Fragen zur Heiligung??

Lehrfragen in Theorie und Praxis - also alles von Bibelverständnis über Heilslehre und Gemeindelehre bis Zukunftslehre

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Gast

Beitragvon Gast » 21.12.2009 12:39

Heiligung ist unsere Anreicherung an dem Heilgen Element durch das Werk des Heiligen Geistes.

Stützend auf die Aussage der Schrift über die Menschen als Gefäße(1.Sam 21:5,Röm 9:22-23), möchte ich den Prozess der Heiligung folgender Massen veranschaulichen.

Man nehme zwei Weingläser und stelle das eine normal und das andere umgedreht. Jetzt fülle die beiden mit einer Flüssigkeit und vergleiche die Mengen, die in die beiden hinein passen.
Auffällig ist , dass das Füsschen des umgedrehten Glases grad ein paar Tropfen aufnehmen kann, während das richtg stehende Glas voll aufgefüllt werden kann.

Was schliessen wir daraus? Gott gibt den Geist nicht nach Mass (Joh 3:34), jedoch unser Mass der Aufnahmefähigkeit bestimmt den Prozess der Heiligung. Unsere Aufgabe ist uns aufzumachn, offen zu sein, unsere eigenen Meinungen und Vorstellungen auf zu geben. Uns völlig entlehren und arm werden nach dem Geist(Mt.5:3). Dann können wir aufgefüllt werden. Und das täglich.

Nur der Herr ist reich. Der Herr ist der Geist! (2.Kor 3:17) Wir alle aber, mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn anschauend, werden verwandelt nach demselben Bilde von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, als durch den Herrn, den Geist (2.Kor 3:18).

"Glückselig die Armen nach dem Geiste, den ihrer ist das Reich der Himmel. (Mt 5:3)" Und "wer den Willen des himmlischen Vaters tut der wird in das Reich der Himmel eingehen" (Mt 7:21). Und weiter "Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung" (1.Thes 4:3).

Gruß
Peter

lutz
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Beitragvon lutz » 21.12.2009 17:30

Wir werden nicht mit heiligem Element angereichert, noch bedeutet das „arm werden“ eine Entleerung – wie auch immer.

Die 1. Betanienkonferenz hat sich genau mit diesen Ausuferungen beschäftigt und jeder dieser Vorträge wäre hier passend:

http://www.betanien.de/verlag/material/ ... php?id=128

Und damit nicht der Eindruck entsteht, dies wäre ein Spezialgebiet einer bestimmten Gruppe von Gläubigen noch einen anderen Link, der sich auch damit beschäftigt:

http://www.thebereancall.org/node/8214
„Die Erste und Endgültige Lüge: Selbstvergötterung“
„ … Die alten Mystiker der römischen Katholiken, bekannt als Wüstenväter (die spirituelle Ikonen für die „evangelikale" Emerging Church Bewegung geworden sind), entwickelten Glaubensansichten und Praktiken, die sich nur wenig von denen der Yogis, Gurus und Priester des Hinduismus und Buddhismus unterscheiden. Das ist ein Grund, warum moderne katholische Mystiker wie der Trappistenmönch Thomas Merton und die Priester Henri Nouwen und Thomas Keating so große Gefolgschaft unter den Priestern und Nonnen der Kirche haben (wie auch unter vielen Evangelikalen). Zu ihren Werken muss man nicht gehen, um die Position der Kirche von Rom hinsichtlich Gottheit zu finden. Das wird deutlich in Paragraph 460 des Katechismus der Katholischen Kirche dargelegt:
Das Wort Gottes [der Sohn Gottes] „wurde Mensch, damit wir vergöttlicht würden" [Athanasius, inc. 54,3]. ,,Weil uns der eingeborene Sohn Gottes Anteil an seiner Gottheit geben wollte, nahm er unsere Natur an, wurde Mensch, um die Menschen göttlich zu machen" [Thomas v. A., opusc. 57 in festo Corp. Chr. 1]. ...”

Lutz

Gast

Beitragvon Gast » 21.12.2009 19:07

pit hat geschrieben:Heiligung ist unsere Anreicherung an dem Heilgen Element durch das Werk des Heiligen Geistes.

