Die örtliche Gemeinde

Lehrfragen in Theorie und Praxis - also alles von Bibelverständnis über Heilslehre und Gemeindelehre bis Zukunftslehre

Moderatoren: Der Pilgrim, Peter01, Anton

Wie weit gehst oder fährst Du zum sonntäglichen Gottesdienst (einfacher Weg)?

weniger als 2 Kilometer
4
27%
2 - 5 Kilometer
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13%
5 - 10 Kilometer
2
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10 - 25 Kilometer
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über 50 Kilometer
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Keine Stimmen
 
Abstimmungen insgesamt: 15

Jose
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Re: Die örtliche Gemeinde (Beitrag aktualisiert)

Beitragvon Jose » 10.06.2010 21:25

Ernst-Hermann hat geschrieben:Zuletzt durch die Diskussion unter "Fragen zur Gemeindezucht" wurden vermehrt Ansichten über die Gemeinde geäußert. Es gibt dazu bestimmt viele Meinungen. Man könnte fragen: Was ist sie? Wo ist sie? Wer gehört ihr an? usw.
Ich würde meinen, hier geht es doch besonders darum, was ist mit "örtliche Gemeinde" gemeint.

Im ggs. zur universellen Gemeinde, zu der alle wahren Gotteskinder aus den weltweit verschiedenen Gemeinden gehören und die nur der Herr kennt, ist die örtliche Gemeinde die sichtbare Versammlung der Gläubigen. Ob diese Versammlung sich in einem "5-Leute-Dorf" befindet oder in dem 30 km entfernten größeren Ort, dürfen wir nicht so eng sehen und ich kenne diesbezüglich keine Bibelstellen. Jedes Gotteskind gehört automatisch zur universellen Gemeinde, mit der örtlichen Gemeinde verhält es sich aber anders, da bei der Fülle an Spaltungen innerhalb der Freikirchen, die Entscheidung, wo soll meine Ortsgemeinde sein, nicht einfach ist. Das war im Urchristentum noch anders, weil die Gemeinden unter der gemeinsamen übergeordneten Leitung der Apostel standen.

Aber genau das ist mir sehr wichtig auch in unserer Zeit bezüglich der "Ortsgemeinde", dass diese nicht autonom ist d.h. sich selbst Gesetze gebend. Johannes hätte nie an die 7 Gemeinden in Kleinasien schreiben können (siehe Sendschreiben), wenn sie nicht alle zusammengehören und die übergreifende Leitung der bewährten und von Gott bestätigten Ältesten akzeptieren würden. Auch Paulus hätte nicht in Korinth eingreifen können.

Das ist die Not unserer Zeit, dass es i.d.R. Gemeinden am eigenen Ort gibt, diese aber nicht die Erwartungen anhand der Schrift erfüllen. Da fahre ich lieber zu einem entfernteren Ort, wo eine Versammlung ist mit der ich mich identifizieren kann und die meine geistliche Heimat ist, in die ich aufgenommen wurde, wo Geschwister sind mit denen ich Gemeinschaft habe und Älteste die über mich wachen, mich ermahnen und ermuntern, wo ich aber auch unter Gemeindezucht gestellt werden kann, wenn ich in Sünde falle und durch geistliche Blindheit meinen Zustand nicht erkenne. In der örtlichen Gemeinde gibt es ein drinnen und draußen, daher kann man auch ausgeschlossen werden, wenn man in der Sünde verharrt.

Aktuell befindet sich meine Ortsgemeinde in 10 km Entfernung, vor 20 Jahren war mein nächster Versammlungsort noch 45 km entfernt. Ich könnte natürlich überlegen umzuziehen und das wird von manchen zuweilen gemacht, ist aber nicht immer machbar.

Was ich traurig finde, ist das manche Gläubige meinen, die Gemeinde muss unbedingt bei ihnen im Ort sein. Und wenn es keine biblische Gemeinde gibt, d.h. eine die sich nach dem Wort Gottes richtet, dann geht man eben Kompromisse ein. Die Kompromisse machen mich traurig, nicht dass Geschwister woanders in die Versammlung gehen.


