Ist John MacArthur Dispensationalist?

Lehrfragen in Theorie und Praxis - also alles von Bibelverständnis über Heilslehre und Gemeindelehre bis Zukunftslehre

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Jose
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Das 1000-jährige Reich

Beitragvon Jose » 04.02.2018 13:36

Vielen Dank für deine offenen Worte, albi. Mir haben sie Mut gemacht, dass wir unsere Meinungen austauschen können. Ich habe in anderen Threads auch schon Beiträge von mir nachträglich gelöscht und das geschah, weil ich das Verhalten des anderen nicht gut fand.

In Foren, und ich habe bereits in einigen geschrieben, wird oftmals verletzend geschrieben. Daher fand ich deine einsichtigen und entschuldigenden Worte sehr mutig und freue mich darüber.

Zu dem 1000-jährigen Reich muss ich gestehen, kein Problem zu haben, es wörtlich zu nehmen, weil die Zeit, nach meinem jetzigen Verständnis, noch kommt. Und 1000 Jahre werden vergehen, wie die 6000 Jahre bis jetzt auch vergangen sind.

Du hast geschrieben:
albi hat geschrieben:Das ist der Hauptgrund, warum ich die 1000 Jahre nicht (mehr) wörtlich verstehe, sondern als lange Zeitspanne zwischen erstem und zweiten Kommen Jesu Christi.
Ich kann deine Argumentation nicht folgen, will es aber stehen lassen.

Heute habe nochmals in Offenbarung 20 gelesen, dort heißt es:
2 Und er griff den Drachen, die alte Schlange, die der Teufel und der Satan ist; und er band ihn tausend Jahre
3 und warf ihn in den Abgrund und schloss zu und versiegelte über ihm, damit er nicht mehr die Nationen verführe, bis die tausend Jahre vollendet sind. Nach diesem muss er für kurze Zeit losgelassen werden.
7 Und wenn die tausend Jahre vollendet sind, wird der Satan aus seinem Gefängnis losgelassen werden
Offb 20,2-3.7

Für mich reden diese Bibelstellen von wörtlich 1000 Jahren, was mich aber noch mehr beschäftigt hat ist die Tatsache, dass selbst wenn die Menschen Zeit und Stunde wissen, es letztlich nichts bringt, wenn sie nicht von Herzen glauben wollen und sich Gott zuwenden.

Jörg
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Re: Ist John MacArthur Dispensationalist?

Beitragvon Jörg » 04.02.2018 13:54

Hallo UriKulm,

wenn Du Dich nicht persönlich angegriffen fühlst, warum hast Du dann Deine Beiträge gelöscht?

Herzliche Grüße, Jörg
Es muß alles erst einmal an Gott vorüber, bevor es mich treffen kann. (Helmut Thielicke)

albi
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Re: Ist John MacArthur Dispensationalist?

Beitragvon albi » 04.02.2018 17:09

Hallo UriKulm,
danke.

Hallo Jose,
in einem schönem Youtube Video zu den Milleniums-Ansichten zitierte der Bruder auch einen alten Kirchenvater. Der sagte damals schon (es war wohl das 2. oder 3. Jahrhundert), dass es andere Ansichten zum Millenium gibt. Und dass es auf den verschiedenen Seiten gottesfürchtige und geisterfüllte Männer gibt, und sinngemäß, dass man darum in dieser Frage nicht unnötig streiten soll.

Ich denke, dass das Milleniums-Verständnis zu einigen Unterschieden führt, wie man sich das Reich Gottes vorstellt. Ist es quasi gegenwärtig, oder kommt es erst noch in Fülle - später? Von meinem Verständnis her ist es beides - das Reich Gottes, die Herrschaft Jesu Christi und die kommende Welt, ist mit der Auferstehung Christi in diese böse Weltzeit eingebrochen und verbreitet sich in diesem Zeitalter des Evangeliums durch die Verkündigung von Christus als Herrn und König. Gleichzeitig ist es auch wahr, dass dieser Einbruch noch nicht vollendet ist, das Reich Gottes ist also noch nicht ganz da, sondern nur als eine Art Vorschatten. So verstehe ich eben auch die "Wehen", von denen der Herr Jesus und Paulus in Römer 8 sprechen: Die kommende, herrliche Ewigkeit ist in diese Welt eingebrochen, die ersten Früchte sind schon da, wir sehen schon Strahlen des Tages, aber der Tag ist noch nicht abgebrochen. Aber wir sehen, dass sich etwas ändert, dass es Hoffnung gibt. Und wenn dann Christus wiederkommt, wird er Gericht halten und "der Morgenstern aufgeht in unseren Herzen". Dann erscheint die neue Welt. Das ist meine Hoffnung, die die andere Sicht ja auch teilt, nur dass diese andere Sicht eben noch ein irdisches Millenium "einschiebt". Diesen Einschub erlebe ich als störend, weil damit die Vorfreude auf die letztliche ewige Herrlichkeit durch so einen "Einschub" gedämpft wird.

