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Lehrfragen in Theorie und Praxis - also alles von Bibelverständnis über Heilslehre und Gemeindelehre bis Zukunftslehre

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Joschie
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Beitragvon Joschie » 16.03.2012 20:19

Joseph hat geschrieben:Und natürlich gibt es da die vielen Parallelen zu der RKK in diesem Kommentar. Leider sprachen die Reformatoren wie Johannes Calvin sehr wenig über Eschatologie anderen als diesen beiläufigen Bemerkungen über den zukünftigen Antichrist, denn die protestantische Reformation der Mittelpunkt ihrer Apologetik damals war. (Zum Beispiel schrieb Calvin keinen Kommentar zu Johannes’s Offenbarung.) Und vielleicht du bereits wüßtest, Martin Luther keinen Versuch machte, um die Offenbarung zu verstehen, da glaubte er, dass dieses Buch war fragwürdig, wenn nicht gar verdächtig, in der Heiligen Schrift zu sein.

So ist es nicht bis das 19. Jahrhundert, dass Eschatologie sich beginnt ganz ernsthaft zu entwickeln mit den großen Erwachen, Bibelgesellschaften und den missionarischen Expeditionen auf der ganzen Welt. Nach den beiden Weltkriegen des 20. Jahrhunderts mit der Entstehung der Staat Israels, nahm Eschatologie auf größeres Interesse für Protestanten. In dieser Hinsicht leider haben Übertreibungen, Fanatismus, und Missbrauch große Zweifel und Schande auf diesem Gebiet der Theologie gebracht.
Die Reformatoren hatten in ihrem Wirken besondere Schwerpunkte, diese kann man zusammengefasst gut in den 5.Solas nachlesen.Die Reformatoren hatten in ihrem Wirken besondere Schwerpunkte, diese kann man
zusammengefasst gut in den 5.Solas nachlesen.Die Schwerpunkte ihres Wirkens wurden auch durch die Zeit, in der sie lebten, bestimmt.Da war eine Kirche, die verweltlichte, formalistische und ihrer eigentlichen Aufgabe entfremdeten war. Durch sie sahen sie das Evangelium unter einen riesigen Berg von Irrlehren, Verweltlichung, Machtgier verschüttet und in der Folge davon, nehmen die Gelübde und Wallfahrten, mehr oder minder stereotypen Gebeten, volkstümlichen Andachtsformen und regelrechtem Aberglauben den Platz des wahren Glaubens (Frömmigkeit) ein. Als Ergänzung noch einige wichtige Schriften (nach meiner Einschätzung) von Martin Luther
Von der Freiheit eines Christenmenschen,Vom unfreien Willen und Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche und von Johannes Calvin Institutio und Das Abendmahl des Herrn.
Ich vermute das der Grund warum sich die Reformatoren nicht so viel mit Eschatologie befast haben war das viele andere Fragen viel wichtiger waren und auch der Tag auch ihnen nur 24 Stunden hatte :idea:


Um Martin Luthers Meinung zur Offenbahrung besser zu verstehen, stelle ich von ihm die Vorrede zur Offenbarung Johannes 1522 rein.
An diesem Buch der Offenbarung Johannes lass ich auch jedermann seines Sinnes walten, will niemand an meine Meinung oder Urteil gebunden haben. Ich sage, was ich fühle. Mir mangelt an diesem Buch verschiedenes, so dass ich's weder für apostolisch noch für prophetisch halte: aufs erste und allermeiste, dass die Apostel nicht mit Gesichten umgehen, sondern mit klaren und dürren Worten weissagen, wie es Petrus, Paulus, Christus im Evangelium auch tun. Denn es gebührt auch dem apostolischen Amt, klar verständlich und ohne Bild oder Gesicht von Christus und seinem Tun zu reden.

Auch gibt es keinen Propheten im Alten Testament, geschweige denn im Neuen, der so ganz durch und durch mit Gesichten und Bildern umgehe, dass ich (sie) bei mir fast dem vierten Buch Esra gleich achte und in allen Dingen nicht spüren kann, dass es von dem heiligen Geist verfasst sei.

Dazu dünkt mich das allzuviel, dass er so streng (in Bezug auf) solch sein eigenes Buch, mehr als irgendein anderes heiliges Buch tut - woran viel mehr gelegen wäre - befiehlt und drohet, wer etwas davon tue, von dem werde Gott auch tun usw. Umgekehrt sollen selig sein, die da halten, was drinne stehet, obwohl doch niemand weiß, was es ist, geschweige, dass er's halten sollte, und es ebenso viel ist, als hätten wir's nicht, auch wohl viele edle Bücher vorhanden sind, die zu halten sind.

Es haben auch viele der Väter diese Buch vorzeiten verworfen und wenns auch Hieronymus mit hohen Worten anführt und sagt, es sei über alles Lob und so viel Geheimnisse drinnen wie Wörter, so kann er davon doch nicht beweisen und ist wohl an mehr Orten mit seinem Lob zu freigebig.

Endlich meine davon jedermann, was ihm sein Geist gibt, mein Geist kann sich in das Buch nicht schicken, und ist mir dies Ursache genug, dass ich sein nicht hochachte, dass Christus drinnen weder gelehret noch erkannt wird, welches zu tun ein Apostel doch vor allen Dingen schuldig ist, wie Christus Apg. 1,8 sagt: „Ihr sollt meine Zeugen sein.“ Darum bleibe ich bei den Büchern, die mir Christus hell und rein dargeben.
Gruß Joschie
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Pilger
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Beitragvon Pilger » 17.03.2012 16:02

Hallo Joschie

Das sich die Reformatoren mit anderen Fragen und Probleme zu schlagen hatten, glaube ich auch. Man sollte ihnen das auch nicht vorwerfen, dass sie sich wenig mit der Eschatologie befasst haben.

