Die Wiedergeburt und Pfingsten

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Gast

Die Wiedergeburt und Pfingsten

Beitragvon Gast » 23.02.2011 10:07

Auf Anregung von Joschie eröffne ich einen neuen Thread mit dem Unterthema "Wiedergeburt und Pfingsten" zum Oberthema "Wiedergeburt".
Folgendes hatte ich geschrieben:
http://www.betanien.de/forum/viewtopic. ... &start=120
Samuel A. hat geschrieben:Ich bin dankbar, dass ich weise und reife Brüder habe, und das wie Eisen Eisen schärft, ein Mann den anderen bearbeitet. Gestern habe ich mit einem alten, reifen erfahrenen Missionar über den Hlg. Geist und auch die Wiedergeburt gesprochen. Ich hielt den Hlg. Geist für anbetungswürdig, die 3.Person der Dreieinigkeit, weil er absolut Gott ist und auch für all das was er tut. Er hingegen meint das in der Bibel niemals der Hlg. Geist angebetet wird, sondern er immer nur auf Christus hinweist. Über dies will ich jetzt keine Diskussion entfachen, was er dann aber noch über die Wiedergeburt sagte, darüber will ich Klarheit haben.

1. Frage: Wann wurden die Apostel und Jünger Jesu wiedergeboren? Er meint erst mit dem Kommen des Hlg. Geistes.
2. Frage: Wurden somit die alttestamentlichen Gläubigen nicht wiedergeboren? Wann werden sie wiedergeboren, denn ohne eine Neugeburt, kann niemand das Reich Gottes sehen? Er meint sie wurden bisher nicht wiedergeboren, sondern werden erst dann wiedergeboren werden, wenn Jesus wieder kommt?

Jetzt seid ihr meine verehrten Brüder dran. Was ist eure Antwort? Gott mit euch.
Ich frage mich kann es wirklich stimmen, dass es im AT keine wiedergeborenen Menschen gab, dass die Wiedergeburt nur für Menschen nach Pfingsten eine Realität ist?

Wenn ich Jesus sehe im Gespräch mit Nikodemus, welcher der Lehrer Israels war und Jesus von ihm erwartet, dass Nikodemus eigentlich über die Wiedergeburt Bescheid wissen sollte, bekomme ich meine Zweifel, ob die Wiedergeburt nur erst ab Pfingsten aktuell wurde.
Das nicht alle 12 Apostel Jesu wiedergeboren waren, ist mir klar, da es für Judas Iskariot besser wäre, niemals geboren zu sein. Und jemand der wiedergeboren ist, dem sollte die Ewigkeit eigentlich Freude bereiten. Aber was war mit den anderen Aposteln? War nicht in den Aussagen des Petrus "Geh weg von mir, Herr, ich bin ein sündiger Mensch" (Lk 5,8)und einige Zeit darauf "Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes"(Mt 16,16) zu sehen, dass der Geist Gottes an seinem Herzen gewirkt hatte?
Ja, Jesus hauchte sie nach seiner Auferstehung an und symbolisierte damit den Empfang des Heiligen Geistes (Joh 20,22), aber war das eher nicht der Kraft des Geistes zum Dienen und Verkündigen, sowie Jesus den Geist auch noch einmal bei seiner Taufe empfing?

Wie sieht es mit den alttestamentlichen Heiligen aus? Waren sie wiedergeboren?
Ich bin gespannt auf eure Beiträge.[/quote]

Jose
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Re: Die Wiedergeburt und Pfingsten

Beitragvon Jose » 24.02.2011 00:28

Samuel A. hat geschrieben:Ich frage mich kann es wirklich stimmen, dass es im AT keine wiedergeborenen Menschen gab, dass die Wiedergeburt nur für Menschen nach Pfingsten eine Realität ist?
Lieber Samuel, ich muss ehrlich sagen, dass ich mir darüber noch nie Gedanken gemacht habe, ob die Wiedergeburt insbesondere im neuen Bund so konkret erwähnt wird. Dennoch kennen auch die Gläubigen im alten Bund so eine Veränderung, ansonsten hätte David nicht gebetet: "Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz, und erneuere in mir einen festen Geist!" Ps 51,12. Eine Verbindung zu dem Pfingstereignis erkenne ich aber im Wort Gottes nicht. Das Kommen des Heiligen Geistes zu Pfingsten war die Erfüllung der Verheißung Jesu: "Aber ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist; und ihr werdet meine Zeugen sein, sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde" Apg 1,8. Es war die besondere Ausrüstung zur Nachfolge und zum Zeugendienst.

