Geburtstag und Todestag Jesu

Lehrfragen in Theorie und Praxis - also alles von Bibelverständnis über Heilslehre und Gemeindelehre bis Zukunftslehre

Moderatoren: Der Pilgrim, Peter01, Anton

Ralf_Wtal
Beiträge: 60
Registriert: 16.06.2009 06:59
Wohnort: 42109 Wuppertal

Geburtstag und Todestag Jesu

Beitragvon Ralf_Wtal » 16.06.2009 15:33

Hallo zusammen,

beim Durchstöbern des Forums habe ich eine Frage zur Geburt Jesu Christi gefunden. Da dieser Artikel jetzt fast 3 Jahre alt ist, öffne ich einen neuen Artikel zum Geburtstag und Todestag Jesu Christi.

Ich gebe Robert recht, wenn er auf die heiligen jüdischen Feste (4. Mose 28.29) nach dem Auszug aus Ägypten hinweist und zur Grundlage einer geistlich-prophetischen Deutung heranzieht. Die Feste sind: 1. Pessach (14. Abib (später Nisan); 2. Das Fest der ungesäuerten Brote; 3. Die Erstlingsgabe (Schwingopfer nach dem Pessach (3. Mose 23); 4. Der Tag der Erstlinge (Pfingsten), 5. Der Tag des Posaunenhalls (Rosch Ha-Schana am 1. Tischri), 6. Der Versöhnungstag (Jom Kippur am 10. Tischri) und 7. Sukkot (Laubhütten). Tischri ist der erste Monat im jüdischen Jahr (Sep./Okt.) und Elul der letzte Monat. Daneben gilt eine andere Zählung ab dem 1. Neumond nach Frühlingsanfang (Abib/Nisan), daher wird Tischri auch siebenter Monat (4. Mose 29,1) genannt.

Nach meinem Verständnis (ich beziehe mich auf die Ausführungen eines von mir geschätzten Religionswissenschaftlers) wird Jesus Christus Rosch Ha-Schana (Kopf des Jahres) im Jahre 2 a.Chr.(n.) geboren und am 14. Nisan 32. p.Chr.(n.) als das wahre Passahlamm hingerichtet.

Es gilt nun, das Geburtsjahr zu beweisen.

Der Beweis des Geburtstages ist ohne detaillierte Auswertung chaldäischer Sterntafeln i.V. m. Jesaja 7,14 (Zeichen in der Höhe) nicht zu führen und würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Die Chaldäer hatten eine Astralreligion und hervorragende Kenntnisse über den Lauf der Gestirne. Die Weisen aus dem Morgenland sind einem Stern, der in der Nähe des galaktischen Nordpols (Den „Alten“ als „Thron Gottes“ bekannt) auftrat, gefolgt. Eine Konjunktion von Planeten heranzuziehen scheitert bereits daran, das Konjunktionen keine einmaligen Ereignisse sind. Nur ein einmaliges Ereignis (Zeichen) kann die einzigartige Geburt Jesu Christi anzeigen, nämlich ein „neuer“ Stern, der am Tag der Geburt Jesu hervortrat und in der Tradition der Chaldäer bekannt war.

Es wird immer wieder behauptet, daß Jesus Christus entweder im Jahre 7. v.Chr. bzw. 4 v.Chr. geboren wurde. Das erste Datum entspringt der Annahme, daß der Stern zu Bethlehem auf der 3-fachen Konjunktion der Planeten Jupiter und Saturn im Sternbild Fische beruht. Das zweite Datum basiert auf der Annahme, daß Herodes der Gr. im Jahre 4 v. Chr. gestorben ist. Neuere Forschungen weisen aber darauf hin, daß Herodes bis zum Jahre 1. v. Chr. gelebt hat.

Nehmen wir Lukas 3 zu Hilfe. Nach seinem Bericht begann Jesus ungefähr 30 Jahre alt zu werden (Luk. 3,23), als er im Jordan getauft wurde. Mit geringen geschichtlichen Kenntnissen läßt sich das Jahr der Taufe auf das Jahr 29 n.Chr. datieren. Es ist das 15. Regierungsjahr des Kaisers Tiberius (Luk. 3,1). Kaiser Augustus starb am 19.08.14, damit beginnt das 15. Regierungsjahr im August 28 und endet im August 29.
Im Laufe seiner Lehrtätigkeit ist Jesus Christus insgesamt 3x zum Passahfest (Johannes 2,23; 6,4; 11,55) nach Jerusalem gezogen. Vor dem letzten Passahfest war der triumphale Einzug in Jerusalem (Sacharja 9,9). Dieses Passahfest hat er nicht mehr erlebt, weil er am Rüsttag zu diesem Fest als das wahre Passahlamm geopfert wurde.

