Das Hohepriesterliche Amt Jesu Christi

Lehrfragen in Theorie und Praxis - also alles von Bibelverständnis über Heilslehre und Gemeindelehre bis Zukunftslehre

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Ralf_Wtal
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Versöhnung

Beitragvon Ralf_Wtal » 28.07.2009 21:39

Hallo Lutz,

Institutio, II, 15, 6

... soll uns also der Hohepriester Gottes Wohlgefallen erwerben, seine Zorn stillen, so muß er versöhnend ins Mittel treten.

...

Denn wir oder auch unsere Gebete haben ja keinen Zugang zu Gott, wenn nicht Christus als Hoherpriester unsere Sünden abwäscht und uns heiligt, für uns die Gnade erwirkt, von der uns sonst die Unreinigkeit unserer Übeltaten und Laster fernhält! Bei dem Tode Christi müssen wir also anheben, wenn die Wirkung und der Segen seines priesterlichen Amtes zu uns kommen soll.

Institutio, II, 15, 6 endet mit folgendem Satz:

Um so entsetzlicher ist es aber, wenn sich Menschen in ihrem Dünkel mit Christi Priesteramt nicht zufrieden geben wollen und sich dann selbst in törichter Einbildung alle Tage vermessen, ihn neu zu opfern; dies versucht man heutzutage im Papsttum, wo die Messe als Opferung Christi gilt!

Es ist immer schwierig, Zitate aus dem Zusammenhang zu nehmen. Ich sehe mich keineswegs im Widerspruch zu diesem Kapitel aus Buch II.

Calvin beschreibt sehr eindringlich die Wirkung des Hohenpriesterlichen Amtes.

Wenn dann aber im Buch IV von den Ämtern die Rede ist, kann ich bei Calvin keine Aussage zum „allgemeinen Priesteramt“ finden.
Der Hohepriester opfert heute nicht mehr, um Sünden wegzunehmen.

Calvin sagt deutlich, daß Christus als Hoherpriester unsere Sünden abwäscht.

Der Hebräerbrief behauptet an keiner Stelle, daß Jesus Christus als Hoherpriester ständig mit Opfern beschäftigt ist oder opfert.
Im Alten Bund musste der Hohepriester zuerst für sich selber opfern und hat dann ein Schlachtopfer für die Sünden des Volkes dargebracht. Als er dieses Amt beendet hat, ist er wieder aus dem Heiligtum gegangen, um das ganze Prozedere im Folgejahr zu wiederholen.

2. Kor. 5,20 : So sind wir nun Gesandte für Christum, als ob Gott durch uns ermahnte; wir bitten an Christi Statt: Laßt euch versöhnen mit Gott!

Diese Aussage hätte keinen Wert, wenn es den Dienst der Versöhnung nicht gebe. Christus ist mit seinem Blut einmalig zu Amtsbeginn in das Heiligtum eingegangen und ist heute dort, um sein Hohepriesterliches Amt auszuführen. Das sieht Calvin nicht anders.

Jesus Christus hat sich selbst als Opfer dargebracht. Das ist der gravierende Unterschied zum Alten Bund. Dieses Schlachtopfer ist vollkommen, wozu sind dann weitere Schlachtopfer nötig? Ich kann mich in Röm. 12 nicht als Schlachtopfer ansehen. Der Ausdruck darstellen impliziert immer ein anderes Opfer, daß an unserer Statt geopfert wird und das ist das vollkommene Opfer Christi. Paulus argumentiert als Jude. Du kannst „darstellen“ nicht aus dem Schlachtopferkontext reißen. Es ist auch nicht schlüssig, warum das Opfer seine Wirkung nur während eines Opfervorgangs entfaltet, daß ist der Zirkelschluss zu Röm. 12,1, dieses Schlüsselverses, den Du zitierst, aber nicht auslegst.

Ich setze nur die 5 Punkte des Calvinismus konsequent um. Wenn wir schon unfähig sind, ohne die Gnade Gottes zum Glauben zu kommen, dann sind wir auch unfähig ohne die Hilfe des Hohenpriesterlichen Amtes im Glauben zu bestehen und zu bleiben. Raus mit allem Fleisch aus der Hütte (3. Mose 16, 17). Calvin legt dies eindrücklich aus. Das ist unser Trost, daß Christus dort ist und wir in ihm Teilhaber der Gnade sein dürfen.