Im anderen Thread zu diesem Thema wurde einige Male das Wort Gottes zitiert wo es heißt, dass "so viele ihn aber aufnahmen, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden" Joh 1,12, und auch der Apostel Petrus schreibt: "Denn ihr seid wiedergeboren nicht aus vergänglichem Samen, sondern aus unvergänglichem, durch das lebendige und bleibende Wort Gottes" 1.Petr 1,23. Jesus ist das fleischgewordene Wort (siehe Joh. 1,14) und entscheidend ist, dass wir Ihn in unser Herz und Leben aufnehmen, wie es durch den Glauben geschieht. Dass hierbei der Heilige Geist auch am Wirken ist, steht außer Frage, denn in der Wiedergeburt wirkt die Dreieinigkeit.

Was die Anwesenheit und das Wirken des Heiligen Geistes bereits vor Pfingsten anbetrifft, da möchte ich besonders auf die Taufe Jesu hinweisen: "Und als Jesus getauft war, stieg er sogleich aus dem Wasser herauf; und siehe, die Himmel wurden ihm geöffnet, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabfahren und auf sich kommen. Und siehe, eine Stimme kommt aus den Himmeln, welche spricht: Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe" Mt 3,16-17. Hier sehen wir den Vater und den Sohn und den Heiligen Geist in wunderbarer Weise bei dieser Handlung vereinigt. Ich möchte nur darauf hinweisen, dass der Geist Gottes bereits vor Pfingsten wirkte, allerdings bei dieser Begebenheit nicht um die Wiedergeburt in Jesus zu wirken, sondern um Ihn zum Messias zu salben, denn wir lesen im Lukasevangelium: "»Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, Armen gute Botschaft zu verkündigen; er hat mich gesandt, Gefangenen Freiheit auszurufen und Blinden, dass sie wieder sehen, Zerschlagene in Freiheit hinzusenden, auszurufen ein angenehmes Jahr des Herrn.« Und als er das Buch zugerollt hatte, gab er es dem Diener zurück und setzte sich; und aller Augen in der Synagoge waren auf ihn gerichtet. Er fing aber an, zu ihnen zu sagen: Heute ist diese Schrift vor euren Ohren erfüllt" Lk 4,18-21. Das war die Verheißung auf den Messias.

Wenn von den Gläubigen aus dem alten Bund geredet wird, da fällt mir oft Hebräer 11 ein, wo von den sogenannten Helden des Glaubens die Rede ist. Dort lesen wir auch das Wort: "Ohne Glauben aber ist es unmöglich, ihm wohlzugefallen; denn wer Gott naht, muss glauben, dass er ist und denen, die ihn suchen, ein Belohner sein wird" Hebr 11,6. Gerade in diesem Kapitel 11 führt uns Gott wunderbare Vorbilder des Glaubens vor unsere Herzen. Das waren solche, in denen das Wort, das am Anfang bereits bei Gott war (Joh. 1,1), lebendig war, obwohl das Werk der Erlösung noch nicht vollbracht war. Und Petrus schreibt: "Im Hinblick auf diese Rettung suchten und forschten Propheten, die über die an euch erwiesene Gnade weissagten. Sie forschten, auf welche oder auf was für eine Zeit der Geist Christi, der in ihnen war, hindeutete, als er die Leiden, die auf Christus kommen sollten, und die Herrlichkeiten danach vorher bezeugte " 1. Petr 1,10-11. In ihnen wirkte auch schon der Geist Christi. Von den Propheten heißt es sogar konkret, dass der Geist Christi in ihnen war.

Wir haben viele Fragen und vieles noch nicht erfasst, auch wie Gott im Detail wirkt können wir nicht ergründen, denn "Wie du den Weg des Windes nicht kennst und nicht die Gebeine im Leib der Schwangeren, so kennst du das Werk Gottes nicht, der alles wirkt" Pred 11,5, aber was die Lehre der Umkehr, Glaube, Wiedergeburt anbetrifft, können wir Klarheit haben, denn wer zu Gott umkehrt und Jesus im Glauben annimmt, wird wiedergeboren. "Daher, wenn jemand in Christus ist, so ist er eine neue Schöpfung" 2. Kor. 5,17.

