Antinomismus/Perfektionismus und das Bibelstudium!

Lehrfragen in Theorie und Praxis - also alles von Bibelverständnis über Heilslehre und Gemeindelehre bis Zukunftslehre

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Joschie
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Beitragvon Joschie » 11.12.2011 12:58

Jose hat geschrieben:
Joschie hat geschrieben:Ich kann aus dem Text nicht entnehmen, dass Henoch nicht mehr gesündigt hat.In der von dir geschilderten Predigt, die du schlicht nennst, wird Gott klein gemacht und seiner Ehre beraubt, man kann auch sagen verniedlicht.Jose du versuchst nicht das erste Mal, den in deinen Augen schlichten Glauben, gegen den komplizierten Glauben auszuspielen.Du reißt damit Gräben auf, die in meinen Augen nicht sein müssen.
Aus meinen anderen Beiträgen sollte es hoffentlich allen Lesern im Forum klar sein, dass ich weder Gott klein machen noch Seiner Ehre berauben will. Wenn jemand konkrete Beispiele hat, wo ich diesbezüglich im Irrtum lag, möge man es mir bitte mitteilen und wenn möglich es biblisch begründen. Es gibt leider manche Unstimmigkeiten zwischen Gläubigen in verschiedenen Konfessionen und sie sind sich leider nicht immer einig, wobei es das auch gibt zwischen Gläubigen mit dem gleichen Bekenntnis. Da können wir nur ernstlich Gott bitten, noch sehr viel Geduld und Langmut mit Seinen Kindern zu haben und uns viel Gnade zu erweisen.
Der Satz "Gott klein gemacht und seiner Ehre beraubt" bezog sich auf die Predigt nicht auf dich Jose.Wie du danach "Es gibt leider manche Unstimmigkeiten zwischen Gläubigen in verschiedenen Konfessionen und sie sind sich leider nicht immer einig, wobei es das auch gibt zwischen Gläubigen mit dem gleichen Bekenntnis" kommst verstehe ich nicht!

Jose hat geschrieben:Die Predigt, aus der ich oben nur einen kurzen Teil zitiert habe, lässt sich aus dem kleinen Ausschnitt m.E. nicht beurteilen. Über Henoch lesen wir übrigens: "Durch Glauben wurde Henoch entrückt, so dass er den Tod nicht sah, und er wurde nicht gefunden, weil Gott ihn entrückt hatte; denn vor der Entrückung hat er das Zeugnis gehabt, dass er Gott wohlgefallen habe" Hebr 11,5. Auch darauf wurde in der Predigt eingegangen, in dem Zusammenhang, wie wichtig es ist, bereit zu sein zur Entrückung. Viele machen es sich hier zu einfach. Henoch war außerdem sogar ein Prophet, zumindest lesen wir im Judasbrief: "Es hat aber auch Henoch, der Siebente von Adam an, von ihnen geweissagt und gesagt: »Siehe, der Herr ist gekommen mit seinen heiligen Myriaden" Jud 14. Kindisch war Henoch in seinem Glauben nicht und auch wir sollen es nicht sein. Aber kindlich und treu, insbesondere viel mehr Gehorsam, das sollten wir sein.
Jose ich konnte nur zu dem von dir reingesetzten Teil der Predigt was schreiben.Du beziehst dich hier nochmals auf diese Predigt, die anscheinend nur du hier im Forum kennst und genau aus diesem Grund ist hier ein Austausch darüber(diese Predigt) für mich nicht mehr möglich.
Jose hat geschrieben:Und was z.B. 1. Johannes 1,8.9 anbetrifft: "Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit", so gilt diese Ermahnung m.E. sicherlich zuerst denen, die überhaupt leugnen Sünder zu sein, ist aber für mich eine große Ermunterung, wenn es darum geht, dass ich keine Angst haben muss, mit meinen Sünden zu Gott zu kommen. ER möchte vergeben, wenn wir unsere Sünden bereuen und bekennen.
Ich möchte auf den 1.Johannesbrief etwas genau eingehen.
Nach dem paulinischen Kampf für Freiheit vom Gesetz (Judaismus)war die Gnosis die gefährlichste Irrlehre, die die frühe Gemeinde während der ersten drei Jahrhunderte bedrohte. Sehr wahrscheinlich bekämpfte Johannes die Anfänge dieser bösartigen Irrlehre, die drohte, die Grundlagen des Glaubens und der Gemeinden zu zerstören. Da selbst geringe Anfänge einer Irrlehre sich bereits tödlich auswirken können, zögerte Johannes keinen Augenblick, gegen sie vorzugehen.
Im Judaismus finden wir den Perfektionismus und ihn der Gnosis den Antinomismus, beide Strömungen tauchen in der Kirchengeschichte bis heute auf.

Jetzt noch mal der Text:
5 Und dies ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch verkündigen: dass Gott Licht ist, und gar keine Finsternis in ihm ist. 6 Wenn3 wir sagen, dass wir Gemeinschaft mit ihm haben, und wandeln in der Finsternis, lügen wir und tun nicht die Wahrheit. 7 Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, haben wir Gemeinschaft miteinander, und das Blut Jesu, seines Sohnes, reinigt uns von jeder Sünde. 8 Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. 9 Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit. 10 Wenn wir sagen, dass wir nicht gesündigt haben, machen wir ihn zum Lügner, und sein Wort ist nicht in uns.

Die gnostische Irrlehre war in den Tagen des Johannes durch zwei grundlegende Formen gekennzeichnet.Erstens, einige behaupteten, dass Jesu physischer Körper nicht real war, sondern nur physisch »erschien« bekannt als»Doketismus«von dem gr. Wort mit der Bedeutung»scheinen«.
Johannes bestätigte eindringlich Jesu physische Realität, indem er seine Leser daran erinnerte, dass er ein Augenzeuge Jesu war(gehört,gesehen,betastet, Jesus Christus im Fleisch gekommen– 1,1-4; 4,2.3). Nach einer frühen Überlieferung (Irenäus) tauchte durch einen Mann namens Kerinthos eine andere Form dieser von Johannes bekämpften Irrlehre auf, dieser behauptete, dass Christi »Geist« bei der Taufe auf den Menschen Jesus herabfuhr, ihn aber direkt vor der Kreuzigung wieder verließ. Johannes schrieb, dass der Jesus, der zu Beginn seines Dienstes getauft wurde, die gleiche Person war, die gekreuzigt wurde (5,6).

Wandel im Licht und Vergebung der Sünden
5 Und dies ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch verkündigen: dass Gott Licht ist, und gar keine Finsternis in ihm ist. 6 Wenn3 wir sagen, dass wir Gemeinschaft mit ihm haben, und wandeln in der Finsternis, lügen wir und tun nicht die Wahrheit. 7 Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, haben wir Gemeinschaft miteinander, und das Blut Jesu, seines Sohnes, reinigt uns von jeder Sünde. 8 Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. 9 Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit. 10 Wenn wir sagen, dass wir nicht gesündigt haben, machen wir ihn zum Lügner, und sein Wort ist nicht in uns.

