Was tun?

Nur für Gläubige, die die fünf Punkte des Arminianismus ablehnen

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tollelege
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Was tun?

Beitragvon tollelege » 23.12.2010 00:11

Hallo.
Ich bin vor einigen Monaten zum reformatorischen Glauben konvertiert. Nun habe ich seit dieser Zeit keine Heilsgewissheit (mehr). Ich kenne keine reformatorischen Geschwister und würde mich freuen wenn ich hier mit welchen schreiben kann. Und jetzt zum Thema...

Wie schon gesagt, habe ich seit der Zeit als ich die Lehren der Reformation als richtig und wahr anerkannt habe keine Heilsgewissheit mehr. Es liegt daran weil ich mir gestehen musste dass ich noch im Fleisch lebe. Vor allem hat mich Galater 5, 19-21 überführt: "Offenbar aber sind die Werke des Fleisches; es sind: Unzucht, Unreinheit, Ausschweifung, Götzendienst, Zauberei, Feindschaften, Streit, Eifersucht, Zornausbrüche, Selbstsüchteleien, Zwistigkeiten, Parteiungen, Neidereien, Trinkgelage, Völlereien und dergleichen. Von diesen sage ich euch im Voraus, so wie ich vorher sagte, dass die, die so etwas tun, das Reich Gottes nicht erben werden." Ein wenig weiter in Galater 5, 24 steht dann: "Die aber dem Christus Jesus angehören, haben das Fleisch samt den Leidenschaften und Begierden gekreuzigt." Ich erkenne ganz klar Werke des Fleisches in mir und wenn ich diesen Versen glauben soll, bedeutet es dass ich das Reich Gottes nicht erben werde. Und weil ich mein Fleisch nicht gekreuzigt habe, geht aus Vers 24 hervor, dass ich dem Herrn Jesus nicht angehöre. Sehe ich das richtig so? Der Gedanke, dass ich nicht errettet bin treibt mich zum Wahnsinn. Ich habe seit ca. einem Jahr auch psychische Probleme wie Panikattacken, Angstzustände und dadurch auch Depressionen. Ich habe fast überhaupt keinen Selbstbewusstsein, was wohl daran liegt, dass ich in meiner Kindheit nie richtige Geborgenheit und Anerkennung erfahren hatte und weil ich nichts im Leben erreicht habe und ich mich dadurch vor anderen Menschen kleiner oder minderwertiger fühle und sogar Angst vor ihnen habe. Langsam kann ich es nicht mehr ertragen. Die psychischen Probleme und die Ungewissheit ob ich errettet bin, das ist zu viel für mich. Wenn ich mit meinem Pastor darüber rede, sagt er mir nur dass ich errettet bin und dass ich mir nicht so viele Gedanken darüber machen soll. So als würde es ihn nicht wirklich kümmern wie es um meine Errettung steht, sondern nur ob ich mich gut fühle. Ich möchte endlich ein Gottgefälliges leben führen und dazu brauche ich Unterweisung aus der Schrift und jemanden der mich ermahnt, ermutigt usw. Kann mir vielleicht jemand sagen was ich tun kann? :?:

Gast

Beitragvon Gast » 23.12.2010 00:54

Ähm entschuldigung, du weißt schon, dass das Evangelium sagt, dass wir aus Gnade durch Glauben an Christus gerettet sind? Eph 2,8.9

Das du keine Heilsgewissheit hast ist zwar nicht schön, ist aber weniger schlimm. Das Heil für die Erwählten und die wahren Gotteskinder steht fest, denn als Jesus Christus starb hat er es vollbracht. Da ist kein Zorn mehr übrig für die seinen.

Du schaust auf dich und prüfst dich? Das ist gut, aber erwarte nicht zu viel von dir, denn das tat der große Apostel Paulus auch nicht. "Ich weiß, dass in mir nichts gutes wohnt" Röm7,18
Ich rate dir, wenn du einmal auf dich geschaut hast, dass du 10-mal auf Christus blickst, deinen Erlöser, den, der den Zorn Gottes schmeckte und den Kelch bis zum letzten Tropfen schlürfte, damit keines seiner Schafe mehr den gefüllten Becher mit dem Grimm trinken würde.

