Was ist Gemeinde Jesu und wer gehört dazu?

Lehrfragen in Theorie und Praxis - also alles von Bibelverständnis über Heilslehre und Gemeindelehre bis Zukunftslehre

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Jose
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Was ist Gemeinde Jesu und wer gehört dazu?

Beitragvon Jose » 11.01.2012 22:05

Was haltet ihr von einem Austausch über das Thema: Was ist Gemeinde Jesu und wer gehört dazu?

Beim Lesen im Neuen Testament erfahren wir von vielen Gemeinden, wenn wir die Briefe beachten. Auch die Sendschreiben in der Offenbarung hatten eindeutige Empfänger. Das zeigt mir persönlich, dass die Gemeinde Jesu sichtbar wird in der lokalen Gemeinde. Hier lässt sich auch ganz konkret praktizieren, was Jesus uns sagt: "Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt" Joh 13,35, obwohl wir selbstverständlich alle Gotteskinder lieben sollen, auch über Gemeindegrenzen hinweg.

Was ist nun Gemeinde Jesu und worauf ist zu achten, nach der Schrift? Da wir hier, die wir uns austauschen, zu verschiedenen Gemeinden oder Versammlungen gehören, bzw. zu einem Hauskreis, dürfte das Thema verschiedene Fragen aufwerfen und es wird mir helfen, andere Ansichten zu verstehen, z.B.: warum viele sich so schwer damit tun, sich einer Gemeinde anzuschließen.

In der Apostelgeschichte lesen wir: "Sie verharrten aber in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft, im Brechen des Brotes und in den Gebeten" Apg 2,42. Später, als an verschiedenen Orten Menschen zum Glauben kamen, lesen wir auch: "Als sie ihnen aber in jeder Gemeinde Älteste gewählt hatten, beteten sie mit Fasten und befahlen sie dem Herrn, an den sie gläubig geworden waren" Apg 14,23. Das zeigt mir, dass in einer Gemeinde auch jemand sein muss, der dafür verantwortlich ist. Denken wir hier auch an die Sendschreiben, die allesamt an die verantwortlichen Leiter der Gemeinde adressiert waren.

Wir haben nun viele unterschiedliche Glaubensrichtungen mit z.T. unterschiedlichen Glaubensbekenntnissen. Das wirkt sich m.W. auch auf das Verständnis über Gemeinde aus. Aber sollten wir nicht danach trachten, dass Gemeinde Jesu in unseren Tagen so ist wie wir es in der Bibel finden? Oder ist es in unserer Zeit nicht mehr möglich?


Herzlichen Gruß,
José

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Joschie
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Beitragvon Joschie » 12.01.2012 19:01

Jose hat geschrieben:Was haltet ihr von einem Austausch über das Thema: Was ist Gemeinde Jesu und wer gehört dazu?
Ich würde das Thema teilen in: "Was ist Gemeinde Jesu" und "Was bedeutet es, Teil einer Gemeinde zu sein".
Gruß Joschie
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Jose
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Wer gehört zur Gemeinde und wer nicht?

Beitragvon Jose » 12.01.2012 20:30

Joschie hat geschrieben:
Jose hat geschrieben:Was haltet ihr von einem Austausch über das Thema: Was ist Gemeinde Jesu und wer gehört dazu?
Ich würde das Thema teilen in: "Was ist Gemeinde Jesu" und "Was bedeutet es, Teil einer Gemeinde zu sein".
Meinst du mit teilen, zwei Themen daraus zu machen? Das Thema "Was bedeutet es, Teil einer Gemeinde zu sein" fände ich auch gut. Soll ich es anlegen?

Zu dem Thema hier kam ich übrigens über eine Anregung von Leo:
Leo_Sibbing hat geschrieben:Wer gehört zur Gemeinde und wer nicht? …

Den ganzen Beitrag siehe: hier
Leo
Es ging Leo um viele Punkte, aber mit dem Thema hier könnten wir uns zumindest über den ersten Punkt austauschen.

