Heilssicherheit oder Heilsgewißheit

Lehrfragen in Theorie und Praxis - also alles von Bibelverständnis über Heilslehre und Gemeindelehre bis Zukunftslehre

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lutz
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Beitragvon lutz » 14.01.2010 22:56

Hallo Lydia,

ich denke gar nicht, dass du so schwer von Begriff bist – ich denke, dass die Problematik schwierig ist.
Das hängt u. a. daran, dass du deine Ausführungen an einer Bibelstelle festmachst, die dafür nicht gegeben ist.

Deshalb empfehle ich dir wirklich das Buch „Mit Ausharren laufen“ (Betanienverlag) ruhig und langsam zu lesen.
Solltest du das Buch schon besitzen, dann würde ich schnell auf die Seiten 206 bis 219 („Warnungen sind Gottes Mittel zum Heil“ und „Zusammenfassung: Der Zweck der Warnungen und Ermahnungen“) verweisen.

Meine Fragen sollten dich lediglich darauf aufmerksam machen, dass deine Ausführungen so gar nicht zu der Hebräerstelle passen.
Deine Ausführungen zeigen eine mehrfach Sinnesänderung und ich gehe jetzt nicht davon aus, dass es sich hier lediglich um die Trauer wegen einer vergeudeten Zeit handelt.
Die Hebräerstelle spricht von einem „Aus“ für eine ganz besondere Sinnesänderung, die dem Glauben entspringt.
Ich könnte auch sagen, ist Abfall vom Glauben möglich, dann wäre auch ein „Aus“ für diese Sinnesänderung möglich.
„Gebt acht, liebe Brüder, dass sich in keinem von euch ein böses Herz des Unglaubens im Abfall von dem lebendigen Gott zeige!“ (Hebr. 3, 12)

Interessant ist, was in Hebräer 6, 9 ff. steht.
Wieso sind diese „wir“ in Hebräer 6, 9 „eines Besseren gewiss“?
Woran erkennen sie das?
Was sollen dann die Ausführungen zu Beginn von Hebräer 6?

Aber wie schon oben gesagt:
ich empfehle dir wirklich dieses Buch vom Anfang bis zum Ende!

Lutz

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Joschie
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Beitragvon Joschie » 16.01.2010 09:22

Das hängt u. a. daran, dass du deine Ausführungen an einer Bibelstelle festmachst
Lutz, dazu stimme ich dir voll zu. Ich habe dazu noch eine Frage. Wie ist das Verhältnis von Verhältnis und Ermahnung und gibt es in diesem Bereich so etwas wie eine Deutungshoheit?
Gruß Joschie!
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lutz
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Beitragvon lutz » 16.01.2010 17:42

Hallo Joschie,

ich vermute mal du meinst in Anlehnung an Kapitel 4 des Buches „Mit Ausharren laufen“:

„Wie ist das Verhältnis von Verheißung und Ermahnung und gibt es in diesem Bereich so etwas wie eine Deutungshoheit?“

Ich versuche es mal mit einer sehr einfachen Darstellung:
Verheißung bezeichnet die Zusicherung eines zukünftigen Ergebnisses. (Ziel)
Ermahnung bezeichnet das Aktuelle (was zu tun ist).
Mit Deutungshoheit würde ich die Frage: „Was ist wichtiger?“ bezeichnen.

Bleiben wir mal bei dem Beispiel aus Kapitel 4 (S. 150 ff.):
„Wer aber ausharrt bis ans Ende, der wird errettet werden.“ (Matth. 10 und Markus 13)
Errettetwerden wäre das Ziel.
Ausharren wäre das aktuelle Tun nach vorn zum Ziel. (Weg).
Was ist wichtiger: Errettetwerden oder Ausharren?
Worauf soll ich mich mehr konzentrieren: Auf Ziel oder Weg?

Wir wissen, das Ziel ist eine Person: der Herr Jesus Christus – wir wissen ebenso, der Weg ist eine Person: derselbe Herr Jesus Christus.
Hier merke ich dann schon, dass die Frage nach der höheren Wichtung dazu führt:
Ist der Herr Jesus Christus wichtiger als der Herr Jesus Christus?
Ich würde also eine derartige Wichtung nicht vornehmen.
Dennoch unterscheiden wir zwischen Ziel und Weg (ohne eine Unterscheidung in der Person des Herrn vorzunehmen), zwischen dem „noch nicht“ und dem „schon jetzt“.

