Steht 1. Korinther 15,1-2 im Widerspruch zur Heilsgewißheit?

Lehrfragen in Theorie und Praxis - also alles von Bibelverständnis über Heilslehre und Gemeindelehre bis Zukunftslehre

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Jörg
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Steht 1. Korinther 15,1-2 im Widerspruch zur Heilsgewißheit?

Beitragvon Jörg » 20.02.2011 07:40

Hallo zusammen, habe heute 1. Korinther 15, 1-2 gelesen und bin etwas verunsichert - ich bin doch eigentlich überzeugt, daß wirklich neugeborene Kinder Gottes nicht verloren gehen können. Die Worte in Vers 2 "wenn ihr´s festhaltet" verunsichern mich, weil man sie auch als Bedingung unsererseits verstehen könnte. Und dann heißt es auch noch "umsonst gläubig geworden". Hier der Text, um den es geht:

"Ich erinnere euch aber, liebe Brüder, an das Evangelium, das ich euch verkündigt habe, das ihr auch angenommen habt, in dem ihr auch fest steht, durch das ihr auch selig werdet, wenn ihr's festhaltet in der Gestalt, in der ich es euch verkündigt habe; es sei denn, dass ihr umsonst gläubig geworden wärt."

Kann man diese Worte irgendwie in Harmonie mit der Lehre von der Heilsgewißheit (damit meine ich, daß ein wahrer Christ nicht mehr verlorengehen kann) bringen? Denn es handelt sich ja hier offensichtlich um Leute, die das Evangelium angenommen haben, wie es in Vers 1 heißt, also keine Scheinheiligen.

Liebe Grüße

Jörg
Es muß alles erst einmal an Gott vorüber, bevor es mich treffen kann. (Helmut Thielicke)

Jose
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Re: 1. Korinther 15,1-2 und die Heilsgewißheit

Beitragvon Jose » 20.02.2011 15:14

Jörg, wenn du fragst:
Kann man diese Worte irgendwie in Harmonie mit der Lehre von der Heilsgewißheit (damit meine ich, daß ein wahrer Christ nicht mehr verlorengehen kann) bringen?
so liegt für mich die Harmonie darin, dass ein wahrer Christ an Christus festhält und nicht bewusst und willentlich wieder anfängt ein sündiges Leben zu führen und darin zu verharren. Wir finden in der Bibel oft ähnliche Ermahnungen, z.B. im Brief an die Kolosser: "sofern ihr im Glauben gegründet und fest bleibt und euch nicht abbringen lasst von der Hoffnung des Evangeliums" Kol 1,23, aber ich vertraue auf Gott, von dem wir lesen (ebenfalls im 1. Korintherbrief) "der euch auch festigen wird bis ans Ende, so dass ihr untadelig seid an dem Tag unseres Herrn Jesus Christus" 1. Kor. 1,8. Das ist für mich Heilsgewissheit, im vertrauen auf Gott.

Die Frage stellt sich für mich nicht so, ob ein Christ verloren gehen kann, denn dann würde ja Christus in uns auch verloren gehen. Die Frage ist eine andere, nämlich, ob ein Christ sich so von Gott entfernen kann, dass der innewohnende Christus nicht mehr in uns ist? Dann wäre auch die Wiedergeburt hinfällig. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Warnung des Apostel Paulus an die Galater: "Ich mache die Gnade Gottes nicht ungültig; denn wenn Gerechtigkeit durch Gesetz kommt, dann ist Christus umsonst gestorben" Gal 2,21. Diese Warnung gilt besonders für die, welche nicht in Jesus bleiben, denn ihnen gilt das Wort: "Wenn jemand nicht in mir bleibt, so wird er hinausgeworfen wie die Rebe und verdorrt; und man sammelt sie und wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen" Joh 15,6. Jesus erwähnt hier ganz deutlich die Möglichkeit, dass jemand in Ihm gewesen sein kann aber nicht geblieben ist.

Das sind ernste Gedanken, aber wenn wir wissen, aus Gnade gerettet zu sein und daran festhalten, dass nur die Gnade uns ans Ziel bringen kann, dann werden wir auch in die Herrlichkeit eingehen. In dieser Zuversicht liegt Trost und Ruhe.

José
Bibelzitate sind, wenn nicht anders angegeben, nach der rev. Elberfelder (PC-Ausgabe)

lutz
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Beitragvon lutz » 20.02.2011 17:42

Kann man diese Worte irgendwie in Harmonie mit der Lehre von der Heilsgewißheit (damit meine ich, daß ein wahrer Christ nicht mehr verlorengehen kann) bringen?