José

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Beitragvon Joschie » 13.01.2012 11:37

Jose hat geschrieben:Es ging Leo um viele Punkte, aber mit dem Thema hier könnten wir uns zumindest über den ersten Punkt austauschen.
Der erste Punkt bein Leo ist der "Israel und Gemeinde".Ich finde es besser das wir zuerst nur den Punkt "Gemeinde"(Ekklesiologie) betrachten und den Punkt "Israel" erst mal vorlassen.Dadurch kan man verhindert das der Austausch zu schnell in Richtung Israel/Endzeit (Eschatologie) trifftet.
Gruß Joschie
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Beitragvon Leo_Sibbing » 14.01.2012 20:04

Hallo Ihr!
Mich interessiert hauptsächlich die Frage: Gehören die Gläubigen des AT mit zur Gemeinde oder gibt es da einen Unterschied?
Sind wir eine Gemeinde oder gibt es das Volk Israel und daneben die neutestamentliche Gemeinde?
Gruß, leo
Ich freue mich sehr in dem HERRN, und meine Seele ist fröhlich in meinem Gott; denn er hat mir Kleider des Heils angezogen, mit dem Mantel der Gerechtigkeit mich bekleidet, ... Jesaja 61,10

Jose
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Juden und Heiden, durch die Gnade gerettet

Beitragvon Jose » 14.01.2012 23:48

Leo_Sibbing hat geschrieben:Mich interessiert hauptsächlich die Frage: Gehören die Gläubigen des AT mit zur Gemeinde oder gibt es da einen Unterschied?
Sind wir eine Gemeinde oder gibt es das Volk Israel und daneben die neutestamentliche Gemeinde?
Die Gläubigen des AT gehören m. E. zur Gemeinde dazu, denn auch ihr Glaube war nur wirksam in Hinblick auf das vollbrachte Erlösungswerk Jesu. Hierbei denke ich auch an das Wort Jesu: "Abraham, euer Vater, jubelte, dass er meinen Tag sehen sollte, und er sah ihn und freute sich" Joh 8,56

Was die Gemeinde Jesu anbetrifft, und wer gehört dazu, so sehe ich es so: "Da ist weder Grieche noch Jude, Beschneidung noch Unbeschnittensein, Barbar, Skythe, Sklave, Freier, sondern Christus alles und in allen" Kol 3,11, d.h., zur Gemeinde gehören sowohl Christen aus dem Judentum als auch aus den Nationen. Daher gab es in der Anfangszeit verständlicherweise Spannungen zwischen beiden Gruppen, deshalb auch die klärenden Worte auf dem Apostelkonzil. Besonders wichtig zu beachten finde ich die folgende Aussage: "Nun denn, was versucht ihr Gott, ein Joch auf den Hals der Jünger zu legen, das weder unsere Väter noch wir zu tragen vermochten? Vielmehr glauben wir, durch die Gnade des Herrn Jesus in derselben Weise gerettet zu werden wie auch jene" Apg 15,10-11. Auf für die Juden gilt, dass sie nur durch die Gnade des Herrn Jesus gerettet werden können. Das ich wichtig zu beachten. "Denn wir urteilen, dass der Mensch durch Glauben gerechtfertigt wird, ohne Gesetzeswerke. Oder ist Gott der Gott der Juden allein? Nicht auch der Nationen? Ja, auch der Nationen. Denn Gott ist einer. Er wird die Beschneidung aus Glauben und das Unbeschnittensein durch den Glauben rechtfertigen" Röm 3,28-30.

Was aber Israel anbetrifft, so lesen wir: "Ich sage nun: Hat Gott etwa sein Volk verstoßen? Auf keinen Fall! Denn auch ich bin ein Israelit aus der Nachkommenschaft Abrahams, vom Stamm Benjamin. Gott hat sein Volk nicht verstoßen, das er vorher erkannt hat. Oder wisst ihr nicht, was die Schrift bei Elia sagt? Wie er vor Gott auftritt gegen Israel: »Herr, sie haben deine Propheten getötet, deine Altäre niedergerissen, und ich allein bin übrig geblieben, und sie trachten nach meinem Leben.« Aber was sagt ihm die göttliche Antwort? »Ich habe mir siebentausend Mann übrig bleiben lassen, die vor Baal das Knie nicht gebeugt haben.« So ist nun auch in der jetzigen Zeit ein Rest nach Auswahl der Gnade entstanden. Wenn aber durch Gnade, so nicht mehr aus Werken; sonst ist die Gnade nicht mehr Gnade " Röm 11,1-6.