Ich habe jedenfalls beim Dispensationalismus und Prämillenialismus den Eindruck, dass diese Reichgottes-Vorstellung sehr stark zukünftig ist (auf das Tausendjährige Reich) statt auch schon auf unsere Gegenwart, unsere aktuelle Zeit und persönliche Situation. Ich kam dazu, dass ich das Reich Gottes (im Sinne der Herrschaft Jesu Christi über Himmel und über die Erde) als gegenwärtig betrachte (auch wenn wir sie noch nicht sehen können, wie Hebräer 2 sagt). Und dass mein wahres Leben / Sein sich in diesem unsichtbar gegenwärtigen "Himmelreich" abspielt. Wir sind ja "in Christus mit auferweckt und mitversetzt in himmlische Regionen".

Für mich macht dieses Verständnis einen Unterschied, wie ich mein Leben und Sein betrachte und die ganze sichtbare Realität. So wie Paulus auch sagte: Wir sehen nicht auf das irdische und vergängliche, sondern auf das unsichtbare und unvergängliche (2. Korinther 4 und 5). Ich bin ein Kind der kommenden Welt, ein Kind des Lichts. Ich gehöre nicht mehr diesem Weltlauf an, sondern bin auserwählt und herausgerettet, um die kommende ewige Weltzeit zu erlangen. Wenn Christus und diese neue Himmel und neue Erde offenbar werden wird, werden auch wir mit Christus offenbart werden in Herrlichkeit.

Als die Festung mit dem Propheten Elisa vom Feind umlagert wird und der Knecht des Propheten furchtsam ist, betete der Prophet zum HERRN: "Fürchte dich nicht, denn die, die bei uns sind, sind mehr als die, die mit ihnen sind." Und: "HERR, öffne ihm die Augen, damit er sieht!" Und der HERR öffnete ihm die Augen, und siehe, die ganze Stadt war umgeben von brennenden Rossen und Reitern. So möchte ich auch die himmlische / unsichtbare Königsherrschaft Gottes "sehen" können, so wie es Jesus sagte: "Wer nicht von neuem geboren ist, der kann das Reich Gottes nicht sehen", oder anders gesagt: "Wer vom neuen geboren ist, der kann das Reich Gottes [mit den Augen des Glaubens bereits jetzt] sehen".

Das ist etwas, was mich furchtbar begeistert und woruber ich gerne mit andern rede, was ich anderen gerne mitteile. Vielleicht ist diese Meinung falsch, aber ich verstehe es seit etwa zwei jahren so in der Bibel und merke nur, dass es mich anfeuert und antreibt und große Freude und Hoffnung gibt. Also bei mir persönlich mehr als die andere Sicht, wo ich immer dachte, dass Reich Gottes im Sinne vom "Tausendjährigen Reich auf Erden" kommt erst später und hat im Moment eigentlich wenig mit mit und meinem aktuellen Lebensumständen zu tun... Jedenfalls habe ich es so verstanden.

Viele Grüße und Gottes Segen!
Albi

PS: Ja, es ist das Buch von Samuel Waldron "Endzeit. Eigentlich ganz einfach". Und als zweites von Kim Riddlebarger "Streitfall Millenium". Beides im !!!Betanien-Verlag!!!. (Den besten Verlag den es gibt) (***SCHLEICHWERBUNG! KAUFT BEIM BETANIEN-VERLAG! Günstige Bücher, guter Preis, bibeltreu, nette Leute!!!*** :mrgreen: )

Außerdem, wie erwähnt, das von Waldron kommentierte "Baptistische Glaubensbekenntnis von 1689", wie ein paar Youtube-Videos zum Millenium und eine Video-Reihe mit Tim Conway (englisch) auf der Website von I'll be honest. (Ich gebe keine Links weil ich nicht weiß ob das hier erwünscht ist.) insgesamt hat es aber etwa 2 jahre gedauert, bis ich meine Ansichten geändert habe; früher war genau die Lehre, die ich jetzt selbst vertrete, für mich falsche Lehre.