Es war wirklich eine ganz neue und andere Situation für sie, sie hatten auch noch Kämpfe mit Irrlehren und immer noch mit der katholischen Kirche die nicht locker lassen wollte.

Luther ist ja eigentlich bei der Transubsationlehre stecken geblieben. Das ist ja die Form welche die katholische Kirche über das Abendmal glaubt. Zwingli und Calvin waren nicht seiner Meinung. Aber auch das kann man dem Luther nicht vorwefen. So glaube ich jedenfalls.

Man kann es sehen wie man will mit den Reformatoren, sie haben sehr grosses geleistet, denn der Herr machte sich gebrauch von ihnen, sonst hätten wir heute nicht was wir haben.

Dasselbe mit den Kirchenväter, Gott sie gebraucht, so dass wie heute auch einen Bibelkanon haben, obwohl auch sie nicht perfekt waren.

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Jörg
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Beitragvon Jörg » 17.03.2012 18:41

Pilger hat geschrieben:

Luther ist ja eigentlich bei der Transubsationlehre stecken geblieben. Das ist ja die Form welche die katholische Kirche über das Abendmal glaubt.
Hallo Fulvio,

leider ist diese Aussage falsch! Hier ein Beitrag, worin die Unterschiede zwischen dem lutherischen und dem katholischen Abendmahlverständnis liegen:

WORIN UNTERSCHEIDET SICH DIE BIBLISCH-LUTHERISCHE ABENDMAHLSLEHRE VON DER RÖMISCH-KATHOLISCHEN?
Von Roland Sckerl

1. Auf den ersten Blick scheint es doch viele Gemeinsamkeiten zu geben. So bekennt auch die römisch-katholische Kirche, dass im Abendmahl Christi Leib und Blut ausgeteilt wird (wobei sie die Austeilung des Blutes mit dem Wein ja immer noch nur „zulässt“, vielerorts auch noch verweigert, was wiederum zusammenhängt mit der unbiblischen Lehre der „Konkomitanz“, nämlich der Behauptung, dass das Blut im Fleisch schon mit dabei sei). Damit aber, das muss betont werden, ist die Gemeinsamkeit auch schon beendet.

2. Denn fragen wir genauer nach, was denn im heiligen Abendmahl ausgeteilt wird, so wird Rom anführen: Leib und Blut Christi – aber leugnen, dass ebenso auch Brot und Wein gemäß 1 Kor. 10,16.17; 11,23-32 ausgeteilt werden und so wir in wunderbarer Weise eine sakramentliche Vereinigung von Brot und Leib Christi sowie Wein und Blut Christi haben. Vielmehr behauptet Rom ja, dass eine „Verwandlung“ (Trans-substantiation) der irdischen Elemente in die himmlischen stattfände. Dafür gibt es aber in der Bibel keinen Anhaltspunkt. Dies ist reine Menschenlehre.

3. Fragen wir weiter, was denn das Zentrum des heiligen Abendmahls ist, so bekennen wir Evangelisch-Lutherischen mit der Bibel, dass Christus uns seinen Leib und sein Blut gibt, um uns, verbunden mit seinem Wort, die Vergebung der Sünden zu schenken, zu stärken, zu vergewissern; wir bekennen also, dass das heilige Abendmahl Gottes Gabe und Tat (Sakrament) ist, in der Gott der Handelnde, Schenkende ist, wir aber die Beschenkten. Rom dagegen stellt das alles auf den Kopf durch seine Lehre vom „Messopfer“, denn es behauptet zweierlei: Zum einen würde der Priester (schon dieser Begriff ist in seiner Intention gegen das Neue Testament gerichtet) das Opfer Christi unblutig wiederholen und Gott zum Gedächtnis darbringen, zum andern aber würde die Gemeinde selbst sich in Hingabe mit opfern und so Gott hingeben. Was also Rom tatsächlich hat ist ein Opfer (Sacrificium), kein Gotteswerk (Sacramentum). Nach römischer Auffassung steht im Zentrum des Abendmahls also eine menschliche Handlung, nämlich ein Opfer. Damit aber wird Christi Opfer auf Golgatha angegriffen, von dem es in der Bibel heißt, „da er hat ein Opfer für die Sünden geopfert, das ewiglich gilt“, Hebr. 10,12, und über die Wirkung: „Denn mit einem Opfer hat er in Ewigkeit vollendet, die geheiliget werden.“ Hebr. 10,14, denn „was er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben zu einem Mal; das er aber lebet, das lebet er Gott“, Röm. 6,10. Das „Messopfer“ lästert somit eben dieses einmalige, unwiederholbare Opfer Jesu Christi und greift zugleich die Rechtfertigung allein aus Gnaden, allein um Christi Verdienst willen, allein durch den Glauben massiv an, da es menschliches Mitwirken behauptet.
Die Perversion des heiligen Abendmahls bei Rom wird noch dadurch verstärkt, dass „Messen“ für verstorbene und entfernt lebende (etwa Missionare) Personen gelesen werden, um ihnen so angebliche (in der Bibel nicht auffindbare) Fegfeuerstrafen zu verkürzen oder Segen zukommen zu lassen. Hier wird das Abendmahl ein Teil des unseligen römischen Ablass(un-)wesens. Das hat mit dem biblischen Abendmahl nichts mehr zu tun, das für lebende Gemeindeglieder eingesetzt ist, die selbst durch gläubigen Empfang und Genuss von Christi Leib und Blut unter Brot und Wein in der Heilsgewissheit gestärkt werden sollen.

