Wann gelten Menschen als Brüder im Herrn?

Lehrfragen in Theorie und Praxis - also alles von Bibelverständnis über Heilslehre und Gemeindelehre bis Zukunftslehre

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Joschie
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Beitragvon Joschie » 04.01.2012 20:38

Jose hat geschrieben:Es ist in der Tat eine Not, dass viele Gläubige leider auch nach vielen Jahren ungefestigt sind und nicht mit der Bibel umgehen können. Da mögen Glaubensbekenntnisse eine Hilfe sein, aber letztlich müssen die Ältesten in den Gemeinden wirklich darum bemüht sein, dass die Gläubigen im Wort Gottes unterwiesen werden. Paulus schreibt an die Epheser, im Abschnitt über die sogenannte "Waffenrüstung Gottes": "Nehmt auch den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, das ist Gottes Wort!" Eph 6,17.
Jose, was machen die Geschwister, die keine Gemeinde haben oder wo es keine Gemeinde gibt?
Irgendwo habe ich mal gelesen, dass eine Gläubige von Zeugen Jehovas besucht wurde und sich auf ein Gespräch einließ. Leider konnte sie nicht viel erwidern, und in ihrer Not bat sie darum, den Psalm 23 vorlesen zu dürfen und fing auch gleich damit an. Dieses schlichte Zeugnis einer lebendigen Glaubenszuversicht und erlebten Geborgenheit in Jesus, dem guten Hirten, hatten die ZJ nichts entgegen zu setzen.
Ich kenne solche Geschichten in verschiedensten Variationen, sie sind meistens ein Ausdruck von Hilflosigkeit der Geschwister.Diese möchten gerne für ihren Glauben eintreten und diesen auch belegen, sie können es aber nicht. Dieses ist zu einem großem Teil die destruktive Auswirkung einer überzogenen Herzensfrömmigkeit, die aus dem Pietismus stammt und eines überzogenem Verständnis von Sola fide.Wo alles nur noch Glaube ist und das Nachdenken und der Verstand im besten Fall eine sehr eingeschränkte Rolle spielen, oder erst mal unter einem Generalverdacht fallen.
Es ist nach wie vor eine große Not und ein Glaubensbekenntnis mag hilfreich sein, löst aber nicht das eigentliche Problem, daher das Anliegen des Apostel Paulus: "Denn wir sollen nicht mehr Unmündige sein, hin- und hergeworfen und umhergetrieben von jedem Wind der Lehre durch die Betrügerei der Menschen, durch ihre Verschlagenheit zu listig ersonnenem Irrtum" Eph 4,14. Wenn ich die Worte lese: "listig ersonnenem Irrtum", so wird es mir umso wichtiger, meine Überzeugung einzig und alleine auf die Bibel zu gründen, auch wenn die ZJ und andere auch so argumentieren.
Jose, es gibt ja in der Bibel für die meisten Lehren, wie Taufe, Abendmahl, Gemeinde usw. keine systematische Abhandlungen.Woher nimmst du die Sicherheit, das du die Bibelstellen richtig verstehst und auslegst, das du darauf deine Überzeugung allein gründest?
Gruß Joschie
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Jose
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In der Bibel Zuhause, aus dem Wort Gottes lernen

