Johannes Calvin und die Geistesgaben

Lehrfragen in Theorie und Praxis - also alles von Bibelverständnis über Heilslehre und Gemeindelehre bis Zukunftslehre

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Peter01
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Beitragvon Peter01 » 13.11.2011 20:32

Jose hat geschrieben:Der Widerspruch liegt für mich darin, dass der in Zungen redende durchaus ermutigt wird, Zuhause für sich und Gott zu reden, wenn sich in der Gemeinde niemand findet, der es auslegen kann.
Könntest du bitte diese Schlussfolgerung (der Redende wird ermutigt zu Hause in Zungen zu beten...) auch biblisch hinterlegen?
jose hat geschrieben:Es ist meines Erachtens auch nicht so, dass wir ausschließlich über den Verstand Erbauung finden. Wenn wir das Wort lesen: "Denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude im Heiligen Geist" Röm 14,17, so haben wir es hier nicht vorrangig mit etwas zu tun was uns durch den Verstand zuteil wird, sondern durch den Geist.
Ich verstehe deine Begründung nicht. Wo sagt dieser Vers, dass der Verstand ausgeschaltet ist. Es ist doch viel mehr so, dass durch die Wirkung des Heiligen Geistes unser Verstand geöffnet wird und wir erst dann den wahren Frieden und die wahre Freude erkennen, die ein Gläubiger im Herrn hat. Dazu eine Bibelstelle:

1 Kor 2,12: Wir aber haben nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist, der aus Gott ist, so dass wir wissen können, was uns von Gott geschenkt ist;

Die Freude und der Friede resultieren aus dem Wissen heraus, welche Stellung die Kinder Gottes in Jesus Christus haben.
Jose hat geschrieben:Als ich vor vielen Jahren das erste Mal mit dem Thema konfrontiert wurde, war ich geprägt durch eine ablehnende Haltung in der damaligen Gemeinde. Als ich anfing mich damit konkret zu beschäftigen, las ich auch ein Buch, in dem der Autor beweisen wollte, dass die Gabe der Zungen aufgehört hätte. Die Argumentation in dem Buch klang für mich einleuchtend und kam meiner damaligen Vorstellung entgegen. Aber ich blieb offen für das Thema, den es gab Bibelstellen, die mir zeigten, dass ich möglicherweise darüber noch nicht die richtige Erkenntnis hätte. Besonders beeindrucken mich die abschließenden Worte des Paulus im Kapitel 14: "Daher, Brüder, eifert danach, zu weissagen, und hindert das Reden in Sprachen nicht! Alles aber geschehe anständig und in Ordnung" 1.Kor 14,39-40. Irgendwann kam für mich der Tag, an dem ich hierzu "Amen!" sagte und daran hat sich bis heute nichts geändert.
Das ist deine Erfahrung Jose, ja, die hier jedoch nicht zum Gegenstand der Argumentation verwendet werden kann, weil unsere Grundlage ja die heilige Schrift ist.
Jose hat geschrieben:Meine konkreten Fragen:
Wenn nun jemand, der zur Gemeinde zu Korinth gehörte in Zungen redete und sich, nach der Argumentation oben, selbst verstand, warum hat er es nicht selber ausgelegt bzw. übersetzt?
Es kann durchaus sein, dass der fremdsprachige die allgemeine Sprache nicht verstand. Dann ist es doch verständlich, dass er selbst nicht übersetzen konnte und still sein sollte, bis sich ein Übersetzer gefunden hat.

