Wirkungen der Gnade

Lehrfragen in Theorie und Praxis - also alles von Bibelverständnis über Heilslehre und Gemeindelehre bis Zukunftslehre

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Jose
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Wirkungen der Gnade

Beitragvon Jose » 23.01.2011 19:56

Gnade ist mehr, als unsere Erwählung durch Gott. Gnade ist auch das Wirken Gottes in uns, damit Seine Erwartungen an uns erfüllt werden. Er hätte uns doch längst aufgeben können, bzw. gem. Seiner Vorkenntnis uns gar nicht erwählen müssen, da wir Ihm doch so viel Kummer bereiten. Vielleicht können wir uns auch darüber mehr Gedanken machen.

Wenn ich das Wort Gottes in Jesaja lese: "Du hast mir nicht für Geld Würzrohr gekauft noch mit dem Fett deiner Schlachtopfer mich gesättigt. Vielmehr hast du mir Arbeit gemacht mit deinen Sünden, du hast mich ermüdet mit deinen Sünden" Jes. 43,24, da muss auch ich beschämt sagen: Ja, auch ich Herr, habe Dir Mühe bereitet mit meinen Sünden und tue es noch zu oft, auch durch Lieblosigkeit meinen Mitmenschen und Glaubensgeschwistern gegenüber.

Wenn ich dann auch noch Vers 25 lese: "Ich, ich bin es, der deine Verbrechen auslöscht um meinetwillen, und deiner Sünden will ich nicht gedenken" Jes. 43,25, da staune ich über das Wort meinetwillen, ja ich staune und bete an, da ich es nicht verstehen kann. Welch eine Gnade!

Das Wort aus Titus 2,11 wurde bereits erwähnt, aber mein Anliegen ist es auch, dass wir weniger darüber diskutieren, wer zu diesen allen gehört, sondern mehr darüber betend nachdenken, ob die Gnade in unserem Leben sichtbar ist: "Denn die Gnade Gottes ist erschienen, heilbringend allen Menschen (Vers 11), und unterweist uns, damit wir die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden verleugnen und besonnen und gerecht und gottesfürchtig leben in dem jetzigen Zeitlauf" (Vers 12).

Die Wirkungen der Gnade im Leben der Gotteskinder, auch darüber würde ich mich gerne mit euch austauschen. Eines ist mir persönlich im Austausch in diesem Forum sehr bewusst geworden, dass es mir an Liebe und Demut fehlt. Wie gut, dass Gottes Gnade auch dafür da ist.

José

Hinweis: Thema hierher verschoben aus Gnade ist mehr
Bibelzitate sind, wenn nicht anders angegeben, nach der rev. Elberfelder (PC-Ausgabe)

Gast

Beitragvon Gast » 29.01.2011 17:28

Wo fängt die Gnade an und wo hört sie auf?

Die Gnade begint ja bereits bei unserer Geburt. Denn wir haben nichts getan um das Leben zu verdienen und können nichts für unser Leben vorweisen außer die Gnade und die Barmherzigkeit Gottes.

Sie geht weiter mit dem Erkennen. Denn was hätten wir tun können um uns den Verstand zu geben? Es ist sein erbarmen das wir uns als Sünder erkennen konnten, das wir erfahren durften das alles, unser Welt, von Gott geschaffen wurde.

Es folgte das Wollen. Denn derjenige der sich als Sünder erkannte wollte nicht darin verharren sondern, weil er erkannte das es recht sei dem Rat des Herrn zu folgen, sich von der Sünde lösen.

Daraufhin der Durchbruch von dem Tod in das Leben durch den Glauben an den gekreuzigten und wiederauferstandenen Herrn und Sohn Gottes, Jesus Christus.
Dieser Glaube ist es der das wollen zum tun aufrichtet, so dass wir nichtmehr der Sünde und dieser Welt sterben wollen sondern tatsächlich der Sünde und der Welt sterben.
Doch auch dieser Glaube ist nicht durch uns entstanden, sondern er ist eine Gabe Gottes, auch er ist Gnade.

Mit diesem Durchbruch zum Leben sind wir Kinder. Nach der Verheißung sind wir als Kinder auch Erben. Als Erben haben wir den Geist Gottes in uns wohnend so dass wir Tempel Gottes sind.