Israel ist also nach wie vor das auserwählte Volk, allerdings nicht die gesamte Nation Israel. Im Römerbrief lesen wir auch die geheimnisvollen Worten: "Denn ich will nicht, Brüder, dass euch dieses Geheimnis unbekannt sei, damit ihr nicht euch selbst für klug haltet: Verstockung ist Israel zum Teil widerfahren, bis die Vollzahl der Nationen hineingekommen sein wird; und so wird ganz Israel gerettet werden, wie geschrieben steht: »Es wird aus Zion der Retter kommen, er wird die Gottlosigkeiten von Jakob abwenden; und dies ist für sie der Bund von mir, wenn ich ihre Sünden wegnehmen werde.« Hinsichtlich des Evangeliums sind sie zwar Feinde um euretwillen, hinsichtlich der Auswahl aber Geliebte um der Väter willen" Röm 11,25-28.

Es handelt sich hier um etwas, dass wir nicht ohne weiteres zu ergründen vermögen, aber es zeigt uns, dass Israel, bzw. ein "Überrest" aus Israel immer noch das auserwählte Volk Gottes ist. Hierbei handelt es sich um solche, welche noch auf den Messias warten, deren Herzen noch verstockt sind.

Im 2. Korinther lesen wir auch: "Aber ihr Sinn ist verstockt worden, denn bis auf den heutigen Tag bleibt dieselbe Decke auf der Verlesung des Alten Testaments und wird nicht aufgedeckt, weil sie nur in Christus beseitigt wird. Aber bis heute, sooft Mose gelesen wird, liegt eine Decke auf ihrem Herzen. Dann aber, wenn es sich zum Herrn wendet, wird die Decke weggenommen" 2.Kor 3,14-16. So haben bis heute zwar einige Juden den Messias, Jesus Christus, bereits erkennen dürfen und wurden der Gemeinde Jesu hinzugetan, viele aber, haben noch eine "Decke" auf ihrem Herzen.

Was aber die anbetrifft, die zur Gemeinde gehören, so lesen wir: "Wir alle aber schauen mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn an und werden so verwandelt in dasselbe Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, wie es vom Herrn, dem Geist, geschieht" 2.Kor 3,18. Das sind die Gläubigen, die Jesus erfassen durften, die wiedergeboren sind und nun in Jesu Bild verwandelt werden. Sie gehören zur Gemeinde Jesu.

José

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Beitragvon Joschie » 15.01.2012 09:58

Hallo Ihr!
Der Name dieses Thread ist "Was ist Gemeinde Jesu und wer gehört dazu"? Daher meine konkrete Frage "Was ist die Gemeinde Jesu und was ist die Besonderheit der Gemeinde Jesu"?
Gruß Joschie
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Jose
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Die Gemeinde Jesu und ihr Auftrag

Beitragvon Jose » 18.01.2012 23:39

Joschie hat geschrieben:Der Name dieses Thread ist "Was ist Gemeinde Jesu und wer gehört dazu"? Daher meine konkrete Frage "Was ist die Gemeinde Jesu und was ist die Besonderheit der Gemeinde Jesu"?
Die Gemeinde Jesu ist der Leib Christi hier auf Erden. Dazu gehören nur die, welche durch den persönlichen Glauben sich zu Christus bekehrt haben und wiedergeboren sind. Andere, die diesen persönlichen Glauben noch nicht haben, gehören nicht zur Gemeinde. Wir lesen: "Die nun sein Wort aufnahmen, ließen sich taufen; und es wurden an jenem Tag etwa dreitausend Seelen hinzugetan"Apg 2,41. Ebenfalls in der Apostelgeschichte lesen wir auch: "Aber umso mehr wurden solche, die an den Herrn glaubten, hinzugetan, Scharen von Männern und auch Frauen" Apg 5,14. Diese Worte lassen keinen Zweifel daran, dass nur Gläubige zur Gemeinde hinzugetan werden dürfen d.h. zur Gemeinde Jesu gehören.