José
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Gast

Beitragvon Gast » 24.02.2011 19:53

Es gibt aus meiner Sicht einige Verse, die die Gläubigen des Alten Testamentes und die Gläubige des Neuen Testamentes voneinander deutlich unterscheiden.

(Mt 11:11 [Elb])
Wahrlich, ich sage euch, unter den von Weibern Geborenen ist kein Größerer aufgestanden als Johannes der Täufer; der Kleinste aber im Reiche der Himmel ist größer als er.

Dazu muß man hinzufügen, dass zu dem Zeitpunkt das Reich der Himmel erst nahe gekommen war. Er war noch nicht eingetreten.
Die Auslegungen und meinungen, die ich bisher hörte führen alle den Unterschied auf die Wiedergeburt zurück.

(Joh 7:39 [Elb])
Dies aber sagte er von dem Geiste, welchen die an ihn Glaubenden empfangen sollten; denn noch war der Geist nicht da, weil Jesus noch nicht verherrlicht worden war.

Hier sehen wir wiederum einen Aspekt, der nur die Gläubigen des NT auszeichnet. Der Geist der Neutestamentlichen Zeit war noch nicht da, weil Jesus erst verherrlich werden musste. Seine Verherrlichung sind seine Auferstehug und Auffahrt. Sie brachten die Menschlichkeit Jesu in den Himmel und dieser vermengte Geist wurde dann den Gläubigen gegeben. Dies war vor Jesu Zeit noch nicht so. Wir wissen aber das die Wiedergeburt durch den Geist geschiet (Joh 3:5).

Wenn Nikodemus, dem Lehrer Israel die Wiedergeburt bekannt/verständlich werden sollte, dann hätte es irgendwo in den Büchern des Alten Testaments beschrieben sien sollen. Mir ist derartiges nicht bekannt. Ausser evtl. einige prophetischen Aussagen wie Hes 11,19 oder wie José vorhin anführte. Darum soll der Satz "du bist Lehrer Israels und weisst es nciht?" entweder auf sein Verständnis der Prophetien oder noch anders wie ausgelegt werden.

Gott betrachtet das Volk Israel zwar als seine Kinder, dies sehe ich jedoch als ein Vorbild (wie vieles andere im AT) auf die echte Kindschaft im Zeitalter der Gemeinde.

Peter

Gast

Beitragvon Gast » 24.02.2011 21:30

Ich möchte noch einmal etwas herausfordernd fragen: Kann man ohne Wiedergeburt gerettet sein?

Wenn das im Alten Bund der Fall war, warum dann nicht auch im Neuen?
lg samuel

Jose
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Doch ich weiß, mein Erlöser lebt!

Beitragvon Jose » 24.02.2011 23:45

pit hat geschrieben:Sie brachten die Menschlichkeit Jesu in den Himmel und dieser vermengte Geist wurde dann den Gläubigen gegeben. Dies war vor Jesu Zeit noch nicht so. Wir wissen aber das die Wiedergeburt durch den Geist geschiet (Joh 3:5).
Hallo Peter, ich versuche diesen Teil deines interessanten Beitrages zu verstehen, aber besonders der obige Satz irritiert mich. Ich hatte noch nie etwas von einem "vermengten" Geist Jesu gehört.

Zum besseren Verständnis von Johannes 7,39 möchte ich noch den Vers davor erwähnen: "Wer an mich glaubt, wie die Schrift gesagt hat, aus seinem Leibe werden Ströme lebendigen Wassers fließen" Joh 7,38. Diese Ströme lebendigen Wassers, eben der Heilige Geist, sind eine besondere Verheißung an die Gläubigen und hat nichts mit der Wiedergeburt zu tun, da der Glaube als Voraussetzung für den Empfang genannt wird. Und kann man glauben, wie die Schrift sagt, ohne wiedergeboren zu sein? Ich möchte hier aber nicht zu sehr über den Heiligen Geist reden, denn das ist ein Thema für sich.