Stützend auf die Aussage der Schrift über die Menschen als Gefäße(1.Sam 21:5,Röm 9:22-23), möchte ich den Prozess der Heiligung folgender Massen veranschaulichen.

Man nehme zwei Weingläser und stelle das eine normal und das andere umgedreht. Jetzt fülle die beiden mit einer Flüssigkeit und vergleiche die Mengen, die in die beiden hinein passen.
Auffällig ist , dass das Füsschen des umgedrehten Glases grad ein paar Tropfen aufnehmen kann, während das richtg stehende Glas voll aufgefüllt werden kann.

Was schliessen wir daraus? Gott gibt den Geist nicht nach Mass (Joh 3:34), jedoch unser Mass der Aufnahmefähigkeit bestimmt den Prozess der Heiligung. Unsere Aufgabe ist uns aufzumachn, offen zu sein, unsere eigenen Meinungen und Vorstellungen auf zu geben. Uns völlig entlehren und arm werden nach dem Geist(Mt.5:3). Dann können wir aufgefüllt werden. Und das täglich.

Nur der Herr ist reich. Der Herr ist der Geist! (2.Kor 3:17) Wir alle aber, mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn anschauend, werden verwandelt nach demselben Bilde von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, als durch den Herrn, den Geist (2.Kor 3:18).

"Glückselig die Armen nach dem Geiste, den ihrer ist das Reich der Himmel. (Mt 5:3)" Und "wer den Willen des himmlischen Vaters tut der wird in das Reich der Himmel eingehen" (Mt 7:21). Und weiter "Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung" (1.Thes 4:3).
Es geht hier nicht um die Gottheit, sondern um das Leben Gottes. Jesus spricht: "Ich bin gekommen damit ihr Leben habt".

Heiligung hat zwei Aspekte.
1. Einerseits sind wir heilg weil wir zu Gott gehören, das ist wenn wir den Sohn annehmen, so sind wir heilig per Stellung. Beispiel solcher Heiligung ist in Mt 23 zu finden. Das Altar heiligt das Opfer, nur weil es auf dem Altar liegt und der Tempel heiligt das Gold nur weil es zum Tempel gehört.
17 Ihr Narren und Blinden! Was ist größer: das Gold oder der Tempel, der das Gold heiligt?
19 Ihr Narren und Blinden! Was ist größer: das Opfer oder der Altar, der das Opfer heiligt
Aus diesem Grund spricht Paulus alle Gläubige an Christus in seinen Begrüßungen als Heilige an.

2. Der organisches Aspekt. Dies ist ein Prozess der Heiligung des Inneren des Menschen durch das Leben Gottes. Die alte Schöpfung ist nicht sofort mit der Errettung neu und heilig. Der Alte Mensch muss erst nach und nach "ausgezogen/abgelegt" werden, damit der neue Mensch "angezogen" wird.
Beispiele hierfür gibt es im Überfluss. ". z.B.
(Rom 12:2 [Elberfelder])
Und seid nicht gleichförmig dieser Welt, sondern werdet verwandelt durch die Erneuerung [eures] Sinnes, daß ihr prüfen möget, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist.
hier ist es sehr interessant das Wort "verwandelt" in seinem Grundtext zu betrachten.
weitere Beispiele: Kor 3:17-18, Kol 3:12-14 u.v.m.

Von der Heiligkeit in diesem Sinne spricht Petrus in folgenden Versen:
1.Petrus 1.
14 als Kinder des Gehorsams bildet euch nicht nach den vorigen Lüsten in eurer Unwissenheit,
15 sondern wie der, welcher euch berufen hat, heilig ist, seid auch ihr heilig in allem Wandel;
16 denn es steht geschrieben: "Seid heilig, denn ich bin heilig".
Ich weiss nicht was die von lutz erwähnten Ausuferungen bedeuten sollen, habe damit nichts zu tun. Ich wiederhole, es geht nie und nimmer um "Vergöttlichung" im Sinne der Gottheitserweiterung im welchen Masse uch immer. Es geht um den Transfer des Lebens Gottes, um die umwandlung unseres Charakters, unserer Veranlagung, um Sohnifizirung aller unserer menschlichen Tugenden. Gott braucht nur Christus. Christus ist das Zentrum alles geistlicher Dinge. "Das Leben ist für mich Christus!" und " bis wir alle hingelangen zu der Einheit des Glaubens und zur Erkenntnis des Sohnes Gottes, zu dem erwachsenen Manne, zu dem Maße des vollen Wuchses der Fülle des Christus;". Unser Ziel ist Christus werden im Leben und in der Natur aber nie und nimmer in der Gottheit. Gottheit gehört Gott allein!