4. Die unüberbrückbare Kluft zwischen der biblisch-lutherischen Auffassung und derjenigen Roms wird weiter deutlich, blickt man darauf, wie das Abendmahl zu empfangen ist, damit der Kommunikant tatsächlich den geistlichen Segen erhält, den er bekommen soll.. Die evangelisch-lutherische Kirche bekennt, dass dies allein durch den Glauben an Jesus Christus geschieht, der das Abendmahl nimmt zur Vergebung der Sünden. Für Rom ist der Glaube zwar auch wichtig, aber keineswegs das alleinige und einzige Empfangsinstrument. Immer noch wird behauptet, dass auch ohne den Glauben allein aus dem Vollzug des Abendmahls Gnadenwirkungen ausgehen. Hier haben wir die magische Komponente der römisch-katholischen Religion.

5. Noch mehr kommt sie hervor, wenn wir fragen, was das Abendmahl zum Abendmahl macht. Die bibeltreue lutherische Kirche bekennt, dass das Abendmahl Gottes heilige Handlung ist und der Liturg nur stellvertretend handelt und alles am Wort, Befehl, der Ordnung Christi liegt und durch das Wort Christi, das Verheißungs- und Befehlswort zugleich ist, allein wir in, mit und unter Brot und Wein auch Leib und Blut Christi empfangen (Konsekration und Sumption). Dabei ist die Kraft des Wortes unabhängig von dem, der es spricht.
Rom aber bindet die Gültigkeit und Wirkung des Sakraments an das Priestertamt, die Ordination und rechte Intention des Priesters sowie den rechten Vollzug der vorgeschriebenen Liturgie. Hier kommt der gesamte Ballast der römisch-katholischen Irrlehre und der römisch-katholischen Kirche als eines hierarchischen Machtapparates zum Vorschein: Da Gültigkeit und Kraft des Abendmahls an die Hierarchie gebunden werden – die nach römischer, aber unbiblischer, Behauptung göttliche Ordnung sei - , so wird damit das Heil (denn das wird ja von Rom bestätigt, dass das Abendmahl im Ergebnis Heil vermittelt) an Menschen gebunden und nicht allein an Christus und sein Wort. Dadurch aber werden die Gemeindeglieder der Hierarchie ausgeliefert und haben keinen unmittelbaren Zugang mehr zu Christus und seinem auch im Abendmahl angebotenen Heil. Da Gültigkeit und Wirkung des Abendmahls gelöst werden von Christi Einsetzung und Befehl, so wird Christus damit in den Hintergrund gedrängt und der Mensch tritt in den Vordergrund. Es ist Teil der magischen Komponente Roms, wenn dabei die Gültigkeit und Wirkung des Abendmahls auch abhängig gemacht wird von dem rechten Vollzug der – von Rom als göttliches Gesetz verstandenen – Liturgie, besonders der Abendmahlsgebete.

6. Schließlich ist auch nach der Stellung des Abendmahls in der Heilsordnung oder göttlichen Heilsökonomie zu fragen. Gemäß der Schrift bekennen wir Evangelisch-Lutherischen, dass das Abendmahl eines der Gnadenmittel ist, neben Wort und Taufe, und dass auch im Abendmahl das Wort im Zentrum steht. Weiter bekennen wir, dass wir durch alle Gnadenmittel jeweils die gleiche Gnade, gleiche Vergebung der Sünden empfangen und dass somit absolut heilsnotwendig allein das Evangelium im Wort ist.
Rom hat auch hier gegen die Schrift die Verhältnisse umgedreht. Rom behauptet bis heute, dass durch das Evangelium im Wort nicht das volle Heil geschenkt werde, sondern dies allein duch die „Eucharistie“ geschehe. Damit wird wiederum das Heil gekettet an die Hierarchie, denn es wird ja dadurch gesagt, dass jemand, der die Bibel liest, nicht die Fülle des Heils empfangen könne. Zugleich wird damit das Heil „in seiner Fülle“ an die römisch-katholische Kirche gebunden, da ja Rom das Abendmahl in anderen Kirchen nicht anerkennt, da die apostolische Sukzession und das Papstamt dort nicht vorliege (beides kennt die Bibel aber gar nicht) und somit kein gültiges Abendmahl bei ihnen vorhanden sei.

7. Zusammenfassend ist also festzustellen, dass eigentlich alles, was im Kern das biblisch-reformatorische Luthertum von Rom trennt, im Abendmahl noch einmal konzentriert ist und dass die römisch-katholische Messe allerdings einen furchtbaren Betrug darstellt, ja, wie es Luther in den Schmalkaldischen Artikeln ausdrückt, eine schlimme Lästerung Christi und seines Verdienstes für uns. Es kann schon deshalb keine Kirchen- und damit auch keine Abendmahlsgemeinschaft mit Rom geben. Es ist völlig unverständlich, wie evangelische Kirchenmänner Rom zu gemeinsamen Abendmahlsfeiern drängen können – es gibt tatsächlich keinerlei Grundlage dafür.

