Demut - Beispiele

Lehrfragen in Theorie und Praxis - also alles von Bibelverständnis über Heilslehre und Gemeindelehre bis Zukunftslehre

Moderatoren: Der Pilgrim, Peter01, Anton

Gast

Demut - Beispiele

Beitragvon Gast » 31.10.2010 19:57

Das große Beispiel für Demut ist der Apostel Paulus. Vor 2 Jahren bat ich Gott darum, dass er mir erklärt, was Demut ist. Kennt ihr noch andere biblische oder auch außerbiblische Beispiele die euch faszinieren?

Paulus spricht von sich:

"Nicht, dass ich's schon ergriffen habe oder schon vollkommen sei; ich jage ihm aber nach." Phil 3,12

"Ich bin der geringste unter den Aposteln, der ich nicht wert bin, dass ich ein Apostel heiße." 1.Kor 15,9

"unter denen (den Sündern) ich der erste bin" 1.Tim 1,15

"Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von diesem todverfallenen Leibe?" Röm 7,24

"Mir dem allergeringsten unter allen Heiligen, ist die Gnade gegeben worden, den Heiden zu verkündigen den unausforschlichen Reichtum Christi" Eph 3,8

Paulus ist so sehr in seiner Gottes- und Selbsterkenntnis gewachsen, dass er wirklich wusste was für eine elendige Kreatur er war. Dieser große Heidenapostel, das am größten von Gott benutzte Werkzeug, ein elendiger Mensch. Eigentlich sollte jeder von uns sich für so etwas erbärmliches halten wie er es tat. Aber es geschieht manchmal erst nach Jahren, dass ein wiedergeborener Christ zu dieser Erkenntnis gelangt.

Habt ihr bereits so ein Gefühl für eure Elendigkeit wie Paulus erlangt?
Ich kann so langsam mit ihm nachfühlen und preise immer mehr die Gnade, dass JHWH mich immernoch in seiner Hand erhält und das er so was abscheuliches wie mich liebt. Gepriesen sei der Vater unseres Herrn Jesus Christus.
Gott mit euch

lutz
Beiträge: 1052
Registriert: 02.12.2005 21:37
Kontaktdaten:

Beitragvon lutz » 31.10.2010 20:54

Ganz spontan würde mir Psalm 51 einfallen.

Lutz

Jose
Beiträge: 919
Registriert: 29.05.2010 19:23

Re: Demut - Beispiele

Beitragvon Jose » 01.11.2010 00:01

Mir fällt zuallererst Jesus ein, der das beste Vorbild ist und bleibt, der sagen konnte: "Nehmt auf euch mein Joch, und lernt von mir! Denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig" Mt 11,29. Seine Erniedrigung und Hingabe bis zum Tod am Kreuz sind unerreichbar für uns, aber Er war sich auch nicht zu schade, den Jüngern die Füße zu waschen. Er sagte danach: "Wenn nun ich, der Herr und der Lehrer, eure Füße gewaschen habe, so seid auch ihr schuldig, einander die Füße zu waschen" Joh 13,14. Damit hat Er uns ein wichtiges Zeichen gesetzt, dass wir uns nicht über einander erheben sollen. Wenn wir Jesus betrachten, werden wir nie fertig mit lernen.

Aber auch Moses, von dem wir lesen: "Der Mann Mose aber war sehr demütig, mehr als alle Menschen, die auf dem Erdboden waren" 4.Mose 12,3, ist uns ein wichtiges Vorbild. Diese Demut hat er sicherlich unter anderem in den 40 Jahren in Midian gelernt, wo er als Hirte für seinen Schwiegervater tätig war. Das war Zubereitungszeit, um dann mit Gottes Hilfe als Hirte Israels das Volk durch die Wüste zu führen. 40 Jahre hatte sich Gott Zeit gelassen, Mose zuzubereiten, obwohl das Volk in dieser Zeit schreckliches in Ägypten litt. So viel Geduld hätten wir wohl kaum, aber auch dazu benötigen wir Demut, um Stille zu halten, bis Gott mit uns zu Seinem Ziel gekommen ist.

Samuel A. hat geschrieben:Habt ihr bereits so ein Gefühl für eure Elendigkeit wie Paulus erlangt?


Mit Paulus kann ich mich nicht vergleichen, aber dass ich die Verderbtheit in meinem Fleisch und in meiner alten Natur erkannt habe, das darf ich bekennen. Je näher ich Gott komme, desto mehr sehe ich auch, wie viel Verkehrtes noch in meinem Wesen steckt. Ohne Seine Vergebung und tägliche Hilfe, könnte ich nicht im Glauben bestehen. Meine Bitte zu Gott ist daher auch immer wieder: "Herr, beuge mich und vertiefe in mir die Abhängigkeit von Dir, zerschlage mein stolzes Herz". Beschämend ist für mich zu erkennen, wie selbst nach Jahren manches vom alten Wesen noch nicht überwunden wurde. Es liegt gewiss an fehlender Demut, "Denn »Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber gibt er Gnade«" 1. Petrus 5,5.

Manches was ich ablegen durfte, bedurfte einer starken Hand. Gott musste oft schwere Wege zulassen um mir dadurch zu zeigen, dass ich ohne Ihn nichts kann. Dazu musste er mich auch demütigen, aber das war gut so. Die Worte des Psalmisten treffen voll und ganz zu: "Bevor ich gedemütigt wurde, irrte ich. Jetzt aber halte ich dein Wort. Es war gut für mich, dass ich gedemütigt wurde, damit ich deine Ordnungen lernte" Ps 119,67.71.


Liebe Grüße,
José

Nachträglich 1x editiert wegen formaler Korrektur.
Bibelzitate sind, wenn nicht anders angegeben, nach der rev. Elberfelder (PC-Ausgabe)


Zurück zu „Biblische Lehrthemen“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste