Alle Christen Charismatiker?

Lehrfragen in Theorie und Praxis - also alles von Bibelverständnis über Heilslehre und Gemeindelehre bis Zukunftslehre

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Yvonne
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Alle Christen Charismatiker?

Beitragvon Yvonne » 08.04.2014 23:01

Mir brennt diese Frage "unter den Nägeln", seit unser Pastor im letzten Gemeindeabend das behauptet hat mit der Begründung, dass alle wiedergeborenen Christen ja Gnadengaben erhalten haben.

Ich kann das so nicht annehmen, denn: Wir haben zwar Gaben, aber deshalb sind wir doch keine Charismatiker?

In dem Zusammenhang meinte unser Pastor auch, aus diesem Grunde sollten wir mehr auf die charismatischen Geschwister zugehen. Mir drängt sich der Verdacht auf, hier wird versucht, Ökumene voranzutreiben.

Mich würde interessieren, was der Grundtext dazu aussagt. Weiss das jemand? Steht im Grundtext statt "Christen" dann "Charismatiker"?
??!

Liebe Grüße,
Yvonne
.. weil ich davon überzeugt bin, daß der, welcher in euch ein gutes Werk angefangen hat, es auch vollenden wird bis auf den Tag Jesu Christi.
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Joschie
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Beitragvon Joschie » 10.04.2014 20:42

Yvonne hat geschrieben:Mir brennt diese Frage "unter den Nägeln", seit unser Pastor im letzten Gemeindeabend das behauptet hat mit der Begründung, dass alle wiedergeborenen Christen ja Gnadengaben erhalten haben.

Ich kann das so nicht annehmen, denn: Wir haben zwar Gaben, aber deshalb sind wir doch keine Charismatiker?
Yvonne, die Entscheide Frage ist, was man unter Gnadengaben (Charisma) versteht? Viele Christen verstehen unter dem Begriff Charismen nur die Geistes/Zeichengaben, dieses ist eine sehr grobe Verkürzung dieses Wortes und wird der Bedeutungsbreite des Begriffes Charisma im N.T. absolut nicht gerecht.

Hier die Bibelstellen (Unrevidierte Elberfelder Übersetzung)
Gnadengabe
Röm 1,11 Denn mich verlangt sehr, euch zu sehen, auf daß ich euch etwas geistliche Gnadengabe mitteilte, um euch zu befestigen,
Röm 5,15 Ist nicht aber wie die Übertretung also auch die Gnadengabe? Denn wenn durch des Einen Übertretung die Vielen gestorben sind, so ist vielmehr die Gnade Gottes und die Gabe in Gnade, die durch einen Menschen, Jesum Christum, ist, gegen die Vielen überströmend geworden.
Röm 5,16 Und ist nicht wie durch Einen, der gesündigt hat, so auch die Gabe? Denn das Urteil war von einem zur Verdammnis, die Gnadengabe aber von vielen Übertretungen zur Gerechtigkeit.
Röm 6,23 Denn der Lohn der Sünde ist der Tod, die Gnadengabe Gottes aber ewiges Leben in Christo Jesu, unserem Herrn.
1. Kor 1,7 so daß ihr in keiner Gnadengabe Mangel habt, indem ihr die Offenbarung unseres Herrn Jesus Christus erwartet,
1. Kor 7,7 Ich wünsche aber, alle Menschen wären wie auch ich selbst; aber ein jeder hat seine eigene Gnadengabe von Gott, der eine so, der andere so.
2. Kor 1,11 indem auch ihr durch das Flehen für uns mitwirket, auf daß für die mittelst vieler Personen uns verliehene Gnadengabe durch viele für uns Danksagung dargebracht werde.
1. Tim 4,14 Vernachlässige nicht die Gnadengabe in dir, welche dir gegeben worden ist durch Weissagung mit Händeauflegen der Ältestenschaft.
2. Tim 1,6 Um welcher Ursache willen ich dich erinnere, die Gnadengabe Gottes anzufachen, die in dir ist durch das Auflegen meiner Hände.
1. Pet 4,10 Je nachdem ein jeder eine Gnadengabe empfangen hat, dienet einander damit als gute Verwalter der mancherlei Gnade Gottes.