Samuel A. hat geschrieben:Ich möchte noch einmal etwas herausfordernd fragen: Kann man ohne Wiedergeburt gerettet sein?
Hallo Samuel, ich möchte mich lieber auf so eine Diskussion nicht einlassen, weil die Gefahr sehr stark vorliegt, von falschen Vorstellungen auszugehen. Hiob hat uns ein kostbares Zeugnis hinterlassen: "Doch ich weiß: Mein Erlöser lebt; und als der Letzte wird er über dem Staub stehen. Und nachdem man meine Haut so zerschunden hat, werde ich doch aus meinem Fleisch Gott schauen. Ja, ich werde ihn für mich sehen, und meine Augen werden ihn sehen, aber nicht als Fremden" Hiob 19,25-27. Ob die Gläubigen im alten Bund bereits die Wiedergeburt erfahren hatten wie wir, will ich gar nicht vergleichen. Sie hatten auf jeden Fall die klare Erwartung des kommenden Heilandes im Herzen und sehnten sich nach der Erfüllung dieser Verheißung. Gott hat diesen Glauben gesehen und belohnt.

Im Hebräerbrief lesen wir: "Der Glaube aber ist eine Wirklichkeit dessen, was man hofft, ein Überführtsein von Dingen, die man nicht sieht. Denn durch ihn haben die Alten Zeugnis erlangt" Hebr 11,1-2. Und dann fährt Gott fort und führt uns diese Gläubigen des alten Bundes als Vorbilder vor um dann zu sagen: "Sie, deren die Welt nicht wert war, irrten umher in Wüsten und Gebirgen und Höhlen und den Klüften der Erde. Und diese alle, die durch den Glauben ein Zeugnis erhielten, haben die Verheißung nicht erlangt, da Gott für uns etwas Besseres vorgesehen hat, damit sie nicht ohne uns vollendet werden sollten" Hebr 11,38-40. Im neuen Bund hat Gott etwas Besseres für die Seinen vorgesehen, die Alten hatten es bereits im Glauben erfasst, mussten aber noch ausharren auf die Erfüllung.

Im 1. Vers von Hebräer 12 lenkt Gott unsere Blicke erneut auf diese Gläubigen und sagt: "Deshalb lasst nun auch uns, da wir eine so große Wolke von Zeugen um uns haben, jede Bürde und die uns so leicht umstrickende Sünde ablegen und mit Ausdauer laufen den vor uns liegenden Wettlauf" Hebr 12,1. Wie gesagt, es hatte mich vorher nicht beschäftigt, ob die Gläubigen im alten Bund wiedergeboren waren oder nicht. Sie sind beim Herrn, weil Gott Sein Werk an ihnen haben konnte und sie passend machen für das Himmelreich.

José
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Gast

Re: Doch ich weiß, mein Erlöser lebt!

Beitragvon Gast » 26.02.2011 09:31

Hallo José,
in deutsch ist der Begriff vermengte Geist noch unbekannt. In englischsprachigen Raum kann schon mehr dazu finden. Muss man nur nach dem Begriff "mingled spirit" googeln.
Gruß
Peter

Gast

Beitragvon Gast » 26.02.2011 10:40

Peter meinst du mit dem vermengten Geist die vollkommene menschliche und göttliche Natur Jesu? Dann finde ich den Ausdruck "vermengt" etwas unglücklich gewählt. Jesus war ja nicht ein wenig Mensch oder auch viel Mensch und ein wenig oder auch etwas mehr Gott, sondern vollkommen Mensch und vollkommen Gott. Seine Titel bzw. Bezeichnungen als der Sohn Gottes und der Sohn des Menschen stellen das treffend heraus.

Gott und Mensch in einer Person vereinigt, aber nicht vermengt, oder?
Lieben Gruß, Gottes Segen

Gast

Beitragvon Gast » 26.02.2011 15:17

Ich muss mich korrigieren und auch entschuldigen, weil ich in der Wortwahl tatsächlich einen Fehler gemacht habe.

