„Das Blut Abels“

Lehrfragen in Theorie und Praxis - also alles von Bibelverständnis über Heilslehre und Gemeindelehre bis Zukunftslehre

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Leo_Sibbing
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Re: Abels Opfer

Beitragvon Leo_Sibbing » 06.12.2011 10:20

Martha hat geschrieben:Kain hätte also die Möglichkeit gehabt, Gutes zu tun.
"Wenn Gott einen Sünder bekehrt und ihn in den Stand der Gnade versetzt, befreit er ihn von der natürlichen Knechtschaft unter die Sünde9 und ..." Wenn ... dann ... - das ist die logik in der Aussage. Wir wissen nicht ob oder wann Gott Kain bekehrt hat.

Martha hat geschrieben:Wie sonst könnte Gott Kain raten, Gutes zu tun und über die Sünde zu herrschen, wenn ER Kain zuvor nicht die Gnade dazu erwiesen hätte?
Warum hätte Gott Kain denn nicht raten können, Gutes zu tun und ... ?
Gott ist schließlich Gott und kann das einfordern, was wir Ihm schuldig sind.
Ich freue mich sehr in dem HERRN, und meine Seele ist fröhlich in meinem Gott; denn er hat mir Kleider des Heils angezogen, mit dem Mantel der Gerechtigkeit mich bekleidet, ... Jesaja 61,10

Christine
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Beitragvon Christine » 06.12.2011 12:37

Hmmm...ja richtig, Gott befahl dem Kain über die Sünde zu herrschen. Das ist weit mehr, als nur nicht zu sündigen.
Ich weiß noch, wie ich das erste mal diese Stelle las (kurz bekehrt), konnte ich nicht fassen, was da steht! Wie kann ein sündiger Mensch über die Sünde herrschen?!!
Wenn du Gutes tust, so darfst du dein Haupt erheben? Wenn du aber nicht Gutes tust, so lauert die Sünde vor der Tür, und ihr Verlangen ist auf dich gerichtet; du aber sollst über sie herrschen!
1.Mose 4, 7, Schlachter 2000
Im NT werden wir aufgefordert, uns der Sünde für tot zu halten, oder der Sünde zu widerstehen. Aber herrschen über sie, das ist noch mal ein anderes Kaliber.

Kain, der erste Mensch von einer Frau geboren, hatte schon eine besondere Stellung vor Gott, finde ich. Warum sonst bekommt er das "Kainszeichen"?
Fürwahr, wer Kain totschlägt, der zieht sich siebenfache Rache zu! Und der Herr gab dem Kain ein Zeichen, damit ihn niemand erschlage, wenn er ihn fände.
1.Mose 4,15, Schlachter 2000
---
José hat geschrieben:Allerdings haben sowohl Kain als auch Abel von dem gegeben was sie hatten, so dass ich es nicht an dem "Opfer" ausmachen möchte, warum Kains Opfer Gott nicht gefallen hatte.
Für mich ist das glasklar. Es liegt allein an dem Opfer an sich, so ist es heute auch noch.
Kein Mensch kann dem Herrn etwas geben, um von Ihm angenommen zu werden. Wir sind Sünder und verdienen das Gericht, hierin sind sich Kain und Abel vollkommen gleich.
Kain handelte gewissermaßen religiös, er gab etwas, bzw tat etwas, um das Wohlwollen Gottes zu erlangen.
Abel bekannte durch das Tieropfer, dass er einen Stellvertreter braucht, der an seiner Statt stirbt. Das war eine Glaubenstat und ihn machte ihn gerecht, weil später wirklich dieser Stellvertreter, Jesus Christus, gekommen ist. Ansonsten wäre das Opfer Abels so wenig wert gewesen, wie das von Kain.