Hallo Jörg,
ich denke so:
Es gibt viele Bibelstellen, die uns sagen, dass niemand von denen, die der Vater dem Sohn gegeben hat, verloren gehen. Das Heil ist sicher!
Das bedeutet nicht, dass diese Sicherheit auch immer subjektiv so „erlebt“ wird. Da kann es Schwankungen geben. Das Ganze hebt aber die objektive Wahrheit, dass niemand von den Schafen letztlich verloren geht, nicht auf.

Die Frage, die dann bei solchen Stellen aufkommt, ist die nach dem: „Warum stehen dann Ermahnungen zum Ausharren, Festhalten … - warum stehen ganz deutliche Drohungen in der Schrift? Sind diese denn dann noch notwendig?“

Nach wie vor finde ich diese Abhandlung hier die Beste auf dem deutschen Markt.
http://www.cbuch.de/product_info.php/in ... aufen.html
Sie belässt den Warnungen ihre gesamte Kraft und berücksichtigt, dass diese Warnungen eben Gläubigen gegeben sind und nicht Ungläubige zuerst ansprechen sollen.

Um auf deine Bibelstelle zu kommen:
Dieses „wenn ihr …“ formuliert eine Bedingung weiter nichts – so ähnlich wie, wenn ihr ausharrt bis ans Ende, dann werdet ihr letztlich ….
Keiner wird ans Ziel gelangen ohne diesen Weg zu gehen. Der Weg ist festgelegt, da kann sich Keiner vorbeimogeln.
Wie gewährleistet „Gott“, dass Keiner von den Seinen verloren geht und alle die Seinen auf diesem Weg bleiben?
Drohungen und Warnungen gehören hier mit hinein als Mittel durch das Gott wirkt, wozu Er sein Wort gesandt hat.
Wozu sendet Gott eine Drohung? Wozu sendet Gott eine Warnung?
Damit die Seinen eben nicht bleibend abdriften.

Manchmal frage ich mich, warum man immer wieder bezweifelt, dass eine Drohung oder Ermahnung auch ausrichtet, wozu sie gesagt sind.
Manchmal frage ich mich, warum wir so schnell damit sind, „unser Heil sei unsicher“. Gottes Wort ist uns nicht gegeben, um uns unsicherer zu machen oder?

Mitunter ist sehr hilfreich hier auf das irdische Bild des guten Vaters zu verweisen, der nicht will, dass seinem Kind etwas Schlechtes widerfährt.
Man kann auch an das Bild eines guten Freundes denken, der es nicht scheut, auch eine unangenehme Wahrheit auszusprechen, damit ein Freund auf dem guten Wege bleibt.

Dann fällt mir noch das Bild ein, welches wir im oben genannten Buch auch finden:
Wozu sind Verkehrsschilder da? Sie sind nicht dazu da, dich zu verunsichern – sie sind dazu da, dass du eben ganz sicher nach Hause kommst.

Lutz

PS: Die Souveränität Gottes wird hier nicht in Frage gestellt. Auch wird hier nicht ein Synergismus zum Heil gelehrt. Das darf man nicht vergessen. Es ist allein Gottes Gnade - aber Gottes Gnade hat ihren für uns deutlich geoffenbarten Weg - oder wir könnten auch sagen: so wirkt Gott und nicht anders herum oder daran vorbei.

Gast

Beitragvon Gast » 20.02.2011 19:53

Hallo Jörg,

es geht in den Versen um das Evangelium von Paulus, welches er für uns vollständig in dem Römerbrief darlegte. Umsonst in diesen Versen ist nicht in Bezug auf den einzelnen Gläubigen, sondern im Bezug auf den Plan Gottes jetzt und hier. Das volle Evangelium von Paulus enthält nicht nur die einfache Erlösung durch den Tod Christi, sondern die Errettung in dem Leben der Auferstehung Christi (Röm Kap 5 - 6), das Leben im Geist und durch den Geist (Röm 8) und das Gemeindeleben , welches den Leib Christi aufbaut (Röm 12-16). Wenn ein Gläubiger an dem nicht festhält und nicht darin feststeht, so ist sein Gläubigwerden in Bezug auf den Plan Gottes die Gemeinde als den Leib seines Sohnes auf der Erde zu haben umsonst gewesen. Der einzelne Mensch ist zwar errettet, Gott hat jedoch nichts davon hinsichtlich Erreichung seines Zieles - des Aufbaus der Gemeinde.

