Frage 66 bis 68.
Frage 66: Was sind die Sakramente?
Sakramente sind sichtbare, heilige Wahrzeichen und Siegel, von Gott dazu eingesetzt, um uns durch ihren Gebrauch die Verheißung des Evangeliums9 verständlicher zu machen und einzuprägen, dass er uns wegen des einmaligen Opfers von Christus, am Kreuz vollbracht, Vergebung der Sünden und ewiges Leben aus Gnade schenkt.
Frage 67: Sollen denn beide, Wort und Sakrament, unseren Glauben auf das Opfer von Jesus Christus am Kreuz als den einzigen Grund unseres ewigen Heils hinweisen?
Ja natürlich; denn der Heilige Geist lehrt im Evangelium und bestätigt durch die Sakramente, dass unser ganzes ewiges Heil auf das einmalige Opfer von Jesus am Kreuz gegründet ist.
Frage 68: Wie viele Sakramente hat Christus im Neuen Testament eingesetzt?
Zwei, die heilige Taufe und das heilige Abendmahl.
Bedeutung der Sakramente.
Neben dem Evangelium segnet auch der heilige Geist den Gläubigen den Gebrauch der heiligen Sakramente, der Taufe und des Abendmahles, zur Bestätigung ihres Glaubens, wozu sie von Christo eingesetzt und sehr passend sind; denn wie der Katechismus sagt, sind die Sakramente sichtbare, heilige Wahrzeichen und Siegel, von Gott dazu eingesetzt, dass er uns durch den Gebrauch derselben die Verheißung des Evangeliums desto besser zu verstehen gebe usw.
1. Sie sind Wahrzeichen, denn sie erinnern uns an etwas Unsichtbares und Abwesendes, sind Abbildungen und Gemälde der geistlichen Güter, die nicht in unsere Sinne fallen.
2. Sie sind aber auch zugleich Siegel, Unterpfänder und Versicherungen von denselben, und zwar a) sichtbare Wahrzeichen und Siegel, weil sie mit unsern leiblichen Augen können und müssen gesehen werden. b) Zugleich heilige Wahrzeichen und Siegel, weil sie zum Gottesdienste gehören, etwas Heiliges bezeichnen und versiegeln, unsere Heiligung mit zum Zwecke haben, und mit heiliger Ehrerbietung müssen gebraucht werden.
3. Sie sind sichtbare, heilige Wahrzeichen und Siegel, die von Gott eingesetzt sind und von ihm auch allein eingesetzt werden konnten. Denn weil Er allein und kein Mensch Macht und Recht hat, die im Evangelium verheißenen Güter des Gnadenbundes mitzuteilen, so kann er auch allein die Zeichen und Siegel dazu verordnen. Und da sie zum Gottesdienste gehören, dessen Art und Weise Gott allein, als der höchste Gesetzgeber seines Volkes vorschreiben kann, und worin er alle Menschen Satzungen vorführt, so mussten sie auch von Gott eingesetzt werden.
4. Die gnadenreiche Absicht, die der Herr bei der Einsetzung der Sakramente hatte, gehet dahin, dass er uns durch den Gebrauch derselben die Verheißung des Evangeliums desto besser zu verstehen gebe und versiegle; nämlich, dass er uns von wegen des einigen Opfers Christi am Kreuz vollbracht, Vergebung der Sünden und ewiges Leben aus Gnaden schenke. Denn die Vergebung der Sünden und das ewige Leben schließen alle andere verheißene Güter in sich. Sie sind der Hauptinhalt der evangelischen Verheißung und die Hauptgüter des Gnadenbundes. Die Vergebung der Sünden entfernt alles von uns, was uns unglücklich macht, und das ewige Leben schließt alles in sich, was uns selig macht. Die Vergebung der Sünden ist gleichsam das erste Glied in der Kette der Heilsgüter, und das ewige Leben das letzte, der Schluss von Allem. Wer Vergebung der Sünden hat, der hat auch Recht zu den übrigen Gnadengütern und dem fließen sie auch zu. Darum gedenkt ihrer David auch zuerst, wenn er Ps. 103 das Gute rühmet, das der Herr seiner Seele getan hatte. Lobe den Herrn, meine Seele usw.