Du siehst das Ziel, wie Christus zu sein? Meinst du es gäbe auch nur einen einzigen Heiligen, der dieses Ziel auf Erden erreicht hätte? Ja, die großen Gottesmänner streckten sich danach aus, doch haben sie es erreicht?
Wann sagte Paulus "Ich jage dem aber danach, dass ich auch das ergreife, wofür ich von Christus Jesus ergriffen worden bin" Phil 3,12
Schon lange nachdem er bekehrt war und nachdem er begriffen hatte, worin seine Hoffnung und Gerechtigkeit besteht: In Jesus Phil 3,9

Du nimmst die Warnungen der Bibel ernst? Glückselig bist du, denn die heutige Christenheit schaut fast nur auf die Verheißungen. Aber wenn du die Warnungen ernst nimmst, warum dann auch nicht die Verheißungen?

Steht nicht geschrieben "wenn wir unsere Sünden bekennen, dann ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit"? 1.Joh 1,9


Meinst du, wenn der Herr dich züchtigt und dir deine Sünden vorhält, dass das nicht aus Liebe geschieht? Und heißt es nicht von den Trauernden, dass sie getröstet werden sollen? Mt 5,4
Es ist ein gutes Zeichen, dass du zerknirscht bist über dein Leben. Denn "die Opfer, die Gott gefallen, sind ein zerbrochener Geist; ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, o Gott, nicht verachten" Ps 51,19

Reinigt der Weingärtner dich nicht vielleicht, damit du mehr Frucht bringen wirst? Joh 15,2

Ja, es sind wenige, die das Himmelreich erben, aber es scheint, du bist auf diesem schmalen Weg der zum ewigen Leben führt.

Betrachte dich nächstes Jahr noch einmal und wenn du dann immer noch zitterst und noch mehr deine Sündhaftigkeit erkannt hast und das du überaus schlecht bist und allein von Gottes Gnade abhängig bist, dann kann es gut sein, dass der Herr für dich eine Wohnung im Himmel bereithält.

Die Sünden, die du bereits jetzt schon erkannt hast, besiege mit dem Geist und studiere vor allem weiterhin das Wort, vor allem wie mir scheint Röm 6-8. Der Herr sei mit dir.
Zuletzt geändert von Gast am 29.12.2010 16:27, insgesamt 1-mal geändert.

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tollelege
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Beitragvon tollelege » 23.12.2010 12:31

Hey Samuel.

Danke für deine Antwort.

Ja, natürlich glaube ich daran, dass wir aus Gande errettet sind. Ich glaube nicht, dass wir irgendetwas tun können um Errettung bei Gott zu bekommen. Nur glaube ich, dass wenn Gott einen Menschen errettet, dass dieser Mensch gute Werke und gute Frucht bringen wird. Eben weil er errettet ist, und weil es Zeichen für seine Erwählung sind. oder?

Ich glaube du hast Recht, dass ich mehr die Warnungen ernst nehme als die Verheißungen. Ich werde mir Mühe geben das zu ändern.

Du schreibst, dass ich die Sünden mit dem Geist besiegen soll. Wie tut man den "mit dem Geist besiegen"? Durch beten?

Danke für den Tipp Röm 6-8 zu studieren. Ich werde es tun.

Der Herr sei auch mit dir.

Jörg
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Re: Was tun?

Beitragvon Jörg » 24.12.2010 08:52

tollelege hat geschrieben:Ich erkenne ganz klar Werke des Fleisches in mir und wenn ich diesen Versen glauben soll, bedeutet es dass ich das Reich Gottes nicht erben werde. Und weil ich mein Fleisch nicht gekreuzigt habe, geht aus Vers 24 hervor, dass ich dem Herrn Jesus nicht angehöre. Sehe ich das richtig so? Der Gedanke, dass ich nicht errettet bin treibt mich zum Wahnsinn. Ich habe seit ca. einem Jahr auch psychische Probleme wie Panikattacken, Angstzustände und dadurch auch Depressionen. Ich habe fast überhaupt keinen Selbstbewusstsein, was wohl daran liegt, dass ich in meiner Kindheit nie richtige Geborgenheit und Anerkennung erfahren hatte und weil ich nichts im Leben erreicht habe und ich mich dadurch vor anderen Menschen kleiner oder minderwertiger fühle und sogar Angst vor ihnen habe. Langsam kann ich es nicht mehr ertragen. Die psychischen Probleme und die Ungewissheit ob ich errettet bin, das ist zu viel für mich.