Zum "Fahrverbot":
Früher sind die Gläubigen nicht selten Stunden und Tage gewandert um unters Wort zu kommen. Auch heute noch gibt es in manchen Ländern Gläubige, die entfernt und allein wohnen und 30 oder mehr km zu Fuß unterwegs sind um unters Wort zu kommen. Auch die Geschwister in der Verfolgung müssen oft viel Not auf sich nehmen. Wer weiß, was für Zeiten noch auf uns zukommen.


In Jesus verbunden,
José
Zuletzt geändert von Jose am 11.06.2010 09:23, insgesamt 1-mal geändert.

Jörg
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Beitragvon Jörg » 11.06.2010 05:42

Hallo Ernst-Hermann,

wie soll das denn in der Praxis aussehen? Im Umkreis meiner Wohnung gibt es eine ganze Menge verschiedener Kirchen. Wo ist denn jetzt die örtliche Gemeinde aller wiedergeborenen (ich spreche eigentlich lieber von Neugeburt, um Mißverständnisse wegen der Reinkarnationslehre zu vermeiden) Christen? Möchtest Du jetzt, daß aus den vielen verschieden Kirchen eines Ortes alle wahren Christen eine weitere Kirche gründen, die dann die eine wahre Ortsgemeinde ist?


Ich möchte anmerken, daß es meine feste Überzeugung ist, daß es - bevor Jesus wiederkommt - keine "Insel der Seligen" geben wird. Die letzte Scheidung zwischen Schafen und Böcken wird der Herr vornehmen (der Hochmut mancher Christen möchte diese Aufgabe selber erledigen). Ich halte es mit Johann Albrecht Bengel, der gesagt hat: "O wie mächtig geschieht das in unserer Zeit, daß Unkraut und Weizen miteinander wachsen! O Gott, du bist langmütig; aber das Unkraut wird darum dem Feuer nicht entgehen. Lehre mich und alle deine Knechte, mit dem Unkraut und mit dem Weizen recht umzugehen!" Und ich füge noch die Worte von Dietrich Bonhoeffer hinzu: "Wer seinen Traum von einer christlichen Gemeinschaft mehr liebt als die christliche Gemeinschaft selbst, der wird zum Zerstörer jeder christlichen Gemeinschaft, und ob er es persönlich noch so ehrlich, noch so ernsthaft und hingebend meinte."

In diesem Sinne wünsche ich Dir einen gesegneten Tag

Jörg
Es muß alles erst einmal an Gott vorüber, bevor es mich treffen kann. (Helmut Thielicke)

Gast

Beitragvon Gast » 16.06.2010 12:41

Dei Bibel enthält keine Lehre über die örtliche Gemeinde. Sie enthält jedoch ein Beispiel. Sie zeigt uns das Original, wie es aussieht.

(Elb)
2Mo 25,40 Und sieh zu, dass du alles nach ihrem Urbild machst, das dir auf dem Berg gezeigt worden ist!
2Mo 26,30 So errichte denn die Wohnung nach ihrem Bauplan, wie er dir auf dem Berg gezeigt worden ist!
1Tim 3,15 ... im Hause Gottes, das die Gemeinde des lebendigen Gottes ist, die Säule und Grundfeste der Wahrheit.

Die örtliche Gemeinde ist kein Selbstzweck. Die örtliche Gemeinde ist ein Mittel zum Zweck. Das Ziel Gottes ist aber einen Leib seinem Sohn zu erbauen. Dieser Leib besteht aus allen wiedergeborenen Gläubigen. Der Leib ist ein lebendiges Organismus. Er ist keine Organisation. Die einzige legitime Teilung im Leib Christi sind die Ortschaften. Die Gemeinde am Ort ist die kleinste Einheit der Gemeinde, die uns in der Bibel aufgezeigt wird. Alle anderen Aufteilungen sind unnatürlich, von Gott nicht gewollt und somit Spaltungen.