Dass es an dem Opfer liegt, bezeugt auch die Bibel:
Durch Glauben brachte Abel Gott ein besseres Opfer dar als Kain; durch ihn erhielt er das Zeugnis, daß er gerecht sei, indem Gott über seine Gaben Zeugnis ablegte, und durch ihn redet er noch, obwohl er gestorben ist.
Hebräer 11,4, Schlachter 2000
Grüße, Christine

Gast

Beitragvon Gast » 06.12.2011 18:05

Christine hat geschrieben:Hmmm...ja richtig, Gott befahl dem Kain über die Sünde zu herrschen. Das ist weit mehr, als nur nicht zu sündigen.
Ich weiß noch, wie ich das erste mal diese Stelle las (kurz bekehrt), konnte ich nicht fassen, was da steht! Wie kann ein sündiger Mensch über die Sünde herrschen?!!
Gutes tun!
Kain hätte nach dieser Aufforderung, wie Abel, Gott ein Lamm/Blut =sein(Kains) stellvertretendes Leben Gott geben/opfern können. Stattdessen erschlug er seinen Bruder (anderes Leben/Bildnis Gottes) und ließ das Blut der Erde (nicht Gott!) zukommen. Trotz Erkenntnis (von Gott selbst), verdrehte er sogar das Opfer.
Im NT werden wir aufgefordert, uns der Sünde für tot zu halten, oder der Sünde zu widerstehen.
Kain, der erste Mensch von einer Frau geboren, hatte schon eine besondere Stellung vor Gott, finde ich. Warum sonst bekommt er das "Kainszeichen"?
Wenn wir in Jesus Christus sind bedarf es keine Opfer mehr von uns,
und wir haben statt dem "Kainszeichen" die Versiegelung mit dem Heiligen Geist.
Wir müssen nicht mehr herrschen, den ER hat für uns gesiegt.
1.Kor.15,56-57Schl2000 hat geschrieben:Der Stachel des Todes aber ist die Sünde, die Kraft der Sünde aber ist das Gesetz.Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unseren Herrn Jesus Christus!
@Leo_Sibbing, danke für die Antwort.
Ja, Gott ist absolut souverän!
Gruß,Doris
Edit: Ich finde es liegt nicht "an dem Opfer an sich", sondern am richtigen Opfer,dem Blutopfer=Leben, s.oben

Jose
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Das Opfer Kains

Beitragvon Jose » 06.12.2011 18:48

Christine hat geschrieben:
José hat geschrieben:Allerdings haben sowohl Kain als auch Abel von dem gegeben was sie hatten, so dass ich es nicht an dem "Opfer" ausmachen möchte, warum Kains Opfer Gott nicht gefallen hatte.
Für mich ist das glasklar. Es liegt allein an dem Opfer an sich, so ist es heute auch noch.
Hallo Christine. Ich persönlich kann noch nicht behaupten, dass es für mich auch "glasklar" ist, auch wenn ich persönlich dazu tendiere zu sagen, dass der Unterschied an dem Opfer lag: Kains Opfer war ohne Blut (1.Mose 4,3), aber bei Abels Opfer floss Blut (1.Mose 4,4). Aber wenn wir lesen: "Und der HERR blickte auf Abel und auf seine Opfergabe; aber auf Kain und auf seine Opfergabe blickte er nicht" 1.Mose 4,4b-5a, so ist für mich hier nicht ganz eindeutig, warum Gott an dem Opfer Kains kein Gefallen fand.

Wir lesen später, als es das Gesetz schon gab, auch von "Speisopfer" (3. Mose 2,1, 6,7-11), es gab also nicht nur Tieropfer, die Gott gebracht wurden. Hat also vielleicht das Motiv Kains nicht gestimmt?

Als Kain sah, dass Gott nicht gnädig auf sein Opfer blickte (ich weiß nicht wie er es gemerkt hatte), da lesen wir: "Da wurde Kain sehr zornig, und sein Gesicht senkte sich. Und der HERR sprach zu Kain: Warum bist du zornig, und warum hat sich dein Gesicht gesenkt?" 1.Mose 4,5-6. Ich denke, das ist das entscheidende; Gott achtet nicht nur auf das, was wir IHM opfern, sondern, warum wir es tun. An dieser Stelle hätte sich Kain auch vor Gott beugen dürfen über seine sündige Gesinnung, aber das tat er leider nicht.

Martha hat geschrieben:Ich finde es liegt nicht "an dem Opfer an sich", sondern am richtigen Opfer,dem Blutopfer=Leben, s.oben
Doris, das habe ich nicht ganz verstanden: liegt es nun nicht "an dem Opfer an sich" oder doch an dem Tieropfer?