Gruß
Peter

@lutz. Reinigen bedeutet Reinheit zu erhöhen, heiligen bedeutet Heiligkeit zu erhöhen; der Mensch wird nie seine eigene Heilgkeit besizten, darum gibt es da nichts zu erhöhen durch Schmutzentfernung Heilgkeit muss aufgenommen werden. Die Heilgkeit gibt es ausschliesslich bei Gott, darum bedeutet Heiligung von der einen Seite die Entfernung vom Schmutz von der anderen aber eine Aufnahme von Gott als dem Geist.
... oder störst du dich einfach an den Wort "heiliges Element" und "Anreicherung"?

lutz
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Beitragvon lutz » 21.12.2009 19:52

Du kannst die Nähe zur Selbstvergottung und damit meine ich:
der Mensch bekommt wesensmäßigen Anteil an der "göttlichen Natur" - leicht aushebeln,

wenn du erklärst, was du mit "neuem Menschen" und mit "Anreicherung an dem Heiligen Element" konkret meinst.

So wie du darlegst - kann ich keine andere Assoziation als "Selbstvergottung" haben.

Lutz

PS: "Es geht um Transfer des Lebens Gottes" - du weißt schon dass Christus spricht: "Ich bin das Leben". Es ist unbedeutend welches Vokabular verwendet wird - es führt immer wieder auf den Transfer von "Göttlichkeit".

Jörg
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Beitragvon Jörg » 22.12.2009 05:36

Hallo,

habe heute morgen bei dem Puritaner Richard Sibbes einen Satz gelesen, den ich gerne weitergeben möchte: "Wir sollen dahin getrieben werden, uns völlig auf die Rechtfertigung zu verlassen und nicht auf die Heiligung, die - neben der Unvollkommenheit - einige Makel aufweist."

Dann habe ich noch von einer Begebenheit gelesen, als Georg Whitefield gefragt wurde: "Herr Whitefield, meinen Sie, dass wir Herrn Wesley im Himmel wiedersehen werden?" Hierauf antwortete Herr Whitefield: "Wahrscheinlich nicht, denn er wird in solch einer hohen und erhabenen Stellung sein, dass Sie und ich ihn dort nicht sehen werden."

Hieran wird die Größe von Whitefield deutlich, der trotz sehr großer Differenzen zu Wesleys Lehren u. a. in der Frage der Heiligung, eine sehr hohe Achtung und Meinung ihm gegenüber hat; und ich denke, hieran wird sehr deutlich wie Liebe und Wahrheit ein Paar bilden! Ich kann von mir nur sagen, daß ich hier noch sehr viel lernen muß. Gut, daß wir Vorbilder haben.

Gruß

Jörg
Es muß alles erst einmal an Gott vorüber, bevor es mich treffen kann. (Helmut Thielicke)

Gast

Beitragvon Gast » 22.12.2009 11:54

Jörg hat geschrieben:Dann habe ich noch von einer Begebenheit gelesen, als Georg Whitefield gefragt wurde: "Herr Whitefield, meinen Sie, dass wir Herrn Wesley im Himmel wiedersehen werden?" Hierauf antwortete Herr Whitefield: "Wahrscheinlich nicht, denn er wird in solch einer hohen und erhabenen Stellung sein, dass Sie und ich ihn dort nicht sehen werden."
Meint er es ernst mit der Hierarchie im Himmel :?: :?: :?:
Zuletzt geändert von Gast am 22.12.2009 12:25, insgesamt 1-mal geändert.

Gast

Beitragvon Gast » 22.12.2009 12:25

lutz hat geschrieben:wenn du erklärst, was du mit "neuem Menschen" und mit "Anreicherung an dem Heiligen Element" konkret meinst..
Über den neuen Menschen kannst du bei Paulus in Kol 3 nachlesen, mit der "Anreicherung an dem Heiligen Element" habe ich die Erfüllung mit dem Geist gemeint. "Werdet voll Geistes" (Eph 5:18). Die Formulierung "Element" enthält eben die Personifizierrung nicht mehr, die du trotzdessen anprangerst.

