Die Offenbarung und das tausendjährige Friedensreich

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Jose
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Die Offenbarung und das tausendjährige Friedensreich

Beitragvon Jose » 10.11.2010 06:30

Artikel Das tausendjährige Friedensreich hierher verschoben aus dem Bereich für »reformatorisch« eingestellte Christen.

Der Abschnitt in 1. Korinther 15, 22-26 behandelt die "Die Auferstehungshoffnung gegen die Leugnung der Auferstehung", weil ungefestigte Gemeindeglieder sagten, dass es keine Auferstehung der Toten gebe (1. Kor. 15,12). Um die Tatsache der Auferstehung zu untermauern schrieb Paulus: "Denn wie in Adam alle sterben, so werden auch in Christus alle lebendig gemacht werden. Jeder aber in seiner eigenen Ordnung: der Erstling, Christus; sodann die, welche Christus gehören bei seiner Ankunft" 1. Kor. 15,22-23. Dieses "bei seiner Ankunft" meint nach meiner derzeitigen Erkenntnis das Kommen Jesu für die Gemeinde, wo Er die Lebenden zu sich entrücken wird in den Wolken, dabei aber auch die Leiber der gläubig gestorbenen auferwecken wird. Wir lesen dazu: "Denn der Herr selbst wird beim Befehlsruf, bei der Stimme eines Erzengels und bei dem Schall der Posaune Gottes herabkommen vom Himmel, und die Toten in Christus werden zuerst auferstehen; danach werden wir, die Lebenden, die übrig bleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden in Wolken dem Herrn entgegen in die Luft; und so werden wir allezeit beim Herrn sein" 1. Thess. 4,16-17. Hier sehe ich noch nicht unbedingt einen Zusammenhang mit dem tausendjährigen Friedensreich, weil dieses Kommen Jesu in den Wolken, zur Entrückung der Gemeinde, vor den Endgerichten auf dieser Erde erfolgen wird. Das tausendjährige Friedensreich wiederum wird aber erst nach den Endgerichten errichtet werden.

In Offb 20 lesen wir: "Und ich sah Throne, und sie setzten sich darauf, und das Gericht wurde ihnen übergeben; und ich sah die Seelen derer, die um des Zeugnisses Jesu und um des Wortes Gottes willen enthauptet worden waren, und die, welche das Tier und sein Bild nicht angebetet und das Malzeichen nicht an ihre Stirn und an ihre Hand angenommen hatten, und sie wurden lebendig und herrschten mit dem Christus tausend Jahre" Offb 20,4. Hier frage ich mich, wer diese wohl sind, welche hier auferstehen: Sind es Gläubige aus den Nationen, ist die entrückte Gemeinde dabei? Ich denke nicht, dass hier die entrückte Gemeinde dabei ist, denn bereits im Kapitel 7 der Offenbarung lesen wir: "Nach diesem sah ich: Und siehe, eine große Volksmenge, die niemand zählen konnte, aus jeder Nation und aus Stämmen und Völkern und Sprachen, stand vor dem Thron und vor dem Lamm, bekleidet mit weißen Gewändern und Palmen in ihren Händen" Offb 7,9. Die Gemeinde Jesu sehe ich hier somit bereits im Himmel, wohin sie nach der Entrückung kam. Somit würde ich meinen, dass Offb 20,4 Gläubige aus Israel meint, da Israel nach der Entrückung der Gemeinde und im tausendjährigen Friedensreich wieder als das ursprüngliche, von Gott auserwählte Volk, im Mittelpunkt stehen wird. Siehe auch die Versiegelung Israels vor den Endgerichten, damit sie in den Gerichten bewahrt blieben (siehe Offb. 6,17-7,3).

Wir lesen im Römer 11: "Denn ich will nicht, Brüder, dass euch dieses Geheimnis unbekannt sei, damit ihr nicht euch selbst für klug haltet: Verstockung ist Israel zum Teil widerfahren, bis die Vollzahl der Nationen hineingekommen sein wird" Röm 11,25. Daher glaube ich, dass wenn die Vollzahl der Nationen eingegangen sein wird, der Herr wiederkommen wird und die bluterkaufte Gemeinde der Wiedergeborenen entrücken. Danach wird der Überrest Israels, der noch auf dem Messias wartet, den Messias erkennen. Hierbei handelt es sich aber nicht um die gesamte Nation Israel, denn nicht alle, die aus Israel sind, die sind Israeliten (Röm. 9,6). Wir lesen ja: "Jesaja aber ruft über Israel: »Wäre die Zahl der Söhne Israels wie der Sand des Meeres, nur der Rest wird gerettet werden" Röm. 9,27. Und später: "So ist nun auch in der jetzigen Zeit ein Rest nach Auswahl der Gnade entstanden" Röm. 11,5.