Gruß, José

Gast

Beitragvon Gast » 06.12.2011 18:59

Hallo José,
ich meine das Tieropfer und
wie Du oben beschreibst, ist das Motiv/ die innere Haltung bei der Opfergabe wichtig. Durch ein Opfer hat man sich Gott genähert. ( Kain blickte zu Boden!)
Gruß, Doris

Christine
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Beitragvon Christine » 07.12.2011 07:46

Hallo José, hallo Martha,

wenn das Motiv wichtig wäre, würde das bedeuteten, dass das Opfer allein nicht ausreicht. Auch nicht das Opfer Jesu.

Ein besonders gutes Beispiel für den absoluten Wert des Opfers "an sich" ist das erste Passah:
Ein Lamm ohne Fehl sollt ihr haben, ein männliches, einjährig; von den Schafen oder von den Ziegen sollt ihr es nehmen. Und ihr sollt es in Verwahrung haben bis auf den vierzehnten Tag dieses Monats; und die ganze Versammlung der Gemeinde Israel soll es schlachten zwischen den zwei Abenden. Und sie sollen von dem Blute nehmen und es an die beiden Pfosten und an die Oberschwelle tun, an den Häusern, in welchen sie es essen......
Und das Blut soll euch zum Zeichen sein an den Häusern, worin ihr seid; und sehe ich das Blut, so werde ich an euch vorübergehen; und es wird keine Plage zum Verderben unter euch sein, wenn ich das Land Ägypten schlage.
2.Mose 12, 5-13, Elberfelder
Die Israeliten hatte lediglich das Blut des Passahlammes an die Türpfosten zu schmieren. Es ist in der Tat unerheblich, welche Gedanken und Motive sie dabei hatten. Sie sollten es einfach nur tun, weil Gott es so wollte, weil nämlich das Passahlamm auf Christus hin deutet.
Und Gott schaute hier nicht auf ihre Motive, sondern auf das Blut allein. Jeder, der sich in einem Haus aufhielt, dessen Pfosten mit Blut beschmiert waren, war in Sicherheit.
Hätte jemand stattdessen ungesäuertes Brot an die Türpfosten gestellt, wäre er gestorben, auch wenn er die edelsten Motive dabei gehabt hätte.

Eine ähnliche Situation finden wir bei der ehernen Schlange. Auch hier war einfach nur auf die Schlange zu schauen, um von dem tödlichen Biss geheilt zu werden. 4.Mose 21,8-9
Hätte jemand stattdessen auf sein Schaf geblickt, wäre er gestorben, egal wie fromm seine Motive gewesen wären.
Auch hier wieder steht die erhöhte Schlange für Christus, weil es auf sein Opfer und nichts als sein Opfer ankommt.

Denn schließlich konnte weder Abels Opfer ihn gerecht vor Gott machen, noch konnten die Brandopfer im AT jemals Sünden hinwegnehmen. Diese Opfer stehen alle stellvertetend für das eine gültige Opfer Jesu!
Aufgrund dieses Willens sind wir geheiligt durch die Opferunge des Leibes Jesu Christi, [und zwar] ein für allemal.
Und jeder Priester steht da und verrichtet täglich den Gottesdienst und bringt oftmals dieselben Opfer dar, die doch niemals Sünden hinwegnehmen können; Er aber hat sich, nachdem er ein einziges Opfer für die Sünden dargebracht hat, das für immer gilt, zur Rechten Gottes gesetzt, und er wartet hinfort, bis seine Feinde als Schemel für seine Füße hingelegt werden.
Denn mit einem einzigen Opfer hat er die für immer vollendet, welche geheiligt werden.
Hebräer 10,10-13, Schlachter 2000
Gruß Christine

Gast

Beitragvon Gast » 07.12.2011 08:10

AMEN
Hallo Christine,
meine Antworten beziehen sich auf "das Blut Abel", auf den Unterschied zwischen Abels u.Kains Opfergabe und Kains Verhalten im AT
Ich gebe dir natürlich Recht.
Gruß $:)

Jose
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Einen fröhlichen Geber hat Gott lieb

Beitragvon Jose » 07.12.2011 20:40

Christine hat geschrieben:wenn das Motiv wichtig wäre, würde das bedeuteten, dass das Opfer allein nicht ausreicht. Auch nicht das Opfer Jesu.
Hallo Christine! Es ging mir um die Frage, warum Gott kein Gefallen an Kains Opfer hatte. Wir wissen nicht, warum Abel und Kain Gott Opfer darbrachten, daher ist es für mich persönlich nicht abschließend geklärt, ob Gott hier ein Tieropfer erwartet hatte und ob es hier um ein Opfer für Sünden ging.