Noch ein paar Gedanken zu Text.
Welcher Zusammenhang besteht zwischen »bekennen« und dem
Erhalt von »Vergebung« (1,9)?

Die Irrlehrer, denen Johannes entgegentrat, lassen sich sehr gut mit den Menschen von heute vergleichen. Sie lebten zwar in geistlicher Finsternis (Sünde),schreckten dabei aber in keinerlei Weise davor zurück, diese Existenz einer sündigen Natur in ihrem Leben zu leugnen. Wenn jemand nie zugibt, ein Sünder zu sein, dann ist seine Errettung ein Ding der Unmöglichkeit (Mt 19,16-22;der reiche Jüngling, der seine Sünde nicht bekennen wollte). Bekennen (seineSünde eingestehen) bedeutet, sein Herz zu öffnen, um etwas herzugeben. Ist das Herz erst einmal geöffnet, kann es auch Vergebung empfangen.Beständiges Bekennen von Sünde ist ein Zeichen echter Errettung. Während falsche Lehrer ihre Sünde nie eingestehen würden, gibt ein wahrer Christ sie zu und bricht mit ihr (Ps 32,3-5; Spr 28,13). Der Begriff »bekennen« bedeutet,das Gleiche über die Sünde zu sagen wie Gott, seine Sichtweise über die Sünde zu teilen. Das Bekennen von Sünde kennzeichnet echte Christen, die Gott beständig reinigt (vgl. 1,7). Statt dem Bekennen jeder einzelnen Sünde meint Johannes hier vor allem das wiederholte Erkennen und Anerkennen, dass man ein Sünder ist, der Reinigung und Vergebung benötigt (Eph 4,32; Kol 2,13).Quelle
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Beitragvon Joschie » 11.12.2011 13:07

Christine hat geschrieben:Den Begriff Antinomismus habe ich noch nie zuvor gehört, habe nur kurz danach gegoogelt. Und na ja, ich glaube in der Tat, dass ein Christ nicht mehr unter dem Gesetz Mose steht, sondern unter dem Gesetz Christi. (ist das mit Antinomismus gemeint?)
Antinomismus = gegen das Gesetz
Es gibt unterschiedliche Typen des Antinomismus, aber allen gemeinsam ist die Ablehnung der 10 Gebote als unsere Richtschnur für das Leben. Extreme Antinomisten lehren nicht nur gegen die 10 Gebote, sie treten oft auch praktisch für gesetzloses Leben ein. Wir haben es heute meistens mit gemäßigten Antinomisten zu tun. Diese treten zwar nicht für ein
gesetzloses Leben ein, lehnen aber doch die 10 Gebote praktisch ab.
Es stellt sich die Frage, warum das alttestamentarische Gesetz in seiner Gesamtheit keine Gültigkeit mehr hat für Christen oder ob es doch in Teilen Gültigkeit hat und welche Teile des Gesetzes sind diese es dann genau? Was genau beinhaltet das alttestamentarische Gesetz ?

Aber jetzt komme ich wieder zum Thema Heiligung, im Westminster Bekenntnis von 1647 steht:
Artikel 13
Wahre Heiligung
Von der HeiligungDiejenigen, die wirksam berufen und wiedergeboren sind, besitzen ein neues Herz und einen neuen Geist, beides in ihnen neu geschaffen. Sie werden weiterhin wirklich und persönlich geheiligt durch die Kraft des Todes und der Auferstehung Christi, durch sein Wort und seinen Geist, der in ihnen wohnt. Dabei wird die Herrschaft der Sünde gebrochen und die verschiedenen Begierden mehr und mehr geschwächt und getötet. So werden sie mehr und mehr erweckt und gestärkt durch all jene Gnadengaben, die zum Heil führen, damit sie wahre Heiligkeit ausleben, ohne die kein Mensch den Herrn sehen wird.

Die Heiligung bleibt im Diesseits unvollkommen
Diese Heiligung erstreckt sich auf den ganzen Menschen, doch ist sie in diesem Leben unvollkommen; denn es verbleiben in allen Bereichen noch einige Reste an Verderbnis. Daraus entspringt ein fortwährender und unversöhnlicher Kampf, da das Fleisch gegen den Geist aufbegehrt und der Geist gegen das Fleisch.

Das Wachstum in der Heiligung
Obwohl in diesem Kampf die verbliebene Verderbnis eine Zeitlang auch vorherrschen mag, so gewinnt doch der wiedergeborene Teil durch die unaufhörliche Kraftzufuhr von dem heiligmachenden Geist Christi die Oberhand; und so wachsen die Heiligen in der Gnade, indem sie ihre Heiligkeit in der Furcht Gottes vervollkommnen.
Text mit Bibelstellen

Ich fande den folgenden Beitrag zum Thema Heiligung gut.
Schneider, Johannes - Kennzeichnung echter Heiligung
Wirklich geheiligte Menschen sind natürliche Menschen, Es ist nichts bei ihnen zu spüren von der unnüchternen salbungsvollen Art, die man so oft bei gesetzlichen Heiligen spürt und von denen etwas Bedrückendes und Beängstigendes ausgeht auf ihre Umgebung. Im Gegenteil. Es ist einem wohl bei ihnen. Es geht etwas Befreiendes und Anziehendes von ihnen aus, eine gesunde, warme, herzerquickende Freudenkraft. Jesus lebt in ihnen. Seine Freude erfüllt sie und strömt von ihnen aus. Bei wahrhaft geheiligten Menschen ist es auch den Kindern wohl, weil sie ein feines Gespür haben für echte, gesunde Natürlichkeit. Darum werden wir am Besten auf die Jugend wirken können, wenn wir wahrhaft geheiligte Persönlichkeiten werden.

Geheiligte Christen sind ferner bescheidene Menschen. Wer treu in der Heiligung wandelt, tritt immer tiefer hinein in den Lichtkreis der Heiligkeit Jesu. Er erkennt dadurch immer klarer sein eigenes Wesen, sein Naturelend, seine natürliche Grundverdorbenheit, seine Befähigung zu allem Schlechten. Er weiß, daß seine Erlösung lauter Gnade ist, und das macht ihn bescheiden und demütig im Urteil über andere. Er verlernt das Steinwerfen und das Splitterausziehen. Und statt des früheren Richtgeistes erfüllt eine herrliche Barmherzigkeit und Retterliebe sein Herz zu all denen, die Jesus Christus noch nicht kennen.

