. Das AT erklärt nicht was der Sauerteig bedeutet, sondern verbietet ihn als Solches in bestimmten Fällen zu benutzen
Wenn wir also die Gesamtaussage der Bibel über den Sauerteig nehmen, so kommt der Sauerteig sowohl im typologischen Sinne als auch "als solches" im negativen Licht heraus.

Damit ist das Zitat von F.Rienecker absolut irreführend.

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Enrico
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Beitragvon Enrico » 08.06.2010 07:56

pit hat geschrieben:.................
Wenn wir also die Gesamtaussage der Bibel über den Sauerteig nehmen, so kommt der Sauerteig sowohl im typologischen Sinne als auch "als solches" im negativen Licht heraus.

Damit ist das Zitat von F.Rienecker absolut irreführend.
nicht unbedingt... Jesus selbst verwendet den Begriff des Sauerteiges auch um zum Beispiel zu erklären was es mit der Ausbreitung des Reiches Gottes so auf sich hat:

Matthäus 13 vers 33:

Ein anderes Gleichnis redete er zu ihnen: Das Himmelreich ist gleich einem Sauerteig, den ein Weib nahm und unter drei Scheffel Mehl vermengte, bis es ganz durchsäuert ward.
Betrachten wir uns im Kontext den Vers zuvor dann sehen wir dass die Aussage dort ähnlich ist wie im Vers 33.
Beides geht darum dass sich das Reich Gottes ausbreitet...

Sauerteig breitet sich ja auch aus und ich denke für nichts anderes steht dieses Wort, als eine Art Katalysator mit der Wirkung des Ausbreitens.
Des kann sowohl im positiven wie beim Reich Gottes,
als auch im negativen Sinne ...bei den Lehren der Pharisäer gemeint sein.

Aber auch heutige Lehren von Ungläubigen Theologen, welche ja eigentlich auch nichts anderes sind als "Schriftgelehrte".

Gabs damals Gute und sehr viele negative, so ist es auch heute noch.

Gast

Beitragvon Gast » 08.06.2010 14:06

Lieber Enrico,
wäre schön, wenn du die Diskussion ein paar Seiten verfolgt hättest. Dann hättest du nämlich entdeckt, dass es gerade um diese Stelle geht, wie sie zu bewerten ist.


Der ganze Bericht über das Himmelreich in Mt 13 besteht aus sieben Gleichnissen, vier davon, werden der Menschenmenge öffentlich verkündet und drei exclusiv den Jüngern im Haus. Das zeigt, dass die letzten drei Gleichnisse eine tiefere Wahrheit enthalten.
In den ersten zwei Gleichnissen wird gezeigt die Entstehung des Himmelsreiches, in den nächsten zwei die Mutation des Himmelreiches (Senf als eine Gartenpflanze -> Riesenbaum mit den Vögeln[unreinen Geistern]) und der Grund für diese Mutation, den Sauerteig der Irrlehre, den die Frau - die katholische Kirche in die drei Sheffel Mehl (Lehre über Christus) versteckt. Diese Mutation fand im dritten Jahrhundert zur Zeit von Kaiser Konstantin statt als die Gemeinde, die bis da eine unscheinbare, verfolgte lebendige Pflanze war zu einer Staatskirche wurde. Ab da wurde die Gemeinde mit allerlei Irrlehren durchsäuert, welche in einer kurzen Zeit den ganzen Teig verunreinigten.

In den nächsten zwei Gleichnissen, die nur zu den Jüngern gesprochen werden, wird gezeigt, dass das Himmelsreich der Schatz im Acker und die Perle ist. Vergleiche mit 1.Kor 3:12-15 Gold, Silber, Edelsteine gegen Holz Heu und Stroh. Beides ist vorhanden aber nur wertvolle Sachen haben Bestand.
Und im letzten Gleichnis wird berichtet über das Gericht am Ende dieses Zeitalters bei der Rückkehr des Herrn.

Diese Beschreibung passt sehr gut auf das heutige Christentum, dass aus allerlei Ästen und Zweigen besteht mit verschiedensten Lehren und Irrlehren mit einem dicken Stamm der RKK in der Mitte wo allerlei Vögel des Himmels ihre Nester gebaut hatten.

Wir sehen, dass schon ganz am Anfang im Gleichnis zwei der Feind das Unkraut unter den Weizen säte, dieses Unkraut bekommt im Gleichniss drei und vier Entwicklung in Form von Riesenbaum und Sauerteig.
Was aber vom Herrn geschätzt wird, ist eine verborgene Perle und ein verborgener Schatz im Gegenteil zum sichtbaren Riesenbaum und dem immer mehr aufgehenden Sauerteig.
Riesenbaum und durchsäuerte Teig stehen für die äußere Erscheinung des Himmelreiches, was jedoch in Wirklichkeit Wert hat, sind die verborgenen Sachen wie der Schatz und die Perle.