Christine
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Beitragvon Christine » 14.11.2011 18:49

Hallo!
Jose hat geschrieben:Ein Wort, dass sich mir noch nicht ganz erschlossen hat, ist das hier: "Denn wer in einer Sprache redet, redet nicht zu Menschen, sondern zu Gott; denn niemand versteht es, im Geist aber redet er Geheimnisse" 1.Kor 14,2. Ich denke, das war auch die Erfahrung des Apostel Paulus, dass er in den Zeiten des "ich rede mehr in Zungen als ihr alle", besondere Erfahrungen mit Gott hatte durch die Gott ihm Aufschluss geben konnte über Geheimnisse aus Seinem Wort.
Zu diesem Vers würde ich gerne kurz was sagen.
Er ist nämlich sehr wichtig, um den Inhalt der Sprachenrede verstehen zu können. Die Sprachenrede wendet sich also nicht an Menschen, sondern an Gott. Das heißt ganz einfach: das was in den Zungen gesagt wird, hat als Adressat niemals einen Menschen, sondern es richtet sich an Gott.
So ähnlich ist es bei einem Gebet ja auch, es richtet sich nie an den Beter selbst, das wäre ein Selbstgespräch. Es richtet sich auch nicht an die Menschen, die eventuell mitbeten oder nur dabei sind; es belehrt sie nicht, es fragt sie nichts, es evangelisiert auch nicht. Das Gebet richtet sich allein an Gott.

So war das auch bei der Sprachenrede. An Pfingsten wurde die Predigt von Petrus, bei der sich so viele Menschen bekehrt haben, auch nicht in Zungen gesprochen. Was in Zungen geredet wurde, das waren die großen Werke Gottes, ein Lobpreis Gottes. Sozusagen Lobpreis von Gottes Geist zu Gott selbst. Das ist der Sinn davon.

Darum teilt der Geist Gottes durch die Sprachenrede den Gläubigen auch keine Geheimnisse mit, oder gibt Weissagungen oder predigt, evangelisiert oder sonst was. Die Bibel widerspricht sich nicht.

Gruß Christine

Jose
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Gottes Verheißungen bleiben

Beitragvon Jose » 16.11.2011 23:13

Lutz, kannst du bitte erneut versuchen zu begründen, warum du davon ausgehst, dass der, welcher in Zungen spricht, sich selbst verstehen muss? Du schreibst:
sonst hätten wir einen nicht nachzuvollziehenden Bruch in der Argumentation
, aber ich denke, dass das Problem eher bei unserer mangelnden Erkenntnis zu suchen ist. Das will ich anschließend auch erneut aufgreifen.
lutz hat geschrieben:Der Zungenredner, der sich selbst erbaut, muss auch selbst verstehen – sonst hätten wir einen nicht nachzuvollziehenden Bruch in der Argumentation. Spricht Paulus von Erbauung der Gemeinde, spricht er vom verständlichen Reden. Nirgends wird das durchbrochen. Es gibt keinen Anlass im Text für ein: „aber selbst erbauen im Sinne von Kapitel 14, geht auch ohne Verständnis“. Im Gegenteil – hier wird Erbauung und Verständnis als notwendige Einheit präsentiert und zwar durchgängig.
Das stimmt nach meiner Überzeugung nicht, denn wie ich bereits erwähnte
Für mich steht deine Argumentation in Widerspruch zu: "Wenn aber kein Ausleger da ist, so schweige er in der Gemeinde, rede aber für sich und für Gott" 1. Kor 14,28. Wenn weder der in Zungen redende noch sonst jemand, die Gabe der Auslegung hat, so soll er schweigen. Soll er ganz schweigen? Nein, nur in der Gemeinde soll er schweigen. Zuhause darf er für sich und für Gott reden. So verstehe ich diese Aussage der Schrift.

Peter, wenn du schreibst:
Peter01 hat geschrieben:
Jose hat geschrieben:Der Widerspruch liegt für mich darin, dass der in Zungen redende durchaus ermutigt wird, Zuhause für sich und Gott zu reden, wenn sich in der Gemeinde niemand findet, der es auslegen kann.
Könntest du bitte diese Schlussfolgerung (der Redende wird ermutigt zu Hause in Zungen zu beten...) auch biblisch hinterlegen?
Nun, es steht doch geschrieben, und das haben wir bereits betrachtet: "Wer in einer Sprache redet, erbaut sich selbst" 1.Kor 14,4a. Und ich lese auch im ganzen Kapitel nichts von einem Vorwurf oder Aufforderung an diejenigen, die in Zungen reden, es ganz bleiben zu lassen, wenn keine Auslegung da ist. Sehr wohl finden wir aber die Anweisung, in der Gemeinde zu Schweigen, wenn sie die Gabe der Auslegung nicht haben und auch sonst kein Ausleger da ist. Wichtig ist m.E. auch zu beachten, dass Paulus klar ermahnt, um die Gabe der Auslegung zu bitten. Es ist eine Gabe, keine natürliche Fähigkeit die man erlernen kann. Diese Gabe ist aber keine allgemeine Voraussetzung, lesen wir doch: "Wenn aber kein Ausleger da ist, so schweige er in der Gemeinde, rede aber für sich und für Gott" 1.Kor 14,28. Ich sehe auch keinen Grund, warum dieses "rede für sich und für Gott" etwas anderes sein soll, als die Rede, für die in der Gemeinde sich kein Ausleger fand. Und warum soll es nicht zur Erbauung dienen, wenn Gott es schenkt?