So sehe ich es.
Peter

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Joschie
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Beitragvon Joschie » 20.02.2011 22:22

Pit hat geschrieben:es geht in den Versen um das Evangelium von Paulus, welches er für uns vollständig in dem Römerbrief darlegte. Umsonst in diesen Versen ist nicht in Bezug auf den einzelnen Gläubigen, sondern im Bezug auf den Plan Gottes jetzt und hier. Das volle Evangelium von Paulus enthält nicht nur die einfache Erlösung durch den Tod Christi, sondern die Errettung in dem Leben der Auferstehung Christi (Röm Kap 5 - 6), das Leben im Geist und durch den Geist (Röm 8) und das Gemeindeleben , welches den Leib Christi aufbaut (Röm 12-16).
Gibt es noch ein 5.Evangelium neben den anderen Evangelien?Wenn nur das Evangelium nach Paulus das volle Evangelium ist, kann also nur der, dieses anerkennt, die volle Erlösung erfahren?
Wenn ein Gläubiger an dem nicht festhält und nicht darin feststeht, so ist sein Gläubigwerden in Bezug auf den Plan Gottes die Gemeinde als den Leib seines Sohnes auf der Erde zu haben umsonst gewesen. Der einzelne Mensch ist zwar errettet, Gott hat jedoch nichts davon hinsichtlich Erreichung seines Zieles - des Aufbaus der Gemeinde.
Deine Sicht der Dinge haben sehr viel Ähnlichkeit mit den Gnostiker und Mystiker und sind nicht ohne Grund in der Kirchengeschichte verworfen worden.
Gruß Joschie
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

Gast

Beitragvon Gast » 21.02.2011 11:28

Joschie hat geschrieben:Gibt es noch ein 5.Evangelium neben den anderen Evangelien?
Ja, es gibt es. Schade, dass es sehr vielen gar nicht bewusst ist.
(Rom 16:25 [Elb Darby 1905])
Dem aber, der euch zu befestigen vermag nach meinem Evangelium und der Predigt von Jesu Christo, nach der Offenbarung des Geheimnisses, das in den Zeiten der Zeitalter verschwiegen war,
(Rom 1:1 [Elb Darby 1905])
Paulus, Knecht Jesu Christi, berufener Apostel, abgesondert zum Evangelium Gottes
Joschie hat geschrieben:Wenn nur das Evangelium nach Paulus das volle Evangelium ist, kann also nur der, dieses anerkennt, die volle Erlösung erfahren?
Das volle Evangelium schließt das Evangelium nach Paulus mit ein. Es vervollständigt, gar vollendet das Wort Gottes. Siehe dazu Kol 1:25 ( "... nach der Verwaltung Gottes, die mir in Bezug auf euch gegeben ist, um das Wort Gottes zu vollenden")
Es wird kaum jemand bestreiten, dass der Dienst Paulus war die Gemeinde aufzubauen. Paulus nennt sich selbst mit Baumeister. Also ist für Paulus umsonst, wenn jemand sein Werk verwirft. Paulus rettete Menschen für die Gemeinde Gottes, welche der Leib Christi ist. Das war sein Dienst.
Joschie hat geschrieben:Deine Sicht der Dinge haben sehr viel Ähnlichkeit mit den Gnostiker und Mystiker und sind nicht ohne Grund in der Kirchengeschichte verworfen worden.
Und woran machst du es jetzt konkret fest ??? Den Übergang begreife ich jetzt nicht. Erscheint mir sehr unfair und höchst voreingenommen.

Gnade und Barmherzigkeit sei mit dir.
Peter

Gast

Beitragvon Gast » 21.02.2011 16:06

Tut mir Leid, aber ich sehe nur ein Evangelium in der Bibel, nicht 5. Es gibt 4 verschiedene Berichte über das Leben und den Dienst Jesu auf der Erde und das mit Jesu Menschwerdung, das eine Evangelium sehr eng verwoben ist, sollte klar sein.

Wenn Paulus von "meinem Evangelium" spricht, spricht er vom Evangelium Jesu Christi, das allein in Ihm das Heil ist. Das würden wohl Matthäus,Markus, Lukas und Johannes genauso unterschreiben.
Wenn er sagt "Mein Evangelium", dann sagt er das wohl, weil er der Verkündiger dieser Wahrheit war gegenüber den Heiden, nicht Petrus, nicht Johannes, nicht Matthäus, sondern eben Paulus.