Vermengt ist falsch, richtig ist zusammengemengt. Ich setze mich aber deswegen noch mal hin, um zu beschreiben was damit gemeint ist. Mag sein, dass es euch dann noch ein passenderes Wort einfällt. Im Moment habe ich keine Zeit.
Gruß peter

Jose
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Der Heilige Geist im AT

Beitragvon Jose » 26.02.2011 16:04

Samuel A. hat geschrieben:Wann wurden die Apostel und Jünger Jesu wiedergeboren? Er meint erst mit dem Kommen des Hlg. Geistes.
Da ich keinen Anlass habe zu denken, dass es im AT keine Wiedergeburt oder im Hinblick auf das Kommen Jesu eine im Glauben empfangene gleichwertige Erfahrung gab, würde ich gerne zurückfragen, woher die Meinung kommt, dass es die Wiedergeburt im AT nicht gegeben haben soll weil der Heilige Geist noch nicht gekommen war. Petrus schreibt in seinem 2. Brief: "Denn niemals wurde eine Weissagung durch den Willen eines Menschen hervorgebracht, sondern von Gott her redeten Menschen, getrieben von Heiligem Geist" 2. Petr. 1,21.
Samuel A. hat geschrieben:Ich möchte noch einmal etwas herausfordernd fragen: Kann man ohne Wiedergeburt gerettet sein?
Wen möchtest du herausfordern und was möchtest du mit der Frage erreichen? Wenn ich von Henoch lese: "Und Henoch wandelte mit Gott; und er war nicht mehr da, denn Gott nahm ihn hinweg" 1. Mose 5,24, dann stellt sich für mich die Frage nicht, ob er wiedergeboren war. Ob im AT oder NT, es geht darum, dass Gott Sein Werk an uns haben kann und wir offen sind für IHN und Seine Gnade.

Was aber das gerettet werden anbetrifft: "Die Gerechtigkeit aus Glauben aber sagt so: »Das Wort ist dir nahe, in deinem Mund und in deinem Herzen.« Das ist das Wort des Glaubens, das wir predigen, dass, wenn du mit deinem Mund Jesus als Herrn bekennen und in deinem Herzen glauben wirst, dass Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, du gerettet werden wirst" Röm 10,6a.8.9. Was uns Menschen anbetrifft, das sollen wir tun. Wie Gott dann unsere Errettung wirkt, das überlasse ich gerne IHM.

José
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Gast

Beitragvon Gast » 26.02.2011 17:57

Jose schrieb:
Wen möchtest du herausfordern und was möchtest du mit der Frage erreichen?
Na diejenigen, die glauben das vor Pfingsten niemand wiedergeboren werden konnte. Wenn diese Annahme wohl nicht verbreitet ist, dann möchte ich nicht viele herausfordern :)

Jetzt hätte ich noch eine weiterführende Frage. Was ist denn nun seit Pfingsten anders geworden? Menschen werden auf die gleiche weise gerettet wie vor Pfingsten. Da besteht also kein Unterscheid. Ich sehe eigentlich nur im Gegensatz zum alten Bund, das all die Zeremonien und Opfer im mosaischen Gesetz von Jesus erfüllt wurden und für den Gläubigen keine weiteren Opfer mehr nötig sind.
Der Hlg. Geist wirkt ja auf die gleiche Weise wie vorher auch, nur das nun für uns alles mit Jesu Menschwerdung viel klarer geworden ist, bezüglich Gottes Errettungsplan von unseren Sünden. Gibt es noch Unterschiede?
Gruß und Segen

Jose
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Pfingsten

Beitragvon Jose » 26.02.2011 18:58

Samuel A. hat geschrieben:Na diejenigen, die glauben das vor Pfingsten niemand wiedergeboren werden konnte. Wenn diese Annahme wohl nicht verbreitet ist, dann möchte ich nicht viele herausfordern :)
Wie gesagt, auf diese Diskussion möchte ich mich nicht einlassen. Für meinen Teil habe ich darauf hingewiesen, man solle nicht Pfingsten mit der Wiedergeburt und der Errettung in Verbindung bringen.
Samuel A. hat geschrieben:Jetzt hätte ich noch eine weiterführende Frage. Was ist denn nun seit Pfingsten anders geworden?
Gott hat Seine Verheißung erfüllt: "Dies ist es, was durch den Propheten Joel gesagt ist: »Und es wird geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, dass ich von meinem Geist ausgießen werde auf alles Fleisch, und eure Söhne und eure Töchter werden weissagen, und eure jungen Männer werden Gesichte sehen, und eure Ältesten werden in Träumen Visionen haben" Apg 2,16-17. Und als Kornelius und die Versammelten den Heiligen Geist empfingen war es absolut klar, dass das Heil allen Menschen gilt uns so konnte Petrus sagen: "Könnte wohl jemand das Wasser verwehren, dass diese nicht getauft würden, die den Heiligen Geist empfangen haben wie auch wir?" Apg 10,47.