Lieber tollelege,

zunächst einmal möchte ich Dir sagen, daß ich Dich sehr, sehr gut verstehe, weil ich selber in diesem Sumpf von endlosen Anklagen, Ängsten und Depressionen war! Ich bete für Dich, daß Jesus Dir mit starkem Griff heraushilft - Er ist ein Gott, der Wunder tut!!!

Was haben damals liebe Brüder versucht, mit wirklich gutgemeinten Trost aus diesem Sumpf zu helfen - es erreichte nur mein Gehirn, nicht aber mein Herz!

Pastor Wilhelm Busch sagte einmal folgenden Satz, der mir sehr geholfen hat: "Man ringt als Kind Gottes um Heiligung und nicht wie ein Draußenstehender, der sich mit der Heiligung erst den Eingang erzwingen will".

Du erlebst zur Zeit die ersten zwei Zeilen von dem, was der Liederdichter Woltersdorf gedichtet hast:

Wenn ich mich selbst betrachte,
so wird mir angst und weh,
wenn ich auf Jesum achte,
so steig ich in die Höh´,
dann freut sich mein erlöster Geist,
der durch das Blut des Lammes
gerecht und selig heißt.

Und der Erweckungsprediger Gottfried Daniel Krummacher sagte: "Im Anfang des Christenstandes pflegt man noch viel selbst zu können. Man faßt edelmütige Vorsätze und gedenkt, sie treu auszuführen, was auch ziemlich gelingt. Der Weg aber läuft umgekehrt. Man wird nicht heiliger, sondern immer sündiger in seinen eigenen Augen. So wächst das Recht an dem Seligmacher in dem Maße, als wir unserer Sündenschaft gewahr werden. (aus "Emmi Busch - Ein Bündel Briefe, Seite 99, Schriftenmissions-Verlag Gladbeck)

Ich möchte Dir raten: bleibe mit Deiner Not nicht alleine. Meide die Einsamkeit!

Der Gott allen Trostes tröste Dich

Jörg

PS: Herzlich Willkommen hier im Forum!
Es muß alles erst einmal an Gott vorüber, bevor es mich treffen kann. (Helmut Thielicke)

Gast

Beitragvon Gast » 24.12.2010 14:49

Was bedeutet wandeln im Geist oder auch durch den Geist die Taten des Fleisches zu töten? Es bedeutet ein geisterfülltes, ein vom Geist beherrschtes Leben zu führen.

Was sind geistliche Dinge? Beten, Bibel studieren, Zeugnis geben (Evangelisation), Gemeinschaft mit anderen Christen (Gottesdienst, Gebetsstunde), Gute Werke (anderen praktisch dienen). Alles Dinge, die vom Geist kommen und wodurch die Versuchungen abgehalten werden.

Was ist alles Frucht? Wusstest du das Erkenntnis bereits schon Frucht ist?

Paulus bittet Gott, dass die Kolosser erkennen mögen, was der Wille Gottes ist. Wenn du die Bibel studierst, ist das der Anfang wie du Gott gefallen kannst. Du lernst seinen Willen kennen.
Außerdem gehört zur Frucht auch Danksagung hinzu. Dank das Jesus am Kreuz für dich und deine Geschwister gestorben ist, dass er uns wiedergeboren hat mit einer lebendigen Hoffnung. Lobe Gott ständig.

Lieber Bruder welche Bedeutung haben folgende Verse?

"Doch der Pfad der Gerechten ist wie das Morgenlicht, es strahlt immer heller bis zum vollen Tag." Spr 4,18


"Und wir alle spiegeln mit aufgedecktem Gesicht die Herrlichkeit des Herrn wieder. Dabei werden wir selbst in sein Bild mit ständig zunehmender Herrlichkeit verwandelt. Das alles geschieht durch den Herrn, den Geist." 2. Kor 3,18

Umgestaltung in das Bild Christ ist ein Prozess.
Du bist bereits Licht. Vielleicht noch nicht sehr hell, aber du bist Licht. Du bist noch nicht so hell wie die Mittagssonne, aber die Finsternis musste bereits weichen. Studiere Christus und du wirst ihm in seiner Herrlichkeit immer ähnlicher, du wirst voll Licht sein und gar keine Finsternis wird mehr in dir sein.