Jetzt habe ich Frage an dich, lieber Lutz, bist du damit einverstanden, dass wir durch Gott Teilhaber des Leben Gottes und der göttlichen Natur gemacht werden?
Ich meine nicht solche Eigenschaften wie Allwissenheit, Allgegenwärtigkeit, Allmacht usw. welche nur der Gottheit, der Person Gottes gehören. Ich meine nicht die Person Gottes sondern das unzerstörbare unerschaffene Leben Gottes, dass im NT mit dem Wort zoé bezeichnet wird und ich meine die göttliche Natur Gottes wie es in 2.Pet. 1:4 steht.
(2Pet 1:4 [Elberfelder])
durch welche er uns die größten und kostbaren Verheißungen geschenkt hat, auf daß ihr durch diese Teilhaber der göttlichen Natur werdet, indem ihr dem Verderben entflohen seid, das in der Welt ist durch die Lust;

Peter

lutz
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Beitragvon lutz » 22.12.2009 16:57

Der Beitrag wird sehr lang, weil ich zwei ältere Beiträge von dir, Peter, zitieren muss, damit das Ganze nicht allzu unverständlich wird.

Nein, ich stimme dir in deinen Vorstellungen nicht zu!
Und ich bleibe dabei, dir weiterhin die Vorträge der 1. Betanienkonferenz in ihrer Gesamtheit zu empfehlen, zuzüglich der Bücher:
Bernhard Kaiser: Christus allein
Ronald Senk: Das Schwert des Geistes.

Wenn wir weiter bei der von dir eingebrachten Petrusbriefstelle bleiben, ist es unumgänglich auf ein Thema zurückzukommen, das du selbst „ins Leben gerufen“ hast:
„Sohn Gottes Einzig- oder Erstgeboren“.
___________________________________________________________
Verfasst von pit am: 05.07.2008 17:03:
„..W.Lee schreibt darüber in seiner Fussnote zu Röm 8:29 …
Christus war der Einziggeborene Sohn Gottes von der Ewigkeit her (Joh 1:18). Bei Seinem Kommen in die Welt war Er lediglich der Einziggeborene Sohn (1.Joh 4:9, Joh 1:14, 3:16). Durch den Eingang durch Tod in die Auferstehung wurde Seine Menschlichkeit in Seine Göttlichkeit erhoben. Auf diese Weise wurde Er in der Auferstehung als der Erstgeborene Sohn Gottes geboren (Apg 13:33). Gleichzeitig wurden alle Seine Gläubigen mit Ihm zusammen in Seiner Auferstehung auferweckt (1.Pet 1:3) und mit Ihm zusammen als viele Söhne Gottes geboren. So wurden sie zu Seinen vielen Brüdern, welche Seinen Leib bilden und der Ausdruck Gottes in Ihm sind.
Als der Einziggeborener Sohn, hatte Christus die Göttlichkeit aber keine Menschlichkeit. Er war selbstbestehend und ewigbestehend, so wie es Gott ist. Seine Existenz als der Erstgeborene Sohn Gottes begann mit Seiner Auferstehung.
Mit Seinem Erstgeborenen Sohn als Basis, Muster, Element, und Mittel, produziert Gott viele Söhne, und die vielen Söhne, die produziert werden, sind die vielen Gläubigen, welche in den Erstgeborenen Sohn Gottes hinein glauben und sich mit Ihm verbinden. Sie sind genau wie Er im Leben und Natur und wie Er haben sie beides Menschlichkeit und Göttlichkeit. Sie sind Seine Erweiterung und Sein Ausdruck, um in Ewigkeit den ewigen Dreieinen Gott zum Ausdruck zu bringen. Die Gemeinde ist heute eine Miniatur dieses Ausdrucks (Eph 1:23), und das Neue Jerusalem in Ewigkeit wird die endgültige Manifestation dieses Ausdrucks sein (Off 21:11).“
_____________________________________________________________