Doch auch hier endet die Gnade nicht, denn sie wird uns wenn wir im Glauben ausharren noch weiter begleiten und im ewigen Leben gewißlich nicht aufhören.
Und es wären noch viele Dinge zu erwähnen wenn man alles aufzählen wollte.



Doch woher kommt all diese Gnade? Warum hat Gott diese Erde überhaupt geschaffen, da er doch durch die Vorhersehung erkannte das der Wiedersacher erscheinen und die Menschen von ihm abfallen werden?
Es ist Liebe.

Und weil ich gerade den Irenäus lese und seine Worte wirklich treffend finde: http://www.unifr.ch/bkv/kapitel688.htm
Also hat Gott im Anfang den Adam erschaffen, nicht als ob er selbst des Menschen bedurft hätte, sondern damit er auf jemand sein Wohlgefallen ausschütten konnte. Denn nicht nur vor Adam, sondern schon vor aller Schöpfung verherrlichte das Wort seinen Vater, indem es in ihm blieb, und es selbst wurde von dem Vater verherrlicht, wie er selber sagt: „Vater, verkläre mich mit der Klarheit, die ich bei dir gehabt habe, bevor die Welt ward“1 . Auch befahl er uns, ihm zu folgen, nicht als ob er unseres Dienstes bedurfte, sondern weil er uns sein Heil zuwenden wollte. Denn dem Erlöser nachfolgen, heißt teilnehmen am Heil, und dem Lichte folgen, heißt das Licht erlangen. Die aber im Lichte sind, erleuchten nicht selber das Licht, sondern werden von ihm erleuchtet und erhellt; sie selbst geben ihm nichts, sondern empfangen die Wohltat, vom Lichte erleuchtet zu werden. So bringt auch unsere Tätigkeit im Dienste Gottes Gott nichts ein, noch bedarf er des menschlichen Dienstes, wohl aber verleiht er denen, die ihm folgen und dienen, Leben, Unvergänglichkeit und ewigen Ruhm; aber von ihnen empfängt er keine Wohltat, denn er ist reich, vollkommen und ohne Bedürfnis. Nur deswegen verlangt Gott den Dienst der Menschen, weil er gut und barmherzig ist und denen wohltun will, die in seinem Dienste verharren. Denn ebenso sehr, wie Gott keines Menschen bedarf, bedarf der Mensch der Gemeinschaft Gottes, Das nämlich ist der Ruhm des Menschen, auszuharren und zu verbleiben im Dienste Gottes. Deswegen sagte der Herr zu seinen Schülern: „Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt“2 . Das bedeutet: Nicht sie verherrlichten ihn, indem sie ihm folgten, sondern dadurch, daß sie dem Sohne Gottes folgten, wurden sie von ihm verherrlicht. Und abermals sagt er: „Ich will, daß dort, wo ich bin, auch diese sind, damit sie meine Herrlichkeit sehen“3 . Dessen rühmt er sich nicht in Eitelkeit, sondern er will, daß an seiner Herrlichkeit auch seinen Jüngern Anteil werde, wie Isaias sagt: „Vom Sonnenaufgang werde ich deinen Samen herbeiziehen und vom Sonnenuntergang dich sammeln; und ich werde zum Nordwind sprechen: Bring herbei! und zum Südwind: Halt nicht zurück! Ziehe herbei meine Söhne von ferne und meine Töchter von den Enden der Erde, sie alle, die berufen sind in meinem Namen. In meiner Herrlichkeit habe ich ihn bereitet, gebildet und gemacht“4 . Weil, „wo immer ein Leichnam ist, sich dort auch die Adler versammeln“5 , nehmen sie teil an der Herrlichkeit Gottes, der uns dazu geformt und bereitet hat, daß wir teilnehmen an seiner Herrlichkeit, solange wir bei ihm sind.


Eines ist mir persönlich im Austausch in diesem Forum sehr bewusst geworden, dass es mir an Liebe und Demut fehlt.
An Liebe und Demut fehlt es mir auch noch. Aber eines habe ich erkennen dürfen, nämlich das die Zeit und die nächsten Schritte unter der Führung des heiligen Geistes die Dinge zu dem ändern werden was gut für mich ist. Und diese Hoffnung und Zuversicht hilft einem freudiger weiterzugehen.