Und endlich sind geheiligte Christen auch weitherzige Menschen. Der Heilige Geist löst die Seele aus der Knechtschaft der Selbstsucht, aus dem kleinlichen, engen, häßlichen Ichwesen, das so oft noch unseren brüderlichen Verkehr und unsere Arbeitsgemeinschaft hemmt. Er bringt Ewigkeitsweite ins Herz hinein. Er öffnet den Geheiligten den Blick für das Ganze und das Große des Reiches Gottes und macht sie zu Reichsgottesmenschen, die nur noch von einer Leidenschaft durchglüht sind: „Dein Reich komme!“
So wird das wiedergeborene Gotteskind durch das Wirken des Heiligen Geistes ein schöner Mensch, weil die Schönheit Jesu mehr und mehr in ihm zur Ausgestaltung kommt. Schönheit aber übt immer eine Anziehungskraft aus. Darum ist Heiligung des Lebens der beste, ja der einzige Weg, ein fruchtbarer Zeuge Jesu Christi zu werden in dieser Welt.
Quelle
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Beitragvon Christine » 11.12.2011 14:08

Joschie hat geschrieben:Antinomismus = gegen das Gesetz
Es gibt unterschiedliche Typen des Antinomismus, aber allen gemeinsam ist die Ablehnung der 10 Gebote als unsere Richtschnur für das Leben. Extreme Antinomisten lehren nicht nur gegen die 10 Gebote, sie treten oft auch praktisch für gesetzloses Leben ein. Wir haben es heute meistens mit gemäßigten Antinomisten zu tun. Diese treten zwar nicht für ein
gesetzloses Leben ein, lehnen aber doch die 10 Gebote praktisch ab.
Es stellt sich die Frage, warum das alttestamentarische Gesetz in seiner Gesamtheit keine Gültigkeit mehr hat für Christen oder ob es doch in Teilen Gültigkeit hat und welche Teile des Gesetzes sind diese es dann genau? Was genau beinhaltet das alttestamentarische Gesetz ?
Ich möchte noch mal vorausschicken, dass ich keine Ahnung habe, was Antinomismus kirchengeschichtlich bedeutet.

Aber da es nun mal darum geht, würde ich schon gerne wissen, ob du, Joschie das Gesetz Mose als gültig siehst. Das Gesetz Mose ist ja ein Ganzes, das kann man nicht in kleine Stück schneiden und das eine für gültig und das andere für ungültig erklären. Auch Jesus nennt zum Beispiel eins der sogenannten "10 Gebote" in einem Atemzug mit einem anderen Gesetz Mose. Da gibt es keine mögliche biblisch Einteilung. Die vielen unterschiedlichen Einteilungenen sind reines Menschenwerk.
Denn Gott hat geboten und gesagt: »Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren!« und: »Wer Vater oder Mutter flucht, der soll des Todes sterben!«
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Überwinden

Beitragvon Jose » 11.12.2011 14:29

Der Begriff »bekennen« bedeutet,das Gleiche über die Sünde zu sagen wie Gott, seine Sichtweise über die Sünde zu teilen. Das Bekennen von Sünde kennzeichnet echte Christen, die Gott beständig reinigt (vgl. 1,7). Statt dem Bekennen jeder einzelnen Sünde meint Johannes hier vor allem das wiederholte Erkennen und Anerkennen, dass man ein Sünder ist, der Reinigung und Vergebung benötigt (Eph 4,32; Kol 2,13).
Danke für das Zitat, Joschie. Dem kann ich zustimmen, so wie ich es lese und verstehe, weiß ich doch zu gut, wir wenig Sieg in meinem Leben noch zu sehen ist.

Und dennoch, die Meinung vieler Gläubigen, die du in dem Satz erwähnt hast, dass wir täglich sündigen, sehe ich nicht ganz im Einklang mit der Bibel. Du hast geschrieben:
Joschie hat geschrieben:Es hat noch kein Mensch die Vollkommenheit erreicht und wird sie auch nicht erreichen! Der Grund dafür ist recht simpel, weil auch der aus Gnaden errettete Mensch, jeden Tag sündigt und die Sünde ist mit der Heiligkeit Gottes unvereinbar
Was das "tägliche sündigen" anbetrifft, und dazu zähle ich auch die unerkannten Sünden, so lehrte uns Jesus im so genannten Vaterunser zu beten: "und führe uns nicht in Versuchung, sondern rette uns von dem Bösen!" Mt 6,13. Ich verstehe dieses Wort so, dass Gott uns auch davor bewahren will, in Sünde zu fallen.

Wie hoch sind Gottesziele mit Seinen Kindern: "Gott aber sei Dank, der uns allezeit im Triumphzug umherführt in Christus und den Geruch seiner Erkenntnis an jedem Ort durch uns offenbart!" 2.Kor 2,14, und wie wenig ist davon zu sehen. Wie ernst zu nehmen ist doch diese Ermahnung: "Ich sage aber: Wandelt im Geist, und ihr werdet die Begierde des Fleisches nicht erfüllen. Denn das Fleisch begehrt gegen den Geist auf, der Geist aber gegen das Fleisch; denn diese sind einander entgegengesetzt, damit ihr nicht das tut, was ihr wollt" Gal 5,16-17. Ist das nicht unsere Erfahrung, dass wir andauernd in der Auseinandersetzung zwischen Licht und Finsternis uns befinden, im Kampf zwischen der alten Natur und der neuen Schöpfung stehen? Dabei sündigen wir leider oft.

Sollte ich nun etwa sagen, schaffe ich eben nicht? Sollte ich nicht lieber über mein Versagen Buße tun und Gott von Herzen bitten: "Vater, hilf mir, im Geist zu wandeln und ein Überwinderleben zu führen!" Das bedeutet nicht, dass ich je werde sündlos leben können, sondern dass ich Gott vertraue, dass ER, nachdem ER mich in Jesus Christus von meinen Sünden losgekauft hat, auch zu bewahren vermag. Nicht in meiner Kraft, sondern in Seiner Gnade.

Johannes schreibt: "Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt; und dies ist der Sieg, der die Welt überwunden hat: unser Glaube" 1.Joh 5,4. Das ist gar nicht so einfach umzusetzen. Auch lesen wir im gleichen Brief: "Kinder, ich schreibe euch dies, damit ihr nicht sündigt; und wenn jemand sündigt - wir haben einen Beistand bei dem Vater: Jesus Christus, den Gerechten" 1.Joh 2,1. Für mich geben diese Worte das Ziel vor und die Erwartung Gottes an uns. Wie tröstlich ist es aber zu wissen, dass Gott auch unsere Schwachheit kennt und wir auch hier den "Fürsprecher" haben.

Gruß, José

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Antinomismus

Beitragvon Jose » 11.12.2011 15:20

Antinomismus
[griechisch] der, -, die grundsätzliche Gegnerschaft zu Gesetz und Gesetzlichkeit, die sich auch in anarchistischer Ablehnung der gesetzgeberischen Autorität des Staates ausdrücken kann. In frühchristlicher Zeit war Antinomismus die Verneinung der Geltung des alttestamentlichen Gesetzes für Christen, später auch des neutestamentlichen Sittengesetzes durch die Gnosis.
Quelle: BROCKHAUS
Es gibt somit wohl zwei konkrete Anwendungen des "Antinomismus" in der Kirchengeschichte".