Meinst du die Menschen um mich herum sagen, wenn sie mich sehen, ich erinnere sie an Jesus? Wenn ich sie frage, wenn man an mich denkt, denkt man da an Jesus, da werden die meisten derzeit noch lachen. Es dauert nun mal. Manche sagen zwar ich bin schon ein Leuchtturm, aber ich kenne Christus bereits ein wenig und weiß, dass mein Licht gerade mal wie ein Teelicht scheint.

Ich arbeite mit Kindern zusammen und da erwarte ich auch nicht von einem 8 oder 10-jährigen, dass er wie Jesus mit 30 Jahren ist. Wenn diese Kinder von alleine die Bibel lesen und beten, dann bin ich schon glücklich. Wenn ich sehe, dass sie dann auch noch Sünden ablegen bzw. einen Kampf gegen diese führen, dann bin ich noch glücklicher. Und wenn sie verstehen, dass sie jeden Tag sündigen und die Hölle verdienen, aber sie bekennen und allein auf Jesus Christus vertrauen, dann bin überaus glücklich.

Der Kampf mit deinem sündigen Fleisch ist vielleicht der hartnäcknigste den du führen wirst. Es ist gerade ein wertvolles Buch von Erwin Lutzer beim CLV erschienen, "Das widerspenstige Ich". Er geht auf die mächtigen Versuchungen und das zurückfallen in alte sündige Verhaltensweisen ein. Ich würde es dir empfehelen, obwohl ich es noch nicht gelesen habe. Kannst du auch als PDF lesen. Bücher von Lutzer sind generell lesenswert.

GOtt sei mit dir.

"Der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird es auch vollenden bis an den Tag Christi." (Philipper 1,6)

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Beitragvon tollelege » 24.12.2010 15:13

Hey Jörg.

Darf ich fragen Wie du es geschafft hast aus dem ganzen rauszukommen? Erzählst du was?


Hey Samuel.

Danke für die guten Ratschläge und Denkanstöße. Ich werde mich bemühen danach zu tun. Das Buch werde ich mir auch mal anschauen.

Fröhliche Weihnachten wünsche ich euch!

tollelege

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H.W.Deppe
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Beitragvon H.W.Deppe » 25.12.2010 12:37

Liebe/r tollelege,
(schöner Name ...!)
erstmal auch von mir herzlich willkommen!

Habe deinen Beitrag gerade gelesen ohne Antwortabsicht, aber ich möchte da doch nicht einfach so drüber weggehen und kurz zwei Dinge weitergeben. Das erste kennst du sicher - aber es ist gut, sich das täglich in Gedächtnis zu rufen. Der Herr Jesus sagt:

Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen! Und ich werde euch Ruhe geben. (Mt 11,28 + Kontext)


Hier wäre auch der seelsorgerliche Anhang des Buches "Was ist rettender Glaube" von A.W. Pink hilfreich - kann ich wenn gewünscht gern als PDF zur Verfügung stellen.

Als zweites halte ich es wichtig zu wissen, dass der Heilige Geist nicht diffus im mystisch-schwärmerischen Sinne in unserem Leben wirkt, sondern durch das Wort des Evangeliums. Ein "Leben im Geist" ist ein Leben auf Grundlage des Evangeliums. Das wird besonders deutlich aus 2Kor 3, wo das tötende (zum Tode verurteilende) Gesetz im Gegensatz gestellt wird zum lebendigmachenden "Geist", der dort im Kontext gleichbedeutend ist mit dem Neuen Bund (der inneren Erneuerung durch Gott) und dem Wort des Evangeliums (= dem ganzen Neuen Testament).
Die Schrift sagt an vielen Stellen, dass die Wiedergeburt durch das Wort des Evangeliums geschieht und dass das Wort vom Kreuz *Kraft* hat, zu retten und das zu bewirken, was Gott gefällt. Es wächst, bringt Frucht, ist voller Dynamik. Es ist das heilsame Wort der Gnade Gottes in Christus. Beachte dazu den Titusbrief: dass Christus "heilbringend für alle (Arten von) Menschen gekommen ist, bedeutet dort im Kontext praktische Heiligung für all die zuvor aufgezählten Personengruppen (Tit 2). Die stellungsmäßige und praktische "Reinigung" (Tit 2,14; 3,5) führt Christus selbst aus, durch sein Heilswerk - und die Waschung der Wiedergeburt durch den Heiligen Geist ist dabei gleichbedeutend mit dem "Wasserbad im Wort" (Eph 5,26). Wir können uns nicht selbst verbessern, sondern nur in Demut unsere Sündhaftigkeit eingestehen. Doch Gott wohnt gerade bei denen, die zerschlagenen und gebeugten Geistes sind und die da zittern vor seinem Wort und belebt ihren Geist und richtet sie auf (Jes 57,15; 66,2).