Gottes reicher Segen mit dir.
Benny

Jose
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Nur Güte und Gnade

Beitragvon Jose » 30.01.2011 17:48

Vielen Dank für deine Worte, Benny. Besonders dein Zitat aus Irenäus fand ich sehr kostbar, denn es zeugt von dem Liebesabsichten Gottes mit seinen Geschöpfen.
Also hat Gott im Anfang den Adam erschaffen, nicht als ob er selbst des Menschen bedurft hätte, sondern damit er auf jemand sein Wohlgefallen ausschütten konnte.


Psalm 23 war gestern Thema der Predigt in unserer Versammlung und zwar besonders der erste Teil von Vers 6: "Nur Güte und Gnade werden mir folgen alle Tage meines Lebens" Ps 23,6a. Es ist unvorstellbar, dass Gott es so meint, wie es geschrieben steht. Man könnte meinen, dass alle Probleme und Nöte einfach ausgeblendet wurden, aber dem ist ganz gewiss nicht so, wie es uns erläuterte wurde anhand von Bibelstellen Beispiele von schweren Lebenserfahrungen.

Für notleidende Menschen mögen solche Aussagen in der Schrift menschlich nicht zu erfassen sein, und selbst Gläubige haben damit zuweilen Probleme und werden angefochten. Aber dennoch ist Gottes Wort wahr und wir würden es sicherlich auch erkennen, wenn wir Gottes erhabene Pläne begreifen könnten. Von David können wir viel lernen, der bezeugen konnte: "Auch wenn ich wandere im Tal des Todesschattens, fürchte ich kein Unheil, denn du bist bei mir; dein Stecken und dein Stab, sie trösten mich" Ps 23,4, und ich bin überzeugt, dass David diese Güte und Gnade besonders dann zu schätzen gewusst hat, als er zur Buße geleitet wurde, am meisten in der Sache mit dem Uria (2. Sam. 11).

Güte und Gnade, das ist nach dem was ich bislang aus der Bibel verstanden habe, Gottes primäres Ziel mit Seinen Geschöpfen. Für die Sünden im Leben der Menschen und auch Seiner Kinder ist Gott nicht verantwortlich. Auf für unsere Leiden auf dieser Erde, als Folge der Sünde, ist Er nicht verantwortlich, dennoch lässt er oftmals Leiden zu, um Sein Werk in uns zu haben und als Segen für andere. Sind nicht viele tiefe Glaubenslieder in schwerer Not entstanden und sind sie nicht noch heute, selbst nach Jahrhunderten, noch vielen zum Segen?

Vielleicht werden wir in der Ewigkeit erkennen, was wir versäumt haben, durch eigene Wege. Wenn nicht die Gnade über unser Leben stünde, nie könnten wir den Weg des Lebens betreten und nie das herrliche Ziel, den Himmel, erreichen. Auch dazu ist die Gnade da, uns zu helfen, auf dem Weg zu bleiben.

José
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Jose
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Ein gefestigtes Herz

Beitragvon Jose » 25.03.2011 18:32

In den letzten Tagen wurde mir das Wort groß: "Lasst euch nicht fortreißen durch verschiedenartige und fremde Lehren! Denn es ist gut, dass das Herz durch Gnade gefestigt wird" Hebr 13,9. Besonders denen, welche noch hin- und herwanken und keine Heilsgewißheit haben, möchte ich zurufen: Heilsgewißheit schenkt der Herr.

Es ist sicherlich nicht verkehrt, gute Literatur zu lesen, aber machen wir uns nichts vor: Nicht die Fülle unseres Wissens und auch nicht die Größe unserer Bibliothek ist ausschlaggebend, sondern das festhalten an Gotteswort und darin gefestigt werden durch die Gnade. Dann können wir mit dem Psalmisten singen: "Gefestigt ist mein Herz, Gott, gefestigt ist mein Herz! Ich will singen und spielen" Ps 57,8. Halleluja!

José
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