LG
Peter

lutz
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Beitragvon lutz » 09.06.2010 18:35

Das hat jetzt zwar nichts mit dem eigentlichen Thema zu tun – aber zu deinem Beitrag, Peter, möchte ich noch etwas anmerken.
in den nächsten zwei die Mutation des Himmelreiches (Senf als eine Gartenpflanze -> Riesenbaum mit den Vögeln[unreinen Geistern]) und der Grund für diese Mutation, den Sauerteig der Irrlehre,


Wir haben hier in den Gleichnissen Vergleiche, dem Alltag entnommen. Sie sind keine Verfremdung oder Verkehrung des Alltags.

„ … Das Reich der Himmel gleicht einem Senfkorn, …. wenn es aber wächst, so wird es größer …“ (Matth. 13, 31. 32)

Es steht: „gleicht“ – nicht: wird einmal später gleichen!
Es geht hier um Same und Wachstum.
Welcher Mensch, Gärtner … würde die aus einem Samen wachsende Pflanze als „Mutation des Korns“ bezeichnen?
Aus einem Senfkorn wird nichts Anderes als eine dem Korn entsprechende Pflanze. Aus einem Senfkorn wird keine Distel.
Bei deiner Deutung entsteht aus einem Senfkorn eine artfremde Mutation.
Bei deiner Deutung würde das Himmelreich zwangsläufig und natürlich mutieren, weil die Art des Himmelreichs keine andersartige Entwicklung zulässt.
Selbst im Gleichnis vom Unkraut und Weizen sind zwei verschiedene Samen angezeigt.
Der Same bleibt was er ist und entsprechend dem Samen zeigt sich die Pflanze.
Bei deiner Deutung muss zwangsläufig das Senfkorn schlechter Same sein und damit hätten wir ein Reich der Himmel, dass niemals begrüßenswert wäre.

„ … Das Reich der Himmel gleicht einem Sauerteig, …“ (Matth. 13, 33)

Es steht „gleicht“ – nicht: wird einmal später gleichen!
Es geht hier um Sauerteig und Mehl und mischen.
Hier wird das Reich der Himmel mit dem Sauerteig verglichen – nicht mit dem ganzen Teig.
Hans-Werner hat dich mehr als einmal darauf hingewiesen.
Es steht nicht geschrieben: Das Reich der Himmel gleicht dem durchsäuerten Teig (bzw. dem Mehl).
Wenn der Sauerteig hier die Irrlehre ist, dann heißt das:
Das Reich der Himmel ist einer Irrlehre gleich. Es wird nicht einer Irrlehre gleich, dann ist es der Irrlehre gleich!
Das bedeutet Angehörige dieses Reiches sind niemals „der gute Same … die Kinder des Reichs“ (Matth. 13, 38). Es ist Irrsinn ein solches Reich als begrüßenswert „nahe herbeigekommen“ anzukündigen.

Nach deiner Deutung liegt hier keine Mutation vor, sondern ein völlig anderes Reich.
Man müsste dann vom Reich des Abgrunds, Reich der Bösen, … sprechen.
Wir sehen, dass schon ganz am Anfang im Gleichnis zwei der Feind das Unkraut unter den Weizen säte, dieses Unkraut bekommt im Gleichniss drei und vier Entwicklung in Form von Riesenbaum und Sauerteig.


Jedes dieser Gleichnisse wird eingeleitet durch: „Ein anderes Gleichnis …“.
Sie sprechen alle über ein und dasselbe Reich – aber ein Zusammenhang im Sinne einer Entwicklung kann nicht einfach so angenommen werden.
Die Verknüpfungen der Gleichnisse untereinander fußen nicht auf einem: Erst ist es so, dann wird es so sein, danach aber so …

In dem Gleichnis vom „Unkraut und Weizen“ wird aus Unkraut kein Weizen und aus Weizen kein Unkraut.
In dem Gleichnis vom „Unkraut und Weizen“ vermischen sich die Pflanzen auch nicht untereinander, es bleiben getrennt voneinander existierende Pflanzengruppen.