Beitragvon Jose » 05.01.2012 00:39

Joschie hat geschrieben:Jose, was machen die Geschwister, die keine Gemeinde haben oder wo es keine Gemeinde gibt?
Das ist sicherlich eine interessante Frage, Joschie, aber uns allen hilft letztendlich nur, ob allein oder in einer Gemeinde, möglichst viel im Wort Gottes Zuhause zu sein. Gott schenkt dazu viel Gnade, daran zweifle ich nicht.
Joschie hat geschrieben:Ich kenne solche Geschichten in verschiedensten Variationen, sie sind meistens ein Ausdruck von Hilflosigkeit der Geschwister.Diese möchten gerne für ihren Glauben eintreten und diesen auch belegen, sie können es aber nicht. Dieses ist zu einem großem Teil die destruktive Auswirkung einer überzogenen Herzensfrömmigkeit, die aus dem Pietismus stammt und eines überzogenem Verständnis von Sola fide.Wo alles nur noch Glaube ist und das Nachdenken und der Verstand im besten Fall eine sehr eingeschränkte Rolle spielen, oder erst mal unter einem Generalverdacht fallen.
Lass ich so stehen, Joschie. Es sind aber schon viele Gelehrter durch das schlichte Zeugnis eines Kindes oder einer ungebildeten Frau ins Nachdenken gekommen. Ich wollte eigentlich nur ermuntern, lieber von dem zu zeugen, was unsere lebendige Hoffnung ist und der Herr uns groß gemacht hat, als mit menschlicher Weisheit argumentieren zu wollen.
Joschie hat geschrieben:Jose, es gibt ja in der Bibel für die meisten Lehren, wie Taufe, Abendmahl, Gemeinde usw. keine systematische Abhandlungen.Woher nimmst du die Sicherheit, das du die Bibelstellen richtig verstehst und auslegst, das du darauf deine Überzeugung allein gründest?
Hättest du Prädestination und Souveränität erwähnt, hätte ich dir zugestimmt. Taufe, beispielsweise, ist in der Bibel sehr gut erklärt, daher streite ich nicht darüber, beurteile den Glauben anderer aber nicht nach deren Überzeugung hierzu.


Zur Taufe habe ich in diesem Forum folgendes gelesen:
Tauffrage: Die verschiedenen Sichtweisen der Säuglingstaufe werden abgelehnt. Wer die Säuglingstaufe vertritt, darf sich aber beteiligen, solange er diese Position nicht übermäßig betont oder bewirbt.

Den kompletten Beitrag siehe: hier

Könntest du mir bitte sagen, für welche 2 Bereiche diese Vorgabe von Werner gilt?

Gruß, José

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Peter01
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Beitragvon Peter01 » 05.01.2012 09:40

Jose hat geschrieben:Bitte gestatte mir zunächst meine Verwunderung darüber zu äußern, dass du dich nun wohl sehr auf die Aussagen von Ron Hanko stützt. Ich bin etwas darüber irritiert, denn bislang hatte ich dich so verstanden, dass du es ablehnst, sich auf Aussagen von Menschen zu stützen. Hier hast du es aber wohl aus dem Grund gemacht, weil es dir im Zusammenhang mit den Glaubensbekenntnissen sinnvoll erschien.
Wie du sicherlich gemerkt hast Jose, argumentiert Ron Hanko, indem er sich auf die heilige Schrift beruft. Wenn jemand etwas sagt, was mit der Bibel in Übereinstimmung zu bringen bzw. was biblisch ist, so habe ich damit kein Problem, diesen Menschen zu zitieren. Beachte auch, was ich dir anderweitig geschrieben habe.
Peter01 hat geschrieben:Ich möchte dich hier darauf aufmerksam machen Jose, dass ich bei meiner Argumentation hier in Bifo mich nicht auf Calvin oder sonst jemanden berufe, sondern auf die Schrift selbst. Und wenn Calvin etwas gesagt hat und ich ihn mal zitieren werde, so darfst du dir sicher sein, dass ich Calvin nicht zitieren werde, weil es Calvin gesagt hat, sondern, weil das was er gesagt hat, der biblischen Wahrheit entspricht.
Würdest du Jose, diesen Satz von ihm als unbiblisch bezeichen?:
Wenn Gläubige ihren Glauben in Bekenntnissen zum Ausdruck bringen, tun sie eigentlich nichts anderes wie Nathanael, wenn er sagt: „ Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel!“ (Johannes 1,49). Ebenso bekannte Petrus: „Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes!“ (Matthäus 16,16). Wenn Gläubige also Bekenntnisse formulieren, tun sie damit nichts anderes, als die Schrift selbst, wenn sie uns die Bekenntnisse von Nathanael und Paulus überliefert.
Wenn du nun die Aussagen von Ron Hanko als unbiblisch bezeichnen möchtest, so bitte ich dich, ihn zu widerlegen und mir aufzuzeigen, dass ich mich sehr wohl auf eine "nur" menschliche Meinung stütze und damit nicht auf die Schrift selbst. Beachte in diesem Zusammenhang auch, dass Paulus -als er in Thessalonich war- nicht nur einfach die Schrift las, sondern die Schrift auf der Schrift begründet interpretierte. Wörtlich steht in Apg. 17,3 geschrieben: er erläuterte und legte dar.... In diesem Zusammenhang erläuterte auch Hanko, dass Bekenntnisse wichtig sind. Du meinst er irrt sich? Das ist möglich, was ich bisher aber nicht glaube, bis du (oder jemand anders) mir auf der Bibel begründet aufgezeigt hast, dass er sich irrt.
Jose hat geschrieben:Wenn wir aber nun über Bekenntnisse reden, dann möchte ich dich zu einem Punkt ganz persönlich fragen, welche Überzeugung du dazu hast und wie du diese Aussage von Ron Hanko bewertest:

Zitat:
Die Kindertaufe

Der Reformierte Glaube folgt der Praxis der Taufe der Kinder von Gläubigen. Diese ist die konsequente Praxis von Reformierten Gläubigen seit den Tagen von Johannes Calvin gewesen. Diese Taufe basiert auf die Wahrheit des Bundes Gottes – in der Linie der Generationen von Gläubigen aufgerichtet. Nicht alle getauften werden errettet (Esau, der das Zeichen der Beschneidung empfang, wurde nicht errettet—Rom. 9:13). Aber da Gott seinen Bund in der Linie der Generationen aufrichtet (I Mose 1:17; Apostlg. 2:39) empfangen die Kinder auch das Zeichen des Bundes und der Gerechtigkeit, die durch den Glauben ist. Dies entspricht auch der Praxis der Apostel, die Gläubigen und ihre Häuser tauften (Apg. 16:15; I Kor. 1:16; Apg. 11:14; 16:31).

Quelle: http://www.cprf.co.uk/languages/german_ ... dfaith.htm
Die Überzeugung der Kindertaufe, teile ich nicht. Bewerte die Aussage von Ron Hanko als nicht biblisch genug begründbar, sehe aber auch keinen biblischen Grund die Kindertäufer (Presbyterianer) als keine Brüder im Herrn zu bezeichnen. Denn auch wenn die Tauflehre nicht übereinstimmt, so doch das Evangelium.

Gruß

Peter

Jose
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Ron Hanko und die Kindertaufe