Ich möchte mit versöhnlichen Worten abschließen. Ich denke, wir sind uns darin einig, daß wir ohne das Opfer Jesu Christi vom ewigen Leben ausgeschlossen sind. Wir nehmen beide unseren Glauben ernst, sonst würden wir unsere unterschiedlichen Standpunkte nicht verteidigen. Darin sehe ich auch nichts dramatisches. Wenn Dir Deine Sicht dazu verhilft, Deinen Glauben in Ernsthaftigkeit zu leben, dann ist mir das viel lieber, als die vielen indifferenten „Frömmigkeitsstile“. Ich bin durch eine mir unendlich wichtige Predigtreihe über das „Hohepriesterliche Amt Christi“ geprägt. Selbstverständlich nehme ich auch meine Pflichten als Christ wahr und auch im Sinne von Paulus (Röm. 15,16) wie einen priesterlichen Dienst, aber ich habe nichts ohne die Mittlerstellung Christi.

Wie schreibt Calvin:

... Nun trägt also Christus das Priesteramt, ... , um uns der gleichen Würde mit teilhaftig zu machen.

Ja, Er läßt uns daran teilhaben, aber überträgt seine Macht und Herrlichkeit und Würde nicht in dem Sinne auf uns, daß wir selber etwas in uns sind.


Ralf

Ralf_Wtal
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Nachtrag

Beitragvon Ralf_Wtal » 07.08.2009 14:09

Nachtrag

Institutio, III,4,4

Wenn das Priestertum auf jemand anders übertragen ist, so muß notwendig das ihm gegebene Gesetz auch auf jemand anders übertragen werden (Hebr. 7,12): „Wo das Priestertum verändert wird, da muß auch das Gesetz verändert werden!“) Nun ist aber alles (!) Priestertum auf Christus übertragen, in ihm erfüllt und zu seinem Ende gekommen. Auf ihn allein ist also auch jedwedes Recht und jedwede Ehre des Priestertums übergegangen.

... und letzter Abschnitt

Christus sagt doch selber, daß er den Priestern ihr gesetzliches Recht unangetastet überlasse (Calvin bezieht sich auf Matth. 8,4) – und dabei waren sie geschworene Feinde des Evangeliums, die immer darauf aus waren, ihr Geschrei gegen es zu erheben, wenn man ihnen nicht das Maul gestopft hätte! Wollen also die papistischen Opferpriester diesen Rechtsbesitz wahren, so sollen sie auch offen zugestehen, daß sie auf die Seite derer gehören, die man mit Gewalt zum Schweigen bringen muß, damit sie Christus nicht schmähen! Denn Christi wahre Diener geht dies nichts an!

Ich würde es nicht wagen, mich gegen die arminianisch aufgestellte Brüderbewegung zum Calvinismus zu bekennen und gleichzeitig versuchen Calvin in seiner Analyse zur Scholastik und zum Priestertum zu meistern.
Und ich würde es niemals wagen, Jesus Christus das Recht und die Ehre des alleinigen Priestertums zu rauben und die Einfalt des Christus (1.Kor.11,3) zu verlassen !

Die Christologie des NT ist mit dem allgemeinen Priestertum unvereinbar. In deren Mittelpunkt steht das unüberbietbare und ein für allemal auf Christus übertragene hohepriesterliche Amt.


Quod erat demonstrandum

Ralf

Gast

Beitragvon Gast » 07.08.2009 14:44

gelöscht
M.

lutz
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Beitragvon lutz » 07.08.2009 19:40

Hallo Ralf,

du zitierst Institutio III, 4, 4.
Calvin setzt sich hier mit der Auffassung auseinander, was dabei herauskommt, wenn Priesterdienstdefinitionen des Alten Bundes in die Zeit des Neuen Bundes übertragen werden.
Konkret geht es um Beichte und Auffassungen der Art: ein Priester hat den Aussatz beurteilt, also beurteilt auch heute ein Priester den geistlichen Aussatz ...
Die Schlussfolgerung lautet, also tut ein "Spezialpriester" dies heute auch.
Calvin setzt hier den alleinigen Priesterdienst Christi entgegen.