Der Pilgrim
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Beitragvon Der Pilgrim » 21.02.2011 16:11

Paulus, Knecht Jesu Christi, berufener Apostel, abgesondert zum Evangelium Gottes
Du solltest in diesem Fall aber nicht nur den Vers, sondern den gesamten Satz zitieren, der da lautet:
Paulus, ein Knecht Christi Jesu, berufen zum Apostel, ausgesondert zu predigen das Evangelium Gottes, das er zuvor verheißen hat durch seine Propheten in der Heiligen Schrift, von seinem Sohn Jesus Christus, unserm Herrn, der geboren ist aus dem Geschlecht Davids nach dem Fleisch, und nach dem Geist, der heiligt, eingesetzt ist als Sohn Gottes in Kraft durch die Auferstehung von den Toten.
(Römer 1,1-3; Fettdruck von mir)

Paulus sagt hier, dass er dazu ausgesondert wurde, das Evangelium von Jesus Christus zur pedigen. Nirgendswo erhebt er den Anspruch ein eigenes, neues Evangelium zu verkünden!
Das volle Evangelium schließt das Evangelium nach Paulus mit ein. Es vervollständigt, gar vollendet das Wort Gottes.
Ich kann dir hier sogar bedingt zustimmen. Natürlich ist Paulus Wirken, seine Lehre und seine Briefe Teil des göttlichen Planes zur Verkündigung seines Wortes und Willens und Paulus gehört deswegen ja auch zur Heiligen Schrift, die ja durchaus durch seine Briefe vervollständigt wird (Wenn man das so sagen kann, immerhin sind die Paulusbriefe ja mit der älteste Bestantdteil des NT). Dennoch würde ich nicht von einem 5. Evangelium sprechen, oder gar von einem "anderen", denn es gibt nur ein Evangelium, das Evangelium Jesu Christi, das wird ja an genügend Stellen betont:
Mich wundert, dass ihr euch so bald abwenden lasst von dem, der euch berufen hat in die Gnade Christi, zu einem andern Evangelium,
obwohl es doch kein andres gibt; nur dass einige da sind, die euch verwirren und wollen das Evangelium Christi verkehren
(Galater 1,6)

Würde Paulus seine Lehre als eigenes Evangelium begreifen, würde er in diesem Vers den anderen "Evangelien" (Matthäus, Markus, Lukas Johannes) ja den Wahrheitsgehalt absprechen, da er ja sagt, dass nur das Evangelium, welches er verkündet, das richtige ist. Das ist aber das selbe Evangelium wie das der 4 Evangelisten.

Darf ich fragen woher du diese Interpretation hast? Ist das Teil einer theolgoisch-kirchlichen Strömung oder hat dich dein privates Schriftstudium zu dieser Sichtweise geführt?

Was deine Ansichten mit der Gnosis zu tun haben sollen, muss Joschie mir aber auch noch einmal erklären :wink:
Simon W.

Gast

Beitragvon Gast » 21.02.2011 16:48

Lieber Simon,

ich stimme mit dir völlig überein, dass es nur ein einziges Evangelium gibt. Es gibt die vier Berichte, die wir alle kennen und es gibt andere Schriften, die im Kanon aufgenommen sind.
Ich würde auch nicht von einem 5. Evangelium sprechen. Leider hat mich Joschie provoziert. dies zu tun. Was ich damit eigentlich sagen wollte ist Folgendes.
Paulus legt in dem Römerbrief die ganze frohe Botschaft dar: von dem Fall des Menschen über das Gericht, die Erlösung, Heiligung bis zum Leib Christi, dem rechten Gemeindeleben. Er behandelt keine Teilfragen der Lehre, wie er es in Galaterbrief oder in Korintherbrief macht, sondern widmet sich der vollständiger Lehre über die neutestamentliche Ökonomie (Plan) Gottes.
Der Römerbrief ist kein gesondertes Evangelium, es kann jedoch als solches betrachtet werden, weil es alles dafür Notwendige enthält.

Ferner geht der Dienst von Paulus viel weiter als es die vier Evangelien tun. Aus diesem Grund müsste die Formulierung "umsonst gläubig geworden seid" aus der Sicht von Paulus etwas weiter betrachtet werden als "verlorengehen" oder als Ermahnung zur Wachsamkeit.
Ich sehe in diesem Ausdruck ganz konkreten Hinweis auf das Ziel Gottes in seinem Handeln mit den Menschen.