Nun aber zur Aussage:
Peter01 hat geschrieben:Es kann durchaus sein, dass der fremdsprachige die allgemeine Sprache nicht verstand. Dann ist es doch verständlich, dass er selbst nicht übersetzen konnte und still sein sollte, bis sich ein Übersetzer gefunden hat.
Die Not in der Gemeinde zu Korinth war nicht, dass Fremde da waren, welche in Zungen sprachen und sich kein Übersetzer fand. Es war der Zustand in der Gemeinde, wie es leider auch in unseren Tagen in manchen Gemeinden ist, in denen viele Gemeindeglieder in Zungen reden, ohne dass es ausgelegt wird. In vielen charismatischen Gemeinden sprechen alle deutsch und wenn die Behauptung stimmen würden, dass sie sich alle selbst verstehen, dann könnten sie es doch auslegen, oder? Nein, die traurige Not, auch heute in vielen charismatischen Gemeinden, ist die gleiche wie damals: "Wenn nun die ganze Gemeinde zusammenkommt und alle in Sprachen reden, und es kommen Unkundige oder Ungläubige herein, werden sie nicht sagen, dass ihr von Sinnen seid?" 1.Kor 14,23. Es war die Ortsgemeinde zu Korinth und nicht zufällig anwesende Fremde, die in Zungen sprach ohne dass eine Auslegung da war. Das sollten wir unterscheiden.


Ich hoffe, ihr meint nicht, dass ich für die unbiblische charimatische Bewegung eine Lanze brechen möchte. Nichts liegt mir ferner, als Missstände zu unterstützen. Auch die Gabe der Zungenrede möchte ich nicht überbetonen. Was ich nicht will, ist irgendwas ablehnen, was im Wort Gottes als Verheißung steht: "Diese Zeichen aber werden denen folgen, die glauben: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben; sie werden in neuen Sprachen reden; werden Schlangen aufheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nicht schaden; Schwachen werden sie die Hände auflegen, und sie werden sich wohl befinden" Mk 16,16-18. Ich möchte offen sein, für Gottes Verheißungen, denn dadurch will Gott Seine Kraft und Wundermacht in unsere Mitte offenbaren.


Hallo Christine und danke für deinen freundlichen Beitrag. Bitte gestatte mir folgende Aussage von dir herauszugreifen:
Darum teilt der Geist Gottes durch die Sprachenrede den Gläubigen auch keine Geheimnisse mit, oder gibt Weissagungen oder predigt, evangelisiert oder sonst was. Die Bibel widerspricht sich nicht.
Durch die Sprachenrede wird der Bibel nichts hinzugefügt und auch die Wortverkündigung wird nicht zur Nebensache. Gott hat aber viele Möglichkeiten, Seine Kinder zu erbauen, darum lesen wir z.B.: "Ich möchte aber, dass ihr alle in Sprachen redet, mehr aber noch, dass ihr weissagt. Wer aber weissagt, ist größer, als wer in Sprachen redet, es sei denn, dass er es auslegt, damit die Gemeinde Erbauung empfange" 1.Kor 14,5. Aus diesem Wort geht für mich hervor, dass Gott durch die Zungenrede + Auslegung der Gemeinde Erbauung schenkt. Aber sicherlich hattest du das auch nicht ausschließen wollen mit der Aussage "… oder sonst was". - Ich wünsche dir noch viel Freude beim Austausch in diesem Forum.