Was wir aber definitiv wissen, ist das Gott nicht nur auf das Opfer sieht, denn wir lesen z.B.: "Das Schlachtopfer der Gottlosen ist ein Gräuel für den HERRN; wie viel mehr, wenn man es in schändlicher Absicht bringt!" Spr 21,27, oder: "Wozu soll mir die Menge eurer Schlachtopfer dienen?, spricht der HERR. Ich habe die Brandopfer von Widdern und das Fett der Mastkälber satt, und am Blut von Stieren, Lämmern und jungen Böcken habe ich kein Gefallen" Jes 1,11. Ganz wichtig ist das Wort Samuels an Saul: "Hat der HERR so viel Lust an Brandopfern und Schlachtopfern wie daran, dass man der Stimme des HERRN gehorcht? Siehe, Gehorchen ist besser als Schlachtopfer, Aufmerken besser als das Fett der Widder" 1.Sam 15,22.

Ein Opfer, in Heuchelei dargebracht, kann Gott nicht gefallen. Auch das Opfer Jesu hätte nach meiner Überzeugung nicht genügt. Wir lesen: "Da sprach ich: Siehe, ich komme - in der Buchrolle steht von mir geschrieben -, um deinen Willen, Gott, zu tun.«" Hebr 10,7. Wäre Jesus überhaupt sündlos gewesen, wenn Er nicht ganz eins mit dem Vater gewesen wäre?

Vielleicht ist auch diese Bibelstelle hilfreich: "Jeder gebe, wie er sich in seinem Herzen vorgenommen hat: nicht mit Verdruss oder aus Zwang, denn einen fröhlichen Geber liebt Gott" 2.Kor 9,7.

Gruß, José

Gast

Beitragvon Gast » 08.12.2011 05:42

Hallo Christine u. José´,

hier noch eine schöne Stelle zur inneren Haltung:
Matth.5,23-24 Schl. hat geschrieben:Wenn du nun deine Gabe zum Altar bringst und dich dort erinnerst, daß dein Bruder etwas gegen dich hat, so laß deine Gabe dort vor dem Altar und geh zuvor hin und versöhne dich mit deinem Bruder, und dann komm und opfere deine Gabe!
Möglich, dass Kain und Abel einfach nur eine OpferGABE/Geschenk zur Ehre Gottes machten.
Doch nach Gottes dringlicher Aufforderung an Kain, 1.Mo.4,7, hätte er gehorchen müssen (verstanden hatte Kain ja), und Gott die gleiche GABE wie Abel geben (im Nachhinein, um seinen guten Willen u.Gehorsam zu signalisieren.(Und/oder seinen Zorn beherrschen)
Doch er widersetzte sich und erschlug seinen Bruder. (Das erste Menschenblut wurde von der Erde verschluckt - ein wichtiger Punkt).
Für mich ein Akt, des bewussten Ungehorsams!

Der Mensch ist ohne die Gnade Gottes absolut verdorben, nichts Gutes kann er bewirken. Doch hier hat Gott Kain ausdrücklich aufgefordert, Gutes zu tun. Kain tat das Gegenteil. Ich erkenne hier den Samen der Schlange, der sich bewusst gegen Gottes Ordnung stellt.
Hat Abel instinktiv die richtige Opfergabe zur Ehre Gottes gebracht? Kann der Mensch das aus sich heraus? Oder hat unser Vater sich einen Samen bewahrt?! (später Seth)

Kain ist ein gutes Exempel, dass der verdorbene Mensch, trotz Gottes "hörbare" Aufforderung, bewusst gegen Gottes Willen handelt.

Unglaublich, wie groß Gottes Liebe zu uns ist, dass ER uns in und durch seinen Sohn Jesus Christus bewahrt.