Quelle: http://www.lutherische-bekenntnisgemein ... c169263782

Viele Grüße, Jörg
Es muß alles erst einmal an Gott vorüber, bevor es mich treffen kann. (Helmut Thielicke)

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Pilger
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Beitragvon Pilger » 18.03.2012 01:38

Hallo Jörg

Danke für deine Korrektur, du hast recht. Luther glaubte nicht an der Transsubstantiationlehre, sondern er lehnte sie ab. Was er glaubte war die Realpräsenz Christi in Wein und Brot und das war der Grund des Streites mit einigen Reformatoren. Folgende Zeilen aus Wikipedia:

Die Frage der rechten Form und Bedeutung des Abendmahls und des darin enthaltenen Heils für den Gläubigen teilte die Reformation im Abendmahlsstreit in Lager. Luther hatte in der Zeit seiner Auseinandersetzung mit Karlstadt 1524 seine Auffassung von der wirklichen Gegenwart (Realpräsenz) des Leibes und Blutes Christi beibehalten und ausgebaut, die er schon ansatzweise 1520 in Auseinandersetzung mit der anders gelagerten römischen Option und in der Korrespondenz mit den Böhmischen Brüdern 1523 schriftlich zum Ausdruck gebracht hatte. Luthers Rede von der leiblichen Anwesenheit Christi im Abendmahl gründet sich auf die Einsetzungsworte mit der Stelle „Hoc est corpus meum“ (Mt 26,26 LUT; 1 Kor 11,24 LUT) und stellt das „est“ in eine „den Heilsglauben mit einbeziehende Position“, d.h. wer es leugnet, entferne sich vom rechtfertigenden Glauben selbst.



Einig waren sich Luther und Zwingli in folgenden Punkten: Beide lehnten die altgläubige Lehre von der substantiellen Wandlung des Brotes und des Weins in Fleisch und Blut Christi (Transsubstantiationslehre) ab, ebenso den Gedanken von der Wiederholung des Opfers Christi. Die Messe könne nicht Opferhandlung sein, da Christus nur einmal für alle gestorben sei.


Nochmals Danke.

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Joseph28
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Beitragvon Joseph28 » 18.03.2012 07:27

Liebe Brüder,

Nach der Reformation war Johannes Calvin der prominenteste der Reformatoren, und er glaubte, dass die Prophezeiung des Antichrist ein zukünftiges Ereignis war, das nach der Evangelisierung der Welt auftreten würde. Das heißt, Johannes Calvin glaubte, dass der Antichrist ein buchstäblicher Mann war, wer die Macht Satans für eine kurze Zeit ausüben würde vor dem zweiten Kommen Jesu Christi zur Erde.

Wenn diese Prophezeiung ist nicht nur bildlich für die römisch-katholische Kirche im allgemeinen, sondern auch buchstäblich für einen zukünftigen bestimmten Mann, dann müssen wir fragen, wie weiht dieser Antichrist seinen „Neuen Bund“ zur Welt ein? Wer wird ihn salben, damit er der Gesalbte wäre, was „Christus“ heißt?

In dem Kaleidoskop der Offenbarung des Johannes, gibt es verschwommene Bildersprachen, dass dieses „Tier“ eine tödliche Kopfverletzung erleiden wird. (Er wird durch die wundersame Heilung Satans auferstanden werden.) Wenn der falsche Prophet ist derjenige, der diesen „Christus“ salbt, da nur ein Prophet salben kann, dann die Salbung an dem Kopf seine Heilung wäre, die ihn wieder zum Leben erwecken wird. Diese Auferstehung wird ihn als der übernatürliche (anti)Christus auszeichnen (Offenbarung 13, 3-4), meiner Meinung nach.

In der Kaleidoskop der Offenbarung des Johannes, gibt es auch verschwommene Bildersprachen, dass dieses „Tier“ seinen „Neuen Bund“ mit der Welt einweihen wird. Dieser Bund ist sein Gesetz, das, ob sichtbar oder unsichtbar, auf der Hand und Stirn geschrieben ist wie der Alte Bund des Mose laut 5.Mose 11, 18-19. Das heißt, gibt es 53 universellen Geboten, die allen Völkern gehören, und 613 Gesetze, die Juden gehören. (Die 53 Geboten —„Parashat Mishpatim“— umfassen ein breites Spektrum der bürgerlichen Gesetze, Strafgesetze, rituelle Gesetze, finanzielle Gesetze, und Familiengesetze, die universal einsetzbar für alle Menschen sind.) Sie sind zwischen 2.Mose 21,1 und 2.Mose 24,18 gefunden.

Wie der wahre Neue Bund Jesu Christi (Hebräer 8, 8-12), werden diese Gesetze (613+53) geschrieben werden auf dem Stirn und Herzen, das auch „die (rechte) Hand“ genannt ist (zum Beispiel, 5.Mose 11, 18, 5.Mose 15, 7, Psalm 24, 4, Psalm 73, 13, Jesaja 13, 7, Jesaja 44, 20, und Hesekiel 22, 14). So werden diese Gesetze die Grundlage des falschen „Neuen Bundes“ sein von dem falschen Christus, der als der „wahre“ Christus von dem falschen Prophet wird bezeichnet werden, meiner Meinung nach.

Wir verstehen von Johannes Calvin, dass die Prophezeiung des Antichrist eine buchstäbliche zukünftige Figur betrifft. Wir müssen jedoch sehr vorsichtig sein, wenn wir es wagen in den Kaleidoskop der Offenbarung des Johannes, die versenkt mit Bildern, Symbolen und Allegorien ist. Da müssen wir vermeiden unbiblische Spekulation und Extremen, die nur dienen, um uns zu entmutigen und zu lenken von unserer Hoffnung auf die Wiederkunft des Herrn zur Erde.