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Ich habe hier versucht kurz darzulegen, wie mein derzeitiges Verständnis der endzeitlichen Chronologie ist. Wir leben noch im Zeitalter der Gemeinde, aber Jesus kommt bald. Wann Jesus kommt, wissen wir aber nicht. Die endgültigen Endgerichte Gottes über diese Welt werden dann kommen, wenn die Gemeinde Jesu entrückt sein wird. Nach den Gerichten wird das tausendjährige Friedensreich errichtet werden, in dem offenbar werden wird, wie herrlich es unter der Herrschaft Gottes hätte sein können. Der Friede bleibt in der Zeit aber nur erhalten, weil Satan gebunden ist: "Und wenn die tausend Jahre vollendet sind, wird der Satan aus seinem Gefängnis losgelassen werden und wird hinausgehen, die Nationen zu verführen, die an den vier Ecken der Erde sind, den Gog und den Magog, um sie zum Krieg zu versammeln; deren Zahl ist wie der Sand des Meeres" Offb 20,7-8. Warum es das tausendjährige Friedensreich geben wird, dazu kann ich mich an keine Erklärung erinnern. Auf jeden Fall wird spätestens dann offenbar werden, wie gerecht Gottes Gericht über alle Ungerechtigkeit ist.


Liebe Grüße,
José
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Jose
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Das endzeitliche Friedensreich (Jesaja 11)

Beitragvon Jose » 12.11.2010 22:04

Nach meiner derzeitigen Erkenntnis beschreibt Jesaja 11 Zustände im 1000-jährigen Friedensreich, wenn das Böse für 1000 Jahre von der Erde weg sein wird. Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir bereits so eine Zeit erlebt hätten, daher, und auch wegen des vorherigen Beitrages, bin ich überzeugt, dass diese Zeit noch nicht angebrochen ist.

Wir lesen z.B.:
"Und der Wolf wird beim Lamm weilen und der Leopard beim Böckchen lagern. Das Kalb und der Junglöwe und das Mastvieh werden zusammen sein, und ein kleiner Junge wird sie treiben. Kuh und Bärin werden miteinander weiden, ihre Jungen werden zusammen lagern. Und der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind. Und der Säugling wird spielen an dem Loch der Viper und das entwöhnte Kind seine Hand ausstrecken nach der Höhle der Otter. Man wird nichts Böses tun noch verderblich handeln auf meinem ganzen heiligen Berg. Denn das Land wird voll von Erkenntnis des HERRN sein, wie von Wasser, das das Meer bedeckt" Jes 11,6-9.

Manche Prophetien sind teilweise schwer zu verstehen. Wie beeindruckend ist es doch, wenn wir daran denken, dass Gott Menschen gebrauchte um Botschaften zu verkündigen, die sie selbst kaum erfassen konnten. Wir lesen z.B. im NT:
"Im Hinblick auf diese Rettung suchten und forschten Propheten, die über die an euch erwiesene Gnade weissagten. Sie forschten, auf welche oder auf was für eine Zeit der Geist Christi, der in ihnen war, hindeutete, als er die Leiden, die auf Christus kommen sollten, und die Herrlichkeiten danach vorher bezeugte. Ihnen wurde es offenbart, dass sie nicht sich selbst, sondern euch dienten im Blick auf das, was euch jetzt verkündet worden ist durch die, welche euch das Evangelium verkündigt haben im Heiligen Geist, der vom Himmel gesandt ist, in welche Dinge Engel hineinzuschauen begehren"1. Petr 1,10-12.

Wie erhebend sind doch solche Worte. Wie gut, dass Gott Menschen fand, die er als Seine Boten gebrauchen konnte, um uns zu dienen, wie hier Jesaja, über 700 Jahre vor Christus.


Liebe Grüße,
José
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