Lutz

PS: Hier noch eine ausführlichere Predigt zu „Senfkorn und Sauerteig“:
http://www.berg-giessen.de/download/pre ... t_13_31-33 (Die Gleichnisse vom Senfkorn und vom Sauerteig - Predigt am 5. Juni 2005 in der Bekennenden Evangelisch-Reformierten Gemeinde in Gießen)

Gast

Beitragvon Gast » 09.06.2010 21:34

Man müsste dann vom Reich des Abgrunds, Reich der Bösen, … sprechen.
... und was war denn das Reich die ganzen Jahrhunderte lang? Kreuzzüge, Inquisition, verschlossene Bibel ...

Weder Dispensationalismus fordert meine Auslegung, noch stimmen deine Ausführungen. Die Geschichte selbst beweist die Richtigkeit.
Aus einem Senfkorn wächst nie ein Riesenbaum, das entspricht nicht dem Artenprinzip in 1.Mose 1.
Oder möchtest du behaupten, dass Senfpflanze von einer Größe von max 2m mit einem Riesenbaum zu vergleichen ist??? Senfpflanze ist eine einjähriges Gewächs, das nie ein BAum genannt werden darf.

Darum ist der Fall im Gleichnis eine Mutation. Und dass das Himmelreich im Falle des Katholizismus ein Sauerteig ist, der die ganze Christenheit, mehr noch die ganze Welt mit seinen Irrlehren durchdrungen hat brauch man niemandem zu beweisen.

zu dem Thema Gleichnisse werde ich hier nicht weiter diskutieren.

Gruß
Peter

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Beitragvon lutz » 09.06.2010 22:40

pit hat geschrieben: ... und was war denn das Reich die ganzen Jahrhunderte lang?
Wir sprachen über Gleichnisse zum Reich der Himmel.
Und die Frage bezüglich deiner Art und Weise des Umgangs damit ist tatsächlich:

Was war das Reich der Himmel und was ist jetzt das Reich der Himmel?

Deine Gegenargumentation kann ich nicht ernst nehmen.
Aber richtig erkannt, das ist ein anderes Thema hier!

Lutz

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Joschie
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Beitragvon Joschie » 19.06.2010 20:51

Pit hat geschrieben:Der Herr Rienecker schreibt über das Bild des Sauerteiges, was wohl auf die typologische Bedeutung hinweist, dabei sei dieses Bild nicht negativ gebraucht, was wohl nur seine eigene Idee sein kann. Und im gleichen Atemzug geht er zum "Sauerteig als solches" hinüber. Wenn er dabei an den Sauerteig küchenmäßig denkt ist der Begriff sicherlich neutral. Aber warum geht er plötzlich zum Küchensauerteigteig rüber. Wahrscheinlich ist, dass damit mehr positive Eigenschaften gefunden werden sollten, um beim Leser ein positives Bild zu erzeugen, weil es anders halt nicht geht. Die Bibel gibt keine Anhaltspunkte her, nun greift der Autor zu etwas, was ausserhalb der Bibel liegt.
Wo schreibt F.Rieneker typologisch? Benutzt du nicht gerade die typologische Weise in deinen Beiträgen in überreiche Weise :?: Du schreibst von "außerhalb der Bibel liegt" ist das deine Wortwahl wenn dir eine andere Sichtweise nicht in deiner theologischen Sicht passt?
Zusätzlich beschränkt sich der Autor bewusst auf das NT. Warum? Weil im AT das Sauerteig als solches negativ belegt ist. Das AT erklärt nicht was der Sauerteig bedeutet, sondern verbietet ihn als Solches in bestimmten Fällen zu benutzen
Wenn wir also die Gesamtaussage der Bibel über den Sauerteig nehmen, so kommt der Sauerteig sowohl im typologischen Sinne als auch "als solches" im negativen Licht heraus.
Das ist eine sehr große Unterstellung :!: Ich habe geschrieben das dieses Zitat aus der Wuppertaler Studienbibel (Mt.13.33) stammt,warum soll eigentlich ein Kommentar zu N.T. alle Stellen aus den A.T. beachten :?:
zu dem Thema Gleichnisse werde ich hier nicht weiter diskutieren
Warum eigentlich nicht?
Gruß Joschie
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lutz
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Beitragvon lutz » 19.06.2010 22:08

Dann möchte ich doch auch noch einmal ergänzen zu den Gleichnissen (Senfkorn und Sauerteig).

Hier mal Spurgeon dazu, der die Position: Sauerteig ist böse,
als Gedankengang auch berücksichtigt.

http://glaubensstimme.de/doku.php?id=au ... tel_13dedr
31. 32. Ein andres Gleichnis legte Er ihnen vor, und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Senfkorn, das ein Mensch nahm und säete auf seinen Acker; welches das kleinste ist unter allem Samen; wenn es aber erwächst, so ist es das größte unter dem Kohl, und wird ein Baum, daß die Vögel unter dem Himmel kommen, und wohnen unter seinen Zweigen.