Ziel und Weg beides ist gleichermaßen wichtig und beides gehört zusammen.
Das Ziel wird nur auf einem ganz bestimmten Weg erreicht und am Ende eines ganz bestimmten Weges steht auch ein ganz bestimmtes Ziel.

Ermahnungen, Drohungen … sichern mir den richtigen Weg, halten mich auf dem richtigen Weg, weisen mich auf den richtigen Weg zurück … - und am Ende steht das durch Verheißung mir jetzt schon zugesicherte Ziel.
So sicher die Verheißung ist, so sicher ist der einzige Weg.
Dieser Weg ist sicher ein Ringen, ein Kämpfen, ein Beharren, ein Aufrichten, ein Sünden bekennen, ein Vergebung empfangen ….
Dieser Weg ist sicher nicht Passivität, nicht Lauheit, …

Oder wie es in der Zusammenfassung des Buches (S. 219) steht:
„ … Gott hält uns in Christus sicher fest, indem er Ermahnungen und Warnungen benutzt, die ebenso wie der anfängliche Ruf des Evangeliums im Rahmen von Möglichkeiten oder Bedingungen formuliert werden. Sie sind – wie wir noch zeigen werden – nicht das einzige Mittel, aber sie sind von entscheidender Bedeutung. …“

Lutz

PS:
Mit dem Buch liegen mir also 5 verschiedene Auslegungsvarianten vor und in der Entscheidung für eine spezielle Auslegungsvariante regiert mich auch eine „Deutungshoheit“.
Bei mir besitzt Folgendes Deutungshoheit: „Wie ihr empfangen habt, so wandelt!“ / „Gott wirkt Beides, Wollen und Vollbringen.“
D. h. synergistische Varianten oder Varianten, die mich zum Synergismus (Aufteilung zwischen Gott und Mensch) führen, würde ich entsprechend dieser Deutungshoheit ablehnen.

Sind es monergistische (Gott allein) Varianten, dann suche ich die, die der Textaussage am nächsten kommt.
Mit anderen Worten mir ist eine Widerspruchsfreiheit zum „Anfang des Empfangens“ und zum Text wichtig.

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Joschie
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Beitragvon Joschie » 16.01.2010 18:17

Hallo Lutz!
Vielen Dank für deinen Beitrag, ich habe das Buch gerade angefangen, habe aber große Probleme beim Verstehen ??!
Gruß und Segen vo $:D $:D n Joschie!
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Beitragvon lutz » 16.01.2010 18:43

Hallo Joschie,

und ich möchte dir trotzdem Mut machen, durchzuhalten.
Du musst nicht jeden Satz und jede Aussage sofort verstehen.
Lies einfach weiter (wenn es zu sehr entmutigt, dann lies nebenbei noch etwas Anderes, lass dieses Buch aber nicht weg!).
Nimm dir einen Textmarker und markiere, was du verstanden hast oder dir jetzt wichtig ist.

Ich kenne Ausführungen (sind zwar jetzt keine Bücher), die ich schon seit fast 5 Jahren immer und immer wieder in Abständen betrachte.
Jedes Mal verstehe ich mehr, es ist aber auch jedes Mal etwas dabei, was ich immer noch nicht erfasse.

Lieben Gruß Lutz

Lydia
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Beitragvon Lydia » 16.01.2010 21:32

Hallo Lutz,
wollte mich bei Dir bedanken für Deine hilfreichen Ausführungen.
Dieses Problem war nur durch Logik zu lösen, nicht durch "Kämpfe den guten Kampf" oder so.
Du hast recht, wenn die Sinnesänderung passiert ist, kann das "unmöglich" nicht zutreffen in dem Fall.

Gruß
Lydia

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Beitragvon Joschie » 17.01.2010 13:00

Hallo Lutz!
Vielen Dank für deine ermutigen Worte, ich werde versuchen sie in der Praxis umzusetzen.
$:P Liebe Grüße Joschie! $:P
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