Jose
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Das Reich Gottes

Beitragvon Jose » 04.02.2018 19:09

Hallo albi,
das ist doch eine schöne Aussage:
albi hat geschrieben:…dass es andere Ansichten zum Millenium gibt. Und dass es auf den verschiedenen Seiten gottesfürchtige und geisterfüllte Männer gibt, und sinngemäß, dass man darum in dieser Frage nicht unnötig streiten soll.
Aber es beschäftigt dich wohl doch, weil du diesen Thread eröffnet hast. Hast du Sorge, dass MacArthur‘s Dienst für die Gemeinde zum Schaden sein könnte, wenn du schreibst:
Ich denke, dass das Milleniums-Verständnis zu einigen Unterschieden führt, wie man sich das Reich Gottes vorstellt. Ist es quasi gegenwärtig, oder kommt es erst noch in Fülle - später?
Und hat die Vorstellung über das Reich Gottes wirklich etwas mit der Lehre über das 1000-Jährige Reich zu tun?

Wir lesen in der Apostelgeschichte: "Diesen hat er sich auch nach seinem Leiden in vielen sicheren Kennzeichen lebendig dargestellt, indem er sich vierzig Tage hindurch von ihnen sehen ließ und über die Dinge redete, die das Reich Gottes betreffen" Apg 1,3. Was waren diese Dinge? Vom 1000-Jährigen Reich lesen wir hier nichts, viel mehr wird es erst von Johannes in der Offenbarung erwähnt, und das sollte uns zu denken geben.

Wie beginnt dieses letzte Buch der Bibel: "Offenbarung Jesu Christi, die Gott ihm gab, um seinen Knechten zu zeigen, was bald geschehen muss" Offb 1,1a. Schon bei diesen Worten habe ich ein Problem, zu meinen, dass das, was im Kapitel 20 beschrieben wird, zu diesem Zeitpunkt schon seit 60 Jahren galt.

Ich versuche mir vorzustellen, dass wir uns jetzt schon in diesem sogenannten 1000-Reich befinden. Was würde es für mich ändern? Eigentlich nichts, weil es keinen Einfluss auf meinen persönlichen Glauben hätte, da Jesus doch immer bei uns ist. Und für alle Gotteskinder gilt, dass sie von neuem geboren sind und als Kinder Gottes versetzt sind in das Reich des Sohnes Seiner Liebe.

Und als er von den Pharisäern gefragt wurde: Wann kommt das Reich Gottes?, antwortete er ihnen und sprach: Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man es beobachten könnte; auch wird man nicht sagen: Siehe hier! Oder: Siehe dort! Denn siehe, das Reich Gottes ist mitten unter euch. Lk 17,20-21 (REÜ). In Luther 1912 lautet es: Inwendig in euch.

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Joschie
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Ich bitte die Nutzer....

Beitragvon Joschie » 05.02.2018 07:42

Ich bitte die Nutzer sich bei Problemen an die Mod./Adm. zu wenden. Dafür gibt es ja verschiedene Möglichkeiten in diesen Forum. Die Mod. sind halt nicht 24. Stunden im Internet und können nicht immer gleich eingreifen! Ich finde es schade das Uri Kulm seine Beiträge gelöscht hat sie zerreißen die guten Thread doch an vielen Stellen $:(
Gruß und Segen Joschie
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

Jose
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Re: Ich bitte die Nutzer....

Beitragvon Jose » 06.02.2018 06:55

Ich fand die Frage von Jörg und den Hinweis von Joschie sehr berechtigt und ich finde es auch sehr Schade, dass Uri Kulm seine Beiträge gelöscht hat. Ich meine, in seiner ersten Reaktion auf albi's Thread hatte Uri Kulm u.a. geschrieben:
UriKulm hat geschrieben:„Aus zweier oder dreier Zeugen Mund wird jede Sache bestätigt“
a) Eigenzeugnis
b) Beweise/Belege für Behauptungen
c) Bestätigung einer Sache oder Aussage durch Zeugen
Wenn Behauptungen nicht belegt werden, können sie als Verdächtigung oder üble Nachrede gewertet werden.

Wenn nun albi den Dispensationalismus nicht mag und deshalb verdachtsweise abwertend Macarthur einen Dispensationalisten nennt und dazu hier im Forum eine Bestätigung für seine gehörten und gelesenen, aber unbelegten Vermutungen, sucht, so mag er einen Nachweis führen.
Wenn nun Uri Kulm seine Argumente gelöscht hat, dann fehlen den Lesern hier die ausgestauschten Gegenargumente, die zur Prüfung dienen könnten. Schade.

