Tod von Gesetzlosen

Lehrfragen in Theorie und Praxis - also alles von Bibelverständnis über Heilslehre und Gemeindelehre bis Zukunftslehre

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Joseph28
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Beitragvon Joseph28 » 06.03.2012 07:48

Hola, José…

Der Apostel Paulus verwendete Allegorien, um den Alten und Neuen Bund nebeneinanderzustellen. Das heißt, er benutzte Menschen und Umstände aus dem Alten Testament, um schwierige theologischen Begriffe (im Neuen Testament) zu bebildern.
Galater 4,21-26 (Schlachter 1951) hat geschrieben:Saget mir, die ihr unter dem Gesetz sein wollt: höret ihr das Gesetz nicht? Es steht doch geschrieben, daß Abraham zwei Söhne hatte, einen von der Sklavin, den andern von der Freien. Der von der Sklavin war nach dem Fleisch geboren, der von der Freien aber kraft der Verheißung. Das hat einen bildlichen Sinn: Es sind zwei Bündnisse; das eine von dem Berge Sinai, das zur Knechtschaft gebiert, das ist Hagar. Denn „Hagar“ bedeutet in Arabien den Berg Sinai und entspricht dem jetzigen Jerusalem, weil dieses samt seinen Kindern in Knechtschaft ist. Das obere Jerusalem aber ist frei, und dieses ist unsere Mutter.
„Hagar“ war bildlich für den Berg Sinai, der das irdische Jerusalem ist. Ihre Söhne sind Sklaven, da sie nach dem Fleisch geboren wurden (dh, sie sind geistlich tot). Sie glaubten die Verheißung Gottes nicht wie Abraham, und damit haben sie Gottes Gerechtigkeit nicht—da sind sie Sklaven zum Gesetz.

„Sarah“ war bildlich für den Berg Zion, der das himmlische Jerusalem ist (Galater 4,26 mit Hebräer 12,22). Ihre Söhne sind freie Menschen, da sie nach dem Geist geboren wurden (dh, sie sind geistlich am Leben, oder wiedergeboren). Sie glaubten die Verheißung Gottes wie Abraham, und damit haben sie Gottes Gerechtigkeit—da sind sie frei zum Geist Gottes.

Ist Paulus’s alttestamentliche Allegorie hier nicht sinnvoll?

Liebe Grüße,
Joseph

Jose
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Re: Allegorien

Beitragvon Jose » 06.03.2012 19:07

Joseph28 hat geschrieben:Ist Paulus’s alttestamentliche Allegorie hier nicht sinnvoll?
Olá Joseph.
Ich finde Paulus Ausführungen sinnvoll, ob es sich um eine Allegorie handelt, kann ich noch nicht wirklich beurteilen. Wenn in der Bibel, sei es durch Jesus oder durch die Apostel, Bilder erklärt werden, dann ist es gut. Aber wenn wir Bilder zu erkennen meinen oder diese zu erklären versuchen, dann ist mir persönlich wichtig, wenn ich die Erklärungen biblisch nachvollziehen kann. Es gibt leider auch falsch gedeutete Bilder.

Du hast z.B. geschrieben:
Als die Israeliten aus Ägypten entkommen, wurden sie von der Knechtschaft Ägyptens durch das auf die Türpfosten gesetzte Blut des Lammes freigegeben, und so konnten sie aus Ägypten verlassen. Allerdings sind sie (dh, die erste Generation der Israeliten) nicht passiert durch das Wasser des Jordans, das die Voraussetzung für das Eingehen zur Ruhe Gottes war. Sie hatten das Blut, aber sie hatte das Wasser nicht, weil sie Gottes Wort nicht glaubten! Als Josua diesen Fluss überquert, führte der Geist Gottes sie durch den Jordan, und so traten sie daher in das Reich Gottes durch Wasser und Geist.

Siehe den ganzen Beitrag: hier
Ich frage mich, warum du der Meinung bist, dass die Israeliten hier in das Reich Gottes traten. Ist es nicht deine Auslegung? Hast nicht du diese Begebenheit als Bild gebraucht? Es war übrigens nicht die erste Generation der Israeliten, die in der Wüste starb, sondern es waren die Gemusterten (ich meine ab 20), nach dem Auszug aus Ägypten, weil sie die Bewohner Kanaans gefürchtet hatten, mit Ausnahme von Josua und Kaleb.