Liebe Grüße,
Joseph

Jose
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Amillenarismus oder Prämillenarismus

Beitragvon Jose » 18.03.2012 11:59

Hallo Fulvio.
Ich möchte noch auf deinen Beitrag vom 16.03.2012 07:25 zurückkommen. Dort hast du geschrieben:
Pilger hat geschrieben:Genau deshalb ist es für mich schwierig den Amilleniarismus zu verstehen. Ich kann ja Verfolgungen und so verstehen, denn der Herr hat auch gesagt da wir wegen Seinem Namen auch verfolgt werden würden, aber wieso die Zorngerichte? Der Herr hat uns doch auch von Seinem Zorn gerettet. Wir sind ja nicht besser als die anderen, wir würden auch Strafe und Zorn verdienen, aber wir wurden durch Seine Gnade gerettet.
Für mich persönlich ist der Amilleniarismus (bzw. Amillennialismus) nicht überzeugend, weil die Erklärungen zu dem tausendjährigen Reich nicht in Einklang zu bringen sind mit dem was die Bibel über diese Zeit lehrt. Dazu ist besonders die Lehre im Buch der Offenbarung maßgeblich. Hierbei ist mir bereits die Einleitung zu dem Buch der Offenbarung wichtig: "Offenbarung Jesu Christi, die Gott ihm gab, um seinen Knechten zu zeigen, was bald geschehen muss; und indem er sie durch seinen Engel sandte, hat er sie seinem Knecht Johannes kundgetan" Offb 1,1. Diese Einleitung ist Teil des Buches.

Nach meiner Überzeugung liegt das tausendjährige Reich nach dem Zeitalter der Gemeinde Jesu. Aber auch wenn ich von meiner Überzeugung her für den Prämillenarismus (bzw. Prämillennialismus bin, sehe ich mich deswegen nicht als Anhänger des Dispensationalismus, denn in dem Zusammenhang wird m.E. einiges gelehrt, was ich nicht unterstützen kann.

Dein Zitat, aus dem Emailverkehr mit einem Pastor einer Messianischen jüdischen Gemeinde, fand ich interessant.
Pilger hat geschrieben:Vor langer Zeit hatte ich Emailverkehr mit einem Pastor einer Messianischen jüdischen Gemeinde und er schrieb mir:

Es ist eine törichte Hoffnung zu glauben, dass die Gemeinde vor der Trübsal entrückt wird, denn genau dann muss sich die Gemeinde beweisen.
Die Gemeinde hat sich doch zu allen Zeiten, besonders in Verfolgungszeiten, bewähren müssen. Bereits in den ersten Jahren der Gemeinde lesen wir: "Saulus aber verwüstete die Gemeinde, indem er der Reihe nach in die Häuser ging; und er schleppte sowohl Männer als auch Frauen fort und überlieferte sie ins Gefängnis" Apg 8,3. Und betrachten wir das Bekenntnis des Apostel Paulus, im Rückblick auf die Zeit als er noch ein Verfolger der Gemeinde war: "Ich habe diesen Weg verfolgt bis auf den Tod, indem ich sowohl Männer als auch Frauen band und in die Gefängnisse überlieferte" Apg 22,4. "Und in allen Synagogen zwang ich sie oftmals durch Strafen, zu lästern; und indem ich über die Maßen gegen sie wütete, verfolgte ich sie sogar bis in die ausländischen Städte" Apg 26,11. Die Gemeinde hat bis heute viel leiden müssen.

Wir müssen in unserer Zeit nicht viel oder gar nichts um Christi Willen leiden. Allerdings, der Wohlstand ist vielleicht eine größere Gefahr als die Leiden für Christus. Erst im Feuer der Prüfung wird unser Glaube bewährt. Petrus schreibt: "Darin jubelt ihr, die ihr jetzt eine kleine Zeit, wenn es nötig ist, in mancherlei Versuchungen betrübt worden seid, damit die Bewährung eures Glaubens viel kostbarer befunden wird als die des vergänglichen Goldes, das durch Feuer erprobt wird, zu Lob und Herrlichkeit und Ehre in der Offenbarung Jesu Christi" 1.Petr 1,6-7. So einfach zu "jubeln" ist es selbstverständlich nicht, aber es geht um das Ziel, und darüber dürfen wir uns freuen.

Was aber die Zorngerichte anbetrifft, so sehe ich es so, dass diese Gerichte Gottes nicht über Seine Kinder kommen, Die Gemeinde Jesu sehe ich bereits vor den Posaunengerichten entrückt. Israel wird noch auf der Erde sein, aber, auch hier lesen wir: "Und ich sah einen anderen Engel von Sonnenaufgang heraufsteigen, der das Siegel des lebendigen Gottes hatte; und er rief mit lauter Stimme den vier Engeln zu, denen gegeben worden war, der Erde und dem Meer Schaden zuzufügen, und sagte: Schadet nicht der Erde noch dem Meer noch den Bäumen, bis wir die Knechte unseres Gottes an ihren Stirnen versiegelt haben." Offb 7,2-3. Auch Israel, der dann den verworfenen Messias erkennen wird, wird besonders bewahrt werden und nicht den Zorngerichten Gottes ausgeliefert sein.