Auch wenn die Gemeinde als der einheitliche Leib Christi im Laufe der Zeit verschwand, heisst es nicht, dass Gott seinen Plan aufgab. Ich behaupte im Glauben, dass vor seiner Rückkehr diese Gemeinde, wobei es richtiger ist hier vom Gemeindeleben zu sprechen im vollen Umfang wiederhergestellt wird. Dies ist zwar nicht mit allen Gläubigen möglich, dafür sind der Chaos und Verwirrung viel zu weit fortgeschritten. Darum ruft Gott in der letzten Zeit zu den jenigen, die überwinden (Off 2-3). Sie sind berufen auf den rechten Grund der Gemeinde zurück zu kommen um das rechte Gemeindeleben zu praktizieren, nach dem Urbild, dass uns der Herr durch Paulus zeigt.

Der Herr spricht, "Ich werde meine Gemeinde bauen, und die Pforten des Hades werden sie nicht überwinden!". Er wird nicht zurückkommen, eher er seine Worte in die Tat umsetzt.

Liebe Grüße
Peter

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Enrico
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Beitragvon Enrico » 17.06.2010 07:51

Hallo lieber Peter,

ich möchte dir besonders einen Vers aus der Bibel ans Herz legen:

"der Mensch sieht was vor Augen ist, GOTT aber sieht das Herz an"

Überlege dir diesen Vers gut und denke darüber nach inwieweit deine Sichtweise mit dem benannten Vers übereinstimmt und wo du somit die Möglichkeit hast diese zu korrigieren.
Ich behaupte im Glauben, dass vor seiner Rückkehr diese Gemeinde, wobei es richtiger ist hier vom Gemeindeleben zu sprechen im vollen Umfang wiederhergestellt wird.
Warum sollte GOTT seine Gemeinde "wiederherstellen" ???
Sie ist weder gespalten noch zerstreut.
Es ist der Widersacher der dir des versucht einzureden.
Der Gläubige Christ Glaubt was in der Bibel steht und nicht dies was er vor seinen menschlichen Augen sieht.

19So seid ihr nun nicht mehr Fremdlinge und Gäste, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen, 20auferbaut auf die Grundlage der Apostel und Propheten, während Jesus Christus selber der Eckstein ist, 21in welchem der ganze Bau, zusammengefügt, wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn, 22in welchem auch ihr miterbaut werdet zu einer Behausung Gottes im Geist.
(Epheser 2 ab vers 19)

Also ein Christ ist also ein Stein des neuen geistigen Tempels worin GOTT selbst wohnt, ein Christ ist ein Hausgenosse Gottes und Mitbürger der Heiligen IM Tempel Gottes.



P.S.:
natürlich steht im neuen Testament von örtlichen Gemeinden geschrieben, sogar jede Menge, sowohl in den Evangelien selbst-, als auch in der Apostel geschichte und schliesslich sind die Briefe zuerst ja an örtliche Gemeinden auch geschrieben worden.
Da wir ja in der Lehre der Apostel verbleiben WOLLEN und SOLLEN gilt dies ja auch uns :wink:

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Enrico
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Beitragvon Enrico » 17.06.2010 08:07

Im Übrigen möchte ich die Verse Epheser Kap. 15+16 nahelegen:

sondern daß wir, wahrhaftig in der Liebe, heranwachsen in allen Stücken in ihm, der das Haupt ist, Christus, 16von welchem aus der ganze Leib, zusammengefügt und verbunden durch alle Gelenke, die einander Handreichung tun nach dem Maße der Leistungsfähigkeit jedes einzelnen Gliedes, das Wachstum des Leibes vollbringt, zur Auferbauung seiner selbst in Liebe.



Stichworte:
- jedes einzelne Glied
- zusammengefügt------>- verbunden ------------->---> DURCH ALLE GELENKE



Wie eine Uhr zur korrekten Funktionalität auf Jedes einzelne Zahnrad angewiesen ist und zwar durchaus im Örtlichen Sinne,
denn wenn nur ein einziges Zahnrad an der Uhr nicht an seinem Platz ist und sich nicht mitdreht, dann funktioniert die ganze Uhr nicht.
So ist es auch mit der Gemeinde (sowohl Geistlich als auch Örtlich) von Christen:

1. Korinther 12,26: Und so ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit; und so ein Glied wird herrlich gehalten, so freuen sich alle Glieder mit.