Merkst du eigentlich, dass du von ähnlichen Prämissen ausgehst aber nur zu anderen Schlussfolgerungen (keinerlei Priesterdienst außer dem des Christus) kommst?
Ich erinnere dich noch einmal an deine letzte Aussage zu Römer 12:
"Der Ausdruck darstellen impliziert immer ein anderes Opfer, das an unserer Statt geopfert wird ..."
Du gehst mit einer bestimmten Inhaltsbeschreibung des AT in diese Römerstelle und siehst nicht, dass Paulus in den nachfolgenden Ausführungen erklärt, was im Neuen Bund nun dieses "Darstellen der Leiber" meint.
Deine Art der Auslegung von Römer 12 ist und bleibt unsinnig und geht an den Ausführungen des Paulus völlig vorbei.

Du kannst auch den entsprechenden Calvinkommentar dazu lesen.
Unter "Material zur Bibelarbeit" (Bücher und Medien) hat Joschie den Link gesetzt.

Lutz

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Römer 12

Beitragvon Ralf_Wtal » 09.08.2009 21:07

Hallo Lutz,

ich bin mir immer noch nicht sicher, ob wir beide an einem Missverständnis herumkauen oder ob wir einen Dissens haben. Ich erachte es daher für sinnvoll (nicht unsinnig), sich intensiver mit dem Thema auseinander zusetzen.

Ich habe den Kommentar von Calvin zu Römer 12,1 gelesen und finde darin eine wesentliche Übereinstimmung zur Institutio III,7,1

Die Gläubigen haben das Amt, „ihre Leiber zu begeben zum Opfer, das da lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sei – welcher sei ihr vernünftiger Gottesdienst.

Zunächst sind wir uns mit Calvin einig, daß das römische Priestertum, daß seine Berechtigung auf das Priestertum des AT stützt, im NT eine heidnische Fehlbesetzung ist. Die Einführung eines Spezialpriestertums in unsere Debatte wird der Argumentation von Calvin nicht gerecht. Calvin kennt kein anderes Priestertum als das Priestertum Christi und ich übertrage nicht das Priestertum des AT auf das NT, sondern sage mit Calvin, daß Jesus Christus das Priestertum übernimmt und das Priestertum des AT durch Änderung des Gesetzes (Heb. 7,12) ablöst.

Im Kommentar zu Römer 12,1 verweist Calvin auf die Opfer des Alten Bundes

Wenn es heißt, wir sollen unsere Leiber zum Opfer begeben, so ließe sich noch genauer übersetzen: zum Opfer darstellen. Darin liegt eine Anspielung an die Opfer des Alten Bundes, welche auf dem Altar gewissermaßen dem Anblick Gottes dargestellt wurden. Zugleich aber erinnert der Ausdruck in seiner Weise daran, wie wir bereit und fertig dastehen müssen, um Gottes Befehle zu empfangen und ihnen ohne Verzug zu folgen. Daraus ergibt sich der Schluss, dass jeder Sterbliche, der nicht den Vorsatz hegt, dem Herrn zu dienen, einen elenden und verderblichen Irrweg geht. Wir sehen auch, welcherlei Opfer Paulus der christlichen Gemeinde anempfiehlt. Nachdem Christi einiges Opfer uns dem Vater versöhnt hat, sind wir durch seine Gnade alle Priester geworden, um uns mit allem, was wir haben, dem Ruhme Gottes zu weihen. Ein weiteres Sühnopfer brauchen wir nicht mehr: wer ein solches noch bringen will, lästert Christi unvergleichliches Kreuzesopfer.
(Kommentar von Calvin zu Römer 12,1)

Ich gebe zu, daß dieser Vers nicht einfach ist.

Opfer (thysia) meint Opfertier, Schlachtopfer, Sühnopfer und steht so auch in Heb. 9,9 und Heb. 9,26.

Im Hebräerbrief steht das Opfer in Verbindung mit Darbringung (Prosphora) und enthält den Aspekt (pros) des Herzubringens, da die Opfergaben zum Priester gebracht werden mussten.

Im Römerbrief wird darstellen (eigentlich beiständigen – paristemi) verwendet, was den Sinn von „Jemandem zur Seite stellen“ hat und auch in Röm. 6,13 verwendet wird, wo es die Bedeutung von sich zur Verfügung stellen bekommt.