Welche Bedeutung des "Antinomismus" ist im Eingangsbeitrag und überhaupt in diesem Thema gemeint?
Joschie hat geschrieben:Es gibt zwei extreme Positionen, die immer wieder in der Kirchengeschichte auftauchen, das Eine ist der Antinomismus und das Andere ist der Perfektionismus, beide Positionen hatten verheerende Auswirkungen in den Gemeinden.
José

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Beitragvon Joschie » 12.12.2011 20:36

Christin hat geschrieben:Aber da es nun mal darum geht, würde ich schon gerne wissen, ob du, Joschie das Gesetz Mose als gültig siehst. Das Gesetz Mose ist ja ein Ganzes, das kann man nicht in kleine Stück schneiden und das eine für gültig und das andere für ungültig erklären.
Christin, was verstehst du genau unter dem Gesetz Mose?Ich halte hier eine genaue Definition für wichtig, damit wir nicht aneinander vorbei reden.
Auch Jesus nennt zum Beispiel eins der sogenannten "10 Gebote" in einem Atemzug mit einem anderen Gesetz Mose. Da gibt es keine mögliche biblisch Einteilung. Die vielen unterschiedlichen Einteilungenen sind reines Menschenwerk.
Sind nach deinem Verständnis nur die Gesetze gültig, die im Neuen Testament genannt werden?Es stimmt, die verschiedenen Unterteilungen sind Menschenwerk und sind als Hilfe zum Verständnis des Gesetzes gedacht.Genau so sind Bibelübersetzungen, die Angaben von Parallelstellen in der Bibel und die Überschriften über die verschiedenen Bibelabschnitte, Menschenwerk.Nicht zu vergessen Konkordanzen, Synopsen, Wörterbücher und Bibellexikas sind wie du es nennst Menschenwerk, diese sind Hilfsmittel die uns beim Bibelstudium helfen. Wo liegt da das Problem, diese Dinge zu benutzen?
Gruß Joschie
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Beitragvon Joschie » 12.12.2011 20:39

Jose hat geschrieben:
Antinomismus
[griechisch] der, -, die grundsätzliche Gegnerschaft zu Gesetz und Gesetzlichkeit, die sich auch in anarchistischer Ablehnung der gesetzgeberischen Autorität des Staates ausdrücken kann. In frühchristlicher Zeit war Antinomismus die Verneinung der Geltung des alttestamentlichen Gesetzes für Christen, später auch des neutestamentlichen Sittengesetzes durch die Gnosis.
Quelle: BROCKHAUS
Es gibt somit wohl zwei konkrete Anwendungen des "Antinomismus" in der Kirchengeschichte".

Welche Bedeutung des "Antinomismus" ist im Eingangsbeitrag und überhaupt in diesem Thema gemeint?
Joschie hat geschrieben:Es gibt zwei extreme Positionen, die immer wieder in der Kirchengeschichte auftauchen, das Eine ist der Antinomismus und das Andere ist der Perfektionismus, beide Positionen hatten verheerende Auswirkungen in den Gemeinden.
In meinem Eingangsbeitrag bin ich ja auf den Begriff Perfektionismus eingegangen, der Antinomismus ist das genaue Gegenteil.Es gibt ja den Spruch, man kann von zwei Seiten vom Pferd fallen und genau dieses ist hier der Fall.Im Verlauf der Kirchengeschichte kann man gut beobachten, wie es mal das eine Extrem und danach das andere Extrem gab, faktisch wie ein Pendelschlag.Der Perfektionismus und der Antinomismus hat viele verschiedene, ich nenne es, Spielarten.Zum Perfektionismus gehört nach meiner Meinung auch die verschiedenen Arten der Gesetzlichkeit.Der Antinomismus leugnet die Gültigkeit der 10 Gebote.Es gibt auch Richtungen, die alle Weisungen Gottes aus dem Alten Testament als nicht gültig ansehen. Es wird auch von manchen die Ansicht vertreten, dass die Bergpredigt für die Gemeinde nicht gültig ist. Dieses hat natürlich Auswirkungen auf unsere "Ethik" die wir vertreten.
Gruß Joschie
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Beitragvon Christine » 13.12.2011 13:31

Joschie hat geschrieben: Christin, was verstehst du genau unter dem Gesetz Mose?Ich halte hier eine genaue Definition für wichtig, damit wir nicht aneinander vorbei reden.
Das, was die Bibel darunter versteht.

Mose hat dieses Gesetz auf dem Berg Sinai von Gott bekommen.
Es wurde mit Blut eingeweiht und umfasst nach gängiger Zählung 613 unterschiedlicher Gebote. Die sogenannten 10 Gebote sind dabei eingeschlossen. Hierbei gibt es auch andere Zählweisen, darüber will ich nicht streiten.

siehe dazu 2. bis 5. Buch Mose, sowie unter anderem Stellen wie:
Hebräer 9,18-20
Johannes 1,17
Nehemia 9,14
Josua 1,7 und viele viele mehr.

Eine andere Definition von dem Gesetz Mose ist mir unbekannt. Auch Jesus benutzte diesen biblischen Begriff. Johannes 7,19


Sind nach deinem Verständnis nur die Gesetze gültig, die im Neuen Testament genannt werden?Es stimmt, die verschiedenen Unterteilungen sind Menschenwerk und sind als Hilfe zum Verständnis des Gesetzes gedacht.Genau so sind Bibelübersetzungen, die Angaben von Parallelstellen in der Bibel und die Überschriften über die verschiedenen Bibelabschnitte, Menschenwerk.Nicht zu vergessen Konkordanzen, Synopsen, Wörterbücher und Bibellexikas sind wie du es nennst Menschenwerk, diese sind Hilfsmittel die uns beim Bibelstudium helfen. Wo liegt da das Problem, diese Dinge zu benutzen?
Du kannst gerne das Gesetz Mose in unterschiedliche Kategorien einteilen, wenn es dir hilft.
Nur kannst du keinesfalls die eine Kategorie für gültig und die andere für ungültig erklären.
Das geht nicht. Dazu hat kein Mensch die Berechtigung.
Darum heißt es in Jakobus 2,10, dass wer das ganze Gesetz hält, und nur in einem strauchelt, der ist aller Gebote schuldig geworden.

Glaubst du denn, dass die 10 Gebote vom Sinai für Christen gelten?
Wenn ja, hältst du also den Sabbath?

Gruß Christine

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Beitragvon Jörg » 14.12.2011 06:50

Gibt uns nicht Apostelgeschichte 15 (Apostelkonzil) eine Antwort auf die Frage, welche Gesetze des Alten Testamentes für uns Christen bindend sind?!