Das Senfkorn ist das kleinste unter allem Samen im Verhältnis zu dem, was daraus kommt; aber es hat ein eigentümliches Leben in sich, und darum erzeugt es ein so großes Gewächs. Den Mann in dem Gleichnis kennen wir; sein Acker ist die Gemeinde oder das Herz. Er nimmt den Samen, den andre vielleicht vernachlässigen, weil sie ihn für so klein halten; er säet den lebendigen Samen in seinen eignen Acker und wacht darüber. Der Same wächst und wächst, bis er zuletzt das größte unter dem Kohl wird und einem Baume gleicht. Die Resultate des göttlichen Lebens in der Seele sind keineswegs klein, sondern große Gnaden, große Pläne und große Thaten werden dadurch erzeugt. Das Gnadenwerk in der Gemeinde und in dem einzelnen ist so sichtbar, daß Leute, die so wenig von himmlischen Dingen wissen, wie Hänflinge und Sperlinge, kommen und Schutz finden unter den heiligen und wohlthätigen Einflüssen und Anstalten, die daraus hervorgewachsen sind.
Wir hätten nicht vermuten können, daß unser Herr und seine zwölf Apostel die Myriaden Gemeinden der Christenheit hervorbringen würden. Wir könnten auch jetzt nicht sagen, wozu eine geringe Anstrengung, Gutes zu thun, heranwachsen mag. Wir wissen nicht, wozu unser inneres Leben noch kommen wird. Es hat eine ausdehnende Kraft in sich und es wird jedes Band zersprengen, und zu etwas wachsen, das Schatten gewähren, Frucht bringen und Schutz verleihen wird. Wenn der Herr den unvergänglichen Samen in uns gepflanzt hat, so ist seine Bestimmung eine große.
Guter Meister, beschleunige diese gesegnete Entwickelung. Wir haben beinahe genug von dem Senfkorn gesehen, nun laßt uns den Baum sehen.
33. Ein andres Gleichnis redete Er zu ihnen: Das Himmelreich ist einem Sauerteig gleich, den ein Weib nahm, und vermengte ihn unter drei Scheffel Mehls, bis daß es ganz durchsäuert ward.

Viele Ausleger behaupten, daß dies sich auf die Macht des Bösen in der Gemeinde oder in den Herzen bezieht. Bei dieser Auslegung sehen wir, warum ein Weib den Sauerteig nahm und warum sie damit so heimlich that, daß es heißt, sie verbarg ihn. nach der Regel, die beim Gebrauch dieses Sinnbilds beobachtet wird, muß Sauerteig als das Bild des Bösen genommen werden, und wenn die Regel in diesem Falle anzuwenden ist, so ist die Lehre einleuchtend und wertvoll. Der Sauerteig begann bald seinen verderblichen Einfluß in der Gemeinde, und er wirkt in der einen oder andren Weise immer noch fort.
Aber der Zusammenhang führt uns nicht zu dieser Auslegung. Das Gleichnis beginnt mit denselben Worten wie die andres: “Das Himmelreich ist gleich;“ und es ist kein Wort da, uns anzuzeigen, daß das Thema verändert sei und unser Herr jetzt nicht von dem Reiche selber, sondern von dem Bösen in dem Reiche spräche. Überdies sagt unser Herr nicht: “Wird gleich sein,“ sondern “ist gleich,“ und bezieht sich deshalb auf etwas, was schon in Thätigkeit war. Wir können wirklich nicht sehen, daß das Weib damals schon den Sauerteig verborgen hatte, viel weniger ihn verborgen hatte “in drei Scheffel Mehl,“ d.h. in einer großen Gemeinde. Ist nicht der Sauerteig hier einfach gebraucht als ein andres Bild von einem Einfluß, der schwach erscheint, aber sich als thätig, überwindend und zuletzt alldurchdringend erweist? Dieser, obwohl in Dunkelheit verborgne, inmitten der Völker, den “drei Scheffeln Mehl“ vergleichbar, wirkte mit geheimnisvoller Schnelligkeit und wird noch immer fortfahren in der ganzen Rasse der Welt zu wirken und die Völker zu bezwingen. Mögen unsre Freunde zwischen diesen beiden Auslegungen ihre Wahl treffen und aus einer oder aus beiden eine gute Lehre ziehen. Vor bösem Sauerteig bewahre der Herr uns, und mögen heilige Einflüsse auf uns alle einwirken!