@Uri Kulm.
Ich habe i.d.R. Kopien von meinen Beiträgen, du vielleicht auch. Wenn ja, dann wäre es schön, wenn du die wieder einfügen könntest. Ich gehe davon aus, du stehst zu deinen Aussagen. Wenn nicht, was nicht verwerflich wäre, dann kannst du sie ja korrigieren bzw. ergänzen.

UriKulm
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Re: Ich bitte die Nutzer....

Beitragvon UriKulm » 06.02.2018 13:38

[quote="Jose"]Ich habe i.d.R. Kopien von meinen Beiträgen, du vielleicht auch. Wenn ja, dann wäre es schön, wenn du die wieder einfügen könntest. Ich gehe davon aus, du stehst zu deinen Aussagen. Wenn nicht, was nicht verwerflich wäre, dann kannst du sie ja korrigieren bzw. ergänzen.[/quote]

Hallo Jose und alle anderen
Ich mache nie Kopien und kann somit den alten Zustand nicht wieder herstellen.
Das bedaure ich nun auch zu tiefst, dass nun die Zusammenhänge verloren gegangen sind und ich bitte meine Überreaktion zu entschuldigen.

Was den thread anlangt sind die verschiedenen Auslegungen zu den biblischen Haushaltungen hinlänglich bekannt. Um die versch. Sichtweisen herauszufinden mag jemand alle Internetseiten dazu durchforsten. albi hat da allerdings noch was Neues angefangen und mit sich selber diskutiert. Das habe ich am Anfang nicht so gesehen und bin in eine m.ea., leider zu spät erkannte, unfruchtbare Diskussion eingestiegen. (... Streitfragen weise ab, da du weißt, dass sie Streitigkeiten erzeugen. Ein Knecht des Herrn aber soll nicht streiten ...) Was bereits dargestellt ist hätte ich nicht noch mit meinen (unzulänglichen) Worten mehr verwässernd als stichhaltig erklärend erwähnen sollen.

Was die biblisch belegten Haushaltungen Gottes für die Erde angeht, hat mich hier kein Argument bekehren können. Ich bin und bleibe heilloser Dispensationalist. Für mich ist das Thema jetzt endgültig abgeschlossen.

Mein Statement weiterhin:
- Es gibt nur einen Heilsplan Gottes.
- Das ganze und volle Evangelium hängt mit Christus und seinem Werk auf Golgatha zusammen.
- Der Ratschluss Gottes ist die Verherrlichung des Sohnes als Mensch und die Erlösung des Menschen
- Ein Ratschluss, verwirklicht und noch zu verwirklichen: vor aller Zeit und in der Fülle der Zeit und in die Ewigkeit

Uri Kulm

1. Kor 2,6 ff Wir reden aber Weisheit unter den Vollkommenen, nicht aber Weisheit dieses Zeitlaufs, noch der Fürsten dieses Zeitlaufs, die zunichte werden, sondern wir reden Gottes Weisheit in einem Geheimnis, die verborgene, die Gott zuvorbestimmt hat, [u]vor den Zeitaltern[/u], zu unserer Herrlichkeit; die keiner von den Fürsten dieses Zeitlaufs erkannt hat, (denn wenn sie dieselbe erkannt hätten, so würden sie wohl den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt haben) sondern wie geschrieben steht: „Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott bereitet hat denen, die ihn lieben“; [Jes 64,3] uns aber hat Gott es offenbart durch [seinen] Geist, denn der Geist erforscht alles, auch die Tiefen Gottes.

albi
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Fazit

Beitragvon albi » 06.02.2018 14:30

Hallo an alle.

Mir ist inzwischen auch etwas die Luft und Engagement zum Diskutieren in diesem Thread ausgegangen. Ich habe im Grunde meine zentralen Argumente genannt, teiweise mehrfach.

Wenn du, Jose, bestehst, überlege ich weiterhin wegen deinen Fragen zur Offenbarung. Aber ich denke, unsere weitere Diskussion wird ja zu nicht viel führen. Oder was ist überhaupt der Sinn und Zweck, darüber zu sprechen? Wahrscheinlich wird keiner den anderen mit noch so vielen Belegen und Auslegungen überzeugen... Weil man die immer einmal so und ein anderes mal so sehen kann, je nachdem, welche Meinung man bereits vorher vertrat.