Lieben Gruß

Jörg
Es muß alles erst einmal an Gott vorüber, bevor es mich treffen kann. (Helmut Thielicke)

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Beitragvon Gast » 14.12.2011 07:11

Joschie hat geschrieben:Es stellt sich die Frage, warum das alttestamentarische Gesetz in seiner Gesamtheit keine Gültigkeit mehr hat für Christen oder ob es doch in Teilen Gültigkeit hat und welche Teile des Gesetzes sind diese es dann genau? Was genau beinhaltet das alttestamentarische Gesetz ?
Die AT Gesetze sind dem Menschen gegeben, dass er sich als Sünder erkennt weil er nie alle einhalten könnte.
IN Jesus und nur in IHM, ist der Mensch kein Sünder mehr und ist frei vom Gesetz.

Lehnt der Mensch die Gesetze ab, lehnt er Gottes Ordnung und Ratschluss ab. Er erkennt Gottes Gerechtigkeit nicht an ( was Ungehorsam und Sünde ist) und wird selbstgerecht und erkennt sich nicht mehr als Sünder. (Antinomismus?)

Erkennt der Mensch sich nicht mehr als Sünder, sucht er Jesus auch nicht mehr als Erlöser und "Erfüller des Gesetzes" und um in IHM zu bleiben. Und versucht, durch eigene Werke gerecht zu werden. (Perfektionismus?)

Für Christen gilt, Gottes Gerechtigkeit in seinen Gesetzen anzuerkennen, doch auch zu wissen, dass wir in/durch Jesus Christus vom Gesetz befreit sind, da wir in IHM keine Sünder mehr sind.

Die Wechselbeziehung zwischen Gesetz und Sünde ist in Jesus aufgehoben.
In Jesus sind wir sündlos und bedürfen keiner Gesetze mehr.
Doch ihre Gültigkeit bleibt bestehen.

Für mich gilt, die Gesetze anzuerkennen, doch ihrer befreit zu sein, solange ich täglich in der Erkenntnis meiner sündigen Natur ( Erbe v.Adam u.Eva) zu Jesus ans Kreuz (was ER für uns vollbracht hat) zu kommen.
Gruß, Doris
Ps: ich halte es sehr wichtig, Gottes Ratschluss anzuerkennen, denn darauf baut sich alles auf

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Peter01
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Der Sinn des Gesetzes

Beitragvon Peter01 » 14.12.2011 12:55

Hallo zusammen,

so wie Joschie schon sagte, darf man bei der Gesetzesbetrachtung weder ins Antinomismus, noch ins Nomismus verfallen. Wenn ich dich richtig verstanden habe Martha, kann ich sagen, dass deine Sichtweise im Bezug auf das Gesetz biblisch ist. Ich möchte in folgendem den Sinn der Gesetzgebung und den Sichtpunkt aus dem Stand der Gnade betreffs des Gesetzes zusammenfassen:

Wozu diente das Gesetz:
1. Zur Offenbarung der Sünde: Röm 3,20: „weil aus Gesetzeswerken kein Fleisch vor ihm gerechtfertigt werden kann; denn durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde.“ (vgl. auch Röm. 7,7; Gal 2,16; Gal 3,19)

2. Damit die Gnade überschwänglicher wird: Röm 5,20: „Das Gesetz aber ist daneben hereingekommen, damit das Maß der Übertretung voll würde. Wo aber das Maß der Sünde voll geworden ist, da ist die Gnade überströmend geworden,“

3. Das Gesetz war der Lehrmeister: Gal 3,24: „So ist also das Gesetz unser Lehrmeister geworden auf Christus hin, damit wir aus Glauben gerechtfertigt würden.“

Im neuen Bund ist ein Kind Gottes nicht mehr unter dem Gesetz: Gal 3,25: „Nachdem aber der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Lehrmeister;“

Im Stand der Gnade gilt: Unterwerfe dich nicht wieder dem Gesetz: Gal 4,9-10: „Nun aber, da ihr Gott erkannt habt, ja vielmehr von Gott erkannt seid, wieso wendet ihr euch wiederum den schwachen und armseligen Grundsätzen zu, denen ihr von neuem dienen wollt? Ihr beachtet Tage und Monate und Zeiten und Jahre.“

Gal 5,1: „So steht nun fest in der Freiheit, zu der uns Christus befreit hat, und laßt euch nicht wieder in ein Joch der Knechtschaft spannen!“

Soll das jetzt heißen, dass man als Kind Gottes sündigen und völlig gesetzlos sein kann? Keineswegs: Dazu sagt Paulus: Röm 6,1-2: „Was wollen wir nun sagen? Sollen wir in der Sünde verharren, damit das Maß der Gnade voll werde? Das sei ferne! Wie sollten wir, die wir der Sünde gestorben sind, noch in ihr leben?“

Röm 6,15-18: „Wie nun? Sollen wir sündigen, weil wir nicht unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade sind? Das sei ferne! Wisst ihr nicht: Wem ihr euch als Sklave hingebt, um ihm zu gehorchen, dessen Sklaven seid ihr und müsst ihm gehorchen, es sei der Sünde zum Tode, oder dem Gehorsam zur Gerechtigkeit? Gott aber sei Dank, dass ihr Sklaven der Sünde gewesen, nun aber von Herzen gehorsam geworden seid dem Vorbild der Lehre, dem ihr euch übergeben habt. Nachdem ihr aber von der Sünde befreit wurdet, seid ihr der Gerechtigkeit dienstbar geworden.“

Das bedeutet: Der wiedergeborene Christ, hat eine neue Natur –nicht mehr die verderbliche [was nicht heißen soll, dass er vollkommen ist, jedoch wurde seine Haltung zur Sünde geändert. Er hasst Sünde und möchte sie nicht vollbringen (vgl. Röm 7,19)], zu der man immer und immer wieder sagen muss: Tu dies und tu das nicht, sondern er ist seiner neuen Natur ein Diener Gottes geworden. Warum? Weil Gott ihm ein neues Herz gegeben hat: Hes 36,26-27: „Und ich will euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer Inneres legen; ich will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben; ja, ich will meinen Geist in euer Inneres legen und werde bewirken, dass ihr in meinen Satzungen wandelt und meine Rechtsbestimmungen befolgt und tut.“

Beispiel: Einem gehorsamen Kind muss man nicht mehr sagen, dass er z.B. das Zimmer aufräumen muss. Er räumt sein Zimmer auf, weil er seine Eltern liebt und nach ihren Ordnungen leben möchte. Das heißt nicht, dass er nun perfekt ist und sein Zimmer immer aufgeräumt ist. Vielleicht strauchelt er wieder, aber seine Haltung ist eine ganz andere, als bei einem rebellischen Kind, der es hasst sein Zimmer aufzuräumen (ein schwaches Beispiel aber vielleicht etwas hilfreich).