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José

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Beitragvon Joschie » 18.03.2012 14:14

Jose hat geschrieben:Wir müssen in unserer Zeit nicht viel oder gar nichts um Christi Willen leiden. Allerdings, der Wohlstand ist vielleicht eine größere Gefahr als die Leiden für Christus. Erst im Feuer der Prüfung wird unser Glaube bewährt. Petrus schreibt: "Darin jubelt ihr, die ihr jetzt eine kleine Zeit, wenn es nötig ist, in mancherlei Versuchungen betrübt worden seid, damit die Bewährung eures Glaubens viel kostbarer befunden wird als die des vergänglichen Goldes, das durch Feuer erprobt wird, zu Lob und Herrlichkeit und Ehre in der Offenbarung Jesu Christi" 1.Petr 1,6-7. So einfach zu "jubeln" ist es selbstverständlich nicht, aber es geht um das Ziel, und darüber dürfen wir uns freuen.
Es ist noch gar nicht so lange her, das Christen für ihren Glauben in Europa verfolgt wurden und manche Geschwister leiden an den Spätfolgen bis heute. Deine Zeilen kommen mir vor als würde ein Blinder die Sonne beschreiben.
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Verfolgung

Beitragvon Jose » 18.03.2012 16:19

Joschie hat geschrieben:Es ist noch gar nicht so lange her, das Christen für ihren Glauben in Europa verfolgt wurden und manche Geschwister leiden an den Spätfolgen bis heute. Deine Zeilen kommen mir vor als würde ein Blinder die Sonne beschreiben.
Ich hatte "uns" in unserer jetzigen Zeit hier in Deutschland gemeint.

Du musst meine Aussage im Zusammenhang sehen mit dem Beitrag vom 13.03.2012 23:10:
Jose hat geschrieben:Allerdings, wir sollten nicht vergessen, dass die Gemeinde Jesu über die Jahrhunderte hinweg viel Verfolgung und Not erlitten hat. Es wird sogar gesagt, dass noch nie so viele Christen, weltweit gesehen, so viel gelitten haben wie in unserer Zeit. Dass wir persönlich so viel Freiheit und Frieden haben, ist nicht selbstverständlich. Damit will ich sagen, dass auch über uns noch viel Not und Verfolgung hereinbrechen kann. Da kommt es darauf an, mit des Herrn Hilfe zu überwinden.

Den ganzen Beitrag: hier
Natürlich kann ich nicht aus persönlicher Erfahrung von Verfolgung und Leiden sprechen. Ich wollte aber eben auch darauf hinweisen, dass wir nicht nur daran denken sollten, vor den Endgerichten entrückt zu werden, sondern bedenken, dass Not und Schmerzen um Christi Willen sehr schnell über uns kommen können, wie z.B. über viele Geschwister in kommunistischen oder islamischen Ländern.

José

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Beitragvon Joschie » 18.03.2012 17:19

Jose hat geschrieben:Natürlich kann ich nicht aus persönlicher Erfahrung von Verfolgung und Leiden sprechen. Ich wollte aber eben auch darauf hinweisen, dass wir nicht nur daran denken sollten, vor den Endgerichten entrückt zu werden, sondern bedenken, dass Not und Schmerzen um Christi Willen sehr schnell über uns kommen können, wie z.B. über viele Geschwister in kommunistischen oder islamischen Ländern.
Ja Jose da ich stimme dir voll zu das wir in der Nachfolge Christi mit Not und Verfolgung rechnen müssen.Wir sollten die Möglichkeiten nutzen um die Geschwister, die in Ländern wohnen, wo sie um ihres Glaubens willen verfolgt, werden zu unterstützen.
Gruß Joschie
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Beitragvon Joschie » 18.03.2012 21:16

Endzeitmodelle im Vergleich

1. Amillennialismus -> „Das Millennium ist jetzt!“

(1) Das Reich Gottes und das Reich der Finsternis entwickeln sich Seite an Seite während des gegenwärtigen Zeitalters, wobei die Wirksamkeit Satans seit Golgatha beschränkt ist. Die meisten Amillennialisten erwarten kurz vor dem Ende eine verstärkte Konfrontation zwischen beiden Reichen. Vor der Wiederkunft Jesu wird der Satan für kurze Zeit losgelassen werden.

(2) Die Amillennialisten schätzen die Zukunft Israels unterschiedlich ein. Manche erwarten eine umfassende endzeitliche Bekehrung der Nation, andere nicht. Für die meisten Amillennialisten spielt Israel als Nation in der Auslegung von Prophetie keine Rolle unabhängig von der Gemeinde. Alle, die nicht glauben, sind verloren, ob Juden oder Heiden. Alle, die glauben, ob Juden oder Heiden, werden gerettet, und zusammen bilden diese das Gottesvolk der Endzeit. Jerusalem und der Nahe Osten stehen daher nicht im Zentrum der Prophetie oder der Endzeitereignisse. Hier unterscheidet sich der Amillennialismus stark von dispensationalistischer Auslegung von Prophetie.

(3) „Die Wiederkunft Christi wird ein einziges Ereignis sein.“ Dieses Ereignis umfasst die allgemeine Auferstehung (der Gläubigen wie der Ungläubigen) und die Entrückung, welche beide gleichzeitig mit dem einzigen Kommen Christi geschehen werden.

(4) Der Wiederkunft Jesu folgt das Endgericht, nach dem die Ewigkeit oder der Endzustand herbeigeführt wird.

2. Historischer Prämillennialismus -> „Tausend Jahre Frieden“

(1) Prämillennialisten erwarten meist, dass die Zeit direkt vor der Wiederkunft von Abfall und Trübsal gekennzeichnet wird. Der Antichrist wird sich in diesem Zeitraum manifestieren. Es gibt beträchtliche Unterschiede in den Ansichten über Details, aber eine verborgene Entrückung gibt es nicht. Überhaupt ist das Szenario viel flexibler und weniger dogmatisch als das der Dispensationalisten.

(2) Viele Prämillennialisten glauben, dass Israel sich kurz vor oder zur Zeit der Wiederkunft bekehren wird.

(3) Bei der Wiederkunft werden die verstorbenen Heiligen auferweckt und die noch lebenden Heiligen werden entrückt.