Was den Hinweis auf Gnosis angeht, führe ich es auf das Konto der Vorurteile, die sich wohl hier ausgesprochen belastend auswirken.

Gruß
Peter

edit: 'Vorgeschichte' durch 'Vorurteile' getauscht.

lutz
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Beitragvon lutz » 21.02.2011 18:15

Hallo Peter,

deiner Ansicht nach geht es in der Korintherstelle um eine Art "Fruchtverlust" bzw. um ein "weniger selig, als ihr (Gläubige) hier auf Erden sein könntet, wenn ..."?

Lutz

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Joschie
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Beitragvon Joschie » 21.02.2011 18:22

Pit hat geschrieben:Joschie hat Folgendes geschrieben:
Gibt es noch ein 5.Evangelium neben den anderen Evangelien?


Ja, es gibt es. Schade, dass es sehr vielen gar nicht bewusst ist.
(Rom 16:25 [Elb Darby 1905])
Dem aber, der euch zu befestigen vermag nach meinem Evangelium und der Predigt von Jesu Christo, nach der Offenbarung des Geheimnisses, das in den Zeiten der Zeitalter verschwiegen war,
(Rom 1:1 [Elb Darby 1905])
Paulus, Knecht Jesu Christi, berufener Apostel, abgesondert zum Evangelium Gottes
Zu Röm.1.1 Da geht es ja wohl um die Verkündigung des Evangeliums und nicht um ein eignes Evangelium!
Zu Röm.16.25 Die Stelle ist ja Doxologie in der Paulus es "mein Evangelium" nennt, womit er es nicht vom Evangelium anderer Apostel und Evangelisten unterscheidet, sondern sein eigenes Vertrauen in seiner eigenen Verkündigung ausdrücken will.
Zitat zu Röm.16.25 "Was die Bibel lehrt" Römerbrief Seite.485
Das volle Evangelium schließt das Evangelium nach Paulus mit ein. Es vervollständigt, gar vollendet das Wort Gottes. Siehe dazu Kol 1:25 ( "... nach der Verwaltung Gottes, die mir in Bezug auf euch gegeben ist, um das Wort Gottes zu vollenden")
Es wird kaum jemand bestreiten, dass der Dienst Paulus war die Gemeinde aufzubauen. Paulus nennt sich selbst mit Baumeister. Also ist für Paulus umsonst, wenn jemand sein Werk verwirft. Paulus rettete Menschen für die Gemeinde Gottes, welche der Leib Christi ist. Das war sein Dienst.
Ist nicht mit Vollenden/Erfüllen gemeint, die Erfüllung der A.T. Prophetie?
@Pit retten tut allein immer noch der HERR und kein Mensch auch nicht ein Paulus!
Joschie hat Folgendes geschrieben:
Deine Sicht der Dinge haben sehr viel Ähnlichkeit mit den Gnostiker und Mystiker und sind nicht ohne Grund in der Kirchengeschichte verworfen worden.


Und woran machst du es jetzt konkret fest ??? Den Übergang begreife ich jetzt nicht. Erscheint mir sehr unfair und höchst voreingenommen
Woran ich das fest mache @Pit,an deinen Beiträgen jetzt noch mehr als davor. Ich habe oft den Eindruck, beim Lesen deiner Beiträge, das man nur das richtige Verständnis für die Bibel/Glauben hat, wenn man deine Interprätation oder besser der von W.Lee folgt
Leider hat mich Joschie provoziert. dies zu tun.
Ich habe dich zu gar nichts provoziert, sondern ich habe nur deine Gedanken logisch zu Ende gedacht.
Was den Hinweis auf Gnosis angeht, führe ich es auf das Konto der Vorurteile, die sich wohl hier ausgesprochen belastend auswirken.
Wer ist jetzt unfähr Pit? Die Gnostiker haben sich auch immer auf spezielle Erkenntnisse und Erfahrungen berufen, die den anderen fehen und genau so habe ich deinen ersten Beitrag verstanden und dazu stehe ich auch.
Gruß Joschie
P.S. Eigentlich wollte ich nichts mehr schreiben, habe es als Richtigstellung nach deinem letzten Beitrag doch getan.
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

Gast

Beitragvon Gast » 21.02.2011 18:48

Danke Joschie für die richtigstellung,

ich habe mich eigentlich nie extra mit Gnosis bzw den Mystikern beschäftigt. Mag sein, dass Gnostiker etwas spezielles wussten.