José

Christine
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Beitragvon Christine » 17.11.2011 16:27

Hallo Jose,

ich war eine kurze Zeit in einer Pfingstgemeinde, ist schon über 15 Jahre her. Dort habe ich nie eine Sprachen-Auslegung gehört, in der nur Gotteslob verkündigt worden wäre. Es handelte sich durchweg immer um eine Art von Botschaften von Gott an Menschen.
Genau das ist aber nach dieser Bibelstelle (Denn wer in einer Sprache redet, redet nicht zu Menschen, sondern zu Gott) ausgeschlossen.

Du wirst mir sicher auch zustimmen, dass heute die Auslegungen der Sprachenrede in der Regel eine Art der Weissagung von Gott zu Menschen sind. Manchmal sogar in direkter Rede von Gott zu Mensch.
Wie kann das sein?

Wenn die Sprachenrede echt ist, dann muss es auch die Auslegung sein, oder nicht! Es wäre sehr einfach, das zu überprüfen, indem man ein und dieselbe Sprachenrede zwei unabhängigen Auslegern vorlegt, denen man vertraut. Ihre Auslegungen müssten sinngemäß gleich sein. Das wäre ein unwiderlegbarer Beweis für die Echtheit der Zungensprache.
Dann wäre auch die Gemeinde wahrhaftig erbaut.

Gruß Christine

Jose
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Prüft aber alles

Beitragvon Jose » 19.11.2011 01:02

Christine hat geschrieben:Du wirst mir sicher auch zustimmen, dass heute die Auslegungen der Sprachenrede in der Regel eine Art der Weissagung von Gott zu Menschen sind. Manchmal sogar in direkter Rede von Gott zu Mensch.
Wie kann das sein?
Das steht m.E. im Einklang mit dem Wort: "Wer aber weissagt, ist größer, als wer in Sprachen redet, es sei denn, dass er es auslegt, damit die Gemeinde Erbauung empfange" 1.Kor 14,5. Hier wird die Zungenrede + Auslegung mit der Weissagung gleichgesetzt.

Christine hat geschrieben:Wenn die Sprachenrede echt ist, dann muss es auch die Auslegung sein, oder nicht! Es wäre sehr einfach, das zu überprüfen, indem man ein und dieselbe Sprachenrede zwei unabhängigen Auslegern vorlegt, denen man vertraut. Ihre Auslegungen müssten sinngemäß gleich sein. Das wäre ein unwiderlegbarer Beweis für die Echtheit der Zungensprache.
Sicherlich, Christine. Das wäre eine Möglichkeit. Bestimmt hat es das sogar schon gegeben. Aber die Gemeinde war nie davon entbunden, die Weissagungen zu prüfen, lesen wir doch: "Weissagungen verachtet nicht, prüft aber alles, das Gute haltet fest!" 1.Thess 5,20-21. Bitte beachte, dass diese Ermahnung der biblischen Gemeinde gilt. Dort, wo es nicht biblisch zugeht, da ist es nicht ratsam zu gehen um zu "prüfen".


Im alten Liederbuch "Pfingstjubel" gibt es z.T. Lieder mit der Angabe Z.G. Im Vorwort steht: »Die mit Z.G. gezeichneten Lieder sind Zungengesänge - "Psalmen im Geiste" (1. Kor. 14,15), die dem Betreffenden entweder in der einsamen Anbetung vor Gott oder im gemeinsamen Gebet in der Gemeinde zur Erbauung aller vom Herrn geschenkt worden sind«.

Wenn ich mir z.B. den Text vom Lied 399 anschaue,
  • Tauch in das Meer der Gnade tief hinein!
    Nur Freigewordene können Überwinder sein.
    Tauch in das Meer der Gnade tief hinein!
    Nur Stillgewordene können Überwinder sein.
    Z.G. 1915
und das Lied singe, finde ich sowohl den Text als auch die Melodie sehr schön.