Gnadengaben
Röm 11,29 Denn die Gnadengaben und die Berufung Gottes sind unbereubar.
Röm 12,6 Da wir aber verschiedene Gnadengaben haben, nach der uns verliehenen Gnade: es sei Weissagung, so laßt uns weissagen nach dem Maße des Glaubens;
1. Kor 12,4 Es sind aber Verschiedenheiten von Gnadengaben, aber derselbe Geist;
1. Kor 12,9 einem anderen aber Glauben in demselben Geiste, einem anderen aber Gnadengaben der Heilungen in demselben Geiste,
1. Kor 12,28 Und Gott hat etliche in der Versammlung gesetzt: erstens Apostel, zweitens Propheten, drittens Lehrer, sodann Wunderkräfte, sodann Gnadengaben der Heilungen, Hilfeleistungen, Regierungen, Arten von Sprachen.
1. Kor 12,30 haben alle Gnadengaben der Heilungen? reden alle in Sprachen? legen alle aus?
1. Kor 12,31 Eifert aber um die größeren Gnadengaben; und einen noch weit vortrefflicheren Weg zeige ich euch.

Wenn man alle Bedeutungen als Einheit nimmt, so sind alle wiedergeborene Christen nach meine persönliche Meinung Charismatiker, Beschränkt man die Gnadengaben nur auf die Zeichen und Wundergaben, trift dieses nicht zu.

In dem Zusammenhang meinte unser Pastor auch, aus diesem Grunde sollten wir mehr auf die charismatischen Geschwister zugehen. Mir drängt sich der Verdacht auf, hier wird versucht, Ökumene voranzutreiben.
Ich würde nicht gleich hinter alles und jedes die Ökumene sehen. Sollte der Pastor mit dem zugehen, das persönliche Gespräch meinen ist dieses doch in Ordnung.
Mich würde interessieren, was der Grundtext dazu aussagt. Weiss das jemand? Steht im Grundtext statt "Christen" dann "Charismatiker"?
Im NT. kommt das Wort "Christen" doch recht selten vor. Das die Worte "Christen" und "Charismatiker" als Synonyme benutz, werden ist mir persönlich so nicht bekannt.
Gruß Joschie
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Yvonne
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Beitragvon Yvonne » 11.04.2014 19:08

Lieber Joschie,

ich habe dazu doch in gewisser Weise eine etwas andere Überzeugung, wie ich ja auch in meiner Frage schon anklingen ließ. Meine Frage hatte ich auch noch an anderer Stelle gestellt:

>>http://reformiert1689.wordpress.com/das ... gentliche/<<

und dort diese für mich gute, weil aufschlussreiche, Antwort erhalten:

"In Apg 11,26 werden die Gläubigen “Χριστιανούς – Christianous” – also Christen genannt und nicht Charismatiker. Der Begriff Charismatiker bezieht sich heutzutage schon auf die Charismatische Bewegung mit ihren Sonderlehren. Daher bezeichne ich mich selbst nicht als Charismatiker, sondern biblisch als einen Christen. "

Dem kann ich mich persönlich anschließen.

Auch verstehe ich es aus der Schrift (Paulus, 1. Kor. 12,28) so, dass manche Gaben zeitlich begrenzt waren, so, wie auch der Aposteldienst auf die erste Zeit bezogen war, weil alles damals dazu dienen musste, Gottes Wort zu verbreiten und die frohe Botschaft des Evangeliums auch durch bestimmte Gaben zu unterstreichen. Paulsu weisst darauf hin in 1. Kor. 13.

Natürlich gibt der Heilige Geist jedem Wiedergeborenen Kind Gottes auch heute Gabe(n), doch weder spricht heute ein Christ ohne Lernen "von jetzt auf sofort" eine andere Sprache, (zb. chinesisch), und gibt es nach dem Abschluss der Offenbarung keine Propheten mehr, denn die Schrift ist mit allem, was Gott uns wissen lassen wollte, vollständig.

Die damalige "Sprachengabe" war auf jedenfall eine Fremdsprache für die Fremden, die bei dem Ereignis dabei waren, wie wir in Apg. 2, 4-12 auch lesen können. Das war nötig zur Verbreitung des Wortes damals, weil es noch kein NT gab.