(4) Satan wird gefesselt und Christus richtet sein Tausendjähriges Reich auf.

(5) Am Ende der tausend Jahre wird Satan losgelassen und findet der letzte Aufstand statt.

(6) Auf den letzten Kampf folgen die allgemeine Auferstehung und das letzte Gericht und anschliessend der neue Himmel und die neue Erde.

Die meisten historischen Prämillennialisten unterscheiden nicht scharf zwischen Israel und der Gemeinde. Sie erkennen an, dass die Trennung zwischen Juden und Heiden im Neuen Testament aufgehoben wurde.


3. Postmillennialismus -> „Immer besser!“

(1) Das Reich Gottes wird heute durch die Predigt des Evangeliums und das Wirken des Geistes in und durch die Gemeinde in der Welt ausgebaut. Schlussendlich ist das Ergebnis eine weitgehend christliche Welt.

(2) Dies führt zu einer langen Ära der Gerechtigkeit und des Frieden, welche man oft als das Tausendjährige Reich betrachtet. Der Einfluss der Sünde und des Bösen ist während dieser Zeit stark vermindert, wenn er auch nicht ganz überwunden sein wird.

(3) Eventuell gibt es gegen Ende dieses Tausendjährigen Reiches eine letzte Rebellion. Die Postmillennialisten sind sich in diesem Punkt nicht einig.

(4) Unabhängig von einer möglichen letzten Rebellion, kommt Christus am Ende dieser Zeit wieder.

(5) Der Wiederkunft Jesu folgen die allgemeine Auferstehung, das letzte Gericht und der Anfang des neuen Himmels und der neuen Erde.

Modell des Rekonstruktionismus (aktuelle, verbreitete Variante des Postmillennialismus)

(1) Menschen werden durch Gnade gerettet.

(2) Sie „folgen Gottes Auftrag, zu herrschen“, d.h., sich die Erde untertan zu machen und Herrschaft auszuüben.

(3) Sie fangen an, durch das biblische Gesetz ihr eigenes Leben und ihr Umfeld zu unterwerfen (Gehorsam führt zu Herrschaft).

(4) Gott wird die segnen, die das tun. „Satans Reich wird nach und nach entkapitalisiert“, weil das Geld von den Ungläubigen zu den Gläubigen fliesst.

(5) Sie fangen an, ihr Leben in jedem Bereich auf das Gesetz Gottes auszurichten.

(6) Sie werden, wie Joseph und Daniel, zu einflussreichen Positionen aufsteigen.

(7) „Das Gesetz Gottes wird nach und nach in jede Gesellschaft eingeführt, die zuvor ihre Hingabe an Christus erklärt hat.“

(8) Völker werden eifersüchtig sein und das christliche Konzept, wegen seiner Segnungen, nachahmen.

(9) Auch die Juden werden eifersüchtig werden und sich zu Christus bekehren. Ausser dieser zukünftigen Bekehrung sieht der Rekonstruktionismus keine besondere Stellung oder Rolle für Israel vor.

(10) Dies wird zu noch mehr Bekehrungen unter den Heiden führen und, durch zunehmenden Gehorsam zu noch mehr Segen.

(11) Gottes Reich umfasst jetzt die ganze Welt. „Gott wird den Fluch nach und nach aufheben.“

(12) An einem bestimmten Punkt wird Satan die letzte Rebellion einleiten. Diese Rebellion wird sofort durch die Wiederkunft Jesu zerschlagen. Dann folgen das letzte Gericht und der neue Himmel und die neue Erde.

4. Dispensationalismus -> „Zwei Gottesvölker“

(1) Das gegenwärtige Zeitalter der Gemeinde wird plötzlich beendet durch die Entrückung. Alle Gläubigen werden in die Luft aufgenommen beim verborgenen Kommen Christi für die Gemeinde. Die Auferstehung der verstorbenen Christen findet in diesem Augenblick statt. Der Dispensationalismus hält grundsätzlich jeden Versuch, die Entrückung oder die Wiederkunft zu datieren, für falsch. Ihn kennzeichnet die Naherwartung, d.h. dass es keine Zeichen oder Ereignisse mehr gibt, die vorher noch geschehen müssen. Die Entrückung könnte zu jedem Augenblick stattfinden, ohne Vorwarnung. Es gibt keine Möglichkeit abzumessen, wie viel (oder wie wenig) Zeit noch übrigbleibt. In der Praxis haben viele Dispensationalisten eine so starke Naherwartung entfaltete, dass diese einer Datierung sehr nahe kommt.

(2) Die Entrückung markiert den Anfang der letzten sieben Jahre, die siebzigste Jahrwoche aus Daniel 9. Jetzt tritt der Antichrist als Haupt des wiederbelebten Römischen Reiches an die Öffentlichkeit. Diese Zeit wird schrecklicher als alles, was je zuvor passiert ist.

(3) Während dieser Zeit wird Gott seinen Plan mit Israel wieder aufnehmen. Israel wird nicht länger abseits stehen wie während des Zeitalters der Gemeinde, sondern wird wieder das Zentrum des Handelns Gottes auf Erden sein. Viele Juden werden sich bekehren, eingeschlossen die 144'000.

(4) In der Zwischenzeit befindet sich die Gemeinde im Himmel vor dem Richterstuhl Christi, um ihren Lohn zu empfangen. Die Hochzeit des Lammes findet statt.

(5) Die Trübsal endet mit Armageddon, der grossen Schlacht auf der Ebne bei Meggido, wo Millionen sich für das grauenvollste Blutbad der Menschheitsgeschichte versammeln werden.