Um zur Eingangsfrage von Joseph zurück zu kommen, bin ich in meiner Ansicht bestärkt, dass es sich
bei Hebräer 12, 23-25, um das Blut der Opfergabe handelt. Denn das Blut unseres HERRN redet "Besseres"...wie Christine oben wunderschön und treffend ausgedrückt hat.

( Interessant dazu Christines Anmerkung auf Seite 1, dass Gott sich die jüngeren Brüder aussucht! Wie verstehe ich das mit der "Erstlingsgabe" o.das erste Kind wird Gott geweiht? )

Gruß,Doris

Gast

Re: Einen fröhlichen Geber hat Gott lieb

Beitragvon Gast » 08.12.2011 06:16

Jose hat geschrieben: Es ging mir um die Frage, warum Gott kein Gefallen an Kains Opfer hatte. Wir wissen nicht, warum Abel und Kain Gott Opfer darbrachten, daher ist es für mich persönlich nicht abschließend geklärt, ob Gott hier ein Tieropfer erwartet hatte und ob es hier um ein Opfer für Sünden ging.
Hi José´,
"..und der HERR machte ihnen Kleider aus Fell"...dies hat für mich eine tiefere Bedeutung, als die bloße Nacktheit zu bedecken. Es ging ja darum, das von da an "sündige Fleisch" - und die damit verbundene Bloßstellung (kann es mom.nicht besser ausdrücken), zu bedecken.
So war die Nachahmung, ein Lamm zu schlachten, es Gott als demütiges Opfer anzubieten (im Bewusstsein der Schuld/Ungehorsams) unter anderem, auch ein Akt ihres Bekennens der Schuld und zur Gottes wohlgefälligen Besänftigung und auch Ehre.(Gabe)
Sie ahmten Gott nach (s.Fell) und wussten, dass es IHM gefällt. (Könnte sein, dass die Nachahmung von Gottes Handlung wichtig war EDIT: und die Gehorsamshaltung)
Kain hingegen tauschte seine Feldfrüchte nicht gegen ein lebendiges Blutopfer ein. Er benutzte Pflanzen...das Blatt hatte bei Adam u.Eva auch nicht zur "Bedeckung" ausgereicht.
So erkläre ich mir deine Frage oben.

Wir wissen natürlich auch, dass all diese Opfer stellvertretend für das Opfer JESU waren!!, wie Christine schön beschreibt.

Gruß, Doris

EDIT: vielleicht hier auch noch die Anmerkung, dass der "wahre Same", die Kinder Gottes, bestrebt sind, es IHM gleich zu tun - Nachahmen..und nicht wie Kain zu handeln.

Christine
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Beitragvon Christine » 08.12.2011 08:06

José hat geschrieben:Es ging mir um die Frage, warum Gott kein Gefallen an Kains Opfer hatte. Wir wissen nicht, warum Abel und Kain Gott Opfer darbrachten, daher ist es für mich persönlich nicht abschließend geklärt, ob Gott hier ein Tieropfer erwartet hatte und ob es hier um ein Opfer für Sünden ging.
Hallo José,

es ist richtig, wir wissen nicht, warum Abel und Kain opferten.
Als sie es taten, konnten sie im Grunde auch selbst noch nicht wissen, welche Opfer Gott gefallen würden. Aber nachdem sie diese beiden verschiedenen Opfer dar gebracht hatten, konnten sie wissen: Gott nimmt ein Tieropfer an. Warum und wieso hätte Er ihnen auch noch danach offenbaren können.
Menschlich gesprochen, war das ein trial-and-error-Versuch.
Abel hatte hier "Glück" und das richtige getan, Kain hatte "Pech" gehabt. (sehr sehr menschlich gesprochen!!).

Und jetzt geht es darum, sich Gottes Willen und Anweisungen zu unterstellen. Gott als Gott anzuerkennen. Das zu tun, was Ihm gefällt.
Kain wollte das nicht. Er hatte seine eigenen Gerechtigkeit aufgerichtet und wollte sich Gottes Gebote nicht unterwerfen. Und er ging noch einen Schritt weiter und tötet den, der Gottes Wohlgefallen gewonnen hatte und stellte sich damit ganz aggressiv gegen Gott.