Gruß, José

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Peter01
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Beitragvon Peter01 » 19.11.2011 10:38

Jose hat geschrieben:Nun, es steht doch geschrieben, und das haben wir bereits betrachtet: "Wer in einer Sprache redet, erbaut sich selbst" 1.Kor 14,4a. Und ich lese auch im ganzen Kapitel nichts von einem Vorwurf oder Aufforderung an diejenigen, die in Zungen reden, es ganz bleiben zu lassen, wenn keine Auslegung da ist.
Am besten wird sein, dass du anhand der Bibel erst einmal aufzeigen mögest, wie die Erbauung -vom Verstand losgelöst- geschehen kann. Diese Schwierigkeit besteht für dich nach wie vor. Paulus spricht: Ich will mit dem Geist beten, ich will aber auch mit dem Verstand beten. Außerdem ermahnt er nicht Kinder am Verstand zu sein. Wenn du aber in einer Sprache redest, bist du ein Kind, der das Gesagte nicht versteht.

Du siehst keinen Vorwurf? Nun, wenn dort aller richtig zugegangen wäre, müsste ja Paulus nicht folgendes schreiben:

1Kor 14,6-12:Nun aber, ihr Brüder, wenn ich zu euch käme und in Sprachen redete, was würde ich euch nützen, wenn ich nicht zu euch redete, sei es durch Offenbarung oder durch Erkenntnis oder durch Weissagung oder durch Lehre? Ist es doch ebenso mit den leblosen Instrumenten, die einen Laut von sich geben, sei es eine Flöte oder eine Harfe; wenn sie nicht bestimmte Töne geben, wie kann man erkennen, was auf der Flöte oder auf der Harfe gespielt wird? Ebenso auch, wenn die Posaune einen undeutlichen Ton gibt, wer wird sich zum Kampf rüsten? So auch ihr, wenn ihr durch die Sprache nicht eine verständliche Rede gebt, wie kann man verstehen, was geredet wird? Denn ihr werdet in den Wind reden. Es gibt wohl mancherlei Arten von Stimmen in der Welt, und keine von ihnen ist ohne Laut. Wenn ich nun den Sinn des Lautes nicht kenne, so werde ich dem Redenden ein Fremder sein und der Redende für mich ein Fremder. Also auch ihr, da ihr eifrig nach Geisteswirkungen trachtet, strebt danach, daß ihr zur Erbauung der Gemeinde Überfluß habt!

Eigentlich geht es noch weiter mit den Vorwürfen, aber mal ehrlich Jose: Eigentlich sollte man fragen: Wo sehen wir hier keine Vorwürfe?

Die Aufforderung ist nicht in einer unbekannten Sprache zu reden, und sich zu erbauen, sondern darauf bedacht zu sein, die Gabe zur Erbauung der Gemeinde zu gebrauchen -denn dazu ist diese gegeben.
Jose hat geschrieben:Es ist eine Gabe, keine natürliche Fähigkeit die man erlernen kann.
Ist eine natürliche Fähigkeit, die man erlernt hat auch nicht eine Gabe Gottes??? Dann betrachten wir dazu Röm 12,6a:

Paulus sagt dort: "wir haben aber verschiedene Gnadengaben gemäß der uns verliehenen Gnade"

Und weist du was er als Gnadengaben außer der Weissagung auch noch sieht? Einen Dienst, Einen Lehrer, einen Ermahner, einen Freigiebigen, einen Vorsteher und einen Barmherzigen. Wir sehen, jede Fähigkeit die man als Mensch zum guten gebrauchen kann ist eine Gabe Gottes (alles Gute kommt von oben).

Zu deinen weiteren Aussagen, später.

Gruß

Jose
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Verschiedene Erkenntnisse

Beitragvon Jose » 19.11.2011 11:32

Peter01 hat geschrieben:Du siehst keinen Vorwurf? Nun, wenn dort aller richtig zugegangen wäre, müsste ja Paulus nicht folgendes schreiben:

1Kor 14,6-12:Nun aber, ihr Brüder, wenn ich zu euch käme und in Sprachen redete, was würde ich euch nützen, wenn ich nicht zu euch redete, sei es durch Offenbarung oder durch Erkenntnis oder durch Weissagung oder durch Lehre? …
In Korinth ist sogar vieles schief gelaufen. Das hat niemand bestritten. Daher musste Paulus auch für Ordnung sorgen. Aber Paulus hat nicht alles über Bord geworfen, sondern klare biblische Anweisungen gegeben und ermahnt, sie zu befolgen.