Gast

Beitragvon Gast » 17.06.2010 08:48

Lieber Enrico,

Danke für die Verse, ich hätte sie anführen sollen, aber jetzt übernimmst du die Arbeit.

Ich habe nur geschrieben, dass im NT keine Lehre, keine Doktrin, kein Dogma über örtliche Gemeinde gibt. Der Fakt der örtlichen Gemeinde ist jedoch vorhanden.
Enrico hat geschrieben:ich möchte dir besonders einen Vers aus der Bibel ans Herz legen:

"der Mensch sieht was vor Augen ist, GOTT aber sieht das Herz an"

Überlege dir diesen Vers gut und denke darüber nach inwieweit deine Sichtweise mit dem benannten Vers übereinstimmt und wo du somit die Möglichkeit hast diese zu korrigieren.
Sollten nicht dem Glauben die Taten folgen? Genauso wie zur Errettung des einzelnen Menschen nicht nur der Glaube im Herzen, sondern auch das Bekennen mit dem Mund gehört (Röm 10:13), so ist unser Glaube über die Gemeinde im HErzen nicht ausreichend, wenn er nicht in die Taten umgesetzt wird. Es ist keine Himmel/Hölle Frage. Es ist eine Frage des Erfüllens des ewigen Vorsatzes Gottes. Ich wiederhole, es ist keine Frage der Errettung, sondern einzig und allein des Einsseins mit Gott in der Umsetzung seines Willens auf der Erde.

Die Bibel kennt kein anderes Modell als die Gemeinde am Ort. Was ist denn eine Gemeinde? Eine Gemeinde kann man daran erkennen, dass sie Älteste oder anders ausgedrückt eine Gemeindeleitung hat. Wenn also wir zwei Kongregationen an einem Ort nehmen, die jede für sich eine separate Gemeindeleitung haben, sind es schon zwei Gemeinden.
Wenn jede dieser Kongregationen ihre eigene Kasse für Opfergaben haben, so ist es noch ein Beweis für ihre Unabhängigkeit.
Klar, Gottes Wille ist dass alle seine Kinder ein Leib sind. Und in Ewigkeit über Kurz oder Lang werden wir alle eins werden, was ist aber mit jetzt und hier?
Wie eine Uhr zur korrekten Funktionalität auf Jedes einzelne Zahnrad angewiesen ist und zwar durchaus im Örtlichen Sinne,
denn wenn nur ein einziges Zahnrad an der Uhr nicht an seinem Platz ist und sich nicht mitdreht, dann funktioniert die ganze Uhr nicht.
So ist es auch mit der Gemeinde (sowohl Geistlich als auch Örtlich) von Christen:
Könntest du ein praktisches Beispiel anführen, wo es so ist? Die meisten "Zahnräder" sitzen doch einfach in den Reihen und hören zu, mehr wird von ihnen in der Regen auch nicht verlangt. Wo ist die Gegenseitigkeit, dass jeder auf jeden angewiesen ist? Wo ist in der Praxis 1.Kor 14:26, "Brüder, wenn ihr zusammenkommt, so jeder hat ..." ?
Die Uhr funktuioniert höchstens in einem Hauskreis oder Hauszelle, wenn die Versammlung maximal 50 Personen groß ist aber nicht an einem Ort mit mehr als einer Gemeinde.

Danke,
verbunden im Herrn
Peter

Jörg
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Beitragvon Jörg » 17.06.2010 18:34

http://www.betanien.de/forum/viewtopic. ... 48&start=0
Anton hat geschrieben:Ein 100% einheitliches Bibelverständnis werden wir wahrscheinlich erst haben, wenn uns unser Herr zu sich geholt hat und uns über unser Unverständnis aufklären wird :wink:

Diese Frage erinnert mich irgendwie an das Bestreben von Schaffranek eine einheitlich Gemeinde in jeder Stadt zu erhalten. Ich frage mich aber wie das überhaupt funktionieren soll ??!
Irgendwie passen diese Zeilen, die Anton damals geschrieben hat, auch zu unserem Thema! Und vergessen wir nicht, daß Horst Schaffranek ein Sektierer ist.