José hat geschrieben: Was wir aber definitiv wissen, ist das Gott nicht nur auf das Opfer sieht
Ich meine doch.
Deine Bibelstellen sind gut gewählt, aber genau genommen steht dort drin, was im Hebräerbrief ganz deutlich gesagt wird: ein Tieropfer ist grundsätzlich an sich wertlos, und Gott hat kein Gefallen daran. Gott will überhaupt weder Opfer noch Gaben, sondern er will dass sein Wille getan wird.
Denn unmöglich kann das Blut von Stieren und Böcken Sünden hinwegnehmen!
Darum spricht er bei seinem Eintritt in die Welt: »Opfer und Gaben hast du nicht gewollt; einen Leib aber hast du mir bereitet. An Brandopfern und Sündopfern hast du kein Wohlgefallen. Da sprach ich: Siehe, ich komme — in der Buchrolle steht von mir geschrieben —, um deinen Willen, o Gott, zu tun!
Hebräer 10,4-6 Schlachter 2000
Und was ist genau sein Wille? Die Stelle geht so weiter:
Aufgrund dieses Willens sind wir geheiligt durch die Opferunge des Leibes Jesu Christi, [und zwar] ein für allemal. Hebräer 10, 10, Schlachter 2000

Das ist für mich ganz eindeutig: nur ein einziges Opfer hat wirklich jemals Gottes ganzes Wohlgefallen erlangt: das Opfer des Leibes Jesu. Diese Opfer reicht aus! Für jeden, der es annimmt.


Die Frage, was wir darüber hinaus geben bzw opfern können, was Gott gefallen kann, ist einen neuen Thread wert. Stichwort Kollekte/Zehnte, wie von dir angesprochen. Manche Christen sprechen dieser Geld-Gabe ja eine enorme Bedeutung zu, das führt hier aber zu weit, finde ich.

Grüße, Christine

Jose
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Nur Jesu Blut reinigt uns von unseren Sünden

Beitragvon Jose » 08.12.2011 12:42

Christine hat geschrieben:
José hat geschrieben:Was wir aber definitiv wissen, ist das Gott nicht nur auf das Opfer sieht
Ich meine doch.
Deine Bibelstellen sind gut gewählt, aber genau genommen steht dort drin, was im Hebräerbrief ganz deutlich gesagt wird: ein Tieropfer ist grundsätzlich an sich wertlos, und Gott hat kein Gefallen daran. Gott will überhaupt weder Opfer noch Gaben, sondern er will dass sein Wille getan wird.
Denn unmöglich kann das Blut von Stieren und Böcken Sünden hinwegnehmen!
Hallo Christine, vermutich reden wir etwas aneinander vorbei. Wenn ich davon rede, dass Gott nicht nur darauf sieht, was wir IHM opfern, sondern auch warum und wie wir es opfern (Gesinnung, Haltung), dann meine ich damit, dass Gott keine Freude daran hat, wenn wir
  • 1. IHM ungern geben
    2. IHM etwas geben und es als Mittel sehen, um gerecht vor IHM zu erscheinen (siehe Werksgerechtigkeit)
An Abels Opfer hatte Gott z.B. wohlgefallen, wie wir es in diesem Thread sehr gründlich betrachtet haben.

Die ganzen Opfer, die im alten Bund gebracht wurden, waren von Gott gefordert und geschahen nach Seiner Anweisung. Gott hatte gefallen daran, wenn sie von Herzen und in der von IHM geforderten Weise gebracht wurden. Allerdings,das viele Blut hätte den Israeliten nichts genutzt, wenn nicht in Gottes Ratschluss bereits das wahre, reine, sündlose Opfer ausersehen wäre, nämlich Jesus Christus. So gesehen, konnte Gott nicht wirklich Gefallen finden an den alttestamentlichen Opferdienst, weil dadurch die Sünde nicht absolut getilgt wurde und die Menschen keinen Zugang zum Allerheiligsten hatten, in die enge Gemeinschaft mit Gott. Das wurde erst möglich durch Jesu Tod am Kreuz, Sein stellvertretendes Opfer an unsrer statt, Sein heiliges, für uns vergossenes Blut. In Christus haben wir nun wirkliche "Sündentilgung", sind wir gerechtfertigt und geheiligt. Weitere Opfer bedarf es nicht, Jesus ist des Gesetzes Ende, auch hinsichtlich des Opferdienstes.

