Jakobus 1.4

Lehrfragen in Theorie und Praxis - also alles von Bibelverständnis über Heilslehre und Gemeindelehre bis Zukunftslehre

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Joschie
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Jakobus 1.4

Beitragvon Joschie » 27.07.2009 11:12

In Jakobus 1.4
Das Ausharren aber soll ein vollkommenes Werk haben, damit ihr vollkommen und vollendet seid und in nichts Mangel habt.
Hier steht das wir vollkommen und vollendet sein sollen.Was genau meint Jakobus damit :?: Wird damit nicht ein Maßstab gelegt, wo man nur scheitern kann hier auf Erden ??! Mich verwirren diese Worte aber vielleicht könnt ihr mir weiterhelfen :?: :idea: :!:
Gruß und Segen Joschie
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

Bibel lover
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Beitragvon Bibel lover » 29.07.2009 09:58

Darum sollt ihr vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist.
Matth. 5,48
Gott hat uns nach seinem Ebenbild geschaffen und er will das wir, wie er, vollkommen Sündlos sind.
Das ist das eigentliche Ziel. So sollen wir sein.
Aber das heißt nicht das ein Christ nicht Sündigen kann und das er wenn er ein Fehler macht ein schlechter Christ ist.
Gott weiß das wir selber nicht vollkommen sein können - 1 Johannes 2,1b
Und wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, der gerecht ist.
Im übrigen steht (weiß die Stelle nicht genau) das Gott uns, durch Jesus sieht als ob wir ohne Sünde sind (Jesus hat sie bezahlt und weggenommen).
Das Endziel ist eindeutig vollkommen zu sein (werden wir im Himmel sein).

Im übrigen kann man nicht nur scheitern. Gott hat uns die Kraft gegeben zu überwinden.

LG Johannes
Mein Blog: Gedanken über Gott und die Welt
http://blogofjohannes.wordpress.com

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Joschie
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Beitragvon Joschie » 29.07.2009 11:09

Hallo Ihr
Ich stelle mal ein Beitrag rein der mir von Olly zugesandt worden ist
Das Wort für „vollkommen“ in Jakobus 1,4 stammt von der Grundform „teleios“ und bedeutet soviel wie: „ zielgerichtet “.

Die Zielgerichtetheit, d.h. die Ausrichtung eines Handelns mitteles der Worte " telos"
bzw. " teleios " kommt im Neuen Testament sehr häufig vor.

Das Wort für „vollenden“ in Jakobus 1,4 stammt von der Grundform „holoklēros“ und bedeutet soviel wie: " ganz " bzw. " vollständig " .

Beispiel für „vollenden“ in 1. Thessalonicher 5,23:

„Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch völlig; und euer „ ganzer “ Geist und Seele und Leib werde tadellos bewahrt bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus.“

Demnach könnten wir den Bibelvers in Jakobus 1,4 auch so lesen:

„Das Ausharren aber soll ein zielgerichtetes Werk sein, damit ihr zielgerichtet und vollständig seid und in nichts Mangel habt.“

Sofern man jedoch das Wort " vollkommen " mit Perfektion gleichsetzt, so bin ich mit Dir einer Meinung, dass man scheitern wird.
Gruß und Segen von Joschie
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Beitragvon Joschie » 29.07.2009 11:36

Hier ein Beitrag zur Geistliche Reife :!: :idea:
Gruß Joschie
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

Gast

Beitragvon Gast » 29.07.2009 13:00

Hi Joschie,
wo gräbst Du nur diese wirklich hilfreichen Artikel aus? Vielen Dank.
Gruß
M.

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Beitragvon Joschie » 29.07.2009 15:17

Hallo Mephiboscheth
Der Tipp stammt von Olly
Gruß Joschie
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

Gast

Beitragvon Gast » 29.07.2009 16:07

Hi Joschie,
unerwartete Überraschungen sind meist die Schönsten...
M.

Gast

DAMIT KEIN MANGEL AN EUCH SEI

Beitragvon Gast » 26.08.2009 11:06

Hallo Joschie,

diese Bibelstelle hat mich auch schon oft beschäftigt. Ich finde vor allem den Kontext der ersten vier Verse sehr wichtig (Jakobus 1,1-4 nach Luther 84):
Jakobus, ein Knecht Gottes und des Herrn Jesus Christus, an die zwölf Stämme in der Zerstreuung: Gruß zuvor! Meine lieben Brüder, erachtet es für lauter Freude, wenn ihr in mancherlei Anfechtungen fallt, und wisst, dass euer Glaube, wenn er bewährt ist, Geduld wirkt. Die Geduld aber soll ihr Werk tun bis ans Ende, damit ihr vollkommen und unversehrt seid und kein Mangel an euch sei.
1. Jakobus schreibt an Christen "in der Zerstreuung".

2. Es geht um die Bewährung des Glaubens in den unterschiedlichsten Anfechtungen.

3. Das Ziel der Bewährung ist das Erlangen von Geduld.

An dieser Stelle würde ich erstmal innehalten. Also: STOP!
- Wie gehe ich mit Anfechtungen um?
- Habe ich das Verlangen Geduld zu lernen?
- Erkenne ich den Wert geduldigen Ausharrens in spannungsreichen Situationen?
- Lasse ich mich im Alltag von Anfechtungen überrumpeln? Oder bin ich wachsam?
- Erkenne ich meine ganze Schwachheit darin dem Teufel zu widerstehen und bleibe beharrlich im Gebet? Oder gehe ich naiv und selbstsicher durch den Alltag?

4. Der Höhepunkt des ganzen steht aber am Ende von Vers 4:
"DAMIT KEIN MANGEL AN EUCH SEI"
Hier sehe ich wieder Gottes unermessliche Güte und Fürsorge!
Was bedeutet das, KEIN MANGEL?

Hierzu einer meiner Lieblingsbibelverse (Psalm 23,1):
"Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln."
Ich bin davon überzeugt, ob wir einen Mangel haben oder nicht, das hängt damit zusammen, von welchem Hirten wir uns führen und beeinflussen lassen. Der gute Hirte Jesus Christus führt uns zu saftigen Wiesen, alle anderen Hirten führen uns bestenfalls in die Wüste. Aber Gott lässt es zu und wartet darauf, dass wir wieder umkehren, wenn wir uns verlaufen haben und dem falschen Hirten gefolgt sind.

Also, bleiben wir doch besser gleich bei ihm! Da haben wir es gut.
Bleiben wir doch geduldig, wenn ein anderer kommt und uns abwerben möchte.

In diesem Sinne,

Daniel


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