Praktische Heiligung in bestimmten Lebensbereichen fällt z.T. aber auch nicht "vom Himmel" (kann zwar auch "spontan übernatürlich geschehen, muss aber nicht), sondern geschieht oft im Rahmen einer gesunden Gemeinde mit Hirten, die sich um die Schafe kümmern.

Ich wünsche Gottes reiche Gnade für die Festtage und alle Zukunft!
Werner
"Der Prophet, der einen Traum hat, erzähle den Traum! Wer aber mein Wort hat, rede mein Wort in Wahrheit! Was hat das Stroh mit dem Korn gemeinsam? spricht der HERR." (Jer 23,28)
Lasst uns bei dem bleiben, was geschrieben steht! Sola Scriptura!

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Beitragvon tollelege » 25.12.2010 15:47

Hallo Werner.

Danke für deine Antwort. Das sind auch sehr gute Denkanstöße.

Ich würde gern den Anhang des Buches "Was ist rettender Glaube" lesen. Würdest du es mir per Email schicken? Oder hattest du was anderes im Sinn?

Auch dir wünsche ich Gottes reiche Gnade.

tollelege

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Re: Was tun?

Beitragvon lutz » 25.12.2010 20:50

tollelege hat geschrieben:Hallo.
Ich bin vor einigen Monaten zum reformatorischen Glauben konvertiert. Nun habe ich seit dieser Zeit keine Heilsgewissheit (mehr). Ich kenne keine reformatorischen Geschwister und würde mich freuen wenn ich hier mit welchen schreiben kann. Und jetzt zum Thema...


Hallo tollelege,

ich möchte dich gern etwas genauer zu diesem Zitat fragen, weil ich denke, dass sich deine Probleme nicht in kürzester Zeit erledigen.
Eigentlich geht es mir um zwei Fragenkomplexe.

1. Der Begriff „reformatorischer Glaube“ ist kein Begriff aus der Bibel. Du kennst keine „reformatorischen“ Geschwister – ich nehme an, du meinst persönlich so von Angesicht zu Angesicht.
Nun meine Frage: Wie muss ich mir dieses „Konvertieren“ vorstellen?
„Konvertieren“ enthält ja den Gedanken von „Wechsel“, was war vorher und wie bist du zum „reformatorischen Glauben“ gekommen?

2. Du schreibst, dass du seit der „Konvertierung“ keine Heilsgewissheit mehr hast. Ich nehme an, dass du vorher „Heilsgewissheit“ kanntest.
Nun meine Frage: Worauf fußte deine damalige „Heilsgewissheit“? oder anders Was hat dir deine damalige „Heilsgewissheit“ letztlich aus „der Hand geschlagen“?
Das Problem, das du schilderst,
Es liegt daran weil ich mir gestehen musste dass ich noch im Fleisch lebe.

gab es erst seit der "Konvertierung"?

Lieben Gruß Lutz (ganz besonders gerade in dieser Zeit der Erinnerung an die freie Gnade Gottes, Sünder zu retten).

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Beitragvon tollelege » 26.12.2010 01:21

Hallo Lutz.