Beitragvon Jose » 05.01.2012 15:00

Peter01 hat geschrieben:Wie du sicherlich gemerkt hast Jose, argumentiert Ron Hanko, indem er sich auf die heilige Schrift beruft. Wenn jemand etwas sagt, was mit der Bibel in Übereinstimmung zu bringen bzw. was biblisch ist, so habe ich damit kein Problem, diesen Menschen zu zitieren.
Dann verstehe ich nicht, warum du auch den unteren Abschnitt in deinem Beitrag eingefügt hast, obwohl es auch nach deiner Überzeugung nicht biblisch ist:
Peter01 hat geschrieben:
Ron Hanko hat geschrieben:Auch kann man feststellen, dass ihr ungeschriebenes Bekenntnis oft wesentlich mehr umfasst als die Lehre von Christus. Obwohl sie offiziell keine schriftlichen Bekenntnisse haben und dem bereits genannten Motto „Kein Bekenntnis – Nur die Schrift allein!“ folgen, stimmen Theorie und Praxis bei ihnen nicht wirklich überein. Wenn man z.B. versucht, diesen Gläubigen die Lehre der Erwählung oder die der begrenzten Sühne nahe zu bringen, wird man freundlich aber bestimmt darauf hingewiesen, dass „man so etwas hier nicht glaubt“. Sprich: „Das passt nicht mit unserem Bekenntnis zusammen“. Wenn man gar um eine Kindertaufe bittet, wird man in den meisten dieser Gemeinden mit den Worten nach draußen begleitet: „Wir taufen hier keine Kinder.“
Den ganzen Beitrag siehe: hier
Überrascht war ich über die Argumentation von Ron Hanko, der in einem Atemzug über die urteilt, welche die "Lehre der Erwählung", die Lehre der "begrenzten Sühne" und "sogar" die Kindertaufe ablehnen. Ich habe meine Probleme damit, wenn Menschen sich so hinstellen und über andere urteilen. Was würdest du tun, wenn er dich, um "eine" Kindertaufe bitten würde?
Peter01 hat geschrieben:Die Überzeugung der Kindertaufe, teile ich nicht. Bewerte die Aussage von Ron Hanko als nicht biblisch genug begründbar, sehe aber auch keinen biblischen Grund die Kindertäufer (Presbyterianer) als keine Brüder im Herrn zu bezeichnen. Denn auch wenn die Tauflehre nicht übereinstimmt, so doch das Evangelium.
Prinzipiell sehe ich es auch so, wobei ich immer noch die Befürchtung habe, dass manche Gläubige mit der Kindertaufe so etwas verbinden, wie ich gestern von Augustinus las:
Die erste direkte Wirkung der rechtfertigenden Gnade am Menschen ist die Taufe, die Zuwendung des Todes Christi - und das heißt der Befreiung von der Strafe der Erbsünde - an den einzelnen.

Den ganzen Beitrag siehe: hier
Das ist eine Irrlehre und hat mit dem Evangelium nichts zu tun.

Ich freue mich aber, dass du geschrieben hast:
sehe aber auch keinen biblischen Grund die Kindertäufer (Presbyterianer) als keine Brüder im Herrn zu bezeichnen
Wir sollen ohnehin vorsichtig sein damit, nach welchen Kriterien, wir Menschen den Glauben absprechen.

Gruß, José

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Joschie
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Beitragvon Joschie » 05.01.2012 20:24

Jose hat geschrieben:
Joschie hat geschrieben:Jose, es gibt ja in der Bibel für die meisten Lehren, wie Taufe, Abendmahl, Gemeinde usw. keine systematische Abhandlungen.Woher nimmst du die Sicherheit, das du die Bibelstellen richtig verstehst und auslegst, das du darauf deine Überzeugung allein gründest?
Hättest du Prädestination und Souveränität erwähnt, hätte ich dir zugestimmt. Taufe, beispielsweise, ist in der Bibel sehr gut erklärt, daher streite ich nicht darüber, beurteile den Glauben anderer aber nicht nach deren Überzeugung hierzu.
Jose, du kannst mir ja bestimmt zeigen, wo in der Bibel eine systematische Abhandlung über die Taufe steht.
Jose hat geschrieben:Zur Taufe habe ich in diesem Forum folgendes gelesen:
Tauffrage: Die verschiedenen Sichtweisen der Säuglingstaufe werden abgelehnt. Wer die Säuglingstaufe vertritt, darf sich aber beteiligen, solange er diese Position nicht übermäßig betont oder bewirbt.

Den kompletten Beitrag siehe: hier

Könntest du mir bitte sagen, für welche 2 Bereiche diese Vorgabe von Werner gilt?
Da must Du Hans-Werner Deppe schon selbst fragen :idea:
Joschie
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lutz
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Re: In der Bibel Zuhause, aus dem Wort Gottes lernen

Beitragvon lutz » 05.01.2012 20:51

Jose hat geschrieben: Zur Taufe habe ich in diesem Forum folgendes gelesen:
Tauffrage: Die verschiedenen Sichtweisen der Säuglingstaufe werden abgelehnt. Wer die Säuglingstaufe vertritt, darf sich aber beteiligen, solange er diese Position nicht übermäßig betont oder bewirbt.