Soviel erstmal von mir, danke für das Thema,
liebe Grüße,
Yvonne
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Joschie
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Beitragvon Joschie » 11.04.2014 20:27

Yvonne hat geschrieben:ich habe dazu doch in gewisser Weise eine etwas andere Überzeugung, wie ich ja auch in meiner Frage schon anklingen ließ. Meine Frage hatte ich auch noch an anderer Stelle gestellt:
Du solltest Deine Fragen schon genau stellen, deine erste Frage war "Alle Christen Charismatiker?" und sie lautete nicht ob es die Zeichen und Wundergaben heute noch gibt! Hast Du Dir schon einmal die von mir angegebenen Bibelstellen durchgelesen, denn hättest Du bestimmt festgestellt das im NT. das Wort Gnadengaben nicht allein nur für die Zeichen und Wundergaben steht! Entspricht deine Meinung über die Charismen deinem eigenen Bibelstudium oder übernimmst Du die Meinung nur aus bestimmten Büchern?
Gruß Joschie
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Beitragvon Yvonne » 11.04.2014 20:43

$:D

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 Entspricht deine Meinung über die Charismen deinem eigenen Bibelstudium oder übernimmst Du die Meinung nur aus bestimmten Büchern? 
Lieber Joschie,

nun ja, ich bin seit 23 Jahren dankbar wiedergeboren und studiere die Schrift schon selbst, ja. Und ja, ich lese gerne und viel. Da gibt es dann für mich Übereinstimmungen in Glaubensüberzeugungen zu finden und auch mal nicht so.

Mir sind die von dir eingestellten Bibelstellen sehr bekannt. Zum einen, weil ich mich selbstverständlich damit beschäftigt habe, zum anderen, weil es gerade bei uns in der Gemeinde ein Thema war.

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..und sie lautete nicht ob es die Zeichen und Wundergaben heute noch gibt! 
Nun hast du allerdings selbst die dazugehörigen Bibelstellen aus 1. Kor. 12 eingestellt, da erlaube ich mir, dazu auch zu antworten. :-)

Es ist gut, nicht nur solche Bibelstellen anzuführen, die "deiner Glaubensüberzeugung zuspricht", sondern auch andere Stellen sorgfältig im Kontext zu suchen.

Aber selbst wenn wir da verschiedene Überzeugungen haben, ist es doch nötig und wertvoll, nicht in dieser Weise zu versuchen, so zu tun, als wäre der andere nicht verständig, oder? Das behaupte ich ja von dir auch nicht.
:wink:

Morgen mag ich gerne erläutern, was die Bibel über den Heiigen Geist sonst noch sagt. Also, welche Bibelstellen mir dazu groß geworden sind. Denn Seine Aufgabe ist ja nicht nur Verteilen der Gaben.

Liebe Grüße,
Yvonne
Zuletzt geändert von Yvonne am 11.04.2014 21:39, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Yvonne » 11.04.2014 20:44

PS: Leider habe ich noch nicht verstanden, wie das mit dem "Zitat einfügen" richtig funktioniert, bitte um Verständnis - und, wer mag, darf mir das gerne mal erklären. Wäre nett. $:D
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Beitragvon Yvonne » 12.04.2014 13:34

1. Teil - alle Bibelstellen aus Schlachter2000

Was sagt die Heilige Schrift über den Heiligen Geist Gottes?

Er vermittelt die Gemeinschaft Jesu Christi, die persönliche Gegenwart des HERRN Jesus im Herzen und also auch im Denken und Handeln Seiner Gläubigen.

Der Heilige Geist sorgt dafür, dass der Auferstandene, Erhöhte Christus im Leben der Erlösten innewohnend, anwesend und wirksam ist.

Gal. 2,20 Ich bin mit Christus gekreuzigt; und nun lebe ich, aber nicht mehr ich [selbst], sondern Christus lebt in mir. Was ich aber jetzt im Fleisch lebe, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat.

Eph. 1, 13-14:
13 In ihm seid auch ihr, nachdem ihr das Wort der Wahrheit, das Evangelium eurer Errettung, gehört habt — in ihm seid auch ihr, als ihr gläubig wurdet, versiegelt worden mit dem Heiligen Geist der Verheißung,
14 der das Unterpfand unseres Erbes ist bis zur Erlösung des Eigentums, zum Lob seiner Herrlichkeit
.