Lutz

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Beitragvon Gast » 23.06.2010 19:54

Hallo Joschie,
Joschie hat geschrieben:
Pit hat geschrieben:Der Herr Rienecker schreibt über das Bild des Sauerteiges, was wohl auf die typologische Bedeutung hinweist, dabei sei dieses Bild nicht negativ gebraucht, was wohl nur seine eigene Idee sein kann. Und im gleichen Atemzug geht er zum "Sauerteig als solches" hinüber. Wenn er dabei an den Sauerteig küchenmäßig denkt ist der Begriff sicherlich neutral. Aber warum geht er plötzlich zum Küchensauerteigteig rüber. Wahrscheinlich ist, dass damit mehr positive Eigenschaften gefunden werden sollten, um beim Leser ein positives Bild zu erzeugen, weil es anders halt nicht geht. Die Bibel gibt keine Anhaltspunkte her, nun greift der Autor zu etwas, was ausserhalb der Bibel liegt.
Wo schreibt F.Rieneker typologisch?
Na, in dem, von dir zitiertem Kommentar, wo denn sonst. Er meint zuerst das Bild des Sauerteiges, und danach den Sauerteig als solches.
Joschie hat geschrieben:
Zusätzlich beschränkt sich der Autor bewusst auf das NT. Warum? Weil im AT das Sauerteig als solches negativ belegt ist. Das AT erklärt nicht was der Sauerteig bedeutet, sondern verbietet ihn als Solches in bestimmten Fällen zu benutzen
Wenn wir also die Gesamtaussage der Bibel über den Sauerteig nehmen, so kommt der Sauerteig sowohl im typologischen Sinne als auch "als solches" im negativen Licht heraus.
Das ist eine sehr große Unterstellung :!: Ich habe geschrieben das dieses Zitat aus der Wuppertaler Studienbibel (Mt.13.33) stammt,warum soll eigentlich ein Kommentar zu N.T. alle Stellen aus den A.T. beachten :?:

Weil das Alte Testament und das Neue Testament zusammen gehören denke ich mal.

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Beitragvon Joschie » 24.06.2010 12:32

Pit hat geschrieben:Na, in dem, von dir zitiertem Kommentar, wo denn sonst. Er meint zuerst das Bild des Sauerteiges, und danach den Sauerteig als solches.
Du hast eine merkwürdige Sicht was typologisch ist ??!
Weil das Alte Testament und das Neue Testament zusammen gehören denke ich mal.
Das bezweifelt ja niemand, aber es geht hier um einen Kommentar zum N.T.Warum sollen alle Stellen des A.T.beleuchtet werden? Es ist ja auch die Frage, lege ich das N.T. zuerst vom A.T.aus oder lasse ich die neutestamentlichen Stellen zuerst mal für sich sprechen? Pit benutzt du überhaupt Kommentare und wenn ja welche?
Gruß Joschie
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Gast

Beitragvon Gast » 24.06.2010 14:40

Stelle ich gerade fest, dass ich tatsächlich eine komisches Verständnis von "typologisch" hatte. Mein Fehler.
Was ich in wirklichkeit darunter verstand war "bildhaft".

Joschie, ich muss mich korrigieren und dir Recht geben, dass meine Sicht eher typologische sei.
Gleichzeitig nehme ich meine Einwände zu F.Rienecker diesbezüglich zurück.

Danke für Hinweis.

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Beitragvon Joschie » 03.07.2010 20:10

Hallo Pit
Frage vom 24.6.2010 hat geschrieben:Pit benutzt du überhaupt Kommentare und wenn ja welche?
Gruß Joschie
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Gast

Beitragvon Gast » 09.07.2010 17:47

Hallo Joschie,

meine Kommentare, die ich schon seit bald sieben Jahren benutze sind von W.Lee. Im Moment bin ich immer noch am Lesen in seinem Lebensstudium der Bibel. Zur Zeit ist es Johannesevangelium. Ausserdem habe ich zuhause fast alle Lebensstudien zu NT und zu 1.Mose in russisch. In Deutsch habe ich LS zu 1.Mose, Roemer, Epheser, Hebraeher und Johannesevangelium.
Bruder Lee hat 20 Jahre gebraucht um dieses Werk zu Ende zu bringen.

Zum Jahresende wird meines Wissens das NT mit den Kommenaren von W.Lee in Deutsch erscheinen.

Ausserdem benutze ich einige Bibeluebersetzungen online bzw am PC. Einige in Deutsch, in Englisch und in Russisch. Ich schaue oft nach den Wortbedeutungen im Strongdictionary nach und verachte auch nicht die Links, die freundlicher Weise von Euch hier im Forum zur Verfuegung gestellt werden.

Gruss
Peter


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