Ohne das Kommen des Heiligen Geistes gäbe es die Gemeinde Jesu nicht. Vor Seiner Himmelfahrt sagte Jesus im Sendungsbefehl: "Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes" Mt 28,19, aber erst nach Pfingsten waren die Jünger wirklich bevollmächtigt, das Evangelium zu verkündigen. Petrus sagte dann auch zu den Menschen, die innerlich überführt worden waren: "Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden! Und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen" Apg 2,38. Ohne den Heiligen Geist kann die Gemeinde nicht bestehen, sondern verfällt wieder in tote Formen.

Jesus hat Seinen Jüngern gesagt: "Und ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit" Joh 14,16, und sagte auch: "Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe" Joh 14,26. Wie viele aber glauben wirklich daran, dass sie den Heiligen Geist brauchen? Dabei sagte Jesus so klar: "Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, gekommen ist, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten" Joh 16,12.13a.

Forsche in NT nach dem Heiligen Geist und du wirst erkennen, wie unverzichtbar Er für die Gemeinde Jesu ist und auch für dich. Würde man mehr danach fragen, was Gottes Wille ist und Gott bitten, uns durch Seinen Heiligen Geist in aller Wahrheit zu leiten, es sähe besser aus in den Gemeinden. Ich selber bin auch noch am Lernen und weiß, dass es ohne den Heiligen Geist nicht geht.

José
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Gast

Beitragvon Gast » 26.02.2011 19:32

Jose schrieb:
Forsche in NT nach dem Heiligen Geist und du wirst erkennen, wie unverzichtbar Er für die Gemeinde Jesu ist und auch für dich.
Mir ist sehr wohl klar, dass ich nichts ohne den Heiligen Geist tun kann, nicht einmal beten

Rö 8,26 "Ebenso aber nimmt auch der Geist sich unserer Schwachheit an; denn wir wissen nicht, was wir bitten sollen, wie es sich gebührt, aber der Geist selbst verwendet sich [für uns] in unaussprechlichen Seufzern."

Aber konnten die Heiligen im AT denn ohne den Heiligen Geist beten? Fazit: Kein Unterschied zwischen vorher und nachher.

Juden und Heiden sind in Jesus eins gemacht (Eph 2,14). Das ist schön. Das ist mir klar. Aber vorher konnten Heiden genauso zu Israel und zu Jahwe gehören, siehe Ruth, die Moabiterin. Fazit: Kein Unterschied zwischen und vorher und nachher.

Ein Unterschied fällt mir gerade ein. Man hat's nun bequemer. Man muss nicht erst ein paar tausend kilometer nach Jerusalem reisen, um anzubeten (Joh 4). Fazit: Man spart sich aufwendige Reisen.

Gibts noch weitere Unterschiede?

Jose
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Öl in den Gefäßen

Beitragvon Jose » 26.02.2011 20:56

Samuel A. hat geschrieben:Aber konnten die Heiligen im AT denn ohne den Heiligen Geist beten? Fazit: Kein Unterschied zwischen vorher und nachher.
Auch hier ist mit dem Kommen Jesu etwas besonderes geschehen: "Es kommt aber die Stunde und ist jetzt, da die wahren Anbeter den Vater in Geist und Wahrheit anbeten werden; denn auch der Vater sucht solche als seine Anbeter" Joh 4,23.
Samuel A. hat geschrieben:Juden und Heiden sind in Jesus eins gemacht (Eph 2,14). Das ist schön. Das ist mir klar. Aber vorher konnten Heiden genauso zu Israel und zu Jahwe gehören, siehe Ruth, die Moabiterin. Fazit: Kein Unterschied zwischen und vorher und nachher.
Das stimmt, Heiden konnten als sogenannte Proselyten durch Anerkennung des ->Gesetzes, ->Beschneidung und Proselytentaufe in die Gemeinde ->Israels aufgenommen, aber auch das war dann hinfällig. Siehe hierzu auch das sogenannte Apostelkonzil in Jerusalem und wie wichtig es war, dass der Heilige Geist hier, wie bereits in Apostelgeschichte 10, nicht nur am Wirken sondern gegenwärtig war um allen klar zu machen: "Nun denn, was versucht ihr Gott, ein Joch auf den Hals der Jünger zu legen, das weder unsere Väter noch wir zu tragen vermochten? Vielmehr glauben wir, durch die Gnade des Herrn Jesus in derselben Weise gerettet zu werden wie auch jene" Apg 15,10-11.