Hier tauchen Vorstellungen auf, wie:
- von der Menschlichkeit in Göttlichkeit erhoben,
- der Ausdruck Gottes sein
- Gott produziert viele Söhne, die vielen Gläubigen, die sich mit dem Erstgeborenen
verbinden
- die Gläubigen haben wie der Erstgeborene beides Menschlichkeit und Göttlichkeit
- die Gläubigen als Erweiterung und Ausdruck des Erstgeborenen, um …
- endgültige Manifestation eines Ausdrucks


Natürlich gehört dann auch diese präzisere Darstellung für das Verständnis dazu:
___________________________________________________________________________
Verfasst von pit am: 05.07.2008 22:37

„ …wir sind geborene Kinder Gottes, Keine adoptierten, wie manche Bibelausleger irrtümlicher weise meinen. Das geborene Kind besitzt das Leben der Eltern, somit haben wir das Leben Gottes. Das bestätigt die Schrift uns unmissverständlich und unzweideutig (Joh 1:12, 3:16).
Wir nehmen aber nicht nur im Leben Gottes Teil, wir nehmen genauso Teil an der göttlichen Natur, siehe dazu 2.Pet, 1:4 .
Bitte nicht zu viel in den Satz von Bruder Lee hinein lesen. Gott gibt uns das göttliche Leben und die göttliche Natur jedoch nicht die Gottheit. Kein Mensch wird zum Objekt der Anbetung, kein Mensch wird Allwissend, Allgegenwärtig und das andere All- was nur Gott gehört. Wir sind halt Brüder des Erstgeborenen Menschen Gottes, nicht des Einziggeborenen!...“
____________________________________________________________________

„Teilhaber an der göttlichen Natur sein“ setzt also eine Vielzahl von Themenbereichen voraus und wenn hier die Vorstellungen falsch sind – dann wird die Auslegung ebenso in die falsche Richtung führen und im Zuge dessen tauchen dann auch immer wieder neue Bibelstellen auf, die genauso falsch interpretiert werden (Christus in mir, erfüllt mit heiligem Geist …).

Themen wären hier bspw:
Gott und die Schöpfung – Ist die Schöpfung Ausfluss von Gottes Wesen?, Manifestiert sich Gott in der Schöpfung? Ist das menschliche Leben geschöpfliches Leben oder göttliches Leben? …. (Hier merkt man dann, dass eine reine Wörterbuchanalyse, die sich auf gleiche Wörter an vielen Stellen gründet, nicht viel weiterhilft.)
Christus – wahrer Gott und wahrer Mensch? göttlich oder Gott? vermischte Naturen oder getrennt?
Der Heilige Geist – personeller Gott oder unpersönliche Kraft?
Gläubige – Hier mal ein Zitat aus Bernhard Kaisers „Christus allein“: „In einigen Bereichen des Protestantismus hat seit dem 19. Jahrhundert zunehmend die Vorstellung Eingang gefunden, dass der Mensch dadurch gerettet würde, dass er durch die Eingießung göttlichen Lebens erneuert würde. In seiner Seele soll er derart vom Heiligen Geist erfüllt werden, dass er ganz neue Fähigkeiten gewinnt und im Grunde seines Wesens heilig und göttlich wird.“ (S. 83)

Lutz

Gast

Beitragvon Gast » 22.12.2009 19:29

Ist es nicht besser bei der Schrift zu bleiben? Ich zitiere die Schrift, du sagst nein dazu. Komisch ist es, lutz :-).
Du willst doch nicht weginterpretieren was schwarz auf weiss da ist und sich nicht anders deuten läßt?!

Dein Verständnis ist anders, aber du musst zustimmen, dass es die Wahrheit ist, dass wir Teilhaber der göttlichen Natur werden, was auch immer es heissen mag. Wenn du schon hier verneinst, dann ignoriere ich dich weiter einfach.
Genauso kannst du nicht abstreiten, dass wir durch Christus das ewige Leben zoé besitzen. Im Namen Jesu haben wir ewiges Leben (Joh 20:31).

Gibst du dein Amen zu diesen zwei Aussagen ??? Ja oder Nein???

Peter.

lutz
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Beitragvon lutz » 22.12.2009 19:36

Ja, wir sollen bei der Schrift bleiben.
Nur nützt das Zitieren von Bibelstellen gar nichts - wenn du damit deine falschen Vorstellungen untermauern möchtest.
Dazu ist uns die Schrift nicht gegeben, sondern die Schrift sagt uns, wie sie es meint.