Einem Gerechten ist kein Gesetz auferlegt: 1Tim 1,8-9a: „Wir wissen aber, dass das Gesetz gut ist, wenn man es gesetzmäßig anwendet und berücksichtigt, dass einem Gerechten kein Gesetz auferlegt ist“

Gilt das Gesetz nun etwas nicht mehr? Das Gesetz ist in dem Sinne noch gültig, weil Gott seine Haltung zur Sünde nicht verändert hat. Ehebruch, vorsätzlicher Mord oder andere Verbrechen bleiben für ihn ein Gräuel und die Menschen, die in dieser oder anderer Sünde sind, werden zur Verantwortung gezogen und bestraft werden. Das Gesetz gilt nicht, wenn man dadurch gerechtfertigt werden möchte. Ein Kind Gottes ist nicht vollkommen und ohne jede Sünde, aber seine Haltung zur Sünde wurde verändert. Er strebt danach die Gebote Gottes zu erfüllen: 1Joh 3,6.9: „Wer in Ihm (Christus) bleibt, sündigt nicht; Keiner, der aus Gott geboren ist, tut Sünde; denn Sein Same bleibt in ihm, und er kann nicht sündigen, weil er aus Gott geboren ist.“ – Im Gegensatz dazu, ist derjenige ein Kind des Teufels, der an der Sünde festhält: 1Joh 3,7: „Wer die Sünde tut, der ist vom Teufel“

Der Geist bewirkt in dem Gläubigen die Heiligung, so dass er nach und nach eine Sünde nach der anderen lässt. Er wird zwar erst in der Auferstehung vollkommen gemacht und in das Bild Christi verwandelt werden, doch wird er schon im Leben in der Heiligkeit wachsen.

Ist das Einhalten von bestimmten Tagen nicht trotzdem etwas Harmloses? Keineswegs!!! Wer z.B. den Sabbat einhält, kehrt zum Gesetz zurück und macht –wenn auch unbewusst- die Einhaltung des Sabbats als Voraussetzung für die Errettung. Somit fällt er aus der Gnade und versucht mit Gesetzeswerken vor Gott zu bestehen. Weil er dies aber niemals tun kann, wird das Urteil Gottes entsprechend ausfallen: Gal 5,4: „Ihr seid losgetrennt von Christus, die ihr durchs Gesetz gerecht werden wollt, ihr seid aus der Gnade gefallen. “

Gruß

Peter

Christine
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Beitragvon Christine » 14.12.2011 14:27

Hallo Peter,

mit dem "Nomismus" kommt nun noch ein neuer Begriff hier mit hinein, obwohl nicht mal geklärt ist, was der Antinomismus denn nun ist.

Vielleicht können wir daher diese theologischen Begriffe und Strömungen einfach mal bei Seite lassen und darüber sprechen, was die Bibel uns über das Gesetz sagt.

Es ist wichtig festzuhalten, wie du und Doris sagen, dass das Gesetz nur für Gesetzlose bestimmt ist. Aber das heißt eben nicht, dass Christen weil sie durch Jesu Gerechtigkeit vor Gott haben, ohne Gesetz wären.
Paulus erklärt, dass auch Christen unter einem Gesetz stehen, und zwar vor Gott!
— obwohl ich vor Gott nicht ohne Gesetz bin, sondern Christus gesetzmäßig unterworfen —
2.Korinther 9,21, Schlachter 2000
Es gibt also ein gültiges Gesetz für einen Christen, auch wenn er in Christus Gerechtigkeit erlangt hat, weswegen ihn die Bibel dennoch nicht zu einem "Sündlosen" erklärt.

Dieses Gesetz, unter dem wir stehen, ist nicht das Gesetz Mose, und zwar in keinen einzigen Punkt, das ist meine Überzeugung. Denn das Gesetz Mose ist gekennzeichnet durch:
-Einheit, es ist unteilbar
-es galt dem Volk Israel
-sein Zweck ist erfüllt

Durch den Tod Jesu ist das ganze mosaische Gesetz außer Kraft. Es hat keine Autorität mehr, Christus ist das Gesetztes Ende und Ziel. nach Römer 10,4
Das Gesetz ist aufgehoben, seiner Schwachheit und Nutzlosigkeit wegen. nach Hebärer 7,18

Es wird in der Bibel nur als etwas Hinzugefügtes gesehen, als etwas Vorübergehendes bis "der Same käme".
Wozu nun das Gesetz? Der Übertretungen wegen wurde es hinzugefügt, bis der Same käme, dem die Verheißung gilt, und es ist durch Engel übermittelt worden in die Hand eines Mittlers.
Galater3,19; Schlachter
Sogar von den 10 Geboten, das sind die in Stein gegrabenen Buchstaben, wird im 2. Korintherbrief gesagt, dass sie weggetan werden (griechisch katargeo; = völlig außer Kraft und Wirksamkeit setzen).
Es lohnt sich diese Bibelstelle sehr sorgfältig zu lesen:
Wenn aber der Dienst des Todes, mit Buchstaben in Steine eingegraben, in Herrlichkeit begann, so daß die Söhne Israels das Angesicht Moses' nicht unverwandt anschauen konnten wegen der Herrlichkeit seines Angesichts, die hinweggetan werden sollte, wie wird nicht vielmehr der Dienst des Geistes in Herrlichkeit bestehen? Denn wenn der Dienst der Verdammnis Herrlichkeit ist,h so ist vielmehr der Dienst der Gerechtigkeit überströmend in Herrlichkeit. 10Denn auch das Verherrlichte ist nicht in dieser Beziehung verherrlicht worden, wegen der überschwenglichen Herrlichkeit. 11Denn wenn das, was hinweggetan werden sollte, mit Herrlichkeit eingeführt wurde, wieviel mehr wird das Bleibende in Herrlichkeit bestehen!
2.Korinther 3,7-11
Das heißt nicht, dass das Gesetz Mose überhaupt keine Funktion mehr hat. Nein, es kann dazu dienen, dass Menschen von ihrer Sündhaftigkeit überführt werden und es weist auf den Erlöser hin. Ob Menschen also die Bergpredigt lesen oder in den Büchern Mose, sie können daran erkennen, dass sie selbst Sünder sind, Gott aber gerecht. Denn selbstverständlich sind sich die NT-Gebote und das Gesetz Mose in vielem ähnlich, denn Gott ändert sich nicht.
Mord, Ehebruch, Diebstahl, Lügen und so weiter sind immer Sünde.

Andererseits gibt es auch viele Unterschiede.
Im Gesetz Mose gab es zum Beispiel sehr detaillierte Speise- und Kleidergebote. Und viele Gebote, bestimmte Tage zu halten.
Dazu gibt es keine Entsprechungen (außer dem Blutverbot) im NT.