Es soll nur ein Beispiel sein, was mich verunsichert. Das Thema Allegorien finde ich allerdings wichtig und würde mich freuen, wenn es dazu vielleicht ein allgemeines, eigenes Thema gäbe.

Gottes Segen,
José

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Joseph28
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Re: Allegorien

Beitragvon Joseph28 » 07.03.2012 05:04

Jose hat geschrieben:Ich frage mich, warum du der Meinung bist, dass die Israeliten hier in das Reich Gottes traten. Ist es nicht deine Auslegung? Hast nicht du diese Begebenheit als Bild gebraucht?
Hallo, José…

Das Staatsoberhaupt war YHWH, der bedeutet „ich-bin-der-bin-ich“, da er ewig(es Leben) ist. Er wohnte in der Stiffthütte unter die Israeliten. Die theokratische Regierung war das Gesetz des Mose. Das beherrschtene Volk war die Israeliten und die Domäne des Reiches war das geografische Land Palästina. Das Reich Gottes im Alten Testament war sichtbar. Gott erlaubte den Israeliten einen König „nach der Weise aller Heidenvölker“ zu haben (1.Samuel 8,5), um dieses Reich Gottes auf der Erde zu regieren.

Liebe Grüße,
Joseph
„Und dies schreiben wir euch, damit eure Freude vollkommen sei.“ (1.Johannes 1,4)

Jose
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Saul, ein König nach der Weise der Heidenvölker

Beitragvon Jose » 07.03.2012 08:16

Joseph28 hat geschrieben:Gott erlaubte den Israeliten einen König „nach der Weise aller Heidenvölker“ zu haben (1.Samuel 8,5), um dieses Reich Gottes auf der Erde zu regieren.
Hallo Joseph.
Danke für deine Erklärung. In der erwähnten Bibelstelle heißt es: "Und sie sagten zu ihm: Siehe, du bist alt geworden, und deine Söhne wandeln nicht in deinen Wegen. Nun setze doch einen König über uns, damit er über uns Richter sei, wie es bei allen Nationen ist!" 1.Sam 8,5. Die Israeliten versuchen ihr Anliegen mit vernünftigen Gründen zu begründen, aber sie sündigten, und daher lesen wir: "Und das Wort war übel in den Augen Samuels, dass sie sagten: Gib uns einen König, damit er Richter über uns sei! Und Samuel betete zum HERRN" 1.Sam 8,6.

Gott hat den Israeliten einen König "erlaubt", aber das deutliche Urteil Gottes war dennoch: "Der HERR aber sprach zu Samuel: Höre auf die Stimme des Volkes in allem, was sie dir sagen! Denn nicht dich haben sie verworfen, sondern mich haben sie verworfen, dass ich nicht König über sie sein soll" 1.Sam 8,7. Das waren m.E. schlechte Voraussetzungen, für ein sichtbares Reich Gottes hier auf Erden.

Was ich in diesem Ansinnen der Israeliten sehe, ist die gleiche Situation wie bei den Juden in der Verbannung, denen Hesekiel als Wächter gesetzt war. Samuel war Israel als Richter gesetzt und auch er warnte sie, wir lesen jedoch: "Aber das Volk weigerte sich, auf die Stimme Samuels zu hören. Und sie sagten: Nein, sondern ein König soll über uns sein" 1.Sam 8,19.

Samuel hielt ihnen auch später noch vor und erinnert sie daran, dass Gott ihnen doch in der Vergangenheit immer geholfen hatte: "Und er sprach zu den Söhnen Israel: So spricht der HERR, der Gott Israels: Ich habe Israel aus Ägypten heraufgeführt und euch aus der Hand Ägyptens gerettet und aus der Hand aller Königreiche, die euch bedrängten" 1.Sam 10,18, aber das Volk wollte nicht hören.

Auch diese Begebenheit, um die Wahl Sauls als König nach der Weise der Heidenvölker, gehört für mich zu den Zulassungen Gottes einem halsstarrigen und im Grunde ungläubigem Volk gegenüber. Sagte es Samuel nicht deutlich: "Ihr aber habt heute euren Gott verworfen, der euch aus allen euren Nöten und euren Bedrängnissen gerettet hat, und habt zu ihm gesagt: Einen König sollst du über uns setzen!" 1.Sam 10,19.