Gruß, Jörg
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Jose
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Die örtliche Gemeinde

Beitragvon Jose » 18.06.2010 00:42

pit hat geschrieben:Dei Bibel enthält keine Lehre über die örtliche Gemeinde.
Wenn ich Apg. 14,23 lese: „Als sie ihnen aber in jeder Gemeinde Älteste gewählt hatten, beteten sie mit Fasten und befahlen sie dem Herrn, an den sie gläubig geworden waren.“, und dann noch Tit 1,5 beachte: „Deswegen ließ ich dich in Kreta zurück, damit du, was noch mangelte, in Ordnung bringen und in jeder Stadt Älteste einsetzen solltest, wie ich dir geboten hatte.“, dann erkenne ich hierin das große Anliegen der Aposteln, die zum Glauben gekommenen ganz klar in die Struktur einer Ortsgemeinde einzubinden. Die sichtbare Gemeinde soll ja Konturen haben. In 1. Tim. 3 schreibt Paulus noch an Timotheus welche die Voraussetzungen sind für den Dienst eines Ältesten einer Gemeinde.

Die Verantwortung eines Ältesten ist sehr groß. Als Paulus, bevor er gefangengenommen wurde, sich von den Ältesten von Ephesus verabschiedete, da sagte er: „Habt acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in welcher der Heilige Geist euch als Aufseher eingesetzt hat, die Gemeinde Gottes zu hüten, die er sich erworben hat durch das Blut seines eigenen Sohnes! Ich weiß, daß nach meinem Abschied grausame Wölfe zu euch hereinkommen werden, die die Herde nicht verschonen. Und aus eurer eigenen Mitte werden Männer aufstehen, die verkehrte Dinge reden, um die Jünger abzuziehen hinter sich her. Darum wacht und denkt daran, daß ich drei Jahre lang Nacht und Tag nicht aufgehört habe, einen jeden unter Tränen zu ermahnen!" Apg. 20,28-31.

Die Gemeinden waren sehr bemüht darum, zu wissen wer zu Ihnen gehörte und wer nicht. Es ging ja auch darum, Verführung zu verhindern. Und da kam es auch vor, das manche Empfehlungsbriefe benötigten, wahrscheinlich wenn sie in eine Gemeinde gingen, wo der Älteste sie nicht kannte. Wenn ich lese: "Fangen wir wieder an, uns selbst zu empfehlen? Oder brauchen wir etwa wie gewisse Leute Empfehlungsbriefe an euch oder Empfehlungsbriefe von euch?" 2.Kor 3,1.

Hier merken wir doch, wie alles ordentlich zuging, und das nicht einfach jeder überall hin gehörte.

Ein letztes Beispiel möchte ich erwähnen: "Eine Witwe soll ins Verzeichnis eingetragen werden, wenn sie wenigstens sechzig Jahre alt ist, eines Mannes Frau war, ein Zeugnis in guten Werken hat, wenn sie Kinder auferzogen, wenn sie Fremde beherbergt, wenn sie der Heiligen Füße gewaschen, wenn sie Bedrängten Hilfe geleistet hat, wenn sie jedem guten Werk nachgegangen ist." 1.Tim 5,10.

Die Bibel redet m.E. sehr wohl von Ortsgemeinde bzw. von einer lokalen Gemeinde wo man verbindlich dazu gehört und die dazu gehören bekannt sind und Rechte und Pflichten haben. Viele Gotteskinder wollen so etwas nicht, am liebsten gehen sie hierhin und dorthin, wollen überall dazugehören und nirgends wirklich dabei sein, insbesondere dann nicht, wenn man sie auf ihr Verhalten anspricht.