Der Heilige Geist kann nie für sich alleine betrachtet oder genommen werden. Sondern, er zeugt von Christus und führt aus, was Gott will. Er ist die untrennbare Dreieinheit GOTTES und wirkt nichts aus sich selbst.

Joh 14,26 der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.

Joh 15,26 Wenn aber der Beistand kommen wird, den ich euch vom Vater senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, so wird der von mir Zeugnis geben;


Der HERR gibt den Geist Gottes jedem wahren, wiedergeborenen Nachfolger Christi, indem der Vater und der Sohn "Wohnung machen" in einem Gläubigen durch den Heiligen Geist:

Joh. 14, 16.,17.23:
16 Und ich will den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben, daß er bei euch bleibt in Ewigkeit,

17 den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, denn sie beachtet ihn nicht und erkennt ihn nicht; ihr aber erkennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein.

und:

23 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort befolgen, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen.


Der Heilige Geist verherrlicht die Person Christi und redet nur, was vom Vater und vom Sohn ist, nichts aus sich selbst:

Joh. 16, 13-15:
13 Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, so wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht aus sich selbst reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen.

14 Er wird mich verherrlichen; denn von dem Meinen wird er nehmen und euch verkündigen.

15 Alles, was der Vater hat, ist mein; darum habe ich gesagt, daß er von dem Meinen nehmen und euch verkündigen wird.


Ende 1. Teil
.. weil ich davon überzeugt bin, daß der, welcher in euch ein gutes Werk angefangen hat, es auch vollenden wird bis auf den Tag Jesu Christi.
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Yvonne
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Beitragvon Yvonne » 12.04.2014 14:17

2. Teil

Der Heilige Geist sorgt selbst dafür, dass er n i c h t im Mittelpunkt des Interesses steht, sondern er leitet stets den Blick auf den HERRN:

Der Sohn verherrlicht den Vater und der Vater verherrlicht den Sohn - und all das wirkt der Heilige Geist:

Joh. 5,23 damit alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, der ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat.

Phil. 2, 10.11
10 damit in dem Namen Jesu sich alle Knie derer beugen, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind,

11 und alle Zungen bekennen, daß Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.


Der Heilige Geist legt den Gläubigen den Christus und die Schrift aus.
Er eröffnet den Gläubigen das Verständnis für die Schrift.

Zuerst legte der HERR selbst alles aus. ER selbst ist das Fleisch gewordene Wort Gottes, des Vaters und die Wahrheit. (Joh. 1,1-2)

Nachdem ER zum Vater gegangen ist, hat ER diese Aufgabe dem Geist übertragen.

2. Tim. 3, 16-17
16 Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit,

17 damit der Mensch Gottes ganz zubereitet sei, zu jedem guten Werk völlig ausgerüstet.


Nicht die Lehre "des Heiligen Geistes" lehrt der Geist Gottes, sondern die Lehre des Christus ist, was den Geist leitet.

Darum ist nicht die Frage, ob wir den Heiligen Geist kennen, nötig, sondern, ob wir CHRISTUS kennen. Und die lebensentscheidende Frage muss lauten:

Wie gut kennst du den HERRN JESUS? Gehörst du schon IHM?

Denn: Nicht verherrlicht der HERR den Geist, sondern der Geist verherrlicht den HERRN und weist zu IHM hin.

Wo also der Heilige Geist in den Mittelpunkt gestellt wird - sei es durch lange Gesänge, die den "Geist herbeirufen" wollen - sei es darin, "den Geist zu preisen oder gar anzubeten oder in anderer Weise zu huldigen" (das findet sich in der Schrift nirgends!!)....

da ist äusserste Vorsicht geboten. Jeder Gläubige muss von der Schrift ausgehen und darf nicht "über die Schrift hinaus" tun.

Nicht dem Geist gebührt Lob, Preis und Ehre - sondern alleine Gott in Christus.

Genau darum sagt der HERR Jesus so deutlich, dass der Geist nicht von sich aus wirkt, sondern, dass der Geist "von dem Meinen nehmen" wird.

(Joh. 16,14-15).