Jörg hat geschrieben:Gibt uns nicht Apostelgeschichte 15 (Apostelkonzil) eine Antwort auf die Frage, welche Gesetze des Alten Testamentes für uns Christen bindend sind?!
Ja, sehe ich auch so. Dort gab es auch schon den Streit, ob das Gesetz Mose noch gültig ist oder nicht. Und bereits dort wurde diese Frage verneint, doch bis heute herrscht darüber viele Unsicherheit.

Grüße Christine

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Peter01
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Beitragvon Peter01 » 14.12.2011 15:35

Christine hat geschrieben:Es ist wichtig festzuhalten, wie du und Doris sagen, dass das Gesetz nur für Gesetzlose bestimmt ist. Aber das heißt eben nicht, dass Christen weil sie durch Jesu Gerechtigkeit vor Gott haben, ohne Gesetz wären.
Paulus erklärt, dass auch Christen unter einem Gesetz stehen, und zwar vor Gott!
Bitte beachte: Ich habe nicht gesagt, dass Christen ohne Gesetz sind. Im Gegenteil: Sie strecken ihr Leben nach den Geboten Gottes aus. Doch sie sind nicht unter dem Gesetz im Sinne von: "nur wenn du dies tust und jenes läßt, wirst du gerettet werden". Sie Bringen Werke, aber nicht als Voraussetzung für die errettung, sondern als Zeichen und Folge ihrer Wiedergeburt.

Gruß

Peter

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Joschie
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Beitragvon Joschie » 14.12.2011 19:37

Christine hat geschrieben:
Joschie hat geschrieben: Christin, was verstehst du genau unter dem Gesetz Mose?Ich halte hier eine genaue Definition für wichtig, damit wir nicht aneinander vorbei reden.
Das, was die Bibel darunter versteht.
Mose hat dieses Gesetz auf dem Berg Sinai von Gott bekommen.
Es wurde mit Blut eingeweiht und umfasst nach gängiger Zählung 613 unterschiedlicher Gebote. Die sogenannten 10 Gebote sind dabei eingeschlossen. Hierbei gibt es auch andere Zählweisen, darüber will ich nicht streiten.
siehe dazu 2. bis 5. Buch Mose, sowie unter anderem Stellen wie:
Hebräer 9,18-20
Johannes 1,17
Nehemia 9,14
Josua 1,7 und viele viele mehr.
Hebräer 9,18-20 18Daher ist auch der erste Bund nicht ohne Blut eingeweiht worden. 19 Denn als jedes Gebot nach dem Gesetz von Mose dem ganzen Volk mitgeteilt war, nahm er das Blut der Kälber und Böcke mit Wasser und Purpurwolle und Ysop und besprengte sowohl das Buch selbst als auch das ganze Volk 20 und sprach: "Dies ist das Blut des Bundes, den Gott für euch geboten hat."
Johannes 1,17 Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben; die Gnade und die Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden.
Nehemia 9,14 Und deinen heiligen Sabbat hast du ihnen verkündet und hast ihnen Gebote und Ordnungen und ein Gesetz geboten durch deinen Knecht Mose.
Josua 1,7 Nur sei recht stark und mutig, dass du darauf achtest, nach dem ganzen Gesetz zu handeln, das mein Knecht Mose dir geboten hat! Weiche nicht davon ab, weder zur Rechten noch zur Linken, damit du überall Erfolg hast, wo immer du gehst!
Johannes 7,19 Hat nicht Mose euch das Gesetz gegeben? Und keiner von euch tut das Gesetz. Was sucht ihr mich zu töten?

@Christine du hast ja geschrieben "Das, was die Bibel darunter versteht" Bei diesen von dir genannten Bibelstellen steht immer das Gesetz Mose, es wird noch der Sabbath genannt.Das Gesetz Mose wird ja bei diesen Bibelstellen als Sammelbegriff benutz, es stellt sich für mich immer noch die Frage was beinhaltet nun genau für dich das Gesetz Mose.
Christine hat geschrieben:Du kannst gerne das Gesetz Mose in unterschiedliche Kategorien einteilen, wenn es dir hilft.
Nur kannst du keinesfalls die eine Kategorie für gültig und die andere für ungültig erklären.
Das geht nicht. Dazu hat kein Mensch die Berechtigung.
Darum heißt es in Jakobus 2,10, dass wer das ganze Gesetz hält, und nur in einem strauchelt, der ist aller Gebote schuldig geworden.

Glaubst du denn, dass die 10 Gebote vom Sinai für Christen gelten?
Wenn ja, hältst du also den Sabbath?
Das Wesen und der Inhalt des Mosaischen Gesetzes
Es ist üblich, das Mosaische Gesetz, wie unten dargestellt, in drei Teile zu unterteilen, aber obgleich dies für die Analyse und das Studium des Mosaischen Gesetzes und die Art und Weise, wie es funktioniert, hilfreich ist, wird eine solche Unterteilung in der Heiligen Schrift nie erwähnt.
-Teil 1: Das Moralgesetz oder die Zehn Gebote. Dieser Teil des Gesetzes regelte das moralische Leben und leitete Israel in ihrer Beziehung zu Gott und den Menschen in den Prinzipien von richtig und falsch (2Mo 20,1-17).
-Teil 2: Die Satzungen oder das Justizialgesetz. Dieser Teil des Gesetzes regierte Israel in ihrem weltlichen, gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichem Leben (2Mo 21,1-23,13).
-Teil 3: Die Verordnungen oder das Zeremonialgesetz. Dies war der religiöse Teil des Gesetzes, welches Israel leitete und für ihren Gottesdienst, ihre geistliche Beziehung und Gemeinschaft mit Gott ausstattete. Es umfasste die Priesterschaft, die Stiftshütte und die Opfer (2Mo 25-31; 3Mo).

Das Zeremonialgesetz hat seine Bedeutung verloren durch den Kreuzestod und die Auferstehung von Jesus Christus.
Beispiele für das Ende der äußeren Durchführung des Zeremonialgesetzes im Neuen Testament
Hebr 7,12+18-19: "Denn wenn das Priestertum geändert wird, so findet notwendig auch eine Änderung des Gesetzes statt. ... Denn das vorhergehende Gebot wird zwar seiner Schwachheit und Nutzlosigkeit wegen aufgehoben, denn das Gesetz hat nichts zur Vollendung gebracht -, eingeführt aber eine bessere Hoffnung, durch die wir Gott nahen".
Hebr 9,9-10 : "Dies ist ein Gleichnis für die gegenwärtige Zeit, nach dem sowohl Gaben als auch Schlachtopfer dargebracht werden, die im Gewissen den nicht vollkommen machen können, der den Gottesdienst ausübt. Es sind nur Speisen und Getränke und verschiedene Waschungen, Satzungen des Fleisches, die bis auf die Zeit einer rechten Ordnung auferlegt wurden."
Hebr 7,16 spricht von "äußerlichen Geboten".
Kol 2,16-17: "So richte euch nun niemand wegen einer Speise oder eines Getränkes oder wegen eines Festes oder Neumondes oder Sabbats, die ein Schatten der künftigen Dinge sind, der Körper aber [der den Schatten vorausgeworfen hat] ist [der] des Christus."