Den kompletten Beitrag siehe: hier

Könntest du mir bitte sagen, für welche 2 Bereiche diese Vorgabe von Werner gilt?
Also ich verstehe deine Anfrage gar nicht, weil doch klar und deutlich in dem von dir verlinkten Beitrag steht:
Für zwei weitere Lehrbereiche gilt:

Zukunftslehre: Dispensationalismus (nicht: historischer Prämillenialismus) und Rekonstruktionismus werden zwar grundsätzlich abgelehnt, aber wer diese Sichtweisen vertritt, darf sich beteiligen, solange er diese Positionen nicht übermäßig betont oder bewirbt.

Tauffrage: Die verschiedenen Sichtweisen der Säuglingstaufe werden abgelehnt. Wer die Säuglingstaufe vertritt, darf sich aber beteiligen, solange er diese Position nicht übermäßig betont oder bewirbt.
Was sind also die zwei Lehrbereiche?
Dispensationalismus und Tauffrage. Innerhalb der Tauffrage gibt es keine zwei Bereiche - nicht in diesem Link: http://www.betanien.de/forum/viewtopic.php?t=1210 .

Lutz

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Die biblische Taufe und deren Bedeutung

Beitragvon Jose » 05.01.2012 23:17

Joschie hat geschrieben:
Jose hat geschrieben:
Joschie hat geschrieben:Jose, es gibt ja in der Bibel für die meisten Lehren, wie Taufe, Abendmahl, Gemeinde usw. keine systematische Abhandlungen.Woher nimmst du die Sicherheit, das du die Bibelstellen richtig verstehst und auslegst, das du darauf deine Überzeugung allein gründest?
Hättest du Prädestination und Souveränität erwähnt, hätte ich dir zugestimmt. Taufe, beispielsweise, ist in der Bibel sehr gut erklärt, daher streite ich nicht darüber, beurteile den Glauben anderer aber nicht nach deren Überzeugung hierzu.
Jose, du kannst mir ja bestimmt zeigen, wo in der Bibel eine systematische Abhandlung über die Taufe steht.
Joschie, ich hatte geschrieben, dass das Thema Taufe in der Bibel sehr gut erklärt ist. Gerne bin ich bereit, die Bibelstellen zusammenzustellen, zu deiner Beruhigung möchte ich schon mal den Auszug aus Glaubensbekenntnis des Betanien-Verlages erneut erwähnen.
Die Schrift lehrt, dass der örtlichen Gemeinde zwei Verordnungen (symbolische Handlungen) anvertraut wurden: die Taufe und das Mahl des Herrn (Apg 2,38-42). Mit der christlichen Taufe durch Untertauchen (Apg 8,36-39) bezeugt ein neubekehrter Gläubiger, dass er an den gekreuzigten, begrabenen und auferstandenen Retter glaubt und mit ihm vereint ist im Kreuzestod für die Sünde und in der Auferstehung (Röm 6,1-11) und dadurch neues, göttliches, ewiges Leben empfangen hat. Diese Taufe ist auch ein Zeichen der Gemeinschaft und Identifizierung mit dem sichtbaren Leib Christi (Apg 2,41-42).

Quelle: http://www.betanien.de/verlag/info/glau ... nntnis.php
Jose hat geschrieben:Petrus aber sprach zu ihnen: "Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden! Und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen" Apg 2,38. So hat Petrus den Fragenden geantwortet "Und mit vielen anderen Worten legte er Zeugnis ab und ermahnte sie und sagte: Lasst euch retten aus diesem verkehrten Geschlecht!" Apg 2,40. Was werden das für viele andere Worte gewesen sein? Wie ernst die Ermahnung: Lasst euch retten!