Ich finde es jedenfalls gut, UriKulm, dass du dich klar als "heilloser" Dispensationalist bekennst - dann weiß man, woran man ist. (Wobei das mit dem "HEIL-los" anders gesagt werden sollte: unbekehrbar, denn das Heil wirst du ja wahrscheinlich haben.) $:P Ich selbst habe ja erklärt, dass ich vom Prämillenialisten und Dispensationalisten zum Amillenialisten wurde. Ich würde aber nicht sagen: Unbekehrbarer Amillenialist, auch wenn das hier so gewirkt haben mag. Eher: Die Argumente für Prämill und Disp. überzeugen mich einfach nicht mehr, und ich fand im Amill mehr Harmonie zu schwierigen Stellen als in den anderen Sichtweisen. Aber ich bin mir wohl bewusst, dass ich nicht "die Weisheit mit Löffeln gefressen habe". Ich bin mir auch bewusst, dass andere Christen oder auch Bibellehrer wie MacArthur das nicht haben.

Jedenfalls halte ich mich in meinem äußeren Bekenntnis wie gehabt an den alten großen Bekenntnissen wie dem Baptistischen Glaubensbekenntnis von 1689.

Aus dem Thread lerne ich, dass es bei Lehrunterschieden in vielen Fällen um mehr geht als um rein sachliche biblische Argumente. Das ist ja genauso, wie wenn man mit Zeugen Jehovas usw. spricht - jeder hat schon seine Meinung und es ist schwer, allein durch Argumente und biblische Erläuterungen etwas zu ändern. (Deswegen glaube ich unter anderen auch, dass Glaube allein Gnade und von Gott gewirkt ist. Er muss einen das Herz auftun, um zu verstehen.) Ich denke für uns alle gelten unter anderen folgende Dinge:

- theologische Vormeinungen ("Brille"),
- hermeneutische Prinzipien, die man bewusst oder unbewusst vertritt (das AT legt das NT aus; das NT legt das AT aus),
- die Stellung des nationalen Volkes Israel und die Stellung der Gemeinde in Gottes Heilsplan,
- Stolz, weil man sich und anderen ja nicht zugestehen will, dass man sich irren kann.

Grüße an alle,
Albi

Jose
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Re: Fazit

Beitragvon Jose » 06.02.2018 20:09

@Uri Kulm, über deine Worte habe ich mich sehr gefreut. Unserem Gott sei die Ehre dafür. Es ist ein Unterschied, von Demut zu reden, und Demut zu leben, im Bewusstsein, dass wir alle von Gott abhängig sind und niemand größer ist als der andere. Dennoch, was wir im Glauben erkannt haben, daran wollen wir auch festhalten, uns dabei aber nicht über das geschriebene Wort erheben, wenn es Fragen gibt. Dabei sollten wir auch immer bereit sein, voneinander zu lernen.

@albi, du hattest mal geschrieben:
albi hat geschrieben:So möchte ich auch die himmlische / unsichtbare Königsherrschaft Gottes "sehen" können, so wie es Jesus sagte: "Wer nicht von neuem geboren ist, der kann das Reich Gottes nicht sehen", oder anders gesagt: "Wer vom neuen geboren ist, der kann das Reich Gottes [mit den Augen des Glaubens bereits jetzt] sehen".
Über diese Aussage erschrak ich sehr, weil ich es so verstand, dass du anderen die Wiedergeburt abspricht, wenn sie keine Amillennaristen sind.

Du hast auch sehr offen geschrieben:
Das ist etwas, was mich furchtbar begeistert und woruber ich gerne mit andern rede, was ich anderen gerne mitteile. Vielleicht ist diese Meinung falsch, aber ich verstehe es seit etwa zwei jahren so in der Bibel und merke nur, dass es mich anfeuert und antreibt und große Freude und Hoffnung gibt. Also bei mir persönlich mehr als die andere Sicht, wo ich immer dachte, dass Reich Gottes im Sinne vom "Tausendjährigen Reich auf Erden" kommt erst später und hat im Moment eigentlich wenig mit mit und meinem aktuellen Lebensumständen zu tun... Jedenfalls habe ich es so verstanden.
Du verstehst es erst seit zwei Jahren so? Aber von Uri Kulm hättest du gerne gehabt, dass er es in einigen Tagen auch so sieht. Wie gut, dass Gott viel mehr Geduld mit uns hat. Ich wünsche dir, dass der Herr dich weiterhin segnet. Zwei Jahre ist nicht lang. Vielleicht hören wir von einander in 10 Jahren. Ich wäre gespannt zu erfahren, wie du Gott erlebt hast und ER dich hoffentlich leiten konnte.