In der von dir erwähnten Stelle steht es doch eindeutig: "Jetzt aber, Brüder, wenn ich zu euch komme und in Sprachen rede, was werde ich euch nützen, wenn ich nicht zu euch rede in Offenbarung oder in Erkenntnis oder in Weissagung oder in Lehre?" 1.Kor 14,6. Es ging doch dem Paulus darum, dass in der Gemeinde nicht in Zungen gesprochen wird, ohne dass es ausgelegt wird. Und damit es jeder versteht, gibt er als Anweisung an die Gemeinde: "Wenn nun jemand in einer Sprache redet, so sei es zu zweien oder höchstens zu dritt und nacheinander, und einer lege aus" 1.Kor 14,27. Wie gut übrigens, dass im Vers 6 auch die Weissagung erwähnt wird, die von vielen für unsere Tage ebenfalls als Gabe des Heiligens Geistes abgelehnt wird.
Peter01 hat geschrieben:Am besten wird sein, dass du anhand der Bibel erst einmal aufzeigen mögest, wie die Erbauung -vom Verstand losgelöst- geschehen kann. Diese Schwierigkeit besteht für dich nach wie vor.
Für mich besteht die Schwierigkeit schon seit Jahren nicht mehr. Gottes Wort ist für mich in dieser Sache sehr deutlich und ich weiß, dass alle Geistesgaben auch für unsere Tage gelten. Sie haben nie aufgehört zu existieren. Eine weitere Argumentation meinerseits würde wohl auch nicht viel nützen. Aus jetziger Sicht würde ich mich nur wiederholen. Die Erkenntnis kann nur der Herr den einzelnen schenken, wie in allen anderen Lehrfragen auch, in denen verschiedene Erkenntnisse vorhanden sind.

José

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Peter01
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Beitragvon Peter01 » 19.11.2011 16:19

Jose hat geschrieben:In der von dir erwähnten Stelle steht es doch eindeutig: "Jetzt aber, Brüder, wenn ich zu euch komme und in Sprachen rede, was werde ich euch nützen, wenn ich nicht zu euch rede in Offenbarung oder in Erkenntnis oder in Weissagung oder in Lehre?" 1.Kor 14,6. Es ging doch dem Paulus darum, dass in der Gemeinde nicht in Zungen gesprochen wird, ohne dass es ausgelegt wird. Und damit es jeder versteht, gibt er als Anweisung an die Gemeinde: "Wenn nun jemand in einer Sprache redet, so sei es zu zweien oder höchstens zu dritt und nacheinander, und einer lege aus" 1.Kor 14,27. Wie gut übrigens, dass im Vers 6 auch die Weissagung erwähnt wird, die von vielen für unsere Tage ebenfalls als Gabe des Heiligens Geistes abgelehnt wird.
Ja darum ging es dem Paulus. Und genau das ist der Grund, warum die Gabe für den allgemeinen Nutzen gegeben wird und nicht für einen selbst. Übrigens habe ich schon weiter oben erwähnt, dass auch eine bibeltreue Verkündigung in die Kathegorie "Weissagung" eingestuft wird (vgl. Offb. 19,10). Desweiteren Jose wurde hier genügend anhand der Schrift angezeigt, dass uns die ganze Offenbarung Gottes in seiner Schrift gegeben ist. Es wird dem nichts mehr hinzugefügt werden (vgl. nochmal z.B. Hebr. 1,1-3). Wir haben das Wort Gottes in ganzer Fülle. Allein dies ist als Argument gegen eine außerbiblische Offenbarung ausreichend.