Diese köstlichen Güter des Gnadenbundes werden den Gläubigen im Evangelium verheißen und zugesagt, und die Verheißungen des Evangeliums davon will uns der Herr durch den Gebrauch der H. Sakramente
1. besser zu verstehen geben; weil er uns in demselben seine Liebe zu unserm Heile und die Aufopferung seines Sohnes zur Bezahlung für unsere Sünden, seine Willigkeit, sie uns um Christi willen zu vergeben, unsere geistliche Vereinigung mit Christo, und unsern Anteil an allen seinen erworbenen Gütern auf eine sinnliche Weise vor den Augen malt und abbildet.
2. Gott will aber den Gläubigen die Verheißungen das Evangeliums durch den Gebrauch der h. Sakramente nicht allein besser zu verstehen geben, sondern auch versiegeln, und sie von ihrem Anteil an denselben versichern und gewiss machen. Denn in dem Evangelium werden die Verheißungen und Gnadengüter überhaupt allen Gläubigen zugesagt; aber durch die Sakramente werden sie einer jeden gläubigen Seele insbesondere zugeeignet, und sie empfängt mit denselben zu dem unsichtbaren Pfand des heiligen Geistes auch noch ein sichtbares Pfand und Siegel daran.
Die Sakramente sind also Anhänge zu dem Evangelium, und das bei demselben, was die Siegel bei einem Gnadenbriefe und Patent sind, welche die darin geschehene Zusage befestigen und vergewissern sollen. Wie laut zeugen also die Sakramente von der herablassenden Güte Gottes zu seinem untrüglichen Worte, das er, der treue und wahrhaftige Gott gegeben und mit Weissagungen, Wundern und Eiden bekräftiget hat, so dass wir uns sicher darauf verlassen können, tut er die Sakramente hinzu, um unserer Schwachheit zu Hilfe zu kommen und die Erben der Verheißung überschwänglich zu überzeugen, dass sein Rat nicht wanke. Ihm ist mit unserem Misstrauen, Zweifel und Klein Glauben nicht gedient, er kennt, aber auch unsere Schwachheit und kommt ihr zu Hilfe, und sucht auch durch die Sakramente unsern Glauben und unser Vertrauen auf das Opfer Jesu Christi zu stärken. Denn beide, das Wort und die Sakramente, so verschieden sie auch an und für sich selbst sind, weisen doch unseren Glauben auf das Opfer Jesu Christi am Kreuz, als auf den einigen Grund unserer Seligkeit hin. Denn der heilige Geist lehrt im Evangelium, dass unsere ganze Seligkeit stehe in dem einigen Opfer Christi, für uns am Kreuze geschehen. Das Evangelium sagt: Gleichwie Moses in der Wüste eine Schlange erhöhet hat, also muss des Menschen Sohn erhöhet werden, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Christus hat unsere Sünden selbst geopfert an seinem Leibe auf dem Holze, auf dass wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben, durch welches Wunden wir sind heil geworden.
Diese Lehre des Evangeliums bestätigen die heiligen Sakramente; das taten die Beschneidung und das Osterlamm im A. T.; das tun auch die h. Taufe und das h. Abendmahl im N. T. Von der Beschneidung sagt Paulus Röm. 4,11 und von dem Osterlamm 1. Kor. 5,7. Von der Taufe schreibt er Röm. 6,3: Wisset ihr nicht, dass alle, die auf Christum getauft sind, die sind auf (in) seinen Tod getauft. Und von dem h. Abendmahl 1. Kor. 11,26: So oft ihr von diesem Brot esset und von diesem Kelch trinkt, sollt ihr des Herrn Tod verkündigen.
Matthias Krall, Pastor zu Gemarke, Predigten über d. Heid. Katechismus.
Die Natur der Sakramente besteht nicht darin, dass sie leibliche Gefäße seien, die das Himmlische leiblich in sich sollten haben, sondern sie sind geistliche heilige Wahrzeichen und Siegel des Gnadenbundes Gottes in Christo, durch welche Sakramente (heilige Wahrzeichen) das Himmlische allein den gläubigen Herzen bezeichnet, versiegelt und zugeeignet wird.