Der Tempel in Jerusalem wurde 70 n.Chr. von Titus zerstört und nach der Niederschlagung des Bar Kochba Aufstands um (135 n.Chr.) wird die jüdische Bevölkerung durch die Römer aus Jerusalem ganz vertrieben.
Das Zeremonialgesetz hatte seine Bedeutung verloren, haben dadurch gleichseitig das Moralgesetz und das Justizialgesetz ihre Bedeutungen verloren?
Gruß Joschie
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

Jose
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Gesetz und Gnade

Beitragvon Jose » 14.12.2011 21:48

Joschie hat geschrieben:Es gibt ja den Spruch, man kann von zwei Seiten vom Pferd fallen und genau dieses ist hier der Fall.Im Verlauf der Kirchengeschichte kann man gut beobachten, wie es mal das eine Extrem und danach das andere Extrem gab, faktisch wie ein Pendelschlag.
Wie ein Pendelschlag? Du meinst sicherlich, wenn man sich über Jahrhunderte hinweg die verschiedenen Entwicklungen betrachtet. Das stimmt leider, aber wir alle befinden uns in dieser Gefahr. Deswegen ist es so wichtig, aufrichtig vor Jesus zu knien um ernstlich um die Leitung des Heiligen Geistes zu bitten.

Was den Verlauf der Kirchengeschichte anbetrifft, so begegnen mir immer wieder Schilderungen und ich beschäftige mich auch gerne ab und zu damit. Aber mir fällt dabei auf, dass vieles aus der Sicht des Betrachters beschrieben wird, d.h. von der "Seite des Pferdes" auf der man sich selber befindet. Gott schenke uns Gnade, damit wir mehr und mehr dahin kommen, "aufrecht" auf dem "Pferd" zu sitzen und solche sind, die das Wort der Wahrheit in gerader Richtung schneiden (2.Tim 2,15).

Jörg hat geschrieben:Gibt uns nicht Apostelgeschichte 15 (Apostelkonzil) eine Antwort auf die Frage, welche Gesetze des Alten Testamentes für uns Christen bindend sind?!
Es zeigt uns zunächst, wie schwer es auch für gläubige Juden war, von dem Gesetz wegzukommen, wenn wir lesen: "Und einige kamen von Judäa herab und lehrten die Brüder: Wenn ihr nicht beschnitten worden seid nach der Weise Moses, so könnt ihr nicht gerettet werden" Apg 15,1. Es waren solche, die zur Gemeinde gehörten.

Der Beschluss des Apostelkonzils lautete: "Denn es hat dem Heiligen Geist und uns gut geschienen, keine größere Last auf euch zu legen als diese notwendigen Stücke: euch zu enthalten von Götzenopfern und von Blut und von Ersticktem und von Unzucht" Apg 15,28-29. Für uns als Gläubige aus den Nationen dürfte hier besonders die Anweisung wichtig sein, uns vom Blut zu enthalten (also z.B. keine Blutwurst essen). Sich von Unzucht zu enthalten sollte selbstverständlich sein und aus dem Wort ersichtlich, war es aber wohl damals noch nicht, vermutlich im Zusammenhang mit der Praxis der Entlassung der Frau und sich eine andere Frau zu nehmen.

Wenn ich über das Gesetz nachdenke, dann sind mir besonders die folgenden Bibelstellen wichtig:

Das Gesetz währte bis auf Johannes den Täufer:
"Das Gesetz und die Propheten gehen bis auf Johannes; von da an wird die gute Botschaft vom Reich Gottes verkündigt" Lk 16,16.

Jesus hat das Gesetz erfüllt:
"Meint nicht, dass ich gekommen sei, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen" Mt 5,17.

Christus ist des Gesetzes Ende:
"Denn das Endziel des Gesetzes ist Christus, jedem Glaubenden zur Gerechtigkeit" Röm 10,4.

Das Gesetzt war (ist) der Zuchtmeister:
"Also ist das Gesetz unser Zuchtmeister auf Christus hin geworden, damit wir aus Glauben gerechtfertigt würden. Nachdem aber der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter einem Zuchtmeister; denn ihr alle seid Söhne Gottes durch den Glauben in Christus Jesus" Gal 3,24-26.

Durch Christus, Gnade und Wahrheit:
"Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben; die Gnade und die Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden" Joh 1,17.

Unter der Gnade und in der Wahrheit, kommt es aber nun nicht mehr zuerst darauf an, was wir tun, sondern bereits viel früher, nämlich was in unseren Herzen ist, darum sagt Jesus sehr deutlich: "Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Du sollst nicht ehebrechen. Ich aber sage euch, dass jeder, der eine Frau ansieht, sie zu begehren, schon Ehebruch mit ihr begangen hat in seinem Herzen" Mt 5,27-28.

In Christus sind wir neue Kreaturen und ein Tempel des Heiligen Geistes. Wie dankbar dürfen wir sein dass das vorhergehende Gebot aufgehoben wurde seiner Schwachheit und Nutzlosigkeit wegen - denn das Gesetz hat nichts zur Vollendung gebracht -, aber eine bessere Hoffnung eingeführt wurde, durch die wir uns Gott nahen (Hebr 7,18-19).


Die 10 Gebote
Was aber das Gesetz und die 10 Gebote anbetrifft, so lesen wir im Wort Gottes: "Und es fragte einer von ihnen, ein Gesetzesgelehrter, und versuchte ihn und sprach: Lehrer, welches ist das größte Gebot im Gesetz? Er aber sprach zu ihm: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Verstand.« Dies ist das größte und erste Gebot. Das zweite aber ist ihm gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.« An diesen zwei Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten" Mt 22,35-40. Was sagt uns das? Wenn wir diese ersten Gebote erfüllen, dann erfüllen wir die anderen auch, denn wer Gott wirklich so liebt und seinen Nächsten wie sich selbst, hat keine Probleme mit den anderen Geboten. Selbst der Sabbath ist dann kein Problem, denn für uns Christen ist es der Tag des Herrn, nämlich der Sonntag, an dem wir aber auch die Freiheit haben, wenn es sein muss, zu arbeiten und Gutes zu tun, denn "Der Sabbat ist um des Menschen willen geschaffen worden und nicht der Mensch um des Sabbats willen" Mk 2,27.

Als Jesus übrigens zu dem reichen Jüngling sagte:"Wenn du aber ins Leben hineinkommen willst, so halte die Gebote!" Matthäus 19,17, so hat Er ihm dann im Verlauf des Gespräches gezeigt, dass er bereits beim ersten Gebot versagt hatte: "Du sollst keine andern Götter haben neben mir" 2.Mose 20,3

José


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