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Re: Gottes Verheißungen bleiben

Beitragvon Peter01 » 19.11.2011 17:35

Jose hat geschrieben:Lutz, kannst du bitte erneut versuchen zu begründen, warum du davon ausgehst, dass der, welcher in Zungen spricht, sich selbst verstehen muss? Du schreibst:
sonst hätten wir einen nicht nachzuvollziehenden Bruch in der Argumentation
, aber ich denke, dass das Problem eher bei unserer mangelnden Erkenntnis zu suchen ist. Das will ich anschließend auch erneut aufgreifen.
Darauf ist Lutz schon sehr ausführlich eingegangen. Folglich noch mal kurz zusammengefasst:
Lutz hat geschrieben:Der Zungenredner, der sich selbst erbaut, muss auch selbst verstehen – sonst hätten wir einen nicht nachzuvollziehenden Bruch in der Argumentation. Spricht Paulus von Erbauung der Gemeinde, spricht er vom verständlichen Reden. Nirgends wird das durchbrochen. Es gibt keinen Anlass im Text für ein: „aber selbst erbauen im Sinne von Kapitel 14, geht auch ohne Verständnis“. Im Gegenteil – hier wird Erbauung und Verständnis als notwendige Einheit präsentiert und zwar durchgängig.
Lutz hat geschrieben: Dann möchte ich mich noch deinen anderen Gedanken zuwenden. Kapitel 14 im 1. Korintherbrief hat eine klar beschriebene Richtung, was „Erbauung“ angeht.
Der Gedanke: meine Erbauung dient schließlich dann auch zur Erbauung der Gemeinde - ist hier nicht zu finden. Im Gegenteil. Der Zungenredner, der sich selbst erbaut braucht die Gabe der Auslegung, um zur Erbauung der Gemeinde beizutragen bzw. er braucht einen anderen Ausleger. Es ist falsch anzunehmen, dass der Zungenredner mit seiner Selbsterbauung einfach so der Erbauung der Gemeinde dient. Zur Erbauung der Gemeinde fehlt ihm etwas Entscheidendes. Deshalb soll er in der Gemeinde schweigen, wenn der „Mangel“ nicht behoben werden kann.

Der 1. Korintherbrief liegt uns doch vor. Es ist zu erwarten, dass Paulus verständlich an die Gemeinde schreibt. Was meint Paulus mit „Geheimnisse reden im Geist“? Mit Sicherheit können wir sehen:
Aus diesem Vers lässt sich nicht ableiten, dass der Zungenredner, die Sprache, die er spricht nicht versteht. Der Vers zeigt, dass es um ein „redet nicht zu Menschen, sondern zu Gott“ geht. Mit anderen Worten es geht hier nicht um den Redner selbst, sondern um die „Hörer“. Dieses „niemand versteht es“ muss auf die Hörer bezogen sein. Damit ist auch „Gott“ ausgeschlossen, weil vor „Gott“ nichts verborgen werden kann. Es kann sich nur um Menschen als Zuhörer hier handeln. „Wenn niemand versteht“, dann gilt „du redest nicht zu Menschen“ – obwohl du sehr wohl laut vernehmbar „reden“ könntest.

Was meint dieses: „im Geist aber redet er Geheimnisse“?

Es wäre doch durchaus möglich „Geheimnis“ dann in dieser Richtung auf den Hörer zu fassen, im Sinne von „rätselhaft“, „ich weiß nicht, was er spricht“.
Lutz hat geschrieben:1. Kor. 14, 1-4:
Also, die, die erbaut werden, werden erbaut, weil sie verstehen.
Also die, die nicht erbaut werden, werden nicht erbaut, weil sie nicht verstehen.
„Erbaut werden“ und „verstehen“ gehören zusammen.

Versteht der Zungenredner seine eigene Rede nicht, kann er auch durch sich selbst nicht erbaut werden. Dass der Zungenredner sich selbst erbaut, steht aber hier. Der Zungenredner wird durch sich selbst erbaut, muss sich also selbst verstehen können.

Im 14. Kapitel ist Erbauung und „Verstehen“ zentrales Thema. „Ohne Verstehen“ läuft hier nichts.
Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

Gruß

Peter


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