Freier Wille und Verantwortung des Menschen

Lehrfragen in Theorie und Praxis - also alles von Bibelverständnis über Heilslehre und Gemeindelehre bis Zukunftslehre

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lutz
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Re: Nur in Jesus ist das Heil

Beitragvon lutz » 08.05.2011 21:31

Jose hat geschrieben:
Was die von dir erwähnte Leseprobe anbetrifft: "Die Schwärmerei" - Watchman Nee, der Pietismus etc. (http://www.betanien.de/verlag/material/ca-leseprobe.pdf), so werde ich mich zu gegebener Zeit damit beschäftigen. Ich wundere mich aber erneut, dass man das Thema "freie Wille" mit Schwärmerei vermischt. Das Thema "Heiligungsbewegung" wäre sicherlich interessant für den eröffneten Bereich Kirchen- und Dogmengeschichte.
Was mir noch einfällt (neben dem Beitrag von Joschie zur Geschichte):
Betanienbücher kannst du auch unter dem entsprechenden Bereich: „Betanien-Bücher, -Artikel und -Meldungen, Meinungen über Veröffentlichungen des Betanien Verlags“ diskutieren.

Dieses: „ich wundere mich …, dass man das Thema …. mit … vermischt …“ kenne ich auch gut. Meine erste Frage ist dann: Warum tust du (also der Autor) so etwas? Selbst B. Kaiser als Autor ist nicht unerreichbar - auch wenn mancher meint zu gering zu sein, um ihn überhaupt zu kontaktieren. Er ist an einem Institut tätig, das eine eigene Webseite besitzt.

Lutz

Jose
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Ich habe wider dich…

Beitragvon Jose » 09.05.2011 09:42

Nun kann ich auf den Beitrag von Lutz vom 08.05.2011 17:52 antworten und mitteilen, was mich bei dem Thema "Freier Wille und Verantwortung des Menschen" besonders bewegt.
Es gibt keine Mitwirkung des Menschen zum Heil. Eine Mitwirkung des Menschen zum Heil ist ein anderes Evangeliumsverständnis als die Schrift uns darlegt. Das ist so – zwischen „ohne Mitwirkung des Menschen“ und „mit Mitwirkung des Menschen“ gibt es noch nicht einmal einen Mittelweg – hier gibt es nur: entweder oder.
Meine Überzeugung ist, dass wir uns hierin einig sind. Das Wort ist eindeutig, wenn wir lesen: "So liegt es nun nicht an dem Wollenden, auch nicht an dem Laufenden, sondern an dem sich erbarmenden Gott" Röm 9,16. "Denn aus Gnade seid ihr gerettet durch Glauben, und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es" Eph 2,8. Auch ist das Wort eindeutig, wenn wir lesen: "Denn Gott ist es, der in euch wirkt, sowohl das Wollen als auch das Wirken zu seinem Wohlgefallen" Phil 2,13. Jesus ist der Anfänger und Vollender des Glaubens (Hebräer 12,2). Wer dies vertritt, verkündigt kein anderes Evangelium. Worin unser Verständnis sich unterscheidet, ist bezüglich der Verantwortung des Menschen und in diesem Zusammenhang die Mitwirkung zu Heil.

Ich gehe zu, dass die Aussage "Mitwirkung zum Heil" falsch verstanden werden kann, als ob wir dem was Jesus gewirkt hat, etwas hinzufügen könnten. Aber es ist keineswegs so gemeint, denn wenn wir die häufigen Ermahnungen im Wort lesen, im Glauben fest und gegründet zu bleiben und uns nicht abbringen zu lassen von der Hoffnung des Evangeliums (Kol 1,21-23), da dürfen wir uns nicht einbilden, diesen Kampf in der eigenen Kraft führen und bestehen zu können. Aber wir werden ermahnt, die ganze Waffenrüstung Gottes anzulegen, damit wir gegen die Listen des Teufels bestehen können! (Eph 6,11). Wir können weder etwas zu unserem Heil beitragen noch können wir in der eigenen Kraft siegreich im Kampf sein; aber dennoch ergeht an uns die Aufforderung: "Zieht die ganze Waffenrüstung Gottes an, damit ihr gegen die Listen des Teufels bestehen könnt! Denn unser Kampf ist nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Gewalten, gegen die Mächte, gegen die Weltbeherrscher dieser Finsternis, gegen die geistigen Mächte der Bosheit in der Himmelswelt. Deshalb ergreift die ganze Waffenrüstung Gottes, damit ihr an dem bösen Tag widerstehen und, wenn ihr alles ausgerichtet habt, stehen bleiben könnt!" Eph 6,11-13.

Es gibt viele Stellen in der Schrift, wo wir ermahnt und unsere Verantwortung in aller Deutlichkeit angesprochen wird. Am meisten bewegen mich die Worte des Herrn im letzten Buch der Bibel: "Aber ich habe gegen dich, dass du deine erste Liebe verlassen hast" Offb 2,4. Wer hat hier seinen früheren Stand im Herrn verlassen? In diesem Fall der Gemeindeleiter von Ephesus. Ernst sind die nachfolgenden Worte: "Denke nun daran, wovon du gefallen bist, und tue Buße und tue die ersten Werke! Wenn aber nicht, so komme ich zu dir und werde deinen Leuchter von seiner Stelle wegrücken, wenn du nicht Buße tust" Offb 2,5. Ich will hier nicht behaupten, es gehe hier um die Verlierbarkeit des Heils, aber sehr deutlich erkennen wir hier, dass es mit Philipper 2,13 alleine nicht getan ist, sondern wir müssen auch den Vers davor beachten: "Daher, meine Geliebten - wie ihr allezeit gehorsam gewesen seid, nicht nur in meiner Gegenwart, sondern jetzt noch viel mehr in meiner Abwesenheit -, bewirkt euer Heil mit Furcht und Zittern!" Phil 2,12.

José
Bibelzitate sind, wenn nicht anders angegeben, nach der rev. Elberfelder (PC-Ausgabe)

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Beitragvon Joschie » 09.05.2011 11:34

Hallo Ihr!
Über das Thema wurde sich ja sehr ausgiebig ausgetauscht, über längere Zeit. Es sind ja auch mehrere andere Themen dabei aufgetaucht, wie z. B. die Heiligungsbewegung. Ich persönlich finde es auch wichtig und bestimmt sehr hilfreich, sich mal Gedanken zu machen, wie unser Gottesbild aussieht. ich bin mir nicht sicher, ob wir unter Begriffen, wie z. B. die Liebe Gottes oder Souveränität Gottes das gleiche verstehen. Ich mache den Vorschlag, wenn nichts wesentlich neues kommt, einen Punkt zu setzen.
Gruß und Segen von Joschie
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55


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