Kolosser 1,24

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Der Pilgrim
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Kolosser 1,24

Beitragvon Der Pilgrim » 13.01.2012 12:04

Hallo!
Die letzten zwei Tage hat mich der Vers Kolosser 1,24 sehr beschäftigt und ich komme nicht so recht dahinter, von was Paulus hier schreibt.

Nun freue ich mich in den Leiden, die ich für euch leide, und erstatte an meinem Fleisch, was an den Leiden Christi noch fehlt, für seinen Leib, das ist die Gemeinde. (Kolosser 1,24)

Wie ist das zu verstehen? Was "fehlt" noch an den Leiden Christi? Und in wie fern erstattet Paulus das an seinem eigenen Fleisch?
Viele Auslegungen, die ich hierzu gefunden hatte, muteten stehs häretisch an.
Ich freue mich sehr über eure Antworten!
Freundliche Grüße
Simon
Simon W.

Jose
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Re: Kolosser 1,24

Beitragvon Jose » 13.01.2012 20:58

Der Pilgrim hat geschrieben:Wie ist das zu verstehen? Was "fehlt" noch an den Leiden Christi? Und in wie fern erstattet Paulus das an seinem eigenen Fleisch?
In den Erklärungen zur Bibel (Elberfelder Übersetzung) ist zu lesen:
Paulus stellt den Zusammenhang zwischen der Wirksamkeit der Erlösung und dem Leiden der Gemeinde her. Bedrängnis meint das Leiden aufgrund der Zugehörigkeit zu Jesus Christus (vgl. 2Kor 1,5ff). Paulus meint hier nicht, daß die Leiden Christi nicht ausgereicht hätten; vielmehr ist das Leiden des Paulus eine Fortsetzung der Leiden Christi, was dem Leib Christi, der Gemeinde, zugute kommt.

© 2004 R. Brockhaus Verlag Wuppertal
Vielleicht dachte Paulus, als er schrieb: "Jetzt freue ich mich in den Leiden für euch und ergänze in meinem Fleisch, was noch aussteht von den Bedrängnissen des Christus für seinen Leib, das ist die Gemeinde" Kol 1,24, auch an das Wort Jesu an Hananias über ihn: "Denn ich werde ihm zeigen, wie vieles er für meinen Namen leiden muss" Apg 9,16.

Gruß, José

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Joseph28
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Beitragvon Joseph28 » 15.01.2012 01:09

Hallo, Simon…

Der Apostel Paulus hatte große Freude in seinen Leiden, denn das Ergebnis das Wachs-tum und die Stärke des Leibes Christi war (2.Korinther 12, 15; Philipper 2, 17-18; 2.Timotheus 2, 10).

In diesem Zusammenhang findet man, dass die Gnade und Kraft Gottes durch Schwäche des Leibes Christi vergrößert ist—2. Korinther 4, 10-11, 2.Korinther 12, 9-10, 2.Timotheus 1, 8, und 1. Petrus 2,21 mit 1. Petrus 4,13

Warum dieses Paradoxon des Leidens des Leibes Christi mit dem Ergebnis, dass die Gnade und Kraft Gottes reichlich vorhanden ist? Als Christus am Kreuz für unsere Sünden starb, floß Gottes Gnade um so mehr über.
Römer 5, 19-21; Schlachter 2000 hat geschrieben:Denn gleichwie durch den Ungehorsam des einen Menschen die Vielen zu Sündern gemacht worden sind, so werden auch durch den Gehorsam des Einen die Vielen zu Gerechten gemacht. Das Gesetz aber ist daneben hereingekommen, damit das Maß der Übertretung voll würde. Wo aber das Maß der Sünde voll geworden ist, da ist die Gnade überströmend geworden, damit, wie die Sünde geherrscht hat im Tod, so auch die Gnade herrsche durch Gerechtigkeit zu ewigem Leben durch Jesus Christus, unseren Herrn.
Wo die Sünde voll geworden ist, da ist die Gnade und Kraft Gottes im Überfluss umso mehr geworden. Also, wenn der Leib Christi leidet, ist die Gnade Gottes ausgegossen. Jeder von uns als Glied des Leibes Christi kann und wird Leid erfahren, das die Gnade und Kraft Gottes vergrößern soll. Zu diesem Zweck sollen wir uns daher freuen (wie der Leib Christi), wenn wir Prüfungen und Versuchungen erfahren, so dass die Gnade und Kraft Gottes im Überfluss bei uns vorhanden wäre (Römer 5, 3-5; Jakobus 1, 1-3; Philipper 2, 17; Philipper 3, 9-11).

Liebe Grüße,
Joseph


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