Gerade in unsere Zeit, in der die Verweltlichung immer mehr zunimmt, sollten wir uns der Bedeutung der Ortsgemeinde bewußt sein. Immer wieder fallen mir die Sendschreiben ein: Der Herr hatte klare Adressaten, Gemeinden und Älteste, die Er anschreiben konnte. Und Er ging konkret auf den Zustand der örtlichen Gemeinde ein. Wie gut, dass Er es tat, denn viele Ältesten hatten Ermahnung nötig und wurden aufgefordert, Buße zu tun. Der Herr hat die Zustände auch nicht einfach gelassen und gesagt, am Ende der Zeiten da erfolgt die Trennung von Weizen und Streu. Das wird natürlich dann auch erfolgen, aber jetzt schon sollen die Ältesten der Gemeinde darauf achten, dass kein Unkraut in der Gemeinde gefunden wird. Wie unterschiedlich die Ältesten der Ortsgemeinden mit dem Thema umgehen sehen wir ja in den Sendschreiben.
Zuletzt geändert von Jose am 19.06.2010 14:49, insgesamt 1-mal geändert.
Bibelzitate sind, wenn nicht anders angegeben, nach der rev. Elberfelder (PC-Ausgabe)

Jörg
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Beitragvon Jörg » 18.06.2010 03:32

Hallo, hier noch ein bißchen Aufklärung in Sachen Horst Schaffranek:

http://www.efg-hohenstaufenstr.de/downl ... ranek.html

Fazit: Der utopische Traum einer wahren Ortsgemeinde kommt aus dem Sektenumfeld und ist äußerst unnüchtern! Er träumt den Traum von "der Insel der Seligen" und kommt letzlich aus einem hochmütigen Herzen; er will jetzt schon Unkraut und Weizen, Schafe und Böcke vollkommen trennen. Aber diese Aufgabe wird allein der Herr erledigen!!! "Die rechte Separation wird der Herr machen" (Johann Albrecht Bengel)

Lieben Gruß

Jörg
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Gast

Beitragvon Gast » 18.06.2010 15:32

Der Herr wird nie die ganze Gemeinde wiederherstellen. Sein Vorgehen war immer nach dem Prinzip einer kleinen Menge.