(6) Zu diesem Zeitpunkt wird Christus sichtbar wiederkehren. Die verstorbenen Heiligen des Alten Testaments und der Trübsalszeit werden auferweckt.

(7) Satan wird gefesselt, Israel wird in sein land wiedervresammelt und die überlebenden Heidenvölker werden gerichtet; es handelt sich dabei um das Gericht der Schafe und Böcke, das in Mt 25:31-46 beschrieben ist.

(8) Dann wird das Millennium anfangen. Im Dispensationalismus stellt sich das Millennium als eine sehr jüdische Zeit dar. David oder Jesus wird als Fürst in Jerusalem herrschen. Der Tempel wird wiederhergestellt sein, einschliesslich Tieropfer, da eine buchstäbliche Auslegung von Hesekiel 40-48 das erfordert. Die Heiden werden den Juden dienen. Sünde existiert weiterhin, wird aber von Christus, der mit eisernem Stab regiert, unter Kontrolle gehalten.

(9) Während des Millennium werden die Heiligen des Alten Testaments, des Gemeindezeitalters und der Trübsal im himmlischen Jerusalem sein (wer genau „oben“ und wer auf der Erde ist, darüber sind sich Dispensationalisten nicht ganz einig).

(10) Das Millennium wird mit dem Freilassen Satans und dem letzten Aufstand enden, wie in Offb. 20 beschrieben.

(11) Die ungläubigen Toten werden auferweckt, und das Gericht des grossen weissen Thrones findet statt.

(12) Der Endzustand wird erreicht, indem der neue Himmel und die neue Erde geschaffen werden. Es bestehen erhebliche Meinungsunterschiede zwischen Dispensationalisten über das Verhältnis zwischen Israel und der Gemeinde und von Gläubigen aus dem Alten und denen aus dem Neuen Testament während des Millenniums und im Endzustand.Quelle

Die folgende Punkte bei der Wiederkunft Christi sind aber unstrittig:
1.Sie kommt gewiss, wenn auch ihr Tag unbekannt ist.
2.Sie wird persönlich, leibhaftig und für alle sichtbar geschehen.
3.Sie wird prachtvoll sein.
4.Er wird als Richter und Retter kommen.

Ob Amillennialismus, Prämillennialismus, Postmillennialismus oder Dispensationalismus, dieses sind alle nur Endzeitmodelle. Bei der Betrachtung der biblischen Texte zu Fragen der Eschatologie ist immer zuerst die Nüchternheit und Sachlichkeit angesagt, alles Spekulative hat bei dieser Betrachtung zuerst keinen Platz.
Gruß Joschie
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

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Beitragvon Pilger » 18.03.2012 22:13

Hallo Joseph

Danke für das klarstellen nach der Sicht Calvin's, schlussendlich war er wirklich (ausser den Herrn) die Schlüsselfigur wie es weiter gehen sollte mit der Reformation.

Jose danke für die Erklärung deiner Sicht.

Joschie auch dir danke für die Auflistung der Endzeitmodelle.

Gottes Segen
Nehemia 4,17:
"welches an der Mauer baute.Und die Lastträger luden auf, mit der einen Hand am Werke arbeitend, während die andere die Waffe hielt."

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Joschie
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Beitragvon Joschie » 20.03.2012 19:25

Hallo Ihr!
Als ich mich mit den verschiedenen Erweckungsbewegungen in der Kirchengeschichte befasst habe, bin ich auf einen Aspekt zum Themenbereich Eschatologie (Endzeitmodelle) gestoßen, dem ich vorher keine große Beachtung geschenkt habe. Steht die Eschatologie für sich alleine da oder hat sie Auswirkungen auf andere lehrmäßige Bereiche von uns?

Das Buch von Iain Murray "Die Hoffnung der Puritaner" Prophetieverständnis, Mission und Erweckung im Lichte der Kirchengeschichte, hat mir da sehr weitergeholfen.

Der englische Pastor Iain H. Murray schildert in diesem Buch die Geschichte der Erweckungen,die Entwicklung desProphetieverständnisses und die Missionsbestrebungen der calvinistischen Puritaner in Schottland und England. Großartig ist vor allem Murrays Schilderung der schottischen Erweckungsbewegung des ausgehenden 16. und frühen 17. Jahrhunderts. Was die "Hoffnung der Puritaner" betrifft, erwarteten die meisten unter ihnen eine zukünftige Bekehrung der Juden und damit verbunden eine sich anschließende Segenszeit. Unter dem Kapitel "Der Niedergang der Hoffnung" beschreibt Murray, wie dann der Postmillenialismus, der noch im 17. und 18. Jahrhundert mehrheitlich vertreten wurde, langsam von dem immer mehr erstarkenden Prämillenialismus des 19. Jahrhunderts abgelöst wurde.Das Buch wird ergänzend durch ein Essay über die Geschichte der protestantischen Missionsbewegung, deren Anfänge bei dem Calvinisten William Carey liegen, dem "Vater der protestantischen Mission". Darin wird aufgezeigt der Zusammenhang zwischen Zukunftserwartung und Missionsarbeit auf.
Dabei weist er auf die Bedeutung der eschatologischen Vorstellung des Postmillenialismus hin, der die Missionsbegeisterung des frühen 19. Jahrhunderts begründete und nicht nur im reformierten Lager, sondern auch von den Theologen und Begründern der pietistisch-lutherischen Missionsarbeit, Philipp Jakob Spener und August Hermann Francke, vertreten wurde.Der Anhang enthält auch ein Kapitel über Spurgeons Ansichten über Prophetie.
Joschie
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55


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