Damit gelangen wir über Lukas 3 zum Geburtsjahr und zum Todesjahr: Wenn Jesus Christus im Jahre 29 dreißig Jahre war, dann ist er im Jahre 2 vor unserer Zeitrechnung, die erst im 6. Jahrhundert eingeführt wurde, geboren. (Auf das Jahr 1 v.Chr. folgt das Jahr 1 n. Chr.). Da er nach dem Johannesevangelium 3x zum Passahfest (also im Jahre 30, 31 und 32) nach Jerusalem gezogen ist, ist er im Jahre 32 am Rüsttag zum Passahfest gestorben. Damit ist auch belegt, daß die Lehrtätigkeit Jesu keinesfalls 3 Jahre überschritten hat, womit ich zu einem anderen Beweis des Todesjahres über Daniel 9,24-27 komme. Mir sind die Schwierigkeiten der dispensationalistischen Sicht auf die Lücke zwischen der 69. Jahr und 70. Jahrwoche bestens bekannt. Aber die Mitte der 70. Jahrwoche auf den Todestag Jesu zu legen, scheitert an der Dauer der Lehrtätigkeit Jesu nach dem Johannesevangelium. Die 70. Jahrwoche ist ein ganzes anderes Thema. Am Ende der 69. Jahrwoche wird der Messias weggetan. Da sind sich die Ausleger einig, daß hiermit die Hinrichtung Jesu Christi gemeint ist. Zu diesem Zeitpunkt sind 69 Siebener, also 483 prophetische Jahre zu 360 Tagen (173880 Tage) nach dem Befehl des Königs Artaxerxes (Nehemia 2), die Stadt wieder aufzubauen, vollendet. Die Berechnung, zu welchem Monat und Jahr man gelangt, wenn ab dem Nisan des 20. Regierungsjahres (445 v. Chr.) 476 julianische Jahre und 21 Tage gerechnet werden, überlasse ich dem Leser.

Benutzeravatar
Pilger Andreas
Beiträge: 166
Registriert: 11.04.2005 11:11
Wohnort: Mühlacker
Kontaktdaten:

Re: Geburtstag und Todestag Jesu

Beitragvon Pilger Andreas » 16.06.2009 15:51

Hallo und willkommen Ralf,
Ralf_Wtal hat geschrieben:ich beziehe mich auf die Ausführungen eines von mir geschätzten Religionswissenschaftlers
Wen meinst Du da?

Gruß.
Andreas

Benutzeravatar
Joschie
Moderator
Beiträge: 5665
Registriert: 28.02.2007 20:18
Wohnort: Hamburg

Beitragvon Joschie » 16.06.2009 17:09

Hallo Ralf
Könntest du bitte den alten Beitrag angeben :?:
Gruß Joschie
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

Silke
Beiträge: 188
Registriert: 07.04.2005 12:53
Wohnort: Oberbayern
Kontaktdaten:

Beitragvon Silke » 16.06.2009 18:07

Ralf könnte folgenden meinen:

http://www.betanien.de/forum/viewtopic.php?t=364

Viele Grüße
Silke :o)
so bitten wir nun stellvertretend für Christus: Lasst euch versöhnen mit Gott! (2Kor 5,20)

Ralf_Wtal
Beiträge: 60
Registriert: 16.06.2009 06:59
Wohnort: 42109 Wuppertal

Religionswissenschaftler

Beitragvon Ralf_Wtal » 17.06.2009 16:25

Hallo Andreas,

Dr. Werner Papke hat zum Thema folgendes Buch herausgegeben:
"Das Zeichen des Messias" (1995 by CLV - ISBN 3-89397-369-9).
Leider ist Dr. Papke schwer erkrankt. Er betreibt eine eigene Internetseite. Das Buch kann dort bezogen werden.

Ralf

Benutzeravatar
Pilger Andreas
Beiträge: 166
Registriert: 11.04.2005 11:11
Wohnort: Mühlacker
Kontaktdaten:

Re: Religionswissenschaftler

Beitragvon Pilger Andreas » 17.06.2009 19:15

Hallo Ralf,

bei Dr. Papke sollte man Vorsicht walten lassen. Immerhin hat er behauptet die Wiederkunft Christi oder die Entrückung, eines von beiden, berechnen zu können.

Wenn Du ihn genauer kennst, weißt Du wie er zum Thema Dreieingkeit steht? Mit anderen Worten, glaubt er, daß der Gott der Bibel ein dreieiniger Gott ist?