Lasst uns doch die Geschichte betrachten. Als die erste Menschheit verdorben war, gebrauchte Gott nur acht Menschen, das ist Noah und seine Familie, um den Zeitalter zu wechseln. Später waren es nur der Abraham - der Berufene , Isaak und Jakob, die als der Neuanfang dienten. Sie bilden den Anfang des Volkes Israel. Weiterhin sind es nur zwei Stämme Juda und Benjamin, welche der Einheit, die Gott dem Volk Israel gebot (5.Mo.12:5-14) treu geblieben waren. Diese zwei Stämme repräsentierten ganz Israel. Obwohl die 10 Stämmen Israels den Namen Israel behielten und den wahren Gott anbeteten, haben sie den Grund der Einheit verlassen und gerieten als erste in die Gefangenschaft und Zerstreuung. Sie verließen die Bundeslade.
Später als auch Juda in Gefangenschaft in Babylon war gingen einige aus Israeliten nach Palestina um die Stadt Jerusalem und den Tempel Gottes wiederherzustellen. Dies waren nur diejenigen dessen Geist Gott erweckte. Die Schrift schreibt sehr genau wer und wieviele es waren. Die meisten aus Juda und Benjamin blieben jedoch (vermutlich für immer) in Babel leben. Somit sehen wir wieder den Prinzip des Überrestes.
Noch ein Beispiel liefert uns das Buch Richter. Als Midianiter über Israel herrschten, schickte Gott Gideon Israel von dem Feinde zu befreihen. Es waren zuerst 10000 Mann, die in den Krieg ziehen wollte, wir wissen jedoch, dass am Schluss nur 300 geblieben sind, die Gott für den Kampf segnete.
Ein anderes Beispiel finden wir in 1.Kön 19:18 [Elb] (Aber ich habe siebentausend in Israel übriggelassen, alle die Knie, die sich nicht vor dem Baal gebeugt haben, und jeden Mund, der ihn nicht geküßt hat.)
Wieder der Prinzp des Überrestes. Man könnte weitere Beispiele finden.
Darum lasst uns von den träumerischen Gedanken alle Kinder Gottes auf den rechten Weg zu bringen verabschieden. Es werden nicht alle, die bereit sein werden sich völlig für den Herrn zu opfern und die Bequemlichkeit des bekannten Weges zu verlassen. Gott ruft sehr deutlich in der Offenbarung zu den Gemeinden nach den Überwindern auf, das heißt nach den jenigen, die den Chaos und die Verwirrung der Zeit erkennen und bewusst sich davon zum Herrn abwenden. Auch wenn die ganze (christliche) Welt wie zur Zeit Noah sprechen mag, dass der echte sichtbare Leib Christi, (das ist das rechte Gemeindeleben im globalen Massstab) unmöglich sei. Doch wird diese (vielleicht vergleichsmäßig kleine) Gemeinde die Arche werden, die den Zeitalter wechseln läßt. Die Flut kam nicht eher als Noah die Arche zuende baute. Genauso wird der Herr nicht eher zurückkommen, als seine Gemeinde nach dem rechtem Bild gebaut ist. Der Herr heiratet eine reife Braut, er braucht kein Kindelein als ein Weib.
Die die überwinden, werden die Geschichte schreiben. Sie werden vielleicht nicht perfekt sein, sie werden jedoch absolut für den Herrn sein und sie werden in der rechten Gemeinschaft auf dem Grund der Einheit in den örtlichen Gemeinden Gott als ihr Leben, ihre Lebensversorgung und ihr Alles geniessen.
Die Überwinder sind keine Superchristen, sie sind diejenigen, die täglich den Satan, das Fleisch, die Welt, das eigene "ICH" usw. überwinden, um sich mit dem Geist Gottes zu füllen und in Einheit Gottes zu bleiben.

LG
Peter

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Beitragvon Ernst-Hermann » 19.06.2010 15:11

Gelöscht.
Zuletzt geändert von Ernst-Hermann am 22.06.2010 14:23, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitragvon Enrico » 19.06.2010 22:12

Das Interessante ist bei dem Weizen und bei dem Lolch (eine sehr makante Eigenschaft sogar) die Neigung des Hauptes b.z.w. der Ähren:

Weizen:

Bild
Beim Weizen sind die Ähren oder auch das Haupt (Kopf) geneigt.--->Demütig

Lolch:
Bild
Beim Lolch ragen die Ähren, das Haupt (Kopf) steil nach oben--->Nase HOCH


Interessanter Vergleich...Gleichnishaft geredet... :wink:

Gast

Beitragvon Gast » 19.06.2010 22:46

Lolch:
Bild


Bild

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Beitragvon Joschie » 20.06.2010 17:59

Was hat eigendlich mit dem Thema örtliche Gemeinde zu tun ??! worauf bezieht sich eigendlich örtlich,gibt es dafür eine Beschreibung ?
Joschie
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

Jose
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Beitragvon Jose » 20.06.2010 21:29

Joschie hat geschrieben:Was hat eigendlich mit dem Thema örtliche Gemeinde zu tun ??! Worauf bezieht sich eigendlich örtlich,gibt es dafür eine Beschreibung ?
Hallo Joschie.
Meine Antwort wäre ähnlich wie etwas weiter oben bereits:
http://www.betanien.de/forum/viewtopic. ... 5600#15600

Ergänzend vielleicht noch:
Die örtliche Gemeinde ist die sichtbare Versammlung von Gläubigen an einem Ort, d.h. nicht, dass alle die dorthin gehen aus demselben Ort sein müssen. In unseren Tagen ist das selten der Fall. Das ist aber eine Folge unserer Zeit, da es so viele verschiedene Versammlungen der Gläubigen gibt. Die sammeln sich zwar immer mehr in der Allianz usw., aber von solchen ökumenische Bestrebungen halte ich Abstand.

Im Herrn verbunden,
José


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