Dann lesen wir weiter: "Die nun sein Wort aufnahmen, ließen sich taufen; und es wurden an jenem Tag etwa dreitausend Seelen hinzugetan" Apg 2,41. Dieses "hinzugetan" bedeutet, dass sie zur Gemeinde hinzugetan wurden. Das äußere Zeichen, dass sie das Wort aufgenommen hatten, war die Taufe. Über die Bedeutung der Taufe denke ich immer wieder nach und auch darüber, dass Hananias zu Paulus sagte: "Und nun, was zögerst du? Steh auf, lass dich taufen und deine Sünden abwaschen, indem du seinen Namen anrufst!" Apg 22,16. Petrus schreibt einmal über die Taufe: "Das Abbild davon errettet jetzt auch euch, das ist die Taufe - nicht ein Ablegen der Unreinheit des Fleisches, sondern die Bitte an Gott um ein gutes Gewissen - durch die Auferstehung Jesu Christi" 1.Petr 3,21. Über dieses Wort habe ich schon viel nachgedacht, warum die Taufe ein Abbild der Arche ist, aber ich bin noch nicht zu einem Verständnis gekommen welches ich biblisch begründen könnte.

Nach dem Markusevangelium sagt Jesus: "Wer gläubig geworden und getauft worden ist, wird gerettet werden; wer aber ungläubig ist, wird verdammt werden" Mk 16,16.

Siehe den ganzen Beitrag: hier
Zum Schluss diese Bibelstelle, nach der Schlachterübersetzung (Apg. 8,36.37):
"Als sie aber auf dem Weg weiterzogen, kamen sie zu einem Wasser, und der Kämmerer sprach: Siehe, hier ist Wasser! Was hindert mich, getauft zu werden? Da sprach Philippus: Wenn du von ganzem Herzen glaubst, so ist es erlaubt! Er antwortete und sprach: Ich glaube, daß Jesus Christus der Sohn Gottes ist! Und er ließ den Wagen anhalten, und sie stiegen beide in das Wasser hinab, Philippus und der Kämmerer, und er taufte ihn."
Joschie, lass mich bitte wissen, wenn für dich noch etwas unklar ist.

José

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Bereich "refor. eingest. Christen" u. 2 weitere Le

Beitragvon Jose » 05.01.2012 23:18

lutz hat geschrieben:Also ich verstehe deine Anfrage gar nicht, weil doch klar und deutlich in dem von dir verlinkten Beitrag steht:
Für zwei weitere Lehrbereiche gilt:

Zukunftslehre: Dispensationalismus (nicht: historischer Prämillenialismus) und Rekonstruktionismus werden zwar grundsätzlich abgelehnt, aber wer diese Sichtweisen vertritt, darf sich beteiligen, solange er diese Positionen nicht übermäßig betont oder bewirbt.

Tauffrage: Die verschiedenen Sichtweisen der Säuglingstaufe werden abgelehnt. Wer die Säuglingstaufe vertritt, darf sich aber beteiligen, solange er diese Position nicht übermäßig betont oder bewirbt.
Was sind also die zwei Lehrbereiche?
Dispensationalismus und Tauffrage. Innerhalb der Tauffrage gibt es keine zwei Bereiche - nicht in diesem Link: http://www.betanien.de/forum/viewtopic.php?t=1210 .
Es geht um, Zitat: "Zum benutzen des Bereiches für reformatorisch eingestellte Christen gibt es spezielle Regeln.Diese sind eigentlich allen Nutzern bekannt".

Ich habe mich durch das Wort "Bereich" etwas irritieren lassen. Somit gilt die Einschränkung hinsichtlich der 2 weiteren Lehrbereiche für den Bereich "reformatorisch eingestellte Christen" auch und die Aussage hat nichts mit zwei anderen Bereichen in diesem Forum zu tun.

José

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Beitragvon lutz » 05.01.2012 23:24

Jose,
ja es steht ein „für ref. eingestellte Christen …“ drüber.
Dieses „Für zwei weitere Lehrbereiche gilt ..“ sehe ich als bestimmend sowohl allgemein als auch für „ref. eingestellte Christen“.
Das stand für mich nie außer Frage.

Lutz

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Beitragvon Joschie » 06.01.2012 08:56

Jose hat geschrieben:Joschie, lass mich bitte wissen, wenn für dich noch etwas unklar ist.
Jose, meine Frage an dich lautete: "Jose, du kannst mir ja bestimmt zeigen, wo in der Bibel eine systematische Abhandlung über die Taufe steht", die Betonung lag auf Systematisch!
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Systematisch !?