Heute hörte ich eine Predigt, als ich unterwegs zur Arbeit war. Der Bruder erwähnte das 1000-Jährige Reich nebenbei in seiner Verkündigung und sagte, dass für ihn persönlich, in seinem Herzen, diese Zeit jetzt schon sei. Dass der Friede und der Wille Gottes in Seinem Herzen wohnen, das sei ihm wichtig geworden, und er nicht mehr „Krieg“ führen muss. Es hat mich sehr bewegt. Nicht das Verständnis über das 1000-Jährige Reich ist das Problem, sondern ob Jesus in unseren Herzen wohnt und ER darin regiert.

Gottes Segen,
José

albi
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Re: Ist John MacArthur Dispensationalist?

Beitragvon albi » 08.02.2018 16:10

Hallo Jose.
Jose hat geschrieben:@albi, du hattest mal geschrieben:

albi hat geschrieben:
So möchte ich auch die himmlische / unsichtbare Königsherrschaft Gottes "sehen" können, so wie es Jesus sagte: "Wer nicht von neuem geboren ist, der kann das Reich Gottes nicht sehen", oder anders gesagt: "Wer vom neuen geboren ist, der kann das Reich Gottes [mit den Augen des Glaubens bereits jetzt] sehen".

Über diese Aussage erschrak ich sehr, weil ich es so verstand, dass du anderen die Wiedergeburt abspricht, wenn sie keine Amillennaristen sind.
Nein, nein, ich spreche keinem die Wiedergeburt ab, der das nicht so versteht wie ich! Es ist eher, dass es bei mir persönlich eine Art Augenöffner war - diese meine subjektive Empfindung muss nicht heißen, dass die Lehre deswegen wahr ist. Es ist für mich ähnlich wie die Erwählungslehre (bitte, lasst uns hier jetzt kein Fass wegen Erwählung auftun; sondern wenn, dann einen anderen Thread eröffnen): Einige können es sehen und erkennen, andere sehen und erkennen es nicht. Ich meine, dass diese Lehre biblisch ist, und dass diese Lehre gesund ist (demütigt den Stolz, weil sie alle menschliche Fähigkeit zunichte macht; jeder Rest von "ich will ja und ich kann ja und ich muss ja!" sagt immer noch "ICH RETTE MICH SELBST (mit Jesu Hilfe)!"). Aber ich spreche keinem seine Errettung ab, wenn er diese Wahrheit (noch?) nicht so sieht. Whitfield sagte damals wohl: "Von Geburt an sind alle Menschen Arminianer [d.h. überzeugt, dass der Mensch durch seinen freien Willen Jesus ergreifen kann]; und die Gnade Gottes macht aus einem Menschen einen Calvinisten." (Wobei man kein Anhänger Calvins sein muss, um an Erwählung zum Heil zu glauben. Es sind halt historische Begriffe, Arminianismus und Calvinismus.)
Jose hat geschrieben:Nicht das Verständnis über das 1000-Jährige Reich ist das Problem, sondern ob Jesus in unseren Herzen wohnt und ER darin regiert.
Das ist ein sehr schönes Wort. Siehst du, auch wenn wir in einigen nicht-zentralen theologischen Themen nicht ganz einer Meinung sind, können wir doch im Herzen einer Meinung und einer Einstellung sein: Friede, Freude und Gerechtigkeit im Heiligen Geist!

Paulus lehrt uns hier passendes, oder nicht?

Philipper 3
12 Nicht dass ich es schon erlangt hätte oder schon vollendet wäre; ich jage aber danach, dass ich das auch ergreife, wofür ich von Christus Jesus ergriffen worden bin.
13 Brüder, ich halte mich selbst nicht dafür, dass ich es ergriffen habe; eines aber [tue ich]: Ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich aus nach dem, was vor mir liegt,
14 und jage auf das Ziel zu, den Kampfpreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus.
15 Lasst uns alle, die wir gereift sind, so gesinnt sein; und wenn ihr über etwas anders denkt, so wird euch Gott auch das offenbaren.
16 Doch wozu wir auch gelangt sein mögen, lasst uns nach derselben Richtschnur wandeln und dasselbe erstreben!


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