Schriftmäß. Unterricht von der Weise der Gegenwart und Gemeinschaft des wahren Leibes und Blutes Jesu Christi im h. Abendmahl.
Eben dazu hat Christus seine h. Sakramente eingesetzt, dass sie der Schwachheit unseres Glaubens sollen abhelfen und dass der angefangene Glaube durch solche göttliche Siegel und Zeichen gleich als mit starken Säulen unterstützt, erfrischt, gemehrt und bei seinen Kräften erhalten werde. Daher werden sie auch von dem h. Augustinus ein sichtbares Wort genannt, darum dass wir den Sohn Gottes in seinem Worte und in seinen h. Sakramenten mit den innerlichen Augen des Glaubens also anschauen, als wenn er vor unseren Augen gekreuzigt wäre, denn durch das äußerliche Gehör des göttlichen Wortes und durch die äußerlichen Sakramente will Gott der Herr das innerliche Anschauen und Vertrauen des Herzens auf das Leiden Christi in uns bestätigen und versiegeln, daher auch Paulus von den Galatern schreibt, dass Christus vor ihren Augen sei gekreuzigt worden, da doch die Galater damals sehr weit von Jerusalem gewesen waren, wo man den Herrn Christus
gekreuzigt hat. Joh. Phil. Mylaeus.
Recht sagt der Apostel, dass alle Verheißungen Gottes in Christo Jesu Ja und Amen sind, 2. Kor. 1,20. Das ist, gewiss und wahrhaftig, also dass Gott der Vater uns Menschen die Verheißung getan von unserer Seligkeit in Christo, seinem eingeliebten Sohn, und solche seine Verheißung ins Werk gerichtet. Der Sohn Gottes ist die Erfüllung der Verheißung des Vaters, indem er zu bestimmter Zeit in diese Welt gekommen und sich für unsere Sünde aufgeopfert, dadurch er uns Vergebung der Sünden und den Geist der Wiedergeburt erworben hat. Der h. Geist ist das Siegel und Pfand, der wirket in uns wahren Glauben, dadurch wir die von Gott dem Vater uns verheißene und in Christo geleistete und erworbene Seligkeit uns zueignen, und daneben versiegelt und befestigt er uns auch in solchem Glauben, dass wir darinnen bis ans Ende standhaft beharren und deshalb an künftiger völliger
Besitzung des ewigen Lebens ganz und gar nicht zu zweifeln haben. Hierzu braucht der h. Geist das Predigtamt als das öffentliche und äußerliche Mittel und Werkstatt. Daher es ein Amt des Geistes genannt wird, 2. Kor. 3,6, dadurch der h. Geist in der Auserwählten Herzen kräftiglich den Glauben wirket, mit welchem sie die Verheißung der Gnaden annehmen und also getröstet werden. In gleichem sind die h. Sakramente an die gnadenreiche Verheißung des Evangelii mit angeheftet, die h. Taufe und das Abendmahl. Durch solche bezeugt der h. Geist, so gewiss ein Christenkind in der Taufe mit dem h. Wasser begossen und hernach, wenn es zum Verstand und Jahren kommt, sich prüfet, ob es im Glauben sei, so gewiss auch ein solcher Gläubiger zum h. Nachtmahl geht, und allda mit leiblichen Augen sieht, dass ihm zu gut das Brot gebrochen und der Wein eingeschenkt wird, er auch mit leiblichem Munde davon isst und trinket: also wahrhaftig und gewiss wird in dessen Herzen durch den h. Geist dieser Trost kräftiglich versichert, der Herr Jesus habe seinen h. Leib auch für ihn in den Tod gegeben und sein teures Blut auch für ihn am Stamm des Kreuzes vergossen, und dass er mit seinem gekreuzigten Leibe und vergossenen Blute auch ihm eine Speise und ein Trank des ewigen Lebens geworden sei an seiner hungrigen und durstigen Seele im wahren Glauben durch Wirkung des h. Geistes. Das heimliche innerliche Zeugnis verrichtet der h. Geist in den Herzen der Auserwählten, indem er sie versichert, dass sie an der gewissen unwandelbaren