1. Richtig. Ich kenne persönlich keine "reformatorischen" Geschwister. Ich bin schon welchen begegnet, aber habe keinen Kontakt zu ihnen. Bevor ich zum "reformatorischen Glauben" konvertiert bin, glaubte ich, dass die Errettung nicht zu hundert Prozent Gottes ist, sondern dass Gott uns da selbst entscheiden lässt ob wir errettet werden. Heute glaube ich dass wir absolut nichts für unsere Errettung tun können und Gott, schon bevor er die Welt geschaffen hat, sich sich seine Schäfchen erwählt hat. Das meinte ich mit "zum reformatorischen Glauben konvertieren". Vielleicht war konvertieren der falsche Ausdruck. Wie es dazu kam? Ich habe mal ein Büchlein von einem Freund bekommen. Es war das Büchlein "Der Geist der Erweckung" von Benedikt Peters. Darin las ich halt über den Calvinismus. Ich war erst sehr skeptisch was die Erwählung angeht, aber ich prüfte es anhand der Bibel und machte mich ein wenig im Internet darüber schlau. Nach einiger Zeit musste ich bekennen das es biblisch ist. So kam es dazu dass ich den reformatorischen Glauben annahm. Was ich noch dazu sagen möchte: Ich weiß nicht was die reformatorischen Christen noch so glauben und ob sie sich da irren, aber einer Sache stimme ich mit Überzeugung zu, dass die Errettung allein Gottes ist.

2. Meine Heilsgewissheit fußte damals auf der Meinung anderer und auch auf meinen Gefühlen. Manchmal hatte ich sie manchmal nicht. kommt darauf an wie ich mich fühlte. Seitdem ich mich zum reformatorischen Glauben bekenne, höre ich oft Predigten von reformierten Predigern wie zum Beispiel Paul Washer. In einer Predigt sagte er einmal, dass jeder Christ gute Frucht bringt, weil es ein Zeichen dafür ist dass er errettet ist. Was die Frucht ist wissen wir ja aus Galater 5, 22-23. Ich konnte leider keine Frucht erkennen. Und wir wissen auch was mit Bäumen geschieht die keine Frucht bringen. Auch konnte ich nicht erkennen dass ich in Heiligung wachse, sondern eher abnehme. Zum Beispiel muss ich zur Zeit mit Hass, Bitterkeit, Traurigkeit, Angst, Wut u.a. kämpfen. Das hatte ich nicht mal als Ungläubiger, zumindest nicht in dem Ausmaß wie heute. Das hat mir meine "Heilsgewissheit" aus der Hand geschlagen. Um deine letzte Frage zu beantworten. Nein, die Erkenntnis dass ich noch im Fleisch lebe, gab es nicht erst seit der "Konvertierung". Ich wusste schon damals dass ich noch Werke des Fleisches in mir habe. Aber damals habe ich noch nicht den Zusammenhang von Gal 5, 19-21 und Gal 5, 24 gemerkt. Das ist es ja was mir soviel Sorgen macht. Und weil ich halt noch Werke des Fleisches in mir sehe, fürchte ich oft, dass ich mein Fleisch noch nicht gekreuzigt habe und somit nicht dem Herrn Jesus nicht angehöre.

Ich hoffe ich habe alles gesagt was du wissen wolltest.

Hab einen gesegneten 2. Weihnachtstag.

tollelege

lutz
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Beitragvon lutz » 26.12.2010 10:46

Hallo tollelege,

danke für deine Antworten.
Ich denke dieser Art von „Heilsgewissheit“ musst du nicht nachtrauern. Nach deinen Erklärungen war es wohl eher ein Schatten ohne Substanz.

Dann möchte ich noch ergänzen:
Um deines Heils gewiss zu werden,
(und dies ist nicht verboten, dies ist Ziel, denn in der Schrift finden wir ja dieses: „damit ihr wisst, dass ihr ewiges Leben habt“)
solltest du niemals den Anfang mit „Früchten“ machen. Früchte sind in ihrer Beurteilung, ob sie nun dem Fleische oder dem Geiste entspringen, oft trügerisch – ähnlich wie Gefühle …
Insofern ist es gut, dass dir eine Gewissheit auf Basis von Früchten erschüttert wird bzw. gar nicht erst aufkommt. Darüber musst du also auch nicht trauern.