Auf Grund deiner anderen Beiträge denke ich aber, dass du es auch so siehst.

Gruß, José

Christine
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Beitragvon Christine » 09.12.2011 13:43

José hat geschrieben:Auf Grund deiner anderen Beiträge denke ich aber, dass du es auch so siehst.
Ja, das tue ich.
Es ist nicht einfach, sich scheinbar widersprechende Aussagen in der Bibel über den Opferdienst in Übereinstimmung zu bringen.
Auf der einen Seite will Gott keine Opfer, auf der anderen Seite aber doch.
Auf der einen Seite kommt es auf die Haltung des Menschen an, auf der anderen Seite wieder nur auf´s Opfer allein.

All diese Schwierigkeiten und noch viele mehr können nur gelöst werden, wenn das Erlösungswerk Jesu in den Mittelpunkt gestellt wird. Das Kreuz verbindet und erklärt, was allein der menschliche Verstand nicht zusammen bringen kann.
Und am Kreuz können sich dann auch Christen aus unterschiedlichen Positionen treffen und verbinden.

Liebe Grüße, Christine

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Joseph28
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Beitragvon Joseph28 » 10.12.2011 02:29

Hallo, Christine (und José)...

Im Hebräer 11,4 liest man, dass Abel durch Glauben gerechtfertigt war, und der Beweis daher war sein Opfer. Was war der Gegenstand seines Glaubens, der in der Gerechtigkeit führte? Oder um es anders auszudrücken, was hat Kain versäumt zu glauben?

Liebe Grüße,
Joseph
„Und dies schreiben wir euch, damit eure Freude vollkommen sei.“ (1.Johannes 1,4)

Jose
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Was hat Kain versäumt zu Glauben

Beitragvon Jose » 10.12.2011 11:13

Joseph28 hat geschrieben:Was war der Gegenstand seines Glaubens, der in der Gerechtigkeit führte? Oder um es anders auszudrücken, was hat Kain versäumt zu glauben?
Hallo Josef,
ich fand den Beitrag von Doris ("Martha"), vom 08.12.2011 05:42, sehr hilfreich. Nachfolgend einen Auszug:
Martha hat geschrieben:Möglich, dass Kain und Abel einfach nur eine OpferGABE/Geschenk zur Ehre Gottes machten.
Doch nach Gottes dringlicher Aufforderung an Kain, 1.Mo.4,7, hätte er gehorchen müssen (verstanden hatte Kain ja), und Gott die gleiche GABE wie Abel geben (im Nachhinein, um seinen guten Willen u.Gehorsam zu signalisieren.(Und/oder seinen Zorn beherrschen)
Doch er widersetzte sich und erschlug seinen Bruder. (Das erste Menschenblut wurde von der Erde verschluckt - ein wichtiger Punkt).
Für mich ein Akt, des bewussten Ungehorsams!
Wenn du, Josef, aber schreibst:
Joseph28 hat geschrieben:Im Hebräer 11,4 liest man, dass Abel durch Glauben gerechtfertigt war, und der Beweis daher war sein Opfer.
, dann ist es für mich persönlich wichtig zu betonen, dass es in der Bibelstelle heißt, dass Abel durch Glauben ein besseres Opfer darbrachte als Kain. Offensichtlich hatte Abel an Gott geglaubt, Kain nicht und tat auch nicht Buße, als Gott ihn dazu aufforderte.

Ob Kains Versäumnis war, nicht auch ein Tieropfer zu bringen, mag sein. Aber hätte er es getan und es dabei nicht im Glauben getan, sondern nur um es seinem Bruder Abel gleich zu tun, hätte es m.E. sicherlich nicht genügt, um Gottes Wohlgefallen zu erlangen. Was Kain auf jeden Fall versäumt hat, war auf Gott zu hören und sich vor Ihm zu beugen. Er erlangte dadurch den Glauben nicht.

Liebe Grüße,
José


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