Wahrheit göttlichen Worts ganz und gar nicht zweifeln. Aus solcher Betrachtung wird er genannt ein Geist der Gnaden Sach. 12,10: weil er zeuget von der Gnade Gottes gegen uns, dass Gott der himmlische Vater uns armen Sündern wolle gnädig und barmherzig sein, und uns alle unsere Sünde um Christi willen verzeihen und vergeben. Dies meint der Apostel Röm. 8,16: der h. Geist gibt Zeugnis unserm Geist, dass wir Gottes Kinder sind. Sind wir denn Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben und Miterben Jesu Christi. Deswegen wird der h. Geist genannt das Pfand 2. Kor. 1,22 und 5,5 und noch deutlicher das Pfand unseres Erbes zu unserer Erhöhung Eph. 1,14, mit welchem wir versiegelt sind auf den Tag unserer Erlösung, Eph. 4,30. Insonderheit aber verrichtet der h. Geist solch sein Amt als der höchste Tröster in aller Not an unserm letzten Ende und in Todesnöten. Daselbst gibt er ein herrliches Zeugnis, befestigt und spricht Ja und Amen dazu in den Herzen der Gläubigen: Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab usw. Der h. Geist spricht: Ja und Amen, es ist also, Gott der himmlische Vater hat auch dich geliebt und dir zu gut seinen Sohn in die Welt gesandt, des tröste dich von Herzen, so sollst du nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Ebenso ferner: der Herr Jesus sagt hoch beteuerlich: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, so jemand wird mein Wort halten, der wird den Tod nicht sehen ewiglich. Der h. Geist spricht: Ja und Amen, es ist wahrhaftig also, du Auserwählter, glaube festiglich, du sollst keinen Tod sehen noch schmecken ewiglich. Und so mehr mit anderen Trostsprüchen. Johann Salmuth, 1618 Prediger zu Amberg.
Unsere Seligkeit steht in dem einigen Opfer Christi, nicht in den Sakramenten. Deshalb, lehrt Jodocus Nahum, werden billig gestraft die Juden, welche die Gerechtigkeit suchten in der Beschneidung und im Opfer; die Päpstler, die ihre Gerechtigkeit suchen in Messen, Vigilien und dergleichen Menschen Satzungen; unsere Leute, die ihre Seligkeit in der Taufe und im Brauch des Nachtmahls wollen suchen. Der ist närrisch, der einem Siegel die Ehre gibt, welche allein dem gebührt, der ihm einen Acker oder sonst etwas geschenkt hat. Die Sakramente sind Siegel und Zeugnisse, dadurch wir in unsern Herzen versichert werden, dass uns Christus durch seinen Tod das ewige Leben erworben hat. Deswegen soll Christo und nicht den Siegeln die Ehre unserer Seligkeit zugeschrieben werden. Weil denn das gewiss ist, dass wir Christum mit seinen Gaben fassen allein durch den Glauben, welchen der h. Geist durch das gepredigte Wort in unseren Herzen wirket, so ist das auch gewiss und muss gewiss folgen, dass wer die Sakramente will nützlich gebrauchen, der muss glauben und durch den Glauben Christum im Herzen haben und mit Gott versöhnet sein. Denn soll ein Bund und Vertrag versiegelt werden, so muss der Vertrag geschehen sein, sonst ist das Siegel vergeblich. Darum muss ein Mensch die Verheißung und Zusage glauben und durch den Glauben die göttlichen Gaben, Christum mit allen seinen Gütern annehmen, damit der Bund und Vertrag, so mit Gott aufgerichtet, bestätiget werde, welcher verheißet: Wer an den Sohn glaube, der habe das ewige Leben (Joh. 3,16). Denn wo das nicht ist, so empfängt er wohl das Siegel, aber der Gnade Gottes wird er nicht teilhaftig, und gebraucht es nur zu seinem Schaden, denn es ist