Jesus hatte Seinen Jüngern den Auftrag gegeben: "Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie alles zu bewahren, was ich euch geboten habe!" Mt 28,19-20. Jünger Jesu sind also solche, die an Jesus glauben, die aber auch bewahren, was Er ihnen geboten hat. Darum auch: "Sie verharrten aber in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft, im Brechen des Brotes und in den Gebeten" Apg 2,42. Das ist das herausragende Merkmal der Gemeinde Jesu und es ist wichtig, dass es beachtet wird.

Was nun das Besondere an der Gemeinde Jesus anbetrifft, so hat Gott, der Vater, alles den Füßen Jesu unterworfen und Ihn als Haupt über alles der Gemeinde gegeben, die sein Leib ist, die Fülle dessen, der alles in allen erfüllt (Eph 1,22-23). Die Gemeinde ist der Leib Christi. Als Leib Christ hat die Gemeinde von Gott den Auftrag: "damit jetzt den Gewalten und Mächten in der Himmelswelt durch die Gemeinde die mannigfaltige Weisheit Gottes zu erkennen gegeben werde" Eph 3,10. Hierbei muss daher auch unbedingt darauf geachtet werden, dass Gottes Wille in der Gemeinde gelehrt und von den einzelnen Gemeindegliedern ausgelebt wird.

Den Korinthern schrieb der Apostel: "Ihr aber seid Christi Leib und, einzeln genommen, Glieder" 1.Kor 12,27, und ich denke, wir müssen viel mehr Stille werden vor Gott und uns fragen, wie Gott sich durch die Gläubigen, durch die einzelnen Glieder am Leib Christi, offenbaren will, wie wir nach Gottes Willen leben sollen. Hierzu gehört zweifellos auch, dass wir uns der Schwachen, der Angefochtenen und Strauchelnden annehmen. Gottes Absicht mit der Gemeinde, übertrifft auf jeden Fall unseren Vorstellungsvermögen, weil Gott in uns Sein Werk haben will und wir in Jesu Bild verwandelt werden sollen. Dabei haben wir auch die Aufgabe, für die anderen Glieder in der Gemeinde ein Segen zu sein und in der Welt ein Zeugnis für den Herrn.

Wir sind aber noch nicht vollkommen, und auch wenn der 1. Brief an die Korinther mit den Worten beginnt: "an die Gemeinde Gottes, die in Korinth ist, den Geheiligten in Christus Jesus, den berufenen Heiligen" 1.Kor 1,2, so wissen wir, dass gerade auch in dieser Gemeinde viel Not existierte, die nicht ignoriert werden durfte und Gemeindezucht erforderlich machte. Wir lesen in dem Brief sogar: "Denn was habe ich zu richten, die draußen sind? Richtet ihr nicht, die drinnen sind? Die aber draußen sind, richtet Gott. Tut den Bösen von euch selbst hinaus!" 1.Kor 5,12-13. Auch dadurch wird sehr deutlich, wer zur Gemeinde gehören darf. Auch das etwas Besonders an der Gemeinde Jesu, dass der Sünder, wenn er als solcher erkannt wurde, auf Dauer in der Gemeinde nicht geduldet wird, wenn er nicht Buße tut und sich zurecht bringen lässt.

Auf die Frage "was ist die Besonderheit der Gemeinde Jesu" einzugehen, ist allerdings nicht so einfach. Paulus schreibt an die Epheser: "»Deswegen wird ein Mensch Vater und Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und die zwei werden ein Fleisch sein.« Dieses Geheimnis ist groß, ich aber deute es auf Christus und die Gemeinde" Eph 5,31-32. Es ist ein Geheimnis, aber Christus will zu Seinem Leib so eine enge und herzliche Verbindung haben, wie es Gott auch für die Verbindung zwischen Mann und Frau in der Ehe vorgesehen hat. Es ist sicherlich nur ein schwaches Bild, aber ich frage mich: Wie verhalte ich mich, als Glied an diesem Leib Jesu, als Teil der Braut Jesu, die bald mit Christus vereint sein wird.