Ich sage nicht nein zu einer Bibelstelle - ich sage nein zu deinen Vorstellungen, die du damit stützen möchtest.

Lutz

Jörg
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Beitragvon Jörg » 24.12.2009 08:31

Joschie hat geschrieben:Hallo Ihr :!:
Was ist unser Beitrag zur Heiligung und kann man es als unsere Werke bezeichnet :?:
Hi Joschie, ich finde, Paulus hilft uns bei dieser Frage weiter. Er schreibt in Titus 2, 14: "der sich selbst für uns gegeben hat, damit er uns erlöste von aller Ungerechtigkeit und reinigte sich selbst ein Volk zum Eigentum, das eifrig wäre zu guten Werken." Auch wenn man Rechtfertigung von der Heiligung unterscheiden muß, darf man sie doch nicht voneinander trennen. Paulus schreibt ja in 1. Korinther 1, 30+31: "Durch ihn aber seid ihr in Christus Jesus, der uns von Gott gemacht ist zur Weisheit und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und Erlösung, damit wie geschrieben steht: "Wer sich rühmt, der rühme sich des Herrn!" Weil in Christus sowohl Rechtfertigung als auch Heiligung ist, darf man Heiligung und Rechtfertigung nicht trennen. Denn man würde sich so in gewissem Sinne der Zerteilung Christi schuldig machen und die Frage des Paulus könnte man auch hier stellen: "Ist Christus etwa zerteilt?" (1. Korinther 1, 13)

Ich denke, Heiligung bedeutet, Gott zu dienen. Wir sind durch das Blut Christ teuer erkauft und gehören uns nicht mehr selber. So schreibt Paulus von den Thessalonichern: "wie ihr euch bekehrt habt zu Gott von den Abgöttern, zu dienen dem lebendigen und wahren Gott." Wir werfen unsere Götzen weg - das ist "unser Werk" - und dienen Gott.

Dennoch muß unbedingt daran festgehalten werden, daß die Heiligung hauptsächlich das Werk Gottes ist. Philipper 2, 12+13 bringt das wunderbar zum Ausdruck: "Schaffet, daß ihr selig werdet, mit Furcht und Zittern - quasi unser Anteil, unsere Rolle - "Denn Gott ist´s, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen".

Zwei Extreme gilt es zu vermeiden. Einmal kann man versuchen, Heiligung aus eigener Kraft zu versuchen. Das führt zu einem Heilsstreß, christlicher Rennerei und zum Krampf. Die Frucht ist absolute Freudlosigkeit oder pharisäische Arroganz und Stolz! Das andere Extrem ist zu meinen, man hätte nichts weiter zu tun als völlig passiv "auf den Herrn zu blicken" und man könnte diese Ansicht sogar mit dem Gleichnis vom Weinstock und den Reben in Johannes 15 untermauern. Doch die Heilige Schrift fordert uns an vielen Stellen zum aktiven Handeln auf: "So laßt nun die Sünde nicht herrschen in eurem sterblichen Leibe, und leistet seinen Begierden keinen Gehorsam. Auch gebt nicht der Sünde eure Glieder hin als Waffen der Ungerechtigkeit, sondern gebt euch selbst Gott hin, als solche, die tot waren und nun lebendig sind, und eure Glieder Gott als Waffen der Gerechtigkeit." (Römer 6, 12-14) Eine wichtige Stelle ist auch Römer 8, 13: "wenn ihr aber durch den Geist die Taten des Fleisches tötet, so werdet ihr leben". Aus eigener Kraft müßte mich diese Forderung zur Verzweiflung bringen. Aber Gott sei Dank heißt es: "durch den Geist". Der Heilige Geist ist unser Helfer!!!

Ich möchte schließen mit 2. Korinther 7, 1: "Weil wir nun solche Verheißungen haben, meine Lieben, so laßt uns von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes uns reinigen und die Heiligung vollenden in der Furcht Gottes."

Ein besinnliches, fröhliches und gesegnetes Weihnachtsfest wünsche ich Euch allen

Jörg
Es muß alles erst einmal an Gott vorüber, bevor es mich treffen kann. (Helmut Thielicke)


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