Will ich diese Stelle nun so verstehen, daß ich mich selber als Opfer darbringe, wozu ja dann auch ein Priester notwendig ist, liege ich total neben dem Opferverständnis des AT und NT.

Wenn wir im Dienste Gottes stehen wollen, müssen wir den Stand als für Gott Geweihte einnehmen. Das wir in diesem Stand sind, zeigt uns der Petrusbrief und die Offenbarung. Das bedeutet kein eigenständiges Priestertum, sondern in Christus sind wir Teilhaber seines alleinigen Priestertums. Das Sühnopfer ist durch den Hohenpriester Jesus Christus dargebracht worden. Nun brauchen wir aber ein von Gott selber gegebenes Opfer um das, was Paulus in Römer 12 fordert, auszuführen. Im Dienste Gottes können nur solche stehen, die Gott geheiligt hat. Und um vor ihm heilig dazustehen, stellt uns Gott den Hohenpriester und sein reinigendes Opfer zur Seite (das ist der vernünftige Gottesdienst).

Also, wer nicht unter dem Dienst des Hohenpriesters und sein reinigendes Opfer steht, kann nicht am Priesterstand Jesu Christi teilhaben und darf Gott auch nicht dienen.

Wer meint, sich selber als Sühnopfer (thysia) darbringen zu müssen, hat nichts, aber auch gar nichts verstanden und steht in Gemeinschaft mit den papistischen Opferpriestern.

Begebet euch zum Opfer, zum lebendigen, heiligen und Gott wohlgefälligen.

Das Opfer (Lamm Gottes) ist heilig und Gott wohlgefällig, nicht der Pseudo-Priester. Jesus Christus ist das einzige Opfer, das lebendig ist, denn er ist auferstanden und lebt und in diesem Sinne sollen wir uns mit ihm geopfert (unser alter Mensch) und lebendig (auferstanden) ansehen und von der Welt, die einen heidnischen Opferdienst ausübt, abgesondert und dem lebendigen Gott geweiht, ansehen.


Ich hoffe, daß wir uns mit der Erklärung der griechischen Begriffe näher kommen.



Ralf
Dum spiro, disco (Solange ich atme, lerne ich)

lutz
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Beitragvon lutz » 10.08.2009 19:59

Hallo Ralf,
wir haben Unterschiede in der Sichtweise des Opferns.
Du siehst dort, wo vom Opfer gesprochen wird ausschließlich das Sühneopfer Christi. Es ist schwer dies aufzuschlüsseln, weil das Opfern der Gläubigen ohne das Sühneopfer Christi und den Dienst des auferstandenen Christus (Hohepriester) nicht gedacht werden kann. Das Eine kann nicht vom Anderen getrennt werden, so wie man das Haupt nicht vom Leib trennen kann.
Deswegen wirst du in Ausführungen Calvins auch immer Aussagen finden, die scheinbar deine Annahmen decken.

Die Trennung in Römer 12, 1 von "Opfer" und "Darstellen der Leiber" ist aber mit Calvin nicht zu machen.
Der Kommentar ist eindeutig: "Diese Wahrheit legt uns der Apostel mit mannigfachem Ausdruck ans Herz. Zuerst hat er gefordert, dass wir unseren Leib dem Herrn zum Opfer bringen sollen."
Institutio III, 7, 1 meint nichts anderes - hier geht es um die Selbstverleugnung der Gläubigen und zusätzlich verweise ich noch auf Institutio IV, 18, 16 - Die Dankopfer der christlichen Kirche.

Du hingegen nimmst eine Trennung vor und begründest diese mit Wörterbuch und Inhaltsbestimmungen des AT.
Opfer muss Schlachtopfer muss Sühnopfer sein bspw. (Opfertier hast du aus gutem Grund eliminiert.)
Die Grammatik der mir vorliegenden Übersetzungen lässt aber diesen Schluss gar nicht zu. Hier wird von einem Opfer gesprochen, dass weder Opfertier, noch Sühnopfer, noch blutig ist. Dieses Wort hat also eine andere Bedeutung und soll einen speziellen Aspekt veranschaulichen. Ich habe keinen Grund an den grammatikalischen Fähigkeiten der Übersetzer zu zweifeln, die Opfer als nähere Beschreibung für das Darstellen der Leiber setzen.
Den Gedankengang, dass ein Priester auch Opfer ist, sehen wir am Haupt selbst und die Glieder haben so Teil daran, dass dies auch von ihnen gesagt werden kann. Daran ist nichts Befremdliches, denn heilig, lebendig ... wird ebenfalls über die Glieder bezeugt. Das Sühneopfer Christi und der Dienst des auferstandenen Christus sind Grundlage, Bürge, Garant für die Wohlgefälligkeit des Gläubigen und seines Dienstes. Man muss keine Probleme damit haben, wenn hier das Wort Opfer in Beziehung zum Gläubigen auftaucht.