José

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Beitragvon Joschie » 19.01.2012 19:13

Jose hat geschrieben:Die Gemeinde Jesu ist der Leib Christi hier auf Erden. Dazu gehören nur die, welche durch den persönlichen Glauben sich zu Christus bekehrt haben und wiedergeboren sind. Andere, die diesen persönlichen Glauben noch nicht haben, gehören nicht zur Gemeinde. Wir lesen: "Die nun sein Wort aufnahmen, ließen sich taufen; und es wurden an jenem Tag etwa dreitausend Seelen hinzugetan"Apg 2,41. Ebenfalls in der Apostelgeschichte lesen wir auch: "Aber umso mehr wurden solche, die an den Herrn glaubten, hinzugetan, Scharen von Männern und auch Frauen" Apg 5,14. Diese Worte lassen keinen Zweifel daran, dass nur Gläubige zur Gemeinde hinzugetan werden dürfen d.h. zur Gemeinde Jesu gehören.
Jose,schon in neutestamentlicher Zeit stellt die Gemeinde ein corpus permixtum (vermischter Leib) dar. Die "reine Gemeinde" hat es im Neuen Testament nie gegeben. 1. Joh spricht von Menschen, die "von uns ausgegangen sind, aber nicht von uns waren". Sie werden als "Widerchristen" bzw. "Antichristen" bezeichnet (1. Joh 2,18f). In 1. Kor 14,24 ist von "Ungläubigen oder Unkundigen" die Rede, die in die Versammlungen hineinkommen konnten und die ekstatischen Phänomene (Zungenrede) in Korinth nicht verstanden.Die neutestamentliche Gemeinde ist somit nicht streng in sich geschlossen. Das wäre auch gar nicht möglich, denn "der Mensch sieht, was vor Augen ist; der Herr aber sieht das Herz an" (1. Sam 16,7).
Gruß Joschie
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Die Gemeinde Jesu: Glieder und Gäste

Beitragvon Jose » 20.01.2012 01:24

Joschie hat geschrieben:Jose,schon in neutestamentlicher Zeit stellt die Gemeinde ein corpus permixtum (vermischter Leib) dar. Die "reine Gemeinde" hat es im Neuen Testament nie gegeben.
Joschie, vielleicht kannst du erklären, was du unter Gemeinde verstehst. Wenn du sagst, dass es die "reine Gemeinde" im Neuen Testament nie gegeben hat, so kann ich es so nicht sehen.

In der Anfangszeit der Gemeinde lesen wir: "Die Menge derer aber, die gläubig wurden, war ein Herz und eine Seele; und auch nicht einer sagte, dass etwas von seiner Habe sein eigen sei, sondern es war ihnen alles gemeinsam" Apg 4,32. Dieser wunderbare Zustand in der Erweckungszeit hielt leider nicht lange an, aber Gott hat es wirken können und wirkt es überall dort, wo man von Herzen sich danach ausstreckt.

Wir finden selbst in den verschiedenen Gemeinden im Neuen Testament Unterschiede. Wenn wir z.B. die Gemeinde der Philipper mit der Gemeinde der Galater vergleichen, so stand die Gemeinde der Philipper ganz anders da, was wir z.B. aus den Worten des Paulus erkennen: "Daher, meine geliebten und ersehnten Brüder, meine Freude und mein Siegeskranz, steht in dieser Weise fest im Herrn, Geliebte!" Phil 4,1. Wie traurig sah es dagegen bei den Galatern aus, denen Paulus am Ende noch zurief: "In Zukunft mache mir keiner Mühe!" Gal 6,17a.

