Josaphs Kampfgegner aus 1.Mose 32

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Gast

Josaphs Kampfgegner aus 1.Mose 32

Beitragvon Gast » 01.01.2011 23:05

Als allererstes ein Hallihallo an euch alle :hi:


Ich hab erst heute Mittag wieder 1.Mose 32,23-27 gelesen und da kam mir die Frage wer der Gegner Josephs ist.

Ich kenne 3 Auslegungen.

Die erste besagt das es ein Engel, der Engel des Herrn oder Jahwe selbst ist ... diese Auslegung stützt sich auf Hosea 12

Die zweite Auslegung besagt das es nur ein Traum oder ähnliches war.

Und die dritte Auslegung besagt das es sich um einen von Gott zugelassenen Ankläger gehandelt hat ... diese Auslegung stützt sich auf die vermeintliche Furcht des "Mannes" vor dem Licht und dem Kampf zur Läuterung.


Nun weiß ich selbst nichtmehr wie ich das alles verstehen soll und wollte daher einfach mal nachfragen wie ihr diese Verse auslegt und am besten auch wie ihr das begründet.


Gottes reichen Segen wünschend,
Benny

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albra-hdh
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Jakobs Kampf mit Gott persönlich

Beitragvon albra-hdh » 02.01.2011 12:19

Hallo Benny,

herzlich Willkommen hier im Forum.

Es war nicht Josephs Kampf, sondern der Kampf Jakobs.

Mein biblisches Verständnis für diese Bibelstelle ist folgende: Es war ein Kampf zwischen Gott uns Jakob. Gott persönlich hat sich diesem Kampf gestellt.

Folgende Punkte lassen mich zu diesem Schluss kommen:
1) Engel sind nur Boten Gottes, was bedeutet, das sie keinen Segen oder Fluch aussprechen können. Sie geben nur das wieder, was der Herr ihnen anbefohlen hat. Es bedarf einer Vollmacht, dass Engel so etwas ausüben können, und diese haben sie aber nicht. Siehe den Kampf zwischen dem Erzengel Michael und dem Teufel um den Leichnam Mose in Judas Vers 8. Gott bleibt also die oberste Instanz für solche Dinge.

2) Aus manchen Stellen kann man ableiten und erkennen, dass immer der Herr persönlich in solchen Dingen erscheint, sei es um zu segnen, oder auch den Menschen vor einem Fehltritt zu bewahren. Ein Beispiel ist die Geschichte von Bileam. (4. Mose Kapitel 22-24.) In Kapitel 22 Vers 31-35 die Kommunikation zwischen Bileam und dem Engel des Herrn. Es ist ein persönlicher und direkter Dialog! Auch der Dialog zwischen Abraham, um die Stadt Sodom/Gomorra, wo Lot wohnte war persönlich und direkt. (1. Mose 18,16-32)

3) Wir sollen vor keinem Engel niederknien und ihn anbeten. Das verbietet die Hl. Schrift klar. Ein Beispiel: Offenbarung 19,10

Da also in der von dir angegebenen Stelle der Engel des Herrn Jakob direkt segnete und ihm dern Namen Israel gab, bin ich der Überzeugung, dass es Gott persönlich war.

Gruß Alex
Ich weiß, mein Gott, dass du das Herz prüfst, und Aufrichtigkeit ist dir angenehm. 1. Chronik 29,17

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Joschie
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Beitragvon Joschie » 02.01.2011 12:37

Ich setze mal die Auslegung von William MacDonald rein:
32,23-33 Nachdem er seine engste Familie über den Fluss Jabbok (Bedeutung:»er wird leeren«) gebracht hatte,verbrachte er die Nacht allein in Pnuel.Dort sollte er eine der großen Erfahrungen seines Lebens machen. »Da rang ein Mann mit ihm.« Dieser Mann war ein Engel (Hos12,4), der Engel des HERRN, der HERR selbst. Der HERR verrenkte sein Hüftgelenk, sodass er für den Rest seines Lebens hinkte. Obwohl
Jakob diesen Kampf äußerlich verloren hatte, errang er einen großen
geistlichen Sieg. Er lernte, durch Niederlage zum Sieg zu kommen und in
Schwachheit stark zu sein. Er war nun losgekommen von seinem Selbst und vom Vertrauen auf seine Schlauheit ; er bekannte, dass er »Jakob« ist, ein Verdränger,ein Betrüger. Gott änderte darauf hin seinen Namen in »Israel« (dieser Name wird unterschiedlich übersetzt,z.B. »Gott herrscht«, »einer, der mit Gott kämpft« oder auch »Fürst Gottes«). Jakob
nannte den Ort »Pniel« (Angesicht Gottes), weil ihm bewusst wurde, dass
er den HERRN gesehen hatte. Pfeiffer weist darauf hin, dass Vers 33 auch heute noch bei den Juden eingehalten wird:»Der Ischiasnerv oder die Oberschenkelvene müssen bei geschlachteten Tieren entfernt werden, ehe dieser Teil des Tieres für orthodoxe Juden zubereitetwerden kann.«
Quelle: http://www.clv-server.de/pdf/255657.pdf
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

Gast

Beitragvon Gast » 02.01.2011 13:39

@albra-hdh: Ja, es ist der Kampf Jakobs :oops:

Dein Argument 1) kann ich aber nicht so ganz verstehen. Warum können Engel nicht die Vollmacht haben zu segnen wenn sogar Propheten segnen dürfen? (Gibt ja so einige prophetische Segnungen die sich dann genauso erfüllt haben)

Argument 2) ist mir einleuchtend aber
zu Argument 3): Wo hat Jakob diesen "Mann" angebetet? Irgendwie versteh ich dieses Argument nicht ganz.



Danke euch beiden ...
so langsam komm ich von dem Schlauch auf dem ich stand runter.


LG Benny

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albra-hdh
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Beitragvon albra-hdh » 02.01.2011 17:01

Punkt 3 habe ich jetzt etwas unglücklich formuliert. Mit Punkt 3 habe ich mich nicht explizit auf die Stelle "Jakobs Kampf" bezogen, sondern allgemein auf die Macht Gottes. Nur ihm allein gebührt Anbetung und Dank. So gebührt es ihm auch allein "Segen oder Fluch" auszusprechen.

In Gottes Schöpfung gibt es eine feste Rangordnung, die explizit eingehalten werden muss und auch wird. Gott hat den Engeln keine Macht gegeben, was Gott/Jesus allein vorenthalten ist.

Wenn Propheten einen Segen oder Fluch aussprechen dürfen, dann liegt das daran, dass wir Menschen einen höheren Rang einnehmen bzw. werden als die Engel (1.Korinther 6,3). Das wurde dem Luzifer zum Verhängnis. Ist zwar ein anderes Thema, soll aber nur verdeutlichen, wie hoch Gott/Jesus von uns Menschen denkt.

Niederknien bedeutet immer die Anerkennung des Anderen in Demut, was auch zwangsläufig Unterordnung nach sich ziehen lässt.

Gruß Alex
Ich weiß, mein Gott, dass du das Herz prüfst, und Aufrichtigkeit ist dir angenehm. 1. Chronik 29,17


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