Beitragvon Jose » 07.01.2012 12:24

Joschie hat geschrieben:Jose, meine Frage an dich lautete: "Jose, du kannst mir ja bestimmt zeigen, wo in der Bibel eine systematische Abhandlung über die Taufe steht", die Betonung lag auf Systematisch!
Hallo Joschie. Vielleicht kannst du mal erklären, was du unter "Systematisch" verstehst. Im alten Bund finden wir im Gesetz alles ganz genau erklärt, vielleicht meinst du so etwas mit "systematisch". Aber selbst eine ganz genaue Auflistung der Forderungen des Gesetzes oder der 10 Gebote war letztlich nicht ausreichend, wenn die Israeliten sich nicht danach richten wollten.

Heute morgen fiel mir eine der wohl vermutlich ausführlichsten Erklärungen zu einem Thema im neuen Testament ein, nämlich das Thema über die Geistesgaben und das Reden in Zungen in 1. Korinther 12 und 14. Bedauerlicherweise muss ich feststellen, dass weder die Gegner noch viele Anhänger der Zungenrede, den Inhalt und das was der Apostel Paulus so gründlich aufgeschrieben hat, richtig verstanden haben.

Tragischerweise muss man sogar noch feststellen, dass obwohl Gott in Seiner Weisheit zwischen dem Kapitel 12 und 14 noch das Kapitel über die Liebe uns geschenkt hat, gerade die Liebe im Umgang mit den verschiedenen Parteien wohl nicht immer vorhanden war.

Aber zurück zu diesem Thema: Wenn du mir sagst, was du konkret erwartest, kann ich dir vielleicht antworten. Erlaube mir aber bitte dich erneut auf den "Kämmerer von Äthiopien" hinzuweisen: Er hatte verstanden, um was es geht und dass sein persönlicher Glaube die Bedingung war, um getauft zu werden.

Glaubst du das, was der Kämmerer erfassen durfte, oder strebst du einen Kompromiss zwischen der Kindertaufe und der Glaubenstaufe an? In der Zeit der Reformation gab es auch über das Thema Kindertaufe viel Uneinigkeit und Streit, und leider hat auch eine Gruppe der Täufer, von den Anhängern der Kindertaufe als "Wiedertäufer" bezeichnet, sich nicht im Geiste Jesu verhalten. Nach allem aber, was mir bekannt ist, liegt mehr Schuld auf der Seite derer, die Kompromisse eingegangen sind.

Da du dich so sehr mit der Kirchengeschichte beschäftigst wird du sicherlich auch erkannt haben, dass nicht nur "aufrichtiges" Ringen um die rechte Erkenntnis vorhanden war, sondern auch eine unbiblische Bereitschaft zu Kompromissen oftmals gepaart mit der Verfolgung derer, die nicht zu Kompromissen bereit waren. Das wurde mir auch erneut bewusst, während ich das Buch "Caspar von Schwenckfeld - der schlesische Reformator und seine Botschaft" lese.

Bitte lass uns auch aus diesem Wort lernen: "Denn auch uns ist eine gute Botschaft verkündigt worden, wie auch jenen; aber das gehörte Wort nützte jenen nicht, weil es bei denen, die es hörten, sich nicht mit dem Glauben verband" Hebr 4,2. Es nützt auch uns nichts, was wir lesen oder hören, wenn das was Gott uns sagen will sich nicht mit dem Glauben verbindet. Den Glauben schenkt aber Gott und wird uns nicht Zuteil, mittels des Verstandes. Gott, der unsere Herzen kennt, weiß auch um unsere Beweggründe, wir aber erkennen uns oftmals selbst nicht.

Wenn wir nun über den Glauben reden: zum Glauben gehört auch der Gehorsam, und wer nicht Gehorsam ist, bleibt den Beweis schuldig, es wirklich ernst mit dem Glauben zu meinen. Das rufe ich mir immer wieder selber, mir ganz persönlich, in die Erinnerung.

José


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