Schließlich wirkt der Heilige Geist in den Gläubigen Veränderung, so, dass sie zu guten Werken und Früchten heranwachsen und reifen dürfen, nach

Gal. 5,22ff

Der Heilige Geist schenkt allen Gläubigen, die wahrhaft wiedergeboren und erlöst sind, absolute, unverbrüchliche Heilsgewissheit, dass sie gewiss sind, ein für allemal versiegelt sind mit dem Geist und damit in der Gemeinschaft des Vaters und des Sohnes.

Joh. 10, 27-30

Zuletzt steht der Geist vertretend mit unseren Gebeten vor Gott:

Röm 8,26 Desgleichen hilft auch der Geist unsrer Schwachheit auf. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich's gebührt; sondern der Geist selbst vertritt uns mit unaussprechlichem Seufzen. (Lutherbibel)

Und hier kommt die herrliche Dreieinigkeit Gottes wunderbar für uns zum Tragen:

Joh 4,24 Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.

Gott wird alleine angebetet - aber im Geist Gottes und in der Wahrheit, das ist der Christus.

So hat Gott entschieden, WIE Gemeinschaft mit IHM sein soll und gehen kann. Wir müssen diese Reihenfolge also beherzigen.

Wenn ich das alles miteinander im Zusammenhang betrachte, wird mir deutlich, dass die Gabenverteilung nur ein kleiner Teil dessen sind, was der Heilige Geist Gottes in der Bibel ist und wirkt.

Und ich bin dankbar über diese herrliche Vielfalt.

Doch aus genau den genannten Gründen kann ich auf keinen Fall behaupten, ich "bin" Charismatiker", nur, weil ich Gaben "habe".

Das reduziert in unzulässiger Weise den Heiligen Geist einerseits und stellt ihn in unzulässiger Weise in den Fokus andererseits.

Denn nicht der Geist Gottes ist die Mitte der gesamten Schrift, sondern der Lebendige, Auferstandene Erlöster, HERR und König JESUS CHRISTUS.

So bin ich dankbar wiedergeboren ein geliebtes Kind Gottes, des Allmächtigen Vaters, versiegelt mit Seinem Heiligen Geist und gehöre meinem HERRN Jesus Christus.

Bei den Gaben ist es auch unerlässlich zu beachten, was in 1. Kor. 13 steht, nämlich, dass einige Gaben, die zur Apostolischen Zeit noch nötig waren, danach aufgehört haben.

Das kann man nicht einfach unterschlagen und ausblenden.

In der heutigen Zeit hat auch kein - nach biblischem Zeugnis - Mensch mehr die Vollmacht, durch eigenes Handauflegen Menschen zu (wunder)heilen.

Gott alleine ist es, der nach Seinem Willen und dafürhalten wirkt, heilt oder auch nicht.

Wir dürfen und sollen füreinander beten. Doch die Gabe der Heilung wie zu apostolischen Zeiten ist definitiv heute nicht mehr.

Genauso, wie es heute keine Apostel mehr gibt. Dieses Amt ging zuende mit dem Tod des letzten Apostels, Johannes.

Auch die Prophetie ist nicht mehr - im Schriftverständnis - da. Denn mit dem letzten Satz der Offenbarung, dem letzten Buch der Bibel, hat der HERR uns alles mitgeteilt, was wir für unser Leben und Verständnis der Schrift benötigen.

Der Heilige Geist schließt uns alles auf, was wir wissen sollen. Und er hält sich an das geschriebene Wort, die Schrift. Denn ohne die Schrift ist unsere Einheit mit dem Allmächtigen Vater in Christus nicht vollständig.

Wir dürfen nicht sagen, wir hätten ja Jesus und den Heiligen Geist, und bräuchten das Wort nicht. NEIN. Christus IST das Wort. Wir dürfen dem weder etwas hinzufügen, noch wegnehmen, ohne uns den Zorn Gottes aufzuladen.

Dennoch sind noch viele andere Gaben zu sehen.

So denke ich darüber und erhebe natürlich nicht den Anspruch, "das ganze Wissen" zu haben. Dies ist nur das, was mein eigenes Schriftverständnis sagt. Wobei in dieser Weise viele andere Gläubige auch dies aussagen können in ihrem Schriftverständnis.

Liebe Grüße,
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