Viele Grüße,
Andreas

Ralf_Wtal
Beiträge: 60
Registriert: 16.06.2009 06:59
Wohnort: 42109 Wuppertal

Personenkritik

Beitragvon Ralf_Wtal » 19.06.2009 14:41

Hallo Andreas,

… audiatur et altera pars

Ich lese z.Z. die Institutio von Calvin und ich habe auch Dr. Papke gelesen. In dem von mir angeführten Buch werden weder die von Dir angesprochenen eschatologischen Themen noch die Subordinationslehre behandelt. Die Herabsetzung einer Person mit einer indirekten Kritik an meine Person (Spiel nicht mit den Schmuddelkindern, noch zitiere einen Autor, der nicht konfessionskompatibel wirkt !) ist kein seriöser Beitrag zur Hermeneutik dieses Artikels. Auf eine sachliche Auseinandersetzung zu den genannten Themen mit Zitaten von Dr. Papke und einer Widerlegung durch saubere Exegese lasse ich mich gerne ein. Aber bitte nicht nicht in diesem Artikel.

Ralf

Benutzeravatar
Pilger Andreas
Beiträge: 166
Registriert: 11.04.2005 11:11
Wohnort: Mühlacker
Kontaktdaten:

Re: Personenkritik

Beitragvon Pilger Andreas » 19.06.2009 15:27

Hallo Ralf,

ich wollte kein argumentum ad hominem anführen, sage also nicht per se, daß Dein Beitrag inkorrekt ist.

Darf ich aus Deiner Antwort schließen, daß Dr. Papke an die Subordination glaubt? So ist doch mein Hinweis und meine Warnung nur allzu berechtigt.

Viele Grüße,
Andreas

Benutzeravatar
Joschie
Moderator
Beiträge: 5665
Registriert: 28.02.2007 20:18
Wohnort: Hamburg

Beitragvon Joschie » 19.06.2009 19:15

Hallo Pilger Andreas
Was ist Subordination ??!
Gruß Joschie
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

Benutzeravatar
Pilger Andreas
Beiträge: 166
Registriert: 11.04.2005 11:11
Wohnort: Mühlacker
Kontaktdaten:

Beitragvon Pilger Andreas » 19.06.2009 21:52

Hallo Joschie,
Joschie hat geschrieben:Was ist Subordination ??!
Siehe bei Wikipedia unter Subordinatianismus.

Gruß,
Andreas

Manfred01
Beiträge: 105
Registriert: 03.03.2012 19:08
Wohnort: Baden-Württemberg
Kontaktdaten:

Beitragvon Manfred01 » 12.05.2012 19:14

Ein paar Gedanken zum Thema:
Wann ist Jesus gestorben und auferstanden?
Übersicht des Passahs im Jahre des Todes Jesu, 32n. (Nisan = April)
14.Nisan = 14./15.4.32, Sonnenuntergang MO bis Sonnenuntergang DI jeweils 18 Uhr
Jesus wird verspottet und geschlagen und geht nach Golgatha, in der 3.Stunde, 9 Uhr gekreuzigt und in
der 9. Stunde, 15 Uhr gestorben. Seine Grablegung vor dem Festsabbat dem 15.Nisan, dem Fest der
ungesäuerten Brote.
15.Nisan = 15./16.4.32 Sonnenuntergang. DI bis Sonnenuntergang. MI jeweils 18 Uhr Großer Festsabbat,
Grab wird versiegelt, Jesus die erste Nacht und der erste Tag im Grab, Dienstag/Mittwoch
16.Nisan = 16./17.4.32 Sonnenuntergang MI bis Sonnenuntergang DO jeweils 18 Uhr . Fest der Garbe des
Anfangs, kein Sabbat-Tag. Jesus die zweite Nacht und der zweite Tag im Grab, Mittwoch/Donnerstag
17.Nisan = 17./18.4.32 Sonnenuntergang. DO bis Sonnenuntergang. FR jeweils 18 Uhr.
Jesus die dritte Nacht und der dritte Tag im Grab,
Donnerstag/Freitag Frauen kaufen Aromen und bereiten sie zu.
Also ist Jesus von Dienstagabend 14.Nisan bis Freitagabend 17.Nisan 3 Tage und 3 Nächte im Grab.
Zählbeginn der 50 Tage bis Pfingsten.
Jesus steht auf in aller Stille, „kurz bevor der Sabbat (Samstag) um 18 Uhr anfing.
Der jüdische Tag fängt immer um 18 Uhr an!
Nach jüdischer Auffassung ist der Geist des Menschen noch drei Tage nach seinem Tod in ihm; deswegen
ging Jesus auch bei Lazarus erst am 4. Tag zu ihm.
Hier gingen die Frauen erst am Ende des dritten Tages an das Grab.

Liebe Grüße
Manfred
1.Kor.14. 26: Lasset alles geschehen zur Auferbauung.

Benutzeravatar
Joseph28
Beiträge: 125
Registriert: 11.11.2011 23:05
Wohnort: San Antonio, Texas, USA

Beitragvon Joseph28 » 13.05.2012 08:05

Bruder Manfred...

Bitte klicke hier für eine Antwort zu deiner Frage.

Liebe Grüße,
Joseph


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Bing [Bot] und 1 Gast