Dagegen ist es aber sehr bedenklich, wenn aus einem Vers:
" ... Bringt euren Leib dar als lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer - ..."

folgende Bedeutung gewonnen werden soll:
Stellt euch dem Sühneopfer Christi zur Seite:
Stellt euch so zur Verfügung, dass ihr euch immer an das Sühnopfer Christi erinnert, welches eure Gottwohlgefälligkeit garantiert.
Zugegeben, dieser Satz an sich ist nicht verkehrt - nur trifft es die Aussage von Römer 12, 1 nicht.

Lutz

Ralf_Wtal
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Römer 12

Beitragvon Ralf_Wtal » 11.08.2009 17:31

Hallo Lutz,

Das habe ich geschrieben:

Begebet euch zum Opfer, zum lebendigen, heiligen und Gott wohlgefälligen.

Opfer (thysia) meint Opfertier, Schlachtopfer, Sühnopfer und steht so auch in Heb. 9,9 und Heb. 9,26.

Das hast Du geschrieben:

Du hingegen nimmst eine Trennung vor und begründest diese mit Wörterbuch und Inhaltsbestimmungen des AT.
Opfer muss Schlachtopfer muss Sühnopfer sein bspw. (Opfertier hast du aus gutem Grund eliminiert.)
Die Grammatik der mir vorliegenden Übersetzungen lässt aber diesen Schluss gar nicht zu. Hier wird von einem Opfer gesprochen, dass weder Opfertier, noch Sühnopfer, noch blutig ist. Dieses Wort hat also eine andere Bedeutung und soll einen speziellen Aspekt veranschaulichen.

" ... Bringt euren Leib dar als lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer - ..."

Ich verstehe mich in Gemeinschaft mit dem einigen Opfer, mit dem einzigen Priester und da ich samt Christus (alter Mensch) gestorben bin, lebe ich auch nur in ihm und verleugne mich. (Gal. 2,17-20)

Wenn wir aber, indem wir in Christo gerechtfertigt zu werden suchen, auch selbst als Sünder erfunden worden sind, ist denn Christus ein Diener der Sünde? Das sei ferne! 18 Denn wenn ich das, was ich abgebrochen habe, wiederum aufbaue, so stelle ich mich selbst als Übertreter dar. 19 Denn ich bin durchs Gesetz dem Gesetz gestorben, auf daß ich Gott lebe;
Jetzt aber sind wir von dem Gesetz losgemacht, da wir dem gestorben sind, in welchem wir festgehalten wurden, so daß wir dienen in dem Neuen des Geistes und nicht in dem Alten des Buchstabens. 20 ich bin mit Christo gekreuzigt, und nicht mehr lebe ich, sondern Christus lebt in mir; was ich aber jetzt lebe im Fleische, lebe ich durch Glauben, durch den des Sohnes Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat.


Du verstehst Dich als Opfer (thysia) und als Teil des allgemeinen Priestertums, als Priester einer neutestamentlichen Priesterschaft.

Es stimmt, wir haben ein unterschiedliches Verständnis, unterschiedliche Übersetzungen und unterschiedliche etymologische Prämissen.

Ich bin Dir dennoch dankbar, daß wir unsere Sichtweisen ausführlich und fair behandelt haben. Letztendlich fragt uns der Herr nicht danach, zu welcher Denomination wir gehört haben, wieviel Stücke des Stückwerks unserer Weisheit wir aufzählen konnten, sondern ob wir Christus im Herzen gehabt haben.

Gott segne Dich


Ralf
Dum spiro, disco (Solange ich atme, lerne ich)


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