Verstehen, warum Gott hier so mit dem Volk Israel handelte, kann ich (noch) nicht. Aber ich erkenne auch hier Gottes Sorge um die Gottlosen, und das sind alle Menschen, bis sie in den Stand der Gnade kommen, in den wir letztlich nicht ohne Gottes Willen versetzt werden können.

Gottes Segen,
José

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Pilger
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Beitragvon Pilger » 14.03.2012 12:56

Hallo

Wie sollte man denn Psalm 58.3: Abgewichen sind die Gesetzlosen von Mutterschoße an, es irren von Mutterleibe an die Lügenredner.

verstehen und Auslegen? Spricht das Wort hier wieder vom Gesetzlosen im allgemeinen bis sich der Auserwählte bekehrt hat, oder wirklich nur vom Verworfenen?


Gruss
Nehemia 4,17:
"welches an der Mauer baute.Und die Lastträger luden auf, mit der einen Hand am Werke arbeitend, während die andere die Waffe hielt."

Jose
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Abgewichen sind die Gottlosen

Beitragvon Jose » 15.03.2012 23:05

Pilger hat geschrieben:Wie sollte man denn Psalm 58.3: Abgewichen sind die Gesetzlosen von Mutterschoße an, es irren von Mutterleibe an die Lügenredner.

verstehen und Auslegen? Spricht das Wort hier wieder vom Gesetzlosen im allgemeinen bis sich der Auserwählte bekehrt hat, oder wirklich nur vom Verworfenen?
Hallo Fulvio.
So richtig möchte ich mich nicht festlegen, aber meiner Meinung nach handelt es sich hier um solche, die noch nie bekehrt waren. Andererseits ist es aber der Zustand aller Menschen, dass wir unbekehrt auf die Welt kommen. Nach der Sintflut lesen wir die Worte Gottes: "Nicht noch einmal will ich den Erdboden verfluchen wegen des Menschen; denn das Sinnen des menschlichen Herzens ist böse von seiner Jugend an" 1.Mose 8,21. Das ist eine treffende Aussage, das ist unsere menschliche Natur.

In "Erklärungen zur Bibel (Elberfelder Übersetzung)" ist zu lesen:
Der Psalmist verfolgt den Ursprung der Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit zurück bis in die Stunde der Geburt (4). Die angeborene Bosheit hat sich bei den Gottlosen bis zur Verstocktheit entwickelt.

© 2004 R. Brockhaus Verlag Wuppertal
Hinweis zur Verszählung: In der rev. Elberfelder ist die von dir zitierte Bibelstelle Vers 4.

Gottes Segen,
José

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Pilger
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Beitragvon Pilger » 16.03.2012 07:30

Hallo Jose

Das wir als Sünder zur Welt kommen glaube ich auch, sonst wäre ja der Herr für nichts gestorben und auferstanden. Da sagt Paulus auch im Römerbrief, keiner ist gerecht.

Demfall wie ich den Kommentar der Elberfelder Bibel verstehe, handelt es sich wirklich um Verworfene und nicht um Gottlose die sich bekehren werden. Richtig?

Gruss
Nehemia 4,17:
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Jose
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Wer sind die Gottlosen?

Beitragvon Jose » 16.03.2012 20:36

Pilger hat geschrieben:Demfall wie ich den Kommentar der Elberfelder Bibel verstehe, handelt es sich wirklich um Verworfene und nicht um Gottlose die sich bekehren werden. Richtig?
Hallo Fulvio.
Du meinst, weil von "Verstocktheit" die Rede ist? Ich habe viel darüber nachgedacht, aber ich denke nicht, dass die Autoren es so gemeint haben, dass es sich hier um solche handelt, die sich nie bekehren werden. Die endgültige Verstockung bewirkt Gott, und ich erkenne nicht, dass in der Bibelstelle es so ausgesagt wird, dass es sich hier um solche handelt, die in ihrer Gottlosigkeit endgültig verharren müssen. Bei vielen Menschen sind die Herzen leider durch immerwährende Gottlosigkeit verstockt bzw. verhärtet, aber ohne Gottes Gnade kann sich ohnehin niemand bekehren.