Ich bestehe nicht auf einem fünften Evangelium noch bestehe ich auf dem Evangelium nach/von Paulus. Mir ging es nur darum, dass seine Botschft im Römerbrief inhaltlich dank ihrer Volständigkeit als ein Evangelium angesehen werden darf. Und die von mir angeführten Verse geben mir auch das Recht dies zu behaupten, wobei Grund ist der Dienst von Apostel Paulus, den man in seinen Briefen nachvollziehen kann.
Es ist sicherlich sehr gefährlich solche Wortwahl zu benutzen wie "noch ein Evangelium" oder "5.Evangelium". Als wenn es eine verborgene Botschft gäbe, die bisher niemand gesehen hätte.
Mich wundert nur, dass diese einfache Wahrheit über den Römerbrief so oft mistrauisch und fast feindselig aufgenommen wird.
Wie auch immer die konversation zwischen uns hat sich äußerst unglücklich entwickelt, was mir auch sehr Leid tut.
:oops:

Hallo lutz,
lutz hat geschrieben:deiner Ansicht nach geht es in der Korintherstelle um eine Art "Fruchtverlust" bzw. um ein "weniger selig, als ihr (Gläubige) hier auf Erden sein könntet, wenn ..."?
Ja, aber nicht "hier auf Erden sein könntet", sondern in dem zukünftigen Zeitalter des Königreiches. Ob auf Erden oder im Himmel, aber nicht jetzt.
Hebr 4
11 Laßt uns nun Fleiß anwenden, in jene Ruhe einzugehen, auf daß nicht jemand nach demselben Beispiel des Ungehorsams falle.


Fleiß braucht man nicht für Erlösung durch den Glauben, sondern beim Werk des Aufbaus. Es geht also so wie du es richtig wiedergibst um den Preis, die Frucht.

Peter

Gast

Beitragvon Gast » 21.02.2011 18:58

@Pit:

http://de.wikipedia.org/wiki/Lukas_(Evangelist)
Gemäß Irenäus, Eusebius, und Hieronymus ist der Evangelist Lukas der gleichnamige Mitarbeiter des Paulus (Phlm 24 EU), der in Kol 4,14 EU als Arzt und lieber Freund bezeichnet wird, und der bei den in der Apostelgeschichte berichteten Reisen des Paulus teilweise dabei war (2 Tim 4,11 EU).
So wie ich das gehört habe war Markus ein Begleiter des Paulus und das Evangelium das Paulus als sein Evangelium bezeichnet ist das von Lukas.


Segensreiche Grüße
Benny

Jörg
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Beitragvon Jörg » 21.02.2011 19:11

Habe gerade die Auslegung von William MacDonald zu 1.Korinther 15, 1-2 gelesen; er schreibt:

"Paulus erinnert sie an die gute
Nachricht, die er ihnen »verkündigt« hat,
die sie »angenommen« haben und in der
sie nun auch »stehen«. Hier ging es nicht
um eine für die Korinther neue Lehre,
sondern es war notwendig, daß sie in
dieser kritischen Zeit an sie erinnert wurden.
Es war dieses »Evangelium« gewesen,
durch das sie »errettet« wurden.
Dann fügt Paulus die Worte hinzu:
»Wenn ihr festhaltet, mit welcher Rede
ich es euch verkündigt habe, es sei denn,
daß ihr vergeblich zum Glauben gekommen
seid.« Sie waren durch das Evangelium
von der Auferstehung gerettet worden
– es sei denn, es gäbe keine Auferstehung.
In diesem Falle wären sie natürlich
nicht erlöst. Das »wenn« in diesem Abschnitt
drückt keinen Zweifel an ihrer
Errettung aus, auch lehrt es nicht, daß sie
durch das Festhalten erlöst werden. Paulus
will hier einfach aussagen, daß sie
nicht gerettet wären, wenn es die Auferstehung
nicht gäbe.
Mit anderen Worten,
diejenigen, die die leibliche Auferstehung
leugneten, griffen die gesamte
Wahrheit des Evangeliums frontal an. Für
Paulus war die Auferstehung grundlegend.
Ohne sie gibt es kein Christentum.
Deshalb ist dieser Vers eine Aufforderung
an die Korinther, das Evangelium
angesichts der Angriffe, die im Moment
in der Gemeinde gegen die Auferstehung
geführt wurden, festzuhalten."

(Quelle: Willeam MacDonald, Kommentar zum Neuen Testament, S. 760, CLV, Hervorhebungen von mir)

Herzliche Grüße und vielen Dank für Eure Antworten

Jörg
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