lauter Irrtum und Betrug, dass man im Papsttum vorgibt, die Sakramente nutzen ex opere operato, ob man schon keinen Glauben und guten Vorsatz habe, sich forthin nach Gottes Willen zu richten. Es sind die Sakramente, wie Paulus sagt (Röm. 4,11), Siegel, dadurch Gott unsern Herzen seine Verheißung gleichsam eindrücket und uns derselbigen versichert. Aber von sich selbst können sie uns nicht helfen, sondern Gott tut’s allein aus Gnaden durch seines Geistes Kraft und innerliche Wirkung, dass sie nicht ohne Kraft und Nutzen in den Auserwählten ablaufen. In den reprobis (Verworfenen) und Ungläubigen sind es tote und vergebliche Zeichen, ob sie wohl allezeit heilige Sakramente von wegen göttlicher Ordnung bleiben, denn Gott bleibet allezeit wahrhaftig und getreu, obschon die Ungläubigen von wegen ihres Unglaubens sich ihrer Kraft und Wirkung berauben. Wer
derhalben die Sakramente will nützlich empfahen, der muss glauben, mit Gott versöhnet und gerecht worden sein. Wer aber ohne Glauben, allein durch Empfang der Sakramente die Gerechtigkeit will bekennen, der wird sich selbst betrügen. Darum zeuget St. Paulus (Röm. 4,11), dass Abraham etliche Jahr vor der Beschneidung sei gerecht gewesen durch den Glauben, die Beschneidung aber habe er hernach empfangen zum Siegel der Gerechtigkeit des Glaubens und schließt der halben, dass die Gerechtigkeit nicht komme aus den Werken, sondern durch den Glauben an Jesus Christus. Denn weil die Beschneidung sei der vornehmsten Werke eines des Gesetzes und doch Abraham dadurch nicht sei gerecht worden, so komme die Gerechtigkeit nicht durch die Werke des Gesetzes, sondern aus Gnaden durch Wirkung des h. Geistes vermittelst des Glaubens an Christum.
G. Spindler. Klarer u. wahr. Bericht.
Johannes Martinus, um 1672 Pastor in Groningen, fragt hier:
Sind noch mehr Irrtümer (als sieben Sakramente, wie sie das Papsttum hat) hierzu meiden? Noch viele des Papsttums, in dem die Sakramente des Alten Testaments zu sehr erniedriget und die des Neuen Testaments allzu sehr erhöhet werden, wo man lehret, dass diese in dem bezeichneten Gute verändert werden, dass man durch das getane Werk selig werde, indem man viele Zeremonien beifügt. Auch gibt’s andere, welche die Sakramente zu bloßen Zeichen machen und sie für nicht durchaus nötig hinstellen. Wozu dient diese Lehre? Um die ausnehmende Güte, Weisheit und Treue Gottes hier anzumerken in der Unterweisung und Befestigung seiner Kinder, um die Siegel der Gnade hoch und heilig zu achten, mit Ehrfurcht und Glauben in Christum zu gebrauchen, heilig zu halten, durch dieselben mich in meiner Schwachgläubigkeit aufzurichten und der innerlichen Gemeinschaft mit Christo und der Früchte seines Todes allezeit zu versichern.
Der Kern und Hauptinhalt des Evangelium, sagt der am 2. April 1804 zu Berleburg heimgegangene Inspektor Johann Daniel Otterbein, ist Jesus Christus der Gekreuzigte. Das Evangelium weiset euch also hauptsächlich auf Christum, auf sein blutiges Opfer am Kreuz und auf seinen Tod, als den einigen Grund eurer Seligkeit hin. Und darauf weisen euch auch die Sakramente. Das Wort, das ihr leset oder höret, soll euch Christi Opfer und Tod ins Herz drücken durchs Gehör. Die Sakramente aber, die das Wort bestätigen, sollen euch als äußere Zeichen in ihren Handlungen Christi Opfer und Tod vor Augen malen, und so ins Herz drücken durchs Gesicht.
Das Pferd wird gerüstet für den Tag des Kampfes, aber der Sieg kommt von dem HERRN. Spr. 21,31