Es geht auch immer noch um die Frage, ob Gott Freude hat am Tod der Gottlosen. Nach meiner Überzeugung nicht. Im Psalm 50 lesen wir: "Zu dem Gottlosen aber spricht Gott: »Was hast du meine Ordnungen herzusagen und nimmst meinen Bund in deinen Mund? Du hast ja die Zucht gehasst und meine Worte hinter dich geworfen" Ps 50,16-17.

Diese Bibelstelle finde ich besonders wichtig, weil hier gesagt wird, wer ein Gottloser ist: Der, welcher nicht nach Gottes Ordnungen lebt, obwohl er Gottes Bund in den Mund nimmt. Und wir lesen auch, dass Gott an ihm Zucht übt und ihn tadelt, weil er Gottes Worte hinter sich wirft. Ich verstehe nun nicht, warum Gott Zucht übt und tadelt, obwohl wir doch von Gottes Gnade in allem abhängig sind, aber wer bin ich, dass ich Gott danach fragen könnte.

Mein Anliegen ist darauf zu achten, dass nicht auch mich der Vorwurf trifft, der in Psalm 50,16.17 steht. Und wenn es mich doch treffen sollte, dass Gott mir noch Raum zur Buße schenkt.

Gruß und Gottes Segen,
José

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Pilger
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Beitragvon Pilger » 17.03.2012 16:45

Hallo Jose

Danke für deine Erklärung. Wenn ich es so anschaue und nachdenke, dann verstehe ich, das es sich auch hier um Gottlosen handelt die sich noch nicht bekehrt haben, aber noch zu der Bekehrung gelangen.

Ich glaube auch das wir unterscheiden sollten, ob ein Gläubiger sündigt und Busse tut, oder ein Gläubiger der extra im Weg der Sünde wandelt. Ein Gläubiger der extra im Weg der Sünde wandelt und denkt,dass Gott ihn sowieso entschuldigt, muss sich fragen, ob seine Bekehrung wirklich ehrlich ist oder nicht.

Ein Beispiel dafür sehe ich David. David wurde von Gott auserwählt König zu sein, leider tat er auch schwere Sünden wie auch wir, aber er tat immer Busse für seine Taten. Und andere Könige in der GEschichte der Bibel die Sünden taten, taten nicht Busse, sondern fielen immer mehr in der Sünde.

Z.B 1. Könige 15,11:

Und Asa tat, was recht war in den Augen Jehovas, wie sein Vater David.

Oder 2. Könige 16, 2:
Zwanzig Jahre war Ahas alt, als er König wurde, und er regierte sechzehn Jahre zu Jerusalem. Und er tat nicht, was recht war in den Augen Jehovas, seines Gottes, wie sein Vater David; sondern er wandelte auf dem Wege der Könige von Israel, und er ließ sogar seinen Sohn durchs Feuer gehen, nach den Greueln der Nationen, die Jehova vor den Kindern Israel ausgetrieben hatte; und er opferte und räucherte auf den Höhen und auf den Hügeln und unter jedem grünen Baume.

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Beitragvon lutz » 17.03.2012 20:06

Hallo zusammen,

ich dachte es geht jetzt um Psalm 58.
Pilger:
Wie sollte man denn Psalm 58.3: …
Jose:
Du meinst, weil von "Verstocktheit" die Rede ist? Ich habe viel darüber nachgedacht, aber ich denke nicht, dass die Autoren es so gemeint haben, dass es sich hier um solche handelt, die sich nie bekehren werden. Die endgültige Verstockung bewirkt Gott, und ich erkenne nicht, dass in der Bibelstelle es so ausgesagt wird, dass es sich hier um solche handelt, die in ihrer Gottlosigkeit endgültig verharren müssen. Bei vielen Menschen sind die Herzen leider durch immerwährende Gottlosigkeit verstockt bzw. verhärtet, aber ohne Gottes Gnade kann sich ohnehin niemand bekehren.
Pilger:
Wenn ich es so anschaue und nachdenke, dann verstehe ich, das es sich auch hier um Gottlosen handelt die sich noch nicht bekehrt haben, aber noch zu der Bekehrung gelangen.
Von einer Aussicht auf „Bekehrung“ lese ich aber vom Autor selbst nichts. Der Verlauf des ganzen Psalms ist mehr als einfach nur unbequem in dieser Richtung.