Der Heilige Geist wirkte bereits im alten Bund, wie auch Jesus im alten Bund bereits gegenwärtig war und oft als der Engel des Herrn den Menschen erschien, und doch war es etwas besonderes, als Jesus Mensch wurde und auf die Welt kam. So ist es auch mit dem Heiligen Geist, denn Jesus sagt: "Wenn ihr mich liebt, so werdet ihr meine Gebote halten; und ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit, den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht noch ihn kennt. Ihr kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein" Joh. 14,15-17. Und dann sagt Jesus auch: "Ich werde euch nicht verwaist zurücklassen, ich komme zu euch" Joh 14,18. Die Verheißung: "Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters" Mt 28,20, erfüllt Er dadurch, dass der Heilige Geist auf die Erde kam und in den Seinen ist.

Vater und Sohn und Heiliger Geist sind immer beteiligt bei der Errettung eines Menschen, aber es ist doch ein Unterschied, wenn dann der gläubig gewordene erfahren darf, wie der Heilige Geist ihn erfüllt. Und wie kostbar ist das Wort: "Weil ihr aber Söhne seid, sandte Gott den Geist seines Sohnes in unsere Herzen, der da ruft: Abba, Vater!" Gal 4,6. Ich frage mich, ob viele sich der Bedeutung dieses Wortes bewusst sind. Wenn über Heilsgewissheit gesprochen wird kann ich nur sagen, dass wir diese Erfahrung brauchen und dass es wichtig ist, dieses Öl zu haben und uns immer wieder neuen Zufluss von oben geben zu lassen.

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Das Gesetz als Zuchtmeister

Beitragvon Jose » 27.02.2011 18:02

Samuel A. hat geschrieben:Wurden somit die alttestamentlichen Gläubigen nicht wiedergeboren? Wann werden sie wiedergeboren, denn ohne eine Neugeburt, kann niemand das Reich Gottes sehen?
Vielleicht ist dieses Bibelwort hilfreich: "Bevor aber der Glaube kam, wurden wir unter dem Gesetz verwahrt, eingeschlossen auf den Glauben hin, der offenbart werden sollte. Also ist das Gesetz unser Zuchtmeister auf Christus hin geworden, damit wir aus Glauben gerechtfertigt würden. Nachdem aber der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter einem Zuchtmeister; denn ihr alle seid Söhne Gottes durch den Glauben in Christus Jesus" Gal 3,23-26. Das Gesetz war im alten Bund also der Zuchtmeister auf Christus hin. Sollte es aber wirklich so sein, dass den Gläubigen des alten Bundes noch etwas fehlte, dann empfingen sie es sicherlich spätestens, als Jesus in das Totenreich hinabgestiegen ist.

Auszug aus einen anderen Beitrag von mir:
Eph 4,8-10: Jesus ist hinauf- aber zuvor hinabgestiegen.
"Darum heißt es: »Hinaufgestiegen in die Höhe, hat er Gefangene gefangen geführt und den Menschen Gaben gegeben.« Das Hinaufgestiegen aber, was besagt es anderes, als dass er auch hinabgestiegen ist in die unteren Teile der Erde? Der hinabgestiegen ist, ist derselbe, der auch hinaufgestiegen ist über alle Himmel, damit er alles erfüllte" Eph 4,8-10. Ich verstehe diese Bibelstelle so, dass Jesus in den Hades hinabgestiegen, sicherlich in der Zeit als Er im Grab lag. Dass Er Gefangene gefangen geführt hat zeugt für mich davon, dass spätestens nach Seiner Himmelfahrt keine Gläubigen mehr im Hades sind sondern nun alle im Himmel sind bei Jesus.

Lieber Samuel, ich hoffe, mit meinen Beiträgen dir etwas Antwort auf deine Fragen gegeben zu haben.

José
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Beitragvon Joschie » 27.02.2011 20:39

Hallo Ihr
Wir hatten schon mal ein ähnliches Thema
Gruß Joschie
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55


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