Und auch wenn wir an die Sendschreiben denken, besonders an das Sendschreiben an die Gemeinde zu Philadelphia, da fallen uns die Worte Jesu auf: "Ich kenne deine Werke. Siehe, ich habe eine geöffnete Tür vor dir gegeben, die niemand schließen kann; denn du hast eine kleine Kraft und hast mein Wort bewahrt und hast meinen Namen nicht verleugnet" Offb 3,8. Wir lesen von "eine kleine Kraft", aber es genügte, um Gottes Wort zu bewahren und Seinen Namen nicht zu verleugnen. Eine "große Kraft", in uns selbst, ist eher hinderlich. Wie ermutigend ist dann auch die Verheißung: "Weil du das Wort vom Harren auf mich bewahrt hast, werde auch ich dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, die über den ganzen Erdkreis kommen wird, um die zu versuchen, die auf der Erde wohnen" Offb 3,10. Aus solchen Gemeinden sollen wir lernen, auch für unsere Zeit.

Joschie hat geschrieben:In 1. Kor 14,24 ist von "Ungläubigen oder Unkundigen" die Rede, die in die Versammlungen hineinkommen konnten und die ekstatischen Phänomene (Zungenrede) in Korinth nicht verstanden.Die neutestamentliche Gemeinde ist somit nicht streng in sich geschlossen. Das wäre auch gar nicht möglich, denn "der Mensch sieht, was vor Augen ist; der Herr aber sieht das Herz an" (1. Sam 16,7).
Eine Gemeinde ist nie ganz in sich geschlossen, es kommen ja auch Gäste dazu oder Besucher von anderen Gemeinden. Die lokale Gemeinde ist aber identifizierbar und die Verantwortlichen für die Gemeinde wissen bzw. sollten wissen, wer wirklich zu ihrer Gemeinde dazu gehört und wer nicht. Wir lesen an einer Stelle z.B.:"Eine Witwe soll ins Verzeichnis eingetragen werden, wenn sie wenigstens sechzig Jahre alt ist, eines Mannes Frau war" 1.Tim 5,9, und wir erkennen somit auch hier, dass Gott ein Gott der Ordnung ist.

Denke bitte an das Wort: "Wir gebieten euch aber, Brüder, im Namen unseres Herrn Jesus Christus, dass ihr euch zurückzieht von jedem Bruder, der unordentlich und nicht nach der Überlieferung wandelt, die ihr von uns empfangen habt" 2.Thess 3,6. Das hat nichts mit Lieblosigkeit zu tun, sondern ist oftmals der einzige Weg, um den anderen die Folgen seines verkehrten Wandels zu zeigen. Das funktioniert aber nur wirklich, wenn es praktiziert wird zwischen denen, die als Gemeinde zueinander gehören. Wobei, auf Dauer so ein Zustand nicht bleiben kann, sondern es zur Trennung kommt bzw. zum Ausschluss aus der Gemeinde.

Und was das anbetrifft, dass der Herr alleine das Herz sieht, so gilt das natürlich, daher kann auch jemand zur Gemeinde gehören oder sogar am Abendmahl teilnehmen, ohne dazu würdig zu sein. Da können wir nur den Herr darum bitten, dass ER uns segnet und uns Hirten schenkt, die Gewissenhaft über die ihnen anvertraute Herde wachen und denen der Herr auch besonders die Gabe der Geisterunterscheidung schenken kann. Gerade in unserer Zeit ist es sehr nötig.

Wir finden sehr viele praktische und klare Aussagen in der Schrift, aus denen wir erkennen können, dass es eine klare Abgrenzung gibt zwischen denen, die wirklich zur Gemeinde gehören, und solchen, die zwar auch in die Gemeinde kommen, aber nicht dazu gehören. Bereits im Psalm 1 lesen wir: "Darum bestehen Gottlose nicht im Gericht, noch Sünder in der Gemeinde der Gerechten" Ps 1,5. Dieses Psalmwort zeigt mir, dass wenn der Herr in der Mitte der Gemeinde steht, die offenbar werden, welche nicht zur Gemeinde gehören.

José


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