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Solange ein Mensch lebt, kann Gott ihn retten

Beitragvon Jose » 17.03.2012 23:00

lutz hat geschrieben:ich dachte es geht jetzt um Psalm 58.
Es geht m.E. immer noch um das Thema: "Tod von Gesetzlosen" und in dem Zusammenhang die Frage nach Psalm 58,3 bzw. 4. Zumindest sehe ich den Zusammenhang so.
Pilger hat geschrieben:Wenn ich es so anschaue und nachdenke, dann verstehe ich, das es sich auch hier um Gottlosen handelt die sich noch nicht bekehrt haben, aber noch zu der Bekehrung gelangen.
Das weiß ich persönlich nicht, ob sie noch zur Bekehrung gelangen werden. Lutz hat auch recht, wenn er darauf hinnweist, dass in dem Psalm nicht um Bekehrung geht. Ich erkenne in den Aussagen weder, dass die von Gott als verstockt bezeichneten Gottlosen nicht mehr gerettet werden können, noch erkenne ich, dass sie noch gerettet werden.
lutz hat geschrieben:Von einer Aussicht auf „Bekehrung“ lese ich aber vom Autor selbst nichts. Der Verlauf des ganzen Psalms ist mehr als einfach nur unbequem in dieser Richtung.
Solange in einem Menschen noch Odem ist und Gott Seine Gnade ihm noch zuwendet, kann ein Mensch immer noch gerettet werden. Solange Gott nicht sagt, wie bei Judas, dass jemand nicht gerettet wird, hoffe ich für jeden.

Gruß und Gottes Segen,
José

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Beitragvon Pilger » 18.03.2012 01:59

Hallo Lutz und Jose

Es kann sein das meine Aussage vielleicht voreilig ist, dies ist aber der Kommentar von John Macarthur über diesen Vers. :

Alle Menschen werden in völliger Verdorbenheit geboren. Ohne durch Gottes Macht zu neuen Geschöpfen in Christus gemacht zu werden können sie aufgrund ihrer bösen Natur Gott nicht gefallen (vgl. Ps 51,5; Röm 3,9-18; 2Kor 5,17).

Es ist mir auch klar das nicht die Rede ist, das jeder Gottloser zur Bekehrung kommt.

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Joseph28
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Beitragvon Joseph28 » 18.03.2012 04:35

Liebe Brüder,

Hier ein weiteres Beispiel, das eine Überlegung wert ist.

Gott zerstörte die Erde durch die Sinflut. Er war in seinem Herzen betrübt (1.Mose 6, 6), dass Menschen, die er geschaffen hat, müssten vernichtet werden. So nahm der Herr kein Gefallen am Tod des vorsintflutlichen Geschlechtes. Gemäß 1. Mose 6, 3 mußte der Geist Gottes mit dem vorsintflutlichen Geschlecht rechten, um ihr sündiges Verhalten zurückzuhalten. Zu dieser Zeit fand Noah Gnade vor den Augen des Herrn.

Der Bau der Arche daher war das Zeichen der immanenten Verurteilung des vorsintflutlichen Geschlechtes (Hebräer 11, 7). Zur Zeit des Baus der Arche, machte der Geist Christi, der der Heilige Geist ist, Verkündigung an dem ungehorsamen vorsintflutlichen Geschlecht (1.Petrus 3, 19), das jetzt „im Gefängnis“ ist (bitte auch sieht Judas 1, 6). Bitte beachtet, dass das Beziehungswort des Pronomens („in welchem“ oder besser „von wem“ übersetzt werden sollte)(Vers 19), ist der Heilige Geist (Vers 18).

Mit anderen Worten, zeigt der Apostel Petrus, dass der Geist Gottes geduldig zur Zeit war, als Noah die Arche baute. (Der Geist Gottes rechte mit dem vorsintflutlichen Geschlecht.) Im gleichen Zusammenhang, zeigt der Apostel, dass der gleiche Geist Gottes, der Jesus von den Toten auferweckt hat, ist derselbe Geist, der Noah und seine Familie durch das Wasser der Sinflut gerettet hat. Petrus sagt „in einem bildlichen Sinn“, dass wir in gleicher Weise von dem Heiligen Geist durch das unsichtbare Wasser des ewigen Lebens gerettet seien, das heißt, durch unsere Taufe von dem Geist Christi (1.Petrus 3, 21).