Samuel hat es gut ausgedrückt mit diesem „zehn Mal auf Christus schauen“.
Wenn du aus der Furcht und Angst raus möchtest, dann gibt es nur ein Heilmittel: Christus.
Der, der letztlich Gal. 5, 21 mitteilt, der hat auch 1. Joh. 1, 8. 9 gegeben, der hat auch Joh. 6, 37 gegeben, der hat auch Joh. 17 gegeben… Gleiche Autorität, gleiche Macht, gleiche Sicherheit in der Zusage …

Wenn dich dein Gewissen verklagt, dann gehe zu Christus (d. h. klage IHM, bekenne IHM und dann schau dir 1. Joh. 1, 8. 9, Joh. 6, 37 und Joh. 17 an.) Das Ganze ist genauso unabhängig von den Gefühlsschwankungen, wie dein Heil unabhängig von deiner persönlichen Gewissheit ist.
Dann verbleibe nicht länger in der Selbstanalyse, sondern tue gemäß Joh. 17, 3.
Nimm dir ausgiebig Zeit zu untersuchen: nicht nur was der Christus tat, sondern auch was er jetzt tut (Hebräerbrief), was er noch alles tun wird.
Ich möchte dir wirklich folgendes Buch ans Herz legen, weil es eine einzige Wahrheit ausgiebig beleuchtet und als Heilmittel jeweils aus Gottes Wort schöpft, mit allen Ängsten, Schwierigkeiten …
http://www.cbuch.de/product_info.php/in ... Liebe.html

Was deinen Wandel angeht, den du dir so sehr gottgefällig wünschst – versuch es mal so:
Schau dir das Prinzip von Jakobus 2, 1 – 5 an. Jakobus verknüpft die Taten mit einer Erkenntnis Gottes. Weil Gott …., deshalb muss der Wandel so und so aussehen …
Versuche auf diese Weise Licht auf die Frage: Warum soll ich so und so tun …? zu werfen. Setze es in Beziehung zu dem, was Gott selbst von sich offenbart – der Mensch als Bild Gottes oder wie das Kind, das dem Charakter des Vaters entsprechen möchte.

Deiner Furcht begegnest du am besten mit der Wahrheit von der „Souveränität Gottes“. Dazu empfehle ich dir dieses Buch:
http://www.cbuch.de/product_info.php/in ... ottes.html

Lieben Gruß Lutz

(PS: Wann die Frucht so groß sein wird, dass jeder sie sehen kann, wann sie so groß ist, dass du sie wahrnimmst … das überlass getrost dem, der sie wirkt!)

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Beitragvon lutz » 26.12.2010 21:42

Nachtrag:
Hier noch ein Link ganz speziell zu Galater (2009):
http://berg-giessen.de/vortraege

Lutz

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Beitragvon Gast » 26.12.2010 22:20

tollelege
höre ich oft Predigten von reformierten Predigern wie zum Beispiel Paul Washer.


Ich denke man kann mit Sicherheit sagen, dass Gott durch Paul Washer einige Gewissen aufgerüttelt hat. Einerseits bin ich Gott sehr dankbar, dass er diesen Mann geschenkt hat, andererseits muss man ihn auch mit Vorsicht genießen. Manchmal ist er mir doch zu salzig. Die Gnade könnte ein bisschen mehr bei ihm hervorscheinen.
Man muss aber auch sagen, dass es leider auch viel zu wenig Prediger von seiner Sorte gibt, so dass ein solcher Hammer, der vielleicht manchmal ein bisschen zu weit geht, dennoch dringend notwendig war.

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Beitragvon H.W.Deppe » 27.12.2010 12:30

tollelege hat geschrieben:Ich würde gern den Anhang des Buches "Was ist rettender Glaube" lesen.


Steht jetzt zur Verfügung unter
http://issuu.com/betanien/docs/pink_anhang

LG. Werner
"Der Prophet, der einen Traum hat, erzähle den Traum! Wer aber mein Wort hat, rede mein Wort in Wahrheit! Was hat das Stroh mit dem Korn gemeinsam? spricht der HERR." (Jer 23,28)

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Beitragvon tollelege » 27.12.2010 16:02

@ lutz

Danke für die Denkanstöße und die Büchertipps. Ich habe leider schon einige Bücher hier die ich noch lesen muss, aber ich werde sie mir bestimmt mal zulegen.


@ Samuel A.

Kannst du mir denn noch andere gute und reformierte Prediger empfehlen?


@ H.W.Deppe

Danke schön!


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