Obwohl das vorsintflutliche Geschlect verurteilt war, der Herr immer noch die Emotionen von Trauer und Leid ausdrükte. Dennoch hat der Geist Christi das vorsintflutliche Geschlecht getauft her nicht mit „Wasser“ zur Errettung, sondern mit „Feuer“ zur Beurteilung (2.Petrus 2, 4).

Liebe Grüße,
Joseph

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Was auch uns bewegen sollte…

Beitragvon Jose » 26.03.2012 23:12

Joseph28 hat geschrieben:Hier ein weiteres Beispiel, das eine Überlegung wert ist.
Zu deinem Beispiel hast du einige Überlegungen gebracht. Ich habe viel über den Beitrag nachgedacht in den letzten Tagen, aber ich erkenne, dass der Konflikt bleibt, zwischen der Aussage, dass Gott "kein Gefallen am Tod der Gottlosen hat", und dass Sein Gericht eine "immanente" Verurteilung" ist.
Joseph28 hat geschrieben:Der Bau der Arche daher war das Zeichen der immanenten Verurteilung des vorsintflutlichen Geschlechtes
War es wirklich "immanent", war es so beschlossen, dass nur Noah, seine Frau, seine Söhne und Schwiegertöchter in der Arche gerettet wurden? 1. Petrus 3,19 und 21 wurden erwähnt, aber der Vers 20 dazwischen lautet: "die einst ungehorsam gewesen waren, als die Langmut Gottes in den Tagen Noahs abwartete, während die Arche gebaut wurde, in die wenige, das sind acht Seelen, durchs Wasser hindurchgerettet wurden" 1.Petr 3,20. Es geht um die Menschen, welche in den Fluten umkamen. Hat Gott in Langmut auf die Fertigstellung der Arche gewartet, damit Noah mit seiner Familie gerettet werden konnten, oder ging es auch um Langmut den Menschen gegenüber, die ungehorsam waren?

Mir erscheint es nicht einfach, eine Antwort zu geben. Gott hat kein Gefallen am Tod der Gottlosen, aber alle Menschen, die nicht in die Arche kamen, gingen verloren, - auch ewiglich verloren. Kann man es sich vorstellen, wie es dazu kommen konnte?

Immanent [zu lateinisch immanere »bei etwas bleiben«, »anhaften«], soll das bedeuten, dass Gott bei seinem einmal gefassten Entschluss bleibt? Das tut Gott mit Sicherheit, aber können wir erfassen, was Gottes Ratschluss im Einzelnen ist? Ich bleibe bei meiner Überzeugung, dass wir es nicht abschließend können. Wenn wir im Wort Gottes lesen: "An den meisten von ihnen aber hatte Gott kein Wohlgefallen, denn sie sind in der Wüste hingestreckt worden" 1.Kor 10,5, dann müssen wir uns fragen, was die Israeliten getan hatten, weswegen sie von Gott verurteilt wurden. Und wir müssen uns auch fragen: Was hätten sie anders tun müssen, damit Gott an ihnen Wohlgefallen gehabt hätte.

Ich stelle Gottes Souveränität nicht in Frage, aber ich möchte Seine Langmut, Sein Missfallen an Gottlosigkeit und Seine "Traurigkeit" über den Tod des Sünders einfach so stehen lassen, wie es geschrieben steht. Im Grunde ist es genau das, was auch uns erfüllen und bewegen sollte.

José

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Beitragvon Pilger » 28.03.2012 06:34

Hallo Jose

Es ist wirklich kein einfaches Thema und die Schere der Meinungen geht weit auseinander.

Aber wenn ich an Jeremia 1, 5 und 10, 23 denke, dann muss ich irgendwie doch sagen, dass der Herr Seine aussucht.

Ehe denn ich dich im Mutterleibe bildete, kannte ich dich, und bevor du aus dem Mutterschoße hervorgingst, habe ich dich geheiligt und dich den Völkern zum Propheten gegeben!

Ich weiß, HERR, daß des Menschen Weg nicht in seiner Macht steht und daß der Mann, der da wandelt, seine Schritte nicht zu lenken vermag.


Ich denke Gott wusste ganz genau das nur Noah und seine Familie in die Arche gehen würden. Vielleicht zeigte Er langmut um nur einen Grund zu haben um die Gottlosen zu richten.

Vielleicht bin ich mit meiner Aussage ein bisschen vom Thema abgewichen.


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